Fühle mich unvollständig

    • (1) 02.03.17 - 21:52

      Hallo!
      Ich muss das einfach mal loswerden, da ich sonst mit meinen eigenen Gedanken verrückt werde..
      Ich bin eine junge (22 jährige) Mutter von einem 7 Monate alten Baby und eigentlich geht es mir gut, schöne Wohnung, großer Garten, Hund und ein erfolgreicher Mann, und genau das letzte ist der Punkt. Mein Mann macht einen Karrieresprung nach dem anderen und ich bin zuhause und spiele die Hausfrau. Ich habe bisher keine Ausbildung da ich nach meinem Einstellungstest schwanger wurde. Versteht mich nicht falsch, ich liebe es Mutter zu sein und ich liebe meinen Sohn über alles, aber ohne Job/Ausbildung fühle ich mich total unvollständig. Mein Mann macht ohne Ende Weiterbildungen und steigt immer höher und erzählt natürlich täglich lautstark davon. Ich könnte jedes Mal vor Wut und Eifersucht platzen, aber ich freue mich eig auch für ihn und bin stolz auf ihn... Ich war nie ein Mensch der einfach nur zuhause ist...
      Kennt jemand dieses Gefühl und wie habt ihr das überwältigt?
      Danke schonmal

      • Die einzige Möglichkeit, dieses Gefühl zu überwinden, besteht darin, eine Ausbildung zu machen. Was hast du denn bisher gemacht?
        Jammern hilft jetzt aber nichts, erst mal müsst ihr eine Betreuung für euer Kind haben.

        >>>Mein Mann macht ohne Ende Weiterbildungen und steigt immer höher und erzählt natürlich täglich lautstark davon.<<<
        Hört sich sehr unsympathisch an, er wird ja nicht jeden Tag befördert werden.

        Alles hat seien Zeit. Versuche, mehr im Hier und Jetzt zu leben. Im Moment ist es gerade gut, bei Deinem Baby zu Hause zu sein. Wenn Du es willst, kannst Du deine Ziele auch erreichen. Vielleicht in einem anderen Zeitraum, als Andere ohne Kind, aber das ist doch egal. Ich habe 5 Kinder und habe dadurch nach meinem Studium viel länger gebraucht, bis ich mit der Weiterbildung in Teilzeit fertig wurde. Aber vor 2 Jahren habe ich es endlich geschafft! Ich habe in all den Jahren nie etwas Abwertendes darüber gehört, dass ich noch nicht so weit bin wie Andere in meinem Alter, da ich ja zeitgleich noch andere Aufgaben bewältigt habe, die auch viel Kraft gekostet haben und an denen ich auch sehr reifen konnte.

        Du machst gerade auch viele Fortbildungen mit Deinem Kind! Überlege doch mal, was Du gerade alles lernst! Management von Zeit und Geld, Kinderheilkunde, Kindererziehung, Teamfähigkeit, ...

        Und bitte, warum machst Du nichts dagegen? Dasitzen und jammern, während Dein Mann bildungsmäßig davonzieht hilft nicht.
        Wenn Du es WILLST, schaffst Du auch eine Ausbildung über ein Fernstudium. Informiere Dich mal, da gibt es sehr gute Institute. Sicher muss man sich anstrengen, aber ich kenne zwei Frauen, die trotz Kinder auf diesem Wege gute Berufe erlernten und dann in den Beruf einstiegen, als das Kind in den Kindergarten ging.
        Nur wollen muss man.
        LG Moni

        • Das ist lieb danke. Ich will auch gar nicht jammern, ich habe grade mit meinem Mann darüber gesprochen und solange mein kleiner Nocj nicht in den KiGa geht, womit ich auch noch bis zu seinem 3 Lebensjahr warte, werde ich vielleicht erstmal mein Hobby zum Beruf machen. Ich erstelle Motivtorten und das kann ich schließlich auch von Zuhause aus. Ich bin mal gespannt was daraus wird. :)
          Danach werde ich meinen Traumberuf wieder anstreben. :)

          Er sagt auch dass er mich dabei mit allen Mitteln unterstützen wird.

