Frage an Eltern, die bei AD(H)S Medikamente geben

    • (1) 01.02.17 - 12:53

      Hi,

      ich poste mal hier, weil ich mir nicht sicher bin, wer unter Gesundheit alles liest und mich im Alter der Kinder nicht einschränken wollte.

      Ich hab jetzt eine Rezept für Medikinet für meine Tochter bekommen und hab ein paar Fragen an andere Eltern.

      Und bitte KEINE Kommentare, warum wir es wagen ihr was zu geben...

      Wie lange dauerte es, bis eure Kinder eingestellt waren? Muss man immer mehr nehmen und dann zurück? Wir sollen jetzt die kleinste Dosis geben und in zwei Wochen berichten (es sei denn, natürlich, es wäre vorher was). Wenn ich mir anschaue, dass es das von 10mg bis 40mg gibt, gehe ich mal davon aus, dass die meisten Kinder sich bei 20mg-30mg einpendeln. Ist das so?

      Ändert sich das im Laufe der Behandlungsdauer? Also mehr, weil das Kind wächst, oder weniger, weil es besser wird?

      Wie waren eure ersten Tage? Irgendwelche Tipps, wie das Kind die Tabletten leicht schlucken kann? Wieviel habt ihr mit euren Kindern darüber gesprochen? Wie gut verstehen die Kinder das bzw. wie gut können sie selbst beurteilen, wie es ihnen geht?

      Gebt ihr jeden Tag? Pause in den großen Ferien? Oder in allen Ferien?...

      Für Antworten dankbar,
      viele Grüße

      • Ich kann Dir (zum Glück) nicht als Betroffene antworten, aber schau mal, hier steht was über die übliche Dosierung:

        https://de.wikipedia.org/wiki/Methylphenidat#Anwendungsgebiete

        Hallo

        Meine Tochter ist hochgradige ADHSlerin und wir haben uns nach ausführlicher Diagnose in einer KJP für eine medikamentöse Einstellung entschieden – neben weiteren Therapien (Ergo/Sport/Autogenes Training/viel Freispiel).

        Ausschlaggebend war vor allem die Gefühlslage unserer Tochter. Sie konnte ab ihrem ca. dritten Lebensjahr benennen, was mit ihr los ist. Sie nannte ihr ADHS ab da "mein Laut im Kopf". Trotz viel Struktur, gesunder Ernährung, Sport, Ruhe unsererseits etc. konnten wir ihr ihre immer stärker werdenden Sorgen und Ängste nicht nehmen. Se hatte immer das Gefühl "falsch" zu sein "sich nicht benehmen zu können" usw. Sie zappelte ständig, war nie stringend in ihren Handlungen, hatte die Konzentration einer Eintagsfliege und konnte Impulse kaum steuern. In großen Gruppen ging gar nichts. Sie schloss sich oft aufs Hortklo ein, um alleine zu sein. Trotz Ergo, Sport und Psychomotorik trat keine Besserung ein. Sie wurde immer frustrierter. Mein Mann und ich hatten immer im Gefühl, dass es ADHS ist, aber es war zu früh für eine Diagnose. In der leiblichen Familie unserer Tochter kommt ADHS sowie ADS vor. Eine genetische Disposition ist also da.

        Nach einem tränenreichen Abend haben wir im Schulterschluß mit dem Arzt der KJP mit Medikinet (erst unretadiert) begonnen. Die Höchstdosis war an dem Gewicht meiner Tochter angelent. Wir starteten morgens (nach einem guten Frühstück) mit 5mg. Ich hatte solche Bauchschmerzen und mittlerweile denke ich: was ein Segen!

        Medikinet schlug sofort an. Nach 20 Minuten stand meine Tochter auf (wir haben sie zur Einstellung eine Woche zu Hause gelassen) und ging Lego bauen. Sie baute Stunden als hätte sie knapp sechs Jahre nachzuholen. Nach drei Tagen erhöhten wir die Dosis um 5mg bis wir auf unserer Dosis angekommen waren. Als alles passte, stiegen wir auf ein Retard-Produkt um.

