Den Kontaktabbruch zur Oma erklären

    • (1) 01.08.17 - 12:14

      Wie erkläre ich meinem Kind den Kontaktabbruch zur Oma?

      Guten Tag.
      Meine Tochter und ihre Oma haben eine sehr enge Bindung und bis jetzt einen häufigen Kontakt, mindestens einmal die Woche, eher mehr. Aus vielerlei Gründe, die hier den Rahmen sprengen würden, habe ich vorgestern der Oma den Kontaktverbot ausgesprochen. Ich bin wirklich sehr traurig darüber und habe wirklich alles versucht, dass es nicht soweit kommt, nach dem 5-jährigen Kampf (so alt ist meine Tochter) muss ich resignieren, weil es mittlerweile dem Kind und unserer Beziehung schadet.

      Meine Frage ist:

      Was sage ich meiner Tochter? Es macht mich so furchtbar traurig... Sie wird schon ganz bald fragen, wann sie ihre Oma sehen kann und ich weiß nicht, was ich antworten soll.????

      • Persönlich finde ich, dass das gar nicht geht und dem Kind schaden könnte. Als Eltern sollte man die eigenen Befindlichkeiten zurückstellen und zumindest dem Kind den Kontakt lassen. Das ist aber nur meine persönliche Meinung.

        • Lieben Dank für Deine Antwort. Auch ich habe immer gedacht, das geht nicht, das darf nicht sein!
          Es geht mir nicht um meine Befinslichkeiten, sondern ums Schützen meiner Tochter und ihrer Beziehung zu mir.
          Ich kann hier nicht alles erzählen. Ich kann nur sagen, dass die Oma permanent vor meiner Tochter meine Autorität untergräbt, dass sie meinen Bitten gewisse Regeln (und ich spreche nicht von Süßigkeitengabe oder sonstige "Omas-Verwöhn-Programme") einzuhalten nicht nachgeht und es ist keine vernünftige Kommunikation möglich, da sie immer, wenn ich ihr sage, was wir ändern sollten etc, sehr liebevoll nickt und lächelt, gibt mir Recht und gelobte Besserung, und macht dann weiter wie bisher. Nach 5 Jahren, in denen ich wirklich alles versucht habe, bis hin zu Psychologische Beratungen u.s.w. kann es einfach nicht so weiter gehen, weil meine Tochter den Hass und die Wut die in mir leben und mich selbst zerfleischen natürlich auch spürt. Leider sehe ich keine andere Möglichkeit mehr als dass wir uns für eine gewisse Zeit verabschieden müssen, damit diese schreckliche Gefühle weggehen können.
          Und damit Sie nicht ganz so streng über meine Entscheidung urteilen, nenne ich Ihnen nur ein Beispiel:
          Als meine Tochter knapp 2 Jahre war, habe ich ihr den Schnuller und die Babyflasche endlich abgewöhnt. Es lief gut, sie hat auch nicht danach verlangt. Natürlich habe ich auch die Oma informiert und sie gebeten, der Kleinen keinen Schnuller und Flasche mehr zu geben. Sie hat mich gelobt, wie toll ich es hinbekommen habe und gesagt, selbstverständlich würde sie ihr die Sachen nicht geben. Sie hat es getan, immer und immer wieder. Jedes mal habe ich ihr versucht deutlich zu machen, dass sie es bitte lassen soll, sie hat sich mit angeblichen Missverständnissen ausgeredet und beteuert, jetzt hätte sie es verstanden und wird es auch so umsetzen. Und das hat sie so durchgezogen bis vor kurzem!!!!! Meine Tochter ist 5!!!!!
          Das ist nur ein kleines Beispiel. Es geht in allen Bereichen so. Sie verabredet sich gemeinsam mit meiner Tochter, ohne es vorher mit mir abzusprechen, dann sagt sie ihr, wir müssen aber vorher die Mama fragen. Natürlich muss ich da oft Nein sagen, und bin dann das Arschloch. Sehr häufig habe ich die Oma gebeten, ZUERST mit mir sprechen und DANN es dem Kind versprechen. Auch da lief es so ab wie oben beschrieben.
          Das ist nur ein Bruchteil dessen was gelaufen ist. Ich sehe keine Möglichkeit mehr, die sind ausgeschöpft, ausser uns zunächst mal voneinander zu verabschieden.
          Ich hoffe sehr, dass wir uns irgendwann wieder begegnen können, aber jetzt ist nicht die Zeit dafür.

          • wenn du schon mit psychologischen Beratungen in Kontakt bist, dann lass ich dazu auch von ihnen beraten, wie du das deiner Tochter erklären kannst und scheue dich nicht auch weiterhin sporadisch dort nachzufragen, wenn immer mal wieder Situationen auftauchen, die nachwirken und bei denen du dann mal nicht weiter weißt

            aus den Augen heißt nicht automatisch aus dem Sinn
            wenn es wirklich kindeswohlgefährdende Situationen waren, dann kann ich einen Kontaktabbruch durchaus nachvollziehen
            diese werden auch erst mal besser, wenn kein Fortsetzen der Situationen besteht

            allerdings eben nicht aus den Augen aus dem Sinn
            Fragen oder Nachwirkungen können immer wieder mal kommen

            daher bei der psychologischen Beratung bleiben
            beraten lassen, wie du JETZT damit umgehen kannst
            und auch, wenn SPÄTER immer wieder mal was auftaucht, bei dem du dir unsicher bist.

