Empathie bei Dreijährigen

    • (1) 06.03.17 - 11:10

      Hallo, unser Sohn ist seit Januar 3 und benimmt sich im Umgang mit anderen Kindern manchmal furchtbar. Er ist ziemlich wild und laut und mich nervt das oft. Gestern war ein Freund von uns mit seinem Sohn da und der ist sehr ruhig und ängstlich. Unser Sohn kam gleich auf ihn zugerannt (er spielte gerade Tiger und hatte ein Tigerkostüm an), kam ihm gleich sehr nahe und erzählte ihm extrem laut, dass er ein Tiger ist und ob er auch ein Tiger sein will. Ich habe sofort bemerkt, dass das seinen Spielfreund zu viel war und zu meinem Sohn gesagt: nicht so laut, nicht so doll, schau mal der Junge mag das gerade nicht etc. So ging das dann den ganzen Nachmittag, aber anstatt irgendwas daran zu ändern, verhält sich mein Sohn noch schlimmer. So ist das oft, wenn wor mit anderen Kinder spielen. Ich habe dann schon total oft gar keine Lust auf "playdates", was wiederum auch doof ist. Ich weiss, dass ich wahrscheinlich oft zu angespannt bin und die Kinder einfach manchmal machen lassen sollte, aber ich finde es furchtbar, wenn andere wegen meinem extrovertiertem Kind eingeschüchtert sind.

      Es nervt mich, wenn ich sehe, wie ungebremst er manchmal ist. Besonders seit dem unser zweites Kind im Dezember geboren wurde, habe ich das Gefühl, dass ich viel sensibler auf bestimmte Sachen reagiere und echt schnell aus der Haut fahre. Hinzu kommt, dass ich oft sehr gereizt auch meinem Partner gegenüber bin und unser Sohn das natürlich mitbekommt. Ich bin oft so müde und habe auch oft nicht wirklich die Muße lange mit ihm zu spielen, zu mal ich die typischen Jungsspiele, wie Feuerwehr, Kämpfen etc. nicht gern spiele. Mein Partner meint, ich würde unseren Sohn zu oft zurechtweisen, sei übervorsichtig und würde ihn nicht in seiner Person akzeptieren und oft nicht hinter ihm stehen. Vielleicht hat er Recht, aber mich nervt diese laute unvorsichtige Art im Umgang mit anderen und dann würde ich ihm liebsten in irgendeine Ecke setzen. Außerdem stört es mich, dass meinPartner und unser Sohn
      oft sehr wild spielen. Meinen Mann stört seine wilde Art gar nicht, er meint er soll ja seine Persönlichkeit entfalten können. Aber ich kann dem gar nichts abgewinnen und denke dann oft, dass unser Sohn dadurch unerzogen wird, weil sein Vater soviel Quatsch mit ihm macht. Bin ich zu angespannt? Wie kann ich meinem Sohn mehr Empathievermögen und Rücksicht beibringen? Warum finde ich seine wilde Art so schlimm? Ich bin so genervt! Habt ihr nicht irgendeinen Rat? Übertreibe ich?

      • Hallo,
        Einerseits kann ich verstehen dass dich das stört, andererseits: dein Sohn ist wie er ist! Und es liest sich tatsächlich ein bisschen so als ob dir dein Sohn nicht "gut genug" ist.
        Und durch deine anlehnende Haltung wird dein Sohn wahrscheinlich noch mehr aufstehen. War er schon immer so? Ist es vielleicht extrem seit der Schwangerschaft?

        Ich denke auch du solltest dir erst mal mit deinem Mann einig werden. Wenn er so wild mit ihm ist, kannst du nicht erwarten dass er auf Knopfdruck dann wieder ruhig ist ("das Baby schläft")
        Ich kenne ja nun weder euch noch eure Situation aber ich glaube das alles ist schon so festgefahren dass ihr in einem teufelskreislauf seid.
        Und noch was anderes: kannst DU dich denn IN IHN reinversetzen? Irgendeinen Grund muss sein Verhalten haben. Und das ist sicher nicht dass er dich ärgern will.

        Ich denke du musst erst mal das ergründen bevor du von ihm erwartest sich in andere hineinzuversetzen.
        Lg

        Hallo!

        Dein Sohnnist erst 3 Jahre alt, auch wenn er für Dich "der Große" ist. es ist völlig normal, dass die Empathie erst jetzt so langsam nach und nach kommt - die muss nicht Bumms da sein.

