Meine Mutter ist abwesend zu mir

    • (1) 18.07.17 - 22:54

      Hallo alle zusammen,

      mich belastet in der letzten Zeit das Verhältnis zu meiner Mutter.

      Ich muss gleich dazu sagen, ich bin kein Wunschkind, sondern ein "Unfall". Mein Vater wollte nie Kontakt zu mir, habe ihn einmal mit 16 Jahren besucht, da hat er das knallhart zu mir gesagt. Für eine Abtreibung war es wohl zu spät, meine Mutter erfuhr erst im 5. Monat von mir.

      Mir hat als Kind materiell nicht wirklich was gefehlt, außer Liebe von meiner Mutter. Mal in den Arm nehmen, kuscheln, usw. kenne ich so gut wie gar nicht. Außer von meiner Oma. Da ist richtige Liebe rüber gekommen. Mittlerweile ist sie 97 Jahre alt und durch einen Schlaganfall nicht mehr die Oma, wie ich sie kenne. Also sie erkennt mich kaum noch. Das macht mich natürlich unendlich traurig. Geschwister habe ich keine.

      Meine Mutter steht nie zu mir, sondern gibt nur anderen Recht. Ich bin immer die Böse und Schuldige. Anlass ist ein Streit mit meiner Cousine gewesen, da ich seitdem keinen Kontakt zu ihr mehr habe. Ich wurde übelst beschimpft und beleidigt von ihr, und meine Mutter ist der Meinung, ich soll mich nicht so haben. Man kann ja so was vergessen... Umso mehr Kontakt hat sie jetzt zu meiner Cousine. Es geht sogar so weit, dass sie an dem Kind meiner Cousine mehr Gefallen hat, als an ihren zwei Enkelkindern. Die sind mittlerweile 11 und 14 Jahre alt und haben nie bei der Oma einmal geschlafen und waren auch nie mal allein bei der Oma. Nicht als Baby und auch nicht jetzt. Meine Mutter hat auch nie danach gefragt. Besuche bei uns sind dann nur "Pflichtbesuche" zum Geburtstag oder zu Weihnachten. Bei meiner Cousine ist sie ständig, die jetzt Haus mit Garten hat, was ich nicht zu bieten habe. Vorher hatten sie so gut wie nie Kontakt, erst seit sie in der Nähe von meiner Mutter gezogen ist. Wollte ich meine Mutter mal spontan besuchen, musste erst überlegt werden, ob sie Zeit hat. Es kommt mir langsam so vor, als haben beide Geheimnisse vor mir. Ich werde von alles ausgeschlossen, egal um was es geht.

      Nun belastet mich dies mittlerweile seit gut drei Jahren und ich merke auch, dass meine Mutter mich oft anlügt, damit ich bloß nichts weiß... Aber von mir will sie jede Kleinigkeit wissen, schnüffelt in jeder Ecke rum, wenn sie dann mal da ist oder mischt sich in unsere Ehe oder Kindererziehung ein. Überall muss sie ihren Senf dazu geben. Ich weine sehr oft und viel und meine Familie leidet langsam darunter. Meinen Mann mag sie sowieso nicht, was es nicht einfacher macht. Manchmal denke ich, sie will uns auseinander bringen. Bisher hatte ich immer zu ihr gehalten, wenn mein Mann über ihre negativen Seiten gemeckert hat. Aber ich muss zugeben, er hatte Recht.

      Nun habe ich mich entschlossen, den Kontakt zu ihr abzubrechen, was ich ihr auch am Telefon unter Tränen mitgeteilt habe. Aber auch das hat sie ohne irgendwelche Regung so aufgenommen. Obwohl ich so doll geweint habe und meine Gründe genannt habe, war sie eiskalt und hat gesagt, ich spinne, ich bilde mir etwas ein, ich habe eine Macke... Sie sieht ihre Fehler überhaupt nicht ein, nimmt keine Kritik an und weiß alles besser. Dabei hatten wir früher so ein gutes Verhältnis, wo sie allein war und niemanden hatte.

      Wie kann sich ein Mensch so ändern? Sollte das eigene Kind nicht wichtiger sein als andere Personen? Kann man wirklich so gefühlskalt sein? Habe ich die richtige Entscheidung getroffen?

      Ich bin so verzweifelt, das ich Angst habe, daran kaputt zu gehen. Jetzt hab ich so gut wie niemanden mehr, außer meine kleine Familie.

      kessie 2604

      • Ehrlich, brech den Kontakt ab. Was hast du zu verlieren, da kannst du nur gewinnen. Deine Kinder haben auch keinen Bezug zu ihr, also streich sie erst mal aus deinem Leben. Aber du widersprichst dich auch.

