Wie geht es euch bzw. euren Kindern mit früher Fremdbetreuung?

Manche Eltern müssen wieder früh arbeiten, manche möchten es einfach. Die Kinder werden dann in der Kita oder von der Tagesmutter betreut. Welche Erfahrungen machen sie damit?
Ein Tipp vom urbia Team

    • (1) 19.02.17 - 19:51

      Hallo
      Ich habe es zwar schon unten geantwortet, wollte die Frage aber mal umdrehen da ich denke dass es durchaus auch möglich ist sachlich zu diskutieren & es sicher mal interessant ist zu hören wie den Kindern (die alt genug sind um sich darüber zu äußern) bzw. euche selbst ging.
      Meine Mutter war lange daheim, obwohl es finanziell mehr als schlecht außsah. Der werte Herr war der Meinung so gehört es sich. Nicht schlecht im Sinne von "dieses Jahr fällt der Urlaub aus" sondern schlecht im Sinne von "wie finanzieren wir Grundbedürfnisse".

      Meine Mutter hat sich schon Mühe gegeben mir eine schöne Kindheit zu machen, aber bei mir überwiegt ganz klar der Gedanke an mangelndes Geld dass sich auch für mich ganz offensichtlich zeigte. Wir kamen irgendwie über die Runde, aber es war in keinster weise schön.
      Gerade jetzt wo ich selbst Kinder habe, wovon das ältere ein paar Stunden täglich den Kindergarten besucht, ist für mich klar, es geht viel. Aber wovon haben wir als Familie mehr? Irgendwie über die Runde kommen um das Kind 24/7 um sich zu haben oder eine gute Einrichtung für das Kind suchen um 4-5 Stündchen zu arbeiten um als Familie entspannter leben zu können?

      GLG

      • Hallo
        Als ich meine erste Tochter bekommen habe war ich noch in der Schule. Eine Pause hatte ich quasi überhaupt nicht und sie musste von Anfang an auch von anderen Menschen betreuut werden. Klar, ich hätte eine größere Pause einlegen können aber aus Erfahrung wurde mir klar davon abgeraten. Zu oft wurde erlebt wie Teenie Mütter dann komplett abrutschen oÄ.
        Auf die Schule folgte direkt ein Studium und dann die Arbeit.
        Meine Tochter ist heute 19 und hat schon früh verstanden wieso unser Leben anders aussieht als das viele ihrer Freunde. Natürlich war sie als jüngeres Kind mal neidisch wenn Freundin xy irgendetwas mit den Eltern machte dass so bei uns aktuell nicht ging aber wir haben uns sehr angestrengt für sie, sowohl für das hier & jetzt als auch für ihre Zukunft.
        Sicher hätte ich mich gefreut so manch eine Sache mit ihr zu machen anstatt daheim lernen zu müssen aber es ging einfach um einiges. Sie sagt heute sie ist stolz auf ihre Eltern und hätte es genau so gemacht. An ihre Kindheit denkt sie gerne zurück.

        Meine Mutter ist nach den Geburten (wir sind 3 Kinder) auch immer zeitig wieder arbeiten gegangen, betreuut wurden wir bis knapp 2 von Familie und dann im Kindergarten. Meine Geschwister sind uns einig, wir hatten eine tolle Kindheit. Wohl auch weil unsere Familie da generell ähnlich eingestellt ist. Für uns hat es einfach gepasst.

        LG

        Ich habe das Gegenteil erlebt und bin wahrscheinlich deshalb Hausfrau :-)
        Wir wollen es immer besser machen wie die Eltern ^^

        Ich war eigentlich kaum daheim. Immer irgendwo abgeschoben und in der Grundschule danach noch im Kinderhort.

        Als ich auf die Realschule kam wurde ich dann Schlüsselkind.

        Durfte dann auch schön Haushalt machen. Und ich rede nicht von helfen ... Ich habe ihn gemacht seid ich 10 bin!
        Während meine Freunde ins Freibad gingen durfte ich Wäsche waschen, staubsaugen etc.

        Und wir reden übrigens auch nicht von ner kleinen Wohnung!
        Wir reden von 2 Hunden, 2 Katzen und 300qm Haus!!!!

        Das ich so gute Noten hatte ist ein Wunder! ;-)

        (Und reich waren wir deshalb sicher trotzdem nicht.)

        Und meine Mutter profiliert sich auch noch das sie das sooo toll gemacht hat und ich ja soooo selbstständig war!
        Ich konnte nicht kochen bis ich auszog ... Bei mir gabs nur 5 min Terrine oder Tortellini aus der Mikrowelle!!!

