Wunsch nach drittem Kind - Zweifel

    • (1) 19.02.17 - 08:54

      Hallo Zusammen,

      ich bin 37 Jahre, verheiratet und habe 2 Kinder (3 u. 5 Jahre). Seit ca einem Jahr habe ich verstärkt den Wunsch nach einem dritten Kind. Mein Mann wäre auch dabei. Allerdings habe ich dann zwischendurch immer wieder Zweifel. Hauptsächlich wegen der Finanzen. Ich habe einen Job im öffentlichen Dienst (TZ) und verdiene ganz gut. Mein Mann ist allerdings selbstständig und hat ein schwankendes Einkommen. (derzeit aber mehr als mein Gehalt). Trotzdem könnte es aber im Notfall bedeuten, dasss ich Hauptverdienerin wäre wenn es bei ihm mal ganz schlecht laufen würde. Er gehört allerdings leider auch nicht zu dem Typ Vater der drei kleine Kinder, Haushalt etc.. ansatzweise so wuppen könnte oder auch wollte wie ich????... !!!

      Ach, ich weiß es nicht....

      Irgendwie habe ich den Eindruck, dass es heutzutage entweder Akademikerfamilien mit sehr gutem Einkommen oder genau das Gegenteil eher sozial schwache Familien mit ALG 2 sind die 3 oder mehr Kinder haben.

      Die "normale" Mittelschicht hat meißtens nur1-2 Kinder...

      Würde gerne um eure Erfahrungen oder Meinungen bitten. Habt ihr euch vielleicht wegen unsicherer Finanzen gegen ein weiteres Kind entschieden ? Ich weiß natürlich, dass mir letztendlich keiner die Entscheidung für oder gegen ein drittes Kind abnehmen kann.

      Danke & vg,

      Edda

      • Huhu,

        ja wir werden bzw haben uns auch wegen den Finanzen gegen ein drittes Kind entschieden und werden nach Geburt des zweiten das auch endgültig machen. Es sind zwar keine unsicheren Finanzen aber wir könnten nicht mehr das was uns wichtig ist leben. (Eigenes Zimmer für jeden usw)

        Ich kenne allerdings mehrere Familien aus der angesprochenen Mittelschicht die mehr als 2 Kinder haben. Es kommt da stark auf die Ansprüche und Einstellung drauf an glaube ich.

        Bei euch würde mir mehr die Tatsache das er (laut deiner Aussage) die Kinder/Haushalt im Notfall nicht übernehmen will die meisten Sorgen machen.

        • Habe mich vielleicht ein bisschen falsch ausgedrückt. Mein Mann und ich teilen uns auch jetzt schon recht viel... Z.b. bringt er die Kinder jeden Tag in die Kita und holt sie auch öfters ab. Er arbeitet von Zuhause aus und kann somit auch bei Kind krank Tagen kurzfristig übernehmen.

          Meinte auch eher, dass der Haushalt wahrscheinlich leiden würde wenn ich bei 3 Kindern vz arbeiten würde. ????

          Die Rahmenbedingungen wie z.b. Zimmer für alle, Auto groß genug wären bei uns gegeben....

          • Hättest du denn die Möglichkeit auf vz aufzustocken?

            Achso ok dann hatte ich den Part vllt auch falsch verstanden. Das der Haushalt dann mal für eine Zeit lang etwas leidet wäre dann für mich vertretbar und bei bestehenden Kinderwunsch auch ok.

            Wenn die Umstände sonst passen spricht ja nichts gegen ein drittes Kind :-)

      Ja, ich hab mich gegen ein drittes Kind entschieden.

      Zum Einen wegen der Finanzierung. Wir stehen finanziell gut da, sind nicht reich, aber haben auch keine Probleme. Meine Kinder sind jetzt 5 und 8 und bisher noch relativ preiswert. Es fängt aber langsam an, dass man merkt, dass die Kinder umso mehr Geld kosten, je größer sie werden. Ein neues Puky für Kleinkinder kostet nur ein Bruchteil von einem neuen Puky für große Kinder. Die Kleidung kostet mehr (und die Kinder werden anspruchsvoller), die Hobbys werden teurer, jetzt noch Musikunterricht hier, Bastelmaterial da. Der Wohnraum ist in Berlin auch nicht so billig, mit drei Kindern und angestrebter 5-Zimmer-Wohnung müßten wir dann schon gut überlegen, in welchem Bezirk wir wohnen wollen, um das finanziell nicht deutlich zu spüren.
      Wenn die Kinder älter werden, kommen die Kosten für Elektronik dazu.
      Unser aktuelles Auto ist ein Viersitzer, das müssten wir mit dem dritten Kind ändern.
      Ferien machen mit drei Kindern ist erheblich ungünstiger als mit drei Kindern, weil viele Ferienwohnungen oder Appartments auf 3- bis 4-köpfige Familien ausgerichtet sind. Solltest Du Flugreisen buchen: Jedes Kind über 2 kostet voll.

