"Falsche" Freunde

    • (1) 14.06.17 - 09:04

      Hi zusammen,

      ich weiß nicht mehr so recht weiter....
      Meine Tochter (bald 11) zieht es immer zu "falschen" Freunden hin. Die derzeitige Situation ist so dass sie zwei Freundinnen hat auf die sie sich komplett eingefahren hat und dadurch ihre "normalen" Freunde hinten anstehen lässt.

      Ich kenn das eine Mädel seit sie 2 Jahre ist, das andere seit sie 4 Jahre alt ist. Die familiären Situationen sind der Wahnsinn. Nr 1 war schon mit vier Jahren immer wieder allein zuhause, die andere hat sehr viel Gewalt unter ihren Eltern mitbekommen. Ich habe damals die Kinder immer wieder bei mir aufgenommen, zum größten Teil einfach aus Mitleid. Da kam es schon vor dass Mutter von Kind Nr. 1 nach einer Übernachtung ihr Kind nicht abgeholt hat weil sie noch Party machen wollte oder immer wieder was anderes dazwischen gekommen ist... Mutter von Kind Nr 2 war nicht immer ganz so schlimm, auf sie hat man sich (was Absprachen belangt) verlassen können zumindest was ihr Kind betroffen hat. Familie von Kind Nr. 2 hat eine Tür weiter gewohnt und dadurch wurde ich auch in verschiedene Situationen hineingezogen (Polizeieinsätze, Gerichtsvollzieher). Ich hab, wohlwissend dass sie zuhause waren, immer für sie gelogen (Nein, gerade nicht anwesend, ich weiß nicht wann sie wiederkommen usw) Einmal hat ihr Mann sie so sehr verprügelt dass die Kinder schreiend, weinend und verängstigt in den Flur gerannt sind. Da bricht einem das Herz... Nun denn, sie hat sich für den Mann entschieden und auch durchaus in Kauf genommen dass die Kinder vielleicht dann weg sind. Kinder wurden ihr nicht abgezogen, soviel Info mal dazu.
      Mit der Zeit stellte sich heraus dass Kind Nr 2 gerne mal Sachen mitgehen hat lassen (kennt wer von euch die Filly Pony´s, meine Tochter war ganz vernarrt in sie und hat sofort gemerkt wenn eines gefehlt hat). Wir haben immer alles gemeinsam durchsucht aber leider sind sie nicht mehr aufgetaucht. Nein, ich hab das Kind und die Mutter nicht darauf angesprochen, wahrscheinlich hätten sie mich in dem Moment eh gefressen... Hab es auf sich beruhen lassen. Meine Tochter lief, als sie älter wurden, gerne mit Kind Nr 2 auf den Spielplatz um sich dort auszutoben, in meinen Augen hat auch nichts dagegen gesprochen. Einmal, ja einmal kam sie tränenüberströmt nachhause weil Kind Nr 2 sie auf das Wüstete beschimpft (wohl um sich vor anderen, älteren Kindern zu profilieren) und auf sie eingeschlagen hat. Ich hab den Kontakt daraufhin einschlafen lassen (Nein, keine Zeit usw). Noch dazu stieg ich da gerade wieder ins Berufsleben ein und war auch wirklich zeitlich nicht mehr so flexibel.
      Bei Kind Nr 1 sind die Zustände noch katastrophaler, einmal bin sogar ich mit ihr ins KH weil die Mutter mit irgendeinem Typen beschäftigt war und die Verletzung ja nicht so schlimm wäre, Pflaster drauf und ok... #schock (hat sich beim großen Zeh den kompletten Nagel abgerissen). Im KH wurde mir mitgeteilt dass die Zustände eh seit längerem bekannt sind...
      Den Kontakt zu Kind Nr 1 und deren Mutter hab ich von einem auf den anderen Tag gekappt weil mir von mehreren Müttern berichtet wurde wie sie beide über meine Tochter (fette Sau usw) herziehen.

      Nun denn, gute 2 Jahre war jetzt wirklich Ruhe.