        So sind sicher nicht alle berufstätigen! Sogar garantiert nicht xD

        Wenn man daheim bleiben möchte sollte man schon über die Runden kommen können.
        Das kann man heutzutage in Deutschland aber fast immer.

        Berufstätige Eltern verurteile ich deshalb trotzdem nicht!

        Nur weil man es sich leisten kann heißt sicher nicht das man muss!

        Sowas einfach zu verteufeln ist einfach total überholt!

        Und jetzt formuliere auch ich es ins positive:

        Gute Mütter gibt es daheim wie auch arbeitend! ;-)

        Lg

        • So ähnlich war es bei mir auch. Ich war immer woanders untergebracht und ich fand es schrecklich, aber ich habe keinen nachhaltigen Schaden davongetragen und die Beziehung zu meinen Eltern ist auch in bester Ordnung.
          Ich bin mit den Kinder fast 5 Jahre zuhause gewesen (nicht ganz am Stück, Kinder sind fast genau 3 Jahre auseinander) und habe das große Glück von zu Hause arbeiten zu können. Jetzt bin ich immer noch in TZ (mehr oder weniger). Ich könnte es mir auch nicht anders vorstellen bzw wäre ich anders sehr unzufrieden glaube ich.

          Ich bin der Meinung, dass diese Diskussion zu nichts führt. Jede Familie muss für sich entscheiden dürfen, denn das Ganze ist so individuell, da kann es kein Nonplusultra für jeden geben.

          Ich finde es generell schlimm, wenn Menschen für irgendetwas verurteilt werden. (Ich werde das auch, meine Kinder sind schon immer nur bis Mittag in Betreuung).
          Die Mehrheit der Kinder, egal in welcher Betreuungsform und -dauer, sind doch wirklich gut aufgehoben und am Ende kommen doch “gute Menschen“ dabei zustande, oder nicht?

          LG #winke

      Hey

      Also ich lebe in der schweiz und hier geben die meisten ihr kind schon mit drei monaten in die kita. Da man hier auch nur drei monate mutterschaftsurlaub hat. Wer es sich leisten kann nimmt noch paar monate unbezahlten urlaub dazu. Ich hatte dieses glück beim ersten aber auch nur für einen monat zusätzlich, jetzt beim zweiten können wir es uns nicht wirklich leisten also kommt sie schon mit drei monaten in die kita. Aber ehrlich gesagt ich hatte keine probleme bei der ersten. Die kita war direkt gegenüber meiner arbeit und ich konnte alle drei stunden rüber zum stillen oder wenn sonst was war.

      Ich habe nun auch nicht das gefühl dass es meiner ersten tochter geschadet hat oder meiner zweiten schaden wird. Meine erste freut sich auch immer extrem wenn sie hin kann sie geht zwei mal pro woche. Ich hoffe die zweite mag es genau so gerne. Ich denke es kommt auf das kind an, und auch mit was für einem gefühl man als mama das kind abgibt. Ich habe für mich gemerkt an den tagen als ich am anfang noch unsicher war war sie auch weinerlich, wenn ich mir aber bei der sache sicher war und es mir dabei gut ging, dann war es für sie ebenfalls kein problem.

      Liebe grüsse

      Übrigens ist es meiner meinung nach in der schweiz sehr schwierig mit kindern und nur einem normalverdiener. Hier müssen fast beide arbeiten.

      Hallo,

      unser Sohn ist, seit er 1 1/4 Jahre alt in der Fremdbetreuung.

      Finanziell wäre es nicht nötig gewesen und wenn ich gemerkt hätte, das es für ihn noch zu früh ist, hätte ich abgebrochen und wäre noch länger zu Hause geblieben. Wichtig war mir eine kleine Gruppe, ein sehr guter Betreuungsschlüssel, liebevolle Betreuung und raus an die frische Luft. Das hat alles super gepasst, wir waren immer sehr zufrieden. Unserem Sohn hat es sehr gut gefallen, er hat sich sehr wohl gefühlt und wir hatten eine problemlose Eingewöhnung, ohne Tränen.

      Ich arbeite Teilzeit, mir macht meine Arbeit Spaß und der Nachmittag gehört meinem Sohn. Mittlerweile ist er im Kindergarten, fühlt sich auch dort sehr wohl.

      Für uns hat das einfach alles sehr gut gepasst, wir sind glücklich und unser Kind ist aufgeschlossen, glücklich und lebensfroh.

