Sich Sorgen um die Eltern machen

    • (1) 24.05.17 - 12:54

      Ich mache mir schon lange immer mal wieder Sorgen um die Gesundheit meiner Eltern und im Moment besonders um meine Mutter.
      Es ist so, dass sie echt viel arbeitet (im Schichtdienst, körperlich eher anstrengend mit schwer heben und den ganzen Tag stehend), sie macht viele Überstunden und kann nicht nein sagen, wenn es darum geht, kranke Kollegen zu vertreten. Ich habe ihr schon oft gesagt, dass sie mehr auf sich achten soll und sie sagt dann auch immer, sie wolle mit ihrer Chefin sprechen und Stunden reduzieren, aber das macht sie nie und arbeitet stattdessen so viel, dass sie oft ziemlich erschöpft ist. Sie hat gesundheitliche Probleme (Bandscheibenvorfall, Arthrose, Schulterprobleme usw.), deswegen war sie schon in Reha, aber sie achtet einfach zu wenig auf sich.
      Mein Vater hat sich beruflich immerhin verändert, so dass er keine schwere körperliche Arbeit mehr macht, sondern zu Hause arbeiten kann. Aber auf seine Gesundheit achtet er trotzdem nicht besonders und das hat er früher auch schon nie gemacht. Zu ihm sage ich aber nichts, da er sich schnell angegriffen fühlt.
      Meine Schwester wohnt mit ihrem Mann (noch) und dem kleinen Sohn im Haus meiner Eltern. Meine Eltern passen häufig auf den Kleinen auf, damit meine Schwester arbeiten kann. Aktuell trennt sie sich von ihrem Mann und hat viel zu tun, so dass meine Mutter den Kleinen noch häufiger nimmt. Er ist fast drei und recht anstrengend. Anstatt dass meine Mutter sich nach Feierabend mal ausruht, geht sie mit ihm raus. Das ist ja an sich schön, aber ich habe oft den Eindruck, dass sie einfach nicht an sich denkt, sondern nur an andere.
      Kann ich sie da wohl irgendwie unterstützen oder ihr zumindest klar machen, dass sie mehr auf sich achten soll? Oder muss ich das einfach hinnehmen, auch wenn ich es nicht gut finde und mir Sorgen mache? Was meint ihr dazu?

      • Du mußt das hinnehmen. Deine Eltern führen ihr eigenes Leben und du bist nicht verantwortlich dafür wie sie das tun und hast kein Recht ihnen da reinzureden.

        • (3) 24.05.17 - 13:29

          Sehe ich genauso.

          Deine Eltern sind alt genug. Was du evtl. machen könntest, wenn du unbedingt etwas unternehmen willst, wäre deinen Eltern zu helfen. So nach dem Motto: "hey Mama ich hab Zeit, soll ich für euch einkaufen, dann bring ich uns noch ein Stück Kuchen mit und dann können wir uns in den Garten setzten und die Sonne genießen."

          Somit hättest du ihr vielleicht etwas Zeit geschenkt, weil ihr der Gang zum Supermarkt erspart bleibt und gleichzeitig macht sie etwas schönes für sich (in Ruhe Kaffe trinken und mit der Tochter quatschen) Das soll nur ein Beispiel sein. Vielleicht fällt dir ja noch mehr ein, womit du deine Eltern unterstützen kannst.

          Zum Thema spazieren gehen: vielleicht tut ihr die Zeit mit ihrem Enkel einschlafen gut. Das ist also streng genommen Erholung für sie.

      Auch wenn du es nicht glauben magst aber deine Eltern sind schon alt genug und leben ihr eigenes leben!

      Wenn du sie unterstützen magst, dann frag ob du ihr Einkäufe oder was im Haushalt abnehmen kannst. Oder dich mit ihr zusammen um den Neffen kümmern kannst damit sie ihn nicht alleine hat. Aber mehr kannst du nicht machen. Sie ist nun mal ein eigenständiger Mensch.

