Bevormundung und Ungleichbehandlung - habt ihr einen Rat für mich?

    • (1) 13.08.17 - 21:57

      Hallo,

      heute möchte ich einmal um Rat fragen.

      Mein Vater kommt mit meinem ältesten Sohn nicht klar. Wenn wir uns treffen mischt er sich ständig in die Erziehung ein - es fallen Worte wie: "Wehret den Anfängen"... und "er tanzt euch auf der Nase rum". Ich lasse mir das natürlich nicht bieten und weise den Opa in seine Schranken, mache ihm klar dass er in unserem Beisein keinen Erziehungsauftrag hat, was er abwiegelt. Wir würden es ja nicht richtig machen (ihn erziehen).

      Er schimpft viel, veräppelt ihn und packt ihn auch mal grob am Arm, wenn ich nicht im Zimmer bin und er denkt er müsse einschreiten. Aus meiner Sicht sind das Nichtigkeiten worauf er reagiert und ich hätte gute Lust auf einem Kontaktabbruch nachdem er null Einsicht zeigt. Er darf sich jedes Mal eine Standpauke von mir anhören, aber es fruchtet nicht. Meine Mama ist mir sehr wichtig - sie redet ihm auch oft ins Gewissen, beschwichtigt allerdings auch und spielt die Situation herunter. Klar, sie sitzt ja zwischen den Stühlen und leidet unter der Situation, vor allem aber wenn wir uns wirklich zurückziehen würden.

      Unser Sohn (6) hat Tendenzen von ADHS (nicht diagnostiziert), mein Vater weiß allerdings nicht was das wirklich bedeutet und glaubt nicht dass er manchmal sein Verhalten nicht steuern kann. Die Auseinandersetzungen die wir untereinander haben macht es nicht besser. Mein Mann und ich haben einen guten Weg gefunden, mit meinem Sohn umzugehen - klar ist es nicht immer einfach, aber mein Vater macht es sicher nicht besser. Wenn ich z. B. meinen Sohn beiseite nehme, dann fällt mir mein Vater ins Wort, macht unsinnige Androhungen usw. und wundert sich dann dass mein Sohn genau das Gegenteil macht aus Trotz und weil er ihn gar nicht ernst nimmt.

      Beispiel, als ich allerdings leider nicht zugegen war: Mein Sohn macht rein aus Provokation das Licht an und aus. Opa regt sich tierisch darüber auf und verbietet es ihm. Mein Sohn macht weiter. Opa droht: "Wenn du nicht damit aufhörst, dann fahre ich nach Hause!" Sohn macht immer noch weiter. Opa packt ihn am Arm und zieht ihn weg. Dann zieht er unvermittelt seine Schuhe an und die Haustüre fällt ins Schloss. Er macht also Ernst... Oma und meine Kinder sitzen da und rätseln was das jetzt soll, keiner rennt ihm nach. 2 Minuten später ist er wieder da und meint er wollte nur das Auto umparken. #kratz#klatsch Was soll mein Sohn daraus lernen? Dass man was ankündigt und dann doch nicht durchzieht? Einfach nur Kindergarten, oder? Jedenfalls ist Opa von seinen Erziehungsmethoden total überzeugt und er hätte uns gerade noch gefehlt, weil wir selber ja nicht klarkommen... Das empfinde ICH als Provokation und Frechheit pur... aber was würdet ihr an meiner Stelle tun, damit er es endlich mal kapiert?

      Muss noch dazu sagen: Meine Mama und Geschwister empfinden es oft als nicht soo schlimm was der Opa macht und finden ich würde überreagieren, aber meine Geschwister haben auch keine Kinder und müssen sich so gängeln lassen. Die können leicht reden. Dass ich verletzt bin über die Äußerungen meines Vaters sieht irgendwie keiner... Funkstille wäre also das letzte, aber ein probates und vielleicht das einzige Mittel?