      Verallgemeinern kann man das aber sicher nicht. Nicht für jedes Kind ist m.E. eine frühe Fremdbetreuung geeignet. Und Mütter, die Ihr Kind um sich haben möchten, das kann ich auch vertsehen. Leben und Leben lassen.

      Was ich persönlich nur schade finde, es gibt Eltern, da ist es finanziell einfach nicht drin, zu Hause zu bleiben. Und in solchen Fällen hat man nun mal keine Wahl, diesen Eltern ein schlechtes Gewissen indirekt einzureden, finde ich schwierig. Wenn es nicht geht, dann geht es nicht und dann muss man zusehen, dass man das Beste aus der Situation macht. Und da gebe ich Dir völlig recht, finanzielle Existenzängste in der Kindheit machen keine glückliche Kindheit aus. Für mich war das Luxus es einfach ausprobieren zu können und hätte es nicht funktioniert, einfach länger zu Hause zu bleiben.

      LG

    • Hallo,

      noch ein Nachtrag.

      Ich arbeite zwar nur Teilzeit, könnte aber, bei Bedarf, jederzeit meine Stunden aufstocken. Das beruhigt ungemein, denn man weiß nie, was morgen ist und sollte meinem Mann (was ich nicht hoffe und wovon ich nicht ausgehe) irgendetwas passieren, dann wäre ich in der Lage unser Leben zu finanzieren. Das war und ist mir wichtig.

      LG

      Mh - meine Mutter war zu Hause bei mir und kreuzunglücklich mit der Situation - sie wusste nichts mit mir anzufangen glaub ich... - irgendwann war ich dann bei der Oma und alles entspannte sich, Mutter halbtags in der Arbeit...

      Und ich hab es auch ähnlich erlebt mit meinen Kids - bei der Großen war ich nach 4 Monaten wieder in der Arbeit - da war die Kleine bei der Oma (Schwiegermama, meine Mama ist immer noch vollzeit berufstätig)

      Teilzeit alles gut.
      Nach Kind 2 und 3 habe ich zwar etwas länger pausiert (da gab es schon Elterngeld), die kamen jeweils mit ca. 1 1/2 in die Krippe, sind immer gerne hingegangen, Juliane freut sich heute noch (sie ist 10!!!) wenn sie ihre Krippenerzieherin wieder gesehen hat (die sie bis drei hatte)
      Natürlich war die Trennung am Anfang seltsam und schon schmerzlich (für beide Seiten) aber letztlich haben wir alle profitiert, denke ich. Kind lernte viel von anderen Kindern, hatte in der Krippe immer jemanden zum spielen (wer hat schon mehrere Stunden am Tag Zeit/Lust auf Spiele zu Hause???) - vor allem auch Kinder (ja viel interessanter als immer nur Mama)

      Ich war ausgeglichener, wenn ich auch mal wieder Gespräche auf Augenhöhe führen konnte - natürlich hat man das vorher auch versucht, mal Frühstück mit Freundinnen und Kindern, Krabbelgruppe, Pekip usw. aber irgendwie gingen da die Gespräche doch immer eher um die Kinder.
      Was ich auch ungünstig finde, ist wenn man gezwungen ist, wirklich (fast) Vollzeit zu arbeiten - ich glaube, da bleibt irgendwas gewaltig auf der Strecke - und ob man auf Dauer aushält, dass das der Haushalt ist,.... ich könnte das komplett nicht und alles andere wie Partnerschaft oder Kinder sollte man keineswegs immer nur hinten anstellen müssen. Aber so einen "Ausgleich" dazu, mal rauskommen ... Ob das ein Job für ein paar Stunden auf 450 Euro Basis ist oder so "halbtags" muss man für sich entscheiden, aber schaden tut das sicherlich keinem - und ein paar Euro mehr im Geldbeutel kommen auch den Kids zu Gute, sei es durch Ausflüge, Urlaub oder auch das ein oder andere "Extra" bei dem man nicht gleich aufs Geld schauen muss.

      LG Irina

      Ich finde das Wort "Fremdbetreuung" albern. Ich kenne die Erzieherinnen meiner Kinder sehr gut. Wir sind ein kleines Dorf mit einem kleinen Kindergarten und hier kennt jeder jeden.

