Zwischen den Stühlen - Wenn Geschwister den Kontakt zur Mutter abbrechen...

    • (1) 23.01.17 - 20:29

      Ich möchte mal gerne Eure Erfahrungen zu obigem Thema höre.
      Und vor allem, wie ihr Betroffenen damit umgeht, wenn ihr zwischen den Stühlen hockt.
      Bei uns ist es erst recht aktuell der Fall, dass der Kontakt abgebrochen ist. Ich weiss nciht, wie ich damit umgehen soll und bin sehr traurig darüber, wie es gekommen ist.

      Kurz zu uns. Ich habe zwei ältere Geschwister. Mit meiner Schwester (wohnt 1000 km entfernt) hatte ich immer super Kontakt. Ich war vor zehn Jahren im August noch bei ihr im Urlaub, alles gut, einen Monat später war meine Mama bei ihr zu Besuch, anschließend hat sie den Kontakt abgebrochen. Leider auch zu mir, alle Briefe, ANrufe, Mails, bleiben unbeantwortet, werden abgewürgt. Kurz mal hinfahren und nachfragen geht nicht bei 1000 km Entfernung.
      Die traurigen "Anfragen" nach dem wieso von meiner Mama hat sie mit bitterbösen Antworten abgefertigt.

      Es scheinen sich bei ihr sehr viele Kleinigkeiten aus der Vergangenheit angestaut zu haben, die - als sie gerade selbst mama wurde - irgendwie zum Ausbruch kamen und dazu führten. So unsere Vermutung.

      Nun hat auch mein Bruder, ebenfalls weit weg wohnend, die Schnauze voll.
      Meine Mama ist Mitte 70 und psychisch sehr labil. Sie hat schlimme Angststörungen, die ihr Verhalten für Außenstehende unverständlich machen. Ich verstehe sie inzwischen und akzeptiere sie, wie sie ist. Leider redet sie nicht offen darüber, sodass mein Bruder immer nur Bahnhof verstand und ihr Verhalten unmöglich fand. (Sie hat beispiellsweise einen Weihnachtsbesuch bei ihm kurz vorher abgesagt, weil sie Panik hatte und einfach nicht weit weg konnte. Ihm hat sie irgendwas vorgeflunkert, weils ihr peinlich war.).

      Nun hat auch er den Kontakt abgebrochen, weil sie ihm so oft vor den Kopf gestoßen hat und es ihm "nun besser" geht.

      Für meine Mama ist es schlimm, zwei von drei Kindern "zu verlieren". Aber sie sieht auch keinerlei Schuld bei sich. An einen Tisch werden sich die drei niemals setzen.

      Mit meinem Bruder habe ich noch guten Kontakt, allerdings ist die Situation unerträglich.

      Ihn Zum Geburtstag der Kinder einladen? Dann muss ich aber erst sicherstellen, dass meine Mama nicht auch am gleichen Tag kommt. Ebenso an Weihnachten.

      Ausserdem bin ich innerlich einfach super enttäuscht von ihm, dass er meiner Mutter so weh tut. Und das wegen "Kleinigkeiten", die für ihn zwar enttäuschen sind, aber über die man hättte reden können. Diese Chance gab er ihr nie, nun ist es für ihn Geschichte.

      Wie geht ihr mit entzweiten Familien um? Gebt ihr Euch Mühe, damit sie nciht aufeinandertreffen? Oder versucht ihr gar zu vermitteln???

      • Hey,

        eine spannende Familiengeschichte habt ihr da.

        Vorausgesetzt alle Beteiligten würden an einer Lösung mitarbeiten wollen, würde ich euch eine systematische Beratung ans Herz legen. Systemichs Berater beziehen diese ganzen Dinge (Angst etc) mit ein und arbeiten lösungsorientiert grad mit Familien.

        Aber alle Beteiligten müssen etwas ändern wollen, sonst wird wohl alles so bleiben wie es ist.

        Für dich tut es mir leid, dass du so zwischen den Stühlen sitzt. Versuch dich doch davon abzugrenzen. Schieb das Problem zurück:"Bruder, Mama kommt auch. Reiß dich zusammen oder bleib halt zuhause.. Aber das würde mich verletzen".
        Bist du die jüngste? Dann ist es gut möglich, dass deine älteren Geschwister Dinge mit deiner Mutter erlebt haben, die du nicht weißt.

