krankes Kind, schwere Situation für uns als Eltern und die Große

    • (1) 22.08.17 - 12:15

      Hallo Ihr Lieben,

      so recht weiß ich gar nicht, warum ich das hier schreibe, aber ich muss mir gerade mal meine Gedanken von der Seele schreiben.

      Ich bin vor 4 Wochen zum zweiten Mal Mama geworden (die Große ist 33 Monate).

      Leider ist dieses Wochenbett total verkorkst: Erst bin ich mit einem Wochenflussstau im KH gelandet, jetzt sind wir seit Donnerstag mit dem kleinen Mann wegen einer Hirnhautentzündung im KH - 350 km von daheim entfernt bei meinen Eltern. Wir müssen auf jeden Fall noch bis Montag hier bleiben, dann werden die letzten Untersuchungen gemacht.

      Mein Mann muss heute wieder zurück fahren, da es für die Große natürlich emotional sehr belastend ist und sie gerade sehr an ihm hängt, hat er das Angebot meiner Eltern ausgeschlagen, dass sie die Woche hier bleibt. D.h. Ich werde meine große kleine Maus und meinen Mann jetzt gut eine Woche nicht sehen! Ich könnte gerade schon wieder weinen, wenn ich daran denke.

      Für mich ist die Situation gerade sehr belastend. Bis jetzt durften wir das KH-Zimmer nicht mal verlassen - Ansteckungsgefahr für andere. Nun ist das aber ausgeschlossen und wir dürfen (im Tragetuch) auch mal kurz vor die Tür.

      Es ist ätzend den kleinen Mann so zu sehen, mit seinen Schläuchen und Kabeln und und und. Und die Situation, als er aufgenommen wurde und wir in der Notaufnahme waren und sie ihn mitgenommen ahben, zum untersuchen und wir nicht mit durften - die werde ich nie vergessen und ich muss ständig daran denken und immer wieder weinen.
      Gleichzeitig muss ich für meinen Mann stark sein. Ihm geht es gerade sehr schlecht …Er kämpft schon lange mit Depressionen und gerade frisst ihn die Situation auf. Die Große ist fordernd, die Situation für ihn belastend, da er gar nix tun kann für mich und nun seinen Sohn nicht sehen kann. Der muss aber zurück, da er eine eigene Firma hat und da nun unbedingt was tun muss, Termine hat und einfach die Arbeit erledigen, die erledigt werden muss. Meine Schwiegermutter kann erst am Donnerstag (da mein Schwiegervater einen Virus hat geht das vom Arzt aus erst dann), bleibt dann aber zum Glück um ihn zu unterstützen.

      Ich würde so gern etwas für ihn tun. Er zerreißt sich zwischen Arbeit und Familie und nun gerade ist er meilenweit über seine Grenzen gegangen. Er tut mir wahnsinnig leid und ich mache mir sehr große Sorgen um ihn. :-(
      Ich sitze nun den ganzen Tag in diesem Zimmer, habe quasi keine Ansprache außer der Schwestern die ab und zu kommen, lese, schaue Videos und warte, dass mein Sohn schläft, trinkt, aufwacht! Ich habe „Erholung“ und mein Mann geht an der Situation kaputt…

      Ich bin so traurig, so verzweifelt irgendwie, aber ich kann mit ihm nicht reden, dass ginge es ihm noch schlechter, er entschuldigt sich schon so oft dafür, dass es ihm nicht gut geht!

      Falls ihr bis hierher gekommen seid: Danke fürs lesen. Vllt. habt ihr ja einen Rat, Zuspruch, Gedanken…vllt. wart ihr in so einer Situation, kennt euch mit depressiven Partner und schweren Zeiten aus!?

      Vielen Dank!

      • Hallo
        Da hilft nichts, man muss das beste draus machen und sich nicht noch irgendwas einreden um die Situation für sich schlimmer zu machen. Man kann leider nicht alles beeinflussen, in eurem Fall die Hirnhautentzündung.
        Hat dein Mann aktuell professionell Hilfe?