      Ich war/bin nachmittags immer zu Hause und liebe es, Zeit mit meinen Kindern zu verbringen. Wir basteln, malen, spielen, gehen raus, treffen Spielfreunde. Meine Kinder gehen vormittags mit viel Freude in den Kindergarten, mit den gleichen Kindern mit denen sie schon in der evangelischen Krabbelgruppe zwischen den Mamis rumgerollt sind und mit denen sie zwischen 1,5 und 2,5 Jahren zur "Dorftagesmutter" gegangen sind.

      Meine Kinder haben viele Freunde und man merkt ihnen laut Erzieherinnen an, dass sie gern und viel mit anderen Kindern spielen. Sie sind beide ausgesprochen kreativ, malen und basteln wunderschön und sind schlank und sportlich. Sie backen und kochen gern mit mir und können einiges selber. Wir haben eine sehr innige Beziehung und es macht richtig Spass mit ihnen. ;-)

      Ich kam nie auf die Idee, dass es ihnen schaden könnte, nicht immerzu zu Hause oder bei Blutsverwandten zu sein, das Denken kenne ich nur aus Internetforen.

      In meiner Lebensrealität gibt es nur sehr, sehr wenige Frauen, die dieser Meinung sind, trotz altes Bundesgebiet und ländliche Gegend. Hier wird da nicht so ein "Kult" drum gemacht. Alle Kinder gehen mit zwei in den Kindergarten und fangen mit kleinen playdates an und die Mamas kennen sich fast alle schon.mit drei kommt keins mehr "dazu".

      Deswegen fühle ich mich ganz normal. Ausser wenn ich hier lese. ;-)

      Meine Kinder haben bisher noch nicht gesagt dass es sie gestört hat, mit 4 Monaten ganztags betreut worden zu sein.

      Ich kann auch im Rückblick dazu stehen dass es für mich richtig war, es so zu machen.
      Meine Eltern waren selbständig und haben den ganzen Tag im Betrieb verbracht.
      Ich hatte meine Eltern zwar 24 h um mich aber sie haben sich nicht um mich gekümmert, es gab weder warmes Essen noch Zuwendung.

      Ich wäre lieber im Kindergarten gewesen, durfte aber nicht hin.

      (11) 19.02.17 - 22:39

      Meine Tochter geht seit sie 19 Monate ist 2-3 Tage die Woche in die Kita. Es war anfangs sehr schwer, in dem Alter, und sie hat lange gebraucht, bis sie eingewöhnt war. Was allerdings auch ein sprachliches Problem war, da sie bisher fast nur deutsch kannte, und in der Kita Englisch geredet wurde. Ist dann natürlich heftig fürs Kind. Ich hab sie lange begleitet und erst nach und nach die Dauer vergrößert. Geschlafen und gegessen hat sie sehr schnell da, aber sie hat uns vermisst und das auch lange gezeigt.

      Aber es war die richtige Entscheidung.

      Und das, obwohl wir es uns hätten leisten können, dass ich zu Hause bleibe, de facto haben wir sogar 5 Monate draufgezahlt um sie in die Kita zu schicken, bis ich dann meinen Job angefangen hab.

      Mir ist mit ihr einfach die Decke auf den Kopf gefallen, ich bin nicht so kreativ wenn es um Spielideen geht, ich brauchte nach 19 Monaten auch einfach mal wieder etwas Zeit für mich. Von einer gestressten, gleichzeitig gelangweilten und unglücklichen Mutter zu Hause hat meine Tochter nichts. Ich hab mich in der Zeit von zu Hause aus fortgebildet UND genossen, einfach mal Ruhe zu haben.
      Uns war neben Kontakt zu anderen Kindern und den offensicchtlichen Vorteilen einer Kita auch wichtig, dass die Kleine Englisch lernt. Jetzt mit 3 kann sie beide Sprachen.

      Da die Eltern in meiner Umgebung dafür alle großes Verständnis zeig(t)en, ist mir das ziemlich wumpe, wenn sich hier darüber aufgeregt wird.

      Fremdbetreuung finde ich auch ein blödes Wort.

      Hallo,

      Ich hab zwei Kinder und hab jeweils nach vier Monaten wieder angefangen zu arbeiten. Bevor ich Mutter wurde, wollte ich das eigentlich früher, aber ich hatte keinen früheren Platz gefunden.

      Für meine Tochter war das im Nachhinein das Beste, was ich tun konnte. Sie war ein absolutes Schreibaby und nichts konnte sie zufrieden stellen. Als sie dann in der Krippe war, war sie endlich mal ein bisschen ausgeglichen. Ich war ihr einfach nicht genug, sie brauchte mehr Kinder.

