Mutter weiß nichts von Schwangerschaft

    • (1) 28.08.17 - 11:39

      Hallo zusammen,

      Zu meiner Mutter bzw. meiner Familie besteht seit ca. 1,5 Jahren kein Kontakt. Dies ist auch aktuell nicht der erste "Kontaktabbruch"; das Ganze geht seit ca. 8 Jahren so - ca. 1- 2 Jahre keinen Kontakt, dann mal wieder ein neuer Versuch und es geht immer maximal ein Jahr gut... aktuell geht es mir damit super und ich gedenke nicht, an der Situation irgendetwas zu ändern.

      Die letzten Male habe ich den Kontakt hauptsächlich deswegen wieder aufgenommen, weil meine Oma (über 80, Mutter meiner Mutter) auf mich eingewirkt hat mit "Man hat ja nur eine Familie, überleg es dir doch noch einmal, ... etc.". Dieses Mal war es allerdings tatsächlich so, dass meine Oma "auf meiner Seite war" und mir eigentlich gesagt hat: es ist besser so für dich, an deiner Stelle würde ich den Kontakt auch nicht mehr aufrechterhalten - du wirst ja eh immer nur enttäuscht und ausgenutzt.

      Ich bin jetzt fast im 8. Monat schwanger. Meine liebe Oma weiß dies auch seit über 6 Monaten und freut sich wahnsinnig aufs Uroma werden. :-) Sie hat sogar neutral darauf reagiert, als ich sie gebeten habe, meiner Mutter nichts von meiner Schwangerschaft zu erzählen bzw. mich in dieser Entscheidung unterstützt. Bisher hatte meine Mutter das Thema wohl auch weniger interessiert (sie wusste von unserem Kinderwunsch; ich habe ihr das gesagt kurz bevor der Kontakt wieder abriss, dass wir "dabei" sind) und sie hat nur selten mal bei meiner Oma gefragt - die dann immer abgeblockt hat.

      Nun war ich vor einer Woche bei meiner Oma zu Besuch. Sie meinte, meine Mutter hätte von ihr meine Adresse haben wollen (die sie ihr nicht gegeben hat, weil sie die nicht hat) und wolle Kontakt zu mir aufnehmen in Form eines Briefes. Außerdem hat wohl jemand zu meiner Oma gesagt, dass, wenn es rauskäme, dass sie von der Schwangerschaft gewusst und meiner Mutter nichts gesagt hat, meine Mutter dann auf sie los geht (was mit Sicherheit stimmt). Also möchte Sie jetzt von mir die Erlaubnis haben, meiner Mutter von der Schwangerschaft zu berichten.

      Mein Problem dabei: ich will das gar nicht. Ich kann mir aktuell - auch nach der Geburt - keinen normalen Kontakt zu meiner Familie vorstellen. Schon allein die Vorstellung, dass meine Mutter das weiß und eventuell versucht mit mir Kontakt aufzunehmen hat gereicht, dass ich die 2 h Heimfahrt von meiner Oma fast durchwegs geheult habe.

      Auf der einen Seite möchte ich nicht, dass meine Mutter meine Oma angeht bzw. meine Oma da irgendwie Stress mit hat - die Frau ist über 80, das braucht die wirklich nicht. Andererseits weiß ich, wie meine Mutter ist - sie wird es an ihr auslassen; und: selbst wenn meine Oma ihr sagt, dass eine Kontaktaufnahme nicht erwünscht ist, wird das meine Mutter warscheinlich nicht davon abhalten - mit andrer Leuts Grenzen hat sie es nämlich nicht so... und ich lebe dann in der ständigen Angst dass ein Brief kommt oder plötzlich einer auf der Matte steht. Natürlich weiß ich auch, dass meine Mutter es auf kurz oder lang eh erfahren wird; und ja: trotz allem was passiert ist, ist es natürlich ein komisches Gefühl, meine Schwangerschaft vor meiner eigenen Mutter "geheim zu halten".

      Mein Mann ist total lieb und sagt: egal für was du dich entscheidest, wir stehen das durch. Aber er sagt auch ganz klar: ohne Kontakt geht es dir viel besser und du weinst nicht mehr so viel... meine engsten Freundinnen schlagen die Hände über dem Kopf zusammen - dass ich es auch nur in Erwägung zöge, wieder einen Kontakt zuzulassen...