        Dann wären sie ggf. gut beraten, wenn sie sich selber abgrenzen und keinen Kontakt mehr haben. Die Aussage, dass es deinem Bruder nun besser gehe, spricht ja schon für sich.

        Also versuch dich selber besser abzugrenzen und versuche dies nicht zu deinem Problem zu machen.

        Alles Gute

        • ja, da hast du recht.

          leider wollen meine geschwister nichts dran ändern.
          meine mama schon, allerdings sieht sie bei sich ja keine schuld.

          ich bin der einzig harmoniebedürftige blödmann, der nun alleine da steht und gerne eine harmonische familie hätte, es aber nicht haben wird.

          das einzige, was daran zu ändern ist, ist, dass ich damit klarkomme.

          mein bruder würde nicht kommen, wenn er wüsste, dass die mutter kommt, das ist das problem.

          davon abgrenzen - hm, ja...ich habe überlegt, ob ich es als belanglos hinstelle und einfach mal beide einlade, so als sei es das normalste der welt. aber das ist natürlich auch eine blöde situation für alle. oder im vorfeld so sage, wie du auch schon meintest, "die mutter kommt auch, ist ja schließlich der geburtstag ihrer enkel und sicher kein problem für dich" #augen

          ich bin die jüngste. die beiden anderen sind von einem anderen papa, wir sind aber alle zusammen groß geworden , bei der scheidung waren sie damals 1 und 3.

          natürlich sind sachen passiert, die suboptimal sind. aber diese jemandem nach 40 jahren aufs brot schmieren? und vorher nie was sagen??? bzw nicht mal aufs brot schmieren, sondern einfach nciht mehr melden? bei der eigenen mutter???

          und die sachen , die passiert sind, sind keine weltbewegend schlimmen gewesen.

          vielleicht hats die summe gemacht. und dann noch das sonderliche verhalten meiner angstgestörten mama.

          • Hey,

            ich glaube du solltest nicht den Fehler machen und den subjektiv erlebten schmerz deiner Geschwister beurteilen. Du wirst einfach nicht einschätzen können, was sie wie doll verletzt hat.

            Ich denke, dann musst du das einfach akzeptieren. Wobei ich nicht das Gefühl hab, dass du zwischen den Stühlen sitzt, sondern eher bei deiner Mutter.

            Alles Gute

      Hallo,

      vielleicht hilft es Dir weiter, einmal die andere Seite zu hören:

      Ich brach den Kontakt zu meiner Mutter kurz vor meinem 30. Geburtstag endgültig ab.

      Der Grund:

      Ich hatte eine grauenvolle Kindheit - ich, nicht meine beiden jüngeren Schwestern. Ich wurde von meiner Mutter als Spielball für ihre psychische Erkrankung ausgesucht und war ihrem Verhalten immer schutzlos ausgeliefert.

      Mit 18 zog ich fluchtartig von zuhause aus. Danach dauerte es noch 12 Jahre (!) und viele Eskapaden Ihrerseits, bis das Maß endgültig voll war und ich zum Schutz meiner eigenen Familie und mir selbst den Kontakt abbrach.

      Eltern sind nicht hilflos. Sie sind zwar auch nur Menschen, aber Kinder sind ihnen hilf- und schutzlos ausgeliefert. Und genau hier liegt die Verantwortung, derer sich zu viele Eltern nicht bewusst sind.

      Ich hätte mit weitergehendem Kontakt nicht weiterleben können.

      Meine Geschwister:

      Beide hatten eine "normalere" Kindheit, als ich. Sie haben die Anfeindungen, Körperverletzungen, psychischen Wunden und Baustellen weniger intensiv erlebt, da Kinder meist sich selbst als Mittelpunkt betrachten. Sie sind ja auch der Mittelpunkt ihres Lebens.

      Für sie, und auch meine Mutter, kam der Kontaktabbruch plötzlich. Dass ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe, gute Miene zum bösen Spiel zu machen, hat niemand wahrgenommen.