      Für mich sind die Finanzen ein Faktor (ich möchte eben nicht nur überleben, sondern gut leben können), aber nicht der einzige.
      Für mich ist auch wichtig, dass ich für jedes einzelne Kind ausreichend Zeit habe, dass ich mit jederm Kind abens vor dem Schlafen in Ruhe über seinen Tag reden kann, dass ich bei den Hausaufgaben helfen kann, wenn nötig oder gewollt, dass das Kind spürt, dass ich präsent bin. Bei zwei Kindern kann ich notfalls noch eine links und eine rechts nehmen. Aber was mach ich dann mit dem dritten Kind?
      Ich denke, da müsste ich so viele Abstriche an meine persönlichen Ansprüche machen, dass das für mich nicht in Frage kommt.

      • Also, unsere monatlichen Kosten mit zwei kleinen Kindern sind auch schon sehr hoch...

        Wir zahlen derzeit knapp über 550€ für die Betreuung. Die Kosten für die Betreuung fallen ja irgendwann weg. Wenn ich dann trotzdem weiter ca 500€ im Monat für Klamotten, Schulbücher,Musikschule etc einkalkuliere müsste das doch auch bei drei älteren Kindern ausreichen??!!

        • Wir sind hier in Berlin ja ziemlich verwöhnt: Drei Jahre vor Einschulung ist die Betreuung kostenlos, man zahlt nur noch das Essen und Beiträge für Eintrittskarten etc.
          Das ändert sich allerdings mit der Einschulung, da ich berufstätig bin, habe ich da die Hortkosten.

          Insofern sind die Kosten auch hier erst mal steigend, ab Herbst wird die Kleine eingeschult, dann zahlen wir erst mal mehr und nicht weniger.

          Was man ausgibt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

          Bei uns sind es neben Kosten für Ernährung (die steigen bei uns mit zunehmendem Alter schon) und Kleidung (kaufen ja manche Leute auch gebraucht, ich möchte meinen Kinder da ermöglichen, relativ frei zu wählen), Schulsachen auch noch die Sportsachen (beide im Verein), die Mitgliedsbeiträge, der Musikunterricht (wir haben aus organisatorischen Gründen einen Lehrer, der zu uns kommt), Schwimmkurse, teurere Interessen (Zoo, Kino, Schwimmbad etc. kostet ja auch alles Geld), permanente Geburtstageinladungen, Geburtstage, Weihnachten...

          Meine beiden sind halt auch sehr gerne kreativ, das geht auch gut ins Geld.

          Das MUSS ja auch alles nicht sein, aber ich MÖCHTE es. Ich genieße es einfach, ihnen zu möglichen, was wir nicht möglich war. Ich komme aus einer finanziell schwachen Familie und hab als Kind oft drunter gelitten, dass ich einiges nicht mitmachen konnte, dass ich immer gebrauchte Kleidung anhatte, Friseurbesuche nicht drin waren, ich wenig Taschengeld hatte...
          Das kompensiere ich jetzt, indem ich es genieße, meinen Kindern mehr zu bieten.

      "Für mich ist auch wichtig, dass ich für jedes einzelne Kind ausreichend Zeit habe, dass ich mit jederm Kind abens vor dem Schlafen in Ruhe über seinen Tag reden kann, dass ich bei den Hausaufgaben helfen kann, wenn nötig oder gewollt, dass das Kind spürt, dass ich präsent bin."

      Hallo,

      genau diese Dinge sind meinem Mann und mir auch sehr wichtig #pro. Wir haben drei Kinder und legen großen Wert darauf, regelmäßig und verlässlich Zeit für jedes zu haben.

      Gleiches gilt für die finanziellen/materiellen Belange, auch da sind für uns entsprechende Rahmenbedingungen Voraussetzung.

