Unterhaltstitel

    • (1) 08.07.17 - 16:57

      Hallöchen, ich beziehe unterhaltsvorschuss... für meinen 8 Monate alten Sohn... das JA schreibt den Kindsvater schon per Post immer an..

      habe ich automatisch schon einen Unterhaltstitel bzw das JA?

      Brauche ich den Titel dann auch noch?

      Lieben Gruß und danke

      • Nein, einen Titel hast du dadurch nicht.

        Ein Titel bedeutet, dass der Vater einen bestimmten Betrag benennt, den er als Unterhalt bereit ist zu zahlen UND sich der Zwangsvollstreckung in der genannten Höhe unterwirft, für den Fall, dass er nicht zahlt.

        Wenn der Vater nicht gerade unwillig ist zu zahlen, bedeutet der Bezug von Unterhaltsvorschuss, dass er gar keinen oder nur sehr eingeschränkt Unterhalt zahlen kann. Wer nicht leistungsfähig ist, unterschreibt keinen Titel.

        Einen Titel muss er freiwillig unterschreiben. Dazu kann ihn das Jugendamt nicht zwingen. Wenn ihr euch nicht einigen könnt, musst du ihn verklagen. Wenn das Gericht dir Recht gibt, bekommst du ein Urteil/einen Beschluss, der die gleiche Wirkung wie ein Titel hat.

        LG Küstenkönigin

        • Er ist hoch verschuldet, ist mit tingel-tangel-jobs selbstständig... wohnt bei seiner neuen Partnerin (hat ja keine Wohnung)...

          Das JA schreibt ihn wohl ständig an... und sein Einkommen wurd schon vom Gericht geschätzt...

          • Dann wird vermutlich das Gericht irgendwann ein Urteil sprechen, das dann die gleiche Funktion hat wie ein Titel. Die Frage ist, ob dann die Vollstreckung Sinn macht, wenn er hoch verschuldet ist. Denn die Vollstreckung kostet Geld und das zahlt erst mal der, der vollstrecken lässt.

            LG

      Ein Titel kann vollstreckt werden. Das heißt, dass bei Nicht-Zahlung der Gerichtsvollzieher beauftragt werden kann, beim Kindsvater das Geld abzuholen.

      Einen Titel bekommst du, indem entweder ein Gericht feststellt, in welcher Höhe der Vater zum Unterhalt verpflichtet ist und den Vater zur Zahlung verurteilt oder indem sich der Vater freiwillig verpflichtet und gleichzeitig sich für den Fall der Nichtzahlung der Zwangsvollstreckung unterwirft.

      Der Vorschuss muss zurück gezahlt werden, entweder vom Vater bei tatsächlicher Verpflichtung oder von dir, wenn du keinen Titel beibringst!

      • Der letzte Absatz ist falsch.

        Der Vater muss nur zurück zahlen, wenn er aufgefordert wurde zu zahlen UND leistungsfähig war.

        Die Mutter muss nur zurück zahlen, wenn sie zu Unrecht Leistungen bezogen hat, zB wenn der Vater längst Unterhalt leistet und sie dennoch Leistungen bezogen hat. Einen Titel muss sie nicht erwirken. Den bekommt sie ja auch nur bei Leistungsfähigkeit.

        LG

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