        Jungs dürfen auch wilder Spielen und Toben, weil es eben Kinder sind. Und Jungen neigen dazu, körperbetonter zu spielen. Wenn Du das nicht willst, ok, aber er darf es trotzdem. Außerdem würde es sicher helfen, wenn er Sport machen dürfte, um seine Energie da sinnvoll zu verwenden, wenn Du da nicht mitmachen willst.

        Dein Sohn wird nicht unerzogen, weil sein Vater mit ihm rumtobt, sondern kann so seine Energie sinnvoll ausleben. Das fehlt ihm mit Dir oft, und so soll er dann hin mit der Energie? Auf genau die Art fängt er viel wahrscheinlicher an Blödsinn zu machen, weil er eben nicht weiß, wohin mit sich.

        Bitte akzeptiere, dass er eben ist wie er ist. Er ist kein Erwachsener im Miniformat sondern ein Kind. Er kann auch keine Empathie und Rücksichtnahme lernen, wenn Du selbst so wenig Empathie ihm und seinen Bedürfnissen gegenüber zeigst. Du bist aber erwachsen.

        Du musst doch auch nicht Feuerwehr und kämpfen mit ihm spielen, dafür hat er Papa und das ist auch gut so und soll auch so bleiben.

        Du kannst doch mit ihm Puzzeln, Lesen, Malen einfach ruhigere Sachen spielen und ihm so zeigen, dass man nicht immer laut und vorne dran sein muss. Aber schenke ihm deine Zeit und deine Aufmerksamkeit.

        Ich glaube dein sohn schaut sich auch viel von dir ab. Du bist genervt und lässt ihn das spüren und er muss mit diesem Gefühl auch irgendwo hin. Wieso soll er für andere Kinder Empathie emfpinden, wenn seine Mama auch keine für ihn übrig hat. Weißt du wie ich meine?
        (Das ist jetzt sehr überspitzt ausgedrückt und ich will damit nicht sagen dass du deinen sohn nicht liebst oder sowas!!!!). Ich denke du musst deine Haltung verändern und dann wird er sich auch "ändern".

      • Ich kann verstehen, dass dich das Verhalten deines Sohnes stört und bin ehrlich gesagt froh, dass du so sensibel reagierst. Leider gibt es nicht viele Jungs-Mamas, die so denken. Viele lassen ihren kleinen Raubeinen absolut immer freien Lauf, solange bis die anderen heulen...

        Allerdings denke ich, dass du dich mehr sorgst, als du es eigentlich müsstest. Euer Sohn ist ein aufgeweckter energetischer Junge und die meisten Jungs haben extrem viel Energie - diese muss raus. Auch sind Kinder, besonders wenn sie aufgedreht sind, extrem laut und forsch. Soll heißen, das Verhalten eures Sohnes ist wahrscheinlich völlig normal. Er kann einfach nicht verstehen, warum ein anderes Kind sein tolles Tiger-Spiel nicht mitspielen will und einfach nur schüchtern ist.

        Lernen muss hier aber nicht nur dein Sohn, dass er Rücksicht nehmen muss. Auch schüchterne Kinder müssen lernen, dass es Kinder gibt, die anders sind als sie selbst. Gegenseitige Toleranz und Akzeptanz müssen erst gelernt werden.

        Du vermittelst deinem Sohn, dass er Rücksicht nehmen muss und dass der andere Junge noch nicht direkt so wild spielen will. Versuche, Alternativen anzubieten oder aber Playdates mit mehreren Kindern auszumachen als nur mit einem. Es finden sich dann immer die zusammen, die gemeinsam spielen möchten. Vielleicht findest du auch ein zu deinem Sohn "passendes" Kind, mit dem ihr euch öfter treffen könnt.

        Unsere Tochter ist auch oft bei fremden Kindern erstmal schüchtern, taut dann aber nach ein paar Minuten auf. Dass andere lauter und forscher sind, damit muss sie zu leben lernen - diese Unterschiede wird es im weiteren Leben ja immer wieder geben.

        Ich würde an deiner Stelle die Kinder machen lassen, meistens kommen sie besser klar als man denkt. Wenn deinem Sohn das andere, schüchterne Kind zu langweilig wird, dann nimmt er schon Abstand und sucht sich etwas anderes. Hilfreich sind da vielleicht Dates auf dem Spielplatz, da können Kinder auf andere Spielpartner ausweichen. Solange nicht gehauen wird oder andere "Ungerechtigkeiten" geschehen, lass die Kinder machen.

        >> Aber ich kann dem gar nichts abgewinnen und denke dann oft, dass unser Sohn dadurch unerzogen wird, weil sein Vater soviel Quatsch mit ihm macht. <<

        Das denke ich nicht. Mit unserer Tochter spiele ich teilweise extrem wild und laut. Das hat an ihrem empathischen Verhalten gegenüber mit oder anderen Kindern aber nichts verändert.