        Mir ging es nach der Geburt meiner jüngsten ähnlich, Frühgeburt, das jüngste Kind selbst noch klein, mein Mann und ich hatten uns vor der Geburt getrennt und als sie dann kamen war er er gerade nicht da,... Ich blieb nur ein paar Tage im KH (hatte einen Kaiserschnitt) und bin dann hin und her gependelt um irgendwie für alle da zu sein. Besonders rückblickend war das schon sehr belastend, ich habe halt funktioniert. Lichtblick war einfach dass die Situation im Krankenhaus nur zeitweise sein wird und eben jeder Fortschritt.
        Das ist bei euch dann ja ähnlich. Ich sehe die größte Baustelle in der Depression deines Mannes. Da muss was passieren, trotz Verantwortung für die eigene Firma. Die Folgen eines totalen Zusammenbruches wären für ihn, euch als Familie und die Firma wohl um einiges schlimmer.

        LG

        Ich kann Dir gut nachfühlen, wie es Dir geht, aus mehreren ähnlichen Situationen. Mit meiner Tochter (mehrfache WS-Operationen, 150 km entfernt, ich bei ihr, überforderter Mann alleine mit widerborstigem Sohn zuhause). Mein Mann lag mal 100 km entfernt monatelang im Gipsbett im KrHs, ich 2 Kinder und voll berufstätig und er am Verzweifeln.
        2006 meine Enkelin als Extremfrühchen auf die Welt gekommen und 2 Jahre lang mehrfach operiert 100 km entfernt usw. usw. Ich half, wo ich nur konnte, mein Schwiegersohn war auch fix und alle, sein Vater kämpfte dazu mit schwerstem Krebs, 100 km in einer anderen Richtung im KrHs. Meine Tochter auch ständig am Limit.
        Du bist nun bei Deinem Kind - fertig. Unterstützt Dich Deine Mutter etwas oder jemand anders aus der Familie? Frag danach, man kriegt nicht immer alles automatisch angeboten.
        So hart es klingt, Deinen Mann kannst Du momentan nicht auch noch betreuen. Hat er keine Eltern oder Familie, die ihn etwas moralisch unterstützen könnten? Kannst Du keinen Freund von ihm anrufen, der mal bei ihm vorbeigeht?
        Es hilft nichts, Augen zu und durch, solche Zeiten gehen auch wieder vorbei, garantiert! Ich wünsche Dir alles Gute. LG Moni

        Du tust was Du kannst und das ist Dich ums Neugeborene zu kümmern, auch in einem Krankenhaus bei Euch vor Ort würdest Du in der Situation nicht viel mehr machen können. Stell das Gedankenkarusell ab, telefoniere mit jemanden, vielleicht einer Freundin oder so, wenn es mit Deinem Mann nicht klappt zu reden momentan.

        Ich kann Euch nur mitgeben die Unterstützung zu nutzen die Euch angeboten wird oder auch um Hilfe bitten. Z.B. die Große bei den Großeltern zu lassen anstatt mit dem Papa nach Hause zu fahren, der arbeiten muss. Ist sie denn in dieser Zeit betreut? Oder hat er auf seinen wichtigen Terminen jetzt auch noch ein Kleinkind mit dabei? Klar sind Großeltern die einige hundert Kilometer weit entfernt wohnen keine absoluten Vertrauenspersonen, aber ihr schickt sie da ja nicht in Urlaub hin, weil ihr Ruhe haben wollt sondern habt eine absolute Ausnahmesituation. Da kann man den großen Kleinen schon auch mal was zu muten, die bekommen die Situation doch auch mit und verhalten sich oft auch so.

        Alles Gute euch!

      • Hallo,

        ohje - ja keine tolle Situation momentan.

        Ich bin wie meine Vorrednerinnen hier der Meinung, daß du da momentan leider nicht viel machen kannst.

        Schau einfach nach vorne. Eine Woche ist schnell vorbei, auch wenn dir das, so eingesperrt im Krankenzimmer natürlich sehr lang vorkommt.

        Du solltest dir kein schlechtes Gewissen machen, daß du nun "Erholung" genießt, denn eigentlich tust du das auch gar nicht - die Situation erfordert es momentan so.

        Machst du dir ernsthafte Sorgen um deinen Mann? Gibt es jemanden (Freund, Geschwister, Eltern etc.) den du mal bei ihm vorbeischicken kannst? Manchmal hilft einfach schon, über etwas reden zu können. Es wäre gut, wenn auch er das schlechte Gewissen dir gegenüber ablegen könnte. Ihr habt da beide momentan zu funktionieren - mehr kann man momentan nicht tun.

        Kopf hoch - es kommen wieder andere Zeiten.

