"Wozu Kinder bekommen, wenn man sich doch nicht selbst kümmert?!" - Antwort?

    • (1) 02.06.17 - 20:34

      Hallo,

      ich möchte vorab sagen, dass ich keine Grundsatzdiskussion anfangen möchte beziehungsweise mich nicht auf einen speziellen Beitrag hier im beziehe.

      Ich habe den Satz aus der Überschrift schon an verschiedenen Stellen gehört oder gelesen und war ehrlich gesagt ein bisschen sprachlos und wüsste nicht, was ich darauf erwidern sollte.

      Denn für mich ist die Liebe zu meinem Kind, Aufmerksamkeit und Achtsamkeit sowie gute Erziehung, nicht an den Fakt, dass ich arbeite, gebunden.

      Ich mag diese Anfeindungen der Mütter untereinander überhaupt nicht. Kinder werden glücklich heranwachsen, auch wenn sie aus unterschiedlichen Familien/Lebensmodellen kommen.

      Ich respektiere jede Frau und ihre Entscheidung, arbeiten zu gehen beziehungsweise sich bis zu einem gewissen Alter oder nicht, daheim um die Kinder zu kümmern. So wie es für jede Frau/ Familie individuell passt und was sie glücklich macht, so ist es gut.

      Aber was kann ich auf so einer, meiner Meinung nach sehr dreiste und provokative Anschuldigung antworten?

      Wie gesagt, ich beabsichtige hiermit keine Anfeindung gegen ein bestimmtes Lebensmodell beziehungsweise möchte keine Grundsatzdiskussion beginnen.
      Ich möchte nur gerne schlagfertige, gute Antworten auf eine provokante Frage :-)

      Danke und viele Grüße

      • Hallo,

        "Aber was kann ich auf so einer, meiner Meinung nach sehr dreiste und provokative Anschuldigung antworten?"

        Die Kunst liegt darin, diese Provokation einfach zu übergehen. Zugegeben... nicht immer leicht. Aber warum sollte es wichtig sein, einem wildfremden User die passende Antwort zu geben oder sich gar zu rechtfertigen? Damit verleihst du seiner Äußerung eine Macht, auf die seine Aussage doch abzielt. Sich stärker/mächtiger als du zu fühlen. Reagiere einfach nicht darauf. Atme tief durch und reagiere nur auf sachliche Äußerungen, die keinen Angriff darstellen. Und schon laufen die Angriffe ins Leere.

        vg, m.

        • Das stimmt natürlich und ist auf jeden Fall auch eine gute Option. Im wirklichen Leben haben die Leute das eher verschleierter ausgedrückt aber auch da ist es definitiv auch gut, nicht auf die Provokation einzugehen.
          Danke :-)

      Was für Leute sagen denn so einen Quatsch zu dir?

      Vor Fremden oder entfernten Bekannten würde ich mein Lebensmodell nicht rechtfertigen. Dafür ist mir meine Zeit wirklich zu schade. Lächeln und weitergehen ist da meine Devisen. Denn auch eine schlagfertige Antwort ist für mich eher so etwas wie eine Rechtfertigung.

      Ich wurde auch schon öfters gefragt warum ich bei jedem Kind 3 Jahre (also jetzt knapp 6 Jahre) ganz zu Hause bleibe. Ob ich mich nicht langweile usw usw. Mehr als ein "es passt für uns so und wir sind alle glücklich mit dieser Entscheidung" sage ich da auch nicht.

      • Ich finde, dass das eine tolle Antwort ist, die du den Leuten dann gibst. Einfach, ehrlich, ausreichend. Denn es stimmt ja, auch schlagfertige Antworten können rechtfertigend sein und das möchte ich ja gerade nicht.

        Danke :-)

    Auf solche dummen Sprüche antworte ich gar nicht.

    Jede verteidigt irgendwie ihr Lebenskonzept mit Klauen und Zähnen.

    Früher habe ich mich auch eher aufgeregt, aber mittlerweile habe ich "meine Mitte" gefunden und gehe solchen Diskussionen aus dem Weg. Eine Frau, die davon absolut überzeugt ist, dass es Kindern schadet, früher als 3 in den Kindergarten zu gehen, kann ich bestimmt nicht vom Gegenteil überzeugen. Da haben wir uns also gegenseitig nicht viel zu sagen, und ich stecke meine Energie lieber darein, Dinosaurier aus Pappmaché mit meinen Kindern zu basteln. ;-)

  • Einfach ignorieren :)

    Mir geht es andersrum. Ich bleibe 3 Jahre zu Hause und mach mir einen faulen Lenz. Zudem benachteilige ich mein Kind, weil ich es nicht so toll fördern kann wie Erzieherinnen in der Kita. ;)
    Und natürlich lasse ich mich von meinem Mann aushalten und hab nur einfach keine Lust zu arbeiten.

