Familiärer durch Kind?

    • (1) 30.08.17 - 15:39

      Hallo zusammen. Wollte mal fragen ob ihr durch euer Baby familiärer geworden seit?

      Bei mir ist es nämlich so, das ich schon immer Einzelgänger war und immer nur meine Ruhr haben wollte. Bin vor ca sechs Jahren 200 km weiter weg gezogen und habe vielleicht ein mal im Jahr meine Eltern besucht, die schwiegermutter gar nicht, eingeladen habe ihn auch niemanden da ich dann keine Rückzugsmöglichkeit habe falls ich wieder Kopfschmerzen bekomme da es mich einfach oft anstrengt unter Menschen zu sein. Nun ist es aber so, das unsere Mütter automatisch davon ausgehen, dass ich nun durch unser Baby geselliger geworden bin und ständig fragen ob sie vorbeikommen können. Wir sehen uns jetzt eh ca drei bis vier mal im Jahr was ja eh schon sehr viel öfter ist als früher. Mich nervt das aber nur noch und ich fühle mich schlecht, weil ich wegen sowas blödsinnigen die babyzeit gar nicht richtig genießen kann.

      • (2) 30.08.17 - 15:43

        >>> Mich nervt das aber nur noch und ich fühle mich schlecht, weil ich wegen sowas blödsinnigen die babyzeit gar nicht richtig genießen kann. <<<

        Du bist echt zu bedauern. Drei- bis viermal im Jahr Kontakt zur Familie zu haben ist ein schweres Los. Vielleicht hilft dir eine Psychotherapie, dein schlimmes Schicksal besser zu meistern... #cool

        • (3) 30.08.17 - 15:50

          Hatte eher auf normale / konszruktive Beiträge gehofft bzw auf Statements wie es bei anderen so läuft, statt auf dumme bemerkungen. Hätte eigentlich damit rechnen müssen dass im Foren nix gescheites rum kommt. Zumal ich auch nicht erwähnt habe das wir bis ich endlich ausziehen konnte auch jeden Tag streut mit meinen Eltern hatte.

          (4) 30.08.17 - 15:54

          Mich interessieren auch eher die Meldungen von Leuten die nicht unbedingt aus einer großen glücklichen Familie kommen sondern eher wie damit umgegangen wird wenn es im der Vergangenheit eher schwierig war.

          • Liebe cupcake,
            ich komme aus einer zerrütteten Familie. Meine Mutter besucht uns so ca. 2,3 Mal im Jahr, geht dann aber in ein Hotelzimmer. Ich ziehe klare Grenzen und sage, was für mich in Ordnung ist und was nicht. Du musst schauen, dass du und dein Kind dich wohl fühlen. Wenn es dir zuviel ist, ist es dir zuviel und die Zeit bekommst du nicht zurück...

      Wie bist du denn zu deinem Baby gekommen, wenn du so eine Einzelgängerin bist?? Wie die heilige Jungfrau Maria?? #kratz

      Ich finde deine Einstellung und Art echt extrem....
      Hast du mal über professionelle Hilfe nachgedacht? Das meine ich ernst und nicht böse.
      Ich denke nur, dass da vielleicht mehr dahinter stecken könnte warum du so bist wie du bist.

      Also ich bin durch meine Kinder nicht familiärer als vorher geworden. Denke nicht, dass sich da bei mir irgendwas verändert hat.

      Lg Sandra

      • Mein Mann und ne handvoll Freunde strengen mich nicht so an. Zumal wir auch getrennt was unternehmen können.... Auch wenn irgendwelche feste sind oder ähnliches geht er halt alleine und ich bleibe zu hause. Mit Freunden treffe ich mich ab und an bei denen oder im Café etc da kann ich jederzeit gehen wenns mir zuviel wird... Aber unsere Mütter sind halt schon von der Art her sehr hektisch und gestresst was sicj gleich negativ auf mich auswirkt. Ausserdem tut meine Mutter auch noch so als ob alles sehr schön und toll zwischen uns war und wie schade es ist das ich soweit weg wohne dabei wurde ich als Kind nicht gut behandelt vom ihr. Bei mir kommt auch nicht so recht rin Familiengefühl auf. Für mich ist halt nur mein Mann und mein Kind meine Familie. Alles andere habe ich mir nicht ausgesucht uns icj empfinde es eher als Ballast.

