Mein Mann

    • (1) 09.02.17 - 19:30

      Hallo!

      Ich hatte ja vor etwas längerer Zeit viel über meine Situation erzählt. Das Letzte war ja, das mein Mann im Sterben liegt. Tja, er hat die Blutvergiftung überlebt. So haben sie ihn dann wieder Medikamentös unterstützt als er über den Berg war. Keiner wollte das Glauben, aber er lebt weiterhin und es geht ihm immer besser. Er hat seine Probleme, aber Kämpft sich weiter ins Leben zurück. Er ist heute auf einer normale Station gekommen und es wird versucht eine Rehaplatz zu bekommen, was aber mit seinem Dekubitus (tiefe Wunde am Po, durch das lange Liegen( fast 4 Monate)) sehr schwer wird.

      Denn kaum eine Klinik (außer einer) wird ihn damit aufnehmen. Somit warten wir da erstmal ab. Wenn das nicht klappen sollte, muss er nach Hause. Das ist seit ca. 2 Wochen Thema und vor 2 Wochen hatte ich davor große Angst.

      Soviel Verantwortung für einen Menschen zu übernehmen, der sehr Pflegebedüftig ist, traute ich mir nicht zu und das sagte ich auch. Trotz geplanter 'Hilfe' von Pflegepersonal fühlte ich mich damit Überfordert. Plötzlich wollte man mir alles überlassen, so kam es mir vor.
      Doch in den letzten 2 Wochen hat sich sein Zustand weiter gebessert. Immernoch sehr schwer ihn Zuhause dann zu pflegen, aber eher machbar. Es wird erstmal die Pflegestufe beantragt und alles andere für den Fall vorbereitet. Das alles geht über das Krankenhaus. Ich bin froh das ich mich darum nicht kümmern muss.

      Was mit den Metastasen ist wissen wir noch nicht. Betrahlung ist seit knapp 2 Wochen durch. Bisher verbessert sich alles weiterhin. Sie wollen mal ein CT machen um zu schauen wie es in seinem Kopf aussieht. Wenn die Metastasen noch da sind.......ich weiss nicht was man dann noch machen kann.....soweit ich die Ärzte verstanden habe...eher gar nichts mehr. Chemo würde wohl noch gehen, aber mit der Wunde am Po und seiner jetzigen Verfassung wohl wieder sehr schwer. Aber so wie ich ihn kenne wird er das machen wollen.....aber bringt das nochwas? Ich weiss das die Metastasen wohl da gut ansprechen werden, aber was ist mit seinem Körper? Viele Gedanken gehen mir durch den Kopf. Hatte mich schon weinend von ihm verabschiedet, jeden Tag Angst vor dem Anruf zu haben und jetzt....er ist so normal, so wie früher, aber trotzdem.....er weiss es und ich weiss es.....
      Ich bin froh das ich wieder mit ihm reden kann, das er wieder da ist. Die Ärzte reden wieder mit ihm, ich bin 'nur' ein 'Besucher' und er berichtet mir was sie gesagt haben.

      Wenn man ihn so sieht würde man nicht glauben was er alles schon hinter sich hat und wie schwer Krank er trotzdem noch ist......
      Was für mich wichtig ist: Er hat keine/kaum Schmerzen und es geht erstmal aufwärts.
      Wie es weitergeht wird man jetzt sehen.

      LG Sonja

      • (2) 09.02.17 - 19:43

        Liebe Sonja.

        ich wünsche Dir viel Kraft und daß Dein Mann gesund wird.

        LG
        Yoha

        Ich freue mich wahnsinnig!! Deine Geschichte ging mir extrem an die Nieren, weil wir die gleichen "Eckdaten" haben (gleiches Alter, gleich lange Beziehung) Da wird das auf einmal so nah.
        Aber Wunder geschehen! Ich war mit 34 so gut wie tot, man rechnete nicht groß damit, dass ich überlebe oder wenn, dann als Schwerstpflegefall. Aber das Wunder ist geschehen, ich lebe und ich lebe sehr gut.

        Ich wünsche deinem Mann, deinem Kind und dir auch so ein Wunder #liebdrueck

        Liebe Sonja,
        gerade als ich gesehen habe, dass du etwas gepostet hast, dachte ich "oh nein"...