      Auf der anderen Seite: Meine Kinder lieben den Opa, trotz allem. Vor allem mein kleiner Sohn und der Opa sind ein Herz und eine Seele. Sie kommen super miteinander klar. Letztens war er ein paar Tage alleine bei den Großeltern und es war alles wunderbar. Aber diese Ungleichbehandlung ist mir erst recht ein Dorn im Auge, ständig wird verglichen und Hobbypsychologie betrieben, Charakter analysiert - der Kleine wird immer in den höchsten Tönen gelobt. Komisch, sooo schlecht kann unsere Erziehung also nicht sein. #freu Aber mir ist nicht nach Lachen zumute. Mir tut mein Großer da so leid und ich weiß nicht was ich noch tun kann.

      Bitte gebt mir ein paar Tipps.

      Danke und LG
      Franzi

      • hallo :)

        ich würd erstmal abklären ob dein sohn adhs hat. ich denke das hauptproblem für opa ist es das er sich nicht respektiert fühlt und dein großer mann aber seine aufmerksamkeit sucht - kann das sein?

        genau einen rat kann ich dir nicht geben leider, aber je angespannter du bist umso angespannter wird dein sohn und opa womöglich auch?

        notfalls halt nur mal eine zeit lang mit Oma was machen, es ist schwierig ich glaubs dir :/

        tut mir leid das ich keinen rat habe

        • Vielen Dank!

          In der Tat fahren wir manchmal besser wenn wir sein Verhalten ignorieren. Das habe ich Opa auch schon versucht begreiflich zu machen. Ich greife also auch nicht immer so schnell ein wie er meint dass man es tun sollte, aber ich versuche auch zu vermitteln und erkläre mein Sohn z. B. dass er bestimmte Sachen bei den Großeltern im Haus unterlassen muss. Da ziehe ich also durchaus mit ihm an einen Strang.

          Mein Vater hat in einem schwachen Moment auch schon zugegeben, dass er einfach auch überfordert ist und ich wohl die besseren Nerven habe - für mich war das ein Zeichen der Annäherung, aber dann gibt es Momente da will er davon nichts wissen und "erprobt" seine eigenen Erziehungsmethoden. Hinterher merkt man dann wie ausgelaugt er ist - es IST anstrengend mit einem ADHS-Kind. Übrigens, auch ohne Diagnose, deutet alles daraufhin. Er hat einen I-Platz im Kindergarten, wird vom psychologischen Fachdienst mit betreut. Eine offizielle Diagnose ist aber wohl noch zu früh - man hat uns jedoch darauf vorbereitet dass diese eines Tages sicherlich kommt. Und ja, es ist manchmal anstrengend mit ihm, aber mein Vater schafft es grundlegend das Vertrauen zu unserem Sohn zu zerstören. Natürlich sucht er seine Nähe, möchte auch von ihm angenommen werden wie er ist und reagiert so auf Zurückweisung

      (4) 13.08.17 - 22:24

      Und was machst du, wenn Junior provoziert?

      Wenn du es ignorierst, geht das dann lange weiter?

      Die geschilderte Situation ist harmlos. Das nervige Verhalten deines Sohnes ebenso, wie die hilflose Reaktion des Großvaters.

      Bei echtem ADHS muss man zwar sorgfältig mit seinen Kräften haushalten, aber problematisches Verhalten ignorieren, bringt oft auch nichts. Die Betroffenen können nämlich sehr ausdauernd nerven.

      Andererseits, wenn du die Erfahrung gemacht hast, dass das Kind das störende Verhalten lässt, wenn es ignoriert wird, muss dein Vater es womöglich nur mal erleben.

      • (5) 13.08.17 - 22:51

        Siehe meine ausführliche Antwort oben.

        Oft hilft es sein Verhalten zu ignorieren, aber wir bleiben natürlich auch nicht tatenlos und sehen uns alles nur an. Nur dem Opa kann man gar nicht schnell genug...

        Das nimmt jetzt manchmal schon bizarre Formen an. Meine Familie achtet z. B. darauf dass mein Vater beim Essen nicht in der Nähe meines Sohnes sitzt und trotzdem gibt es immer wieder Situationen in der Opa das Verhalten meines Sohnes "überwacht", z. B. darf er sich bei ihm nicht frei im Haus bewegen.