    (9) 30.08.17 - 16:00

    Man wird nicht geselliger.

    Mir tun deine Eltern leid, sie haben nun ein Enkelkind und möchten auch seinem Leben teilhaben....Wie viele Omas und Opas. Das sollte dich für dein Kind freuen.

    Ich habe auch nciht immer Lust auf meine Eltern aber meine Kinder lieben sie und ja, deshalb sehe ich sie viel mehr als zu Zeiten, als ich noch allein war.
    Als meine Kinder noch kleiner waren, trafen wir uns einmal die Woche mit meinen Eltern....Nun alle 2-3 Wochen. In den Ferien fahren Sie auch mit den Kindern eine Woche weg.

    Gruss

    • (10) 30.08.17 - 16:20

      Ich glaube es ist gar nicht ausschließlich das ich einfach nicht gesellig bin, sondern bei mir kommt nicht dieses Gefühl einer Familie auf. Ich hatte gehofft dass sich nach der Geburt durch all diese empfindungen die ich für mein Kind habe eine Art Familiensinn einstellt aber jetzt habe ich oft erst recht das den Gedanken "wie kann man nur so zu seinem Kind sein" wenn ich an meine Kindheit zurück denke. Wenn ich daran denke dass es Stine Großeltern sind empfinde ich leider gar nix für mich sind dass die Eltern meines Mannes und meine Eltern aber ich sehe uns nicht als Familie. Es ist schwer zu erklären . Vielleicht gibt es hier jemanden dem es ähnlich geht oder ging und hat Tipps was man machen kann um daran zu arbeiten?

      • (11) 30.08.17 - 22:13

        Ich glaube du suchst nur ein Ausrede.
        Meine Kindheit war auch nicht klasse.

        (12) 01.09.17 - 10:23

        Hallo
        Ich kann deinen Standpunkt nachvollziehen. Meine Kindheit war auch nicht schön und harmonisch und ich zog 350km weg von zuhause. Nicht nur wegen der Familie aber ich bin doch oft froh über diese Distanz. Wir waren zwar öfter zuhause, aber das war ok.

        Mir hat es geholfen mir bewusst zu machen, dass meine Eltern mich nicht aus boshaftig schlugen und so handelten wie sie es taten. Sie waren und sind es auch heute noch von dieser Erziehungsmethode überzeugt. Es kommt auch heute noch der Spruch:" Damls war das halt so." Ich denke das ist eher Selbstschutz, weil sie wissen es war Scheiße.
        Und meine Kinder lieben ihre Omas und Opas. Auch wenn sie für dein Leben keine Bereicherung sind, können sie es für dein Kind sein. Für dein Kind sind sie vielleicht später Familie und es fühlt sich wohl mit denen. Vieleicht ist das ja ein Denkansatz.

        Vielleicht können deine Eltern und Schweigereltern ja ein Hotel oder ein Pension nehmen wenn sie euch besuchen. Dann kommen kannst du ihnen sagen wenn es zuviel wird und sie können gehen. oder gehen ne Stunde mit dem Kinderwagen.
        Es wäre doch schon etwas ungerecht deinem Kind die Großeltern, die ja anscheinend Intresse haben, vorzuenthalten oder nur dosiert den Kontakt zu gewähren.
        Ich haben damals gesagt, dass gegen mein Kind nie die Hand erhoben wird und nicht von oben herab behandelt wird. Sie fanden das zwar blödsinnig und lachten, aber ich denke in einem ruhigen Moment haben sie die Botschaft verstanden.