        Umso mehr freue ich mich DAS zu lesen.

        Alles Gute für euch! Kämpft weiter!

      • Hallo Sonja!

        Mir ging es wie Landkind. Ich dachte auch erst... oh nein, ich will nicht lesen, was Sonja geschrieben hat. Durch deine Berichte hab ich schon ein bisschen das Gefühl bekommen, ihr Freunde von mir seid und dass mich euer Schicksal persönlich berührt.

        Ich wünsche dir und deinem Mann viel Kraft für alles Kommende und drücke für das CT die Daumen!

        #liebdrueck

        Liebe Sonja, im Großen und Ganzen liest sich das nun schon mal ganz gut. Im Moment kann ich Dir nur raten, von einem Tag auf den nächsten zu leben und nicht allzuviel zu planen. So eine Krankheit wirft eh immer alles über den Haufen.
        Aber mein dringender Rat: Schau Dich mal nach einem Pflegedienst um, lass Dir einen empfehlen, von Bekannten vielleicht. Dann rufst Du dort an und es soll jemand bei Dir vorbeikommen zur Beratung. Das geht alles auch noch ohne Pflegestufe, im Gegenteil, die können Dir auch helfen beim Ausfüllen des Antrags usw. Dann überlegt ihr euch zusammen, welche Leistungen Du in Anspruch nehmen möchtest und was Du selber kannst. Es gibt hier einige Variationsmöglichkeiten, die Leistungen sind gestaffelt - wenn Du einen Pflegedienst mit ins Boot nimmst, gibt es für diesen auch mehr Geld. Mit den neuen Pflegeeinstufungen kenne ich mich nicht aus, als ich meinen Mann pflegte, galten noch die alten.
        Ganz wichtig bei der Auswahl des Pflegedienstes: Hat er eine Notfall-Bereitschaftsnummer, wo Du praktisch 24 Std anrufen kannst, wenn Du mal schnell jemanden bräuchtest, Beispiel - Dein Mann fällt aus dem Bett und Du kriegst ihn alleine nicht mehr rein. Das ist wichtig und hat offenbar nicht jeder Pflegedienst. Unser Pflegedienst arbeitete auch mit einem ambulanten Hospizdienst zusammen, war dann später auch sehr hilfreich.
        Ist ein blöder Spruch, aber der Mensch wächst wirklich mit seinen Aufgaben, ich hätte nie gedacht, dass ich jemanden pflegen kann, aber ja, es ging viel besser, als ich es gedacht hätte, auch wenn es garantiert nicht immer leicht ist.
        Liebe Grüße von Moni

        • Hallo Moni!

          Also das wird alles vom Krankenhaus organisiert. Ich muss da gar nichts machen. Habe Kontakt zu einer Sozialarbeiterin, eine Mitarbeiterin der Familialen Pflege. Die stellen alle wichtigen Anträge und kennen die Pfegedienste hier sehr gut. Da ich überhaupt keine Ahnung habe und ich psychisch ehrlich gesagt recht weit unten bin wegen den letzten Monaten, passt mir das ganz gut. Die Leistungen usw. werden dann angepasst. Jenachdem wann er nach Hause kommt und was er dann braucht. Notfalldienst usw. ist wohl vorhanden und auch die Mitarbeiterin der Familialen Pflege kommt die ersten 6 Wochen regelmäßig vorbei.
          Momentan wird auf den Rückruf der Rehaklinik gewartet. Solange liegt er jetzt auf einer normalen Station.

          Angst vor der eigentlichen Pflege habe ich gar nicht so (außer der Dekubitus und dem Loch im Bauch. Da trau ich mich nicht dran da was zu wechseln, weil das echt heftig aussieht und ich keine Fachkraft bin).

          Angst habe ich vor allem wenn es wieder Bergab gehen sollte. Es wird zwar ein Pflegedienst dann kommen, aber im Grunde bin ich trotzdem alleine. Ich habe Angst davor, wenn es ihm wieder schlechter geht, das meine Tochter alles mitbekommt und das wird sie dann. Mein Mann würde mit dem Bett im Wohnzimmer stehen, da dort der meiste Platz ist und er keine Treppen laufen kann. Somit werde ich sie dann nicht verschonen können. Wäre es so, das er wieder Gesund werden würde, würde ich mir da weniger den Kopf machen, sondern einfach Augen zu und durch bis er wieder soweit ist das ein normales Leben wieder einigermaßen Möglich ist. Aber innerlich weiss ich das es wohl anders kommen wird und das macht mir wahnsinnige Angst.

