Große Probleme mit Partner der erwachsenen Tochter

Was, wenn das eigene erwachsene Kind sich vom Partner schlecht behandeln lässt?Was soll man als Familie dann tun? Helfen und beistehen oder auch versuchen, das Kind aus der üblen Beziehung herauszuholen? Geht das überhaupt?
Ein Tipp vom urbia Team

    • (1) 30.08.17 - 22:09

      Hallo liebe Urbia-Gemeinde,

      ich hoffe auf ein paar Erfahrungsberichte und Lösungsansätze aus ähnlichen Situationen:

      Mein Mann und ich haben ein arges Problem mit dem Partner der ältesten Tochter meines Mannes: Sie hat (mit Anfang 20) ein Kind mit einem Mann zusammen bekommen, der sich bislang - milde gesagt - als Fehlgriff präsentiert hat. Er hat sie mehrfach betrogen, ihr ein weiteres Kind verheimlicht, er lässt sie mit der Verantwortung für das Kind ziemlich allein, auch und vor allem finanziell. Sie arbeitet viel und ist enorm tüchtig, während er sich höchstens zu Gelegenheitsjobs aufrafft und sich von ihr durchfüttern lässt. Wir springen oft ein und hüten das Kind, weil der Vater vom Kind plötzlich was anderes vorhat. Wie wir inzwischen wissen, hat er sie sogar geschlagen (und wie so viele Frauen hat sie ihn nicht angezeigt). Das alles hält unsere Tochter leider nicht davon ab, mit dem Mann weiterhin zusammenzuleben (on/off, aktuell sehr lange on). Ich weiß, dass ich da nichts machen kann, und dass jeder seine Fehler selbst machen muss. Bislang haben wir uns alle so in dieser Situation eingerichtet, dass er nicht mit zu uns kommt, und nicht in ihrer Wohnung ist, wenn wir sie besuchen. Keine Lösung, auf die ich stolz bin, aber so haben wir uns durchgemogelt. Er war schon vorher selten bei uns, aber seit wir von seinem "Sündenregister" wissen, macht er natürlich auch einen Bogen um uns.

      Ich habe ehrlich gesagt darauf gezählt, dass sich die Geschichte von selbst erledigt und unsere Tochter merkt, dass das keine tolle Beziehung ist. Das passiert jedoch nicht.

      Nun wohnen wir allerdings im gleichen Stadtviertel keine 10 Minuten voneinander entfernt und unser Enkel (2 Jahre) kommt jetzt in dieselbe Kita, in der unsere jüngste Tochter ist. Das heißt, wir können dem ungeliebten "Schwiegersohn" nicht mehr aus dem Weg gehen, weil er dann und wann das Kind abholt und bringt. Und an diesem Punkt suche ich nach Erfahrungen von Betroffenen: Wie geht ihr damit um, wenn ein Kind einen Partner hat und mit dem womöglich Kinder hat, den ihr aufgrund seines Verhaltens nicht leiden könnt? Es geht hier nicht um schlechte Chemie, sondern handfestes Fehlverhalten, das eurem Kind schadet. Wie tretet ihr dem Partner gegenüber, dem ihr eigentlich nur die Leviten lesen wollt? Ich bin ehrlich: Wäre ich der Vater der Großen, hätte ich den Typen schon lange durchgeschüttelt.

      Ich will nicht Freundlichkeit heucheln, aber irgendwie müssen wir uns wie Erwachsene aufführen. aber ich bin ratlos wie das gehen soll. Mein Mann und ich haben bereits angeregt, dass wir uns zu viert an einen Tisch setzen und zumindest mal die Fronten klären. Aber davor drückt sich das junge Paar bislang.

      Vielleicht hat ja jemand Erfahrung mit so einer Situation und hat eine Lösung gefunden, mit der man sich halbwegs gegenseitig in die Augen blicken konnte.

      LG,
      d

      • Euer Enkel ist also etwa genauso alt, wie euer gemeinsames Kind?

        Ich finde euch reichlich übergriffig. Das Mädel ist erwachsen. Wie kommt man auf die Idee, sich mit einem ebenfalls erwachsenen Paar an einen Tisch setzen zu wollen, um deren Paarebene zu diskutieren??? Woher weißt du übrigens so 100-%ig, dass dein Mann dich noch nie betrogen hat?
        Was würdet ihr davon halten, wenn eines eurer Kinder sich mit euch an einen Tisch setzen wollen würde, weil es ihm irgendwie öffentlich peinlich ist, dass ein Enkel genauso alt ist wie euer Kind und sie jetzt zusammen die Kita besuchen werden? Gibt womöglich Gerede......