(13) 30.08.17 - 16:28

Hallo,
man wird leider nicht automatisch geselliger.
Aber man muss sich zwangsläufig dieser Herausforderung stellen und die Ruhephasen, die zur Verfügung stehen eben effizienter nutzen.
Ich kann dir nur den Tip geben, dir vor anstehenden Besuchen nicht in Gedanken schon den Stress vorzustellen, der da auf dich zukommt.
Versuche einfach so neutral wie möglich ranzugehen und nicht schon vorher mögliche negative Situationen durchzuspielen.
Versuche einfach etwas offener für die Familie zu werden und arbeite an dir, wenn es dir wirklich wichtig ist.
Manche Sachen muss man dann lernen auszuhalten. Nicht immer einfach, aber es geht.

Lg

(14) 30.08.17 - 16:36

Ich war immer schon ein familiärer/verwandtschaftlicher Typ
allerdings mit Kind bin ich ruhiger geworden. Besser gesagt, ich habe mich etwas zurückgezogen. Etwas, nicht vollständig.

Je größer mein Kind wird, desto mehr kommt der Wunsch auf, Verwandte wieder zu sehen. Auch wenn mir nach Krankheit nicht mehr so danach ist und ich mehr Ruhe brauche als früher, suche ich nach einem Mittelweg.

Mein Kind ist nicht mein Eigentum und nur weil es mir nicht danach ist, verbaue ich meinem Kind nicht die Chance.
Allerdings wähle ich bewusster aus. Menschen die mir nicht gut tun, bleibe ich distanzierter und prüfe getrennt, ob sie meinem Kind gut tun oder nicht.
Tun sie MIR nicht gut, meinem Kind aber schon, ermögliche ich den Kontakt (ich selbst muss ja nicht)
tun sie auch meinem Kind nicht gut (erhebliche!! Beispiele), dann rede ich mit meinem Kind bzw. bleibe auf Distanz. Vertauen ist wichtig und das Wohl des Kindes auch. Dazu gehört meiner Meinung nach eben auch, Kontakte zu ermöglichen, aber auch zu schützen wo sie schadend sind (ernsthaft, psychologisch abklärbar, nicht nur einfach so aus einer Laune heraus).

Für Rückzugsmöglichkeiten sorge ich schon bei der Planung.
z.B. Besuche ja, wohnen im Hotel (größere Entfernung)
Treffen gerne, z.B. auf halbem Weg

Auf mich achten, wann es mir wie geht
umso besser kann ich dann auch offener sein

Soziale Kontakte sind mir wichtig, nur anders verteilt als früher. Weniger häufig, dafür genieße ich sie umso mehr.

Umgekehrt wird mein Kind größer und zieht auch mal ohne mich los. Menschen die mir nicht gut tun (nachweislich), aber nachweislich meinem Kind nicht schaden, wo Vertrauen da ist, darf mein Kind auch mal ohne mich hin.


Da ich in einem gemischten Umfeld aufgewachsen bin, orientiere ich mich an den Eigenarten, die mir als Kind gut getan haben. Jene, die mir gut getan haben.
Furchtbar fand ich jene Kontakte, die mir ihre innere Einsamkeit oder Treffen nur nach ihren Ängsten/Einschränkungen aufzwängen wollten.
Rücksicht kein Problem, auch Erwachsene dürfen ihre Probleme haben. Schlimm fand ich nur, wenn manche Erwachsenen ihre Probleme zu meinen machen wollten, weil sie mit was auch immer nicht klar kamen.

Daher habe ich für mich die Erkenntnis gezogen, ich schaue, was meinem Kind gut tut,
was mir gut tut (oder auch nicht) und versuche uns beiden einen individuellen Stil zu ermöglichen. Mal mehr nachdem, was dem Leben/Eigenheiten meines Kindes enrspricht, mal dem, was meiner momentanen Fassung entspricht. Ein Wechsel in Form von Kompromissen.