      Wenn du schon nicht weißt, was du antworten sollst, dann ist ein ontaktabruch vieleicht gar nicht der richtige Weg?

      Hi,

      dann sagt du halt einfach, das ihr derzeit keine Zeit habt.

      Ihr könnt auch erklären, das ihr derzeit Unstimmigkeiten habt und ihr Euch entschieden habt, bis das geklärt ist, das ihr Euch derzeit aus dem Weg geht.....OK...das könnte ein Knackpunkt sein, wenn dein Kind fit ist, würde es sagen, das IHR den Streit habt und nicht sie.

      LG
      Lisa

    Hallo,

    schwer zu sagen, wenn man nicht weiß, wie der Kontakt vorher war und warum es plötzlich abgebrochen wurde.

    Kannst du überhaupt verhindern, dass die beiden (heimlich) Kontakt haben? Telefonieren? Später nach der Schule sich treffen?

    Wenn ihr wirklich wichtige Gründe habt und deine Tochter es so nicht einsieht, müsst ihr wohl mit ihr darüber sprechen.

    Einfacher wäre es aber sicher, es einfach "ausschleichen" zu lassen. Also treffen, aber nicht alleine, mit mindestens einen Elternteil, vielleicht noch mehr Freunde/Bekannte, die auf eurer Seite stehen. Oma einladen (Hausrecht, da habt ihr das sagen) oder sich auf neutralen Boden treffen. Die Treffen seltener werden lassen, dafür dem Kind ganz tolle Alternativen bieten.

    LG

    • Hallo und vielen Dank für Deine Antwort. Wie das ganze gelaufen ist, kannst Du, wenn Du magst, weiter oben nachlesen, als Antwort auf einen Kommentar. Das ist die mega-kurze Fassung dessen, was gelaufen ist, ich denke aber, daraus kann man etwas mehr verstehen.

      LG

      • Hallo,

        ich habe es gerade gelesen. Wenn du den Kontakt abbrichst, dann bist du auch wieder die "Böse". Ich würde aber die Oma nicht mehr als Babysitter nehmen, auch nicht das Kind alleine zur Oma geben oder Oma ins Haus lassen, wenn keiner da ist. Vermutlich wäre es mir sogar zu viel, mich mit Oma und Kind zu treffen, wenn kein anderer dabei ist, der zu mir hält.

        Aber mehr oder weniger regelmäßig mit Oma und anderen treffen. Dann ist der Kontakt nicht unterbunden, Oma kann aber nichts anstellen.

        Ist die Oma eigentlich gesund? Könnte ihr Verhalten krankheitsbedingt sein, dass sie bestimmte Dinge einfach vergisst, kein Zeitgefühl hat?

        LG

        • Danke Dir, das wäre vielleicht eine gute Idee, auch wenn ich im Moment nicht wüsste, wie ich es umsetzen kann, aber der Ansatz ist gut. Es ist nur so, dass ich schon alleine beim Gedanken an die Frau extrem wütend werde, ich muss da einen Weg finden, es nicht zuzulassen, das ist schwer...

          • Ach ja, unter Alzheimer leidet die Oma nicht ????

            Bist du alleinerziehend? Wenn nicht, kann doch der Papa mit Eurer Tochter zur Oma gehen. So sehen sich Enkel und Oma, aber sind nicht allein.

            Ich kenne es zu gut. So wie du schreibst erging es mir auch 7 Jahre.

            Ich habe resigniert und fahre nicht mehr hin.

            Meine Tochter darf gerne mit meinem Mann zu ihr aber ohne mich und das Kind bleibt in keinem Fall alleine dort.

            Wobei meine Tochter auch nicht dort bleiben möchte/würde.

            Ich habe aber damit bereits im Kleinkindalter angefangen.

            Meine Tochter durfte bis aus paar Ausnahmen nie alleine dort bleiben.

            Darf aber ihre Oma immer sehen. Oma darf auch zu uns. Möchte sie aber nicht und ich bin nicht traurig sein.

            LG

Hallo,

"Meine Tochter und ihre Oma haben eine sehr enge Bindung und bis jetzt einen häufigen Kontakt..."

Allein diese Tatsache würde für mich gegen ein Kontaktverbot zwischen Oma und deiner Tochter sprechen.

Ich denke, dass schadet deiner Tochter mehr als bei Oma mal an der Nuckelflasche/Nuckel zu nuckeln oder eine Verabredung mit Oma von dir abgesagt zu bekommen.
Da deine Tochter schon 5 ist, wird sie ganz genau wissen, dass der Nuckel bei Oma eine absolute Ausnahme ist und du bei Verabredungen mit der Oma die letzte Instanz bist, die über deren Zustandekommen entscheidet.

Deine aufgeführten Beispiele hören sich für mich irgendwie nicht so schlimm an.

Letztlich geht es dir sicherlich darum, Oma zu zeigen, dass du am längeren Hebel sitzt und sie für ihre "Verfehlungen" ihre Enkelin betreffend zu bestrafen.
Darunter sollte das Oma-Enkel-Verhältnis doch wohl nicht leiden.

LG

Nici

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