      Aber der Schulwechsel stand an und sie kam mit beiden Mädels in eine Klasse. Das hab ich schon mit Bauchweh aufgenommen aber ist halt nicht zu ändern. Das erste Halbjahr wurde sie auch von den zweien immer wieder mal bedrängt, beschimpft, gehauen, sie wurde von Kind Nr 2 beschuldigt Geld eingesteckt zu haben wo sich später herausgestellt hat dass Kind Nr 2 in Wirklichkeit das Geld eingesackt hat usw.
      Aber seit 2 Monaten macht meine Tochter auf BFF mit den zweien und ich komm, auch aufgrund der ganzen Vorgeschichten, damit nicht klar. Ich bin mir sicher, dass die Beiden sie ans Messer liefern werden. Sie werden sie wieder so massiv seelisch verletzen...
      Ich will ihr eigentlich gar nicht vorschreiben mit wem sie sich zu treffen hat, es ist von mir aus auch ok wenn sie in der Stadt mit ihnen bummeln geht oder sie gemeinsam das Freibad besuchen und dergleichen (und das macht sie auch 3 mal die Woche mit ihnen), aber ich will diese Kinder nicht mehr bei mir zuhause haben und ich will auch nicht dass meine Tochter zu ihnen nachhause geht. Klar gibt es deswegen manchmal Stunk zuhause weil sie gerade nur die Beiden haben will. Erst gestern hab ich zu ihr gesagt dass ich mich sofort ins Auto setze und ich sie zu einer Freundin bringe sofern es nicht die Beiden sind....

      Jetzt steht ihr Geburtstag an und ratet mal wer ganz oben auf der Liste steht... Echt mir graut schon vor der Vorstellung.. Und vielleicht auch wieder die Mütter bei mir zuhause...

      Im Grunde weiß ich auch dass die Kinder wenig dafür können... Aber wenn ich wieder an meine Tochter denke... Und sie den Mist ausbaden muss....

      Wenn ich das alles so reflektiere trage ich wohl eine gewisse Mitschuld daran, damals haben mir die Leute immer gesagt lass die Finger von denen... Aber mein Mitgefühl war viel größer und ich dachte mir wenn ich Zeit und Platz habe... Vielleicht ist dieser Schuss auch nach hinten losgegangen und die beiden sind einfach mega eifersüchtig auf das "normale" Leben meiner Tochter.

      Was soll ich nur tun? Meine Tochter wieder in das offene Messer laufen lassen? Dasitzen und abwarten? Eingreifen? Aber wie? Wie erreiche ich eine Pubertierende? Je mehr ich dagegen spreche umso mehr will sie es...

      Danke für´s Lesen und liebe Grüße

      • (2) 14.06.17 - 09:26

        Hi,

        sei für sie da wenn es so weit ist. Die Erfahrung muss sie leider selber machen. Behalte sie so weit es geht im Auge, auch was soziale Netzwerke angeht. Sollte es ausufern, geh auf Lehrer und Vertrauenslehrer zu. Versuch sie mittags für Sportvereine oder Musikschule oder so zu begeistern. Damit holst du sie von der Straße. Auch ein Pflegepferd (bei den Pferdeverrückten) kostet Zeit.

        Zum Geburtstag würde ich mit den Mädchen ins Kino und Eis essen gehen. Auf dem Rückweg werden alle daheim raus gelassen. Dann hast du gar niemand Zuhause.

        Gruß Ornella

        • Danke für deine Antwort.

          Dass haben wir alles schon durch. Als das mit dem Geld stehlen losging hab ich auch die Lehrer miteinbezogen und da hat sich eben herausgestellt das Kind Nr 2 es selber eingesteckt hat und meine Tochter halt einfach beschuldigt hat.

          Sie macht 2 mal wöchentlich abends Kampfsport, besuchen tut sie eine Musikschule und sie spielt Klavier (und das mit einer Leidenschaft und Lernfähigkeit, es geht ihr wirklich alleine von der Hand, es ist so wunderbar ihr zuzuhören).

