Wie viele Stunden arbeiten und wie viel Betreuung?

    • (1) 28.03.17 - 15:31

      Meine Elternzeit endet am 31.08. und deswegen beschäftigt mich aktuell die Frage, wie viele Stunden ich arbeiten gehe und wie viele Stunden unser Sohn (dann ein Jahr alt) betreut werden soll. Wir möchten ihn zur Tagesmutter geben und haben schon eine in Aussicht, die mir sehr zusagt. Allerdings nimmt sie nur Vollzeitkinder, also für mindestens 35 Stunden pro Woche. ich hatte eigentlich vor, nur 20 Stunden zu arbeiten, verteilt auf vier Tage. Doch wenn der Kleine so lange betreut wird, müsste ich natürlich, damit es sich lohnt, fast voll arbeiten. Das ist mir eigentlich für den Anfang zu viel, ich hätte aber ein schlechtes Gewissen, weniger zu arbeiten und ihn trotzdem so viel betreuen zu lassen. Zumal ich Angst habe, dass es der Bindung zum Kind schadet, wenn es so früh so viele Stunden betreut wird.
      Was sind eure Erfahrungen?

      • Meine Große kam mit 4,5 Monaten halbtags in die Krippe. Mit 10 Monaten Vollzeit. Der Bindung hat es nicht geschadet.

        Hi,ich habe nach der Elternzeit mit unserer großen 35h gearbeitet und sie wurde 40h betreut. Jetzt mit zweien habe ich mit 30h angefangen und stocke nach und nach auf 35h auf.

        Lg und alles gute

        Überdenk doch nochmal, ob du wirklich diese Kinderfrau nehmen willst.

        Willst du dir von einer Tagesmutter diktieren lassen, wie viel du arbeiten sollst?

        Es gibt auch andere gute Betreuungsmodelle. Meine waren im Hort (Babygruppe 4 Kinder pro Frau, Kleinkindergruppe 8 Kinder pro Frau, mindestens 2 Frauen mussten in der Betreuung anwesend sein). ab CHF 110.--/Kind und Tag. Waldtag, Sporttag, Kunsttag... etwas Montesori-Mässig angehaucht, kein Luxus und kein Frühchinesisch :-))

        Der Kinderhort (Kinderkrippe) ist zu unrecht verteufelt, du musst nur einfach akzeptieren, dass es halt auch mehr kostet, als ein Hundesitter :-). Aber dann ist es sehr bereichernd. Der Bindung hat es auch nie geschadet. Meine waren ab dem fünften Monat 2 bis 3 Tage (je nach Alter) in der Kinderkrippe, bis sie dann mit fünf in die Vorschule kamen. Also zwischen 16 und 24 Stunden Fremdbetreut. Das war sicher sehr gut machbar und bereichernd. Für alle.

        35 Stunden bei einer Tagesmutter finde ich da anspruchsvoller. Aber das musst du entscheiden.

        Für den Hort spricht auch (sofern ihr wirklich gute in der Nähe habt) dass Ferien immer abgedeckt sind, dass du nicht von einer Frau abhängig bist (Krankheit, Unfall, Ueberforderung, Missverständnisse). Kinderkrippen in der Schweiz zeigen dir z.B auch ein pädagogisches Konzept, anhand dessen du siehst, ob dir das Ganze gefällt oder nicht. Bei den Tagesmütter in meinem Umfeld ist das Konzept oft, dass sie neben der eigenen Kinder schlicht auch noch zwei weiter nehmen... was nicht schlecht sein muss, gell!
        Ausserdem nehmen Kinderfrauen öfters auch mehrere Kinder auf, die im Alter ggf. nicht immer so gut passen. Und sieh haben bei Ganztagesbetreuung auch Haushaltspfichten zu erledigen... Einkaufen, Waschen... und klar gehört es dazu, dass das Kind das mit dir erlebt. Aber ob es da nicht mehr Anregung erlebt in einem Hort im Wald, als mit der Tagesmutter einkaufen zu gehen? Aber das ist wirklcih sehr persönlich und kommt auf die Qualität des Hortes, den Standarts und ganz sicher auf die Tagesmutter an.

        Meine Kinder sind jetzt 10 und 8. Und sie haben noch heute wöchentlich Kontakt zu ihren Krippenfreunden! Und das, obwohl die (es war der Hort der Hochschule an der ich einen Master machte) ja gar nicht in der Nähe wohnen! Die passen noch heute super zueinander. Einach eine ähnliche Basis! Wir gehen oft mit diesen ehemaligen Krippenkontakten an Fussballmatchs, Eishockey-Spielen, ins Theater und merken voller Spass, dass die Kinder irgendwie wie Geschwister sind. Gleiche Werte, gleiche Wertschätzung. Die Krippe hat die Kinder mitgeprägt, nicht die Bindung zerstört. Gar nicht!

