Oma liegt im Sterben-Wie es den Kindern beibringen?

    • (1) 02.04.17 - 15:27

      Hallo an Alle! Meine Schwiegermutter ist an Krebs erkannt und so, wie es im Moment aussieht, wird sie wohl bald daran sterben. Wie bringe ich es meinen Kindern bei, dass es wohl bald zuende ist? Jetzt schon? Oder erst, wenn sie gestorben ist? Sie sind 7 und 8 Jahre und oft bei meinen Schwiegereltern gewesen. Und es waren Omas Lieblinge. Sie wissen, dass Oma sehr krank ist, aber der tot ist doch sehr abstrakt..
      Es ist echt schwierig... Sollen sie sich noch von Oma verabschieden? Oder lieber so in Erinnerubg behalten, wie sie noch vor ein paar Wochen war?!
      Danke!

      • Ein Abschied ist auch für Kinder wichtig. Es gibt zu dem Thema gute Kinder- und Bilderbücher, die sehr sensibel mit dem Thema Tod umgehen. Ich habe immer sehr offen darüber geredet. Und wenn man etwas nicht weiß, dann darf man das auch zugeben. Auch bei Beerdigungen waren meine Kinder teilweise dabei und das war gut so. Auch im KiKa wird ja öfter über dieses Thema gesprochen, vielleicht kannst du im Internet nach entsprechenden Sendungen schauen.

        Und tote Tiere kennen die Beiden doch sicherlich schon. Nur Mut!
        Liebe Grüße,.

        Hallo.
        Das selbe hatte ich vor 1,5 Wochen.
        Es war klar das meine Oma im Sterben liegt und es nur noch eine Frage der Zeit ist bis sie stirbt. Ich habe es meinen Kids gesagt, dass es Oma sehr schlecht geht und sie sterben wird.

        Ich habe es versucht so kindgerecht wie möglich zu gestalten, aber auf der anderen Seite nicht um den heißen Brei rum zu reden. Klar waren die beiden traurig und stellten ein paar Fragen...
        2 Tage später ist meine Oma gestorben und die beiden haben die Nachricht sehr gut aufgenommen. Es war dann quasi der Abschluss und gut war es dann auch. Bis heute kamen keine Fragen mehr oder so.
        Meine Kids sind 6 und 4 Jahre alt.
        LG

        Hallo

        also mein sohn und ich haben schon oft vom Tod gesprochen (er ist 5,5). Er will immer viel wissen. Da wo sein Uropa sehr krank war hat er schon gefragt ob er bald zu Gott in den Himmel geht. Ich habe ihm erklärt das der Uropa schon alt ist und im Augenblick schmerzen hat. Die Ärzte ihm aber helfen können. Nur irgendwann können die ihm nicht mehr helfen und dann wird es so sein das er zu Gott geht und dort keine Schmerzen mehr hat. Er kann sich damit abfinden. Wenn es soweit ist wird er dennoch sehr traurig sein, aber so ist das im Leben und mit der Geburt kommt jeder Mensch dem Tod näher....einer früher und einer später. Mein Sohn wird irgendwann auf alle Fälle mit zur Beerdigung gehen.

        Damals war ich fünf als meine Uroma gestorben ist und ich kann heute noch genau erzählen wie das für mich war. Aber es war richtig, das ich mit bin obwohl mein Vater damals dagegen war.

        LG Hexe12-17

      • (5) 02.04.17 - 17:19

        Ich finde es sehr wichtig, den Tod nicht zu tabuisieren, schon gar nicht den eines engen Angehörigen.
        Als mein Vater an Krebs erkrankte, waren meine Kinder 6 und 8 Jahre alt.
        Selbstverständlich wurden sie gleich mit einbezogen, kamen immer mit ins KH, ließen sich von den Ärtzten erklären, warum Opa nie mehr laufen wird, seine Niere entfernt wird oder sein Bein aussieht wie eine "Kartoffel " ( Deformierung durch Knochenmetastasen).

        Ungewissheit und das Gefühl, dass die Erwachsenen etwas verheimlichen, hätte meine damals 8 jährige Tochter viel mehr geängstigt, als das Einbeziehen in den Krankheits- und späteren Strerbeprozess.
        Ganz bewusst haben wir meinen Vater als Familie knapp zwei Jahre bis zu seinem Tod begleitet und weder ich, noch meine Kinder möchten diese Zeit missen.
        Meine Tochter ist in dieser Zeit sehr gereift und hat ihrem Opa unglaublich viel Kraft und Trost gegeben, hat ihm ihre geheimsten Gedanken verraten und mit ihm über den Tod philosophiert, offen und ehrlich, wie es wahrscheinlich nur Kinder können.
        Als es ihm immer schlechter ging, wollte er, dass wir als Familie wegfahren, er hat uns nach Lissabon geschickt, damit er in Ruhe sterben kann, mit den Kindern in der Nähe, konnte er nicht loslassen.

