Den eigenen Eltern Grenzen setzen

    • (1) 07.08.17 - 10:52

      Hallo!

      Folgendes: Meine Eltern lieben meinen Sohn (16 Monate) - ihren Enkelsohn - abgöttisch und umgekehrt ist es genauso. Das ist natürlich toll und grundsätzlich mal auf alle Fälle unterstützenswert.

      Nur mir und meinem Lebensgefährten wird es manchmal zu viel. Nicht die Liebe, sondern die (wahrscheinlich nicht ganz unbeabsichtigte) Einmischung in unser Familienleben. Es ist z.B. total oft so, dass meine Mutter und/oder mein Vater ganz plötzlich einfach ohne Vorankündigung dasteht und uns besucht. Ich mag unangekündigte Besuche überhaupt nicht, weiß aber ehrlich gesagt nicht, wie ich das meiner Mutter begreifbar machen kann, ohne sie vor den Kopf zu stoßen. Es gibt auch sonst noch so Einiges, das mir/uns unangenehm ist, z.B. dass meine Eltern immer wieder mit unserem Sohn an der Hand gegangen sind, obwohl wir immer wieder betont haben, dass es uns wichtig ist, dass er von sich aus beim Gehen lernen die Initiative ergreifen. Außerdem füttern sie ihm immer wieder mal Süßes und machen ihm auch öfters Mal ohne oder aus einem erfundenen Anlass heraus Geschenke, was wir auch nicht gerne sehen - auch das wissen sie.

      Was kann ich tun? Ich liebe meine Eltern und will sie nicht verletzen (zumal ich ihr einziges "Kind" bin), aber ich will gleichzeitig auch in Ruhe mit meinem Lebensgefährten und meinen Sohn leben, so wie wir uns das wünschen.

      • Das mit dem Besuch würde ich auch so sehen und das kann man auch klar und freundlich sagen.

        Ansonsten sollte man den Großeltern das Privileg des Verwöhnens lassen und sich mal entspannen.

        Mal Süßes, ab und an ein Geschenk aus der Reihe... meine Güte.... lass mal die Kirche im Dorf.

        (3) 07.08.17 - 11:00

        Man verletzt jemanden doch nicht, wenn man ihm ehrlich sagt, was man nicht möchte. Zumal die Dinge die du ansprichst ja keine spektakulären Wünsche sind. Das mit der Hand hab ich nicht verstanden...aber den Rest.

        Wo ist das Problem zu sagen, dass Sie bitte anrufen sollen bevor sie vorbei kommen. Oder Termine absprechen sollen?!

        Und das Thema Süßigkeiten und Geschenke kann man doch auch vernünftig ansprechen.

        Da sehe ich nirgends ein Problem drin, was verletzen könnte.

        • Meine Mutter kriegt leider sehr schnell etwas in den falschen Hals... Wenn ich sie bitte, dass sie, bevor sie uns besucht, anruft, dann erfährt sie das, so wie ich sie kenne, als Zurückweisung und ist beleidigt. Aber nur deshalb meine eigenen Anliegen zurückzustecken fände ich auch nicht richtig...

      Also auch wenn sie öfters mal was in den falschen Hals bekommt würde ich das mit dem Besuch einfach ansprechen. Du kannst ja auch argumentieren das ihr so auf jeden Fall zu Hause seid und ein kurzer Anruf vorher einfach praktisch wäre. Dann ist sie halt erstmal beleidigt.

      "Immer mal was süßes" und "öfters Geschenke" finde ich dagegen nicht schlimm und würde da sicher kein Thema draus machen. Sie werden ihn ja sicher nicht vollstopfen mit süßen oder und wahrscheinlich sind es auch keine riesigen Geschenke oder? Ich persönlich finde es immer schade wenn man seine eigene Ansicht unbedingt auf alle anderen Familienmitglieder übertragen will. Dafür ist man ja unterschiedlich.

      Großeltern verwöhnen nunmal die Enkel gerne...zumindest oft und solange es nicht im schädlichen Rahmen ist auch eine tolle Sache für Kinder. Dann bekommt er von euch eben weniger zwischendurch...dann gleicht sich das alles aus.