        Sie arbeitet hart und versorgt die Familie, versorgt das Kind oder bittet euch um Hilfe, wenn sie jemanden zum Betreuen braucht. Offensichtlich fehlt es dem Kind auf den ersten Blick an nichts. Wenn sie damit den Typen mit durchschleppen will, ist das ihre Sache. Wäre es anders herum und eine Frau hätte wenig Ambitionen, zu arbeiten und würde lieber eine ruhige Kugel schieben, würde kaum einer Anstoß daran nehmen, dass der Mann die Familie durchfüttert.

        Mehr als Hilfe anzubieten, steht euch nicht zu. Und so lange dem Kind nichts passiert und es Schaden erleidet, habt ihr euch rauszuhalten. Behaltet das Kind im Auge, ob es einen glücklichen Eindruck macht. Gibt es irgendwann begründete Zweifel, weil der Typ die junge Frau vor dem Kind vertrimmt, dann schaltet das Jugendamt ein. Das geht auch anonym. Vermutlich seid ihr dann allerdings bei der Frau unten durch als Familie, wenn sie so an ihm klebt. Aber das Kind geht vor.

        Und im Kindergarten werdet ihr doch wohl mit "Guten Tag und guten Weg" einen normalen Umgang mit ihm pflegen können. Meine Güte..... Und die paar Feste in der Kita kriegt man auch gemeinsam rum. Man muss sich nicht mit jedem unterhalten und manchmal gibt es sogar andere Eltern, mit denen man nicht kann /will, aber die Kinder stehen ja auch im Mittelpunkt. Dann geht man sich eben aus dem Weg.

        Ich finde euch kleinkariert und auf dem hohen Roses sitzend. Es ist ihr Partner und sie hat ihn ausgewählt. Zudem ist und bleibt er der Vater des Kindes. Ob euch das passt oder nicht. Ich wundere mich, dass die junge Frau den Zirkus mitmacht und immer allein zu euch kommt bzw. den Typen aus dem Haus schafft, wenn ihr anrückt.

        • (3) 31.08.17 - 07:39

          Mag sein, dass die Dame in deinen Augen "übergriffig" ist. Wenn der Mann sich nur durchmogelt, deine Tochter betrügt und sogar schlägt, dann würde natürlich JEDE andere Mutter nach dem Motto vorgehen: Es sind ihre Fehler, ich bin weiterhin ganz normal zu ihm und serviere ihm sonntags Kuchen. Offenbar meidet er selbst seine Schwiegereltern ja auch, weil er weiß, dass sie über seine Fehltritte Bescheid wissen. Warum es Gerede geben sollte, weil beide Kinder im Alter nicht weit auseinander sind, ist mir schleierhaft.

          Ich habe bei urbia zum Teil das Gefühl, es wird immer nur von der Kind-Perspektive aus gedacht und die (Schwieger-) Eltern verdammt. Ich stimme dir aber zu, dass sie das zivilisiert regeln müssen, kein großer Smalltalk vielleicht, sondern nur Hallo und Tschüss.

          • (4) 31.08.17 - 18:19

            Warum es Gerede geben sollte, weil beide Kinder im Alter nicht weit auseinander sind, ist mir schleierhaft.
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            Das war nur als Beispiel gedacht zur Verdeutlichung. Ob die Leute darüber grübeln, wie die beiden Kinder nun verwandtschaftlich zueinander stehen, weiß ich nicht. Und vermutlich werden die Tochter samt Schlägerfreund die TE auch nicht zu einem Gespräch bitten und sich in deren Leben einmischen.
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            Ich habe bei urbia zum Teil das Gefühl, es wird immer nur von der Kind-Perspektive aus gedacht und die (Schwieger-) Eltern verdammt.--------

            Ganz genau! Richtig erkannt. Ich denke an das KIND!!! Und das Kind ist nicht die erwachsene Tochter sondern der Enkel.
            Wenn die TE und ihr Mann sich eine offene Auseinandersetzung mit dem Mann liefern oder ihn maßregeln dann kann es durchaus dazu kommen, dass er weitreichender Einfluss auf die junge Frau nimmt und der Umgang mit dem Enkel erschwert wird oder er nötigt sie dazu, den Kontakt zu ihren Eltern ganz abzubrechen. Wenn er sagt: SIE oder ICH........???? Wie würde sich so eine Frau, die sich verprügeln und betrügen lässt, wohl entscheiden? Offensichtlich hängt sie ungesund an ihm.

            Und dann hätten die TE und ihr Mann gar keine Möglichkeit mehr, ihren Enkel im Auge zu behalten, ob er Schaden nimmt.

            Na, wenn ihr das alle besser findet, nur um einem Idioten mal die Meinung zu geigen, der vermutlich belehrungsresistent ist dann weiß ich auch nicht.