        Meine Mutter und Geschwister haben nach seinem Tod noch lange bei ihm " gewacht" , den Frieden seiens Todes bewusst aufgenommen, um diesen akzeptieren zu können.

        Ob ich soweit gegangen wäre und meinen Kinder das auch zugemutet hätte, weiß ich nicht.
        Und ich bin froh für sie, dass wir das konkrete Sterben aus der Ferne mitbekommen haben.

        Auch wenn ich als Tochter sehr bedauere, bei seinem Tod nicht bei meinem Vater gewesen zu sein.

        Bei der Beerdigung hat meine Tochter, damals 10 Jahre alt, eine kleine selbstgeschriebene Rede gehalten und alle Gäste sowie den toten Opa sehr gerührt.

        Der Tod ist nunmal absolut natürlich und unumgänglich, Kinder verstehen das intuitiv sehr gut.
        Ungewissheit ängstigt sie, Ehrlichkeit, auch im Umgang mit dem Tod, beruhigt.

        Euch viel Kraft

        für die schwere Zeit

        Hallo,

        wir haben das ganze schon einmal durchgestanden. Mein Vater hatte auch Krebs. Die Diagnose kam im Sommer 2007 und im November 2008 ist er daran gestorben. Meine Tochter war zu dem Zeitpunkt 4 und 5 Jahre alt. Opa und sie waren ein Herz und eine Seele!

        Es ging sehr schnell, dass er keine kraft mehr hatte, mit ihr zu spielen. Sie selbst hat von sich aus den Kontakt irgendwie "ausgeschlichen". Die letzten Wochen war er zu hause und wir waren sehr oft zu Besuch. Zu Letzt war er sehr dünn und sehr apathisch.

        Ich habe ihr gesagt, dass es passieren kann, dass alte und/oder kranke Menschen es manchmal nicht mehr schaffen, gesund zu werden und dann sterben. Ich habe dann auch mal den lieben Gott und den Himmel thematisiert, obwohl wir nicht gläubig sind. Aber das hat beim erklären doch geholfen.

        Irgendwann war es dann soweit, dass ich ihr die traurige Nachricht überbringen musste. Ich hatte tierisch Angst vor ihrer Reaktion und ob ich es schaffen würde, sie zu trösten.

        Letztendlich war sie es dann, die mich getröstet hat und mich in den Arm genommen hat. Sie hat es so hingenommen und es war "ok" für sie.

        Allerdings wollte sie nie darüber reden. NIE! Bis heute nicht. Sie ist jetzt 14.

        Wir haben uns das Buch "Opa, ich kann Hummeln zähmen" gekauft, da geht es um den Tod und darum, ihn zu verarbeiten. Also extra für Kinder.

        "Aber wenn der liebe Gott einmal nicht guckt, kann Opa dann nicht wenigstens einmal winken?"

        Das war alles, was sie jemals dazu gesagt hat.

        Ich wünsche euch ganz viel Kraft und eine Familie, die in den schweren Tagen zusammenhält.

        Liebe Grüße #winke

      • Hallo!

        Ich finde es immer wieder traurig, dass man sich diese Frage stellen muss. Wie meine Vorschreiberinnen schon sagten: Nichts ist so sicher wie der Tod. auch für deine Kinder.

        "Oder lieber so in Erinnerubg behalten, wie sie noch vor ein paar Wochen war?!"

        Wieso? Und wieso sollten ihnen Begegnungen mit der kranken/sterbenden Oma die die schönen Erinnerungen verloren gehen? ich verstehe diese Denkweise nicht. Ich glaube, dass sie sehr viel mehr erinnern und bewusst bewahren werden, wenn sie auch bis zum ende bei Oma sein können.

        Als die Oma meines Mannes starb, waren meine Kinder noch sehr klein. Einer zwei Jahre, der andere gerade geboren. Die Kinder meiner Schwägerin waren so im Grundschulalter. Unser Neffe äußerte nach Omas Tod den Wunsch, die tote Oma sehen zu wollen. Mein Schwägerin war kurz unentschlossen, aber da Oma noch aufgebahrt in der Leichenhalle lag, sind wir alle mit allen Kindern nochmal hin. Und das war dann ein ziemlich schönes Erlebnis. Erst guckten alle unsicher, dann wollte meine Nichte die Oma mal anfassen. Mein Neffe dann auch und mein großer, da noch kleiner Sohn, musste natürlich ebenfalls nochmal an die Oma. Es war ein Begreifen. Das war für uns Erwachsene eine gute Erfahrung. Kinder sind da völlig locker.