      Dafür gibt es glaub ich keine (schöne) Lösung, aber mich würden doch mal ein paar Meinungen interessieren.

      Vielen Dank fürs Lesen, ist doch recht lang geworden.

      LG, Lhys

      • Hey,

        für mich klingt es so als würdest du "deine Mutter über die Schwangerschaft in Kenntnis setzen" mit "wieder regelmäßig Kontakt haben" gleichsetzen.
        Irgendwann erfährt es deine Mutter bestimmt irgendwie und wenn es dann zwischen ihr und deiner Oma wirklich so schwierig werden würde, würde ich sie schon informieren, aber ohne weiteren Kontakt haben zu wollen.
        Du kannst sie zum Beispiel mit einer kurzen Postkarte informieren, aber gleichzeitig drauf schreiben, dass du trotzdem keinen Kontakt mehr möchtest. Du musst ja keinen Absender auf die Karte schreiben. Du könntest auch eine Mail schreiben mit einer neuen Adresse, die du sonst nicht nutzt oder die Mail schreiben und sie gleich danach blockieren. Oder was weiß ich.
        Ich glaube, ich würde nicht den Weg über deine Oma gehen, weil sie sonst definitiv in Erklärungnot kommt. Du kannst auch noch warten und ihr Bescheid sagen, wenn dein Kind da ist.

        Ich würde halt immer sicher gehen, dass sie dich trotzdem nicht von sich aus kontaktieren kann, wenn du das nicht möchtest. Und ihr gleichzeitig auch klar machen, dass das kein Versuch zu einer erneuten Kontaktaufnahme ist, sondern einfach eine reine Information.

        LG

        • Hallo luna,

          Danke für deine Antwort. Ja, in gewisser Weise befürchte ich, dass das gleichzusetzen ist - wie beschrieben findet meine Mutter es nicht immer notwendig, anderer Leute Grenzen zu respektieren. Ich weiß nicht ob sie sich an die Bitte, mich nicht zu kontaktieren, hält.

          Im Prinzip wird meine Oma so oder so in Erklärungsnot kommen - ob ich oder sie es jetzt meiner Mutter mitteilen oder ob ich bis nach der Geburt warte. Meine Mutter weiß, dass ich zu meiner Oma noch Kontakt habe.

          Viele Grüße

      Hallo!

      Deine Oma sitzt zwischen den Stühlen, was sicher für sie so schon nicht leicht ist. Deine Oma respektiert Deinen Wunsch, obwohl ihr beide wisst, was auf sie zukommt, wenn Deine Mutter durch Zufall von Eurem Kind erfahren wird.
      Auch wenn Du nach wie vor keinen Kontakt mehr zu Deiner Mutter möchtest, solltest Du Deine Oma nicht in einen solchen Gewissenskonflikt stürzen. Gibt es denn keinen Weg, Deine Mutter über die Schwangerschaft zu informieren, ohne dass sie die Möglichkeit einer Kontaktaufnahme hat? Vielleicht könntest Du Deiner Oma einen Brief für Deine Mutter geben, in dem Du ihr in aller Sachlichkeit schreibst, dass sie Oma wird, dass Du aber weiterhin keinen Kontakt zu ihr möchtest. So muss Deine Mutter Eure Adresse nicht erfahren und Du brauchst kein schlechtest Gewissen zu haben. Und wenn Deine Mutter Dir unbedingt schreiben möchte, kann sie das auf dem gleichen Weg tun. Du kannst dann immer noch entscheiden, ob Du ihren Brief lesen möchtest oder direkt in die Papiertonne beförderst.

      LG

      • Hallo dentatus,

        auch dir Danke für deine Antwort. Meine Oma wohnt etwas weiter weg - meine Eltern wohnen eher noch bei mir in der Nähe. Aber man kann ja auch per Post ohne Absender schicken. Dazu muss ich sagen: mit Briefen bin ich etwas gebrandmarkt...das war schon immer ein beliebtes Kommunikationsmittel meiner Mutter...da kann man erstmal so schön austeilen und dem anderen hinterher sagen, dass er das völlig falsch interpretiert hat. -_-'

        Ich verstehe nicht so ganz, wieso es für meine Oma die ganze Zeit ok war und sie jetzt plötzlich in ihrer Meinung so umschwenkt... und es ärgert mich, dass wir alle gegen unsere Interessen und Überzeugungen handeln müssen, nur damit meine Mutter nicht alle terrorisiert. #schmoll

        LG

        • Noch ein Zusatz:

          Ältere Leute haben mehr Zeit zum Nachdenken und sind schnell in einem Gedankenkarussell grfangen.
          Außerdem denkst du ja selbst, dass deine Mutter negativ reagieren würde.