      Hallo,
      das mit dem "Initiative ergreifen, an der Hand zu gehen" finde ich total affig. Es ist für mich selbstverständlich, ein so kleines Kind an die Hand zu nehmen, wenn ich z.B. an einer Straße spazieren gehe. Da warte ich doch nicht darauf, dass ein Windelpupser von sich aus die Hand gibt.
      Bzgl. "Spontanbesuche" - mag ich auch nicht und kommuniziere ich auch so. "Bitte ruft kurz durch, bevor ihr kommt, ich mag keine Spontanbesuche" kann doch nicht so schwer sein.
      Süßigkeiten gab es bei uns in dem Alter noch gar nicht (wir haben 3 Kinder), Oma hat unserem Jüngsten z.B. immer eine Banane mitgebracht, da hat er sich riesig drüber gefreut, er liebt die einfach.
      Ein Minitütchen Haribo fände ich jetzt allerdings auch nicht so tragisch, kommt drauf an, wie oft sie sich sehen.
      Geschenke, die zuviel sind, würde ich schwupps einsammeln, ins Schlafzimmer bringen und erklären, dass sie es ihm gerne zum Geburtstag/Ostern/Weihnachten o.ä. schenken dürfen. Dem Junior wird ein temporär "weggeschnapptes Päckchen" nichts ausmachen, wenn du ihn etwas ablenkst - deine Eltern spüren aber, dass es dir ernst ist damit. Zuvor würde ich aber das Wort suchen - aber das scheint dir schwer zu fallen, daran würde ich arbeiten! Du bist erwachsen!
      VG

      • Das mit dem an der Hand gehen hast du falsch verstanden. Es geht darum, dass mein Sohn noch nicht gehen KANN bzw. jetzt erst beginnt, es zu lernen (jetzt wo er es schon ein wenig kann, finde ich es ok, ihn an der Hand gehen zu lassen.) Aber ich wollte nicht, dass sie mit ihm gehen üben, obwohl er von seiner motorischen Entwicklung her noch nicht so weit ist...

    Ich glaube, so sind Großeltern einfach. Ich habe vor einiger Zeit aufgehört, mit meinen Eltern über Süßigkeiten etc. zu diskutieren. (Als mein Sohn 16 Monate alt war, habe ich da auch noch viel Energie reingesteckt - geändert hat es nichts...). Großeltern verwöhnen die Enkel, das war schon immer so. Und ich glaube, es schadet nicht. Ich durfte früher, wenn ich mit meiner Oma im Restaurant war, soviele Nachtische bestellen, wie ich wollte (manchmal habe ich nach einer ganzen Lasagne tatsächlich noch 3 Nachtische geschafft). Mir war absolut klar, dass es das nur bei meiner Oma und nirgends sonst gibt. Und geschadet hat es mir nicht. Ich kann verstehen, dass es euch stört - wie gesagt, am Anfang habe ich auch viel mit meinen Eltern diskutiert. Aber meine Eltern sind tolle Großeltern, mein Sohn liebt sie, und ich mische mich in solche Dinge jetzt nicht mehr ein.

    Den Punkt mit den unangemeldeten Besuchen kann ich gut verstehen. Bis vor einem Jahr haben wir nur wenige Minuten (zu Fuß) von meinen Eltern entfernt gewohnt. Meine Mutter kam auch immer mal ganz gern unangemeldet vorbei. Wenn es mir wirklich gar nicht gepasst hat, habe ich ihr das gesagt. Damit muss man umgehen können, wenn man sich nicht anmeldet. (Und meine Mutter ist ein wirklich sehr empfindlicher Mensch) Meist habe ich sie aber reingelassen und versucht, diesen unangemeldeten Besuch positiv für mich zu nutzen, z. B. indem ich duschen gegangen bin, Wäsche aufgehängt habe, die Küche geputzt habe, während meine Mutter sich um meinen Sohn gekümmert hat. Anschließend habe ich uns 'nen Kaffee/Tee gekocht und wenn dieser ausgetrunken war, ist meine Mutter dann auch wieder gegangen. So hat es für uns alle ganz gut gepasst.

    Wir haben sechs mittlerweile erwachsene oder beinahe erwachsene Kinder.

    Glaubs mir, keines hat einen Schaden genommen, weil es bei Oma Leckereien gab, die es bei uns nicht oder weniger oft gab. Geschenke aus der Reihe? Meine Kinder liebten es, als sie grösser wurden versuchten sie jedoch selber ihre Oma etwas zu bremsen und nicht unnötig Geld auszugeben.
    Sie haben auch nie, wirklich nie versucht Oma und Eltern gegeneinander auszuspielen, dass es unterschiedliche Regeln gibt hatten die Kinder schnell begriffen.
    Unangekündigte Besucher mag ich auch nicht, entweder direkt sagen, oder dafür sorgen, dass der Besuch ein paar mal vergeblich vor dem leeren Haus steht, und dann liebevoll vorschlagen, doch vorher kurz zu fragen ob man zuhause ist, sei doch schade sich verpasst zu haben....