    Und ein Hausmütterchen bin ich auch noch. Aber das müsste ich mir schon früher anhören. Mein Mann und ich haben die klassische Aufteilung und das schon immer. Ich Haushalt und er Reperaturen usw.
    Bei großen Sachen packe ich natürlich mit an

    Wir sind seit 11 Jahren glücklich damit. Ich mache das bisschen Haushalt gerne. Hab meine Kolleginnen nie verstanden, wo deren Problem lag. Einfach gut organisieren dann läuft das ohne Probleme nebenbei. Ohne Kind natürlich nur ;)
    Aber selbst mit Kind habe ich das im Griff. Aber bin ja auch nur Hausfrau ;)

    (8) 02.06.17 - 22:58

    Diese Frage sollte sich jetzt unabhängig vom Lebensmodell eigentlich jeder vorher gestellt und beantwortet haben, genauso wie ich schon von Frauen die länger zu Hause bleiben und / oder nur wenig arbeiten gehört habe dass sie gefragt wurden wozu sie so teure Ausbildungen etc gemacht haben wenn sie dann eh zu Hause bleiben ...

    Für mich ist das eine genauso provokant wie das andere und man sollte es einfach ehrlich beantworten.

    LG

    (9) 03.06.17 - 03:06

    Weil später mal jemand unsere Renten erwirtschaften muß. :-)
    Wenn Mama ordentlich in die Rentenkasse einbezahlt,
    umso besser.

    Würden alle Eltern zu Hause bleiben,
    wer steigert denn dann das Bruttoinlandsprodukt?

    • (10) 03.06.17 - 11:50

      Ich werde diese Grabenkämpfe zwischen Müttern nie verstehen.

      Hausmütterchen oder Rabenmutter?

      Beides so saudämliche Klischees!:-(

      Jede Mutter, die auf dem Lebensmodell einer anderen rumhackt,
      muß wohl etwas kompensieren,
      wahrscheinlich die Unzufriedenheit mit dem eigenen Lebensentwurf.

      Ich kann mich sehr deutlich an die Zeit erinnern, als die klassische Aufgabenverteilung überwiegend gelebt wurde. Und ich kann mich sehr gut daran erinnern, wie die Aufgabenverteilung der DDR in den westlichen Zeitungen verteufelt wurde.

      Es wurden trotzdem auch im Westen die Renten gezahlt. Wenn die DDR weiter bestehen würde, sähe es für die Rentenzahlungen an die Frauen, die ja die ganze Zeit gearbeitet haben, ziemlich mies aus.
      Auch ist es volkswirtschaftlich viel wert, wenn ein Elternteil zur Unterstützung der Kinder immer greifbar ist. So konnte ich Dir genau sagen, ohne die Eltern zu kennen, welches Kind in der Schule von zu Hause Unterstützung hatte. Meine Kinder haben alle studiert, ob sie das auch ohne Unterstützung zu Hause geschafft hätten, kann ich nicht beurteilen.
      Du jedenfalls schätzt die Beschäftigung mit Deinen Kindern gering ein. Ich sehe da eine ganz große Leistung, vor allem für die Volkswirtschaft.
      Was fängst Du z.B. mit den Analphabeten an, die ja angeblich 20% der 15-25 jährigen ausmachen? Viele, sehr viele Jugendliche beziehen Hartz4, in manchen Familien über Generationen. Wo liegt denn bei diesem Personenkreis die Leistung für Rente und das Bruttosozialprodukt?
      Ich glaube, Deine Argumentation ist zu kurz gedacht. Förderung der eigenen Kinder hätte bei mir die allerhöchste Priorietät. dafür fahre ich auch einmal weniger in Urlaub.

      Gruß Berd

      • (12) 03.06.17 - 14:13

        Das war eigentlich ironisch gemeint.:-)

        Schon die Eingangsfrage reduziert ja etwas so wunderschönes und urmenschliches wie die Fortpflanzung und das Kümmern um die eigenen Nachkommen,
        auf Funktion und Zweckmäßigkeit.

        Der Urtrieb der Fortpflanzung lässt sich doch nicht rational-pragmatisch fassen und die Versorgung von Kindern darf doch genauso vielfältig und individuell gestaltet sein wie das Leben selber.

        Es gibt keine Doktrin, die Eltern vorgibt, wie sie ihre Kinder zu betreuen haben, damit diese bestmöglich durchs Leben kommen.

        Jeder Weg ist individuell und den eigenen Lebensumständen geschuldet.
        Manche Familien haben keine Wahl, sie sind auf zwei Gehälter angewiesen.
        Andere können wählen.

        Für mich war es immer klar, dass meine Kinder niemals außerhalb der Schule in die Fremdbetreuung kommen,
        aus dem inneren Bedürfnis heraus soviel Zeit wie möglich mit ihnen zu verbringen.
        Ich hatte die Wahl, aber ich käme niemals auf die Idee andere zu kritisieren.