          Beim Geburtstag hat sie sich auf eine Poolparty eingefahren, dass haben wir alle Jahre gemacht. Wir besitzen neben einer Wohnung ein großes Gartengrundstück wo wir alles für die Kinder drauf stehen haben. Und die Poolparty ist immer der Renner, ihre anderen Freundinnen freuen sich schon riesig darauf, genauso wie sie selber.

          Ach es ist alles so verfahren...

          Aber du hast Recht, sie wird die Erfahrung wieder selber machen müssen, es hilft eh nichts darüber zu reden...

          Danke und liebe Grüße

      Meine Tochter ist erst 3 Jahre alt, ich kann aber aus eigener Erfahrung sprechen.

      Ich habe als Jugendliche auch Kontakte gepflegt, die meiner Mutter nicht gefielen. Sie wusste aber, dass ich immer mehr an dieser Freundschaft festhielt - je mehr sie dagegen sprach. Also sagte sie einfach nicht mehr besonders viel dazu und schaute nur, dass alles in einem vernünftigen Rahmen verlief. Sie achtete darauf, dass ich mich nicht betrank und sowas aber sie wusste auch nicht immer, mit wem und wo ich so unterwegs war.

      Ich fürchte, du musst deiner Tochter ihren Willen lassen. Eine Freundschaft verbieten zu wollen ist wenig sinnvoll und diesen Schritt würde ich auch erst gehen, wenn "etwas vorfällt". Leider muss deine Tochter ihre Erfahrungen selbst machen.

      Wichtig war mir als Kind / Jugendliche, dass ich wusste, dass meine Eltern IMMER für mich da sind. Sie haben regelmäßig zu mir gesagt, dass ich sie in allen Situationen und zu jeder Uhrzeit anrufen kann. Auch als wir später mit 16/17 feiern gegangen sind, sagten meine Eltern immer, bevor ich bei einem Betrunkenen ins Auto steige, solle ich sie anrufen und sei es mitten in der Nacht.

      Du kannst eben nur für deine Tochter da sein und zusehen, dass alles in vernünftigem Rahmen läuft. Kommt es zu Alkoholmissbrauch, Rauchen, Diebstahl, etc. würde ich die Freundschaft soweit möglich unterbinden.

      Eventuell kannst du deine Tochter auch mit einem ihrer Interessen in eine andere Richtung locken. Wenn sie auf Pferde steht, bringe sie im Reitverein unter oder sowas. Dann lernt sie andere Mädels kennen und hat vielleicht ein neues Interesse, auf das sie mehr Wert legt als auf die beiden Mädchen.

      Zum Kindergeburtstag würde ich die beiden kommen lassen, sie aber "rausschmeißen", wenn sie sich nicht benehmen. Die Mütter würde ich nicht mit einladen, die Kinder sind ja keine 2 Jahre alt.

      • Sehe ich auch so.

        Aber natürlich möchte man als Mutter sein Kind vor "schlechtem Einfluss" oder seelischen Verletzungen bewahren, aber das ist - zumindest was diese Sache angeht - kaum möglich und gehört zum normalen Lernprozess.
        Sie wird irgendwann wissen, mit wem sie sich anfreundet und wen sie mit Vorsicht genießt.
        Schwierig nur, wenn alle in eine Klasse gehen ...

        Ja, das hat für mich auch oberste Priorität dass mein Kind immer zu mir kommen kann. Und derzeit schaut es auch noch gut aus. Wenn sie Probleme hat ist ihr erster Weg zu mir oder zu ihrer Oma wenn ich gerade arbeiten bin. Auch bei den sozialen Netzwerken lässt sie mich momentan noch mitschauen, wenn ich sie um ihr Handy bitte um mal wieder kurz durchzuchecken was da alles abgeht, macht sie das auch ohne großes Murren. Zumindest derzeit noch. Ich hoffe halt dass das mit fortgeschrittenem Alter nicht verloren geht... Ich weiß auch dass ich mit "Dagegenreden" nur das Gegenteil bewirke und deswegen lass ich sie auch 3 mal die Woche ziehen bis zu einer gewissen Uhrzeit (18 Uhr). Und das klappt auch noch ganz gut. Aber gestern kam aus heiterem Himmel der Vorwurf dass ich sie ja nicht mit ihren Freundinnen machen lasse denn sie will sie bei uns zu hause haben. Und das will ich nicht (mehr). Ich hab mir auch überlegt dass ich es besser kontrollieren könnte wenn sie bei mir zuhause sind aber ehrlich ich pack das einfach nicht. Die Kinder lösen in mir einfach einen gewissen "Zorn" aus auf alles was schon war und was vielleicht noch kommen wird... Ich weiß aber auch dass das nicht fair ist, aber trotzdem.... Die Kinder bei mir zu haben und immer ein Ohr darauf zu haben was und wie sie es gesagt haben würd mich glaub ich um den Verstand bringen...

