"Wozu Kinder bekommen, wenn man sich doch nicht selbst kümmert?!" - Antwort?

    • (1) 02.06.17 - 20:34

      Hallo,

      ich möchte vorab sagen, dass ich keine Grundsatzdiskussion anfangen möchte beziehungsweise mich nicht auf einen speziellen Beitrag hier im beziehe.

      Ich habe den Satz aus der Überschrift schon an verschiedenen Stellen gehört oder gelesen und war ehrlich gesagt ein bisschen sprachlos und wüsste nicht, was ich darauf erwidern sollte.

      Denn für mich ist die Liebe zu meinem Kind, Aufmerksamkeit und Achtsamkeit sowie gute Erziehung, nicht an den Fakt, dass ich arbeite, gebunden.

      Ich mag diese Anfeindungen der Mütter untereinander überhaupt nicht. Kinder werden glücklich heranwachsen, auch wenn sie aus unterschiedlichen Familien/Lebensmodellen kommen.

      Ich respektiere jede Frau und ihre Entscheidung, arbeiten zu gehen beziehungsweise sich bis zu einem gewissen Alter oder nicht, daheim um die Kinder zu kümmern. So wie es für jede Frau/ Familie individuell passt und was sie glücklich macht, so ist es gut.

      Aber was kann ich auf so einer, meiner Meinung nach sehr dreiste und provokative Anschuldigung antworten?

      Wie gesagt, ich beabsichtige hiermit keine Anfeindung gegen ein bestimmtes Lebensmodell beziehungsweise möchte keine Grundsatzdiskussion beginnen.
      Ich möchte nur gerne schlagfertige, gute Antworten auf eine provokante Frage :-)

      Danke und viele Grüße

      • Hallo,

        "Aber was kann ich auf so einer, meiner Meinung nach sehr dreiste und provokative Anschuldigung antworten?"

        Die Kunst liegt darin, diese Provokation einfach zu übergehen. Zugegeben... nicht immer leicht. Aber warum sollte es wichtig sein, einem wildfremden User die passende Antwort zu geben oder sich gar zu rechtfertigen? Damit verleihst du seiner Äußerung eine Macht, auf die seine Aussage doch abzielt. Sich stärker/mächtiger als du zu fühlen. Reagiere einfach nicht darauf. Atme tief durch und reagiere nur auf sachliche Äußerungen, die keinen Angriff darstellen. Und schon laufen die Angriffe ins Leere.

        vg, m.

        • Das stimmt natürlich und ist auf jeden Fall auch eine gute Option. Im wirklichen Leben haben die Leute das eher verschleierter ausgedrückt aber auch da ist es definitiv auch gut, nicht auf die Provokation einzugehen.
          Danke :-)

      Was für Leute sagen denn so einen Quatsch zu dir?

      Vor Fremden oder entfernten Bekannten würde ich mein Lebensmodell nicht rechtfertigen. Dafür ist mir meine Zeit wirklich zu schade. Lächeln und weitergehen ist da meine Devisen. Denn auch eine schlagfertige Antwort ist für mich eher so etwas wie eine Rechtfertigung.

      Ich wurde auch schon öfters gefragt warum ich bei jedem Kind 3 Jahre (also jetzt knapp 6 Jahre) ganz zu Hause bleibe. Ob ich mich nicht langweile usw usw. Mehr als ein "es passt für uns so und wir sind alle glücklich mit dieser Entscheidung" sage ich da auch nicht.

      • Ich finde, dass das eine tolle Antwort ist, die du den Leuten dann gibst. Einfach, ehrlich, ausreichend. Denn es stimmt ja, auch schlagfertige Antworten können rechtfertigend sein und das möchte ich ja gerade nicht.

        Danke :-)

    Auf solche dummen Sprüche antworte ich gar nicht.

    Jede verteidigt irgendwie ihr Lebenskonzept mit Klauen und Zähnen.