      Ich erinnere mich noch, dass meine Mutter sich damit brüstete, alles getan zu haben, damit wir eine schöne Kindheit hatten. Bei diesem letzten Gespräch ist alles in mir zusammengebrochen. Ich habe ihr gesagt, dass sie weder sich noch mir in die Tasche lügen soll und meine Kindheit schrottig war und jahrelange psychologische Betreuung mit Erkrankungen wie Depressionen, Magersucht, Wutanfällen, Angststörungen zur Folge hatte.

      Danach habe ich niemals wieder mit ihr gesprochen. Obwohl ich sehr offen und öffentlich meine Gründe (kurz) dargelegt habe, wollte sie meine Entscheidung nicht akzeptieren.

      Sie spannte von dort an meine beiden Schwestern ein in ihren Psychoterror. Beiden fütterte sie Lügen über mein Verhalten, welche die beiden auch glaubten, denn sie waren damals noch sehr jung und hatten es im Vergleich immer sehr viel leichter und liebevoll.

      Meine Schwestern und meine Mutter versuchten also von da an, mir Schuldgefühle einzureden, mich mit haarsträubenden Geschichten ans Telefon zu locken, bombardierten mich öffentlich auf Facebook, schickten unerwünschte Bilder und Pakete - alles in einem Versuch, mich zu bewegen, wieder Kontakt aufzunehmen.

      Bei mir sorgte diese erneute und finale Missachtung meines Wunsches nach Kontaktlosigkeit für eine endgültige Mauer meinerseits.

      Meine Mutter vergiftete das Verhältnis meiner Schwestern zu mir, weil sie überall ihre Finger im Spiel hatte. Ich konnte nicht "gefahrlos" Kontakt zu meinen Geschwistern aufrecht erhalten, eben weil diese zwischen den Stühlen standen und alles weiter erzählt haben.

      Selbst das kleinste Fitzelchen Informationen wurde von meiner Mutter für neuerliche Bombardements via SMS und Anrufe in meiner Firma verwendet.

      Daraufhin musste ich den Kontakt ganz abbrechen. Die beiden haben das einfach nicht verstanden.

      Wie gesagt, Eltern sind auch nur Menschen, mit Macken, Fehlern und wunderbaren lieben Eigenschaften. Aber ich war ein Kind. Ich wurde vernachlässigt, geschlagen, psychisch verwahrlost, ständig belogen, selbst um mein Geld betrogen - alles von meiner Mutter über einen Zeitraum von 18 Jahren, als sie absolute Macht über mich hatte und auch ausnutzte.

      Es war so schlimm, dass ich mit 17 versuchte, durch einen Selbstmordversuch aus diesem Haus zu entkommen.

      Ich erkrankte als 15-jährige an Magersucht. Bei einer Größe von 1,67 m hungerte ich mich von gesunden 60 Kilo auf 37 Kilo runter. Ich wollte die Kontrolle über meine Existenz zurück und essen/leben war der einzige Weg, wie ich das bekam.

      Einziger Kommentar meiner (wirklich überforderten) Mutter: Stirb doch - ist mir egal. Ich mach 3 Kreuze, wenn Du endlich tot bis.

      Ich durfte nicht am Frühstück teilnehmen, ich bekam keine Geschenke zum Geburtstag oder zu Weihnachten. Einmal erhielt ich einen Vorschul-Rätselblock zu Weihnachten als einziges Weihnachtsgeschenk - damals war ich 17. Ich durfte nicht mal an Weihnachten ein Märchen mitgucken, weil ich so "blöd gucke, kein Wunder, dass man mir eine reinhauen will".

      Das alles und noch viel mehr, haben meine Geschwister nicht so wahrgenommen. Einerseits sind sie einiges jünger (6 und 11 Jahre jünger), andererseits spielte meine Mutter ihnen heile Welt vor.

      Mittlerweile hat meine ältere, jüngere Schwester verstanden, warum ich nicht mehr will/kann. Sie lässt mich in Ruhe, aber ich weiß auch hier, dass ich - obwohl ich das sehr gern möchte -, den Kontakt nicht aufnehmen kann, ohne meine Mutter wieder in mein Leben zu lassen. Und diesem Umstand bin ich nicht gewachsen.