        Bei der Geb Party ist es so dass ich die Eltern nicht miteinlade, aber es durchaus als normal angesehen wird danach noch sitzen zu bleiben und zu reden wenn sie ihre Kinder abholen. Letztes Jahr waren die letzten Eltern um 21:30 Uhr weg, obwohl am nächsten Tag Schule war. Es stört mich auch im Grunde genommen nicht, nein ich genieße es auch danach noch zu sitzen und zu quatschen, vielleicht gehen sie auch deswegen nicht heim ;-)

        Liebe Grüße und Danke für deine Antwort

        • >> ... aber es durchaus als normal angesehen wird danach noch sitzen zu bleiben und zu reden wenn sie ihre Kinder abholen. Letztes Jahr waren die letzten Eltern um 21:30 Uhr weg, obwohl am nächsten Tag Schule war. >>

          Aber ohne "Einladung" von dir, bleibt doch keiner einfach so...
          Bei uns wird in der Zeit, in der sich das Kind fertig macht, noch geplaudert. Mehr aber nicht.
          Nach einem Geburtstag hab ich genug zu tun, wenn alle weg sind #schwitz

          Mach es doch ganz einfach: bring die Kinder nach Hause ;-)

          • Da hast du schon Recht, denn ich frage sie ob sie noch etwas trinken wollen (Kaffee oder ähnliches). Das fasst man natürlich auch als Einladung auf.

            Und wie gesagt, im Grunde stört es mich ja gar nicht, nein ich genieße es auch.

            Aber ich könnt wirklich mal probieren die Kinder nachhause zu bringen, mit nem Abschlussspaziergang für die, die in der Nähe wohnen und ne Abschlussfahrt für die wo wir ein Auto brauchen. Das werd ich mir überlegen, danke.

        Hallo, so ein Procedere gibt es hier gar nicht. Wenn die Party um 18 Uhr zuende ist, kommen die Eltern zu der Uhrzeit und spätestens 18.15 Uhr ist die Bude leer. Wie wäre es, wenn du alle Mädchen nach der Party nach Hause bringst? Wirkt wie eine nette Geste - steckt aber mehr dahinter ;-). So hast du kein unliebsames Müttergequassel danach mehr.
        VG

(10) 14.06.17 - 10:44

Hallo,

das hört sich ja wirklich schlimm an.

Leider glaube ich, dass Du gar nicht viel machen kannst. :-( Meine Tochter hat sich leider auch schon mehrmals auf "falsche Freundinnen" fixiert. Meine Tochter wollte sich da aber auch überhaupt nicht reinreden lassen, obwohl sie mit den beiden auch schon schlechte Erfahrungen in der Grundschulzeit gemacht hatte. Und so musste sie dann eben noch eine sehr schmerzhafte, aber - ich glaube - lehrreiche Erfahrung machen. Zum Glück hat meine Tochter sich wenigstens nicht mit in kriminelle Sachen ziehen lassen, das war eine meiner größten Sorgen (die eine "falsche Freundin" ist schon mehrmals beim Ladendiebstahl erwischt worden...).

Bei uns ist die Situation so, dass der Vater meine Tochter und ich getrennt sind, uns aber immer noch bzw. wieder ganz gut verstehen, und sie auch immer regelmäßig bei ihm war. Wir haben dann versucht, meine Tochter mehr Zeit, besonders an den Wochenenden, bei ihm verbringen zu lassen (ca. 30 km entfernt).