      Das kenne ich nur zu gut.
      "Geholfen" hat nur, der gesundheitlich Schuss vor den Bug. Ging nichts mehr, Pflegefall. War wahnsinnig schwer, für die Eltern selbst. Von 180 auf 0,1 zurück zu schalten. DA mussten sie es akzeptieren, weil der Körper streikte.

      Kaum ging es ihnen einiges besser, fing es von vorne an. Wenigstens nicht mehr so extrem.
      Reha und Wiederaufbau haben zumindest bei meinem Vater geholfen. Er hat sich wieder aufgerappelt, hochgearbeitet, aber auch klar Grenzen gesetzt und gesagt, es reicht. Ganz ohne konnte er nicht. Reha und Wiederaufbau haben dabei schon geholfen, weil er dort auch die Folgen vor Augen geführt bekommen hat.

      Dieses "mir passiert schon nichts" "ich bin doch noch jung" etc. ging so lange gut, bis es nicht mehr gut ging. Und dort sah er dann eben auch, dass es auch jüngere treffen konnte. Das hat ihn zum Nachdenken gebracht.

      Was du tun kannst:
      sie ernst nehmen!
      vielleicht hat sie ja selbst Angst und gibt es nicht zu. Darf/will sich ihre Angst nicht eingestehen und überspielt diese mit noch mehr Arbeit? Boß nicht zugeben, dass man schwächeln könnte. So lange ich kann, ist alles gut...

      Ernst nehmen, wenn sie von ihren Sorgen erzählt.
      Begleiten.

      Den Kleinen mal gemeinsam abnehmen. Also bei ihr sein, wenn er da ist.

      Mit ihr was unternehmen, was ihr das Gefühl gibt, gebraucht zu werden, was sie nicht ganz aus dem Alltag reißt, aber eben
      1. gemeinsam! (Freizeit einteilen, will gelernt sein, für sich selbst was tun erst recht)
      2. wenn sie verplant ist oder schon was vorhat, fällt es ihr VIELLEICHT ein bisschen einfacher Nein zu sagen, was Vertretung angeht. Immerhin hat sie ja dann keine Freizeit, sondern schon was vor. Und wenn das körperlich weniger anstrengend ist, ist das schon mal was wert.

      Sich auf die faule Haut legen oder ausruhen fällt vielen schwer.
      Mein Vater (und viele seines Freundeskreises) sagten oft: ausruhen kann ich mich, wenn ich tot bin.
      Manchen gab das Schicksal noch eine Chance, manchen nicht.

      Es ist schwierig. Für mich habe ich akzeptiert, dass es eine andere Genation/Ansicht ist.
      Und dennoch darauf geachtet, nicht auszunutzen. Auch mal Zeit zu geben. Von sich aus hätte meine Mutter nie für sich was getan.
      Hatte ich den Wunsch (auch wenn es eigentlich was war, was sie sich ewig wünschte, ich es eigentlich nicht mochte, aber wusste, sie würde es NIE alleine tun), so war es für sie ok, machbar, war ja für mich, nicht für sie.

      Mit nur reden wirst du nicht viel ausrichten.
      "wer nicht hören will, muss fühlen" sagten mir meine Eltern oft, als ich klein war. Als ich groß war, merkte ich, dass es sich auch auf sie selbst bezog.

      Pass nur auf, dass sie nicht "Tochter"taub werden. So wie Kinder manchmal Müttertaub.

      Es ist ok, dass du dir Sorgen machst.
      Fühlen ist ok.
      Nur sind sie selbst erwachsen und sollten ihre Grenzen kennen. Bzw. gehen das Risiko für ihre eigene Gesundheit ein.

    • HI du,

      machen kannst du da nicht viel. Bei Männern schon 2 x nicht, wenn man da als Frau nicht Termine für Vorsorgeuntersuchungen ausmacht, dann gehen die da auch nicht hin. Mein Schwiegervater ist da die löbliche Ausnahme, sein Sohn (also mein Mann ;-) ) nicht.
      Also mach ich halt die Termine.

