Vorteile Ehe?

    • (1) 03.05.17 - 11:06

      Hallo,

      welche Medizinrechtlichen Vorteile hat die Ehe? Und kann man irgendwelche Vollmachten erteilen damit man die gleichen Rechte ohne ehe hat?
      Die eventuellen steuerlichen Vorteile sind mir bekannt aber ist es auch so, dass eine Ehe im Falle einer Trennung für den besser gestellten Partner nachteilig ist?

      Danke und beste Grüße:)

      • Hallo,

        ich meine dass Vollmachten (Licht ausknipsen im Krankenhaus) ggüber nicht Verwandten bzw. Ehepartnern nicht rechtskräftig sind.

        Ja, kann man als finanziell nachteilig betrachten.

        Ich hatte aber "Glück". Der Ehebruch reichte aus um aus den Trennungsunterhalt rauszukommen und beim Versorgungsausgleich kam ich auch raus, da Sie ja lange Zeiten der Ehe studierte und man nicht 2x bestraft werden darf. Einmal die Versorgung während des Studiums und dann noch Rentenpunkte dafür abzugeben und schließlich hatte ich meines abgebrochen um den lebensunterhalt finanzieren zu können.

        Kommt also, wie immer, auf den Einzelfall an.

        Hallo,

        unabhängig ob verheiratet oder nicht: es gibt Vorsorgevollmachten, die man leicht aus dem www herunterladen und ausfüllen kann. Darin schreibt man den Namen desjenigen, der für einen entscheiden kann, wenn man selbst nicht dazu in der Lage ist.

        Um das Ganze abzurunden kannst du eine Patientenverfügung ausfüllen oder beim Notar aufsetzen lassen in der geregelt ist, welche medizinische Maßnahmen du wünschst und welche du ablehnst. Wenn man diese Formulare im Ernstfall dem Krankenhaus vorlegt, ist man der erste Ansprechpartner, wenn der Wille des Patient selbst erfragt werden kann.

        Nur aus diesem Grund muss man nicht unbedingt heiraten.

      Vorsorgevollmacht mit Eintragung im Vorsorgeregister. Dazu die Patientenverfügung und die Betreuungsverfügung und schon ist man rechtlich abgesichert - besser als mit Ehe.

      Ist eigentlich recht simpel.

      Im rechtlichen Sinne ist der Ehepartner dein allernächster Angehöriger und dein Partner ungefähr dem Taxifahrer, der vor dem Fenster gerade vorbeikommt, gleichgestellt. Das mag zwar etwas extrem klingen, ist aber in der Praxis so.
      Falls du irgendwann deinen Willen im Krankenhaus nicht mehr kundtun kannst, wird als erstes dein Ehepartner gefragt (falls es keine entsprechende Vollmacht von dir gibt - die Mann aber wiederum nie, für alle eintretenden Fälle abfassen kann). Gibt es keinen Ehepartner, werden (volljährige) Kinder gefragt und dann, falls vorhanden noch Eltern. Exakt diese Reihenfolge. Die volljährigen Kinder und die Eltern können also sehr wohl dafür sorgen, dass du deinen Partner nie wieder lebend siehst. Du hast nämlich gar nichts zu melden.

      Ich habe es als "Beobachter" selbst mitbekommen beim Großcousin meiner Großmutter. Natürlich ist er jetzt schon tot. Seine Ehefrau starb früh. Kurz nach erreichen des Rentenalters fand er nochmal eine Frau, deren Ehemann ebenfalls relativ früh verblichen war. Sie hatte aus dieser Ehe 2, bereits erwachsene Kinder. Um die Witwen-/ Witwerrente nicht zu gefährden, blieb es bei einer Partnerschaft. Nach 15 Jahren wurde sie dement. Er wollte sie pflegen, aber die Kinder beschlossen es anders, schoben sie in ein Pflegeheim ab und räumten ihre Wohnung leer. Kurze Zeit später starb sie - er durfte sie die gesamte Zeit ihrer Demenz nicht nocheinmal sehen bis hin zur Beerdigung - auch da war es ihm nicht erlaubt zu erscheinen.

    • Erstmal sollte man allgemein nur eine Ehe eingehen, wenn man zum Zeitpunkt der Eheschließung sicher ist - dass man auf immer mit diesem Partner verbunden bleiben möchte. Ne Ehe aus vermeintlicher Vorteile ist all zu oft ne Luftnummer und die anfänglich gedachten Vorteile enden bei der Scheidung als teures Nachzahlen.