Alles Gute wünscht Dir
H.

(11) 14.06.17 - 11:32

Hallo.

Ich würde den Kontakt rigoros untersagen ... kein Bummeln, kein Freibad, keine Besuche.
Dass sie sich in der Schule begegnen, lässt sich nicht ändern (leider ... wie kommt es eigentlich, dass Eure Tochter mit solchem Gesocks auf eine Schule geht?), aber privat gibt es gar nichts mehr ... das ist ein Kampf, den ich mit meinem Kind auch ausfechten würde (auch wenn ich ansonsten bei eher wenig Themen in den Ring steigen) und ihr unmissverstehlich klar machen, dass solche Kontakte ihr nur nachhaltig schaden und sie damit zudem ihren Ruf ruiniert.

LG

  • Normale öffentliche Schule in die sie eigentlich auch sehr gerne geht und ich mit dem U-Stil und dergleichen auch ganz zufrieden bin. Dort gibt es auch eine eigene Psychologin die in einem Sprechzimmer sitzt und zu der die Kinder immer kommen können. Bei schwerwiegenden Problemen werden die Eltern von der Psychologin verständigt. Auch als das mit dem Geld losging ist sofort die Schule und die Psychologin miteingesprungen und sie haben sich hier um eine Lösung bemüht. Was man ja leider nicht mehr von jeder Schule behaupten kann. Also gegen die Schule kann ich echt nichts sagen... Bin sogar sehr froh dass wir auf dieser noch einen Platz bekommen haben. Es gibt auch bei Fehlverhalten ein Punkte Warnsystem für die Schüler damit sie wissen wo sie sich im sozialen Bereich bewegen und das durchaus auch die Möglichkeit besteht dass sie bei gegebenen Anlass eine Versetzung beantragen (aber auch nur im Extremfall, weil ja öffentliche Schule).
    Und ja, ein Kind und auch seine Familie können sich sehr süß anstellen für eine gewisse Zeit und als Lehrer und/oder Direktor ist es nicht immer gleich ersichtlich was man da aufnimmt. Aber die Probleme nehmen derzeit über Hand und jeder freut sich schon auf die Ferien und hofft auf ein besseres Schuljahr nächstes Jahr.

    • (13) 14.06.17 - 12:25

      >>> Normale öffentliche Schule <<<

      Normal scheint ja relativ zu sein, wenn derart viele Psychologen mitarbeiten und es diverse Punktesysteme für Fehlverhalten geben muss ... fehlt nur noch das Durchleuchten und Abtasten auf Waffen, wenn man die Schule betritt ...

      ... was ist das für eine Schule ... IGS, Hauptschule oder, oder, oder ... und auch Euer Wohnumfeld klingt eher nach Brennpunkt, denn nach gutbürgerlich ... Schule und Wohnumfeld sind die beiden Punkte, mit denen man wirklich gut das Klientel steuern kann, mit dem sich das Kind umgibt ... habt Ihr das versäumt?

      • (14) 14.06.17 - 12:35

        Das suggeriert, ab einer bestimmten Einkommensschicht würde es kein problematisches Klientel geben - das ist meines Erachtens Quatsch.

        • (15) 14.06.17 - 12:44

          Sagen wir mal so ... so etwas wie die TE beschreibt, habe ich in meinem direkten Umfeld, sei es selbst als Kind, sei es heute mit Kind, noch nie erlebt ... weder in der Schule, noch im Wohnumfeld ...

          .... und natürlich gibt es überall problematische Kinder ... aber die Beschreibungen der TE sind schon extrem.