        Nach jetzt knapp einem halben Jahr Medikinet kann ich sagen: wow! Unsere Tochter hat sich so toll entwicket. Sie hat sich nicht verändert, sie ist nur in sich viel struktirierter geworden und kann sich auch besser auf Therapien, Regeln, Gruppen etc. einlassen. Und sie bekommt so viel positives Feedback. Sie fühlt empfindet sich selber endlich als richtig und kann ihre Talente und Fähigkeiten geziekt abrufen. Auch im Elterngespräch (Erzieher/Lehrer wissen bescheid und ziehen mit uns an einem Strang) heisst es "Ein unauffälliges fröhliches interessietres Mädchen".

        Außer Appetitverlust und trockenere Haut haben wir keine Nebenwirkungen. Wir achten darauf, dass unsere Tochter gut isst und sie gegen Abend hin, wenn der Medikamentenspiegel sinkt, Ruhe hat, um "runterzufahren". Somit haben wir auch keine Rebound und Schlafprobleme. Bludruck, Organe und Blutwerte werden einmal im Jahr gecheckt.

        Huhu,

        wir haben uns im Sommer 2016 dazu entschieden es mit Medikamenten zu versuchen. Vorher hatten wir auch schon andere Dinge, wie Konzentrationstraining und homöopathische Mittel versucht.

        Meine Tochter ist 8 Jahre alt und leidet an ADHS was sich hauptsächlich in der Schule niederschlägt. Sie konnte dem Unterricht nicht folgen. Konnte sich null konzentrieren. Sie kann gelesenes wie Lernaufträge nicht umsetzen.

        Als erstest Medikament bekam sie Methylphenidat, die geringste Dosierung. Als wir bei 7.5 mg angekommen waren, kamen die ersten positiven Rückmeldungen aus der Schule.

        Sie bekommt jetzt Medikinet als retard und das mit 15 mg. Damit klappt es bisher sehr gut. Die Konzentrarion ist um ein vielfaches besser.

        Im Sommer wird noch ein Test auf LRS folgen.

        Ich muss sagen das ich am Anfang sehr skeptisch war was die Medikamentengabe angeht. Mittlerweile bin ich froh drum das wir diesen Schritt gegangen sind. Nebenwirkungen haben wir übrigens keine.

        Sie ist Abends etwas überdreht, wohl der Rebound Effekt. Aber alles nicht so wild.

        LG Sarah

      • Hallo!

        Wie lange dauerte es, bis eure Kinder eingestellt waren? 1 Woche, benötigte Dosis war aber sehr gering. Dosis hat überhaupt nichts mit Körpergewicht oder Schwere der Krankheit zu tun, vielmehr mit der Empfindlichkeit des Nervensystems. Bei Sohn waren es 5 mg.

        Muss man immer mehr nehmen und dann zurück? Nein, eigentlich nicht. Es kann wohl beobachtet werden, dass nach 6 Monaten nach der Dosisfindung eine kleine Höherdosierung notwendig ist, es bleibt dann aber über Jahre (je nach Entwicklungsphase) dann eher konstant. Hier eine Mini-Dosis von 7,5 mg.

        Wir sollen jetzt die kleinste Dosis geben und in zwei Wochen berichten (es sei denn, natürlich, es wäre vorher was). Wenn ich mir anschaue, dass es das von 10mg bis 40mg gibt, gehe ich mal davon aus, dass die meisten Kinder sich bei 20mg-30mg einpendeln. Ist das so?
        Das ist sehr individuell. Wir wussten, dass mein Sohn sehr stark auf neurologische Reize reagiert, deswegen haben wir mit der Mini-Dosis 2,5 mg begonnen, eigentlich um die Nebenwirkungen nicht stark werden zu lassen, eine Wirkung wurde sowieso erst ab 10 mg erwartet. Aber es waren dann die 5 mg, die hinreichend Wirkung zeigten.

        Ändert sich das im Laufe der Behandlungsdauer? Also mehr, weil das Kind wächst, oder weniger, weil es besser wird?
        Nach den ersten 6 Monaten erwartet man eine kleine Höherdosierung, muss aber nicht sein!
        Für eine Höherdosierng oder ein anderes Präparat entscheidet man sich ggf. aus vielen Gründen:
        Wachstum
        längere Wirkphase (bei Nachmittagsunterricht / HAs)
        teilw. zu viele Nebenwirkungen (Appetitlosigkeit, Rebound, Schalfstörungen, Blutdruck, ....)
        DESWEGEN ist man ja normalerweise auch in mindestens halbjährlicher Kontrolle.
        Niederdosierung kommt wohl eher erst mit / nach der Pubertät nach abgeschlossener VT, etc. wieder in Betracht.
        Gesetzlich vorgeschrieben ist eine jährliche Pause, zur Feststellung ob die Medigabe noch notwendig ist. Wie lange die Pause ist das ist nicht geregelt, aber wenn es schon am ersten Tag komplett quer geht, dann ist wohl das Ergebnis vom Experiment: Medigabe notwendig!