      -Eine Patientenverfügung kann man meines Wissen nach JEDEM erteilen, sollte dies aber glaube ich auch notariel beglaubigen lassen, vor allem dann wenn es kein Familienangehöriger ist.
      -Gibt es keine Patientenverfügung hat man im Falle eines Unfalls oder Koma-Krankheit etc. KEINEN Anspruch darauf seinen Partner zu besuchen wenn die Rubrik "nur engste Verwandte dürfen rein" besteht und man hat KEINERLEI Informationsrecht geschweige denn irgendeine Entscheidungsgewalt. Auch wenn man selbst die Wünsche und Bedürfnisse des Partners manchmal sogar besser kennt als dessen eigene Eltern.
      -Sollte einer sterben... hat man verheiratet Anspruch auf Witwen bzw. Witwernrente und auch wenn das in manchen Fällen nicht viel ist... meine Oma könnte ohne die Witwenrente meines Opas nicht mal die Miete stämmen. Sie bekommt für sich gut 900 Euro... die Wohnung kostet aber jetzt nach dem Vermieterwechsel 120 Euro mehr und jetzt 920 Euro ... weis zwar nicht wie hoch ihre Witwenrente ist... wo er noch gelebt hatte hatten sie zusammen knapp 1800 Euro ... aber es reicht so für Miete und Lebensmittel wenn man sparsam lebt.
      -Gerade dann wenn man Vermögen gemeinsam aufgebaut hat... egal welches... insofern auf Kaufverträgen nicht beide Namen stehen sondern der Partner und der stirbt... hat man keinerlei Erbansprüche... auch wenn die Gegenstände lange in eigener Mitnutzung standen.
      -Hat man Kinder ist man im Fallle das irgendwas passiert auch staatlich ganz anders aufgestellt als ohne Trauschein.
      -Steuerliche Vorteile sind offengestanden relativ niedrig. Weil Steuerklasse 3 und 5 ist ganz nett... aber das was man bei der Steuerklasse 3 weniger an Lohnsteuer jeden Monat abdrücken muss kommt beim Lohnsteuerausgleich meist in ner saftigen Nachzahlung zurück für Mehreinnahmen... sprich bekommt der unter Steuerklasse 5 stehende Elterngeld... wird das VOLL nachversteuert und kann je nach Auszahlungsbetrag zwischen mehreren Hundert bis hin zu tausenden Euro kosten. Daher ist dieser Vorteil nur sehr relativ zu bewerten und Steuerklasse 4/4 ist praktisch das Selbe wie Steuerklasse 1/1.
      -Kommt es zu ner Scheidung ist die Frage nach Dingen die vor der Ehe angeschafft wurden und danach. Wurden Dinge vor der Ehe gekauft (z.B. der Flatscreen) und auf dem Kaufvertrag steht der Mann drauf - gehört der Fernsehr IHM auch wenn er nach dem Kauf geheiratet hat und die Ehe geschieden wurde. Vermögen was während der Ehe angehäuft wurde (egal wer von beiden wie viel dazu beigetragen hat) wird normalerweise in seinem Wert aufgesplittet. Ist ein Partner der Kinder wegen länger als 3 Jahre daheim geblieben muss der Partner anteilige Rentenpunkte zahlen. Oder wie bei meinen Eltern. Meine Mutter war immer Angestellte... mein Vater fast immer schon selbständig gewesen und hatte nie in die Rentenkasse eingezahlt oder ne private Vorsorge getätigt (dumm eigentlich!) ... obwohl er in der Selbständigkeit der Hauptverdiener daheim war... musste bei der Scheidung meine MUTTER ihm Rentenanteile zahlen - weil er als Selbständiger ja nicht in der Rentenkasse drin ist. Obwohl meine Mutter erst seit vielelicht 5-6 Jahren mehr verdient als mein Vater und davor stets wesentlich weniger oder auch wegen mir damals ein Jahr daheim geblieben ist. Somit wurde derjenige eigentlich benachteiligt der auch in der Ehe nicht besser da stand.

      Hängt immer vom Einzelfall ab.

      • Danke für die Info, vielleicht ist meine Frage auch eigenartig, hier die Erklärung:
        Wir haben eine Tochter und wollen auch heiraten. Nur sind mir diese medizinisch-rechtlichen Aspekte immer wichtiger. Jetzt überlegen wir, ob wir das mit der Heirat angehen oder diese Sachen einfach vorher ohne Trauschein schon klären.

        • Wenn ihr ohnehin heiraten wollt, würde ich die entsprechenden Unterlagen allenfalls vorbereiten und dann nach der Hochzeit alles zeitnah organisieren. Sonst muß man nachher alle Formulare erneut ausfüllen, auf den neuen Namen umschreiben etc... Die deutsche Bürokratie geht krause Wege: ich hätte Angst, dass irgendwas für ungültig erklärt wird, weil ich es unverheiratet verfügt habe aber dann geheiratet habe... selbst wenn es denselben Mann/Frau betrifft - sicher ist sicher.