    Hallo Franziska,

    Vielleicht hilft es erstmal Abstand zu halten für zwei drei Wochen und dann trefft ihr euch in Parks oder außerhalb, wo er evtl nicht so agieren kann.

    Ich habe momentan auch mit meinem Vater Stress, seid einem halben Jahr schon, weil er einfach stur ist und den Fehler bei unserer Familie sieht. Zudem müssen die Kinder gehorchen, indem Fall ich...

    Aber unser Junge kann immer zu ihm gehen und ihn besuchen. Darunter sollen die Kinder ja nicht leiden, aber wenn du sagst er vergöttert das jüngere aber den großen nicht. Dann ist das für mich leider ein Grund da nicht mehr hin zu gehen. Es gibt bei mir keine 2 Klassen Gesellschaft. Entweder alle Kinder werden gleich behandelt oder garnicht. Ich denke der große merkt das und spielt ihm deswegen so streiche wie mit dem Licht.

    Ich würde ihm sagen wenn er nicht unverzüglich aufhört, musst du deine Konsequenzen ziehen und es auch durch ziehen.

    Wenn er euch besuchen will kann er gerne kommen, aber wie unsere Eltern uns früher immer gesagt haben, mein Haus meine Regeln. Hält er sich nicht dran darf er gehen.

    Ach herrje ist schon spät.

    Vielleicht konnte ich helfen. Jeder hat seine eigenen Ansichten, du musst wissen womit du klar kommst.

    Lieben Gruß

    • Vielen Dank!

      Dass er ein Enkelkind bevorzugt sieht er ja selbst nicht so bzw. er macht meinen Großen dafür verantwortlich... z. B. wenn dieser ihn kaum begrüßt, ist der Tag schon gelaufen. Dann ist er gleich beleidigt und lässt ihn das auch spüren. Der Kleine hat es da leichter, weil er ihm alles recht macht.

      Mir tut es auch sehr leid, aber meinen Vater kann man da nicht mehr ändern denke ich. Funkstille wäre natürlich auch drastisch und würde ihn auch sehr belasten. Ich fürchte er würde den Fehler trotzdem nicht bei sich suchen und es täte mir vor allem leid für meine Restfamilie und doch auch für meine Kinder irgendwie.

      Wenn er bei uns ist muss ich ihn halt immer wieder zur Ordnung rufen. Und wahrscheinlich dürfte ich das nicht vor den Kindern austragen, aber ich kann sein Verhalten in der Situation nicht einfach ignorieren.

      Meine Mama kann sich sein Verhalten übrigens gar nicht erklären - uns gegenüber war er wohl nie so, hat sich bei der Erziehung mehr zurückgehalten und meint wohl er müsse das jetzt nachholen? Und er äußert auch immer wieder dass unser Sohn ihm ähnlich wäre und wie schwer er es seiner eigenen Mutter als Kind gemacht habe und dass mein Sohn es im Leben nicht einfach haben wird wenn er so weiter macht. #gruebel

      • Damit hat er natürlich recht, dein kind wird es wahrscheinlich wirklich ziemlich schwer haben im Leben, vielleicht will opa ihn deswegen so erziehen, ihm grenzen aufzeigen und ihm zu einem anständigeren und gehorsameren kind erziehen? Gerade weil er weiß wie es ist immer der ungehorsame Rüpel zu sein und von den Mitmenschen so abgestempelt zu werden.

        Warum begrüßt er Opa eigentlich nicht ordentlich?? Da würde ich auch sehr deutlich werden und es ist schon nachvollzuehbar das der opa das als "kein benehmen" empfindet, auch wenn seine strafe ihn zu ignorieren dann überzogen ist.