          Danke für eure Antworten. :))

          • Dann mach einen Blog auf und stelle Deine Torten vor. Sowas gibt es zwar schon, aber da man die eh auf Wunsch macht in seiner nicht allzu entfernten Umgebung, kann man sicher auch damit viel Spaß haben und noch Geld verdienen.
            Hauptsache, man tut überhaupt was, damit man sich besser fühlt. Ehrlich gesagt hätte ich mir lebenslang nicht vorstellen können, mit Kind zuhause zu sitzen..... ich hab es nie bereut, immer berufstätig gewesen zu sein, auch wenn es nicht immer einfach war. Seit ich aufgrund Altersteilzeit zuhause bin, fehlt mir einfach alles. Meine Kollegen, der Job an sich, die vielen Menschen, mit denen ich zu tun hatte.
            Und noch was - ich war NIE abhängig vom Einkommen eines Mannes......denk mal drüber nach.;-)
            LG Moni

          • Hallo
            Mal aus Interesse, was ist dein Traumberuf?
            Ich frage einfach weil es mir so vorkommt als ob es für dich mehr der Neid,übertrieben gesagt, ist als der eigene Wille und Wunsch selbst zu arbeiten. Was hast du nach deinem Schulabschluss gemacht, oder besser gesagt was hast du gemacht dass dich mit mehreren Jahren Leerlauf aus anderen Bewerbern hervorhebt?
            Selbstverständlich gibt es auch Menschen die um einiges älter sind wenn sie (erneut) eine Ausbildung machen. Fakt ist aber einfach dass auf jede Ausschreibung x Bewerbungen kommen. Wird man dann eingeladen, sei es zu einem Gespräch oder zu einem Einstellungstest, ist man zwar einen Schritt weiter aber bei weitem noch nicht am Ziel.

            Liebe Grüße #blume

            (8) 03.03.17 - 08:48

            Das ist natürlich eure Entscheidung, aber ich würde dir davon abraten eine so lange Erziehungspause zu machen.

            Du bist damit anscheinend nicht glücklich und es macht sich einfach auch nicht gut im Lebenslauf. Ich weiß nicht was du beruflich noch vorhast, aber wie deine Prioritäten liegen lesen künftige Arbeitgeber gerne aus dem Lebenslauf.

            Und eine 22 jährige die ohne Berufserfahrung oder Ausbildung drei Jahre zuhause sitzt wirkt leider nicht als wäre ihr eine Karriere wichtig.

            Dir fällt doch bestimmt die Decke auf den Kopf, als junge Mutter nur mit Baby Zuhause. Möchtest du so wirklich die nächsten drei Jahre verbringen?

            Das ist natürlich nur meine persönliche Meinung. Mein Sohn ging mit 18 Monaten von 8-14 Uhr in die Krippe und ich halbtags arbeiten. Mir hat das wahnsinnig gut getan und mein Sohn hat auch von den Erfahrungen mit den anderen Kindern profitiert.

            Jetzt ist euer Baby ja noch sehr klein und es fällt dir vielleicht schwer dir vorzustellen das du dich stundenlang von ihm trennst. Aber warte einfach ab und wenn du unglücklich bis und dich nicht mehr wohl damit fühlst- überdenke ruhig nochmal die getroffene Entscheidung.

            Du wärst nicht die erste die früher wieder beruflich einsteigt als sie erst geplant hatte.

            Lg

            Hallo,

            dann wäre es vll sinnvoll dein Kind schon ein Jahr eher in Betreuung zu geben. In 2,5 Jahren kann noch viel passieren und nicht, dass du dir später frustriert denkst: Ach jetzt bleib ich Hausfrau. Mein Mann verdient ja genug.

            Ansonsten ist das mit den Motivtorten ja schon mal eine gute Idee.

            Oder wäre ein Fernstudium etwas für dich?

        Es muss denke ich nicht mal unbedingt gleich ein Fernstudium sein, als ersten Schritt kann man sich auch erstmal selbst zu den Themen informieren, in denen man sich gerne weiterentwickeln möchte.

    Hallo
    Bitte arbeite auch an deiner Zukunft anstatt nur daheim zu sitzen und zu denken "hätte aber gerne".Was an der Zukunft arbeiten konkret heißt kommt auf deine Situation an, wie sieht es mit der Betreuung vom Kind aus, das ist ein sehr wichtiger Punkt, was willst du genau machen, welche Möglichkeiten gibt es da usw.
    Ich wurde mit 17 Mutter und habe während meiner Schwangerschaft einige andere mitschwangere in meinem Alter kennen gelernt. Etwas dass uns immer und immer wieder geraten wurde, an unsere berufliche Zukunft denken. Zu oft wurde erlebt dass junge Mutter untergangen sind weil sie dachte irgendwann wann mal, weitere Kinder folgten,....

    Dabei geht es ja auch wirklich nicht um Karriere machen sondern ganz einfach darum nicht ohne etwas dazustehen oder bessergesagt nur mit der Möglichkeit zu jobben.

