Existenzangst in der Partnerschaft

    • (1) 22.06.17 - 11:01

      Hallo ihr Lieben,
      Es geht um folgendes. Ich befinde mich seit knapp 2 Jahren in einer wirklich absolut glücklichen Partnerschaft.

      Ich bin der Liebe wegen nach einem Jahr pendeln meines Partners aus dem Norden nach NRW gezogen und habe es bis dato nicht bereut. Wir sind beide geschieden, ich glücklich (verstehe mich super mit dem Ex) mein Partner nicht, die Exfrau hasst uns. Ich habe ein Kind, 9 mit in die Beziehung gebracht und habe noch Erwachsene Kinder, die aber auf eigenen Beinen stehen. Mein Partner hat eine Tochter, auch schon Volljährig. Diese hat sporadisch Kontakt und zwar dann, wenn sie was will oder braucht und hat schon 2 Ausbildungen geschmissen bzw. war dauernd krank teils unentschuldigt und ist geflogen. So verstehen wir uns ganz ok, mein Kind mag sie nicht, sie kann aber Kinder generell nicht leiden. Das ist ihr gutes Recht, wenn auch schade.

      Ich habe für meinen Partner meinen Wohnort verlassen, meine gute Arbeitsstelle gekündigt und arbeite hier für etwa 1000€ netto weniger und auch nur 33h Woche statt vorher 40h. Das ich weniger verdiene ist ok, ich trage kaum Verantwortung, habe es leicht und nur 5min. Arbeitsweg. Ich zahle keine Miete etc. und habe somit auch kaum noch feste Kosten. Mein Partner hat Eigentum, Zwei Wohnung in einem Haus die wir beide nutzen. Gäbe es mein Kind nicht, würde seine Tochter oben wohnen. Aber Sie will nicht mein Kind da haben, ihre Entscheidung. Also wohnt sie in einem Zimmer bei der Mutter. Alles könnte so schön sein, aber ich habe immer totale Angst, meinem Partner könnte etwas passieren. Nicht nur, dass ich meine wunderbare Liebe verlieren würde, ich weiß auch zu 100%, dass dann sofort die Tochter hier steht mit Mutter und das die mich dann schnellstmöglich raushaben wollen????
      Das ist für mich so schrecklich, wenn ich daran denke mit Kind fern der Heimat mit schlecht bezahltem Job dann zeitnah aus unserem Heim zu müssen. Heiraten kommt vielleicht irgendwann, aber ich will da nichts übers Kreuz brechen. Ging ja schon mal schief bei beiden. Mein Partner meint ja, das würde sich seine Tochter nicht wagen. Ich sehe es aber anders. Er wäre auch bereit mich irgendwie beim Notar einzutragen vielleicht mit Wohnrecht oder so. Was gibt es denn da für Möglichkeiten? Ich kenne mich null aus und beim googeln habe ich für unverheiratete nur sehr wenig Möglichkeiten gefunden und die sind nicht optimal.

      Könnte er mir vielleicht einfach einen Mietvertrag mit ganz günstiger Miete auf 10 Jahre oder so geben? Eine die meinem Gehalt hier angepasst ist? Hat jemand sonst noch eine Idee? Das ganze macht mir wirklich zu schaffen. Ich bin kein Erbschleicher, ich habe mich sogar scheiden lassen obwohl mein Ex meinte, wenn ihm was passiert bekomme ich immerhin Rente. Aber mein jetziger Partner wollte gern, dass ich offiziell "frei" bin. Was mache ich denn da bloß?
      Liebe Grüße

      Hallo,

      in Anbetracht der Tatsache, daß es bei Euch jetzt schon zu kleineren "Zickereien" kommt, würde ich mich schon ein wenig absichern. Warum setzt Du Dich mit Deinem Mann nicht zusammen und ihr redet darüber? Mietvertrag wäre schon ein Anfang.
      Du bist, auf Wunsche Deines Partners, offiziell frei und dafür muss er Dich offiziell absichern. Ein Geben und Nehmen eben ;-)

      LG

      • Danke.

