Große Probleme mit Partner der erwachsenen Tochter

Was, wenn das eigene erwachsene Kind sich vom Partner schlecht behandeln lässt?Was soll man als Familie dann tun? Helfen und beistehen oder auch versuchen, das Kind aus der üblen Beziehung herauszuholen? Geht das überhaupt?
Ein Tipp vom urbia Team

    • (1) 30.08.17 - 22:09

      Hallo liebe Urbia-Gemeinde,

      ich hoffe auf ein paar Erfahrungsberichte und Lösungsansätze aus ähnlichen Situationen:

      Mein Mann und ich haben ein arges Problem mit dem Partner der ältesten Tochter meines Mannes: Sie hat (mit Anfang 20) ein Kind mit einem Mann zusammen bekommen, der sich bislang - milde gesagt - als Fehlgriff präsentiert hat. Er hat sie mehrfach betrogen, ihr ein weiteres Kind verheimlicht, er lässt sie mit der Verantwortung für das Kind ziemlich allein, auch und vor allem finanziell. Sie arbeitet viel und ist enorm tüchtig, während er sich höchstens zu Gelegenheitsjobs aufrafft und sich von ihr durchfüttern lässt. Wir springen oft ein und hüten das Kind, weil der Vater vom Kind plötzlich was anderes vorhat. Wie wir inzwischen wissen, hat er sie sogar geschlagen (und wie so viele Frauen hat sie ihn nicht angezeigt). Das alles hält unsere Tochter leider nicht davon ab, mit dem Mann weiterhin zusammenzuleben (on/off, aktuell sehr lange on). Ich weiß, dass ich da nichts machen kann, und dass jeder seine Fehler selbst machen muss. Bislang haben wir uns alle so in dieser Situation eingerichtet, dass er nicht mit zu uns kommt, und nicht in ihrer Wohnung ist, wenn wir sie besuchen. Keine Lösung, auf die ich stolz bin, aber so haben wir uns durchgemogelt. Er war schon vorher selten bei uns, aber seit wir von seinem "Sündenregister" wissen, macht er natürlich auch einen Bogen um uns.

      Ich habe ehrlich gesagt darauf gezählt, dass sich die Geschichte von selbst erledigt und unsere Tochter merkt, dass das keine tolle Beziehung ist. Das passiert jedoch nicht.

      Nun wohnen wir allerdings im gleichen Stadtviertel keine 10 Minuten voneinander entfernt und unser Enkel (2 Jahre) kommt jetzt in dieselbe Kita, in der unsere jüngste Tochter ist. Das heißt, wir können dem ungeliebten "Schwiegersohn" nicht mehr aus dem Weg gehen, weil er dann und wann das Kind abholt und bringt. Und an diesem Punkt suche ich nach Erfahrungen von Betroffenen: Wie geht ihr damit um, wenn ein Kind einen Partner hat und mit dem womöglich Kinder hat, den ihr aufgrund seines Verhaltens nicht leiden könnt? Es geht hier nicht um schlechte Chemie, sondern handfestes Fehlverhalten, das eurem Kind schadet. Wie tretet ihr dem Partner gegenüber, dem ihr eigentlich nur die Leviten lesen wollt? Ich bin ehrlich: Wäre ich der Vater der Großen, hätte ich den Typen schon lange durchgeschüttelt.

      Ich will nicht Freundlichkeit heucheln, aber irgendwie müssen wir uns wie Erwachsene aufführen. aber ich bin ratlos wie das gehen soll. Mein Mann und ich haben bereits angeregt, dass wir uns zu viert an einen Tisch setzen und zumindest mal die Fronten klären. Aber davor drückt sich das junge Paar bislang.

      Vielleicht hat ja jemand Erfahrung mit so einer Situation und hat eine Lösung gefunden, mit der man sich halbwegs gegenseitig in die Augen blicken konnte.

      LG,
      d

      • Euer Enkel ist also etwa genauso alt, wie euer gemeinsames Kind?

        Ich finde euch reichlich übergriffig. Das Mädel ist erwachsen. Wie kommt man auf die Idee, sich mit einem ebenfalls erwachsenen Paar an einen Tisch setzen zu wollen, um deren Paarebene zu diskutieren??? Woher weißt du übrigens so 100-%ig, dass dein Mann dich noch nie betrogen hat?
        Was würdet ihr davon halten, wenn eines eurer Kinder sich mit euch an einen Tisch setzen wollen würde, weil es ihm irgendwie öffentlich peinlich ist, dass ein Enkel genauso alt ist wie euer Kind und sie jetzt zusammen die Kita besuchen werden? Gibt womöglich Gerede......

