Pflegefamilie

    • (1) 20.06.17 - 13:29

      Hallo,

      ich habe mal eine allgemeine Frage: Sind hier Pflegeeltern die erzählen könnten, was genau es bedeutet Pflegefamilie (Langzeitpflege eines in Obhut genommenen Säuglings) zu sein? Über google findet man nichts Verlässliches, ich wäre an Erfahrungsberichten interessiert. Heißt Langzeitpflege wirklich dass man sicher sein kann dass das Kind nicht irgendwann wieder "zurückgegeben" werden muss (Sorry für den blöden Ausdruck mit fiel gerade nix besseres ein).

      vielen Dank schonmal

      Wuschelke

      • Hallo.

        Das kommt letztlich ganz auf dein Jugendamt/ Landkreis an.... Leider ist es so.

        In unserem Landkreis werden nur 0.3 Prozent der Pflegekinder zurück geführt.

        Eine 10000% ige Garantie gibt es nicht.

        Bei uns gibt es " sichere dauerpflege" da geht man einfach davon aus das eine Rückführung absolut ausgeschlossen ist.
        Wir haben uns genau für so eine dauerpflege beworben und dies auch deutlich kommuniziert ( waren ursprünglich adoptionsbewerber)

        Wir haben ein ein jähriges kind aufgenommen, dieses war vorher ein jahr in Bereitschaftspflege. ....Bis alle Gerichtsbeschlüsse und pi pa po durch sind dauert es. Traurig für die Kinder das sie so lange zwischengeparkt werden aber es ist hier so.
        Eine " unsichere vollzeitpflege" möchte hier niemand, dafür gibt’s schlicht keine bewerber.

        Bei einem Säugling ist zu bedenken...Warum geht das Jugendamt davon aus das es nie zurück geführt wird? Ist das Baby ein "Härtefall"mit drogenentzug? Viel Alkohol im Spiel? ...Fas(d) sollte man nicht unterschätzen.
        Letztendlich ist es so das ein Säugling nicht grundlos sofort in Dauerpflege vermittelt wird, es ist natürlich bei keinem kind grundlos.

        Alles Gute!

        • Vielen dank für deine ausführliche Antwort.

          Zum Glück ist hier das JA sehr 'flexibel' und will das Kind wenn möglich gleich in der Familie die dann Dauerpflegefamilie wird unterbringen selbst wenn die erst noch Pflegefamilie werden muss mit Kursen und so. Da es eh noch stationär behandelt wird gewinnen Sie etwas Zeit.

          Ja genau da haben wir Bedenken. Was ist das für eine Familie mit der das Kind dann Umgang haben muss ... ob ich das verknuspern kann ... bin ja selber Frühchenmama und sehe das vielleicht zu emotional. Und wenn die Familie wirklich nur mit der Klinik Situation nicht klar kommt und das Kind hat wohl gute Prognosen ... stehen die dann im kiga alter vor der Tür und wollen das dann gesund gepflegte Kind wieder haben? Oder wie du sagst Drogen Alkohol ... Meine Freundin hat FAS Zwillinge adoptiert ich bewundere sie dafür und kenne ihre Probleme. ..

          • Hi, das was du "flexibel " nennst finde ich eher bedenklich. Entweder wartet das Jugendamt dann viel zu lange mit der Rausnahme um die Wahrscheunlichkeit der Dauerpflege zu erhöhen oder die Gefahr der Rückführung ist deutlich größer wir bei nem Konzept Kurzzeitpflege bis zur Klärung und dann Eltern bzw Langzeitpflege.
            Da würde ich nochmal genau nachfragen!

            Ich kenn eine Familie die schon ein ungeborenes Kind zur Adoption "sicher" hatte, die Adoptivmutter hat schon den Michfluss in Gang gebracht um gleich zu stillen und dann hat die leibliche Mutter nach der Geburt doch das Kind behalten wollen. Das Jugendamt hat alles dran gesetzt die Mutter darin zu unterstützen und die Adoptiveltern gingen leer aus.
            Sowas kann dir bei Pflege ja noch eher passieren.

            Hut ab vor Jedem der Pflegekinder nimmt!!! Wir könnten es emotional nicht.

            Bei einem behinderten Kind wären die Chancen wahrscheinlich deutlich höher.

            LG, Hermiene

                • Das eine Familie vor der Geburt schon gesagt wird,das ein Kind auf sie wartet.
                  Das geht rechtlich nicht in Deutschland u dann ist es auch nicht moralisch... weil die Frauen sich immer noch umentscheiden können...
                  Oder kannte das Paar die Mitarbeiterin von Amt privat???
                  Welches Jugendamt war denn für den Fall zuständig??

      https://www.urbia.de/club/pflegefamilie

      Hallo,
      wir haben einen kleinen Jungen adoptiert,weil man sich nie Sicher sein kann.
      Man darf sich das mit den Kindern auch nicht so einfach vorstellen... leider haben fast alle ein Päckchen mit sich zu tragen,auch wenn es Säuglinge sind....
      Bei uns ist das Jugendamt super.. sie geben Seminare ....
      Leider ist es bei uns im Kreis so schlimm,das es zuviele Kinder u zu wenige Pflegefamilien gibt...