      Meine jüngere, jüngere Schwester tut sich schwer - sie ist vergangenes Jahr selber Mutter geworden. Vielleicht bekommt sie die Einsicht nun doch noch, wie meine andere Schwester, nachdem sie Mutter wurde.

      Um Kontakt zu meinen Geschwistern zu haben, bräuchte es folgendes:

      1. Akzeptanz

      Sie müssten bedingungslos akzeptieren können, dass ich diesen Kontaktabbruch aus für mich nachvollziehbaren Gründen vollzogen habe.

      Ich bin erwachsen. Ich habe genug durchgemacht. Ich muss und werde mich hierzu nicht erklären. Ich habe meine Entscheidung getroffen. Das ist ein Fakt - keine Verhandlungsbasis.

      2. Vertrauen

      Meinen Kontaktabbruch müssten Sie meiner Mutter gegenüber komplett umsetzen. (Und daran hapert es leider - wahrscheinlich auch bei Deinen Geschwistern).

      Ich will nicht, dass meine Mutter weiter Teil an meinem Leben hat - nicht einmal durch Dritte. Sie hat weder mich noch meine Familie verdient. Und ihre jahrelangen Manipulationsversuche nach dem Kontaktabbruch zeigen deutlich, dass Sie mich als vollwertigen Menschen niemals respektieren wird.

      Meine Schwestern müssten meine Wünsche umsetzen und NICHTS an Informationen weitergeben. Das ist utopisch und schier unmöglich - ich wäre ständig misstrauisch und ein Vertrauensverhältnis kann unter diesen Umständen nicht aufgebaut werden, das weiß ich selbst.

      Darum gibt es ja auch zu meinen Schwestern keinen Kontakt mehr. Ich finde das sehr, sehr schade. Ich wäre für Kontakt unendlich dankbar, denn mein Sohn hat Cousins, ich habe Schwestern und wünschte, wir könnten eine Familie sein. Ich leide manchmal sehr darunter, auch gerade wieder, wo mir bewusst wird, dass wir niemals eine Familie sein können. Oft bin ich stark und stelle mir vor, dass ich das alles nicht brauche. Aber jetzt, wo ich Dir schreibe, merke ich wieder, wie sehr mich das alles verändert hat und wie sehr ich immer Teil einer lieben Familie sein wollte (bin ich ja jetzt, aber trotzdem ist es anders und ein wenig verbittert).

      Aber ich kann es nicht ändern. Es ist zu viel vorgefallen und ich werde nicht die Kindheit meines eigenen Kindes vergiften. Ich habe Verantwortung für mein Kind.

      Vielleicht helfen Dir meine Zeilen zu verstehen, dass ein Kontaktabbruch - insbesondere zur Mutter - ein lange überlegter Schritt ist, dem sehr viel Leid vorausgegangen ist. Es ist keine egoistische, egozentrische Entscheidung eines bockigen Kindes.

      Es ist eine lebensschützende Entscheidung eines gebrochenen Erwachsenen.

      Ich wünsche Dir mit Deinen Geschwistern alles, alles Gute.

      jg

        • Super Tipp #pro.

          Da es in diesem Beitrag jedoch explizit um den Kontaktabbruch der Geschwister zur Mutter ging, hab mal das Vergessene herausgekramt und einen Beitrag draus gemacht.

          Über die Sache mit dem Brücken bauen habe ich auch nochmal nachgedacht, weil ich den Beitrag ja gerade verfasst und dabei mich selbst reflektiert habe.

          Ich bin noch nicht so weit - es geht mir besser - aber das reicht noch nicht.

          jg

          :-)

          ja...so wäre es bei mir wohl. ich finde das leben zu kurz, um mit der eigenen familie zu brechen.
          ich wüsste, dass ich es irgendwann, wenn es zu spät wäre, bereuen würde.

          und seit ich selbst kinder habe, stelle ich mir die situation vor, dass diese beiden dreijährigen zwerge, die ich so sehr liebe, in 40 jahren auflegen , wenn ich anrufe und mir sagen, cih soll sie in ruhe lassen, weil ich ein schlechter mensch bin.

          das zerbricht mir ein bisschen mein herz und das zeigt mir, dass keine mutter so etwas (unter normalen umständen!) verdient hat

          (psychische und phyische gewalt oder sonstige grausamkeiten nehm cih davon aus...)