Es ist ein großer Unterschied, ob Dein Sohn wirklich krank ist oder nur provokant. Das würde ich als erstes mal abklären lassen.
Dann kannst Du ganz anders argumentieren. Als ADHS beim Bruder eines meiner Patenkinder noch nicht diagnostiziert war, verzweifelten auch die Familie samt Freunde an seiner "maßlosen Frechheit und Flegelhaftigkeit" - er brüllte auch immer gleich furchtbar die Leute an, es war nur schlimm. Man konnte das Kind nicht mögen. Als sich die Eltern endlich zur Untersuchung aufrafften und die Krankheit feststand und auch behandelt wurde, war alles wesentlich entspannter.
Wenn Dein GESUNDER Sohn bei mir das Licht dauernd aus- und anmachen würde trotz Aufforderung, es sein zu lassen, würde ich auch nicht freundlich lobend reagieren, wenn ich auch keine Show mit Davonrennen abziehen würde.
Hat Deine Mutter keinen Einfluß auf Opa? Er ist nun mal aus einer anderen Generation und seine Ansichten sind sicher nicht Deine - aber gleich Kontaktabbruch, wenn die Enkel ihn doch lieben - das ist ja auch nicht gerade familienfreundlich und würde nicht nur die Großeltern abstrafen sondern die Kinder auch.
Da muss es wohl noch eine Zwischenlösung geben. Soll Deine Mutter mit ihm reden, selbst wenn sie seine Reaktionen "als nicht schlimm" empfindet.
Deinen Sohn lass baldmöglichst bitte untersuchen, denn bisher vermutest Du es ja nur. Ich weiß ja nicht, inwieweit er in der Schule auch provoziert - da sollte eine Diagnose feststehen, damit er nicht laufend ins Messer läuft. Die Mutter des o.a. beschriebenen Jungen hat auch viel zu lange gewartet, weil SIE sich schämte, das ist Quatsch. Das Ende vom Lied war, dass sie ihn fast jede Woche ein- zweimal von der Schule abholen musste, weil wieder was vorgefallen war.
LG Moni

  • Vielen Dank!

    Mein Sohn ist gerade 6 geworden und bleibt noch ein Jahr im Kindergarten. Dort bekommen wir viel Unterstützung und wir merken dass es ihm so gut tut dass er so angenommen wird wie er ist. Dort wird gutes Verhalten positiv verstärkt und nicht mit Strafen etc. gearbeitet

    Ich verschließe nicht die Augen davor, wir machen alles was möglich ist. Er hat einen I-Platz im Kindergarten, wird vom psychologischen Fachdienst mit betreut. Eine offizielle Diagnose ist aber wohl noch zu früh - man hat uns jedoch darauf vorbereitet dass diese eines Tages sicherlich kommt.

    Wenn ich meinem Vater erkläre was in meinem Sohn vorgeht und warum er so handelt, dann ernte ich nur Unverständnis. Er meint dann, er wäre früher auch so gewesen (was wohl stimmt, also da spielt sicher eine genetische Komponenten mit) und "er hätte seiner Mutter das Leben nur unnötig schwer gemacht" dann möchte er wohl Therapeut spielen, aber so plump und hilflos, dass er das Vertrauen zu unserem Sohn irgendwann noch verspielt. NOCH möchte mein Sohn einfach nur von ihm akzeptiert werden... Er spricht immer davon, dass er auch mal wieder bei Oma und Opa übernachten möchte, aber das möchte ich ihm zur Zeit nicht zumuten.

    Sehr verzwickt das alles und ja, ich möchte auch keinen Kontaktabbruch. Es würde meinen Eltern das Herz brechen und er würde den Fehler nicht bei sich suchen. Meine Mama tut schon was sie kann um zu vermitteln - kurzfristig hilft es auch, dann hört er auf sich einzumischen aber langfristig fruchtet es einfach nicht. Er sucht immer wieder die Nähe unseres Sohnes und ist dann total ausgelaugt wenn seine "Erziehung" nicht anschlägt. Ich erkläre meinem Sohn auch wenn der Opa recht hat und mache ihm klar dass er auf ihn hören muss, denn dadurch dass ich Opa zurecht weise, untergrabe ich auch seine Autorität - das war sicher auch mein Fehler. Mein Sohn nimmt ihn immer weniger Ernst und wenn ich nicht dabei bin, muss er natürlich auch auf meinen Vater hören und in seinem Haus gelten auch seine Regeln - das ist mir auch klar.