        (6) 06.03.17 - 11:41

        Ich kann das verstehen, du hast ein dünnes Fell und reagierst sehr stark auf Umweltreize, insbesondere Unruhe und Lautstärke.

        Aber das ist nicht das Problem deines temperamentvollen Kindes, sondern eines, was du für dich lösen solltest.

        Dein Sohn ist ein normales, aufgeschlossenes Kind mit einem gesunden Bewegungsdrang, der mit seinen drei Jahren die Grenzen seiner Mitmenschen erst noch ergründen muss.

        Seine zartbesaiteten Spielgefährten müssen nur vor Gewalt geschützt werden, gegen Aufdringlichkeit können sie sich selber wehren.:-)

        Er ist erst drei!
        Kein zu allumfassendem Reflektionsvermögen befähigter Großer!

        Mein Sohn regierte auch immer ängstlich bis abwehrend, wenn stürmische Kinder ihn mit ihren Avancen bedrängten.
        Geschadet hat es ihm aber sicher nicht und er hat früh verstanden, dass alle Menschen mit unterschiedlicher Leidenschaft ausgestattet sind.

      • Ich schreib dir mal ein paar meiner Gedanken auf:
        -vielleicht denken andere Eltern:" ach ich hätte auch gerne so ein mutiges aufgewecktes aufgeschlossenes Kind!" und keins dass sich immer hinter meinem Bein versteckt!
        - bzgl. seiner Sprachlautstärke-> bist du sicher das er gut hören kann (flüster ihm doch mal leise was zu), Kinder die schlecht hören sprechen oft unangemessen laut
        -ich würde mit ihm nur das spielen was ich auch mag (lesen, malen, ...)
        - das Papa zum toben da ist ist doch super und schadet sicher nicht sondern tut ihm gut!!!
        - kann es sein dass du dich am meisten auf ihn konzentrierst wenn er laut und wild ist (das er dann am meisten Beachtung bekommt?)
        -ist er vielleicht nur in der Begrüßungssituation wenn Freunde kommen so aufgekratzt? Das kennen doch alle Eltern das die Kinder manchmal aufgedreht sind! Bei ihm kommt es eben gleich am Anfang!
        - ich würde mit ihm viel nach draußen gehen, auf dem Spielplatz findet er vielleicht ja andere "wilde" Kinder, mit denen er toben kann
        - geht er in den KiGA? Wie beurteilen die Erzieher die Situation?

        Mein Gedanke beim Lesen Deines Postings:
        natürlich muß (und wird) Dein Kind lernen, auf die Gefühle anderer Rücksicht zu nehmen und andere nicht zu bedrängen. Vieles von seinem Verhalten ist altersgeschuldet. Er ist gerade mal 3 Jahre geworden, da kann man sicherlich nicht erwarten, dass er sich jetzt schon in andere Menschen reinversetzen kann. Was man aber tun kann, ist, ihm zu erklären, wie andere sich gerade fühlen, wenn er sich so verhält/dies und das tut, etc. So wird er automatisch mit der Zeit eine gewisse Empathie erlernen.
        Andererseits bin ich bei Deiner Beschreibung Deiner Gefühle für Dein Kind etwas hellhörig.
        Du mußt ihn schon so akzeptieren, wie er ist.
        Er wird sicherlich nie ein schüchternes Sensibelchen werden.
        Er hat seinen Charakter seit seiner Geburt durch die Gene, die Du und Dein Mann ihm mitgegeben habt und das wird sich auch nicht ändern.
        Konzentriere Dich bitte nicht darauf, wie Du ihn gerne hättest, sondern fang an, die Vorzüge seines Charakters zu sehen. Denn durch seine Offenheit, Neugier und seine aufgeweckte Art werden ihm viele Sachen im Leben viel leichter fallen, als wenn er ein sehr schüchternes Kind wäre.
        Akzeptiere und liebe ihn so wie er ist und bestärke ihn darin, dass er so, wie er ist, perfekt ist!

        Ich hab auch so einen wilden 2,5 jährigen zu Hause ebenso ein knapp 5 Wochen altes Baby. Seit das Baby da ist, reagiere ich auch empfindlicher einfach weil ich müder als sonst bin. Aber ganz ehrlich? Das ist mein bzw dein Problem und nicht das unserer Kinder. Zu allererst einmal nehme ich mein Kind an wie es ist. Mein Sohn ist wunderbar so wie er ist. Und dann kann ich am genervt sein arbeiten und Strategien finden, wie ich in anstrengenden Momenten die Ruhe bewahre denn deine Genervtheit überträgt sich direkt wieder auf den Kind.