    Früher habe ich mich auch eher aufgeregt, aber mittlerweile habe ich "meine Mitte" gefunden und gehe solchen Diskussionen aus dem Weg. Eine Frau, die davon absolut überzeugt ist, dass es Kindern schadet, früher als 3 in den Kindergarten zu gehen, kann ich bestimmt nicht vom Gegenteil überzeugen. Da haben wir uns also gegenseitig nicht viel zu sagen, und ich stecke meine Energie lieber darein, Dinosaurier aus Pappmaché mit meinen Kindern zu basteln. ;-)

  • Einfach ignorieren :)

    Mir geht es andersrum. Ich bleibe 3 Jahre zu Hause und mach mir einen faulen Lenz. Zudem benachteilige ich mein Kind, weil ich es nicht so toll fördern kann wie Erzieherinnen in der Kita. ;)
    Und natürlich lasse ich mich von meinem Mann aushalten und hab nur einfach keine Lust zu arbeiten.

    Und ein Hausmütterchen bin ich auch noch. Aber das müsste ich mir schon früher anhören. Mein Mann und ich haben die klassische Aufteilung und das schon immer. Ich Haushalt und er Reperaturen usw.
    Bei großen Sachen packe ich natürlich mit an

    Wir sind seit 11 Jahren glücklich damit. Ich mache das bisschen Haushalt gerne. Hab meine Kolleginnen nie verstanden, wo deren Problem lag. Einfach gut organisieren dann läuft das ohne Probleme nebenbei. Ohne Kind natürlich nur ;)
    Aber selbst mit Kind habe ich das im Griff. Aber bin ja auch nur Hausfrau ;)

    (8) 02.06.17 - 22:58

    Diese Frage sollte sich jetzt unabhängig vom Lebensmodell eigentlich jeder vorher gestellt und beantwortet haben, genauso wie ich schon von Frauen die länger zu Hause bleiben und / oder nur wenig arbeiten gehört habe dass sie gefragt wurden wozu sie so teure Ausbildungen etc gemacht haben wenn sie dann eh zu Hause bleiben ...

    Für mich ist das eine genauso provokant wie das andere und man sollte es einfach ehrlich beantworten.

    LG

    (9) 03.06.17 - 03:06

    Weil später mal jemand unsere Renten erwirtschaften muß. :-)
    Wenn Mama ordentlich in die Rentenkasse einbezahlt,
    umso besser.

    Würden alle Eltern zu Hause bleiben,
    wer steigert denn dann das Bruttoinlandsprodukt?

    • (10) 03.06.17 - 11:50

      Ich werde diese Grabenkämpfe zwischen Müttern nie verstehen.

      Hausmütterchen oder Rabenmutter?

      Beides so saudämliche Klischees!:-(

      Jede Mutter, die auf dem Lebensmodell einer anderen rumhackt,
      muß wohl etwas kompensieren,
      wahrscheinlich die Unzufriedenheit mit dem eigenen Lebensentwurf.

      (11) 03.06.17 - 13:25

      Ich kann mich sehr deutlich an die Zeit erinnern, als die klassische Aufgabenverteilung überwiegend gelebt wurde. Und ich kann mich sehr gut daran erinnern, wie die Aufgabenverteilung der DDR in den westlichen Zeitungen verteufelt wurde.

      Es wurden trotzdem auch im Westen die Renten gezahlt. Wenn die DDR weiter bestehen würde, sähe es für die Rentenzahlungen an die Frauen, die ja die ganze Zeit gearbeitet haben, ziemlich mies aus.
      Auch ist es volkswirtschaftlich viel wert, wenn ein Elternteil zur Unterstützung der Kinder immer greifbar ist. So konnte ich Dir genau sagen, ohne die Eltern zu kennen, welches Kind in der Schule von zu Hause Unterstützung hatte. Meine Kinder haben alle studiert, ob sie das auch ohne Unterstützung zu Hause geschafft hätten, kann ich nicht beurteilen.
      Du jedenfalls schätzt die Beschäftigung mit Deinen Kindern gering ein. Ich sehe da eine ganz große Leistung, vor allem für die Volkswirtschaft.
      Was fängst Du z.B. mit den Analphabeten an, die ja angeblich 20% der 15-25 jährigen ausmachen? Viele, sehr viele Jugendliche beziehen Hartz4, in manchen Familien über Generationen. Wo liegt denn bei diesem Personenkreis die Leistung für Rente und das Bruttosozialprodukt?
      Ich glaube, Deine Argumentation ist zu kurz gedacht. Förderung der eigenen Kinder hätte bei mir die allerhöchste Priorietät. dafür fahre ich auch einmal weniger in Urlaub.