          • Hallo!

            Aber Deine Mutter war schon grausam zu Deinem Bruder.

            Er war erst 9 Jahre alt, gerade in der Grundschule, da kam ein neues Kind vom neuen Mann auf die Welt - und damit musste er in den Keller ziehen. Auch wenn das Zimmer nett hergerichtet war - für Deinen Bruder war das eine extreme Verletzung und zurückweisung, auf einmal nicht mehr richtig " zur Familie zu gehören".

            Er war selbst noch ein Kind und wurde praktisch raus geworfen. Du warst noch zu klein, um Dich an die vielen vielen kleinen Grausamkeiten und Verletzungen zu erinnern, die Dein Bruder über die Jahre erlebt hat - und nein, das sind keine Kleinigkeiten, sondern in der Summe sehr, sehr viel.

            Deine Mutter hat ihn eben nicht so unendlich geliebt, wie Du Deine Kinder, sondern spätestens ab dem Zeitpunkt als ein neues Kind mit dem neuen mann da war, hat sie ihm das Gefühl vermittelt, unerwünscht zu sein.

            Und auch Heute ist sie ja immer noch kein einfacher Mensch oder eine herzliche Großmutter, sondern sie glänzt durch Abwesenheit, für die es nur fadenscheinige Ausreden gibt. Wenn ihre Panik so groß ist, dass sie nicht zu Deinem Bruder reisen kann, dann soll sie eben erst gar keine Besuche zusagen, um dann doch nicht zu kommen, und ihn wieder und wieder so zu enttäuschen.

            Deine Mutter ist Deinem Bruder gegenüber nach wie vor grausam und vermittelt ihm immer wieder, dass sie ihn nicht liebt.

            Deine Geschwister haben sich das ganz sicher nicht leicht gemacht, und nur weil Du viele Grausamkeiten nicht mehr in Erinnerung hast, weil Du selbst noch klein warst, heißt das doch nicht, dass diese Grausamkeiten nicht stattgefunden haben.

            • danke auch für deinen beitrag, allerdings finde ich ihn sehr anmaßend.

              abgesehen davon - hier wurde niemand rausgeschmissen.
              der älteste musste lediglich ein stickwerk tiefer schlafen, da das haus für 5 onst zu klein war?!?
              dort haben meine eltern es ihm so schön wie möglich versucht zu machen, damit er sich wohlfühlt.

              • Den Bruder hat es aber als Rausschmiss empfunden. Und das ist, was zählt: so wie ER es empfunden hat als 9jähriges Kind, so sehr tut es ihm weh.

                Dein Bruder hat immer wieder versucht, es anzusprechen, wie unglücklich er darüber war, wie sehr er sich abgelehnt gefühlt hat, und jedes Mal wurde er daraufhin erneut verletzt, weil seine Mutter das nicht ernst genommen hat sondern nur eine doofe Bemerkung brachte.

                Wenn es für Deinen Bruder gefühlsmäßig ein Rauswurf aus der Familie war, dann akzeptiere einfach, dass er es so empfindet. Das musst Du nicht nachvollziehen können, Du bist ein anderer Mensch mit anderen Empfindungen, aber für Deinen Bruder als kleines Kind war das ganz, ganz schlimm.

                Such doch bitte Mal alte Fotos raus, auf denen Dein Bruder so in dem Alter war oder kurz danach, schau, wie klein er da noch ist.

                Es ist schon im Idealfall nicht einfach, wenn eine Alleinerziehende Mutter einen neuen Partner findet, und da dann noch ein gemeinsames Kind kommt. Viele Kinder haben da ein Gefühl, dass sie nur noch Kinder zweiter Klasse sind, unterschieden wird in "meine Kinder - deine Kinder" oder sie merken eben, dass oft der Stiefvater zum leiblichen Kind eine deutlich bessere Bindung hat, als zu den Stiefkindern.

