Keine Übermutti werden...

    • (1) 10.04.17 - 23:16

      Hallo ihr lieben.

      Ich wusste nicht recht, in welche Kategorie mein Problem am besten passt. Alleinerziehend bin ich mit meiner 4 Jährigen Tochter, aber weder hab ich ein Problem mit meinem alleinerziehenden Status, noch hat mein Kleinkind irgendein Problem... Daher fand ich diese Kategorie als am besten geeignet, weil eher um unser Leben als kleinstfamilie geht.

      Meine Mausi wird im Sommer 5 Jahre alt und wir leben seid fast 3 Jahren alleine und sind echt zu einer richtigen kleinen Traumeinheit zusammen gewachsen. Der Papa gehört genauso zu ihrem Leben- keine Frage, (sind ein Herz und eine Seele und beide zufrieden). Unser zusammenleben, also das von meiner Tochter und mir hat sich einfach perfekt aufeinander eingespielt und es fühlt sich gut an.

      Jetzt ist es so das meine Maus ihren ersten Geburtstag, ohne Elternteil verbracht hat. Das Geburtstagskind hat seinen Geburtstag in einem riesigen Indoor Spielplatz gefeiert und dieses mal ohne Betreuung zum Beispiel durch mich als Mama. Die Familie des Geburtstagskindes hat dies übernommen. Von vorn herein, es ist alles super gelaufen und Mausi hatte ihren Spaß.

      Dies war aber für mich der erste tag wo mir wirklich flau im Magen war. Ich halte mich wirklich für eine lockere Mutti. Ich gehe vollzeit arbeiten. Meine kleine ist viel bei meiner Familie und bei ihrem papa und die Unternehmen auch was ohne mich mit der kleinen. Logisch bin ja arbeiten. Klar Kita geht sie natürlich auch bis mittags. Ich Weiss nicht was mit mir los war an diesem Tag, bin auch echt erschrocken über mich selbst- plötzlich hatte ich so sorgen dass der kleinen was passieren könnte, dass sie unter den ganzen Kindern verloren gehen könnte usw.

      Bescheuert ich Weiss... Und in den letzten Tagen habe ich immer mal wieder erwischt wie ich mir Gedanken um sowas mache. Jetzt sind fragen in meinem Kopf wie: würde sie mit fremden mitgehen? Würde sie sich in irgendeiner Form wehren, wenn ein fremder ihr was will?

      Ich schiebe zwar keine Panik, aber ich habe auch keine zufriedenstellende Antwort auf meine Gedanken. Ob es diese gibt? Ich meine wir kennen eigentlich alle unsere Kinder dennoch könnte es sein dass Kinder sich anders verhalten als wir denken... Ich würde gerne von euch wissen, ob ihr solche Gedanken kennt und ob sich das wieder legt. Ich hoffe ja insgeheim das es für mich nur eine Phase des loslassen ist und diese wie bei den Kindern wieder vergeht und diese Gedanken bald wieder gehen werden. Ich möchte nämlich ungern erleben, dass es auf Dauer unser Familienleben belastet weil Mama plötzlich ungewollt das klammern anfängt und überbehüten will. Ich fühle mich einfach im Moment ein wenig überfahren von meinen Gefühlen. Vielleicht macht mir die ein andere von euch, die Hoffnung das sowas normal ist.

      Es tut mir sehr leid das es so lang geworden ist, aber das was ich fühle in Worte zu verfassen war irgendwie schwieriger als gedacht.

      Liebe grüße

      • Ich denke, jede Mutter kennt diese Ängste. Ich habe sie, wenn ich mir zum Beispiel "criminal minds" ansehe und andere Sendungen, wo es um Kinder geht, denn Gewalt angetan wird. Da muss ich immer schlucken und an meinen Sohn denken. Auch als ich ihn jetzt für die schule nächstes Jahr anmelden musste kamen Gedanken wie "was, wenn er mit einem fremden mitgeht?" Oder "was, wenn er vor ein Auto läuft?" auf. Er ist eben noch keine 5 und noch so unbedarft und vergisst 2 Sekunden nachdem man ihm was gesagt hat sofort wieder, was man gesagt hat. Dieses Gefühl, "was wäre, wenn ihm was passiert?" Habe ich auch. Ich denke nicht, dass das ungewöhnlich ist sondern einfach zeigt, wie sehr wir unsere Kinder lieben und uns um sie sorgen. Wenn man seine Kinder deswegen nichts mehr allein machen lässt, sie überbehütet, dann sollte man etwas an seiner Einstellung ändern. Aber das, was du beschreibst, ist meiner Meinung nach eine völlig normale sorge. Unsere Kinder werden größer und wir müssen sie auf das Leben vorbereiten. Sie in Watte packen wäre da der falsche Weg. Deine Ängste sind normal, lass sie nur nicht dein Leben 3n oder das deines kindes bestimmen.