    LG

    Hallo,

    ich würde mich ohne Ausbildung genauso fühlen wie du. Aber warum bestehst du dann auf drei Jahren Erziehungszeit? Die muss man sich leisten können, auch zeitlich. Mit frühestens 25 Jahren eine Ausbildung zu beginnen, ist schwer. Wer nimmt schon so einen "alten" Azubi? Klar, irgendetwas könntest du schon finden, aber ob das dann dein Traumjob ist?

    Und Motivtorten herstellen, na ja, schön und gut, nettes Hobby, aber mit einer Ausbildung absolut nicht vergleichbar. Lieber einen Minijob suchen und am Wochenende arbeiten. Das bringt mit Sicherheit auch mehr Geld ein.

    Auch die unterschiedliche geistige Weiterentwicklung würde mir Sorgen machen. Ich persönlich habe lieber einen Partner auf Augenhöhe.

    Viele Grüße

    Heike

    Hallo,

    naja, zu einem gewissen Grad kennen das wahrscheinlich viele Frauen, denn es sind nun mal idR die Frauen, die daheim bleiben, wenn es Nachwuchs gibt ... Ich finde es generell gut, wenn man 3 Jahre EZ nimmt, aber ich weiß nicht, ob ich das an deiner Stelle wirklich tun würde. Denn wer weiß, in 2-3 Jahren wollt ihr vielleicht ein weiteres Kind, dh du wärst wieder eine Weile daheim und auch wenn du jetzt ja noch wirklich jung bist, das wird ja nicht so bleiben.

    Überleg dir doch nochmal genau, was du machen möchtest, ob du nicht vielleicht dein Kind mit 1,5 oder 2 wenigstens teilweise zur TaMu geben willst um etwas zu machen. Vielleicht kann dein Mann ja auch mal einen Tag Homeoffice machen oder etwas kürzer treten, damit du auch arbeiten kannst?

    LG

    (14) 03.03.17 - 16:30

    ...ich kann das gut verstehen.

    Und das einzige was hilft, ist eine Nanny, eine Kinderbetreuung welcher Art auch immer und eine Weiterbildung. Deinerseits.

    Ich kenne viele junge Mütter, die genau in der Phase verharren. Jahrelang. sie jammern, dass sie viel mehr könnten wenn sie die Chance hätten, wenn sie nicht daheim "wegem Kind auf die Karriere verzichten". Und in Wahrheit noch nie auch nur beim Berufsberater waren...

    Ziehs durch. Eine Ausbildung nimmt dir keiner mehr weg. Das Kind kann jetzt noch ganz gut ausser Haus betreut werden. Ist es mal in der Schule, hat es gern die Mutter an den freien Tagen da.

    Vielleicht merkst du dann auch, dass du fürs Jobleben doch nicht so gemacht bist, dass es als Hausfrau doch besser ist... dass dich Karriere unter Druck setzt. Aber wenn du dann daheim bleibst, tust du es nicht mit dem Gefühl, auf etwas zu verzichten.

    Ich bin froh, arbeite ich. Mein Mann hat nicht die ganze finanzielle Last, ich bin unabhängig, bleibe im Berufsleben, befasse mich mit anderem als mit den Kids - bin ausgeglichen und happy.

    Das heisst aber nicht, dass es für jede meiner Freundinnen stimmt. Einige blieben ganz daheim nach den Kids, andere gingen arbeiten und nach dem zweiten Kind bleiben sie daheim... jeder wie es für ihn stimmt. Und bei dir stimmt es nicht. Ich finde das in deinem Alter ganz gut. Mach die Ausbildung. Egal was. Einfach ein Abschluss.

    Warum bist du gleich in diese Rolle geraten?

    Es klingt so, als sei einfach klar gewesen, dass DU zuhause bleibst und er Karriere macht. Ok... es macht sicherlich Sinn, denn irgendwer muss die Familie ernähren, aber grundsätzlich hätte ER auch Elternzeit nehmen können und du beginnst die angestrebte Ausbildung (geht übrigens auch in Teilzeit als betreuenden Elternteil) und du wärst dann deutlich weiter als jetzt, wenn er wieder arbeiten geht. Ihr müsstest euch nur finanziell deutlich einschränken für die Zeit.

    Wenn er so erfolgreich ist und gut verdient, dann nehmt euch doch ein au Pair oder eine andere Betreuung ins Haus. Du machst die Ausbildung in Teilzeit und das Kind wird zuhause betreut.

    Angesichts deines alters müsstest du ja wenigstens Fachabi haben oder warum hast du mit 20 noch nichts beruflich auf die Beine gestellt? Studieren kann man auch mit Kind oder über eine Fernuni.

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