        Sie arbeitet hart und versorgt die Familie, versorgt das Kind oder bittet euch um Hilfe, wenn sie jemanden zum Betreuen braucht. Offensichtlich fehlt es dem Kind auf den ersten Blick an nichts. Wenn sie damit den Typen mit durchschleppen will, ist das ihre Sache. Wäre es anders herum und eine Frau hätte wenig Ambitionen, zu arbeiten und würde lieber eine ruhige Kugel schieben, würde kaum einer Anstoß daran nehmen, dass der Mann die Familie durchfüttert.

        Mehr als Hilfe anzubieten, steht euch nicht zu. Und so lange dem Kind nichts passiert und es Schaden erleidet, habt ihr euch rauszuhalten. Behaltet das Kind im Auge, ob es einen glücklichen Eindruck macht. Gibt es irgendwann begründete Zweifel, weil der Typ die junge Frau vor dem Kind vertrimmt, dann schaltet das Jugendamt ein. Das geht auch anonym. Vermutlich seid ihr dann allerdings bei der Frau unten durch als Familie, wenn sie so an ihm klebt. Aber das Kind geht vor.

        Und im Kindergarten werdet ihr doch wohl mit "Guten Tag und guten Weg" einen normalen Umgang mit ihm pflegen können. Meine Güte..... Und die paar Feste in der Kita kriegt man auch gemeinsam rum. Man muss sich nicht mit jedem unterhalten und manchmal gibt es sogar andere Eltern, mit denen man nicht kann /will, aber die Kinder stehen ja auch im Mittelpunkt. Dann geht man sich eben aus dem Weg.

        Ich finde euch kleinkariert und auf dem hohen Roses sitzend. Es ist ihr Partner und sie hat ihn ausgewählt. Zudem ist und bleibt er der Vater des Kindes. Ob euch das passt oder nicht. Ich wundere mich, dass die junge Frau den Zirkus mitmacht und immer allein zu euch kommt bzw. den Typen aus dem Haus schafft, wenn ihr anrückt.

        • Mag sein, dass die Dame in deinen Augen "übergriffig" ist. Wenn der Mann sich nur durchmogelt, deine Tochter betrügt und sogar schlägt, dann würde natürlich JEDE andere Mutter nach dem Motto vorgehen: Es sind ihre Fehler, ich bin weiterhin ganz normal zu ihm und serviere ihm sonntags Kuchen. Offenbar meidet er selbst seine Schwiegereltern ja auch, weil er weiß, dass sie über seine Fehltritte Bescheid wissen. Warum es Gerede geben sollte, weil beide Kinder im Alter nicht weit auseinander sind, ist mir schleierhaft.

          Ich habe bei urbia zum Teil das Gefühl, es wird immer nur von der Kind-Perspektive aus gedacht und die (Schwieger-) Eltern verdammt. Ich stimme dir aber zu, dass sie das zivilisiert regeln müssen, kein großer Smalltalk vielleicht, sondern nur Hallo und Tschüss.

          • Warum es Gerede geben sollte, weil beide Kinder im Alter nicht weit auseinander sind, ist mir schleierhaft.
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            Das war nur als Beispiel gedacht zur Verdeutlichung. Ob die Leute darüber grübeln, wie die beiden Kinder nun verwandtschaftlich zueinander stehen, weiß ich nicht. Und vermutlich werden die Tochter samt Schlägerfreund die TE auch nicht zu einem Gespräch bitten und sich in deren Leben einmischen.
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            Ich habe bei urbia zum Teil das Gefühl, es wird immer nur von der Kind-Perspektive aus gedacht und die (Schwieger-) Eltern verdammt.--------

            Ganz genau! Richtig erkannt. Ich denke an das KIND!!! Und das Kind ist nicht die erwachsene Tochter sondern der Enkel.
            Wenn die TE und ihr Mann sich eine offene Auseinandersetzung mit dem Mann liefern oder ihn maßregeln dann kann es durchaus dazu kommen, dass er weitreichender Einfluss auf die junge Frau nimmt und der Umgang mit dem Enkel erschwert wird oder er nötigt sie dazu, den Kontakt zu ihren Eltern ganz abzubrechen. Wenn er sagt: SIE oder ICH........???? Wie würde sich so eine Frau, die sich verprügeln und betrügen lässt, wohl entscheiden? Offensichtlich hängt sie ungesund an ihm.