      Und bei deiner Mutter ist es eben so, dass sie zu den Frauen gehört, die schlecht Nein sagen können. Sie hat es bis jetzt nicht gelernt und wird es höchstwahrscheinlich auch nicht mehr.

      Und gerade die Frauen die auch in ihrer Mutterrolle aufgehen und da gehe ich bei deiner Mutter mal davon aus, wirst du niemals, wirklich niemals davon abhalten können, sich um ihren Enkel zu kümmern. Und das sie mit 3 anstrengend sind ist ja normal, da gewöhnt man sich aber daran und bei Oma ist es ja auch meistens etwas anders, bzw. das nimmst man so gar nicht als Stress war. Mein Zwerg ist 2 und außer an manchen Tagen, wenn er echt halt nen schlechten Tag hat, ist er eigentlich pflegeleicht, meiner Meinung nach. Andere meinen auch, er wäre aber anstrengend ;-) Er ist halt wild und ich weiß, was ich ihm zumuten kann und was er alleine kann. Fremde rennen dann halt die ganze Zeit hinterher, damit das arme Kind dann ja nicht fällt. Ist dann natürlich anstrengender. #rofl
      Und dann vergiss auch nicht, für das Kind ist es auch nicht leicht, wenn sich Mama und Papa trennen, da ist etwas extra Oma Zeit wirklich noch das Beste.

      Also schau doch Mal, ob du sie nicht entlasten kannst. Auf Grund deines Nicknamens gehe ich Mal davon aus, dass du ein 1 oder fast 1 jähriges Kind hast? Gäbe es nicht die Möglichkeit, dass du den Kleinen nimmst (wenn ihr jetzt natürlich in der Nähe wohnt?) und ihr zusammen auf den Spielplatz geht. Dann hat deine Mama mal frei.
      Oder du fragst sie mal, ob du ihr was anderes abnehmen sollst, Einkaufen oder Mal Sonntags kochen und die Eltern einladen? Mal einen Gutschein für Unkraut jäten im Garten, so dass Oma die Füße hochlegen kann bzw. nicht so lange zu tun hat,

      • Sie wohnen leider nicht in der Nähe, sondern 100km entfernt. Also mal eben hinfahren, um einzukaufen oder so geht leider nicht, zumal ich mit der Bahn fahren müsste und das mit Baby etwas schwierig ist. Wahrscheinlich muss ich es wirklich akzeptieren, aber das fällt mir nicht leicht. Ich mache mir einfach schnell Sorgen und manchmal habe ich ein schlechtes Gewissen, dass ich nicht in der Nähe meiner Eltern wohne.

        Was ich mal gemacht habe, war meiner Mama zum Geburtstag einen Ausflug mit mir zusammen zu schenken. Das war ein toller Tag nur für uns beide. Sie musste sich mal um nichts kümmern und konnte sich entspannen. Aber damit ist es ja leider auf Dauer nicht getan.
        Ich habe einfach Angst vor der Zukunft. Meine Eltern sind noch nicht so alt (Mitte-Ende 50), so dass sie eigentlich noch viele gesunde Jahre haben können, wo sie fit sind. Aber wenn es so weitergeht, ich weiß nicht...

    (9) 24.05.17 - 20:45

    Deine Eltern sind im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte, es ist ihre freie Entscheidung, wie sie ihr Leben verbringen wollen. Es geht dich einfach nichts an und es ist auch nicht deine Aufgabe.

    Wie würdest du es denn umgekehrt finden, wenn sie ständig an deinem Lebenstil rumnörgeln würden? Nicht so Pralle,oder?

    • Das hat nichts mit nörgeln zu tun, ich mache mir einfach Gedanken um meine Eltern. Klar, sie sind alt genug, um selbst zu entscheiden, was sie machen. Aber trotzdem kann ich mir ja Sorgen machen?! Und ich rede ihnen natürlich nicht rein, davon war hier nie die Rede.

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