Familiärer durch Kind?

    • (1) 30.08.17 - 15:39

      Hallo zusammen. Wollte mal fragen ob ihr durch euer Baby familiärer geworden seit?

      Bei mir ist es nämlich so, das ich schon immer Einzelgänger war und immer nur meine Ruhr haben wollte. Bin vor ca sechs Jahren 200 km weiter weg gezogen und habe vielleicht ein mal im Jahr meine Eltern besucht, die schwiegermutter gar nicht, eingeladen habe ihn auch niemanden da ich dann keine Rückzugsmöglichkeit habe falls ich wieder Kopfschmerzen bekomme da es mich einfach oft anstrengt unter Menschen zu sein. Nun ist es aber so, das unsere Mütter automatisch davon ausgehen, dass ich nun durch unser Baby geselliger geworden bin und ständig fragen ob sie vorbeikommen können. Wir sehen uns jetzt eh ca drei bis vier mal im Jahr was ja eh schon sehr viel öfter ist als früher. Mich nervt das aber nur noch und ich fühle mich schlecht, weil ich wegen sowas blödsinnigen die babyzeit gar nicht richtig genießen kann.

      • >>> Mich nervt das aber nur noch und ich fühle mich schlecht, weil ich wegen sowas blödsinnigen die babyzeit gar nicht richtig genießen kann. <<<

        Du bist echt zu bedauern. Drei- bis viermal im Jahr Kontakt zur Familie zu haben ist ein schweres Los. Vielleicht hilft dir eine Psychotherapie, dein schlimmes Schicksal besser zu meistern... #cool

        • Hatte eher auf normale / konszruktive Beiträge gehofft bzw auf Statements wie es bei anderen so läuft, statt auf dumme bemerkungen. Hätte eigentlich damit rechnen müssen dass im Foren nix gescheites rum kommt. Zumal ich auch nicht erwähnt habe das wir bis ich endlich ausziehen konnte auch jeden Tag streut mit meinen Eltern hatte.

          Mich interessieren auch eher die Meldungen von Leuten die nicht unbedingt aus einer großen glücklichen Familie kommen sondern eher wie damit umgegangen wird wenn es im der Vergangenheit eher schwierig war.

          • Liebe cupcake,
            ich komme aus einer zerrütteten Familie. Meine Mutter besucht uns so ca. 2,3 Mal im Jahr, geht dann aber in ein Hotelzimmer. Ich ziehe klare Grenzen und sage, was für mich in Ordnung ist und was nicht. Du musst schauen, dass du und dein Kind dich wohl fühlen. Wenn es dir zuviel ist, ist es dir zuviel und die Zeit bekommst du nicht zurück...

      Wie bist du denn zu deinem Baby gekommen, wenn du so eine Einzelgängerin bist?? Wie die heilige Jungfrau Maria?? #kratz

      Ich finde deine Einstellung und Art echt extrem....
      Hast du mal über professionelle Hilfe nachgedacht? Das meine ich ernst und nicht böse.
      Ich denke nur, dass da vielleicht mehr dahinter stecken könnte warum du so bist wie du bist.

      Also ich bin durch meine Kinder nicht familiärer als vorher geworden. Denke nicht, dass sich da bei mir irgendwas verändert hat.

      Lg Sandra

      • Mein Mann und ne handvoll Freunde strengen mich nicht so an. Zumal wir auch getrennt was unternehmen können.... Auch wenn irgendwelche feste sind oder ähnliches geht er halt alleine und ich bleibe zu hause. Mit Freunden treffe ich mich ab und an bei denen oder im Café etc da kann ich jederzeit gehen wenns mir zuviel wird... Aber unsere Mütter sind halt schon von der Art her sehr hektisch und gestresst was sicj gleich negativ auf mich auswirkt. Ausserdem tut meine Mutter auch noch so als ob alles sehr schön und toll zwischen uns war und wie schade es ist das ich soweit weg wohne dabei wurde ich als Kind nicht gut behandelt vom ihr. Bei mir kommt auch nicht so recht rin Familiengefühl auf. Für mich ist halt nur mein Mann und mein Kind meine Familie. Alles andere habe ich mir nicht ausgesucht uns icj empfinde es eher als Ballast.