    • Ich hoffe doch, dass Du den Opa nicht vor dem Kind zurechtweist, das hilft beiden Seiten auf keinen Fall. Sowas muss man einzeln tun. Ist ja auch unter Eltern kontraproduktiv. Noch einen Tip aus der Praxis. Die Mutter des von mir erwähnten Jungen machte über Jahre den Fehler, jede Unart ihres Kindes auf die Krankheit zu schieben. Erst als er 3 Monate in der Psychiatrie war und die Eltern mit eingebunden wurden, wurde ihr deutlich aufgezeigt, dass auch ein ADHS-Kind sich an Regeln und Gebote halten muss, es sogar wichtig sei, weil es Struktur braucht. Mein Mann hatte auch ziemliche Probleme, mit dem Jungen und seiner provokanten Art umzugehen. Aber er war dann auch einsichtiger, als ich ihm die Krankheit erklärte. Aber so richtig anfangen konnte er bei unseren Treffen mit ihm nichts. Es ist klar, er war Jahrgang 1936 und hat als Kind oft genug den Hintern versohlt bekommen, wenn er was anstellte. Und nun steht so ein Kerl vor ihm, äfft ihn nach, schubst ihn auch noch und ist rotzfrech...und die Mama sagt nur, hach der meint das nicht so......da hatte ich auch ab und an einen dicken Hals.

      Du kannst ja auch nicht die nächsten Jahre alle Kontakte zu den Leuten abbrechen, die mit der Art Deines Sohnes nicht zurechtkommen. Ich habe diese Probleme miterlebt und mit der Medikation wurde es dann auch besser, aber vorher war es wirklich schlimm. Der Knabe war ein Horror bei jeder Familienfeier. Aber einen Trost habe ich noch. Der Junge ist mittlerweile erwachsen, macht eine gute Ausbildung und ist ein sympathisches Kerlchen geworden. LG Moni

      Hi du! Ich möchte jetzt doch auch mal was sagen zu deinem Sohn. Im übrigen hab ich selbst auch einen ADHSler daheim, besser gesagt sogar 2. In erster Linie geht’s aber um meinen Sohn der hat nämlich zu seinem ADHS auch noch Autismus und ich weiß wie konsequent man sein muss. Bei meinem Sohn hat man ADHS schon mit 4 Jahren festgestellt und mit 5 nochmal ein anderer Arzt der dazu auch den Autismus diagnostizierte. Ich denke also schon das man JETZT was feststellen kann und nicht noch viel länger warten muss. Wart ihr bei einem Kinder- und Jugendpsychiater oder bei einem SPZ? Ich weiß auch das man es angeblich erst verlässlich mit der Schulzeit feststellen kann. Doch ich bin der Meinung das man das durchaus früher kann und vor allem ist der Junge dann mit Therapien oder möglichen Medis ( das kann nur ein Fachmann beurteilen) besser einstellt wenn er eben schon in die Schule kommt! Gerade das fand ich gut das bei uns schon der Fall gewesen ist. Sonst hätte man dann erst anfangen können und er wäre über seine Schulkameraden möglicherweise schon in einer Schublade gewesen aus der er dann schwerer rausgekommen wäre! Somit war es auch für ihn an dieser Stelle leichter.

      Und es ist schön das du dir natürlich nicht alles gefallen läßt aber was Frühchenomi sagt ist schon richtig, man kann nicht alles auf die Krankheit schieben. Mein Sohn ist teilweise auch sehr rotzig aber ich lass ihm das nicht durchgehen und Ende, da diskutiere ich in keinster Weise mit ihm! Er versucht es immer wieder weil er sich für den lieben Gott hält, aber da beißt er bei mir auf Granit! Ja das kostet schon seit Jahren viel Kraft und dafür würde ich wohl 5 normale Kinder großziehen können, aber das muss ich nicht.

      Er kriegt klar gemacht wenn etwas nicht geht. Das allerdings auch sehr deutlich und teilweise ruppiger weil er auch noch Probleme mit der Wahrnehmung hat! Danke ADHS hat uns so einiges beschert, doch das weißt du sicherlich selbst.

