Ich liebe unser Baby nicht

    • (1) 21.01.17 - 16:58

      Hallo

      ich bin mir nicht sicher wohin mit meinem Beitrag. Ich habe ein Problem mit dem Familienleben. Vor 4 Monaten hat meine Freundin ein Baby bekommen und ich muss sagen ich habe keine Gefühle für sie. Es hört sich vielleicht schlimm an aber die Kleine nervt mich nur. Sobald ich von der Arbeit komme bekomme ich ein meist unzufriedenes Baby in die Hand gedrückt und es heisst kümmere dich um sie. Sie ist oft am schreien. Ich kann sie nicht beruhigen, egal was ich mache. Und das in einer Lautstärke da klirren die Ohren. Irgendwann lege ich sie dann hin und mache Kopfhörer auf die Ohren weil mich dieses Geschrei nur noch aufregt. Alle erwarten dass ich ein glücklicher Vater bin und fragen ob es toll ist eine Familie zu haben. Und eigentlich wäre ich gerne ehrlich und würde sagen nein, es ist schrecklich. Keine Nacht Ruhe, kein Wochenende, nichts. Ich nutze jede Minute wo ich ausser Haus sein kann. Das führt zu Problemen mit meiner Freundin. Doch das ist nicht das Leben was ich mir wünsche. Ich habe einige Freunde die auch Kinder haben und die meinen es wird besser. Die Liebe kommt noch. Darauf warte ich doch es passiert nicht. Gibt es hier Männer die etwas ähnliches erlebt haben? Oder liegt es an mir?

      • Ich kann nachvollziehen was Du beschreibst. Unser Großer war eigentlich das gesamte erste Jahr ein wahnsinnig anstrengendes Kind und ich war jeden Abend froh, wenn mein Mann nach Hause kam und ich ihm das Baby in den Arm drücken konnte und einfach mal wenigstens in Ruhe Abendbrot vorbereiten konnte. Aber mein Mann kam ja auch nicht aus dem Bett und war ausgeschlafen, sondern oft einfach auch kaputt und konnte mit dem schreienden etwas wenig anfangen. Er hat sich dann irgendwann getraut mir das zu sagen. Je älter unser Sohn wurde, desto einfacher wurde es für meinen Mann was mit ihm anzufangen. Ich habe erst bei unserer Kleinen gemerkt, wie anstrengend unser Großer wirklich war. Sie liess sich nämlich ablegen, es hat ihr meist gereicht, wenn sie auf dem Arm war und man konnte auf dem Sofa mit ihr sitzen.

        Inzwischen ist das Kind fast 5 und Papa und Sohn haben eine tolle Beziehung. Aber ich glaube er hat lange mit seiner Vaterrolle gehaddert.

        Ich kann Dir nur empfehlen mit Deiner Freundin zu sprechen, sachlich ohne Vorwürfe. Wenn Du Dich weiterhin ständig raus "stiehlst" dann wird das langfristig eure Beziehung belasten.

        Alles Gute!

        • Ich habe mit ihr gesprochen und ihr gesagt ich brauche etwas Ruhe am Abend und dieses Geschrei macht mich aggressiv. Sie hat kein Verständnis dafür und sagt sie braucht auch Ruhe. Es ist aufmunternd dass dein Mann auch so gefühlt hat und jetzt das Verhältnis zu eurem Kind besser ist. Doch ich kann es mir gerade nicht vorstellen dass ich etwas anderes als Ablehnung fühle.

          • Versucht euch die Abende zu teilen. Ich weiß, dass es zu Hause nicht einfach ist und musste auch lernen, dass mrinamn zwar nicht die ganze Zeit das Kind hatte, aber trotzdem arbeiten war und manchmal kaputt ist. Da wir einen sehr ähnlichen Job haben weiß ich eigentlich auch genau wie das ist nach 8+x Stunden arbeiten. Hier im Forum liest man so viel von ja dann muss es abends halt der Papa nehmen, dass Mama Mal Pause hat. Das klappt bei einem pflegeleichten Baby gut (unser 2. war total entspannt), aber nicht unbedingt bei einem anspruchsvollen oder sogar Schreikind.

            Dass sie es noch nicht bei Oma abgeben fur einen Abend kann, das kann ich verstehen. Aber vielleicht mag Oma ja auch einfach mal kommen und eine Runde spazieren gehen oder das Baby rumtragen.