      Gruß Berd

      • (12) 03.06.17 - 14:13

        Das war eigentlich ironisch gemeint.:-)

        Schon die Eingangsfrage reduziert ja etwas so wunderschönes und urmenschliches wie die Fortpflanzung und das Kümmern um die eigenen Nachkommen,
        auf Funktion und Zweckmäßigkeit.

        Der Urtrieb der Fortpflanzung lässt sich doch nicht rational-pragmatisch fassen und die Versorgung von Kindern darf doch genauso vielfältig und individuell gestaltet sein wie das Leben selber.

        Es gibt keine Doktrin, die Eltern vorgibt, wie sie ihre Kinder zu betreuen haben, damit diese bestmöglich durchs Leben kommen.

        Jeder Weg ist individuell und den eigenen Lebensumständen geschuldet.
        Manche Familien haben keine Wahl, sie sind auf zwei Gehälter angewiesen.
        Andere können wählen.

        Für mich war es immer klar, dass meine Kinder niemals außerhalb der Schule in die Fremdbetreuung kommen,
        aus dem inneren Bedürfnis heraus soviel Zeit wie möglich mit ihnen zu verbringen.
        Ich hatte die Wahl, aber ich käme niemals auf die Idee andere zu kritisieren.

        Zur Zeit ist es in meinem Umfeld üblich, so schnell wie möglich wieder zu arbeiten.
        "Teuer ausgebildete Akademikerinnen sollen gefälligst schnell wieder auf den Arbeitsmarkt und nicht bei der Kinderbetreuung verblöden."

        Es gibt einen gewissen Druck, dem Bild einer vermeintlich emanzipierten Frau zu entsprechen

        und sich genauso in der, von Männern dominierten, Arbeitswelt zu behaupten wie die Partner.

        Für mich sind Frauen, die Managerposten innehaben nicht emanzipierter, als Mütter, die mit ihren Kindern nachmittags lieber basteln und darin aufgehen,

        solange alle Entscheidungen selbstgewählt und ohne äußeren Druck entstanden sind.

        (13) 03.06.17 - 14:17

        "Ich glaube, Deine Argumentation ist zu kurz gedacht. Förderung der eigenen Kinder hätte bei mir die allerhöchste Priorietät. dafür fahre ich auch einmal weniger in Urlaub."

        Das sehen mein Mann und ich genauso. :-)

Zwischen arbeiten gehen und arbeiten gehen, liegen Welten!
Diesen Satz würde ich z. B. bei diesen Managerinnen anbringen, die diesen Club haben. Die, die nie da sind. Und die das auch noch toll finden.
Oder bei denen, über die ich einen Bericht im Fernsehen gesehen habe. 24-Stunden-Kita (Ja ja, ich weiß, die Kinder sind nicht 24 Stunden da - aber zu völligen Unzeiten) und am Wochenende ins Kinderhotel.
Da fielen Sätze wie: XY hat seine Eltern seit soundsovielen Stunden nicht mehr gesehen...
Wenn beide Elternteile die ganze Woche über arbeiten und keine Zeit für ihre Kinder haben, wenn Kinder täglich nach der Schule alleine zu Hause sind, ja dann frag ich mich, warum die Kinder bekommen haben. Die Zeit reicht ja nicht mal für ein Haustier.
Und ich kann die ewige Diskussion und das Totschlagargument mit dem Geld nicht mehr hören!
Wenn diese Leute die Kita-Kosten, Spritkosten, Essenkosten gegenüber stellen und die Steuern, die sie zahlen und gleichzeitig mal eingestehen würden, was sie an wirklich nicht notwendigem Luxus konsumieren, würde sich bei den Meisten herausstellen, dass sie weniger arbeiten könnten.
Aber es etabliert sich, dass Frauen nur noch ein Jahr zu Hause bleiben. Und dann wieder so viel Geld haben wollen wie vor dem Kind!
Klar gibt es Männer, die nicht genug verdienen, aber von denen ist hier kaum dir Rede!