      In Sachen Begrüßung würde ich auch deutlich machen das ich eine gewisse Höflichkeit fordere von meinem Kind. Das dem Opa dann aber gleich der ganze Tag versaut ist das ist kindisch vom Opa, da verhält sich der aber auch wie in Kleinkind.
      Ich hab in meiner Familie, in der meines Mannes und bei Leuten drum herum auch gerne das Problem das sie meinen der Junge hat nichts! Tja Pech ich kenne die Diagnosen, hab die Therapien durch und und und…. Hier werde ich es wohl besser wissen. Und bei blöden Sprüchen kommen eben auch blöde Antworten zurück! Basta!
      Zu einem Kontaktabbruch muss es bei euch ja letztendlich nicht kommen, aber solange Opa diese Art nicht sein läßt wird es sehr sehr schwer werden will ich behaupten! Hier musst du meiner Meinung nach dringend einen Weg finden dich durchzusetzen!

      Ganz ehrlich ich wäre vermutlich schon sehr giftig geworden. Irgendwann wird es selbst mir zuviel. Und ich hab durch meinen Sohn durchaus schon noch mehr Geduld gelernt als früher. Das heißt aber nicht das ich früher gleich aus der Haut gefahren wäre.

      Ich gebe aber zu, auch wenn es pädagogisch nicht so der Kracher ist das ich dem Opa nach einiger Zeit sicherlich auch ins Wort gefallen wäre! Denn das ist ja bei euch ein Dauerzustand das er seine Erziehungsversuche nicht unterläßt.

      Liebe Grüße Ela

      Ich denke, das Problem liegt etwas auch darin, dass er sich in deinem Sohn wiedererkennt. Sie sind sich wahrscheinlich näher, als man denken könnte und er will eigentlich nur das Beste, will Euch vielleicht auch nur helfen und schiesst dabei wohl auch mal über´s Ziel hinaus.

      Er hat für sich im Nachhinein festgestellt, dass er als Kind seinen Eltern das Leben schwer gemacht hat, wie er selbst gesagt hat und will scheinbar nun, dass es Euer Sohn mit Euch nicht auch so macht.

      Unsere Kinder sind teilweise auch etwas eigen. Ich sehe da gewisse Tendenzen zu einer Hochsensibilität. Mein Mann ist wohl auch so und hat nun, dadurch, dass wir uns mit diesem Thema näher befasst haben, einiges aus seiner Kindheit besser verstanden bzw. festgestellt, dass da doch so Einiges hätte anders laufen sollen.

      Ich denke, diese Generation kann mit "solchem Psychokram" einfach nichts anfangen. Früher wurde kaum versucht, sich in die Kinder hineinzuversetzen, sie mussten eben einfach funktionieren.

      Würde es evtl. etwas bringen, ihm Lektüre dazu zu geben ?

(15) 14.08.17 - 00:36

Hi Franzi,
immer nur 1 Kind bei die Großeltern, wenns es geht. Dann hat der Opa nicht den direkt vergleich.

Licht ein und aus, 100x, einfach an den Sicherungskasten und das jeweilige Zimmer ausmachen. Mache ich, wenn es nach 3x malige Ansage nichts tut. Egal ob Fernseher, Licht, Stereoanlage etc.

Er soll dem Großen nicht einfach "eine Ansage" machen. Hingehen, anfassen, mit Namen ansprechen und dann sagen, was er zu sagen hat. Oft fühlt er sich vermutlich gar nicht angesprochen.

Geht auch mal zum Pädaudiologen, und lasst auf AVWS überprüfen. Vielleicht kommt das gehörte gar nicht da an, wo es soll.

Mein Vater kann mit Kindern nichts anfangen, und meine sind auch "besonders". Am besten geht's, wenn nur einer da ist. Meine Mutter schimpft aber ordentlich mit ihm, wenn er alles kontrolliert und dann "erziehen" will.

Letztens haben die Jungs schon falsch geklingelt #augen Ich habe mich auch zu einer "Schimpfe" mutiert. Da sagte der Große, fast 11 Jahre, schade das die Mama nach dem Opa kommt, die ist auch nur am schreien #schwitz Mein Vater war wohl den ganzen Nachmittag verträglich gewesen.