            Lgj

            • <<Dass sie es noch nicht bei Oma abgeben fur einen Abend kann, das kann ich verstehen. Aber vielleicht mag Oma ja auch einfach mal kommen und eine Runde spazieren gehen oder das Baby rumtragen.>>

              bei allem Verständnis auch für deine Situation, bin ich da ganz bei deiner Frau. Man muss ein 12 Wochen altes Baby noch nicht zur Oma abgeben, wenn man sich damit nicht wohl fühlt. Was hast du denn davon, wenn sie es unter Druck abgibt und sich bei eurer Auszeit nicht wirklich wohlfühlt? Gar nichts!

              • Warum darf ein 12 Wochen altes Baby nicht zur Oma?

                Wenn die Eltern kurz vorm Nervenzusammenbruch stehen, und die Oma sich es zutraut so einen Schreihals mal 2 Stunden zu nehmen, ist ALLEN geholfen.

                Thilo war mit 3 Wochen 3 Std. bei der Oma, sie hat auch die erste Mumi-Flasche gefüttert. Dann mit 6 Wochen, war er jeden 2. Freitag auf Samstag bei meinen Eltern.

                Das hat nicht geschadet, Thilo ist 10 Jahre, meine Mutter wird 79 Jahre, und sie verstehen sich blendet.

            Abgeben ging bei uns mit 12 Wochen auch noch nicht. Aber wir - die Omas - waren oft dran, haben die Kleine mal eingepackt, sind spaziergengegangen. Wenn beide nachts arbeiten mußten, dann haben wir dort geschlafen, Mama kam dann kurz zum Stillen vorbei. Es schadet den Kindern nicht, die Kleine ist heute total entspannt (2 Jahre 3 Monate) wenn sie von Freitag bis Sonntag (es geht nicht anders, wegen der Selbständigkeit meiner Schwiegertochter) alle zwei Wochen zu einer von uns kommt. Kommt sie zu mir, erzählt sie schon den ganzen Vormittag ganz wichtig, dass es zur Oma und den Katzen geht. Sie freut sich aber auch ganz toll, wenn sie wieder geholt wird. Aber sie weiß ganz genau, wohin sie gehört und wer Mama und Papa sind.
            Man sieht es oft zu verbissen, aber bevor sich die Eltern - überspitzt gesagt - die Schädel einschlagen, oder Kopfhörer aufsetzen und das Kind brüllen muss, ist die Oma doch die besserere Wahl, oder?
            Übrigens macht der Threadersteller genau das mit, was viele Väter mitmachen. Ganz viele Männer können mit den Babys wenig anfangen, wenn die Kinder dann aber später wackelig auf sie zugehen und erst mal reden können, ist alles ganz anders. Ähnlich mit meinem Sohn auch erlebt, er war auch oft genervt und mittlerweile ist alles ganz anders.
            Also, nehmt Euch auch Auszeit für Euch, spannt die Omas ein, wenn sie sich einspannen lassen und wollen und sorgt auch für EUCH.
            lg
            nonnamaria

    Bei unserer Ältesten war es ähnlich. Mein Mann kam nach Hause und das Kind fing an zu brüllen. Erst nach 3 Stunden schlief sie endlich ein und wir auch...Mein Mann flüchtete immer mehr aus dem Haus, machte Überstunden...er war fast nicht mehr da. Das war für unsere Beziehung sehr schwierig. Erst viel später sprach er darüber und so konnten wir uns langsam wieder einander annähern. Dieses ständige Flüchten hatte unserer Beziehung sehr geschadet. Liebe zum Kind hatte er erst viel später entwickelt.

    Bitte sprich mit Deiner Freundin darüber. Es gibt auch professionelle Hilfe. Z.B. Schreiambulanzen, Hebamme...und schau, dass Ihr auch mal was nur als Paar gemeinsam unternehmen könnt, vielleicht findet Ihr eine Oma, Nachbarin, Freundin, die mal auf das Kind aufpassen könnt.