      Lediglich Dein Argument "mit dem einen Kind links und dem anderen Kind rechts" finde ich so unsinnig (#sorry, wird ja nicht nur von Dir angebracht, sondern von ganz vielen Müttern mit zwei Kindern- von denen Viele insgeheim gern ein weiteres hätten. Das ist NICHT auf Dich bezogen!) #augen. Wenn unsere beiden älteren Kinder links und rechts von meinem Mann oder mir auf dem Sofa sitzen, kuschelt unsere jüngste auf unserem Schoss. Oder auf dem ihrer Schwestern. Oder die Mädels wechseln sich einfach ab. Oft sind wir auch zu zweit mit unseren Kindern, oder eines der Kinder (oder zwei) ist (sind) anderweitig beschäftigt- das war hier noch nie ein Problem. Was sicherlich auch darin begründet ist, dass jedes Kind wie geschrieben verlässlich Zeit mit meinem Mann oder/und mir allein verbringt. Dadurch haben unsere Kinder es gar nicht nötig, hier um Sitzplätze und unsere Gunst zu feilschen/zu streiten. Und wir müssen uns keine Gedanken machen, ob das eine Kind mal zwei Minuten länger neben uns sitzt als die anderen ;-).

      Aber, wie gesagt: den "Rest" sehe ich mit drei Kindern ebenso wie Du mit zwei :-).

      Viele Grüße,

      Kathrin

      • Unterstellst Du jetzt echt Müttern, sie hätten gerne ein drittes Kind, WEIL sie finden, zwei Arme, zwei Kinder, das passt? #kratz

        Meine Kinder sind beide eindeutige Mamakinder. Wenn ein drittes Kind auch noch Mamakind wäre, dann wäre das Argument mit den zwei Armen durchaus gerechtfertigt, auch wenn Dir persönlich das nicht gefällt. Muss es ja auch nicht, Du darfst das gerne anders sehen.
        Meine Mädchen lieben es halt, links und rechts in meinen Armen zu liegen, da ist es mit zwei Minuten nicht getan.

        Und ehrlich, wenn wir durch irgendwelche Umstände ein weiteres Kind aufnehmen würden (ich würde z.B. nicht ausschließen, Kinder einer Freundin großzuziehen, wenn es nötig wäre), dann würde es natürlich irgendwie gehen. Natürlich würde man für jeden Zeit zum Kuscheln finden und natürlich würden sich die Kinder damit arrangieren.
        Aber wenn ich planen kann, dann finde ich es so schöner und praktischer.

        • "Unterstellst Du jetzt echt Müttern, sie hätten gerne ein drittes Kind, WEIL sie finden, zwei Arme, zwei Kinder, das passt?"

          Nein, nicht- wie hier bei urbia oft üblich- pauschal. Aber es gibt durchaus Mütter, die sich einen weiteren Kinderwunsch durch solche Argumente quasi indirekt selbst auszureden versuchen.

          Wichtig ist doch, dass Jeder mit seinem Leben zufrieden ist. Viel interessanter als "die beiden Arme" finde ich ja- wie bereits geschrieben- Deine Argumente für die "Anzahl" Eurer Kinder, weil diese unserer Einstellung so ähnlich sind :-).

        Übrigens habe ich nichts von "nur zwei Minuten kuscheln" geschrieben, sondern, dass es bei uns nie darauf ankommt, ob Jemand zwei Minuten mehr oder weniger lange nun genau neben uns sitzen darf. Insofern ist es bei uns ebenfalls nicht "in nur zwei Minuten getan" ;-), sondern jedes Kind bekommt die Zeit und Zuwendung, die es braucht und möchte.

        Bei uns "verteilt" sich das durch den Altersunterschied der Kinder problemlos, sowie auch aufgrund der Tatsache, dass unsere Kinder eine gleichermaßen innige Bindung zu meinem Mann und mir haben.

(13) 19.02.17 - 14:05

Hallo

Wir haben uns für drei Kinder entschieden. Ich wäre kreuzunglücklich wenn wir das nicht getan hätten. Auch wir haben durch die Selbstständigkeit ein schwankenden Einkommen. Aber wir können gut Leben. Platz etc ist bei uns ebenfalls kein begrenzender Faktor (Bauernhof). Für mich war wichtig, dass ich den kompletten Alltag bezüglich der Kinder und Haus alleine geregelt bekommen kann. In den Arbeitsspitzen ist mein Mann 7 Tage die Woche nur hier und da um ein paar Stunden zu schlafen im Haus. Da muss ich dann auch mehr Aufgaben auf dem Hof übernehmen als gewöhnlich.