Wenn man will, kann man es einrichten, dass ein Elternteil viel für die Kinder da ist. Aber man muss auch bereit sein, sein Leben umzustellen und mal ein paar Jahre ein bisschen zurück zu stecken!

Ich möchte auf jeden Fall meine Kinder mittags zu Hause haben, ihnen kochen, mit ihnen die Hausaufgaben machen, sie betreuen, wenn sie krank sind.

Ich will nicht, dass sie nachmittags in einer Betreuung hocken, wo sie ein Kind unter vielen sind. Ich will nicht, dass fremde Leute mal husch husch über die Hausaufgaben gucken und dass meine Kinder aufgewärmte Matschepampe aus einem 20 km entfernten Altenheim essen, dass zwei Stunden nach Lieferung verzehrt wird! Ich möchte nicht, dass meine Kinder später die Erinnerung haben: meine Eltern waren nicht da, wir wurden immer fremdbetreut und hin und her geschoben.
Sondern: wir hatten vielleicht nicht alles und lebten nicht im Luxus. Aber Papa, Mama oder Oma und Opa waren immer da.

  • (15) 03.06.17 - 06:47

    Super. Du möchtest das, bei euch passt es, und du bist glücklich mit eurem Modell. Ich möchte das nicht. Bei uns sind würde es nicht passen. Und das es geht mir da nicht um das Geld. Wir könnten sogar mit einem Gehalt auskommen. Wollen wir aber nicht.

    Nicht weil wir den Luxus nicht missen wollen. Sondern weil ich ich als Hausfrau aus vielen Gründen nicht glücklich wäre. Als Mutter bin ich es aber. Deshalb habe ich ein Kind und arbeite.

    Mir ist vollkommen schnurz, wie du dein Leben lebst. Ist ja deines. Unsere Familie ist anders, und für uns ist unser Leben gut.

    Meine Antwort auf die Frage der TE ist daher "Freut mich, dass es bei euch so passt. Bei uns passt eben etwas anderes."

    Wäre schön, wenn die Mütter, die nicht erwerbstätig sind, einfach mal dasselbe sagen könnten. Für euch passt es. Fertig.

    Das hängt wohl doch sehr stark vom Beruf ab.

    Als verbeamtete Lehrerin verdiene ich in Teilzeit (18 Stunden) immerhin noch 2800 Euro netto im Monat, und der Kindergarten kostet 135 Euro im Monat, jetzt im letzten Jahr gar nichts.

    Ach so, und bei uns packt tatsächlich der Papa auch ganz viel mit an.

    Aber ich wollte ja noch das Pappmaché Pulver und den Kleister kaufen. ;-)

    • (17) 05.06.17 - 17:40

      Wow.
      Aber das sind 18 Unterrichtsstunden oder? D.h.du bist eigentlich eher mit 25 bis 30 Stunden dabei oder? Allerdings mit Stunden, die du freier einteilen kannst.

Eine sehr schöne und ehrliche Antwort.

(19) 03.06.17 - 10:14

"Ich möchte nicht, dass meine Kinder später die Erinnerung haben: meine Eltern waren nicht da, wir wurden immer fremdbetreut und hin und her geschoben.
Sondern: wir hatten vielleicht nicht alles und lebten nicht im Luxus. Aber Papa, Mama oder Oma und Opa waren immer da."