        Wenn Dir es vollkommen egal ist, wenn Deine Tochter, die Du aufgezogen und evtl. sogar geliebt hast, geschlagen und ausgenutzt wird, dann spricht das für sich.
        Aber das hier als gut und richtig zu propagieren, ist ein Unding.
        Wenn meine Tochter von ihrem Mann geschlagen würde und auch noch Kinder involviert sind, dann müsste er den Platz auf der Welt erst noch finden, an dem ich ihn nicht fände, um ihm die Hölle heiß zu machen.
        Mann schreibst Du einen Käse.
        Gruß Moni

        • Bin da ganz bei Dir!

          Wenn meine Tochter von ihrem Mann geschlagen würde und auch noch Kinder involviert sind, dann müsste er den Platz auf der Welt erst noch finden, an dem ich ihn nicht fände, um ihm die Hölle heiß zu machen.
          Mann schreibst Du einen Käse.
          -----

          Das kannst du gerne finden.

          Und was hat man als Mutter gewonnen, wenn man dem Kerl die Hölle heiß macht und die eigene Tochter trotzdem an ihm festhält? Offensichtlich kommt sie ja nicht von ihm los und da würde ich einen Teufel tun und mich so weit übergriffig aus dem Fenster lehnen, dass womöglich die Tochter den Kontakt abbricht und man als Großeltern nicht einmal mehr ein Auge auf das Enkelkind haben kann. Wenn der typ so viel Einfluss auf die junge Frau hat, dann wird er sich wohl kaum die Predigten der Schwiegereltern anhören und brav nicken.

          • (9) 01.09.17 - 14:08

            Durch das Wissen der Eltern ist aber eine gewisse Öffentlichkeit hergestellt.
            Diese schützt sicherlich die Tochter vor einigen (sichtbaren ) Auswüchsen.
            Schlimm wäre wenn der Typ sicher sein könnte, die Tochter würde vor Scham die häuslichen Verhältnisse verschweigen.Wenn klar ist, bei den Eltern gibt es Hilfe bzw. Fluchtmöglichkeiten, hat das Auswirkungen auf das Verhalten des Schwiegersohnes.
            Davon kann man ausgehen.Selbst erlebt.

            • (10) 01.09.17 - 16:23

              Durch das Wissen der Eltern ist aber eine gewisse Öffentlichkeit hergestellt.
              -------

              Stimmt, deshalb macht er sich vielleicht auch rar und geht den Schwiegereltern aus dem Weg und ist nicht da, wenn sie anrücken. Wenn er nicht ganz verblödet ist, wird er wohl wissen, was sie davon und von ihm als Person halten. Ob. Er sich aber deshalb eine Ansprache der Schwiegereltern anhört, vage ich zu bezweifeln. Warum auch, wenn die junge Frau doch zu ihm hält und sich nicht wehrt.
              Bestenfalls reißt er sich jetzt zusammen. Aber gäbe es ja keinen Grund, sein Verhalten zu thematisieren und es müsste sich eine Besserung einstellen.

              Und wenn er schlau ist, dann sagt er ihnen, sie sollen mal brav den Kopf zumachen sonst sorgt er dafür, dass sie SEIN Kind nur noch einmal im Jahr an Weihnachten zu sehen bekommen. Es hängt im Grunde alles an der erwachsenen Tochter. So lange sie nicht von ihm loskommt, hat niemand von außen eine Chance, sich da einzumischen.
              Und im Falle einer Trennung kann die Kindsmutter trotzdem noch sehr viel Spaß mit ihm haben und er ihr den Umgang und das leben zur Hölle machen.

        (11) 01.09.17 - 11:05

        Hallo Moni!

        Sehe das exakt so wie du. Ich habe auch zwei Mädels. Aber ich würde auch einschreiten wenn solche Sachen vorfallen.

        Das geht eine Mutter sehr wohl was an und da darf man sich einmischen.
        LG Gabi

        Vor allem wenn man bedenkt, dass eine 20 jährige junge Erwachsene einfach (noch) nicht immer die nötige Erfahrung mit "Arschlöchern" besitzt. Das kommt ja erst meist später, wenn man als Mensch lernt, mit was oder wem man sich nicht umgeben will. Aber es gibt da auch welche, die unbelehrbar bleiben oder es schlicht und einfach nicht checken,(wollen) dass man nicht ewig sich die Problemfälle antun muss. Aber wie gesagt, die Dame ist noch jung und braucht noch um zu lernen, wie es nicht geht.

        Und sich das nächste Mal einen netten Menschen an ihrer Seite stellen oder auch nicht.