        Dein Sohn akzeptiert dich und liebt dich bedingungslos. Das sollten wir als Eltern auch so erwidern.

        (10) 06.03.17 - 13:55

        Eigentlich würde ich sagen, ja du übertreibst und dein Kind eine Runde bedauern, weil du dich nicht mit der Entwicklung (d)eines Kindes beschäftigt hast.
        Aber, ich kann verstehen, das es erschreckend ist, wenn das Kind einen ganz anderen Charakter hat, als man selber. Einfach weil das Verständnis dafür fehlt.
        Ich hatte so ein "stilles Kind", eins kann ich dir sagen...nichts hat mehr genervt als Mütter von Rabauken, die sich ständig dazwischen gemischt haben. Die Kids bekommen das auch gut alleine auf die Kette. Wenn das "stille" Kind nicht mehr zurecht kommt, dann sucht es Schutz bei der Mutter, dann kannst du auch eingreifen. Okay und vielleicht bevor es zu ernsten Verletzungen kommt. Aber ansonsten....laß ihn machen.
        Was du machen kannst: Informiere dich bitte über die Entwicklung von Empathie. Du musst davon weg kommen, deinem Kind ständig so negativ gegenüber zu treten.
        Niemand erwartet von dir, das du beim Spiel den wilden Part übernimmst, wirklich niemand.

        Nimm die Worte deines Mannes sehr ernst, denn er hat ja Recht.
        So lange du nicht akzeptieren kannst, das dein Kind nun mal ein lautes Kind ist, so lange wird sich nichts bessern. Bis dahin sendest du deinem Kind nur ein Signal: "Du bist falsch!"...das bringt euch in Teufelsküche.
        Arbeite an dir selber, ist das erledigt, dann siehst du auch dein Kind mit anderen Augen.

        Hallo,

        ich würde hier mal trennen zwischen "wild" und "empathielos".

        Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun!

        Ok, ein Dreijähriger, der gerade in der Tiger-Rolle steckt,hat evtl Probleme, so schnell auf Empathie umzuschalten. Das wird er mit der Zeit (hoffentlich) lernen. Aber er kann wild und trotzdem sehr empathisch sein!.

        Anders als viele andere hier bin ich allerdings der Meinung, dass man nicht jedes wild sein unbedingt durchgehen lassen muß.

        Der Papa tobt offenbar mit ihm: super. Das heißt aber nicht, dass er den ganzen Tag toben muß.

        Meine Mädels haben, seit sie im Kindergarten sind, auch so ein paar aggressive Spiele erfunden (abgeschaut? ): Sie spielen Wolf, tun so, als ob sie sich beißen, rennen aufeinander zu... Weil meist eine von beiden am Ende heult, ist "Wolf spielen" bei uns verboten. Und wenn sie drinnen zu viel toben, werden sie in den Garten geschickt. Radikal, auch wenn ich keine Zeit hab, mitzugehen. Auch wenn es regnet. Im Klartext heißt das: drinnen wird nicht getobt. Aber da wir einen Garten haben, können sie jeden Tag raus, so viel Sie wollen. Wollen Sie aber meist nicht - plötzlich geht es dann drinnen auch friedlich ; -)
        Komisch, dass bei Mädchen noch nie jemand gemeint hat, ich würde ihre Persönlichkeit beschneiden...

        Auch Jungs können (und müssen!!) lernen, dass toben nicht immer dran ist. Aber genau so eine Einstellung: "er ist ein Junge, er muß doch toben" führt dazu, dass Grundschullehrer heute stöhnen, wenn sie hören, daß ihre Klasse zu 2/3 aus Jungs bestehen wird...!

        Früher waren typische Jungs-Eigenschaften: Fairness, Kameradschaftlichkeit, Ritterlichkeit (d.h.Rücksichtnahme!!)... heute heißt es "Jungs brauchen doch Bewegung". Ja, klar, Mädchen auch, aber nicht rund um die Uhr!!

        Ich würde in dem Augenblick, wo er "Tiger" ist, nicht versuchen, seine Empathie zu wecken. Die hat er sicher, aber in dem Moment braucht es eine klare Ansage: Toben später oder woanders, hier passiert jetzt das und das.

        LG!

        • Nachtrag:

          Toben, womöglich anrempeln u.ä. beobachte ich immer wieder auch als Ausdruck von Unsicherheit. Das würde erklären, warum es ausgerechnet im Umgang mir anderen Kindern so krass ausfällt, dass es dich (mehr als sonst?) stört.