            Und dann hätten die TE und ihr Mann gar keine Möglichkeit mehr, ihren Enkel im Auge zu behalten, ob er Schaden nimmt.

            Na, wenn ihr das alle besser findet, nur um einem Idioten mal die Meinung zu geigen, der vermutlich belehrungsresistent ist dann weiß ich auch nicht.

        Wenn Dir es vollkommen egal ist, wenn Deine Tochter, die Du aufgezogen und evtl. sogar geliebt hast, geschlagen und ausgenutzt wird, dann spricht das für sich.
        Aber das hier als gut und richtig zu propagieren, ist ein Unding.
        Wenn meine Tochter von ihrem Mann geschlagen würde und auch noch Kinder involviert sind, dann müsste er den Platz auf der Welt erst noch finden, an dem ich ihn nicht fände, um ihm die Hölle heiß zu machen.
        Mann schreibst Du einen Käse.
        Gruß Moni

        • Bin da ganz bei Dir!

          Wenn meine Tochter von ihrem Mann geschlagen würde und auch noch Kinder involviert sind, dann müsste er den Platz auf der Welt erst noch finden, an dem ich ihn nicht fände, um ihm die Hölle heiß zu machen.
          Mann schreibst Du einen Käse.
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          Das kannst du gerne finden.

          Und was hat man als Mutter gewonnen, wenn man dem Kerl die Hölle heiß macht und die eigene Tochter trotzdem an ihm festhält? Offensichtlich kommt sie ja nicht von ihm los und da würde ich einen Teufel tun und mich so weit übergriffig aus dem Fenster lehnen, dass womöglich die Tochter den Kontakt abbricht und man als Großeltern nicht einmal mehr ein Auge auf das Enkelkind haben kann. Wenn der typ so viel Einfluss auf die junge Frau hat, dann wird er sich wohl kaum die Predigten der Schwiegereltern anhören und brav nicken.

          • Durch das Wissen der Eltern ist aber eine gewisse Öffentlichkeit hergestellt.
            Diese schützt sicherlich die Tochter vor einigen (sichtbaren ) Auswüchsen.
            Schlimm wäre wenn der Typ sicher sein könnte, die Tochter würde vor Scham die häuslichen Verhältnisse verschweigen.Wenn klar ist, bei den Eltern gibt es Hilfe bzw. Fluchtmöglichkeiten, hat das Auswirkungen auf das Verhalten des Schwiegersohnes.
            Davon kann man ausgehen.Selbst erlebt.

            • (10) 01.09.17 - 16:23

              Durch das Wissen der Eltern ist aber eine gewisse Öffentlichkeit hergestellt.
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              Stimmt, deshalb macht er sich vielleicht auch rar und geht den Schwiegereltern aus dem Weg und ist nicht da, wenn sie anrücken. Wenn er nicht ganz verblödet ist, wird er wohl wissen, was sie davon und von ihm als Person halten. Ob. Er sich aber deshalb eine Ansprache der Schwiegereltern anhört, vage ich zu bezweifeln. Warum auch, wenn die junge Frau doch zu ihm hält und sich nicht wehrt.
              Bestenfalls reißt er sich jetzt zusammen. Aber gäbe es ja keinen Grund, sein Verhalten zu thematisieren und es müsste sich eine Besserung einstellen.

              Und wenn er schlau ist, dann sagt er ihnen, sie sollen mal brav den Kopf zumachen sonst sorgt er dafür, dass sie SEIN Kind nur noch einmal im Jahr an Weihnachten zu sehen bekommen. Es hängt im Grunde alles an der erwachsenen Tochter. So lange sie nicht von ihm loskommt, hat niemand von außen eine Chance, sich da einzumischen.
              Und im Falle einer Trennung kann die Kindsmutter trotzdem noch sehr viel Spaß mit ihm haben und er ihr den Umgang und das leben zur Hölle machen.

        Hallo Moni!

        Sehe das exakt so wie du. Ich habe auch zwei Mädels. Aber ich würde auch einschreiten wenn solche Sachen vorfallen.

