Kind hat keinen Kontakt zum Vater- wann kommen die Fragen?

    • (1) 31.01.17 - 15:45

      Hallo,

      Ich bin Alleinerziehende Mama einer reizenden kleinen Tochter (2,5). Der Vater meiner Tochter hat keinen Kontakt zu ihr und hat sie noch nie gesehen. Nun wird sie bald drei und hat bis auf die Frage : Wo ist mein Papa? (Da war sie 2) noch nicht gefragt. Was habt ihr für Erfahrungen gemacht? Ab wann kommen die Fragen und wann wollen Kinder erfahrungsgemäß ihre Väter kennenlernen. Ich will nur vorbereitet sein und möchte sie nicht anlügen.

      Liebste Grüße

      • (2) 31.01.17 - 16:35

        Was hast du ihr denn geantwortet?
        Das war die erste Frage, sicher nicht die letzte...
        Ich denke auch, ehrlich sein sollte man.
        Worauf willst du dich denn vorbereiten? Die Wahrheit ist doch nicht so schwierig...

        (3) 31.01.17 - 17:31

        Hallo

        wie hast du die Frage denn damals beantwortet?
        Dabei solltest du bleiben.
        Detaillierte Erklärungen würde ich später ( und auf Nachfrage ) altersgemäß anpassen.
        Wenn sie ihren Vater sehen will und dies möglich ist ,solltest du versuchen den Kontakt her zustellen.

        L.G.

        (4) 31.01.17 - 18:02

        Laut meiner Mutter habe ich nie gefragt und wollte auch später meinen Vater nicht kennen lernen. Bis heute habe ich gar keinen Bedarf daran - er ist allerdings auch kein guter Mensch.

        Das kann also total unterschiedlich sein. Meine Tochter kennt ihren Vater sporadisch, ihr habe ich auf ihre Fragen ehrlich erklärt, dass er nicht der Typ für Kinder ist. Selbst festgestellt hat sie das später als Jugendliche, als sie ihn und seine Familie besucht hat und sein zweites Töchterchen nicht einmal wickeln wollte, weil er mit PS zocken zu beschäftigt war. Seine Frau ist dann mit meiner Tochter ins Kino und als sie nach Hause kamen, lag das Baby vor dem Sofa, während er, na was auch sonst, zockte.
        Danach war sie echt geheilt und beschränkt den Kontakt auf das Nötigste. Wobei ich ihr immer wieder rate, über die Frau Kontakt zu halten und dadurch ihre beiden Geschwister kennen zu lernen.

        Was ich damit sagen will: Wenn Du altersgerechte Antworten gibst, die von Beginn an der Wahrheit entsprechen, dann ist das meiner Meinung nach absolut das Richtige.

      • Hallo,

        laut meiner Mutter habe ich mit knapp 3 Jahren gefragt, warum ich keinen Papa habe. Sie hat mir dann geantwortet: "Du hast Opa, du hast Onkel Max und Onkel Lutz. Sie sind doch auch wie ein Papa." :-D Damit habe ich mich zufrieden gegeben. Meine Onkel und mein Opa sind/waren aber auch toll. :-D

        Als ich 4 war, hat meine Mutter meinen Stiefvater kennengelernt. Dann hatte ich auch endlich einen Papa #herzlich

        Hallo,

        die Frage ist ja, warum sie keinen Kontakt zu ihrem Vater hat? Weil er ein schlechter Mensch ist, weil er nicht weiß dass er ein Kind hat oder weil er kein Kind will?

        Danach sollte sich dann auch deine Antwort richten. Ich würde auch ehrlich sein und nie sagen du hast keinen Papa.

      • Natürlich sag ich nicht "deinen Vater gibt es nicht" aber er möchte sie einfach nicht. Vielmehr ist die Frage, wann in den Kindern der Wunsch des kennenlernens aufkeimt.

        • (8) 01.02.17 - 13:15

          Das kommt - wenn überhaupt - erst später, so frühestens im Grundschulalter. Ohne Gewähr, es gibt sicherlich auch Ausnahmen. Zuerst kommt die Frage "Wo ist mein Papa?" oder "Warum habe ich keinen Papa?" zu KiTa-Zeiten, wenn die Knirpse mitbekommen, dass viele andere Kinder mit Mutter und Vater auf Festen auftauchen oder das Thema Familie in der KiTa auftaucht.