        • Danke dir für deine Antwort. Ja, ich denke für mich war dieser Auslöser, dass ich die vielen Kinder in dieser riesigen Halle sah und im ersten Moment dachte, hoffentlich findet meine kleine den Tisch wo die Familie sitzt, wieder.

          Es fühlt sich für mich so an als ob ich von diesen Gedanken kalt erwischt wurde. Vielleicht weil es ja vorher keinen wirklichen Anlass gab sich darüber intensiv Gedanken zu machen. Natürlich hab ich mit ihr geredet über die Tatsache dass es nicht nur liebe Menschen gibt, aber wie du schon sagtest sind Kinder schnell wieder sorglos unterwegs. Ich wäre jedenfalls froh wenn ich meine innere Entspanntheit zurück bekommen würde.

      Diese Sorgen hätte ich auch gehabt bzw habe ich jeden Tag, wenn ich nicht höchstpersönlich über meine Tochter wache. Ich denke dann allerdings in letzter Zeit auch schon mal daran, wie die Geburtstage in meiner Kindheit so waren und erinnere mich deutlich, dass ich in meiner Grundschulzeit mit mindestens sechs anderen Kindern und lediglich einer (!) Mutter in einem Kombi (manche von uns nur im Kofferraum) zum Schwimmbad im Center Parc gefahren bin (ja, der mit der Wildwasserbahn). Die Mutter hat uns den ganzen Tag nicht gesehen und hat uns abends mit Junkfood befüttert, müde und glücklich wieder zuhause abgegeben.

      Das wäre heute undenkbar. Jede Mutter (mir inklusive) würde direkt auf die Barrikaden gehen, obwohl ja nichts passiert ist.

      Vermutlich darf man eine Übermutti sein und sich permanent Sorgen machen, wenn man sich denn zusammenreißt und dem Kind seine Ängste nicht weitergibt.

      • Ja das ist mein größtes Ziel. Ängste nicht zu übertragen. Sicherlich eine Portion Vorsicht mitgeben aber sie soll ja noch Freude an ihrem Leben haben und die positiven Seiten ihres da seins genießen.

    (6) 11.04.17 - 06:27

    Ich denke auch, das solche Gedanken zwischendurch einfach völlig normal sind. Wichtig ist doch nur, das diese Gedanken keine Macht über dich bekommen und du dadurch deinem Kind unnötige Steine in den Weg legst.
    Manchmal kann man solche Gedanken auch als Anstoß nehmen, noch mal über die "Aufklärung" nachzudenken. Vielleicht ist es einfach Zeit, das Thema (wie jetzt bei dir "Fremde" ) noch mal anders zu besprechen.

  • Hallo,
    je älter Mausi wird, desto mehr wirst du dich daran gewöhnen, keine Sorge. Meine älteste Tochter (11) schläft bestimmt jedes 2. Wochenende bei einer Freundin oder jemand hier, sie fährt ohne Erwachsenen in die Großstadt bummeln, mit einer Horde Mädchen ins Kino - angefangen hat das mit den ersten Geburtstagsfeiern ohne Mama, da war sie 3-4 Jahre alt. Die "Kurzen" lösen sich sanft aber stetig von Mama ab - und daran müssen sich auch wir Erwachsenen uns erstmal gewöhnen. Von daher: Mach dir nicht zuviele Gedsnken, alles normal.
    LG

Vermutlich kennen alle Eltern diese Ängste zur Genüge. Man muss eben nur aufpassen, dass man sich nicht unnötig hinein steigert. Wir sind alle so medial aufgepuscht, dass wir die Meldungen im TV verfolgen, als ginge es um unser eigenes Leben. Zu den Tatsachenberichten gesellen sich dann aber auch leider noch zahlreiche Krimis und Thriller, die suggerieren, unsere Welt sei voller Serienmörder und Pädosexueller.

Natürlich gibt es diese Menschen und man muss sich der Gefahr auch immer bewusst sein. Gerade das Thema Missbrauch hänge ich aber z.B. gar nicht so hoch, denn die meisten Missbrauchsfälle ereignen sich im Rahmen der Familie.

Wie groß muss der Zufall sein, dass dein Kind gerade unbeaufsichtigt (also ohne Aufsichtsperson UND andere Kinder) ist und dann auch noch zufällig jemand auftaucht, der ein Kind missbrauchen / entführen will?