Da musst du hoffen, dass deine Kinder das auch genauso empfinden, wie du es dir gedacht hast. Ich zum Beispiel wäre froh gewesen, wenn meine Mutter zu Hause weniger präsent gewesen wäre. Immer war sie da, sobald ich aus der Schule kam, das hat mich regelrecht eingeengt. Ich habe auch darunter gelitten, dass wir weniger Geld zur Verfügung hatten als viele andere in meinem Umfeld. Dass meine Mutter Hausfrau war, hat maßgeblich dazu beigetragen, dass ich es nicht bin.

Das soll kein Angriff sein, sondern nur aufzeigen, dass man es sich zu leicht macht, wenn man meint, Kinder wären besonders glücklich mit einer Mutter, die Hausfrau ist und unglücklich mit Fremdbetreuung.

LG

  • (20) 03.06.17 - 11:09

    "Das soll kein Angriff sein, sondern nur aufzeigen, dass man es sich zu leicht macht, wenn man meint, Kinder wären besonders glücklich mit einer Mutter, die Hausfrau ist und unglücklich mit Fremdbetreuung."

    umgekehrt ebenso ;-)

    ja, ich stimme dir zu!! ernsthaft!

    man sollte es sich nicht zu leicht machen.
    "wenn man meint, Kinder wären besonders glücklich mit einer Mutter, die Hausfrau ist und unglücklich mit Fremdbetreuung."
    wenn man meint, Kinder wären besonders glücklich meiner Mutter, die arbeiten geht, Geld mitbringt und in der Fremdbetreuung Menschen um sich hat.

    beide extreme halte ich für schwierig.

    mein Vater war nie zu Hause. Das wollte ich für mich so nicht. Die Umkehr, immer zu Hause zu sein, kam für mich nicht in Frage. Ich arbeite, weil ich das möchte. Bis zu meinen Grenzen.
    bei einer Freundin war die Mutter immer zu Hause, engte auch ein. Anfangs ließ sie sich dazu hinreißen, das andere extreme auszuprobieren (immer arbeiten, bloß nie zu Hause sein, schnell Kinderbetreuung). Merkte dann aber für sich, dass das ihrem Kind nicht gut tat und fand für sich die Mitte.

    Will damit sagen, man sollte es sich in beide Richtungen nicht zu einfach machen / nicht automatisch das andere extrem wählen, weil man mit dem eigenen nicht glücklich war.

    Wenn man sich bewusst dafür entscheidet. Also Kinderbetreuung, weil es dem Kind gut tut und einem selbst auch
    oder bewusst zu Hause bleiben, weil es einem selbst gut tut.
    Super. ;-)

    Mir ist schon klar, dass du speziell auf den Beitrag geantwortet hast, worum es eben darum ging.
    Mir war es nur wichtig die Relation anzumerken. Beides ist wichtig. Bzw. das hinsehen.

    Von einem ins andere extrem zu fallen, ohne nachzudenken, wäre zu einfach und kommt grade deswegen häufiger vor. :-(

    nur weil eine Mutter nicht arbeiten geht (zum Geld verdienen) heißt das nicht, dass sie einengt und immer zu Hause ist. Auch wenn ich deine Erfahrung verstehen kann und respektiere!
    Manche gehen nicht arbeiten und haben ein eigenes Leben, Ehrenamt, Soziale Kontakte etc. nur eben nicht alle ....

    nur weil eine Mutter arbeiten geht, heißt das nicht, dass sie deswegen mehr Geld mitbringt oder sich die Familie mehr leisten kann oder die Kinder vernachlässigt.

    Meine Mutter hat übrigens beides geschafft: arbeiten gehen UND mich einzuengen, soziale Kontakte zu verweigern usw. Urlaub? Nur mit Mutter zu Verwandten.
    Als mein Vater noch weniger verdiente und weniger arbeitete, hatte die Familie mehr Geld zur Verfügung und die großen Geschwister waren mit den Eltern, beiden! Eltern im Urlaub.

    die Freundin einer Mutter ging nicht arbeiten, hatte weniger Zeit, hatte ihr soziales Leben und die Familie konte sich mehr leisten (Geld besser einteilen).