        Ich muss aber ganz ehrlich sagen: Ich habe so ungefähr das was ich verdient habe für die Krippe wieder ausgegeben. Dafür blieb ich am Ball, habe noch 10 Jahre später denselben coolen Job und war immer total ausgeglichen und hatte nie das Gefühl, es wäre mir Langweilig oder ich verpasse etwas.

        Eine Tagesmutter, die sagt, sie wolle nur Vollwochen-Kids, würde ich nicht nehmen.Das macht nämlich schlicht nur ihre Arbeit und Organisation leichter. Nicht dein Leben. Ich würde auch nicht 35 Stunden arbeiten, wenn 20 reichen. Ich denke, eine Fremdbetreuung zerstört keine Bindung - auch 40 Stunden die Woche nicht. Aber es ist ja auch nicht nötig, wenn 20 Stunden reichen.

      • mein Großer ging mit 12 Monaten an zwei Tagen zu einer TaMu (ca. 12 Stunden). Das war von allen Betreuungsmodellen das blödeste, da er sich nie bei ihr eingewöhnen konnte. Für ihn waren die Tage schrecklich, und zwar so schrecklich, dass er eines Tages in ihrem Wohnzimmer stand und nicht mehr aufhörte zu weinen. Wir mussten ihn dann abholen.

        Danach ging er VZ in einen privaten KiGa, der auch nur VZ angeboten hat. Da ich damals nur an drei Tagen gearbeitet habe, habe ich ihn an meinen freien Tagen nicht immer hin gebracht.

        Meine Zwillinge sind mit 18 Monaten VZ in Betreuung gewesen. Wenn ich nicht arbeiten musste, sind sie auch den ein oder anderen Tag zu Hause geblieben, aber in der Regel waren sie 5 Tage bis ca. 15 Uhr in Betreuung.

        Ich habe zu allen Kindern eine gute Bindung und ich habe in ihrer Entwicklung nichts verpasst. Meine Kinder haben keinen Psychoknacks sondern sie sind allesamt kommunikative, fröhliche und unkomplizierte Wesen.

        Beschwert haben sie sich nie, zumindest nicht über die Betreuung :-)

        LG, Cherish

        Hallo
        Geht es hier ums Buchen oder um die tatsächliche Zeit dort? Hier kannst du buchen wie du willst, früher abholen und nur einmal die volle Zeit ausreizen ist kein Problem.
        Bei meinem ersten Kind hatte ich quasi überhaupt keine Pause und war viel weg, unsere Bindung ist alles andere als beschädigt worden dadurch.
        Gerade bin ich noch daheim, arbeite ein paar Stunden die Wochr und ab September dann wieder richtig. Da meine Schwester überraschend umzieht mussten wir beide unsere Pläne über den Haufen werfen da wir uns mit bringen/holen nach unseren Arbeitszeiten abgewechselt hätten. Meine Kinder(1, fast 2) werden dann einen Platz von 7:00:-16:00 haben haben. Ich werde zwar etwas mehr arbeiten als geplant, dafür auch etwas mehr von zuhause aus. Letztendlich wird es also auf etwa zwei feste lange Tage (zwischen 7:00 und 9:00 bis 15:30-16:00) hinaus laufen. Ansonsten bis 13:30-14:00. Ich bin froh die Sicherheit zu haben, die Kinder haben zwar Oma (die auch weiterhin auf Zeit mit ihnen besteht :-)), feste Papa Tage usw. aber es kann bei uns allen mal was dazwischen kommen.

        LG

      • Meine Tochter kam mit 1,5 Jahren zur Tamu, sie ist jetzt fast 3 Jahre alt.
        Angefangen habe ich auch mit 4 Tage Woche und 20 Stunden. War super stressig. Kind morgens pünktlich bei der Tamu abgeben, damit ich bloß um 8 Uhr im Büro bin und auf meine Stunden komme, um 12 Uhr schnell wieder Kind abholen und nach Hause damit das total erschöpfte Kind schnell ins Bett kommt.

        Jetzt arbeite ich 30 Stunden die Woche auf 5 Tage (Wobei 26 stunden und 4 Tage Woche mir lieber wären, aber es geht ums Elterngeld fürs zweite Kind)
        Meine Tochter hat jetzt einen 45 Stunden Platz bei der Tamu den wir aber nicht komplett ausschöpfen.
        Jetzt ist es morgens stressfreier, wir fahren los wie wir fertig sind, ich habe Gleitzeit und muss bis um 8:30 Uhr auf der Arbeit sein.
        Nachmittags hole ich sie um 15 Uhr ab (sie schläft von 12-14:30 Uhr bei der Tamu) und habe dann ein glückliches zufriedenes ausgeschlafenes kind was ich mit nach Hause nehme und dann haben wir beide den ganzen Nachmittag für uns.
        Donnerstags ist mein langer Tag da ist sie bis um 16 Uhr bei der Tamu und mein Mann holt sie ab.