        Zur Zeit ist es in meinem Umfeld üblich, so schnell wie möglich wieder zu arbeiten.
        "Teuer ausgebildete Akademikerinnen sollen gefälligst schnell wieder auf den Arbeitsmarkt und nicht bei der Kinderbetreuung verblöden."

        Es gibt einen gewissen Druck, dem Bild einer vermeintlich emanzipierten Frau zu entsprechen

        und sich genauso in der, von Männern dominierten, Arbeitswelt zu behaupten wie die Partner.

        Für mich sind Frauen, die Managerposten innehaben nicht emanzipierter, als Mütter, die mit ihren Kindern nachmittags lieber basteln und darin aufgehen,

        solange alle Entscheidungen selbstgewählt und ohne äußeren Druck entstanden sind.

        (13) 03.06.17 - 14:17

        "Ich glaube, Deine Argumentation ist zu kurz gedacht. Förderung der eigenen Kinder hätte bei mir die allerhöchste Priorietät. dafür fahre ich auch einmal weniger in Urlaub."

        Das sehen mein Mann und ich genauso. :-)

Zwischen arbeiten gehen und arbeiten gehen, liegen Welten!
Diesen Satz würde ich z. B. bei diesen Managerinnen anbringen, die diesen Club haben. Die, die nie da sind. Und die das auch noch toll finden.
Oder bei denen, über die ich einen Bericht im Fernsehen gesehen habe. 24-Stunden-Kita (Ja ja, ich weiß, die Kinder sind nicht 24 Stunden da - aber zu völligen Unzeiten) und am Wochenende ins Kinderhotel.
Da fielen Sätze wie: XY hat seine Eltern seit soundsovielen Stunden nicht mehr gesehen...
Wenn beide Elternteile die ganze Woche über arbeiten und keine Zeit für ihre Kinder haben, wenn Kinder täglich nach der Schule alleine zu Hause sind, ja dann frag ich mich, warum die Kinder bekommen haben. Die Zeit reicht ja nicht mal für ein Haustier.
Und ich kann die ewige Diskussion und das Totschlagargument mit dem Geld nicht mehr hören!
Wenn diese Leute die Kita-Kosten, Spritkosten, Essenkosten gegenüber stellen und die Steuern, die sie zahlen und gleichzeitig mal eingestehen würden, was sie an wirklich nicht notwendigem Luxus konsumieren, würde sich bei den Meisten herausstellen, dass sie weniger arbeiten könnten.
Aber es etabliert sich, dass Frauen nur noch ein Jahr zu Hause bleiben. Und dann wieder so viel Geld haben wollen wie vor dem Kind!
Klar gibt es Männer, die nicht genug verdienen, aber von denen ist hier kaum dir Rede!

Wenn man will, kann man es einrichten, dass ein Elternteil viel für die Kinder da ist. Aber man muss auch bereit sein, sein Leben umzustellen und mal ein paar Jahre ein bisschen zurück zu stecken!

Ich möchte auf jeden Fall meine Kinder mittags zu Hause haben, ihnen kochen, mit ihnen die Hausaufgaben machen, sie betreuen, wenn sie krank sind.

Ich will nicht, dass sie nachmittags in einer Betreuung hocken, wo sie ein Kind unter vielen sind. Ich will nicht, dass fremde Leute mal husch husch über die Hausaufgaben gucken und dass meine Kinder aufgewärmte Matschepampe aus einem 20 km entfernten Altenheim essen, dass zwei Stunden nach Lieferung verzehrt wird! Ich möchte nicht, dass meine Kinder später die Erinnerung haben: meine Eltern waren nicht da, wir wurden immer fremdbetreut und hin und her geschoben.
Sondern: wir hatten vielleicht nicht alles und lebten nicht im Luxus. Aber Papa, Mama oder Oma und Opa waren immer da.

  • Super. Du möchtest das, bei euch passt es, und du bist glücklich mit eurem Modell. Ich möchte das nicht. Bei uns sind würde es nicht passen. Und das es geht mir da nicht um das Geld. Wir könnten sogar mit einem Gehalt auskommen. Wollen wir aber nicht.

    Nicht weil wir den Luxus nicht missen wollen. Sondern weil ich ich als Hausfrau aus vielen Gründen nicht glücklich wäre. Als Mutter bin ich es aber. Deshalb habe ich ein Kind und arbeite.

    Mir ist vollkommen schnurz, wie du dein Leben lebst. Ist ja deines. Unsere Familie ist anders, und für uns ist unser Leben gut.

    Meine Antwort auf die Frage der TE ist daher "Freut mich, dass es bei euch so passt. Bei uns passt eben etwas anderes."

    Wäre schön, wenn die Mütter, die nicht erwerbstätig sind, einfach mal dasselbe sagen könnten. Für euch passt es. Fertig.

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