      Ich bin auch ohne Vater aufgewachsen (meine Mutter und er hatten sich schon in der Schwangerschaft getrennt, es folgte ein Vaterschaftstest, weil er nicht zahlen wollte). Erinnern kann ich mich nicht, wann ich zum ersten Mal nach ihm gefragt habe - meine Mutter hat mir aber von Anfang an gesagt, dass sie und mein Vater sich eben nicht mehr verstanden haben. Details habe ich dann im späten Grundschulalter erfahren.

      Der Wunsch, meinen Vater kennenzulernen, kam in der Pubertät auf - meine Mutter hat sich anfangs geweigert, mir das zu erlauben, mir dann aber doch die Kontaktdaten (soweit bekannt) gegeben. Letztlich habe ich dann keinen Kontakt aufgenommen - vielleicht aus Angst vor Enttäuschung, denn mein Vater hatte kein Interesse an Kontakt und zahlte nur unregelmäßig Unterhalt.

      Sei offen, von Beginn an - auch bei anderen Kindern, die ohne Vater aufgewachsen sind, ist es oft so, dass zwar gefragt wird, aber nicht gleich der Wunsch aufkommt, einen Unbekannten kennenzulernen.

      (10) 07.02.17 - 12:14

      Hallo Lea,

      Das kommt unter Umständen schon im Kindergarten, spästestens in der Schule.
      Meiner hatte lange (bis er 23 war...) keinen Kontakt zu seinem Vater. Der ist aber auch in Amerika und hat sich immer *totgestellt*.

      Später kommen dann auch Fragen, wie *bin ich schuld, dass er mich nicht sehen mag* usw. Ich war immer ehrlich, und habe ihm gesagt, dass ich einfach zu kurz mit seinem Vater zusammen war, aber dass er keinen Anteil daran hat, dass es schiefging. Folgten dann schon viele Jahre des Zweifels, der Suche, der Kontaktaufnahme, aber kam nie was raus.

      Vor etwas über 2 Jahren hat er mir dann gesagt, er hat ihn jetzt gefunden - via Facebook - . Er lebt immer noch in den USA (ist Amerikaner), hat selber eine Frau und drei Kinder. Seitdem erkennt mein Sohn, dass sein Vater ein Mensch aus Fleisch und Blut ist (gelegentlich hat er dazu geneigt, ihn zu vergöttern...), findet ihn lt. eigener Aussage manchmal ein wenig *strange*. Auch ich habe Kontakt mit ihm, klar, man kann vieles nicht ungeschehen machen, er hat nie bezahlt, meine Kontaktversuche allein des Kindes wegen ignoriert, aber so ein klein bisschen habe ich den Eindruck, dass er es bereut - er hat auch hinsichtlich dessen schon diverse Aussagen gemacht- . Ich bin trotzdem froh, dass er damals gegangen ist (im Nachhinein betrachtet), und hege auch keinen Groll mehr gegen ihn, ich glaube eher, er hats schwerer als ich, als Alleinverdiener 5 Köpfe satt zu kriegen.

      Ich fand es wichtig, nie schlecht über ihn zu sprechen, denn im Endeffekt waren wir damals beide jung und dumm.

      Für meinen Sohn hat sich damit ein Kreis geschlossen und ich denke, er fühlt sich jetzt als *Ganzes*. Eventuell wird er ihn besuchen irgendwann - ich könnte mir vorstellen, mitzufliegen nach L.A. Aber das wird die Zeit zeigen, von der Seite seiner Frau wird die Vaterschaft immer noch angezweifelt (witzig, wenn man Bilder der beiden sieht, einer sieht aus wie der andere...).

      Und lügen würde ich auch nicht. Ich habe immer die Wahrheit gesagt und mein Sohn hat dann gesagt, genauso wie ich es ihm erzählt habe, wurde es ihm auch von seiner Seite aus erzählt. Sonst hätte es vermutlich einen Riesenriss in unserer Beziehung Mutter/Kind gegeben.

      lg
      Nonna Maria

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