      Bei meinem Sohn war das anders, der ruht stärker in sich selbst. Aber der hat ja auch immer die große Schwester als Ablenkung...
      Er freut sich trotzdem an jeglicher Ablenkung. Und liebt alle Betreuung, hat sich auch später oft eher beklagt, wenn ich ihn früher abgeholt habe.

      Auf der anderen Seite genießt er unsere Mama-Zeit immer sehr.

      Viele Grüße

      Hallo,

      wir wollten unseren Sohn unter keinen Umständen unter 3 in die "Fremdbetreuung" (ich finde das auch ein blödes Wort, natürlich kenne ich die Menschen, die mein Kind betreuuen) geben. Soweit die Theorie. Und dann zeigte sich, dass unser Alltag (Landwirtschaft) zwar davon geprägt ist, dass wir beide irgendwie da sind - aber die Arbeit muss ja trotzdem getan werden. Und Oma ist zwar da, aber auch hier hat sich gezeigt, dass das nicht immer so einfach und selbstverständlich klappt. Als sich dann noch Nr. 2 angekündigt hat, stand relativ schnell fest, dass Nr 1 mit 18 Monaten in die Krippe kommt für 4 Stünden am Tag.

      Und jetzt nach einem guten halben Jahr sage ich: es war für uns alle die beste Entscheidung. Es tut ihm unheimlich gut und ich kann ein paar Stunden konzentriert arbeiten.

      Nr 2 kommt dann auch mit 18 Monaten in die Krippe.

      Ich finde, dass sollte man immer ein bisschen vom Kind abhängig machen, zumindest wenn man es sich finanziell leisten kann. Jedes Kind ist anders und hat andere Bedürfnisse. Meine große Tochter zum Beispiel (heute 8), hätte ich bevor sie 3 Jahre alt ist, nicht in den Kindergarten geben können. Sie ist ein totales Mama-Kind gewesen und sehr anhänglich. Die Kleine (heute fast 7), hätte ich nicht zuhause lassen können, bis sie 3 Jahre alt ist. Sie wollte von Anfang an mit ihrer Schwester in den Kindergarten und kam dann mit 2 in den Kindergarten. Arbeiten gegangen bin ich aber stundenweise immer schon, als die Kinder 5 Monate alt waren. Immer erst abends, wenn mein Mann zuhause war, um selbst mal was anderes zu sehen als den ganzen Tag Kinder und Haushalt. Aber wirklich nur stundenweise (habe mit 4Std/Wo angefangen). Seit beide Kinder in den Kindergarten gehen, arbeite ich wieder 25 Std/Wo und das reicht mir vollkommen. Mittlerweile sind beide Kinder in der Schule. Sie gehen in eine Ganztagsklasse, d.h., sie haben 3 mal pro Woche bis 15.00Uhr Schule und 2x pro Woche bis 12.30Uhr. Da bleibt noch genug Zeit für Freizeitaktivitäten, Freunde treffen und einfach nur Kind sein. Meine Stunden habe ich trotzdem nicht erhöht. Dann habe ich an den langen Tagen meiner Kinder manchmal noch etwas Zeit für mich und ich gehe später viel entspannter mit den Kindern um, wenn sie von der Schule kommen. Es gibt hier zahlreiche Kinder, die in der Schule bis 17.00Uhr betreut werden, weil die Eltern beide ganztags arbeiten. Das käme für mich nicht in Frage und manchmal tun mir diese Kinder auch ehrlich gesagt leid. Abends um 17.00Uhr ist doch der Tag ehrlich gesagt schon fast gelaufen und es gibt kaum Möglichkeiten mehr, sich nochmal mit einem Freund zu verabreden oder Ähnliches. Ich sehe hier bei uns an der Schule , dass es auch sehr viele auffällige und aggressive Kinder gibt und in den Klassen gibt es Probleme mit Sozialverhalten und Mobbing. Die Lehrer appellieren hier an die Eltern, sich doch bitte mehr mit ihren Kindern zu beschäftigen! Ich habe mich demletzt mit der Klassenlehrerin meiner Tochter unterhalten und sie gefragt, ob sie denkt, dass die Auffälligkeiten der Kinder über die Jahre zugenommen haben. Sie bejahte mir ganz klar die Frage und sagte, sie hätte das Gefühl, dass den Kindern durch die frühe "Fremdbetreuung" die Nestwärme fehle ! Natürlich kann man das nicht verallgemeinern, aber ich sehe es leider ähnlich.
      Letztendlich muss es jeder für sich und seine Kinder selbst entscheiden.

Top Diskussionen anzeigen