    Ich respektiere deine Erfahrung und verstehe deine Entscheidung, es bewusst anders zu machen ;-)#winke

    wollte nur darauf hinweisen, dass es eben generell nicht zu einfach sein sollte
    wie die Beispiele zeigen, kann es dahinter nämlich ganz anders sein, als man von außen vermuten würde.

(22) 03.06.17 - 11:10

Ich bin keine reine Hausfrau. Jetzt nach dem dritten Kind habe ich nach zehn Tagen das erste Mal wieder in der Kanzlei gesessen und zuvor drei Tage vor dem ET noch. Ich arbeite zur Zeit sehr wenig. Aber ich habe drei Kinder und das Baby ist 7 Wochen alt.
Allerdings habe ich den Anspruch, dass ich nur arbeiten gehe, wenn mein Mann zu Hause ist, dass täglich gekocht und nach der Schule die Hausaufgaben gemacht werden. Und das werde ich noch eine Weile beibehalten.

Im Grunde arbeite ich, um nicht raus zu kommen, um einen Nachweis zu haben, in meinem Beruf gearbeitet zu haben und mal ein paar Stunden nicht Kinder und Haushalt zu versorgen, tut auch gut.
Ich hab nichts gegen arbeitende Mütter. Nur etwas gegen die, die ihre Luxusbedürfnisse über das Wohl ihrer Kinder stellen. Dass die meisten Frauen arbeiten wollen und es oft auch müssen, ist so. Aber man sollte doch darauf achten, dass die Kinder nicht darunter leiden. Und Lösungen finden, die Kinder nicht dauerhaft den ganzen Tag in Schule und Kita zwingen.
Wenn ich hier lese, dass Kleinkinder von 7-17 Uhr in die Kita gehen und dann noch gemotzt wird, dass man nicht bis 18 Uhr arbeiten kann, ja, dann bringe ich den zitieren Satz durchaus an!

"Zwischen arbeiten gehen und arbeiten gehen, liegen Welten!"

genauso ist es!

mein Vater war nie da. Er erarbeitete zwar Geld, aber ich habe ihn erst gesehen, als er zum Pflegefall wurde.
Kein gemeinsamer Urlaub - Arbeit geht vor (Mutter und ich fuhren zwar, aber immer mit dem Hinweis, dass der arme Vater sich dafür krum schuftet)
er ging, bevor ich aufstand
er kam, als ich schon schlief
er aß, als ich noch in der Schule war
er arbeitete eigentlich im gleichen Haus

meine Mutter arbeitete auch.
ich war viel bei meiner Oma, war auch mit zu Terminen
bis zum Kindergarten hatte ich viele KInder um mich (Krippe gab es noch nicht! aber mit Spielplatz und Treffen wurde es mir möglich gemacht)

meine Mutter habe ich trotzdem gesehen.

Jetzt bin ich selbst Mutter, alleinerziehend.
Ich verdiene genug, um uns was leisten zu können
aber auch genug um uns auch Zeit leisten zu können.

Würde ich Vollzeit arbeiten hätte ich zwra mehr Rentenpunkte, ABER
- weniger auf dem Konto (könnte Kind also weniger kaufen)
- keine Zeit mehr, weil ich erst spät käme, müsste weiter fahren
- keine Gesundheit mehr (ich war schwer krank)
- keine Rente, weil ich bis 67 oder früher gesundheitlich gar nicht durchhalten würde

Die Diskussion wegen Rente hatte ich vor ein paar Tagen auch.
Ich MUSS unbedingt mehr arbeiten (nicht mehr verdienen! #gruebel#kratz) um später mehr Rente zu bekommen. Das, was ich jetzt mache würde nicht reichen. Ich MUSS Angst davor haben später nicht genug Rente zu bekommen.

Ich: wenn ich mich jetzt kaputt schufte (Gesunheitszustand ist der Person bekannt) halte ich eh nicht bis 67 durch.
Person: so darf ich erst gar nicht denken. Ich darf keine Angst haben. Sondern muss jetzt schuften, damit ich später was bekomme.