        Ich fühle mich so schlecht mit der Sache. Ohne Absicherung habe ich Angst und wenn ich das geregelt haben will, fühle ich mich wie ein Schmarotzer????
        Ich habe nie jemanden abgezockt, eben auch meinen Ex nicht, darum können wir auch heute noch so toll miteinander umgehen. Bei Geld hört ja bekanntlich die Freundschaft auf. Und das wollte ich nie.

        Ich habe immer gearbeitet und darum auch auf Unterhalt für mich verzichtet.

        • Du musst Dich aber nicht schlecht fühlen, im Gegenteil. Dein Mann hat Dir auch eine Forderung gestellt, die Scheidung, somit hast Du schon ein "Opfer" gebracht. Nun muss er sein "Opfer" bringen, das macht man doch so, wenn man sich liebt und sich eine Zukunft aufbauen möchte, oder? Also, Mann schnappen, ansprechen und handeln. Es geht oft schneller, als man denkt und dann ist es zu spät (was wir keinesfalls hoffen).

          LG

        Halli, du schreibst, dass du keine Miete zahlst momentan. Das Geld, was eigentlich an Miete fällig wäre, würde ich auf ein Sparbuch legen - Monat für Monat, so hast du etwas Rückhalt, wenn es zu Unvorhersehbarem kommt.
        Ich denke, ich persönlich würde mir lieber mit meinem Freund etwas Eigenes (gemietes Objekt) suchen - ohne SM oder Schwägerin im Nacken.
        VG

Hallo,

mein Opa hat seiner Lebensgefährtin ein Niesbrauch Recht im Grundbuch eingetragen.

Sie kann lebenslang in der Wohnung bleiben, muss aber auch die Kosten dafür tragen.

Ich finde das eine faire Lösung.

Sonst müsste meine Mutte Instandhaltungskosten oder ähnliches tragen obwohl sie keine Mieteinnahmen hat und würde somit nur zahlen.

Die Lebensgefährtin zahlt natürlich keine Miete, muss aber Nebenkosten und Hausgeld tragen.
Ist aber auch "nur" eine Eigentumswohnung in einem 11-Parteien Haus.

So ist es für alle eine gute Lösung und man belastet die Erben nicht mit Kosten und der Partner verliert nicht die Wohnung.

Ich würde mich an deine Stelle auch absichern.
Mein Mann und ich haben trotz Ehe ein Testament für solche Fälle, da ich alleinige Eigentümerin bin. Mein Mann erbt das Haus, unser/e Kind/er nur den Pflichanteil (25% durch Anzahl der Kinder), Sie können mein Mann weder rauswerfen noch eine Auszahlung fordern.

Hallo,

bei uns ist der traurige Fall leider eingetroffen und mein Vater verstorben. Mit seiner Frau war er zu diesem Zeitpunkt erst kurz verheiratet und ich muss dir sagen, dass ich deinen Wunsch nach Absicherung deshalb mit ganz anderen Augen sehe.

Zum einen sehe ich es nicht als großes finanzielles Opfer, dass du dich hast scheiden lassen. Hinterbliebenenrente ist in den meisten Fällen nicht besonders hoch, wird eventuell auf dein Einkommen angerechnet und unter Umständen ist die "Witwenrente" dann auch noch zeitlich befristet.
Den Wegfall dieser Rente mit einem Wohnrecht auf Lebenszeit aufwiegen zu wollen, kann also auch Augenauswischerei sein.
Außerdem entlastet dich dein Partner ja bereits finanziell und das ist eine Tatsache. Eine Hinterbliebenenrente nimmst du unter Umständen nie in Anspruch.

Hättest du nun geschrieben, ihr lebt bereits seit 12 Jahren zusammen in seiner Wohnung, würde ich das mit anderen Augen sehen, aber nach 2 Jahren finde ich persönlich, kann man noch nicht von Existenzangst bezüglich des Zuhauses sprechen.