                Wenn man das jetzt alles zusammen nimmt - neues "gemeinsames" Baby mit dem Stiefvater und das gefühl, aus dem eigentlichen wohnraum abgeschoben zu werden in den Keller, ohne direkten Kontakt, dazu frühpubertäre Probleme wie sie Kinder in dem Alter eigentlich immer mit den Eltern haben, der Übertritt zur Weiterführenden Schule der auch niemals einfach ist kam auch kurz danach - ganz ehrlich, Dein Bruder war damals eine ganz arme Socke.

                Wenn Deine Mutter ihn genug geliebt hätte, so sehr wie Du Deine Kinder liebst, dann hätte sie sehen müssen, wie er unter der ganzen Situation leidet. Hat sie aber nicht.

                >>>der älteste musste lediglich ein stickwerk tiefer schlafen,<<<

                So langsam wünsche ich mir, du wärst ein Fake.
                Du bist unglaublich merkbefreit und oberflächlich. Vielleicht sogar etwas dumm?

                • vermutlich bin ich dumm.

                  ich warte lediglich auf eine antwort auf meine frage, wie die famlienmitglieder, die zwischen den stühlen stehen, mit solchen situationen umgehen. von gefühlten 50 antworten sind glaube ich zwei bezugnehmend auf meine frage. aber warum wundert mich das hier im familienlebenforum nicht?

                  • Da kam schon genug:

                    Du solltest die Wünsche Deiner Geschwister respektieren, Dir unvoreinangenommen ihre Sicht der Dinge, ihre Erlebnisse in der Kindheit anhören, und Deiner Mutter sagen, dass sie sich entschuldigen und ihre Verhaltensstörungen erklären muss, endlich zuhören, wenn Dein Bruder sagt, dass er sich abgeschoben gefühlt hat, statt es nur weg zu lächeln. Sie muss schon einsehen, dass sie Fehler gemacht hat, wenn es auch nur die geringste Chance auf eine Aussprache geben soll. und da muss sie den ersten Schritt machen.

                    Ich denke aber nicht, dass Deine Mutter bereit ist, sich da zu bewegen, die sitzt da schon zu lange in ihrer Komfortzone, in der ihr alles Außerhalb Panik macht und sie Probleme mit dummen Sprüchen abbügelt.

                    Also musst Du da eben durch. Wenn Deine Geschwister der Mutter nicht begegnen wollen, dann lädst Du eben nur den einen oder den anderen ein, fertig. Deine Mutter wohnt doch in der Nähe, da kann sie ja zum Geburtstag am jeweiligen Wochentag kommen und mit den Geschwistern feierst Du dann am Wochenende.

      ganz lieben dank für deinen text,
      ja, es ist gut, so was mal von anderer warte aus zu sehen.

      deiner geschichte kann ich nichts hinzufügen - es ist absolut verständlich, dass du einen strich darunter gemacht hast und zwar komplett.

      hier liegt es allerdings so, dass meine mama immer sehr bemüht war. es gab in unserer kindheit weder schläge, noch psychoterror noch großartig streit. auch alle freiheiten, die wir brauchten, hatten wir.

      mein bruder hat sich immer zurückgesetzt und vernachlässigt gefühlt, ich denke, das ist ein großes problem.
      "mit 9 musste ich in den keller ziehen" war einer seiner dauervorwürfe. da kam ich auf die welt, ein kinderzimmer musste her und er war der größte, der aus platzmangel ins UG musste. dort hatte er ein supercooles zimmer, (ehemals einliegerwohnung, mit tür und fenster, alles andere als "keller"), eine treppe unterhalb von uns. nun ja, für ihn wars eben "in den keller abgeschoben". und meine mama wiederum hat bei jedem treffen, wo es auf den tisch kam, belächelt und gesagt "ach, du bist jetzt so ein großer mann und hattest es doch in deinem zimmer richtig gut".

      das ist ein beispiel - aber eben ein paradebeispiel. ihn stören kleinigkeiten, die für ihn aber keine kleinigkeiten sind, und meine mama stellt es als lächerliche alte geschichte hin. so tausendfach mit lapalien geschehen. sie ist meisterin im verdrängen und im "über nichts ernsthaft reden wollen".

      dass dies ein grund ist, kontakt ohne vorwarnung abzu brechen ist für mich rätselhaft, aber ich muss wohl damit leben

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