Wie unterstütze ich meine Freundin?

    • (1) 06.07.17 - 22:58

      Hallo,

      ich habe mich heute mit einer meiner besten Freundinnen unterhalten und wusste nicht so recht was ich ihr sagen soll.

      Kurz zu mir:
      Ich bin überglückliche 2-fach-Mama. Mama-Sein ist voll mein Ding und ich vermisse mein "altes Leben" keineswegs. Ich war die Erste im Freundeskreis, die Kinder bekommen hat. Eine weitere hat nachgezogen, aber beim Rest ist das irgendwie noch kein großes Thema. Wir sind alle um die 30.

      Die besagte Freundin ist nun auch 30 geworden und wie immer bei unseren Treffen kommen wir auf das Thema Kinder zu sprechen. Sie ist ein sehr aktiver Mensch. Zu Hause rumsitzen ist nichts für sie, da wird ihr schnell langweilig. Sie trifft sich gerne mit Gott und der Welt und hat eigentlich immer einen vollen Terminkalender.
      Sie hat seit 7 Jahren einen festen Partner und seit 2 (oder sogar schon 3?) Jahren einen unbefristeten Vertrag. EIGENTLICH (so sagt sie) wäre jetzt der berühmte "richtige Zeitpunkt". Aber trotzdem ist sie nicht bereit. Sie meinte mal sie gehört zu dem Typ Frau der "einfach so" schwanger werden muss. Sie kann sich nicht dazu durchringen diese Entscheidung aktiv zu treffen. Sie sagt aber auch ganz klar, dass sie Kinder möchte und das auch nicht erst mit Mitte/Ende 30. Sie will schon, aber sie hat Angst vor der Veränderung.

      So, und nun weiß ich nicht wie ich sie unterstützen soll, bei dem für sie richtigen Weg.
      Ich will ihr nicht raten jetzt ein Kind zu bekommen, weil ich ihr nicht versprechen kann, dass sie es auch so toll findet wie ich.
      Mein 2. Kind kam ungeplant. Ich hätte mich zu dem damaligen Zeitpunkt niemals für ein 2. "durchringen" können (aufgrund der ersten traumatischen Geburt), aber im Nachhinein bin ich so glücklich darüber, dass es so gekommen ist. Der Zeitpunkt war perfekt!
      Und doch kann ich meiner Freundin nicht versichern, dass es auch bei ihr alles so positiv sein wird.

      Sie wird definitiv zwischendurch ihr "altes Leben" vermissen. Ich habe ihr aber auch gesagt, dass ja nichts dagegen spricht mal übers Wochenende alleine wegzugehen, während das Kind bei den Großeltern ist.
      Ich denke wenn der Rest der Mädelsschar "mitmachen" würde, wäre es leichter für sie. Aber man kann ja seinen eigenen Lebensweg nicht von anderen abhängig machen.

      Andererseits will ich ihr aber auch nicht raten zu warten. Denn obwohl hier oft geschrieben wird "Du bist doch noch jung mit 30", sieht das nun mal Mutter Natur anders. Es ist ja kein Geheimnis, dass die Fruchtbarkeit weniger wird, Komplikationen zunehmen usw.

      Ich finde es einfach schwierig sie zu unterstützen beim Finden einer Lösung für sie. Was sage ich am besten? Soll ich überhaupt was sagen oder nur zuhören?
      Was meint ihr?

      LG

      • >>>Was sage ich am besten?<<<

        Gar nichts, wenn du nichts gefragt wirst.

        • Und wenn sie sagt

          "Ich habe Angst vor der Veränderung"

          Schweige ich? (Weil ist ja keine Frage.) oder sage gar "aha."

          Find ich irgendwie nicht richtig unter Freunden.

          • Wenn sie Angst vor Veränderung hat, ist es IHRE Angst.

            Was willst du denn dazu sagen?

            >>>Find ich irgendwie nicht richtig unter Freunden.<<<

            Was wäre denn deiner Meinung nach richtig unter Freunden, wenn deine Freundin sagt: "Ich habe Angst vor der Veränderung." ?

            Du kannst doch gar nicht wissen, wie sehr ein Kind das Leben deiner Freundin verändern würde.

            • Zum Beispiel könnte man sagen.

              "Die Angst hatte ich auch."

              Dann würde bei meiner Freundin angekommen "toll, ich bin nicht alleine mit diesem Gefühl"

              Ich hatte vor meiner 1. Schwangerschaft diese Angst aber nicht, also kann ich es nicht sagen.
              Ich möchte aber trotzdem dass sie nicht so allein gelassen dasteht mit ihren Gefühlen und deshalb hab ich hier gefragt.