        Noch eine Geschichte: Wir haben gerade eine Patienten, die viele Kinder und Enkelkinder hat. Fast immer ist jemand da. Manchmal sitzt jemand in der Ecke und stillt ein Baby, manchmal rennen viele Kleinkinder über den Flur, manchmal sitzen Enkel auf der Bettkante. Der Patientin selber ging es auch schon mal schlechter und wir dachten, sie würde schon gehen. Tat sie aber nicht. Sie nochmal "aufgetaucht" und badet sichtlich in dieser Zuwendung. Man sieht förmlich, wie sie alles in sich aufsaugt, was ihr noch gegeben wird. Gestern habe ich sie "ausufernd" versorgt und sie erzählte dabei so warm von ihrer Familie und wie sehr sich freut, dass sie diese Zeit noch haben kann, dass man sich einfach mitfreuen muss. Ja, die Kinder und Enkel sind alle auch traurig, aber alle halten den Zustand selbstverständlich mit aus. Oma kann nicht mehr weglaufen, die Familie bleibt aus Solidarität bei ihr. So wünsche ich mir das öfter, so will ich das für mich auch mal haben.

        Deshalb: Ja, informiere deine Kinder über den Zustand der Oma. Mit allem, was dazu gehört. Wenn es irgendwie möglich ist, nehmt sie auch mit zu ihr. Sie ist doch noch da!

        Stülpe den Kinder nicht deine Angst und deine Unsicherheit über. Vielleicht kannst du von ihnen lernen, wie man ein wenig entspannter mit der Situation umgehen kann.

        LG

        BITTE halte die Kindernicht von der Oma fern, es wäre falsch, für beide Seiten. Nicht nur, dass die Oma sicher unendlich traurig wäre, auch die Enkel fühlen sich dann doch ausgeschlossen und das fördert dann doch erst Ängste und Unsicherheit. Meine Enkelin hat den Tod ihres wirklich geliebten Opas direkt miterlebt, mein Mann starb zuhause - und sie hat es wunderbar gemeistert, ihm sogar noch ein wunderschönes Bild gemalt, welches sie ihm mitgab bzw. der Bestatter mitnehmen musste.
        Hol Dir evtl ein Buch, meine Tochter hatte auch eines, und sprich mit den Kindern. In Erinnerung behalten sie sowieso die gesunde Oma, ist bei meiner Enkelin auch so, sie erzählte schon so oft, was der Opa alles mit ihr gemacht hat, von Ausflügen usw. Und zur Beerdigung nimmst Du sie bitte auch mit. Meine Enkelin ging sogar an meiner Hand. Ich wünsche euch viel Kraft, aber Du wirst sehen, wie selbstverständlich Kinder mit dem Thema umgehen. LG Moni

        Hallo,

        du hast ja schon jede Menge gute Tipps bekommen.

        Ich finde es wichtig, immer ein offenes Ohr für die Fragen der Kinder zu haben und mit ihnen ganz offen über sterben und den Tod zu sprechen, all ihre Fragen zu beantworten.

        Bezieht die Kinder mit ein, haltet sie nicht von der Oma fern. Ihr Bild und die Erinnerungen an die Oma formt sich auch im Sterben und im Tod.

        Alles gute für euch.

        Viele Grüße

        Hallo!

        Da wir um Moment ein ähnliches Thema haben (Mein Mann ist Todkrank), kann ich dir nur empfehlen offen damit umzugehen.
        Meine Tochter ist zwar schon 13 Jahr alt, hat aber die letzten Monate sehr viel mitbekommen, was auch Absicht war. Sie besucht ihren Vater hin und wieder mal. Solange es ihm noch so einigermaßen geht, soll sie ihn auch sehen dürfen. Später möchte ich ihr das einfach nicht zumuten wollen. Einen Menschen den man liebt so zu sehen ist schon sehr hart. Ich muss sagen das ich mich selber auch davor drücken würde, wenn ich die Wahl hätte.....aber ich muss da durch, meine Tochter nicht in dem Ausmaß.

        Als meine Oma gestorben ist, hat das meine Tochter auch mitbekommen. Sie war traurig damals, meinte aber auch: Uroma war ja auch alt und irgendwann muss man gehen.
        Meine eine Oma ist an Altersschwäche gestorben.

        Mein Mann ist Krebskrank, hat Metastasen im Gehirn und ist halbseitig gelähmt. Er ist ein schwerer Pflegefall und noch auf einer Pflegestelle. Wir standen mittlerweile 3 mal davor ihn wegen einer Blutvergiftung zu verlieren und haben uns auch 3 mal von ihm verabschiedet. Er hats aber immer wieder geschafft.
        Wie lange wir ihn noch haben wissen wir nicht und wir versuchen die Zeit einfach noch zu nutzen. Meine Tochter steckt das bisher besser weg als ich. Sie ist voll aufgeklärt, weiss wie es um ihn steht usw. Wir weinen miteinander, wir hoffen miteinander.