    Man wird nicht geselliger.

    Mir tun deine Eltern leid, sie haben nun ein Enkelkind und möchten auch seinem Leben teilhaben....Wie viele Omas und Opas. Das sollte dich für dein Kind freuen.

    Ich habe auch nciht immer Lust auf meine Eltern aber meine Kinder lieben sie und ja, deshalb sehe ich sie viel mehr als zu Zeiten, als ich noch allein war.
    Als meine Kinder noch kleiner waren, trafen wir uns einmal die Woche mit meinen Eltern....Nun alle 2-3 Wochen. In den Ferien fahren Sie auch mit den Kindern eine Woche weg.

    Gruss

    • Ich glaube es ist gar nicht ausschließlich das ich einfach nicht gesellig bin, sondern bei mir kommt nicht dieses Gefühl einer Familie auf. Ich hatte gehofft dass sich nach der Geburt durch all diese empfindungen die ich für mein Kind habe eine Art Familiensinn einstellt aber jetzt habe ich oft erst recht das den Gedanken "wie kann man nur so zu seinem Kind sein" wenn ich an meine Kindheit zurück denke. Wenn ich daran denke dass es Stine Großeltern sind empfinde ich leider gar nix für mich sind dass die Eltern meines Mannes und meine Eltern aber ich sehe uns nicht als Familie. Es ist schwer zu erklären . Vielleicht gibt es hier jemanden dem es ähnlich geht oder ging und hat Tipps was man machen kann um daran zu arbeiten?

      • Ich glaube du suchst nur ein Ausrede.
        Meine Kindheit war auch nicht klasse.

        Hallo
        Ich kann deinen Standpunkt nachvollziehen. Meine Kindheit war auch nicht schön und harmonisch und ich zog 350km weg von zuhause. Nicht nur wegen der Familie aber ich bin doch oft froh über diese Distanz. Wir waren zwar öfter zuhause, aber das war ok.

        Mir hat es geholfen mir bewusst zu machen, dass meine Eltern mich nicht aus boshaftig schlugen und so handelten wie sie es taten. Sie waren und sind es auch heute noch von dieser Erziehungsmethode überzeugt. Es kommt auch heute noch der Spruch:" Damls war das halt so." Ich denke das ist eher Selbstschutz, weil sie wissen es war Scheiße.
        Und meine Kinder lieben ihre Omas und Opas. Auch wenn sie für dein Leben keine Bereicherung sind, können sie es für dein Kind sein. Für dein Kind sind sie vielleicht später Familie und es fühlt sich wohl mit denen. Vieleicht ist das ja ein Denkansatz.

        Vielleicht können deine Eltern und Schweigereltern ja ein Hotel oder ein Pension nehmen wenn sie euch besuchen. Dann kommen kannst du ihnen sagen wenn es zuviel wird und sie können gehen. oder gehen ne Stunde mit dem Kinderwagen.
        Es wäre doch schon etwas ungerecht deinem Kind die Großeltern, die ja anscheinend Intresse haben, vorzuenthalten oder nur dosiert den Kontakt zu gewähren.
        Ich haben damals gesagt, dass gegen mein Kind nie die Hand erhoben wird und nicht von oben herab behandelt wird. Sie fanden das zwar blödsinnig und lachten, aber ich denke in einem ruhigen Moment haben sie die Botschaft verstanden.