      Nein, so würd ich das nicht sehen. Der soziale "Brennpunkt" hat sich einfach eingeschlichen. Eigentlich war unser Wohnhaus immer eine Oase, hier gab es auch gemeinschaftliche Nachbarsveranstaltungen und dergleichen und gibt es auch noch. Aber es sind 62 Wohnungen und man kann nicht alle abchecken, bzw die, die ihre Wohnungen vermieten auch nicht dazu anhalten bitte keine gewissen Gruppen einmieten zu lassen. Die wollen nur ihr Geld, was ja meistens dann auch schief gegangen ist nach ein paar Monaten. Wir leben in einer Stadt mit ca. 60 000 Einwohnern. Der Arzt ist 5 Min zu Fuß weit weg, die Grundschule 10 Min zu Fuß. Auch bei den Kindergärten hatte ich drei direkt zur Auswahl welche ich alle in 10 Min zu Fuß erreicht hätte. So gesehen hatten wir hier wirklich keine Bedenken. Aber ich hab keinen Einfluss darauf mit welchen Kindern mein Kind dort in Kontakt kommt. Ich weiß oder wusste vorher nicht was da zusammengewürfelt wird und wo die alle herkommen und vor allem mit wem mein Kind sympathisiert.

      Das mit Kind Nr 1 hat sich über eine Bekannte (auch damals im Wohnhaus zur Miete) ergeben, Kind Nr 2 weil sie nebenbei eingezogen sind (zur Miete).

      Ich hab, als das mit BFF losging, anfangs natürlich darüber nachgedacht alles zu unterbinden. Aber ich glaub mittlerweile dadurch verlier ich sie, denn je mehr ich Nein sage, umso mehr sagt sie Ja. Noch dazu sehen sie sich täglich in der Schule wo dann erst richtig eine Hetze gegen mich losgehen würde. ZB: Na was hast du denn für eine Mutter? ... Solange bis sie sie auch so weit haben dass sie mich einfach nur mehr Sch*** findet und erst recht gegen mich rebelliert.

      • (17) 14.06.17 - 12:52

        Das klingt furchtbar ... so würde ich nicht wohnen wollen ...

        ... umziehen und Schulwechsel sind keine Option?

        Und noch mal ... was ist denn das für eine Schule?

        >>> Aber ich glaub mittlerweile dadurch verlier ich sie, denn je mehr ich Nein sage, umso mehr sagt sie Ja. Noch dazu sehen sie sich täglich in der Schule wo dann erst richtig eine Hetze gegen mich losgehen würde. ZB: Na was hast du denn für eine Mutter? ... Solange bis sie sie auch so weit haben dass sie mich einfach nur mehr Sch*** findet und erst recht gegen mich rebelliert. <<<

        Da frage ich mich, was Ihr eigentlich für eine Bindung zu einander habt ...

        • Eine sehr gute, Gott sei Dank! Das hat uns schon bei vielen Problemen geholfen.

          In was für eine Schule gehen deine Kinder? Hier ist es durchaus so, dass unsere Schule zu den Besseren zählt (ja leider, ist aber so). Sogar in den Privatgymnasien (von denen 2 Freundinnen meiner Tochter gehen) fliegen so dermaßen die Fetzen dass die Lehrer weinend aus der Klasse laufen. Ja, die Lehrer!

          Umziehen kommt eigentlich nicht in Frage, schon allein beruflich. Wir erreichen unsere Arbeit zu Fuß und eigentlich fühlen wir uns hier auch wohl. Vielleicht kommt jetzt nur mit dem Geschriebenen Alles zu negativ rüber, dem ist aber durchaus nicht so.

          Mir machen halt jetzt die zwei Mädels wieder Bauchweh, obwohl sie mir ja auch leid tun und gleichzeitig bin ich wütend auf mich selber weil sie ja meinem Kind nichts Gutes getan haben.

          • (19) 14.06.17 - 14:02

            >>> Eine sehr gute, Gott sei Dank! Das hat uns schon bei vielen Problemen geholfen. <<<

            Das ist doch schon mal gut ... somit ist die Gefahr, dass Deine Tochter sich wirklich gegen Dich aufhetzen lassen würde, doch eher gering ... meine Tochter schiebt z. B. sofort einen Riegel vor, wenn sich jemand despektierlich über mich äußert.

            Meine Tochter geht derzeit noch auf unsere Stadtteil-Grundschule und ab Sommer auf mein ehemaliges Gymnasium ... und was Du beschreibst, war und ist mir in der Tat total fremd.