    • Das mit dem vor dem leeren Haus ankommen lassen ist eine gute Idee... Ob es in unserem Fall etwas bringt?? Wir wohnen nämlich am Weg zum Arbeitsplatz meine Mutter. Da macht ihr das nichts aus, kurz mal zu nachzusehen, ob wir Zuhause sind, auch wenn wir dann mal doch nicht da sind...

      • (12) 07.08.17 - 12:41

        Dann doch öffne die Tür und erkläre deiner Mutter freundlich, dass die ihr Besuch gerade nicht passt. Sie ist eine erwachsene Frau und wird ja wohl gelernt haben, dass nicht immer alle nach ihrer Pfeife tanzen. Ansonsten wird es Zeit, das zu lernen.
        Ebenso beim Thema Geschenke, das hatte wir hier auch. Meine Schwiegereltern haben bei jeder Besuch ein mal mehr, mal weniger großes Geeschenk mitgebracht. Mein Mann hat das eher halberzig kommentiert, hat wenig gebracht. Beim letzten Besuch habe ich dann eine sehr klare Ansage gemacht und jetzt haben sie es verstanden.
        Ja, Großeltern sollen ihre Enkel verwöhnen, aber die Eltern und ihre Bedürfnisse dürfen bei dieser Beziehung trotzdem nicht außen vor gelassen werden.

Hallo!

Rede mit ihnen.

Bitte einfach darum, wenn Deine Mutter auf dem Heimweg von der Arbeit noch bei euch vorbei schauen will, kurz anzurufen bevor sie los fährt, damit du ihr sagen kannst, ob es gerade passt.

Dafür würde ich bei Süßigkeiten und kleinen Geschenken eher ein Auge zudrücken - von ab und zu mal einem Stück Schokolade wird man nicht dick, da sind Kinder die dauernd Apfelschorle trinken viel eher gefährdet.

Und KLEINE Geschenke sind auch kein Problem, solange sie nicht gleich den kompletten Duplo-Bauernhof her stellen, "weil die Sommerferien zu Ende sind". Ich finde es auch gar nicht so günstig wenn es nur Weihnachten und Geburtstag Spielsachen gibt, weil gerade Kleinkinder sich ja schnell entwickeln und bis Weihnachten manches, was jetzt gut passen würde, schon wieder langweilig wäre.

Überleg Dir lieber, wie Du es auf Dauer machen willst - etwa zwei Spielzeugkisten anschaffen, eine mit Sachen die er aktuell bespielt, und eine mit Sachen die man in den Keller stellt, und alle paar Wochen wird getauscht. So bleiben die Sachen spannend und was nicht mehr altersgerecht ist, kann man beim Austausch gleich aussortieren. Damit hat er am Ende auch nicht tonnenweise Kram im Zimmer.

Auch Eltern/Großeltern müssen erst lernen, dass es Regeln gibt, wenn die Kinder versäumt haben, ihnen das beizubringen. Meine Mama war ganz übergriffig was für mich den Vorteil hatte, dass ich die Erziehung schon im zarten Alter von 12 Jahren begonne habe, indem ich ihr beigebracht habe, dass sie nichts im Bad verloren hat, wenn ich drin bin. Natürlich sind sie anfangs bockig, aber wenn sie sich abreagiert haben, kann man meist konstruktiv miteinander umgehen.

Du für dich musst dir halt überlegen, was Dir wichtiger ist: Muttis Seelenfrieden oder Deiner und der Deiner Familie. Wenn Du Dich für Dich entscheidest, dann wird das für deine Mama erstmal doof, aber sie wird lernen damit umzugehen. Wenn nicht, musst Du halt lernen, mit dem Verhalten Deiner Eltern umzugehen.

1. was ist denn bitte schlimm daran wenn sie mit ihm an der hand spazieren gehen???
2. was ist schlimm daran wenn sie ihn ab und an mal etwas schenken???

Ihr stellt euch an. Das sie unangeldet vor der Tür stehen würde mich auch Nerven aber warum schafft man nicht zu sagen das sie bitte vorher kurz anrufen sollen

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