          LG Sonja

          • Deine Ängste kann ich voll verstehen, mir ging es nicht anders, als ich realisierte, dass mein Mann todkrank ist und nicht mehr gesund werden wird. Bitte "verschone" Deine Tochter vor garnichts, rede mit ihr, sonst bekommt sie diffuse Ängste. Meine Enkelin erlebte die schwere Krankheit und den Tod ihrer beiden Opas hautnah, beim ersten war sie noch keine 4, bei meinem Mann 7 Jahre alt. Ich habe ihr alles so kindgerecht wie nur möglich erzählt und sie ging an der Beisetzung wie selbstverständlich an meiner Seite.
            Das muss man halt dem Alter anpassen. Bitte nimm den ambulanten Hospizdienst zur Hilfe, sie sind für solche Fälle ausgebildet und eine echte Hilfe. Du kannst mich für weitere Fragen auch gerne per PN anschreiben, ich helfe gerne.
            LG Moni

      Hallo

      Ich freue mich sehr, dass es nach Hoffnung klingt. Wenigstens ein Aufschub. Auch wenn noch Metastasen da sind. Eine Zeit, die er geistig klar ist.

      Den Dekubitus könnt ihr zu Hause vielleicht sogar besser in den Griff bekommen. Du hast nur einen Patienten zu versorgen, keine 10, und der Keimdruck ist geringer. Es wird sicher nicht einfach, ich weiß noch wie es mit meinem Vater war. Aber ein Ehemann ist da auch nochmal anders, einem näher.

      Ich wünsche dir, euch, ganz viel Kraft und hoffe auf ein Wunder für euch. Dein Mann ist ein echter Kämpfer.

      Hallo,

      ich habe deine Geschichte still verfolgt, und musste gerade in den letzten Tagen oft an euch denken. Als ich deinen post entdeckt habe, ging ich schon vom schlimmsten aus. Umso mehr freut es mich deinen positiven Bericht zu lesen. Ich hoffe, dass es so weitergeht und dein Mann eine Chance auf Genesung hat. Er kaempft, um bei euch zu bleiben. Weiterhin viel Kraft!!

      Lg babywish

      Hallo, wäre nicht eine Kurzzeitpflege erstmal besser für euch? Oder eine Wohngemeinschaft? Wo 24 Stunden Personal da ist? Meine Oma lag viele Monate im Krankenhaus und war dann ein Pflegefall. Sie zog in eine Senioren-Wg mit Rundum-Betreuung. Da hat jeder sein Zimmer, bekommt gekocht, Ärzte schauen vorbei etc.
      Ganz ehrlich: du machst dich kaputt zu Hause. Ihr habt doch Kinder, oder?
      Denn du wirst alleine sein, wenn nicht der Pflegedienst gerade kommt. Liegt er nur im Bett? Wie willst du ihn lagern? Frisch machen? Er kann bestimmt nicht zur Toilette. Wer soll kommen, wenn du länger weg musst? Auch für Kinder ist das sicher nicht einfach, wenn der Papa todkrank daheim im Bett liegt.
      Überleg dir das gut. Es gibt sicher Möglichkeiten in eurer Nähe, die in Frage kommen.

      • Hallo!

        Ne, er möchte nicht in eine Kurzzeitpflege oder Pflegeheim. In dem Zustand vor ca. 2 Wochen hätte ich ihn nicht nehmen können, das habe ich auch klar zum Ausdruck gebracht. Daher liegt er ja auch noch im Krankenhaus.
        Er konnte sich vor 2 Wochen nicht wirklich bewegen, musste oft umgelagert werden usw. Für mich einfach zuviel, egal ob jemand da ist oder nicht.
        Das hat sich mittlerweile gebessert. Er wird stärker, kommt aber noch nicht aus dem Bett. Doch er kann sich selber schon etwas drehen, das wäre vor 2 Wochen undenkbar gewesen. Daher soll er ja auch erstmal in Reha, wenn ihn jemand nimmt.