        Wie waren eure ersten Tage?

        Spannend! Schön zu sehen, wenn es auf Knopfdruck anders geht! - War wohl nichts mit falscher Erziehung oder unwilliges Kind!

        Es können sich aber in den ersten Wochen leichte Kopfschmerzen einstellen, Tics verstärken - muss beobachtet werden und mit dem Arzt Rücksprache gehalten werden.
        Irgendwelche Tipps, wie das Kind die Tabletten leicht schlucken kann?
        Muss man genau gucken, bzw. bei der Apo/Arzt nachfragen. Tabletten zerkleinern, bzw. Hartkapseln auspacken - geht nicht immer, manchmal ist in der Hülle der Hartkapsel auch Wirkstoff drin!

        Wie viel habt ihr mit euren Kindern darüber gesprochen? Wie gut verstehen die Kinder das bzw. wie gut können sie selbst beurteilen, wie es ihnen geht?
        Meine Kinder konnten das immer sehr exakt artikulieren was genau die Wirkung ausmacht. Die konnten auch genau sagen, wenn die Dosis reicht und wenn es eher überdosiert ist.

        Gebt ihr jeden Tag? Pause in den großen Ferien? Oder in allen Ferien?...
        Zu Beginn ohne Pause - 1 Jahr. Danach in den Ferien Pause, mittlerweile auch am WE Pause.
        Allerdings können die Kinder das genau abschätzen wann sie eine Hilfe benötigen und wann nicht. Auch diese Kinder lernen ihr Handicap und damit umzugehen. Dieser Lernprozess muss aber aktiv unterstützt werden - von alleine oder nur mit Medis wird das nichts!

        LG, I.

        (6) 01.02.17 - 14:44

        Hi,

        mein Sohn bekommt seit Oktober Ritalin. Er ist 7 Jahre alt, im zweiten Schuljahr und konnte sich im Unterricht gar nicht konzentrieren.
        Hausaufgaben klappten auch nur mit absoluter Ruhe.
        Er bekam ab den Herbstferien 10 mg Ritalin. Schlucken konnte er die Tablette nicht, daher gab es immer einen Löffel Joghurt dazu.
        Von der ersten Tablette an, hatte ich ein anderes Kind. Die erste Woche der Ferien war er mit Büchern und schreiben beschäftigt. Auf mich wirkte es als hätte er Nachholbedarf.
        Mittags hatte er ein leichtes Stimmungstief.
        Ca. 4 Wochen später sind wir dann auf 20 mg Ritalin LA umgestiegen. Das sind Kapseln, die schluckt er mit Wasser, nach ca. 4 Std. löst sich die zweite Hälfte der Kapsel so dass er bis in den Nachmittag eingestellt ist.
        Wir haben 0 Nebenwirkungen und ein glückliches Schulkind.

        Er sollte zurück ins erste Schuljahr und bewegt sich mittlerweile außer in der Rechtschreibung im zweier Bereich.
        Ich wünsche euch alles Gute

      • Bei meinem Sohn war es wie bei der Tochter von Userin erstausstattung. Ab 5 mg hat man eine Wirkung gemerkt, 10 mg waren super. Dann wurde auf retardiertes Medikament umgestellt.

        Es kann sein das die Dosis im Laufe der Zeit verändert werden muss. Aber das ist nicht bei jedem Kind so und auch nicht bei jedem Kilo was sie zu nehmen oder jedem cm den sie wachsen. In 3 Jahren haben wir 1x umgestellt auf Retard und 1x erhöht von 20 Retard (entspricht 2x 10mg einfach) auf 30 Retard (also 2x 15mg)
        Mein Sohn ist jetzt umgestellt worden auf Elvanse weil er so heftig mit dem Rebound zu kämpfen hatte.