          Ich könnte diese Bürger niemandem aufladen.

    Hallo!

    Wie gruselig sich das liest...

    Ich würde der Mutter eine Karte schicken mit Foto von Neugeborenem und Daten. Auf keinen Fall Adresse an deine Oma oder auf die Karte...

    Deine Oma ist eine gestandene Frau und so traurig es ist, eben erwachsen und für sich verantwortlich. Du bist nun vorrangig für das Baby zuständig. Wenn deine Mutter wirklich so schlimm ist, würde ich alles dran setzen, dass sie nicht weiß, wo du lebst...

    Meine Mutter und ich haben ein ähnlich gestörtes Verhältnis. Monate Funkstille. Dann kurzer Kontakt und man merkt, dass sich niemals was ändern wird. Sie versucht mir ein schlechtes Gewissen mit den Enkeln zu machen und es kostet eine Menge Kraft, den Kontakt lediglich auf alle paar Wochen / Monate zu reduzieren. Ich wünschte wir worden bereits weit weg wohnen... wäre einfacher.

    Ich wünsche dir viel Kraft.

    • Hi Ninly,

      auch hier: Danke für deine Antwort. :)

      Ich muss ehrlich gestehen: genauso fühle ich mich Momentan. Ich muss daran denken was das Beste ist für mich und mein Kind. Und meine Oma möchte jetzt (verständlicherweise) ein bisschen ihr schlechtes Gewissen gegenüber ihrer Tochter bei mir abladen und von mir die Absolution bekommen (obwohl sie weiß, dass es nicht gut für mich ist). Mir gegenüber hat sie offensichtlich ein weniger schlechtes Gewissen. #schmoll Bzw. da wird sie halt nicht rund gemacht....verständlich einerseits, andererseits muss ich jetzt leiden damit andere den Weg des geringsten Widerstandes leben können?

      Das lustige ist: meine Mutter weiß wo ich lebe :) sie kennt nur die genaue Anschrift nicht. Sie könnte jederzeit hier vorbeikommen und auf der Matte stehen.... deswegen habe ich ja so eine Panik - dass sie das erfährt und dann stehen sie auf einmal hier auf der Matte und stellen mich zur Rede (bzw. sie kann ja einen Brief auch einfach hier einschmeißen).

      Und genau das, was du beschreibst, will ich nicht: immer wieder Kontakt nur um selbst zurückzustecken um des lieben Frieden willens und sehen dass sich nichts ändert. Die Kraft habe ich nicht bzw. ich will sie auch nicht aufbringen (müssen). Ich will meine Kraft und meine Energie in meine eigene Familie stecken!

      LG

      • Hallo,

        ich denke Absolution und schlechtes Gewissen sind etwas zu große Worte die Du da für Deine Situation verwendest.

        Du steigerst Dich da gerade in etwas hinein.

        Wo bleibt den Dein Gewissen Deiner Oma gegenüber? Wie weit ist es mit der Liebe zur Oma bestellt? Ihr zieht sie BEIDE seit Jahren in euer perfides Spielchen mit rein.

        Im Prinzip kann Deine Oma jederzeit Deiner Mutter gegenüber offen sein. Was wird dann sein? Kontaktabbruch Deinerseits zu ihr?

        Sei doch dankbarer, dass Deine Oma zu Dir hält. Es ist Deine Aufgabe, Deine Grenzen gegenüber Deiner Mutter fest- und durchzusetzen.

Herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft :)

Ich würde es der Oma definitiv "erlauben". Es ist eine Sache zwischen dir und deiner Mutter.
Von der älteren Dame Verschwiegenheit zu verlangen finde ich ziemlich unangebracht.

Es ist dann deine Aufgabe deiner Mutter zu verllickern, dass du weiterhin keinen Kontakt wünschst.

Wünsche euch alles Gute und ganz besonders, dass du vieles anders als deine Mutter machst, damit du und dein Kind immer eine tolle Verbindung habt.