        Mir ist durchaus bewusst das es jetzt auch nicht soviel einfacher werden würde, aber in ein Pflegeheim/Kurzzeitpflege möchte ich ihn auch nicht geben. Für mich ist das ein Drahtseilakt, da ich mit ihm noch soviel Zeit verbringen möchte wie möglich. Er ist jetzt wieder klar bei Verstand und wir haben keine Ahnung wie lange das so bleiben wird. Wie ich schon schrieb ist das Pflegen jetzt nicht mehr so das Problem, irgendwie krieg ich das hin, aber ich habe ein starkes Problem damit wie es ist wenn es ihm wieder schlechter geht.
        Klar, ich müßte jetzt für ihn noch sehr viel machen. Er kann nicht auf Toilette, seine Beine tragen ihn nicht, die Arme sind noch recht schwach. Gewaschen werden würde er wohl erstmal vom Pflegedienst. Logisch, saubermachen nach dem Stuhlgang werde ich machen müssen. Jetzt ist er in einem Zustand das ich Einkaufen usw. gehen könnte. Er ist bei Verstand und Stabil, was war lange Zeit nicht so.
        Fakt ist das ich es dann schon versuchen würde, wenn es aber gar nicht geht, weiss mein Mann das er dann in ein Pflegeheim müßte.

        Tja, was meine Tochter angeht: Es ist so wie es ist, ich kann es weder schön Reden noch sonstwie abmildern. Sie weiss seit Anfang an das er schwer krank ist und daran sterben kann/wird. Vor einiger Zeit habe ich ihr sogar sagen müssen das er sterben wird, weil es ihm da sehr schlecht ging. Wir leben mit dem Gedanken schon seit Juni letzten Jahres.

        Das er im Wohnzimmer liegen würde und sie ihn dann sieht ist nicht das Problem. Es geht ihm jetzt wirklich recht gut. Er ist halt einfach nur noch schwach und das kommt ja wieder. Daran wird ja Tag für Tag gearbeitet.

        Das Problem kommt wenn es ihm wieder schlechter geht. DAS möchte ich ihr ersparen. Sie soll definitiv nicht sehen wie er dann abbaut und vielleicht dann stirbt. Da werde ich vorher handeln müssen. Davor habe ich echt Angst. Ich möchte das nämlich eigentlich auch nicht sehen, aber ich MUSS da durch, meine Tochter soll das nicht erleben.
        Und ja, ich bin damit alleine und werde das selber Regeln müssen, ob ich will oder nicht.

        LG Sonja
        LG Sonja

        • Liebe Sonja,
          Ich wünsche euch viel Kraft, stärke und zusammenhalt.

          Nur als Anmerkung solltet ihr euch für ein Pflegeheim oder kurzzeitpflege entscheiden kann dein mann nie mehr in ein hospiz sollte dies nötig werden. Die Rechtslage ist da leider nicht sehr gut.

          Erkundige dich gut welcher weg für euch möglich und sinnvoll ist auch wenn das noch so schwer ist.

          Meine Oma durfte einige Zeit auf die palliativstation eines Klinikums und wurde dort herzlich, liebevoll, würdevoll gepflegt.
          Von dort ist ein hospiz Aufenthalt auch möglich oder eben das nach hause kommen.
          LG

    Hallo,

    auch ich wünsche euch weiterhin alles Gute, vor allem natürlich, dass es dein Mann schafft.

    In meiner Gegend gibt es eine Reha-Klinik, die auf "schwere Fälle" spezialisiert ist: http://www.klinik-bavaria.de/. Allerdings wäre das einmal quer durch Deutschland. Aber vielleicht hat eure Klinik das schon abgeklopft.

    Viele Grüße

    Heike

    • Hallo!

      Ja, sowas gibt es hier auch und da ist auch der Antrag hingegangen. Aber ob sie einen Platz haben?! Problem ist ja auch das er nicht nur eine Wunde hat, sondern auch den Krankenhauskeim. Er müßte also auch da isoliert werden......

      LG Sonja

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