Und ich reiß mich auch verstärkt am Riemen.

Ist schon schwer, aber wenn die Jungs keinen Unterschied spüren, dann Funk nicht dazwischen mit Kontaktabbruch. Lass sie auch dort schlafen, wenn die Oma es auch möchte. Vielleicht einer nach dem anderen.

Alles Gute
Claudia

(16) 14.08.17 - 10:13

HAst du deinen VAter mal gefragt, warum er das macht und im nur zugehört. Ohne selbst in die Emotionen zu kommen. Dein Vater hat einen guten Grund das zu tun. Er sieht, da läuft etwas schief ( in seinen Augen) und keiner unternimmt etwas. Er versteht dich genausowenig, wie du ihn. Eigentlich wollt ihr beide ja dasselbe: "Das beste für deinen Sohn".

Kennst du die wertschätzende oder Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg. Das viel mir gerade als erstes ein, dass das heilfen könnte, die Situation zu entspannen.

  • (17) 14.08.17 - 10:33

    Und in einem Beitrag beschreibst du genau das, was ich vermutet habe. Dein Sohn erinnert ihn an sich selbst und spiegelt ihm damit sein eigenes Kindheitsdrama. Vielleicht möchte dein VAter beitragen, dass aus dem Jungen etwas wird, er soll es nicht so schwer haben wie er selbst und vorallem will er nicht, dass du es so schwer hast wie seine Mutter mit ihm. Das ist eine klassische Falle, man wiederholt dann das eigene Drama wieder. FRag deinen VAter mal, wie es ihm geht, wenn er das Verhalten von deinem Sohn beobachtet und welches Bedürfnis er sich damit erfüllt, wenn er den Jungen zurecht weist. Vielleicht ist ihm Ordnung und Ruhe wichtig? Oder er möchte wie gesagt beitragen zu einer gelungenen Erziehung. Du kannst ihm dann ja sagen, dass du das gut verstehen kannst, weil du selbst auch nur das beste für den Jungen willst. Und frag ihn mal, was er als KInd gebraucht hätte, wenn er so aufmüpfifg war. Ob er vielelicht Verständnis und LIebe und Vertrauen gebraucht hätte, oder jemanden, der ihn anmault und hart zurecht weist und wegstößt.

    • (18) 14.08.17 - 14:12

      Danke an alle! Es sind viele interessante Meinungen dabei und bei mir laufen gerade die Tränen beim Lesen. Vieles ist mir beim Aufschreiben erst selbst klar geworden...

      Wir haben auch bald einen Termin wegen AVWS in der Pädaudiologie der Uniklinik, das habe ich beim Kinderarzt durchgesetzt. Genauso wie den I-Platz in einem neuen Kiga vor ein paar Jahren.

      Wir waren auch im SPZ und bei der Lebenshilfe - dort wurden keine Auffälligkeiten festgestellt bis auf eine leichte Sprachentwicklungsverzögerung. Bein Kinderarzt ist er auch immer ein richtiges Vorzeigekind, aber im Alltag sieht es anders aus. Zum Glück haben wir einen richtig guten Kindergarten für ihn. Wir ziehen an einem Strang und wir bekommen dort auch Hilfe im Umgang mit der Krankheit. Werde mich jetzt auch um einen Termin beim Kinderpsychiater bemühen.

(19) 14.08.17 - 16:12

...ich finde das jetzt noch nicht so schlimm vom opa (ausser das "hart anpacken", soferns denn so ist). ob das kind nun adhs hat oder du das einfach mal so selber diagnostizierst, ist für mich noch nicht mal so das thema. auch adhs-kids muss man erziehen. und ein 6jähriger, der "einfach zum prvozieren" das licht ein- und ausmacht, würde mich auch nerven. man kann nicht adhs selber einem kind anhängen, um damit schlechtes benehmen zu erklären. das - und genau das - bringt diese krankheit nämlich so sehr in verruf. und dass der opa diese krankheit nicht kennt oder nicht glaubt dass es sie gibt, verstehe ich bestens. bei all den "nicht diagnostiziert, aber bei uns also ganz klar" kommentaren unter meinen kolleginnen habe ich mir auch längst angewöhnt, es als erziehungsfehler anzuschauen....