        Da die Tabletten ja recht klein sind hat mein Sohn die immer problemlos geschluckt. Das retardierte und das Elvanse sind Kapseln, auch die gehen problemlos.

        Falls deine Tochter das nicht kann dann kannst du die Tablette auch in einem Löffel Joghurt oder Apfelmus oder was sie gerne mag geben. Die einfachen MPH-Tabletten kannst du auch zermörsern und unter was mischen. Nur die Retardierten nicht.

        Hi Anneh!
        Also mein Sohn ist ebenfalls ADHSler aber zusätzlich noch Autist. Wir waren anfangs bei einer Ärztin und mir war klar wenn es nicht anders geht dann nehmen wir auch Medis. Gut ein komisches Gefühl war es damals schon weil man irgendwie nicht weiß was praktisch auf einen zukommt. Es ist schon irgendwie auch eine Überwindung gewesen die erste Dosis zu geben. Aber ich stand immer voll dahinter. Auch wenn Leute später mal meinten wie man nur kann..... Tja diese Leute wissen es nicht besser, haben keine betroffenen Kinder oder schwätzen nur dumm daher. Und sicherlich braucht es nicht jedes Kind aber fü rmeinen Jungen wars ein Segen. Er hat einen normalen IQ aber könnte diesen gar nicht nutzen wenn er diese Medis nicht hätte! Auch bei uns wurde die Dosis langsam gesteigert. Es ging also nicht von heute auf morgen und es dauerte somit auch seine Zeit.

        Wir haben auch nach wie vor nicht die retadierte Form sondern einen Saft der etwas feiner zu dosieren ist. DAbei werden wir wohl auch noch einige Zeit bleiben. MEin Sohn ist dadurch viel strukturierter und etwas sortierter. NAtürlich kann man ihm nicht alles nehmen das ist schon wegen dem Autismus nicht möglich. Und wenn es mal wieder irgendwo in den Medien heißt man stelle die Kinder damit ruhig, toll das würde ich zwischendurch echt gerne mal!!!! Is aber net! Es hilft ihm aber überhaupt mit seinem Kopf zurecht zu kommen auch wenn es eben nicht alles gerade biegen kann. Aber ohne das wäre er sicherlich zu einigem nicht in der Lage und es hilft ihm sein Potential viel besser zu nutzen. Damit tut man auch ihm einen Gefallen.

        Viel Glück euch

        Ela

        Wie geht es denn jetzt ?

        (10) 01.02.17 - 22:20

        Hallo,

        also erstmal danke an alle.
        Und dann ein Zwischenbericht:

        Also wir haben direkt die retardierte Form bekommen, was ich zunächst als sinnvoll angesehen habe, aber nach euren Berichten wäre es sicher schön gewesen, die Wirkung direkt zu sehen. Und wir haben heute morgen drei von den Tabletten gebraucht, bis sie es geschafft hat, eine drin zu behalten. In ihren Augen sind die irgendwie doppelt so lang und dreimal so dick, was die damit ziemlich monströs macht.

        Und ich ärgere mich, dass wir nicht früher dran waren und in Ruhe über Weihnachten begonnen haben.

        Ich hatte meiner Tochter gestern erzählt, dass wir damit anfangen werden, weil ihre Lehrerin doch immer erzählt, dass sie so unaufmerksam sei und dass sie besser aufpassen solle... da hat sie mich ziemlich erstaunt angeschaut und gemeint, davon wüsste sie nichts... (unser gesamtes Familienleben dreht sich spätestens seit ihrem Schuleintritt fast vollständig nur darum, wie sie klar kommt. Vorher fanden wir sie halt sehr aktiv und nicht wie ein typisches Mädchen, haben das aber als "so ist sie halt" angesehen).

        So, ich hab sie heute also ganz normal vom Hort abgeholt (Viertel vor fünf), Sport haben wir ausfallen lassen, weil sie die letzten Tage krank war, und zu meinem Bedauern saß sie noch im Hausaufgabenzimmer. Ich hatte ein bisschen auf Wunder gehofft, aber sie war auch mit den meisten Sachen fertig, hatte allerdings noch Sachen von vorgestern aufzuarbeiten. Wir haben dann nach einer Pause so bis halb sieben Hausaufgaben zu Ende gemacht, wobei sie die ganze Zeit auf dem Stuhl rumgehüpft ist oder getanzt hat. Also abgelenkt wie an schlechteren Tagen, aber bei viel besserer Laune. Trotzdem war ich frustriert ob der fehlenden Wirkung.