            Vermutlich bleibt Dir nur, wenn ein Kontaktverbot nicht geht oder nicht fruchtet, immer ein offenes Ohr für Deine Tochter zu haben und mit ihr im Gespräch zu bleiben.

            LG

    (20) 16.06.17 - 18:09

    <<<...und auch Euer Wohnumfeld klingt eher nach Brennpunkt, denn nach gutbürgerlich ... Schule und Wohnumfeld sind die beiden Punkte, mit denen man wirklich gut das Klientel steuern kann, mit dem sich das Kind umgibt ... habt Ihr das versäumt? ...>>>
    Na, die Möglichkeit, dies zu steuern funktioniert evtl. in großen Städten, wo es eben Nobelviertel und Sozialviertel gibt und man zwischen drei, vier, fünf Schulen wählen kann... wobei selbst im Nobelviertel und auf der Eliteschule nicht alles perfekt sein wird.

    Wir wohnen beispielsweise ländlich, da hast du im direkten Umfeld alles dabei... vom seriösen Handwerker bis zum Akademiker, vom Langzeitarbeitslosen bis zur alleinerziehenden Mutter die das 4.te Kind wieder von einem anderen Mann bekommt, wie auch schon die letzten drei, und auch dieses wieder allein aufziehen wird, von der "ganz normalen Familie" bis zur Arztfamilie, deren einziges Kind auf totalen Abwegen geht....

    DAS würde mich aber auch nie auf den Gedanken bringen, deswegen umzuziehen - weil so ist nun mal das Leben!
    LG

Hm, ich finde das schwierig - mein Sohn ist erst acht, aber ich kann mir schon bei ihm nicht vorstellen, dass ich ihn komplett von bestimmten Freunden fernhalten könnte. Ich sehe da in Verboten nicht den besten Weg.
Hat sie noch andere Freundinnen? Vielleicht kann man alternative Kontakte stärken.

  • Ja hat sie und sogar sehr gute!

    Aber sie lässt momentan alles liegen und stehen für die Beiden. Ich glaub einfach dass die momentan "die Coolen" in der Schule sind und sie unbedingt dazugehören will, sei es wegen einem Jungen oder dergleichen, ich weiß es einfach nicht.
    Auch hab ich mit ihr das Gespräch gesucht ob sie denn vergessen hätte was vor ein paar Monaten noch los war, aber darüber will sie nicht mehr reden. Das ist ja Vergangenheit.... Und Fehler muss man verzeihen.... Ja, sollte man schon aber eben auch nicht alles.

Das Risiko des falschen Umgangs hat man überall. Ich denke nicht, daß man seine Kinder davor bewahren kann und vielleicht sollte man das auch garnicht. Schließlich muß man mit einem gewissen Querschnitt der Bevölkerung umzugehen lernen. Die trifft man immer wieder und an manchen kommt man auch schlecht vorbei.

Meine Gerechtigkeit allerdings wäre für diese beiden Mädchen gesperrt. Jemand, der meiner Brut ungerechtfertigt kriminelle Energie unterstellt ist bei uns zu Hause nicht willkommen. Alles andere würde ich wohl zähneknirschend mitspielen aber auf jedenfall engmaschig ein Auge darauf haben. Shoppingtouren wären z. B. etwas, was ich untersagen würde, da hier die Gefahr besteht, daß ein evtl. Ladendiebstahl der anderen Beiden meiner Tochter angelastet würde. Wäre mir zu brenzlig.

Über kurz oder lang wird sich das totlaufen - wenn Deine Tochter erkennt, daß diese Beiden ihr im Grunde nicht wohlgesonnen sind. Meine Tochter war immer schon sehr klar in ihren Ansagen und hat recht streng sortiert, strenger als ich #cool. Daher kommt meine Idee hier mehr aus dem Bauch als aus einem Erfahrungswert.

Die Schule und die Wohngegend sind wohl weniger für das Sozialverhalten dieser Mädels verantwortlich zu machen wenn ihr Euch ansonsten wohl dort fühlt. Schwierige Fälle gibt es überall, selbst auf Internaten auf welchen man ne Menge Kohle lassen kann.

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