  • Hi Mrs. Nova,

    grundsätzlich hast du vollkommen recht und ich fühl mich ja auch meiner Oma gegenüber schlecht deswegen. Allerdings hab ich ihr dahingehend in der Vergangenheit schon so oft nachgegeben und es endete immer gleich. Jetzt bin ich aktuell in einer "schutzbedürftigen" Situation und bin ehrlich gesagt auch von meiner Oma etwas enttäuscht, dass sie mir diese Entscheidung jetzt noch auf die letzten drei Monate aufdrängt. :-(

    Ich hoffe, dass ich es bei meinen Kindern anders machen kann. Wir wollen alle immer nur das Beste für unsere Kinder - das hat sich meine Mama bestimmt auch mal anders vorgestellt. :-(

    LG

Hi du,

gib deiner Oma die Erlaubnis es zu sagen oder mach es per Brief selbst.

Wenn deine Mutter dir einen Brief schreiben will kann sie den deiner Oma geben und die dann dir. Ob du ihn liest und darauf reagierst ist deine Sache. Niemand kann das von dir verlangen.

Noch bist du soweit fit. Steht deine Mutter irgendwann vor der Tür wenn du frisch Mutti bist mit Wochenbett, Schlafentzug usw. dann wird die Situation für dich noch belastender.

Und bitte deinen Mann sich im Notfall einzumischen und deiner Mutter die Meinung zu geigen, falls du es nicht kannst. In der Schwangerschaft und Babyzeit wird man ja auch gerne Mal sentimental oder will es doch wieder allen recht machen.;)

Ich würde ihr tatsächlich schreiben. Wenn Du wirklich meinst, Dir bleibt keine Wahl und Du musst ihr Deine Schwangerschaft gestehen, dann tu das. Füge aber auch hinzu, dass absolut kein Kontakt erwünscht ist, Briefe ungelesen zurück geschickt werden und dass Du und Dein Mann ihr Hausverbot erteilen. Und sollte sie jemals erwägen, irgendeinen Kontakt zu Deinen Kindern aufzunehmen, wirst Du gegebenenfalls rechtliche Schritte einleiten.

Das bedeutet aber tatsächlich, dass Du nie wieder Kontakt aufnehmen darfst und um ehrlich zu sein, das halte ich auch für das Beste für Dich. Sie erpresst Dich sogar über Umwege emotional und ich denke, das ist genau ihre Art. Jetzt ist es ihr Weg, Dir damit zu drohen, dass sie sich an ihrer eigenen Mutter abreagiert. Aus genau dem Grund würde ich ihr gar nichts über die Schwangerschaft sagen, aber das musst Du wissen. Am Ende kommt als Nächstes, dass sie ihrer Mutter droht, damit sie Enkelfotos von ihr gezeigt bekommt.

War schon grundsätzlich etwas unklug, die Oma mit dem Wissen in Kenntnis zu setzen, daß sich genau diese Situation ergeben wird. Das musste doch so kommen. Nun ist die Messe gelesen.

Ich finde den obigen Vorschlag sinnvoll, indem Du Deine Mutter selbst schriftlich informierst und Dir eine Kontaktaufnahme ihrerseits verbittest. Glaube nämlich nicht, daß Du da anders rauskommst.

Das ganze von Deine Oma katalysieren zu lassen, halte ich für feige. Die bekommt (lt. Deiner Aussage) die Hucke voll und Du bist damit immer noch nicht raus, denn wenn Deine Mutter den Kontakt wegen eines Enkels aufnehmen will und anderer Leute Grenzen nicht respektiert, wird sie Dir eh auf die Pelle rücken.

Sei ne erwachsene Frau.

(15) 28.08.17 - 16:28

Hallo

Zeit erwachsen zu werden.
Du bist jetzt im 8. Monat,schickt nach der Geburt eine Karte ohne Absender.
Natürlich muss darauf der Hinweis erfolgen , daß ihr weder Glückwunsch noch Kontakt wünscht.
Und lass deine ü80 Oma mit diesem Wissen nicht hängen und allein.Sicherlich fühlt sie sich dir und ihrer Tochter gleichermaßen verpflichtet.Da hast ihr mit dem Verschweigen deiner Schwangerschaft schon genug aufgebürdet.Hättest du das nicht früher regeln können?Zumal du von Anfang an Schwierigkeiten, durch dieses Verschweigen deiner Schwangerschaft, für die alte Frau befürchtet hast.

l.g.

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