Wie könnten die Treffen für dich eträglicher aussehen?
Wohnen eure Mütter in der Zeit bei euch? Wenn ja, evtl. vorschlagen: Besuch gerne, aber bitte mit Pension/Hotel. So hättest du dein eigenes Reich

Hast du einen Partner?
Wenn ja, für dich in der Zeit eine Auszeit nehmen und so lange spazieren gehen. Nicht die volle Zeit, aber so ein zwei Stunden und Partner (Bezugsperson, die euer Baby gut kennt) bleibt bei dem "Menschenauflauf"

Warst du mal beim Arzt?
Die Frage ist ernst gemeint!
Von neurologischen Problemen, Sehproblemen, Hörproblemen über Epilepsie oder ADS oder autistische Züge, depressive Phasen kann es durchaus eine Ursache geben.
Z.B. merke ich, dass ich, wenn ich meine Brille nicht aufhabe, unleidlich werde. Umgekehrt, wenn ich sie in der Wohnung aufhabe. Mich strengt es wahnsinnig an.

Bekannte (früher sehr gesellig) wurden sehr gestresst, zogen sich zurück, mochten nicht mehr an Treffen teilnehmen. Bis sich herausstellte, dass sie ein Hörgerät brauchen. Sie selbst wollten es nicht wahrhaben und haben es auch teilweise nicht gemerkt, weil es schleichend kam.

Ein paar Freunde haben Asperger Autismus. Wir treffen uns sehr gerne, allerdings in ruhigen Gegenden, mit Einzeltreffen, keine Gruppen. Seit sie wissen, was mit ihnen selbst los ist, fühlen sie sich besser. Seither sind sie nicht mehr der "was ist mit dir schon wieder los" / "was stimmt jetzt schon wieder nicht mit mir" sondern in gewisserweise aufgeblüht mit "ich bin wie ich bin und seit ich es weiß, nutze ich meine Stolpersteine als Sitzbank und versuche sie nicht krampfhaft wegzuräumen / oder ihnen aus den Weg zu gehen".

Einzelgängersein muss per se nichts schlimmes sein. Allerdings ist die Frage, wie du es künftig machen wirst, wenn dein Kind größer wird - und evtl. andere Interessen entwickelt oder soziale Kontakte möchte, die dich anstrengen (Kindergeburtstage etc)

Kindergeburtstage sind für mich z.B. sehr anstrengend. Durch meine Krankheit und vorher auch schon als ich noch nicht wusste, dass es bei mir am ADHS liegt. Es ist jedesmal eine Herausforderung!! Dennoch sind sie wichtig für mein Kind, also habe ich es trotzdem gemacht. In einem Rahmen der mir möglich ist, für mein Kind gut ist und mit Hilfe. Manches andere würde ich ohne Kind auch nicht machen.

Daher meine Frage, wie du es künftig machen möchtest?
Erwachsene Einzelgänger ohne Kinder kenne ich einige.
Einzelgänger mit Kind ist nicht einfach, aber machbar, wenn das Kind die Chance bekommt, sich selbst zu entwickeln - ob es auch Einzelgänger wird/ist oder doch eher familiärer Typ.

Was ist für dich machbar und was nicht?
Was wäre denkbar und wie könntest du es für dich machbar machen?

  • (15) 30.08.17 - 16:54

    Vielen dank für deinen konstruktiven Beitrag. Ich sehe mein kind nicht als Eigentum an sondern als eigenständigen Menschen mit eigenen Bedürfnissen. Wegen kindergeburtstagen habe ich überlegt dass man z.b. in so einen kinderfunpark mit bällebad etc gehen könnte.

    Ich muss sagen, da ich auch oft größere Menschenmengen meide bzw auch noch auf Weihnachtsfeiern und dergleichen gehe obwohl ich meine Kollegen sehr gerne haben. Ich kann mich auch schlecht von Emotionen anderer angrenzen. Sind Leute in meiner Umgebung beispielsweise gestresst dann bin ich es innerhalb ein paar Minuten auch ohne ersichtlichen Grund.

    Freunde kann man sich aussuchen bzw selektieren wer einem gut tut und er nicht. Bei der Familie geht das nun mal nicht. Ich glaube auch was dazukommt ist, dass ich auch bei meinen Eltern einfach Angst habe das sie irgendwas sagen oder machen könnten was mein fröhliches glückliches Baby auch zu einem negativen und traurigen Menschen macht.