        Ich finde nicht das es meiner Tochter "schadet" oder unsere Beziehung drunter leidet jetzt wo sie mehr bei der Tamu ist, die Zeit die sie länger dort ist, schläft sie ja eigentlich dann auch nur. Und ob sie das zu Hause macht oder bei der Tamu, ist irgendwie egal. So hat sie jeden Tag einen gleich bleibenden Rhythmus.

        Moin,

        Deiner Bindung schadet es nicht, aber es bedeutet Stress fürs Kind. Wie hoch der Stress ist hängt davon ab wieviel Stunden und wie qualitativ gut die Betreuung ist. Das kann Dir aus der Ferne keiner beantworten.
        Ich finde ehrlich gesagt eine Tamu die für so kleine einen so hohen Stundensatz vorschreiben will sehr suspekt.

        Wenn du die Möglichkeit hast (du willst nur 20 h arbeiten) würde ich mein Kind nie länger als nötig betreuen lassen.

        Lg
        Pikku

        Ich bin mit 30 Stunden wieder arbeiten gegangen, als unser Kind 1 Jahr alt wurde. Die KiTa besuchte sie zwecks Eingewöhnung bereits ab 10 Monate. Da ich 30 Stunden arbeite und auch noch Bring- und Holzeiten hinzu kommen, kommt man locker auf 35 Stunden.

        Unserer Tochter hat die frühe Betreuung - auch mit dieser Stundenzahl - nicht geschadet und auch unsere Beziehung hat keinerlei Schaden genommen. Inzwischen ist sie 3 Jahre alt und ich bin mir immer noch sicher, ihr mit der frühen Betreuung keinen Nachteil zugefügt zu haben. Schon früh ließ ich sie länger in der KiTa, um auch noch in Ruhe Erledigungen vorzunehmen.

        Mein Kind hat mehr Spaß beim Spielen mit den anderen Kindern, als z.B. beim Einkaufen.

        Hallo,

        unsere Tamu hat auch alle Kinder auf 35 Stunden genommen.

        Sie hat feste Zeiten mit den Kindern geplant. Gemeinsames Frühstück etc. Für uns einfach super, weil der Tagesablauf geregelt und strukturiert war.

        Ich selbst habe weniger Stunden gearbeitet und die "kinderfreie" Zeit für Haushalt, Entspannung, das große Kind, ... genutzt.

        Dem betreuten 35h Kind hat es bindungstechnisch nicht geschadet.

        Bedenk auch, dass du zur Arbeit an- und Abfahrtszeiten hast!

        Viele Grüße

        Hi,
        mit 9 Monaten fingen wir die Krippe an.

        Als ich dann arbeiten ging, war TJ genau 11 Monate alt und ging von 7.45 - 16.15, Freitags bis 14 Uhr. Ich ging von 8.15 - 13.30 h, arbeiten, + 30 min. Fahrzeit.

        Da er mittags bis 15 - 15.30 Uhr schlief, hatte ich nur einen Horrortag in der Woche. Ich hätte ihn jeden Tag um 14 Uhr holen können, aber ich hätte ihn aus dem Schlaf gerissen. Er ist dann nicht mehr eingeschlafen und war der Rest des Tages schlecht gelaunt, sehr schlecht gelaunt.

        So habe ich mich und den Haushalt gepflegt und bin um 16 Uhr los, erst den Großen, dann den Kleinen abholen. Hatte mein Mann Frühschicht, hat er auch schon mal den Kleinen um 15.30 h, geholt.

        Unserer Beziehung hat es nicht geschadet.

        Gruß claudia

        Da brauchst du dir keine sorgen machen was die Bindung betrifft! Mit einem Jahr können die ganz genau unterscheiden wer die Eltern sind und wer fremd ist! Eher kannst du dich darauf einstellen, dass er wahrscheinlich bitterlich weinen wird beim ersten abgeben! Muss natürlich nicht sein aber meistens ist das so! Das fand ich mega schwer und habe selbst auf dem weg zur Arbeit nur geheult die erste Woche! Ich würde wenn es finanziell bei euch passt trotzdem nur 20 Stunden arbeiten und ihn vollzeit lassen! So hast du dann auch mal zeit für dich und kannst Dinge erledigen die du sonst nicht schaffst! Ich arbeite vollzeit und habe ebenso einen vollzeitplatz in der Kita! Das ist manchmal schon sehr stressig alles pünktlich hinzubekommen!