dass der opa nicht echt ging liegt ja auch daran, dass er dann die oma hätte mitnehmen müssen. auch nicht so leicht.

dem opa vor dem kind eine standpauke halten ist auch daneben. das verhalten des kindes war ja wirklich nicht okay. ein aus, ein aus, ein aus... würdest du das einfach toll finden? ich als gast ginge auch nach einer weile oder würde zumindest in ein anderes zimmer gehen.

du machst im übrigen auch eine eigendiagnose was adhs anbelangt. warum nimmst du es anderen übel, wenn sie hobbypsychologie anweden? man vergleicht nun mal.

vielleicht lieben deine kinder den opa ja genau darum - weil er grenzen hat und setzt.

Mit Opas kennenich mich leider nicht aus, aber mit ADHS.

Du brauchst jetzt sofort eine Diagnose, damit entschieden werden kann, auf welche Schule dein sohn nächstes Jahr geht (die Plätze an den entsprecheneden Förderschulen sind rar), ib er Medikamente, einen Fahrdienst und/oder einen Schulbegleiter braucht.

Die ganzen Sachen mitsamt den Kostenübernahmen durch das Jugendamt dauern ewig und wenn ihr jetzt abwartet, gibt es ein paar Wochen nach der Einschulung einem großen Knall. Selber so erlebt.

Wende dich bitte schnellstens an ein SPZ, die Ambulanz einer Kinderpsychiatrie und das Jugendamt. Da wirst du schon Monate auf einen Termin warten, die Gutachten dauern Monate und dann muss das noch durch den ärztlichen Dienst beim Jugendamt (auch Monate, 10 bei uns).

LG

  • Danke, er hat seinen I-Platz im Kindergarten nicht von ungefähr. Jedes Jahr werden reihenweise Berichte über ihn geschrieben und ich weiß wohin die Reise geht, auch wenn es keine (mir bekannte) hieb- und stichfeste Diagnose eines Kinderpsychiaters gibt.

    In dem Kindergarten gibt es I-Plätze in Regelgruppen und reine heilpädagogische Gruppen. Die Erzieherinnen und die Eltern stimmen sich eng mit dem psychologischen Fachdienst ab der im Haus ist und die Kinder werden dort im Alltag auch von einem unabhängigen Gremium das sich von Experten diverser Schulen (Regelschulen, aber auch Schulen mit diversen Förderschwerpunkten) begutachtet. Es findet also ein reger Austausch mit allen Schulen statt und wir haben die Empfehlung bekommen ihn ein Jahr zurückstellen zu lassen und ihn dann aber (trotz allem) auf jeden Fall regulär in unserer Grundschule einschulen zu lassen.

    Er hat sich in dem Jahr toll im Kindergarten entwickelt und hat noch ein Jahr mit "besonderer Förderung" vor sich, aber ich weiß natürlich dass das ein langer steiniger Weg für uns werden wird... Dennoch glaube ich an die ausgesprochene Empfehlung.

    Wir waren bereits vor Jahren im SPZ und noch einmal ein Jahr später - dort wurde nicht wirklich Diagnostik betrieben, anscheinend aber auch nichts auffällig empfunden.

    Einerseits bin ich auch etwas unsicher, denn wenn die Mühlen erst mal zu mahlen begonnen haben... bisher wurde uns von allen Beteiligten geraten, den Ball flach zu halten, er könne sich auch noch entwickeln und ihn so einen unvoreingenommenen Start an der Regelschule zu ermöglichen. Vor einem Stempel habe ich ehrlich gesagt auch Angst.

Opas unserer Generation sind halt strenger. Ich habe häufig nen Anschiss vom Opa bekommen, egal ob ich beim TV zu viel gezappt habe oder mit Schuhen auf dem guten Perser Läufer gelaufen bin #zitter Und natürlich poltern Opas dann auch mal, dass Erziehungsmethoden heute zu lasch seien. Ich würde da nicht zu viel reininterpretieren. Lass die das doch unter sich ausmachen.

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