              Ich möchte sie weder überreden ein Kind zu bekommen noch keins zu bekommen. Ich möchte für sie da sein dass sie ihre eigene Entscheidung zu 100% treffen kann.
              und "für sie da sein" bedeutet für mich eben mit ihr reden.

      • "Ich habe Angst vor der Veränderung" Schweige ich? (Weil ist ja keine Frage.) oder sage gar "aha."
        ----------

        Wieso kann man die Empfindungen von einer Freundin nicht einfach so im Raum stehen lassen? Du hast keine Ahnung, wie sie sich fühlt und umgekehrt auch nicht.

        Also kannst du doch sage, dass du Verständnis für ihre Ambivalenz hast. Punkt!

        Du bist nicht ihre Therapeutin und ich lese nirgends in deinen Kommentaren, dass sie euch angefleht hat, ihr den ultimativen Tipp zu geben und ihr Leben auf die richtige Bahn zu bringen.

        An deiner Stelle würde ich das Thema bzw. die Grundsatzfrage zurückgeben, wo sie hingehört. Nämlich zu ihrem Freund. Die beiden betrifft es und ER hat einen wesentlichen Einfluss auf die Veränderung, die mit einem Kind einhergeht oder eben nicht.

        Ihr könnt raten was ihr wollt, wenn ihr gar nicht wisst, wie die beiden ihr Elternsein gestalten wollen. Wird der Freund weitermachen wie bisher und sein Leben leben, dann kann man verstehen, wenn sie nicht bereit ist, die Hauptlast der Veränderung zu tragen. Wenn er aber z. B. lange Elternzeit nimmt, sie ihren Job unverändert behält und ihr zusichert dass er 3 x die Woche abends das Kind hütet, damit sie auf Tüdelüt gehen kann, um sich wohlzufühlen und sie 2 x im Jahr mit Freundinnen urlauben kann, kommt es ihrem Verständnis von Mutter sein vielleicht schon näher.

        Aber das ist DEREN Thema und nicht deines. Die beiden müssen einen Konsens finden.

        Und DAS würde ich ihr raten.

Nur zuhören.

Und kleiner Tipp... es wir nicht einfacher nur weil "alle anderen mitziehen" ganz im Gegnteil. Der Druck steigt dadurch nur.

Hallo,

ich würde überhaupt nichts sagen! Fertig. Dein Lebensmodell passt für dich und du bist damit glücklich. Das ist super - für dich.

Ob dein Lebensmodell für andere passt? Die Frau ist 30+, sie wird selbst wissen, was gut für sie ist. Und wenn sie keine Kinder bekommt, wird sich die Erde trotzdem weiterdrehen. Ich habe auch eine Freundin, die immer Kinder wollte und nun 45 ist und weiß, dass sie keine mehr bekommt. Sie lebt ein glückliches Leben. Hätte sie Kinder, würde sie vermutlich die "Freiheit" vermissen, jetzt vermisst sie ab und an die Kinder.

Ich fand es immer total schrecklich, wie immer alle mitsprechen mussten, jeder eine Meinung hatte und ständig gefragt wurde "wann kommt das zweite Kind", "wie, ihr wollt noch ein drittes Kind? Habt ihr euch das überlegt?", "Echt, der Name gefällt euch?", "Wie, das Kind geht nicht aufs Gymi?", "WAS? Ihr habt euch für DIESE Schule entschieden? Warum?".

Ich erzähle gerne, wenn ich gefragt werde. Sonst glaube ich schaffen es auch Leute ohne meine werte Meinung Entscheidungen zu treffen. :-p
GLG
Miss Mary

  • Es geht um eine sehr gute Freundin und nicht irgendeine bekannte. Ich finde da kann man schon mal tiefere Gespräche führen.

    Ich will ihr mein lebensmodell nicht aufdrücken. (Ich dachte eigentlich dass ich das im Thread klargemacht habe). Aber ich finde halt dass sie in einer Art krise steckt in der sie nicht weiß welche Entscheidung richtig ist und da würde ich ihr gerne irgendwie raus helfen.
    Sie ist in einer Art "ich will nicht erwachsen werden"-Modus. (Zumindest von ihren Gefühlen her wie sie sagt)

    Also zu dem "sie wird selbst wissen was gut für sie ist": sie sagt ja selbst dass sie nicht weiß was das richtige ist und dass sie einen inneren Kampf hat.

    Und da es aus meiner Erfahrung ein richtig ätzendes Gefühl ist nicht zu wissen was man will würde ich ihr gerne helfen. Und zwar nicht ihr etwas vorschreiben sondern irgendwie helfen dass SIE selbst eine Lösung findet.

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