Aha, WAS bekomme ich später? und WIE erreiche ich das später?

Interessant ist auch, dass bei Männern nicht gefragt wird.

Einige Eltern haben das Papa-Elternzeit-Modell. Finde ich super.
Papa ist zu Hause, genießt die Zeit mit Kindern.
Meist bekommt er Hochachtung, die Frau die verbalen Schläge. Warum sie keine Zeit mit ihren Kindern hat usw.
ABer WEHE sie ist in Urlaub !!! WEHE WEHE WEHE, dann wird sofort spekuliert ob sie arbeitslos geworden ist, ob sie jetzt dem armen Mann auf der Tasche liegt,
dass die Kinder darunter leiden, dass die Mutter nicht mehr genug verdient und sie die Familie finanziell nicht mehr unterstützt.

Kaum sagt sie, dass sie den Urlaub genießt und ihre Arbeitsstelle noch hat, nutzt sie das System aus, also in dem Fall den Arbeitgeber, ob sie noch mehr Kinder auf Arbeitgeberkosten planen würde (Urlaub, NICHT Mutterschutz!)

und wenn sie arbeiten geht, dass sie die Kinder vernachlässigen würde.

Eine Frau, ein Modell und in keiner Weise ist es recht :-p

"Und ich kann die ewige Diskussion und das Totschlagargument mit dem Geld nicht mehr hören!
Wenn diese Leute die Kita-Kosten, Spritkosten, Essenkosten gegenüber stellen und die Steuern, die sie zahlen und gleichzeitig mal eingestehen würden, was sie an wirklich nicht notwendigem Luxus konsumieren, würde sich bei den Meisten herausstellen, dass sie weniger arbeiten könnten."

habe ich gemacht, bei mir funktioniert es. Ich arbeite, nur eben für uns passend.
eine Freundin hat 3 Jahre Elternzeit genommen. Bei U3 Betreuung hätte sie Vollzeit gearbeitet und es wäre weniger auf dem Konto gewesen.

Bei anderen Freunden ist es notwendig, finanziell. Allerdings ist hier schon eine Einschränkung da: kein Auto, Betreuungskosten im Rahmen usw. Da macht das Arbeiten wirklich ein plus auf dem Konto.

Was mich immer wieder irritiert, sind die Argumente, dass eine Frau arbeiten MÜSSE, weil sie sonst Heimchen am Herd wäre oder weil es früher anders war.

Hm .... früher galt eine Frau als egoistisch, wenn sie arbeiten ging.

Der gemeine Mann, der seine Frau zum arbeiten zwingt (Wenn er ihr die Wahl gelassen hatte und sie freiwillig ging). Das musste sich meine Mutter oft anhören, meine Großtante und Tanten ebenso #augen

Jetzt ist es so, dass Frauen als egoistisch gelten, wenn sie NICHT arbeiten gehen. Der Gesellschaft auf der Tasche lägen. Sie müssten arbeiten um von ihrer Wahl arbeiten zu DÜRFEN Gebrauch machen zu können. Frauen die anders wählen, passen wieder nicht #gruebel

Männer hingegen profitieren von der Emanzipation der Frau.
Sie wurden früher nicht gefragt, ob sie zu Hause bleiben wollen oder nicht. Das war so, dass sie der Versorger waren und Punkt.

Heute haben Männer die Wahl. Gehen sie in Elternzeit, werden sie bewundert (fast keiner kommt auf die zu sagen, sie lägen der Frau auf der Tasche). Sie dürfen sich um die Kinder und den Haushalt kümmern und bekommen den Wow Effekt.
Gehen sie weiter arbeiten, ist es "normal"

Frauen haben zwar jetzt gesetzlich die Wahl. Aber egal wie sie es machen, den gesellschaftlichen Druck.

und zwischen zu Hause sein (das Haus nicht verlassen, nur für die Kinder leben) und zu Hause sein (eigenes Leben haben; vormittags arbeiten nachmittags zu Hause sein, Ehrenamt, Freunde haben)
gibt es ebenfalls Unterschiede und es liegen Welten.