    • (16) 30.08.17 - 17:26

      Beim Lesen dieser Antwort sind mir zwei völlig unterschiedliche Punkte/Aspekte aufgefallen. Eigentlich sogar 2-3

      1. "Ich muss sagen, da ich auch oft größere Menschenmengen meide bzw auch noch auf Weihnachtsfeiern und dergleichen gehe obwohl ich meine Kollegen sehr gerne haben. "
      da dachte ich sofort an meine Freunde mit Asperger Autismus oder eben mit Einschränkungen des Sehens und/oder Hörens. Einfach weil das sehr anstrengend sein kann, die vielen Umgebungsreize zu verarbeiten, weil das Gehirn mit anderem beschäftigt ist

      2. "Ich kann mich auch schlecht von Emotionen anderer angrenzen. Sind Leute in meiner Umgebung beispielsweise gestresst dann bin ich es innerhalb ein paar Minuten auch ohne ersichtlichen Grund. "

      Angrenzen oder abgrenzen?
      Das kenne ich von mir, kommt bei mir vom ADHS und hat wohl damit zu tun, dass da die emotionale Ebene viel stärker reagiert. Inzwischen geht es, aber mit zusätzlich vielen Reizen um mich herum wird es schwierig.

      Im Freien komme ich besser damit klar, als in großen Räumen.
      Ebenfalls lasse ich mich leicht von positiver Stimmung ebenfalls leichter anstecken.


      3. "Ich glaube auch was dazukommt ist, dass ich auch bei meinen Eltern einfach Angst habe das sie irgendwas sagen oder machen könnten was mein fröhliches glückliches Baby auch zu einem negativen und traurigen Menschen macht. "

      völlig andere Gedankenrichtung:
      wie kommst du darauf?
      Haben dich deine Eltern negativ beeinflusst? Dauer-Depri-Stimmung? Schwarzmalerei? Ständig Angst um dich? Rund-um-Sorgen-Paket?
      Gleichgültig?
      Schlecht behandelt und leugnen es? War doch gar nichts, obwohl sie dir weh getan haben?

      Wie schon geschrieben, gibt es Menschen die mir gut tun und welche, die mir nicht gut tun. Ewige Schwarzseher oder die mich davon überzeugen wollen, dass das Glas halb leer ist etc. davon grenze ich mich inzwischen ab, in dem ich den Kontakt gering halte.

      Je nach Menge oder Intensität und Verhalten meinem Kind gegenüber, entscheide ich im Einzelfall.
      D.h. sind sie IMMER gereizt und negativ, halte ich den Kontakt gering.
      Sind sie von Natur aus negativ, verhalten sich meinem Kind gegenüber neutral ober versuchen ihre eigenen Ängste NICHT auf mein Kind zu übertragen, lass ich sie.
      Sind sie phasenweise so und haben einfach ihre schlechten Tage, dosieren wir es auf die guten Zeiten und ich ziehe mich zurück, wenn es mir zu heftig wird. Eben weil es für mich manchmal schwierig ist.

      Hast du bei deinen Eltern entsprechende Erfahrungen, die deine Ängste verursacht haben?
      oder ist es eher deine Angst (eben weil du dich selbst nicht abgrenzen kannst), dass das, was dir zu viel ist, deinem Kind schaden könnte?

      Da entscheide ich u.a. nach folgenden Faktoren:
      kann eine EINMALIG schlechte Stimmung meinem Kind schaden? (schlagen, heftigste Wutausbrüche, bewusste Manipulation meines Kindes oder anderer Menschen im allgemeinen), dann ziehe ich das Stopp und es gibt keinen Kontakt. Vor allem, wenn es absehbar ist, dass es deren Grundeinstellung ist), dann wenn EIMAL schon viel zu viel ist :-(

      oder eben, wo die Masse das Gift ausmacht. Sind es einzelne Situationen, die ein paar Mal im Jahr gut wegsteckbar sind, einem Kind nicht schaden, die Personen sind wie sie sind, etwas verschroben vielleicht, mein Kind sich mit zunehmendem Alter vielleicht wundert, aber keinen bleibenden Schaden hinterlassen,
      dann sind Kontakte durchaus ok und überschaubar machbar. Nur eben bitte nicht ständig oder täglich.