        Verabschieden KANN wichtig für ein Kind sein.....oder auch nicht. Es gibt Kinder die das brauchen, es gibt Kinder für die das dann wirklich sehr prägend ist. Ich bin nicht der Meinung das jedes Kind eine Verabschiedung braucht. Ich war damals bei meiner anderen Oma froh das ich sie so nicht mehr gesehen habe. Sie ist elendig an Krebs gestorben. War wohl sehr Dünn, Wundgelegen usw. DAS wollte ich definitiv nicht sehen als Kind.

        Wenn deine Oma noch relativ 'normal' aussieht, würde ich sie schon mitnehmen.
        Aber im Grunde sind deine Kinder alt genug das sie das vielleicht auch selber entscheiden können. Sag ihnen wie Oma jetzt ausschaut und ob sie sich verabschieden möchten. Sie wird sterben und so haben sie nochmals die Möglichkeit sie zu sehen.

        LG Sonja

        Hallo.

        Mein Schwiegervater ist auch letztes Jahr im März (offiziell) an Krebs erkrankt. War schon fortgeschritten, aber wir erfuhren es erst im März. Es ging sehr schnell abwärts mit ihm. Wir haben sie auch so oft besucht, wie wir "durften" bzw. konnten. Unseren Sohn (8), sein einziger Enkel, haben wir mitgenommen, wenn er es wollte. Wir haben mit ihm über seine Krankheit gesprochen und das der Opa daran sterben wird. Er kam sehr oft mit, nicht immer. Wir haben es ihm überlassen. Aber er hat den Krankenverlauf bildlich mitbekommen, sodass er auch dann besser abschließen konnte, als er dann verstorben war. Er hat dann einiges besser verstehen könne, als wenn wir es ihm erklärt hätten. Auch die Beerdigung war für ihn nicht so schlimm, da sie sehr schön gestaltet wurde. Er durfte auch zum Schluss eine Taube fliegen lassen zu Opa in den Himmel (Opa war im Taubenverein).

        Ich würde sagen, redet offen über diese Krankheit und wie sie ihre Oma verändern wird. Dass es manchmal besser ist, sie gehen zu lassen, als dass sie sich quält.

        Alles Gute und viel Kraft.

        LG

        Ich war auch in dem Alter als meine Uroma damals gestorben ist.

        Allerdings bestand jetzt kein wahnsinnig inniges Verhältnis. Sie hatte schon kurz nach meiner Geburt ihren ersten Schlaganfall und kurz darauf dann den 2. Da war sie dann schon nicht mehr so da. Ich habe sie nur als alte Frau in Erinnerung die in ihrem Stuhl sitzt und so einen Ball in der Hand hat und ihn quetscht. Waren wohl Kräftigungsübungen für die Hand.

        Meine Mutter hat es uns einfach kurz erklärt, was Tod bedeutet wussten wir aber in dem Alter schon, unser Hase war 2 Jahre vorher gestorben.

        Ich würde die Entscheidung deinen Kindern überlassen ob sie sie noch Mal sehen wollen. Erkläre ihnen alles in Ruhe zu Hause, auch dass die Oma ggf. anders aussieht, falls sie Chemo hatte und die Haare ausgefallen sind.

        So offen wie möglich, kindgerecht aber jetzt schon...

        Meine beiden großen waren 3 und 1 jahr alt als meine Mama gestorben ist, damals hab ich es nicht vorher besprochen dafür waren sie 1. zu klein und 2. ging es zum schluss sehr schnell.

        Aber der große kann sich duraus an Oma erinnern, er weis sie ist gestorben, sie ist im Himmel und passt auf uns auf. Manchmal fragt er mich etwas dazu und ich antworte ihm ehrlich aber möglichst nicht beängstigend... Er weis dass jeder von uns einmal sterben muss und das es nichts schlimmes ist, die Welt braucht eben platz für die neuen Kinder die geboren werden und deswegen müssten die Omas die schon lange gelegt haben irgendwann sterben. Vielleicht ist man im Himmel und schaut runter, vielleicht wird man auch wiedergeboren. Das weis keiner...

        Mein Schwiegerpapa leidet auch schon seid einem Jahr an Krebs und auch er wird nicht mehr lange da sein. Auch mein Papa (50 jahre starker raucher, Schlaganfall) wird nicht mehr ewig da sein. Das Thema bleibt immer aktuell, so traurig es ist für die hinterbliebenen, der Tod gehört nunmal zum leben dazu.

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