Schade, dass nicht differenziert hingeschaut wird. Geschaut wird, WARUM sich jemand entscheidet. Bewusst , aus der Not heraus.
Dass man jenen, die es aus der Not heraus tun, hilft (wege zeigt), statt sie runterzuputzen, warum sie es anders machen
und jenen, die es bewusst tun, nicht fertig macht, sondern mal neugierig versucht zu verstehen....

manche entscheiden sich auch aus einer emotionalen Not heraus.

In meiner Krankenzeit habe ich einige Workaholics kennen gelernt, die deswegen arbeitssüchtig sind, weil damit andere Ängste unterdrückt halten.
Bsp. Angst vor finanzieller Not, Angst vor gesellschaftlichem Abstieg, kein Leben neben der Arbeit das erfüllt, Angst vor dem was die Leute sagen könnten, Angst vor Gefühlen usw.

Manch anderer arbeitet sehr viel, weil die Arbeit Spaß macht und das wie ein Hobby ist, das man stundenlang machen kann.

es gibt so viele Gründe, warum sich jemand wie entscheidet und warum manches geht und anderes nicht.

Aufgegriffen werden aber immer nur die "greifbaren" Argumente, Rente Geld Frauen dürfen wählen nicht am Herd stehen und eingesperrt sein zu müssen (wählen freiwillig zu Hause ein Leben zu führen oder wählen freiwillig auszuüben, was ihnen Spaß macht, wird dabei irgendwie zu selten erwähnt #kratz)

mein Vater hat immer nur für die Rente gearbeitet. Bekommen hat er sie dann nicht mehr. Private Vorsorge zahlte nicht, gesetzliche ist er dann gestorben. Angst vor Altersarmut hatte er.

Wir sehen oft nur das, was wir sehen wollen.
Das äußere, das was greifbar anders ist. :-(

Individuelle Freiheit, aber keiner darf anders sein. #kratz

Würden wir mehr FRAGEN, versuchen zu VERSTEHEN
statt zu argumentieren oder gegenargumentieren oder verachten (weil es für einen selbst nichts wäre)

eine Freundin macht es komplett anders als ich
wir verstehen uns deswegen so gut, weil wir verstehen, WARUM es anders ist, WARUM es bei uns anders besser passt. #freu
und wir machen so ziemlich alles anders, was mit Kindern anders möglich ist #schein
wir versuchen uns nicht zu erziehen oder zu bevormunden oder Angst zu machen (weil wir selbst manchmal Ängste haben!), wir unterstützen uns in Modellen, die völlig konträr zum eigenen sind. Warum? weil wir GEFRAGT und VERSTANDEN haben, dass es ANDERS AUCH möglich ist!

AUCH heißt - AUCH. Nicht "auch minus das andere"

Was soll das?

Lasst doch einfach mal andere Leute ihre Entscheidungen für ihr Leben treffen, dass euch so gar nichts angeht.

Warum verurteilst du andere Eltern?
Was gibt dir das?

Ich könnte mir deinen Weg nicht vorstellen, aber ich verurteile dich dafür nicht.

Eines möchte ich an dieser Stelle mal sagen, durch all die bösen Eltern, die egoistischen Managerinnen mit ihren "Clubs" (Häh?), den Familien die überdurchschnittlich viel verdienen ist es ja erst möglich, dass du dir die Freiheit nehmen kannst rund um die Uhr für dein Kind da zu sein. Das ist der Luxus den diese Familien nicht sich sondern dir finanzieren.

  • >>es möchte ich an dieser Stelle mal sagen, durch all die bösen Eltern, die egoistischen Managerinnen mit ihren "Clubs" (Häh?), den Familien die überdurchschnittlich viel verdienen ist es ja erst möglich, dass du dir die Freiheit nehmen kannst rund um die Uhr für dein Kind da zu sein.<<

    Kannst du das näher erklären? Das verstehe ich gerade nicht.

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