    • Ich habe gedacht ich werde hier nur Ablehnung ernten wegen der Gefühle die ich für unsere Tochter habe. Es überrascht mich dass es doch mehr Männer gibt die so denken. Und es baut mich auch etwas auf. Ich dachte ich stehe damit alleine da. Meine Freunde die auch Kinder haben kennen das nicht. Ich merke auch dass das flüchten unsere Beziehung belastet. Doch ich kann zur Zeit nicht anders. Ich ertrage das manchmal nicht mehr und heim zu kommen ist keine Freude sondern Belastung. Ich hoffe wir machen irgendwann wieder etwas zusammen aber sie stillt und will die Kleine nicht zur Oma geben. Zur Zeit liegt die Zweisamkeit also ziemlich auf Eis. Es gibt weder Sex, noch gemeinsame Zeit. Leider.

      • Mein Mann konnte mit unserer Tochter nichts anfangen bis sie ca. 1 Jahr alt war.
        Dennoch ist er nicht geflüchtet. Meine Tochter war sehr pflegeleicht, hat viel geschlafen und wenig geweint.
        Er hat nachts nicht bemerkt, wenn sie weinte, sein Schlaf war zu fest und ich habe Rücksicht genommen, weil er eben dann den ganzen Tag arbeiten musste.

War das Baby geplant? Wenn man sich nämlich bewusst für ein Baby entscheidet, ist einem ja von vorne rein klar, dass man nicht so weiter machen kann wie ohne baby. Dass Babys schreien, dass man eben keine Freizeit mehr hat und dass man eigentlich IMMER sein Kind zu hause hat, wenn man von der Arbeit kommt. Das war dir doch klar, oder? Ich halte es auch für wichtig, dass du mit deiner Freundin darüber redest und dass du mit ihr eine Vereinbarung triffst: die ersten 30 Minuten nach dem nach Hause kommen gehören dir zum runter kommen. Danach kümmerst du dich ums baby und deine Freundin hat pause. Es könnte auch helfen, gezielt etwas mit dem Baby zu machen, was eben eine exklusive Papa zeit für euch ist. Zum Beispiel jeden Samstag 2 Stunden mit dem Baby spazieren gehen und deine Freundin hat dann zeit für etwas anderes. Und/oder du bist fürs baden zuständig. Gezielte Dinge, die du allein mit eurem Kind machst stärken die Bindung zwischen euch und geben dir auch ein Stück Sicherheit im Umgang mit ihm.

  • Das Baby war nicht geplant. Doch sie wollte es unbedingt behalten und irgendwann habe ich gesagt wir sehen wie es wird. Ich kann sie schlecht zur Abtreibung zwingen, oder?

    • Nein, das kannst du natürlich nicht. Aber du hast dich bewusst dazu entschieden, bei Ihnen zu bleiben und eine Familie zu sein. Jetzt aufheben ist feige und unfair. Das erste Jahr mit Baby ist das härteste, weil man selbst komplett zurück stecken muss. Da ist ein kleiner Mensch, der euch braucht. Versuche, deiner Freundin zu helfen. Sie ist nämlich auch mit den Nerven oft am Ende. Zeige Verständnis, nimm ihr das Baby ab und unternimmt selbst etwas mit ihm. Du lernst dadurch dein baby besser kennen und auch deine Freundin zu verstehen. Denn sie kann nicht einfach flüchten. Sie ist 24/7 für euer baby da. Übernimmt Verantwortung für euer gemeinsames Kind und zeige, dass du erwachsen genug bist, deine Bedürfnisse eine Weile zurück zu stellen.

      Ich finde es toll, dass Du Deine Freundin nicht zur Abtreibung gezwungen hast!!! Das hätte wohl Eurer Beziehung den Todesstoß gegeben.

      Unser Baby war geplant und mein Mann war trotzdem von dem Geschrei völlig überfordert, denn die Babies in unserem Bekanntenkreis waren sehr pflegeleicht und in den Hochglanzprospekten, die wir damals wärend der Schwangerschaft bekamen, wurde der Baby-Alltag auch viel einfacher beschrieben.

      Kopf hoch, es kann bei Euch nur besser werden! Das Geschrei wird weniger werden, Du und das Baby werdet mit der Zeit immer mehr Spaß miteinander haben. Du brauchst Geduld und Ihr braucht beide einen Überlebensplan für diese schwierige Zeit. Deshalb ist es wichtig, dass Du mit Deiner Freundin redest!

      • "Ich finde es toll, dass Du Deine Freundin nicht zur Abtreibung gezwungen hast!!! Das hätte wohl Eurer Beziehung den Todesstoß gegeben."

        So ein Schwachsinn! Was ist daran bitteschön toll? Das ist eine absolute selbstverständlichkeit!

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