      So dosiere ich auch etwas.
      Neben dem Faktor, dass mir Außengelände besser tut als Gruppen in Räumen. Nicht weil ich Angst habe, sondern weil ich die vielen Reize schlechter verarbeiten kann. Sowohl sehen als auch hören. Im Freien verteilen sich Geräusche wesentlich besser ;-)

      10er Gruppe im Freibad kann einfacher sein als 3er Gruppe in einer Wohnung
      5er Gruppe in einer Wohnung wiederum einfacher als zu zweit in einem Cafe am Straßenrand im Freien oder mit Musik.

      • (17) 31.08.17 - 13:29

        Du hast wirklich gute Anregungen für mich um mich besser mit dem Thema auseinandersetzen zu können. Ich danke dir sehr, dass du dir nicht einfach eine oberflächliche Meinung bildest sondern tatsächlich Denkanstöße lieferst. Bist du evtl. im psychologischen Bereich tätig?

        Ich habe die letzen Jahre schon sehr viel aufgearbeitet aber ich bin nun an einem Punkt an dem ich Input von außen brauche um weiter zu kommen um gewisse Themen endlich abschließen zu können. Zu deinen Punkten:

        1. Ich werde mich mit dem Thema mal näher auseinandersetzen, da ich z. B. auch bei den wenigen malen bei denen ich an einer größeren Veranstaltung teilgenommen habe dann spätestens zu Hause immer ein klingeln und rauschen im Ohr und der ganze Raum scheint sich zu drehen wie wenn ich Alkohol getrunken hätte obwohl ich keine Tropfen getrunken habe. Das könnte tatsächlich ein Hinweis darauf sein.

        2. meinte Abgrenzen. Mir fällt es tatsächlich in geschlossenen Räumen bzw. auf beengtem Raum schwerer als im freien. Ich nehme auch die positiven Emotionen auf, aber leider ist man ja nicht immer nur von positiven Menschen umgeben (irgendwo hat ja doch fast jeder sein Päckchen zu tragen ;-) )

        3. meine Mutter sieht schon leider fast alles sehr negativ und war auch übervorsichtig, aber ich glaube nicht dass es so einen großen Schaden auf mein Kind nimmt wenn sie mal vor ihm was negatives sagt. Was viel schlimmer war, war die Tatsache, dass sie mir immer das Gefühl gegeben hat ich sei eine einzige Enttäuschung.Ich wurde permanent nieder gemacht und man hat sich immer über mich lustig gemacht. Gerade seit dem ich selbst ein Kind habe kommt bei mir nun immer öfter der Gedanke hoch wie man so zu seinem eigenen Kind sein kann. Ein Vorfall von vielen war z. B. als ich mit 6 Jahren im Streichelzoo Angst hatte ein Tier zu streicheln. Ich wurde direkt als dumm bezeichnet und auch noch geschimpft weil ich Angst hatte, dabei hat man mir zuvor auch noch jedes mal gesagt dass gleich die ganze Hand weg ist bei einem Biss. Als kleines Kind weiß man einfach nicht das es blödsinn ist. Ich habe einfach Angst, dass sie zu meinem Kind genau so sein könnte. Ihre ganze Art hat mich jahrelang zu einem sehr wütenden Menschen gemacht wobei ich nicht mal wusste woher diese Wut kommt. Erst sein ein paar Jahren weiß ich, dass es wohl unterbewusst durch die negative Behandlung kam. Ich mache ihr nicht einmal Vorwürfe, da ich glaube dass sie einfach mit sich selbst nicht zurecht kommt, aber bei einem kleinen Kind setzt sich das über die Jahre doch negativ nieder. Ich habe einfach Angst, dass sie meinem Kind gegenüber auch so ist und er dieses schöne, positive sonnige Gemüt verlieren könnte.
        Wäre sie nicht meine Mutter, dann hätte ich schon vor Jahren den Kontakt zu so einem Menschen abgebrochen. Ich fühle mich verpflichtet mit ihr Kontakt zu halten obwohl ich leider keinerlei positives Gefühl mit ihr in Verbindung bringe. Vielleicht habe ich auch deswegen kein Familiengefühl aber ich komme leider auch nicht zu dem Kernerlebnis um mit der Sache endlich komplett abzuschließen und mich von diesem negativen Gefühl zu befreien. Je reiner ich mit mir selbst bin umso besser kann ich unvoreingenommen für mein Kind da sein.