(13) 30.08.17 - 16:28

Hallo,
man wird leider nicht automatisch geselliger.
Aber man muss sich zwangsläufig dieser Herausforderung stellen und die Ruhephasen, die zur Verfügung stehen eben effizienter nutzen.
Ich kann dir nur den Tip geben, dir vor anstehenden Besuchen nicht in Gedanken schon den Stress vorzustellen, der da auf dich zukommt.
Versuche einfach so neutral wie möglich ranzugehen und nicht schon vorher mögliche negative Situationen durchzuspielen.
Versuche einfach etwas offener für die Familie zu werden und arbeite an dir, wenn es dir wirklich wichtig ist.
Manche Sachen muss man dann lernen auszuhalten. Nicht immer einfach, aber es geht.

Lg

Ich war immer schon ein familiärer/verwandtschaftlicher Typ
allerdings mit Kind bin ich ruhiger geworden. Besser gesagt, ich habe mich etwas zurückgezogen. Etwas, nicht vollständig.

Je größer mein Kind wird, desto mehr kommt der Wunsch auf, Verwandte wieder zu sehen. Auch wenn mir nach Krankheit nicht mehr so danach ist und ich mehr Ruhe brauche als früher, suche ich nach einem Mittelweg.

Mein Kind ist nicht mein Eigentum und nur weil es mir nicht danach ist, verbaue ich meinem Kind nicht die Chance.
Allerdings wähle ich bewusster aus. Menschen die mir nicht gut tun, bleibe ich distanzierter und prüfe getrennt, ob sie meinem Kind gut tun oder nicht.
Tun sie MIR nicht gut, meinem Kind aber schon, ermögliche ich den Kontakt (ich selbst muss ja nicht)
tun sie auch meinem Kind nicht gut (erhebliche!! Beispiele), dann rede ich mit meinem Kind bzw. bleibe auf Distanz. Vertauen ist wichtig und das Wohl des Kindes auch. Dazu gehört meiner Meinung nach eben auch, Kontakte zu ermöglichen, aber auch zu schützen wo sie schadend sind (ernsthaft, psychologisch abklärbar, nicht nur einfach so aus einer Laune heraus).

Für Rückzugsmöglichkeiten sorge ich schon bei der Planung.
z.B. Besuche ja, wohnen im Hotel (größere Entfernung)
Treffen gerne, z.B. auf halbem Weg

Auf mich achten, wann es mir wie geht
umso besser kann ich dann auch offener sein

Soziale Kontakte sind mir wichtig, nur anders verteilt als früher. Weniger häufig, dafür genieße ich sie umso mehr.

Umgekehrt wird mein Kind größer und zieht auch mal ohne mich los. Menschen die mir nicht gut tun (nachweislich), aber nachweislich meinem Kind nicht schaden, wo Vertrauen da ist, darf mein Kind auch mal ohne mich hin.


Da ich in einem gemischten Umfeld aufgewachsen bin, orientiere ich mich an den Eigenarten, die mir als Kind gut getan haben. Jene, die mir gut getan haben.
Furchtbar fand ich jene Kontakte, die mir ihre innere Einsamkeit oder Treffen nur nach ihren Ängsten/Einschränkungen aufzwängen wollten.
Rücksicht kein Problem, auch Erwachsene dürfen ihre Probleme haben. Schlimm fand ich nur, wenn manche Erwachsenen ihre Probleme zu meinen machen wollten, weil sie mit was auch immer nicht klar kamen.

Daher habe ich für mich die Erkenntnis gezogen, ich schaue, was meinem Kind gut tut,
was mir gut tut (oder auch nicht) und versuche uns beiden einen individuellen Stil zu ermöglichen. Mal mehr nachdem, was dem Leben/Eigenheiten meines Kindes enrspricht, mal dem, was meiner momentanen Fassung entspricht. Ein Wechsel in Form von Kompromissen.