        Ich hab ihr dann beim und nach dem Abendessen erklärt, dass wir die Tablette vielleicht einfach in Joghurt nehmen könnten oder so oder wie.. und versucht zu erklären wie die wirkt und dass wir das jetzt erstmal beobachten würden; hab von Botenstoffen angefangen und mich auf eine Sendung mit der Maus bezogen, in der mal erklärt wurde, wie das bei einer Beule mit den Kopfschmerzen und der Schmerztablette funktioniert. (Ein Bekannter von mir hat mal daran gearbeitet, wie man den Tablettenüberzug richtig schön hinbekommt, damit die verzögerte Werkstofffreigabe gut funktioniert; fand sie sehr spannend).
        Außerdem habe ich ihr die Fragebögen gezeigt, die ich mitbekommen habe, um ihr Verhalten und die Nebenwirkungen zu protokollieren. Da war sie dann Feuer und Flamme dabei die auszufüllen. Das meiste war unbestimmt, aber beim Thema Aufgaben meinte sie, dass sie heute ganz toll darin war, eine neue Aufgabe anzufangen. Das ist einer der Hauptkritikpunkte der Lehrerin, dass sie noch die Deutschsachen auf dem Tisch hat, während alle anderen schon in die Rechenaufgaben vertieft sind. Da war sie sehr stolz auf sich.

        Also, abends anstrengend und überdreht, aber irgendwie viel positiver als sonst. Ich glaub, wir müssen jetzt beobachten und abwarten. Morgen hole ich sie um zwei. Und dann bin ich mal aufs Wochenende gespannt. wir haben schon länger kein Memory mehr gespielt, aber das ist so was, wo ich immer aufpassen musste, dass ich nicht mit alle-zu-null gewinne.

        Abends war das Verhalten in Richtung Rebound, aber bei der Menge der Hausaufgaben, die heute echt wenig waren, denke ich eher, dass die Dosis zu klein war.

        Die Brotdose war noch voll, und beim Mittagessen meinte sie, hatte sie keine Lust auf den Nachtisch. Sonst isst sie sehr viel mehr. Mal schauen...

        Viele Grüße,
        Anne

        • Beobachte mal am Wochenende wie lange das Medikament wirkt. Bis zu 8 Stunden, aber je nach Stoffwechsel eben auch etwas kürzer, selten länger. Also wird um 16:30 keine Wirkung mehr da sein, ihr gebt die Tablette ja so früh das die Wirkung vor Unterrichtsbeginn da ist.

          Bei meinem Sohn dauerte es ca. 20 Minuten bis man merkte das es wirkt, er nahm die Kapsel ca 7:15Uhr und sie wirkte bis ca 15 Uhr. Also so gerade Halbtagsschule plus Hausaufgaben. Wurde es später bei den Hausaufgaben merkte man wie jede Rechenaufgabe länger dauerte, jedes Wort krakeliger und langsamer geschrieben wurde...5x ansprechen oder rufen ehe einmal Antwort kam, zig mal sagen was er tun sollte....ich finde das heute noch irgendwie faszinierend "Nu mach, komm, du musst gleich los. Hallooooo, nicht Kater rumtragen, Schuhe anziehen #bla (ohne Medikament) im Vergleich zu "Es ist 20 vor, du musst gleich los" und das Kind packt sein Schulbrot ein, zieht sich alleine ohne erinnern witterungsgerecht an (also derzeit mit Schal und Mütze, Winterschuhe) und noch krasser, der bringt das Mittags auch alles wieder aus der Schule mit ohne das jemand 5x sagt "Dein Schal.......du hast den Schal vergessen......HIER, DEINER, MITNEHMEN!....."
          Wenn wichtiges an Terminen noch an stand durfte er nochmal 5mg unretardiertes MPH zusätzlich bekommen.
          Jetzt das Elvanse wirkt anders, das muss erst verstoffwechselt werden damit es wirkt, braucht dadurch länger (ca 1 Std.), wirkt aber gleichmäßig und wird am Ende langsamer abgebaut so das kein Rebound entsteht.