        Das geht eine Mutter sehr wohl was an und da darf man sich einmischen.
        LG Gabi

        Vor allem wenn man bedenkt, dass eine 20 jährige junge Erwachsene einfach (noch) nicht immer die nötige Erfahrung mit "Arschlöchern" besitzt. Das kommt ja erst meist später, wenn man als Mensch lernt, mit was oder wem man sich nicht umgeben will. Aber es gibt da auch welche, die unbelehrbar bleiben oder es schlicht und einfach nicht checken,(wollen) dass man nicht ewig sich die Problemfälle antun muss. Aber wie gesagt, die Dame ist noch jung und braucht noch um zu lernen, wie es nicht geht.

        Und sich das nächste Mal einen netten Menschen an ihrer Seite stellen oder auch nicht.

        Daher ist jede Einmischung verständlich, denn wenn die ganze Sache erst einmal vorbei ist, von dem ich in diesem Fall ausgehe, wird die Tochter vielleicht merken, dass ihre Eltern einfach einen gesunden Beschützerinstinkt bewiesen haben. Und den kann man niemandem übelnehmen, wenns ums eigene Kind geht.

    Hallo,
    wo anfangen? Unsere Kleine fast 5, der Kleine ist fast 2. Eine klassische Patchwork-Situation, in der der Mann mit der zweiten Frau noch ein Kind bekommt. Und nein, Gerede gibt es nicht. Wir wohnen in der Großstadt und da sind bunte Familien schon recht häufig. Wir haben noch vergleichsweise geordnete Verhältnisse. ;-)

    Und nein, ich weiß nicht 100%ig, ob mein Mann mich betrogen hat. Aber wenn ich es irgendwann erfahren sollte, würde sich mein Verhalten ihm gegenüber auf jeden Fall ändern.

    Und ich fürchte ich habe mich unklar ausgedrückt: ich will nicht mit ihnen über ihre Beziehung reden, sondern über unsere untereinander. Ich will einfach nicht, dass er denkt, nur weil wir wieder auf ihn zugehen, dass wir sein Verhalten tolerieren.

    Die junge Frau macht den Zirkus mit, weil sie ständig allein ist und deshalb viel bei uns ist. Weil sie ihre kleine Schwester sehen will, weil sie ihren Papa liebt. Weil sie sich freut, wenn sich ihr Kleiner und unsere Tochter toll verstehen und spielen. Weil wir ihr helfen. Weil sie am Monatsende pleite ist und uns fragt, ob wir aushelfen. Ihr Partner hat sie hochschwanger hängen gelassen und sie ist alleine in die Klinik und hat den mitten in der Nacht Papa angerufen, als ein Kaiserschnitt anstand. Wenn sie ein Problem hat, steht sie bei uns auf der Matte, statt den Partner in die Pflicht zu nehmen.

    Er war so ziemlich der letzte aus der Familie, der sein Kind im Arm hatte, weil er rund um die Geburt stundenlang nicht erreichbar war (wir wissen jetzt, dass er nicht gearbeitet hat, sondern bei seiner Anderen war). Und wir haben ihn trotzdem zum Weihnachtsessen eingeladen. Wir haben uns Mühe gegeben, nicht kleinlich zu sein.

    Glaube mir, ich würde mich gerne weniger einmischen. Wir haben uns schon rausgezogen und ihr gesagt, wenn was in der Wohnung kaputt ist, kommt mein Mann nicht mehr zum reparieren. WIr kümmern uns ums Kind, aber den Rest müssen sie und ihr Partner allein regeln. Wie gesagt: Sie spricht uns an und bittet um Hilfe. Wir drängen uns nicht auf.

    Wenn er sich ums Kind kümmern würde und ihr den Rücken für Job und Ausbildung freihalten würde, fände ich das auch okay. Aber aktuell macht er das auch nicht verlässlich.

    Es ist halt schade, dass du selbst nicht in so einer Situation warst. Ich hätte gute Ratschläge aus eigener Erfahrung wirklich sehr brauchen können.

    LG,
    d

    Ich weiß was ich von einer Frau halte, die sich raushält wenn die Tochter vermöbelt und ausgenutzt wird. Gratulation.

    Sollte meine je mit einem langhaarigen Bombenleger aus der Drogenszene aufkreuzen, der ihr auch noch die wunderschönen, grünen Augen blau haut, würde ich übelst übergriffig. Versprochen.

    Ich würde dir recht geben, würde es hier nicht um häusliche Gewalt gehen.

    Entschuldige, aber jede Mutter die in so einem Falle wegschaut, macht sich mMn mit schuldig.

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