          Also: nicht nur das Toben hier und jetzt verbieten, sondern gleichzeitig eine Alternative anbieten: "Schau, hier kommt xy. Gib ihm mal die Hand. Zeig ihm, wo er seine Jacke hinhängen kann. Jetzt gehen wir ins Wohnzimmer, geh mal vor und zeigt xy den Weg." Usw.

          Wir fahren auch immer ganz gut damit, mit "fremden" Kindern erstmal zusammen zu essen (Am Tisch - und sei es nur Apfel und Kaffee für die Erwachsenen). Dabei kann man sich beschnuppern und die (fast immer vorhandene!) Aufregung runter fahren. Naja, und daß Tiger und Wölfe am Tisch nix zu suchen haben, versteht sich ja wohl von selbst ;-)

          LG!

      Im Allgemeinen, glaube ich, haben es extrovertierte Kinder oft einfacher. (z.B. Schule) Aber ich habe das Gefühl, dass bei SChüchternheit mehr akzeptiert wird, dass man einfach so ist und man kann ja nichts dafür... so wie du auch Verständnis für das schüchterne Kind hast. Genauso schwierig ist es aber auch für extrovertierte Kinder sich zurückzunehmen. So viel Emphatie kann man da noch nicht erwarten. Von dem schüchternen Kind erwartet man ja auch nicht, dass es weniger schüchtern ist, damit das andere Kind mehr Spaß hat. Empathie kann man nur entwickeln, wenn man sie erlebt. Sag deinem Sohn doch vielleicht manchmal. Eigentlich ist mir das gerade zu wild, aber ich weiß, du brauchst das gerade und tobe dann mit ihm herum. Dann erfährt er, dass du Rücksicht auf seine wilde Art nimmst, obwohl du jetzt nicht unbedingt wild rumtoben möchtest.

      (14) 09.03.17 - 10:34

      hallo!

      entwicklungspsychologisch gesehen lebt ein 3jähriges kind noch in einer sehr ichbezogenen welt. erst ab etwa vier jahren entwickeln kinder die fähigkeit sich in andere hineinzuversetzen, spätestens ab dem grundschulalter kommt die moralvorstellung dazu.
      (wenn du dich dafür interessierst dann google doch mal nach piaget).

      zudem beginnt die "magische phase" die bis etwa 9 jahren geht, das heißt auch das spiel wird sehr lebhaft und phantastisch, bei einigen kindern kann das sehr intensiv sein, bei anderen eher verhalten.
      ich denke das sind sehr wichtige punkte um das verhalten deines kindes zu verstehen. vieles KANN er einfach noch nicht umsetzen. sicherlich gibt es kinder die allgemein wilder sind und eine genderorientierte erziehung lässt das bei jungs stärker zu als bei mädchen. mit hormonen hat das in dem alter noch gar nichts zu tun. es gibt auch sehr stille jungs und sehr wilde mädchen.

      trotzdem bist du als mutter natürlich ein vorbild und solltest auch grenzen deutlich machen wenn dein kind "übergriffig" wird und sein verhalten lenken. das schwierige daran ist nicht in eine spirale zu kommen in der das kind ein negatives selbstbild bekommt á la ich bin immer der laute störefried.

      mit einem baby ist das jetzt bestimmt alles superanstrengend und dir fehlt sicherlich auch viel schlaf. sage ruhig deinem großen wenn du erschöpft bist, er soll ja auch lernen dass andere auch gefühle haben oder es ihnen mal nicht so gut geht.

      ich bin ein großer freund der achtsamkeitsbasierten erziehung und empfehle dir deshalb folgenden link: https://www.mit-kindern-wachsen.de/ressourcen
      vielleicht hilft dir das ja weiter :)

      Hi,

      ich kann Dich verstehen, das ist, wie wenn Du meinen Sohn beschreiben würdest, als er in dem Alter war. Nur war ich weniger genervt - hatte allerdings auch kein zweites - und hab ihn genügend ausgepowert. Dass Dein Mann wild mit ihm spielt, ist geradezu super, denn er findet in ihm doch eine gewisse Ausgeglichenheit zu Deinem ruhigen Wesen. Ich kann Dich beruhigen: Nur, weil er jetzt so aufgedreht ist und offen auf andere zugeht mit seinem Tigerkostüm (ist doch süss) wird er nicht zwangsläufig unerzogen oder zu wild. Mit unerzogen hat das wenig zu tun.
      Meiner ist jetzt 25, weiß sich sehr gut zu benehmen und ist trotz seiner Wildheit in Kindheitstagen ein toller Erwachsener mit einem ausgeprägt guten Sozialverhalten geworden.
      Also, ruhig Blut
      lg
      Nonna Maria

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