          Auch bei uns ist es so das er nach der Wirkzeit zwar wieder unaufmerksam, zappelig ist usw. aber trotzdem ausgeglichener. Ich denke er ist dann halt nicht so überreizt wie ohne Medikament weil er eben einige Stunden diese unnötigen Reize ausfiltern konnte.

          Nachts schläft er übrigens mit Kissen über dem Kopf. Das hat er sich schon früh angewöhnt, das Gesicht guckt raus aber er liegt auf dem einen Ohr und auf dem anderen das Kissen. Wohl seine Art sich zum Einschlafen ab zu schirmen, wir wohnen zwar auf dem Dorf aber an einer Durchgangsstraße, bis ca 22:30 ist hier Verkehr, zur Erntezeit rund um die Uhr. Das tut er auch im Hochsommer bei 30°C "ja, ist warm aber sonst kann ich nicht einschlafen"

      Hallo ich möchte dir mal berichten wie der Verlauf bei meinem heute 26 jährigem Bruder lief vielleicht wirst du dann etwas anders über die Mütter denken die ihrem Kind keine Medikamente geben. Denn ich habe bis heute große Sorgen um meinen Bruder.
      Als er 9 Jahre alt war würde ADHS diagnostiziert er bekam gesprächstherapie und Tabletten. Nachdem die Einstellung nicht recht funktionieren wollte kam er in eine Kinderklinik für psychisch kranke dort wurde er " eingestellt " sagen wir lieber betäubt bis er nur noch apathisch war. Das hat meine Familie geschockt so das meine Mutter sämtliche Bücher die es damals gab gewälzt hat um rauszufinden wie sie im helfen kann. Die Tabletten würden immer mehr und due Therapie brachten nichts mehr. In der Schule lief es nicht und so wurde mein Bruder mit 15 Jahren mit dem Abgang der 7 klasse aus der schuhle geworfen fürs war übrigens die 3 schuhle die er besuchte er musste jeden Tag eine Stunde mit dem Bus zur schuhle fahren. Zu der Zeit hatten sich auch schon etliche Straftaten angehäuft woran das läge habe ich erst vor 2 Jahren erfahren denn mein Bruder war eigentlich nur normal wenn er Drogen konsumierte wir haben es am Anfang alle nicht gemerkt das er seine Tabletten verkaufte um Drogen zu bekommen die ihn " normal" erschienen Liesen. Tatsächlich hatte er sich vor uns total gebessert ging in die Berufsschule und brachte guten Noten nachhause. Wir wussten ja nicht in welchem Sumpf er steckte. Als ich dann vor 2 Jahren davon erfuhr und mich mit vielen Fragen an die Drogenberatung wand um meinem kleinen Bruder zu helfen sagte mir die Dame dort ernsthaft das dass normal ist bei ADHS Kindern die Medikamente bekommen oder bekommen haben. Diese machen süchtig und wenn eine Sucht wegfällt kommt eine neue das kann sehr unterschiedlich sein Spielsucht und Drogensucht sind wohl die häufigsten Fälle bei ADHS Kindern mit Medikamenten.

      Glaube mir meine Familie sind gute Menschen die alles getan haben um meinem Bruder zu helfen für ihn da zu sein. Meine Mutter hatte zwischenzeitlich Angst vor meinem Bruder da er sehr aggressiv wurde als er noch zuhause war. Keiner wollte uns helfen als mein Bruder noch minderjährig war nun ist er erwachsen lebt in einem Garten oder schläft bei Freunden denn seine Wohnung hat er verloren.

      Ich möchte dir keine Angst machen und es ist sicher kein Regelfall für diese Krankheit. Aber bitte pass auf dein Kind auf diese Medikamente machen mehr schaden als da Sie helfen.

      Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft

      • Es ist sicher nicht schön was mit deinem Bruder war/ist. Da scheint ja einiges schiefgelaufen sein bei euch.
        Aber ich finde es nicht gut das du so verallgemeinerst. Die Tabletten machen sicher nicht mehr Schaden als das sie helfen. In eurem Fall erscheint es vielleicht so. Aber bei 1000 anderen ist es nicht so und die Tabletten die richtige Entscheidung.

        Ich kenne auch viele mittlerweile Erwachsene die heute noch Medikamente nehmen und nicht Drogenabhängig sind. Im gegenteil, die meisten führen ein völlig normales Leben und man merkt Ihnen die ADHS gar nicht an.

        LG Sarah

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