Wie könnten die Treffen für dich eträglicher aussehen?
Wohnen eure Mütter in der Zeit bei euch? Wenn ja, evtl. vorschlagen: Besuch gerne, aber bitte mit Pension/Hotel. So hättest du dein eigenes Reich

Hast du einen Partner?
Wenn ja, für dich in der Zeit eine Auszeit nehmen und so lange spazieren gehen. Nicht die volle Zeit, aber so ein zwei Stunden und Partner (Bezugsperson, die euer Baby gut kennt) bleibt bei dem "Menschenauflauf"

Warst du mal beim Arzt?
Die Frage ist ernst gemeint!
Von neurologischen Problemen, Sehproblemen, Hörproblemen über Epilepsie oder ADS oder autistische Züge, depressive Phasen kann es durchaus eine Ursache geben.
Z.B. merke ich, dass ich, wenn ich meine Brille nicht aufhabe, unleidlich werde. Umgekehrt, wenn ich sie in der Wohnung aufhabe. Mich strengt es wahnsinnig an.

Bekannte (früher sehr gesellig) wurden sehr gestresst, zogen sich zurück, mochten nicht mehr an Treffen teilnehmen. Bis sich herausstellte, dass sie ein Hörgerät brauchen. Sie selbst wollten es nicht wahrhaben und haben es auch teilweise nicht gemerkt, weil es schleichend kam.

Ein paar Freunde haben Asperger Autismus. Wir treffen uns sehr gerne, allerdings in ruhigen Gegenden, mit Einzeltreffen, keine Gruppen. Seit sie wissen, was mit ihnen selbst los ist, fühlen sie sich besser. Seither sind sie nicht mehr der "was ist mit dir schon wieder los" / "was stimmt jetzt schon wieder nicht mit mir" sondern in gewisserweise aufgeblüht mit "ich bin wie ich bin und seit ich es weiß, nutze ich meine Stolpersteine als Sitzbank und versuche sie nicht krampfhaft wegzuräumen / oder ihnen aus den Weg zu gehen".

Einzelgängersein muss per se nichts schlimmes sein. Allerdings ist die Frage, wie du es künftig machen wirst, wenn dein Kind größer wird - und evtl. andere Interessen entwickelt oder soziale Kontakte möchte, die dich anstrengen (Kindergeburtstage etc)

Kindergeburtstage sind für mich z.B. sehr anstrengend. Durch meine Krankheit und vorher auch schon als ich noch nicht wusste, dass es bei mir am ADHS liegt. Es ist jedesmal eine Herausforderung!! Dennoch sind sie wichtig für mein Kind, also habe ich es trotzdem gemacht. In einem Rahmen der mir möglich ist, für mein Kind gut ist und mit Hilfe. Manches andere würde ich ohne Kind auch nicht machen.

Daher meine Frage, wie du es künftig machen möchtest?
Erwachsene Einzelgänger ohne Kinder kenne ich einige.
Einzelgänger mit Kind ist nicht einfach, aber machbar, wenn das Kind die Chance bekommt, sich selbst zu entwickeln - ob es auch Einzelgänger wird/ist oder doch eher familiärer Typ.

Was ist für dich machbar und was nicht?
Was wäre denkbar und wie könntest du es für dich machbar machen?

  • Vielen dank für deinen konstruktiven Beitrag. Ich sehe mein kind nicht als Eigentum an sondern als eigenständigen Menschen mit eigenen Bedürfnissen. Wegen kindergeburtstagen habe ich überlegt dass man z.b. in so einen kinderfunpark mit bällebad etc gehen könnte.

    Ich muss sagen, da ich auch oft größere Menschenmengen meide bzw auch noch auf Weihnachtsfeiern und dergleichen gehe obwohl ich meine Kollegen sehr gerne haben. Ich kann mich auch schlecht von Emotionen anderer angrenzen. Sind Leute in meiner Umgebung beispielsweise gestresst dann bin ich es innerhalb ein paar Minuten auch ohne ersichtlichen Grund.

    Freunde kann man sich aussuchen bzw selektieren wer einem gut tut und er nicht. Bei der Familie geht das nun mal nicht. Ich glaube auch was dazukommt ist, dass ich auch bei meinen Eltern einfach Angst habe das sie irgendwas sagen oder machen könnten was mein fröhliches glückliches Baby auch zu einem negativen und traurigen Menschen macht.

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