        • Danke erst mal für die vielen unterschiedlichen Antworten.
          Zur Tagesmutter: ich kann verstehen, dass sie nur Vollzeitplätze anbietet, denn das ist ja nun einmal ihr Einkommen und wenn einem das nicht zusagt, muss man sein Kind ja nicht von ihr betreuen lassen. Es gibt auch die Möglichkeit, das Kind, vor allem am Anfang machen das Eltern wohl oft so, schon früher abzuholen. Bezahlen muss man natürlich trotzdem für die voellen Stunden (sie wird nicht privat bezahlt, sondern hier läuft das alles über das Jugendamt). Ich hatte schon Kontakt zu anderen Tagesmüttern, die haben mir aber nicht zugesagt, wirkten z.B. sehr unzuverlässlich, haben sich trotz vereinbartem Termin nicht mehr gemeldet usw. Mir ist die Nähe wichtig, denn ich bin auf den Bus angewiesen und möchte morgens nicht ewig unterwegs sein, um die Tagesmutter zu erreichen und dann muss ich ja auch noch den Weg zur Arbeit einplanen. Dazu kommt, dass uns ihr pädagogisches Konzept total zusagt. Ich war letzte Woche drei Stunden bei ihr und ihr Umgang mit den Kindern und ihre Art hat mir so gut gefallen, dass ich mein Kind dort ohne Bedenken abgeben würde. Die Eingewöhnung macht sie ganz sanft, ich soll mich da auf vier Wochen einstellen und das ist sowieso von mir so geplant, deswegen nehme ich länger Elternzeit als ich Elterngeld bekomme. Also entweder sie oder keine. Kita kommt aus verschiedenen Gründen nicht infrage.

          Mein schlechtes Gewissen, den Kleinen 35 Stunden in der Woche betreuen zu lassen, bleibt dennoch. Und immer noch die Frage, wie viele Stunden ich arbeite. Ich weiß, dass ich jederzeit aufstocken kann, aber mit wie vielen Stunden fange ich an?

          • Das hört sich sehr gut an, und ich würde dann auch diese Tagesmutter wählen. Gibt es denn Vorgaben vom Jugendamt, wieviele Stunden du arbeiten musst, um einen 35-Stunden-Platz finanziert zu bekommen? Manche Gemeinden haben da sehr enge Vorgaben. Wenn der Platz so oder so übernommen wird und wenn du jederzeit Stunden aufstocken kannst, dann ist doch alles total entspannt. Fang mit 20 Stunden an zu arbeiten wie geplant. 30 Stunden Betreuung brauchst du dann ja wahrscheinlich sowieso wegen der Wegezeiten. Anfangs holst du deinen Sohn dann halt so früh ab wie es geht. Und wenn du das Gefühl hast, dass es auch gut für ihn ist, länger zu bleiben, dann lässt du ihn länger da. Und wenn das gut klappt, stockst du Stunden auf. So würde ich es wohl machen.
            Ich habe angefangen zu arbeiten als mein Sohn 15 Monate alt war, direkt mit 30 Stunden. Mein Sohn war für 40 Stunden Betreuung angemeldet, genutzt haben wir anfangs nur 32,5. So nach und nach blieb er länger da, die vollen 40 Stunden haben wir jedoch noch nie ausgenutzt. Trotzdem ist es schön, die Möglichkeit zu haben, ihn um 16 Uhr abzuholen, wenn ich z. B. im Stau stehe, einen späteren Termin bei der Arbeit habe, nach der Arbeit noch etwas erledigen muss, das ohne Kind viel stressfreier ist etc. Meist geht mein Sohn sogar einen ganzen Tag die Woche zu Oma und Opa statt in die Kita, so dass wir oftmals nur auf 28 Stunden Betreuung kommen.

            Die Bindung hat nicht gelitten und in der Krippe (oder bei der Tagesmutter) wird ja auch Mittagsschlaf gehalten, so dass frühes Abholen teilweise gar nicht funktioniert. Aber es war anfangs schon sehr sehr stressig für meinen Sohn. Die ersten Monate waren nicht ganz einfach für uns alle. Besser war aber, ihn etwas später zu holen und dann Zeit für ihn zu haben als ihn früher zu holen und dann erst mal noch gemeinsam einkaufen zu müssen.

            Das musst du für dich entscheiden! Ich habe jetzt z.b. Für zwei Jahre angefangen 35 Stunden zu arbeiten! Weniger wollte ich nicht weil ich gerne arbeite bzw. meine Stelle gar keine geringere stundenzahl zuließe! Wir haben (wegen des langen fahrweges) einen ganztagsplatz von 10 Stunden in der Kita! Meist schöpfen wir das gar nicht voll aus aber es ist gut ein bisschen Luft zu haben wenn doch mal was dazwischen kommt!

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