Wenn ihr euch nun doch so nahesteht, dass für euch gewiss ist, dass ihr den Rest eures Lebens zusammen bleibt, solltet ihr heiraten. Dann wirst du zusammen mit seiner Tochter erben.

Wenn du ein Wohnrecht auf Lebzeit hast, kann seine Tochter nicht selbst in die Wohnung ziehen, verkaufen wird schwieriger und Miete soll sie auch nicht bekommen. Das finde ich schon eine blöde Situation und dass so etwas Streitpotential bietet, ist doch nur klar. An Stelle deines Freundes, würde ich mich niemals darauf einlassen. Nicht nach 2 Jahren.

Wer sagt denn, dass du immer einen weniger gut bezahlten Job haben wirst? Das wird sich doch sicher auch irgendwann wieder ändern und dann kannst du dir auch die Miete leisten.

Aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass Erbangelegenheiten schmutzig werden können. Da kommen plötzlich so viele Gefühle ins Spiel, dass es manchmal schwierig wird noch objektiv zu bleiben.
So etwas würde ich mir an deiner Stelle nicht antun. Vor allem nicht, da es doch anscheinend schon absehbar ist, dass es Streit geben wird.
Du hättest höchstwahrscheinlich nicht viel Freude an deinem Wohnrecht auf Lebzeiten.

Eine Frage drängt sich mir noch auf: Warum hast du erwähnt, dass sie bereits 2 Ausbildungen abgebrochen hat? Was hat das mit dem Thema zu tun?

LG

Ich persönlich finde es nach gerade mal 2 Jahren !! Beziehung etwas unangebracht das du dich absichern willst, quasi in gemachte Nest setzen und seine Tochter soll zusehen? Soll bleiben wo der Pfeffer wächst? Du willst lebenslanges Wohnrecht nach gerade mal 2 Jahren Beziehung? Wenn der mann etwas intelligent ist dann lässt er das nicht zu sondern denkt an sein kind.
Ob diese Ausbildungen abgebrochen hat oder was auch immer tut nichts zur Sache?

Vielleicht lässt sich ein zeitlich begrenztes Wohnrecht einräumen, heisst: nach Ableben des Partners kannst Du die Immobilie noch 6/12/18/24 Monate nutzen - das gibt Dir reichlich Spielraum um zu trauern und dich danach neu zu orientieren. Da müsstet ihr aber mit einem Anwalt sprechen.

(14) 22.06.17 - 17:44

Hallo,
Freunde meiner Eltern hatten die Vereinbarung getroffen, dass die Frau nach dem Ableben des Mannes noch ein Jahr im Haus bleiben kann, damit sie in Ruhe eine neue Wohnung suchen kann. Die beiden waren auch erst vier Jahre zusammen, als ihr Mann unerwartet verstarb.
Mit dieser Lösung waren alle zufrieden, weil die Kinder nach Ablauf des Jahres ihr Erbe ohne Bindungen "in Anspruch" nehmen konnten und die Frau keinen großen Zeitdruck bei der Wohnungssuche hatte. Sie wohnt nun in einer kleineren, aber schönen Wohnung zur Miete. Durch diese Regelung floss kein böses Blut und alle wussten, woran sie waren.
Nach so kurzer Zeit finde ich das auch angemessen. Nach jahrzehntelanger Ehe mit gemeinsamen Kindern (leiblich, adoptiert, was auch immer) sähe das für mich wieder anders aus.

Du solltest vor allem zusehen, dass du ein Job findest der dich auch tragen kann! Solche Abhängigkeiten sind ja gruselig, da stellen sich beim mir Haare auf...!

Das kann dir doch auch passieren, dass der man nach 2-3 Jahren sich entleibt und dich vor die Tür setzt, was dann?

Kümmere dich selber um dich und dein Kind.

K

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