        Ich wünsche deinem Sohn eine schnelle, gute Genesung und euch alles Gute!

        LG

        Hey

        Ich weiss wie das ist, vorallem mit einem baby im spital isoliert zu sein

        Meine kleine war damals zwei monate und musste ueber einen schlauch ernaehrt werden, drei tage. Sie hatte zu wrnig sauerstoff und musste ueberwacht werden. Sie hat zwei tage und naechte nur geschlafen.

        Sie hatten verdacht auf keuchhusten.

        Sie sagten wenn die kleine wirklich keuchhusten hat, muss man sie sedieren und ob sie dann wieder aufwacht weiss man nicht.

        Hab auch noch ne aeltere tochter, die auch nach hause musste wegen ansteckungsgefahr. Mein mann hatte nachtwache, musste diese dann aber als krankmelden, da wir sonst niemand hatten. Mein mann war dann das erste mal so lange mit der aelteren alleine, musste jeden tag ins spital fahren weil die grosse sehr an mir hing. Sie war damals 22 monate.

        Mein war voellig fertig in der nacht hat sie nicht gut geschlafen, war immer wieder wach.

        Nun zu dir, du bist da nicht am erholen, das glaub ich dir nicht. Du machst dir sorgen um das kleine, dass da mit den schlauchen liegt, du machst dir sorgen um deine aeltere und um deinen mann, also ist es keine erholung.

        Dein mann muss sich nicht entschuldigen und du auch nicht. Keine kann was fuer die situation. Ihr muesst nun versuchen ganz fest zusammen zu halten. Dein mann wird es schaffen. Vertrau ihm und gib ihm auch das gefuehl dass du an ihn glaubst, dass er das alles schafft, die depressio in den griff kriegt.

        Alles gute fuer euch und gute besserung.

      • Du hast eine PN! :-)

        Vielen Dank für die lieben Antworten.

        Mein Mann ist in Behandlung, das läuft also soweit.

        Er hat für die Termine z. T. Unterstützung von unserem lieben Freund, Trauzeugen und seinem Geschäftspartner, den meine große Tochter schwer liebt. Er ist also auch vor Ort, falls er sie mit ins Büro nehmen muss. Ich bin sehr froh, dass er da ist und ihm evtl. etwas helfen kann. Auch die anderen Mitarbeiter meines Mannes kennt und mag sie sehr, sodass ich denke, dass es für morgen (die Kita ist ja auch zusätzlich gschlossen) nicht an Betreuung und Spaß für sie mangelt!

        Seine Mama kann erst am Donnerstag kommen und die große betreuen, da mein Schwiegervater mit einem Virus infiziert ist und sie dann - aufgrund des Ansteckungsrisikos - erst ab Donnerstag zu ihr darf (mein Schwiegervater darf noch gar nicht zu ihr...)

        Ja, ich weiß, dass wir da durch müssen. Deswegen versuche ich für meinen Mann stark zu sein. Er kann es gerade nicht für mich sein, sondern gerade noch so für unsere Tochter...

        Was heißt Erholung für mich - ich habe hier ja wirklich nicht viel zu tun, ich kann viel lesen, Videos schauen, schlafen - mein Sohn ist ja noch so klein und schläft noch sehr viel...ich kann viel für mich tun, mein Mann kann das nicht!

        Alles Gute und und viel Kraft für Euch alle. Deinen Mann steht eine Haushaltshilfe zu. Diese zahlt die Krankenkasse. Als es mir nach der Geburt unserer Tochter schlecht ging, ist noch am gleichen Tag eine Hilfe gekommen. Die Dame von der KK hat diese so schnell vermittelt. Ich glaube, wir brauchten dazu eine Verordnung vom Arzt.

        Alles Liebe von Andrea

      Hallo!

      Erstmal schön - das der Kleine nicht erkrankt ist. Das ist doch schonmal toll.

      In jedem Krankenhaus gibt es Seelsorger der verschiedenen Konfessionen. Und ja - auch wenn Du nicht in der KIrche bist - sie haben immer und für jeden ein offenes Ohr!

      Schau auf der Stationspinnwand - da gibt es meist Zettel mit Rufnummer und Sprechzeiten.

      Mach das schnellstens, damit Du ein wenig von dem Druck abbauen kannst.

      Ich wünsche Euch alles Gute - ihr wuppt das!

      Gruß

      misses_b

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