Man darf nicht unterschätzen, dass auch die Kinder untereinander sehr aufeinander acht geben. Sie können sich in dem einen Moment die Rübe einhauen, aber wehe es kommt im anderen Moment ein komsicher Fremder, der etwas will. Kinder werden selten aus Kinderrunden heraus "entführt".

Solange dein Kind so erzogen wird, dass sie weiß, dass sie nicht mit Fremden mitgehen soll (auch nicht bei Versprechungen von tollen Dingen) und dass sie selbstbewusst lernt, NEIN zu sagen, kannst du dich eigentlich recht sicher fühlen.

  • Ja, die Medien machen viel aus da hast du Recht. Man macht kaum den Fernseher an und hat das Gefühl auf dieser Welt passiert jeden tag eine neue schreckliche tat und mir fällt es auch immer öfter schwer, sachliche Medien raus zu filtern bei vielen Nachrichten habe ich das Gefühl das man in einen negativen sog hineingezogen wird und immer mehr emotional die Neuigkeiten übermittelt werden. Dennoch versuche ich das alles nicht so nah an mich ran zulassen. Auch wenn die Schicksale mir auch leid tun.

Hi,

als meine so klein waren, war feiern im Indoor auch angesagt. Ich hatte, obwohl ich echt locker bin, wirklich Magenschmerzen, weil keine Sau mitbekommen würde, wenn da ein Kind verschwindet. Riesig groß und voller Menschen ist unser Indoor und Erwachsene bezahlen nur ein paar Euro Eintritt. Es gibt viele versteckte Ecken...da spielte mir mein Kopfkino oft üble Streiche!
Einmal bin ich sogar mitgegangen als Aufsichtsperson, weil ich der Familie des Geburtstagskindes nicht getraut habe...ich kann dich also voll verstehen!

lg

  • ... genauso ein indoor Spielplatz war es auch. Viele Menschen, viele Kinder für Erwachsene kostet alles ein paar Euros die Kinder können über all sich bewegen und in verschiedene Abteilungen wechseln.

    Ich muss gestehen ich war froh und stolz meine Mausi wieder in den Armen zu haben. Das es ihr Spaß gemacht hat, hat einiges wieder gut gemacht. Aber die Gastgeber Familie ist auch vertrauenswürdig.

Hallo
Das ist nicht bescheuert und hat nichts mit deinem "Alleinerzieher Status" zu tun.

Es ist ganz normal. UND du hast es ja zugelassen und das Kind nicht etwa panisch abgeholt oder so..
Ich bin auch berufstätig, die Kinder selbständig, wir sind eine intakte Familie. Die Probleme sind genau dieselben. Die Kinder wachsen, man freut sich darüber, freut sich über die Fortschritte und gleichzeitig ist das ziehen lassen nicht immer leicht.

Das zu empfinden, ist doch total okay. Es nicht zuzulassen - also das Kind in der Entwicklung zu behindern - es abzuholen oder eben nirgendwo alleine hin zu lassen - das ist krank. Und das gibts oft. Da wird dem Kind alles mögliche angedichtet, damit man mit an den Geburtstag kann - bis es gar nicht mehr eingeladen wird. Hast also alles richtig gemacht.

Schau, meine sind 10 und 8. Hier ein paar Solcher Momente:

- Das erste Fussballlager vom Grossen mit 6 Jahren (Tageslager).... ich fühlte mich elend, weil es ja schon auch darum ging, mit dem Lager eine Ferienwoche zu füllen weil wir arbeiteten. Aber er hatte so spass und wünscht sich das nun immer zum Geburtstag!
- Das erste Mal, wo meine Tochter mit dem Bus alleine zum Geigenunterricht fuhr
- Das erste Mal, wo meine Kinder für 1 Stunde nach der Schule alleine waren bis ich von der Arbeit kam
- Das erste Mal, als mein Sohn sich selber mit dem Wecker weckte und nicht durch mich
- Das erste Mal, als meine Kinder alleine in ein Ferienlager fuhren

...und weisst du was? Sie haben das gemacht, wir haben diese Erfolge gefeiert. Ich war etwas wehmütig aber stolz. Und sie erst. Ich habe so superselbständige Kinder. Aber das heisst nicht, dass ich nicht für sie da wäre. Kennst du den Spruch: "Wurzeln und Flügel geben"? Wir geben den Kids die Wurzeln, den Halt, das Selbstverständnis: Und wir geben ihnen Schritt für Schritt das Recht auf eine Selbständigkeit...