      Es gibt wahrscheinlich viele unterschiedliche Erfahrungen.

      Eine dauerpflege ist in Deutschland nicht sicher! Aktuell wird versucht die Kinderrechte zu stärken aber die CDU hat Veto eingelegt und somit sehe ich schwarz für eine Gesetzesänderung.

      Bei einer pflegschaft musst du immer mit Unruhen von Seite der leiblichen Eltern rechnen, sie haben auch dann ein Rech auf Besuchs Kontakt auch wenn sie den Kindern nicht gut tun. Sie haben das Recht regelmäßig vor Gericht zu gehen. Und besuche und Rückführung zu beantragen! Ihr als Pflegeeltern zahlt übrigens im Gegensatz zu den leiblichen Eltern alles selber! Oft behalten die le das Sorgerecht und ihr müsst wegen sämtlichen Dinge mit ihnen klären. Impfen, Blutabnahme, schulanmeldung, Urlaub etc. Es wird von euch verlangt und rechtlich gefordert dass ihr mit der Herkunft zusammen arbeitet.

      Alles halb so schlimm, aber emotional für Pflegeeltern sehr schwierig. Rückführung kann auch nach Jahren kommen, egal ob Kind überhaupt dort gelebt hat oder die leiblichen Eltern ihr Besuchs Recht wahrgenommen haben, egal ob Kind das überhaupt will. Egal was gewesen ist denn es zählt ja wie es jetzt ist!

      Tut mir leid aber ich habe hier bei uns im Landkreis so einiges mitbekommen...von Rückführung nach 6 Jahren bishin zu erzwungen Kontakten für die Kinder...

      Ich wünsche jedem pflegekind eine tolle Familie... Ich wünsche eine gute Entscheidung!

      • Hallo.

        Hier ist es generell so das die pflegefamilie alles alleine entscheiden darf, dafür hat die leibliche Mutter unterschrieben.

        Also Urlaube, kiga Anmeldungen, Impfungen usw usw entscheidet die Pflegefamilie alleine. Es muss lediglich dem Jugendamt mitgeteilt werden ab wann das kind in die Kita geht, von wann bis wann man in den Urlaub fährt usw.

        • Ja, wenn es einen vormund gibt den die betreffende Teile des Sorgerecht hat, kann dieser das entscheiden.

          Alles andere ist rechtlich gesehen nicht haltbar. Zum Beispiel eine unterschriebene Vollmacht kann jederzeit rückgängig/widerrufen werden.

          Als Pflegeeltern habt ihr die alltagsorge. Aber so etwas wie impfen etc fällt nicht in die Alltagssorge.

          Es arbeitet jedes Jugendamt anders...

      Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Falls wir das Thema weiter verfolgen werden wir die angesprochenen Punkte besprechen. Gerade der Punkt Umgang und Mitspracherecht der Ursprungsfamilie macht mir persönlich Bauchschmerzen.

      Ich weiß es ist schon ein paar tage her, aber Da muss ich teilweise widersprechen.
      Pflegeeltern zahlen NICHT alles selber.
      (Teil vom) Kindergeld + pflegegeld bekommen sie und zusätzlich werden noch kinderbetreuungskosten etc übernommen,
      Zuschüsse zu Urlaub, Klassenfahrt, erstausstattung... Auf die Lohnsteuerkarte kann man es auch setzten lassen in der dauerpflege.
      Also eher umgekehrt ;-)

      Und wie auch immer es funktioniert - das Sorgerecht lässt sich auch komplett umgehen. Schulanmeldung, Personalausweis, Urlaube, umzüge. Alles ohne dass die sorgeberechtigte Person auch nur das kleinste bisschen was zu sagen hätte....

      Das man zusammen arbeiten sollte finde ich dagegen gut. Hab schon Fälle erlebt, da wurde bewusst die herkunftsfamilie mega schlecht dargestellt, oder andersrum hatte die herkunftsfamilie kein interesse an kontakt und beides war für die kinder total schwer.

      Aber von einer harmonischen Zusammenarbeit und besuchskontakten profitieren die Kinder - egal wie schwer es emotional für BEIDE elternpaare ist.

      Was ich dagegen als genauso empfinde, ist das die Kinder einfach rausgerissen werden können. Selbst nach 9 Jahren, ohne kontakt.... Total sch***

      Auch erzwunge Kontakte sind natürlich nichts - aber das ist ja nicht nur ein "pflegekindproblem", das gibt's ja bei vielen Alleinerziehenden auch (Was es natürlich nicht weniger schlimm macht). Aber auch bei der Zusammenarbeit findet man wieder Parallelen - diese sollten ja auch mit dem ex zusammenarbeiten. Auch das ist nicht immer einfach. Daher würde ich auch das nicht als typisches "pflegekindproblem" sehen.

      Lg

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