        • (18) 31.08.17 - 19:33

          nur kurz, da mir grade nicht nach nachdenken (formulieren) zu mute ist #schein

          "Vielleicht habe ich auch deswegen kein Familiengefühl aber ich komme leider auch nicht zu dem Kernerlebnis um mit der Sache endlich komplett abzuschließen und mich von diesem negativen Gefühl zu befreien."

          so wie ich deinen Text lese, muss es noch nicht mal ein Kernerlebnis gewesen sein, die Masse an Prägung und wiederkehrenden Demütigungen, kann schon einiges auslösen. Steter Tropfen höhlt den Stein :-(

          "Je reiner ich mit mir selbst bin umso besser kann ich unvoreingenommen für mein Kind da sein."

          so geht es mir auch
          bzw. meiner Mutter ist es NICHT so ergangen und deswegen hat sie vieles an mir ausgelassen, was nicht gut für mich war.
          Misshandlungen durch andere Menschen hatten einen Teil der Ursache, dass sie mit sich selbst nicht klar kamen. Wobei es da mehrere Arten gab:
          jene, die nicht wussten, was sie taten, mit sich selbst nicht klar kamen und es nicht gewollt hätten, wenn sie anders hätten können
          und jene, die wussten, was sie taten, wussten, dass es an ihnen liegt bzw. dass sie wollten, dass andere leiden. Selbst sagten sie dazu, dass sie andere leiden sehen wollen, um andere für ihr eigenes Leid zu bestrafen und/oder zu sehen, wie schlecht es anderen geht, um sich mit "ihrem eigenen mit sich selbst nicht klar kommen" nicht befassen zu müssen / jemanden zu sehen, dem es schlechter geht als ihnen selbst.

          nein, ich komme nicht aus dem psychologischen Bereich, habe mich auf Grund genannter Erfahrungen (und mehr) damit beschäftigt und Tätern auch zugehört. Nicht um ihnen zu helfen, sondern weil ich nicht wegkonnte. Als Kind war das sehr belastend. Als Erwachsene konnte ich so deren Aussagen einordnen und psychologische Zusammenhänge verstehen. Bzw. bin jetzt auch soweit, dass ich teilweise auch handeln kann (da mir immer wieder Menschen begegnen).
          In Gesprächen mit anderen fällt mir dabei auf, dass sich viele unbewusst automatisch abgrenzen und abwenden, während mir die Alarmsignale und psychologischen Verhaltensmuster auffallen, ich diese auch benennen kann, aber mich dann bewusst dazu entscheiden muss, ob ich Kontakt habe oder nicht.

          (19) 01.09.17 - 10:33

          Meine Eltern sind zu meinen Kindern ganz anders als zu mir damals.
          Sie sind fröhlich, ampathischer, geduldig und nicht so Machtgesteuert. Also wirklich eine 180grad Wendung. Ob es bei euch genauso wird, kannst du nur mit der Zeit erfahren. Ich hatte dieselben Ängste und Sorgen wie du, aber völlig unbegründet wie ich nun weiß.
          Meine Eltern fliegen z.B. im Oktober mit meiner großen eine Woche auf Mallorca. Die kleine freut sich so unendlich auf Urlaub mit Oma und Opa.

Tolle Antwort, Daumen hoch. Wollt ich dir nur mal sagen.