Ich selbst arbeite außerhalb nur noch auf 450 Euro Basis. Als Ausgleich und um einfach den Fuß in der Tür zu halten, nicht wegen des Geldes. Zu 100% über Fremdbetreuung abgedeckt.

Ich bin absolut der Meinung das mehr Familien mit gewissem positiven Hintergrund sich trauen sollten mehr Kinder zu bekommen. Das täte der Gesellschaft gut.

Das dritte ist eine absolute Bereicherung für uns. Ich kann die massiven negativen Unterschiede im Alltag, von den hier oft ausufernd berichtet wird, nicht nachvollziehen.

Hier im ländlichen Bereich werden 3 Kinder bei Familien wie uns (Mittelschicht, keine Akademiker aber eben auch nicht ungebildet. Handwerker, Kaufleute, Erzieher....) immer normaler.

Nur Mut!

LG

(14) 19.02.17 - 17:02

Liebe Edda,

ich kann deine Bedenken verstehen, aber ich denke, die hat jeder irgendwann mal. Wenn ihr euch ein drittes Kind wünscht und rundherum doch alles passt, dann nur zu !

Es heißt doch auch gar nicht, dass die Selbständigkeit deines Mannes irgendwann einmal schlecht läuft. Und falls doch, kann man immernoch in der jeweiligen Situation entscheiden.

Ich denke, du wirst dich mehr ärgern und es vielleicht irgendwann bereuen, dich gegen ein drittes Kind entschieden zu haben. Nämlich immer mit dem Gedanken und der Ungewissheit, ob ihr es nicht doch geschafft hättet...
An Durchschnittsfamilien und der Lebensplanung anderer würde ich mich überhaupt nicht orientieren. Es ist EUER Leben und EURE Lebensplanung. Was du und dein Mann wollen, DAS ist wichtig ! Im übrigen geht der Trend zum 3. Kind *zwinker* ! 2 Kinder ist sooo Mainstream *lach* !

Mein Mann und ich haben uns Anfang des Jahres auch für ein Drittes Kind entschieden. Vor 4 Wochen habe ich mir die Mirena ziehen lassen. Wir sind 35 und 45. Unsere beiden Kinder sind 8 und 6 Jahre alt. Gerade an Tagen, wo alles drunter und drüber geht oder die Kinder krank sind, frage ich mich auch manchmal, ob es die richtige Entscheidung war noch ein drittes Kind zu bekommen. Und dann, wenn die Situation gemeistert ist, denke ich "klar", wir schaffen das ! Ich bin eine starke Frau und du bist es auch ! Ihr kriegt das schon gestemmt !

Alles Liebe und viel Erfolg bei eurer Entscheidung

Yvonne mit Fiona und Mara an der Hand und vielleicht bald Wunder Nr.3 im Bauch

Hallo, wir haben drei Kinder(13, 11 und gerade 1).

Wir haben sechs Jahre immer hin- und herüberlegt. Im Mai 15 haben wir spontan ja gesagt, und ich wurde sofort schwanger.
Unser Sohn ist so eine Bereicherung für uns alle, das ist wunderschön. Finanziell geht es recht gut, wobei wir grundsätzlich sparsam sind und nicht unnötig Geld ausgeben.

Ich arbeite bereits seit 2010 VZ und mein Mann TZ. Meine Elternzeit ist seit einigen Wochen vorbei, und ich arbeite wieder VZ.
Unser Sohn wird von meinem Mann betreut und von seiner Mutter, wenn er unterwegs ist. Das ist Luxus, da wir so keine Betreuungskosten haben. Somit sparen wir da gerade sehr.

Den Haushalt bekommt mein Mann super hin, auch die Betreuung der Kinder.
Hier in unserem Umfeld haben viele drei Kinder. Und meistens Leute aus der "Mittelschicht", das ist hier ganz normal.
Ich bin froh, dass wir endlich "ja" zum dritten Kind gesagt haben, wobei es natürlich unbestritten stressiger ist als mir zwei Mädchen, die schon sehr selbstständig sind, aber unser Sohn wiegt alles auf. LG

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