          Wenn das mit der Hochzeit aber noch nicht sicher ist oder in ferner Zukunft kann man aber natürlich auch unverheiratet Vollmachten ausstellen. Sollte man sogar.

          Und für den ganz finalen Fall gibt es das Berliner Testament. Ich weiß aber nicht genau, ob man das auch unverheiratet abschließen kann. Grob gesagt: Hätten wir das nicht, könnte ich, falls mein Mann stirbt, unser Haus nicht mehr verkaufen, weil unsere Töchter es zu je einem Drittel erben würden - und die könnten, minderjährig, einem Verkauf gar nicht zustimmen, oder bekämen einen Vormund dafür o.ä. Also: durch das Berliner Testament beerben wir uns erstmal gegenseitig. Auch wenn danach nicht gefragt war: ich war froh, als mein Onkel mir das mal erklärt hat; kannte ich vorher noch nicht.

          LG

          • >>>Hätten wir das nicht, könnte ich, falls mein Mann stirbt, unser Haus nicht mehr verkaufen, weil unsere Töchter es zu je einem Drittel erben würden - <<<
            Wie kommst du auf ein Drittel je Tochter?
            Gehört deinem Mann das Haus allein?

    Hi,

    Medizinrechtlich kannst du nur auf Nummer sicher gehen, wenn du eine notariell beglaubigte Vorsorgevollmacht hast in dem sein Wille verfasst ist und die Person benannt Ist, die sich Pflegen bzw für dich entscheiden darf.
    Denn selbst wenn man verheiratet Ist, sind die Ärzte nicht verpflichtet auf dich als Ehepartner zu hören. Denn der Arzt muss sich sicher sein, dass er das tut was du willst. Bestehen Zweifel, weil zum Beispiel der Ehepartner Hüh und die Kinder oder Eltern Hott sagen, kann der Arzt auch einen Betreuer bestellen lassen.
    Kommt wohl häufiger vor als man denkt.

    Daher am besten Vollmachten ausstellen, dann ist man bestens abgesichert und es ist egal ob verheiratet oder nicht.

Hallo,

ich war verheiratet (Mann vor 6 Jahren verstorben) und wir haben/hatten das Beliner Testament. Unsere beiden Kinder haben auf ihren Erbteil verzichtet (ihren Pflichtteil hätten sie einklagen können) und ich hatte: Patientenverfügung und Generalvollmacht über den Tod hinaus (kann also unser Haus verkaufen wenn ich möchte ohne mien Kinder zu fragen). Das Krankenhaus hat versucht!!!!!!! mir die Patientenverfügung von meinem Mann per einstweilige Verfügung durch den RA des Krankenhauses zu entziehen aber da diese über einen Notar (nicht aus dem I-Net) erstellt wurde gab es keine Handhabe dafür (ich hatte viel Knatsch mit dem KKH in dem mein Mann 7 Monate auf Intensiv lag aufgrund einer Verfügung des Krankenhauses die mit mir NICHT abgesprochen war, weil mein Mann nicht mehr sprechen konnte und ins künstl. Koma verlegt wurde) und war heilfroh darüber. Denn nur so konnte ich meinen Mann verlegen lassen in ein KKH welches Erfahrung hatte mit Lungenkrankheiten bzw. in unserem Fall mit der Entfernung der Trachialkanüle nach 7 Monaten!!!!!!! Leider kam es nicht mehr zu der OP da mein Mann am Tag vorher verstarb. Ich würde solche Dinge IMMER übe einen Notar regeln und mich nicht auf Vordrucke aus dem I-Net verlassen. Nach dem Tod meines Mannes habe ich auch sämtlicher Verfügungen über den Notar zu Gunsten meiner Kinder ausstellen lassen.

LG

  • >>>(kann also unser Haus verkaufen wenn ich möchte ohne mien Kinder zu fragen).<<<

    Wenn ein Berliner Testament vorliegt, kann der überlebende Ehepartner immer über das Haus verfügen, ohne dass die Kinder, da "nur" Pflichterben, mitzureden hätten.

    • Das stimmt so nicht, es muss da eine spezielle Klausel im Testament mit aufgenommen werden: wer das Pflichtteil einfordert bekommt am Ende (wenn ich gestorben bin) auch nur noch den Pflichtteil. Sollte die Klause fehlen aber ich vorher das Haus verkaufen wollen muss ich eben die Generalvollmacht über den Tod hinaus haben. So wurde es uns jedenfalls vom Notar erklärt. Allerdings lasse ich mich gerne belehren ob das so seine Richtigkeit hat. Nur ist es mittlerweile nicht mehr relevant

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