        <<<Meine Mutter steht nie zu mir, sondern gibt nur anderen Recht. >>>

        und jetzt

        <<<Dabei hatten wir früher so ein gutes Verhältnis, wo sie allein war und niemanden hatte.>>>

        Na was denn nun. Du hast deine Familie und diese solltest du glücklich machen und nicht deine Mutter. Also konzentrier dich auf deine Familie. Teile deiner Mutter nichts mehr mit oder lass sie zu dir. Brech den Kontakt ab, dann merkt sie vielleicht, dass was nicht richtig läuft.

        Alles Gute.

        • Liebe Hermina,

          danke für deine Meinung.

          Bezüglich des Widerspruchs:

          Wir hatten früher ein ganz gutes Verhältnis. Das ist dann erst durch den Streit mit meiner Cousine danach gekommen. Sie kann und will es nicht akzeptieren, dass ich keinen Kontakt nach den ganzen miesen Beleidigungen mehr will.

          kessie2604

          • Morgen.

            Also ich habe auch solch eine "gefühlskalte" (hört sich hart an) Mutter. Meine Mutter trennte sich von unserem (mein Bruder und meinem) Vater, als ich fünf war. Mein Bruder ist 1,5 Jahre älter, also hat er mehr mitbekommen. Es fand ein nahtloser Übergang mit unserem Stiefvater statt. Ich verstand/verstehe mich mit meinem Stiefvater besser als mit meiner Mutter. Ich denke mal es liegt daran, dass ich meinem Vater sehr ähnlich bin. Liebe konnte/kann sie mir nicht zeigen und geben, da ist wie eine Blockade in ihr. Aber das verstehe ich jetzt erst im Alter. Also heißt das, ich habe von ihr auch keine Liebe und Zuwendung bekommen, meine Halbschwester umso mehr. Das hat mein Leben schon geprägt. Dann hatte ich meine erste Ehe, wo eigentlich mein damaliger Mann da fortgesetzt hat, wo dann meine Mutter aufhören musste. Auch da hatte ich ständig Streit mit meiner Mutter, sie hat auch meine Kinder gemieden, daher ist der Kontakt auch sehr spärlich. Ich habe auch drunter gelitten, hatte aber auch keine Kraft, mit davon zu lösen. Nach meiner Trennung von meinem ersten Mann versuchte meine Mutter natürlich sich wieder in mein Leben einzumischen (negativ). Aber ich habe es nicht mehr zugelassen, da ich die Kraft hatte, mich von meinem ersten Mann zu lösen, also warum nicht auch von der Mutter (gefühlsmäßig). Mein jetziger Mann hat sozusagen meinen Ex "abgelöst". Er war meine Jugendliebe und es hat nach meiner Trennung mächtig gefunkt. Wir hatten zwanzig Jahre keinen Kontakt. Er ist total anders. Er zeigt mir, wie ich mich zu wehren habe und es funktioniert. Es ist schwer am Anfang, aber wenn du einmal den Anfang gewagt hast, glaube mir, du fühlst dich wohl. Der erste Schritt war ja schon die Trennung vom ersten Mann, da habe ich schon Kraft bekommen. Ich hatte mich auch zeitweise zurückgezogen, keinen bzw. kaum Kontakt zu meiner Mutter. Mit ihr verstehe ich mich jetzt gut, sobald sie anfängt, sich einzumischen, blocke ich ab. Und ich muss sagen, sie versucht nicht mehr dagegenzuhalten. Mittlerweile können wir "normal" miteinander umgehen. Sie hat es glaub ich verstanden. Und ich muss sogar sagen, dass sie jetzt ein bisschen zeigt, dass sie mich doch irgendwo lieb hat, sie kann es nur nicht so zeigen. Mein Stiefvater ist ein super Vater, gegen ihn kann ich ehrlich gesagt nichts negatives erzählen. Er hat mir mehr gegeben als meine Mutter.

            Ich will damit sagen, rede mit deiner Mutter, über deine Gefühle und dass du dich erst mal zurück ziehst, solange sie sich bei dir einmischt bzw. dich immer nieder macht. Du bist Erwachsen, was kann sie besser als du.

            Alles Gute.

            LG

      Ich kann deinen Frust verstehen. Mein Cousin durfte mich früher auch beleidigen und wenn ich gesagt habe DU ARSCH LASS MICH IN RUHE, bin ich kritisiert worden. Er durfte wirklich alles! Auch ich hatte Probleme in der Schule und sollte mich nicht so anstellen und und und. Kann also deine Position gut verstehen. Auch bei uns wollten sie alles wissen und was dieses und jenes kostete, riefen täglich an ich muss mich ständig zurückmelden. Als mein jetziger Mann und ich mal 2 Tage weggefahren sind, haben sie fast nen Koller bekommen weil ich 2 Tage nicht erreichbar war!

      Ich war auch ein unerwünschtes Kind, die Olle wollte nie welche. Tja wieso sie welche bekam ( gibt nur mich) weiß ich nicht. Aber sie hätte lieber einen Buben gewollt. Dumm gelaufen ich bin ein Mädchen.