(22) 30.08.17 - 17:09

Hallo

ja sehr.
Das fing schon mit der Geburt meines ersten Neffen an.
Seit dem traf sich die Familie
sehr oft und in kurzen Abständen.
Als meine Kinder klein waren kamen meine Eltern jedes zweite Wochenende.Die Kinder waren begeistert, wir konnten auch mal etwas zu zweit unternehmen.
Bist du ein glücklicher Einzelgänger?
Oder bist du auf Grund von Problemen in deiner Kindheit zum Einzelgänger geworden.
Frieden geschlossen hast du mit dem früheren Verhalten deiner Mutter offensichtlich nicht.
Was möchtest du für dein Kind?
Siehst du es auch als späteren Einzelgänger? Oder siehst du es eingebettet in die Familie, dadurch künftig vielleicht auch kontaktfreudiger, als du es zu sein scheinst.
Ich stelle es mir sehr anstrengend vor,Kopfschmerzen wegen fehlender Rückzugsmöglichkeiten zu bekommen.Belastbar wirkst du nicht.
Dein Kind wird älter und es wird sicherlich Kontakte haben wollen.
Das könntest du jetzt schon mal angehen.

L.G.

  • (23) 30.08.17 - 17:27

    Mich stört es nicht ein Einzelgänger zu sein aber ein paar Leute kommen damit wohl nicht zurecht. Für mein kind wünsche ich mir eine gesunde Mischung d.h. es ist gut wenn man auch mal alleine sein kann aber ich hoffe er findet auch wahre Freundschaften. Aber im Endeffekt soll er einfach nur glücklich sein und ein zufriedenes leben führen egal ob familiär, mit vielen Freunden oder gar als Eremit :-)

    solange er noch nicht sagen kann was er möchte oder wie es ihm geht gab ich das Gefühl als müsste ich ihn doppelt beschützen und alles abwenden was sich evtl negativ auswirken könnte. Ist mir vielleicht deswegen so wichtig das er möglichst "unbeschadet" bleibt weil ich weiß wie schwierig es ist gewisse Dinge aufzuarbeiten. Ich weiß ich kann mein kind nicht immer vor allem bewahren aber ich möchte nicht das er wegen bestimmten Menschen nicht mehr so fröhlich und glücklich ist wie er es jetzt ist.

    Ich habe mich schon stark mit meiner Kindheit beschäftigt und weiß das manches nicht aus böser Absicht geschehen ist aber wenn nur einer an sich arbeitet und der andere so tut als wäre nix wird es wohl nie 100 prozentig abgeschlossen sein.

(24) 30.08.17 - 21:52

Hallo


Ich kann deine frsgen mit einem nein beantworten.

Ich bin ein Mensch der zwar früher freunde hatte aber dnenoch die einsamkeit liebt.

Schon als kind.

Im kiga hatte ich keine freunde.

In der grundschule dafür aber gleich 2
In der realschule kam noch eine hinzu (da besteht inzwischen kein kontakt mehr) und nach einem umzug und schulwechsel kan eime weitere hinzu.

Inzwischen zogen wir weitere male um.

Zu meine beiden grundschulfreundinnen habe ich noch via WA kontakt.
Freundin nr 3 kommt mit kind sogar immer mal wieder vorbei oder wir fahren da hin. Aber ich bin nicht der typ der ständig leute um sich will.

Im fachabi kam noch ein kumpel dazu.
Aber auch ihn sehen wir nur sporadisch.


Unsere eltern sehen wir 1x die woche wegen der kinder. Nicht immer ist das so wie es gewünscht ist, aber es gehört dazu. Ich brauche aber genug einzelauszeit sonst werde ich irgrndwann zickig und bin dauergereizt.

Also nein. Meine kimder haben mich nicht familiärer gemacht. Aber ich sehe tradìtionen anders.



LG

(25) 30.08.17 - 22:03

Nach allem was du geschrieben hast, würde ich dir raten, mal zum Arzt zu gehen und abklären zu lassen ob du evt. Asperger Autist bist.
Schon bei deinem Eingangspost hatte ich den Gedanken und bei deinen weiteten Ausführungen hat sich das verstärkt.

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