Meine eine Nachbarsfamilie ist ein Negativ-Beispiel: Mami geht überall hin mit (Kids auch 10 und 8) egal ob sie an den Geburtstag mit eingeladen ist oder nicht, sie ist dabei. Sie steht in der ersten Reihe der Theateraufführung mit der Kamera allen vor der Sicht - dabei wird eh offiziell mitgefilmt, geht jeden Tag bis ins Klassenzimmer mit, weiss alles besser als der Fussballtrainer... davor hast du Angst - dass du das Kind behinderst, ihm im Weg stehst. Aber davon bist du meilenweit weg! Den Kind ist am Anfang wie ein Teil deines Körpers (gerade in der Stillzeit) und mit jedem Quartal wird es eigenständig. Und es wäre übergriffig, es nicht als eigenständigen Mensch zu betrachten. Und damit fängst du ja an. Dass das etwas weh tut, ist nicht schlecht - solange man es zulässt.
Wenn die Symbiose parasitär wird - wenn man nur noch durch das Kind lebt, dann wird es ganz krank.

  • Nee ich möchte meinem kind nicht andauernd am Rockzipfel hängen. Mein Kind schläft gerne bei ihrem papa und ich genieße die freien Tage ohne das die kleine nach Mama schreit in vollen Zügen. In unserer Kita gibt es einige Mamas die mich dafür veurteilen. Ich würde mein Kind immer abschieben und hätte am besten kein Kind bekommen sollen, da ich ja arbeiten bin bin ich auch Karriere geil. Wenn mein Kind mich dann freudig in die arme nimmt heisst es entweder diese Bindung zwischen mir und meiner Tochter sei ungesund und zu eng oder es wird mir als Zeichen ausgelegt dass ich zu wenig für mein Kind da wäre. Ich habe lernen müssen, egal wie ich mich drehe und wende es wird nie richtig sein, zumindest nicht für andere. Mein Fell ist zwar dicker geworden gegenüber solcher Aussagen, aber seither hab ich eben ein wenig Sorgen die Grenze zwischen eben der normalen Mama-angst und dem Verhalten einer über-mutti zu übertreten oder diese Grenze nicht zu erkennen.

Ich denke nicht, dass du eine Übermutti bist, sondern dass dir in der Situation einfach klar geworden ist, dass du deine Kleine nicht immer beschützen kannst und es jetzt immer öfter mal Situationen geben wird, in denen du keinen Einfluss hast und sie auf sich gestellt ist.

Wenn die Maus bei deiner Familie ist, musst du dir ja keine Sorgen machen, aber wahrscheinlich hast du das trotzdem gemacht, als es das erste Mal so war. Und mit jedem Mal wird es leichter.

Diesmal war es eben der erste Geburtstag alleine. Beim nächsten Mal wird es bestimmt schon leichter.

Und was das mit Fremden mitgehen betrifft. Zum Einen werde ich mit unserem Sohn, wenn es soweit ist ausmachen, dass er nur mitgehen darf, wenn derjenige das geheime Passwort kennt, dass ich mit ihm ausgemacht habe. Ich hatte das mal gelesen und finde es super einfach für das Kind, weil wenn ich tatsächlich jemanden geschickt habe um ihn abzuholen, kennt der natürlich auch das Passwort.
Zum Anderen werde ich dann einfach mal einen Bekannten oder Kollegen, den er nicht kennt bitten ihn wegzulocken. So kann man kurz mal testen ob es funktioniert oder nicht.
Falls noch andere Muttis da sind, die aber vorher einweihen, nicht dass der arme Tester sonst noch von wütenden Muttis verprügelt wird ;-)

Also mach dir erst Mal keine Sorgen, das was du schreibst klingt für mich völlig normal und ich denke ihr werdet das zusammen meistern und ich glaube es gibt keine Mutti, die nicht froh war, wenn die Kinder wieder wohlbehalten vom Spielplatz zurückgekommen sind.
Meine Mutter hat immer nur so halb geschlafen, bis ich von der Disco zu Hause war. Sie hat immer gesagt, wenn sie die Haustür hört, wie ich heimkomme, dann hat sie immer erst richtig geschlafen. Und da war ich dann schon 20 ;-)
Meine Schwiemu ist ähnlich und wenn wir alle zusammen weg sind, dann geht mein Schwager auf dem Weg zu seiner Wohnung immer noch kurz am Schlafzimmer vorbei und ruft kurz, dass wir da sind.
Die Sorge ums eigene Kind vergeht wohl nie, man lernt nur damit zu leben. :-)

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