      Seit etwas über 14 Jahren hab ich keinen Kontakt mehr zu diesen Menschen und ich lege auch keinen Wert drauf. Es hat mich nur runtergezogen!

      Ich bin daher der Meinung das du nach wie vor hinter etwas herrennst und etwas in deinen Eltern suchst was du nie bekommen wirst. Du hoffst immer noch auf Liebe und Verständnis, du weinst weil du bis zum letzten Moment gehofft hast das sie doch auf dich zukommt.

      Ne sie wird es nicht. Du musst lernen damit klar zu kommen. Anfangs wird es schwer sein. ABer du kannst diese armseligen Menschen nicht ändern aber dich selbst. Langfristig wird es dir besser gehen als wenn du weiterhin hinter etwas unerreichbaren hinterher rennst.

      Ela

      • Liebe Ela,

        danke für deine offene Meinung.

        Wie schafft man es, damit umzugehen, 14 Jahre keinen Kontakt zur Mutter zu haben?

        Das da nicht mehr wirklich was kommen wird, damit habe ich mich jetzt abgefunden. Aber trotzdem macht es mich traurig, dass jemand so eiskalt ist und andere Menschen wichtiger sind, als das eigene Kind.

        Und auch das man sich nicht über Enkelkinder freut. Der erste Spruch im Krankenhaus nach der Entbindung: "Na dann kriegst du ja jetzt ordentlich Geld (Kindergeld)." Da musste ich auch erst mal schlucken.

        Langsam weiß ich auch, dass ich auch selbst Schuld bin. Ich hätte schon viel früher mal auf den Tisch hauen sollen und ihr meine Meinung geigen sollen. Aber nein, immer habe ich geschluckt und nicht viel gegen ihre Meinung gehalten. Leider liegt es auch daran, keinen Vater zu haben.

        Und leider kritisiert sie nur mich und lässt ihre Meinung ab. Bei anderen traut sie sich das nicht, sondern redet dann hinter ihren Rücken schlecht.

        kessie2604

    Hallo,

    wenn du wirklich (und ich meine WIRKLICH) den Kontakt zu deiner Mutter abbrechen willst dann mache es. Aber hör auf wie ein Kleinkind während des Gesprächs zu Heulen. Mach das vorher, hinterher egal wann aber NIEMALS wenn du es deiner Mutter erzählst. Du wirst dann nicht mehr Ernst genommen wobei, warum erzählst du von dem Kontaktabbruch? Melde dich nicht mehr und sie wird es merken. Aber, wie gesagt: hör auf zu heulen.

    Suche dir einen Therapeuten und beginne deine Kindheit aufzuarbeiten. Bei einem Therapeuten darfst du dich auch ausheulen.

    LG

    • Hallo,

      über eine Therapie habe ich auch schon nachgedacht. Vielleicht kann ich es dadurch besser verarbeiten.

      Ja, das mit dem Weinen ist schwierig. Ich bin leider sehr sensibel und kann dies nicht kontrollieren. Mir tut das so weh...weil ich niemanden etwas getan habe. Deswegen verstehe ich diese Kälte nicht.

      Ich melde mich jetzt auch nicht mehr bei ihr. Besser wird es sowieso nicht mehr. Zu verlieren habe ich nichts...außer meine Mutter. Aber ich geh daran kaputt, wenn es so weiter geht. Lieber jetzt, als wenn es irgendwann zu spät ist...

      kessie2604

Was willst du mit der Frau? Sie war nie gut zu dir, warum würdest du überhaupt wollen, dass sie mehr Kontakt zu deinen Kindern hat?

Ich habe den Kontakt zu meiner Mutter vor ca. einem halben Jahr vollends abgebrochen. Unsere Tochter ist drei Jahre alt gewesen. Ich kann es einfach nicht verantworten, dass sie sie weiterhin sieht, womöglich sonstwas erzählt oder schlecht mit ihr umgeht.

Auch in unserer Sorgerechtsverfügung wurde sie explizit ausgeschlossen.

Du solltest zu deinem Mann halten. Erst recht vor deiner Mutter. Wieso hältst du eigentlich zu ihr? Sie lässt dich doch bei jeder Gelegenheit im Stich. Du bist jetzt erwachsen, deine Familie sind dein Mann und deine Kinder.

Das Verhältnis zu meiner Mutter ist in Ordnung, aber auch mein Mann ist ihr manchmal nicht gut genug ;-) Ich halte immer zu meinem Mann, und wenn ich ihm zu Hause sage, dass es nicht in Ordnung war.

Ich habe mir abgewöhnt, meiner Mutter alles zu erzählen. Es geht sie einfach nichts an und im Übrigen ist sie meine Mutter und nicht meine Freundin.

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