        Daher ist jede Einmischung verständlich, denn wenn die ganze Sache erst einmal vorbei ist, von dem ich in diesem Fall ausgehe, wird die Tochter vielleicht merken, dass ihre Eltern einfach einen gesunden Beschützerinstinkt bewiesen haben. Und den kann man niemandem übelnehmen, wenns ums eigene Kind geht.

    (13) 31.08.17 - 09:28

    Hallo,
    wo anfangen? Unsere Kleine fast 5, der Kleine ist fast 2. Eine klassische Patchwork-Situation, in der der Mann mit der zweiten Frau noch ein Kind bekommt. Und nein, Gerede gibt es nicht. Wir wohnen in der Großstadt und da sind bunte Familien schon recht häufig. Wir haben noch vergleichsweise geordnete Verhältnisse. ;-)

    Und nein, ich weiß nicht 100%ig, ob mein Mann mich betrogen hat. Aber wenn ich es irgendwann erfahren sollte, würde sich mein Verhalten ihm gegenüber auf jeden Fall ändern.

    Und ich fürchte ich habe mich unklar ausgedrückt: ich will nicht mit ihnen über ihre Beziehung reden, sondern über unsere untereinander. Ich will einfach nicht, dass er denkt, nur weil wir wieder auf ihn zugehen, dass wir sein Verhalten tolerieren.

    Die junge Frau macht den Zirkus mit, weil sie ständig allein ist und deshalb viel bei uns ist. Weil sie ihre kleine Schwester sehen will, weil sie ihren Papa liebt. Weil sie sich freut, wenn sich ihr Kleiner und unsere Tochter toll verstehen und spielen. Weil wir ihr helfen. Weil sie am Monatsende pleite ist und uns fragt, ob wir aushelfen. Ihr Partner hat sie hochschwanger hängen gelassen und sie ist alleine in die Klinik und hat den mitten in der Nacht Papa angerufen, als ein Kaiserschnitt anstand. Wenn sie ein Problem hat, steht sie bei uns auf der Matte, statt den Partner in die Pflicht zu nehmen.

    Er war so ziemlich der letzte aus der Familie, der sein Kind im Arm hatte, weil er rund um die Geburt stundenlang nicht erreichbar war (wir wissen jetzt, dass er nicht gearbeitet hat, sondern bei seiner Anderen war). Und wir haben ihn trotzdem zum Weihnachtsessen eingeladen. Wir haben uns Mühe gegeben, nicht kleinlich zu sein.

    Glaube mir, ich würde mich gerne weniger einmischen. Wir haben uns schon rausgezogen und ihr gesagt, wenn was in der Wohnung kaputt ist, kommt mein Mann nicht mehr zum reparieren. WIr kümmern uns ums Kind, aber den Rest müssen sie und ihr Partner allein regeln. Wie gesagt: Sie spricht uns an und bittet um Hilfe. Wir drängen uns nicht auf.

    Wenn er sich ums Kind kümmern würde und ihr den Rücken für Job und Ausbildung freihalten würde, fände ich das auch okay. Aber aktuell macht er das auch nicht verlässlich.

    Es ist halt schade, dass du selbst nicht in so einer Situation warst. Ich hätte gute Ratschläge aus eigener Erfahrung wirklich sehr brauchen können.

    LG,
    d

    (14) 31.08.17 - 11:02

    Ich weiß was ich von einer Frau halte, die sich raushält wenn die Tochter vermöbelt und ausgenutzt wird. Gratulation.

    Sollte meine je mit einem langhaarigen Bombenleger aus der Drogenszene aufkreuzen, der ihr auch noch die wunderschönen, grünen Augen blau haut, würde ich übelst übergriffig. Versprochen.

    (15) 31.08.17 - 14:15

    Ich würde dir recht geben, würde es hier nicht um häusliche Gewalt gehen.

    Entschuldige, aber jede Mutter die in so einem Falle wegschaut, macht sich mMn mit schuldig.

    • Entschuldige, aber jede Mutter die in so einem Falle wegschaut, macht sich mMn mit schuldig.
      ---------

      Die TE sieht ja nicht weg und ich gehe davon aus, dass sie der jungen Frau auch gesagt haben, wie entsetzt sie sind und ihr zur anzeige geraten haben. Hilft aber nichts. Die Tochter wollte ihn nicht anzeigen und hält beharrlich an ihm fest. Sie ist erwachsen und darf sich so oft verprügeln und betrügen lassen, wie sie möchte. Bitter, aber wahr.

      Und was ist nun die Lösung? Eine offene Konfrontation mit dem Kerl, der sich einen Dreck um die Frau schert in der Hoffnung, dass er sich belehren und maßregeln lässt durch die Schwiegereltern? Und der zudem noch am längeren Hebel sitzt, weil es SEIN Kind ist und er als Vater mitbestimmen kann, wie oft sein Kind mit wem Kontakt hat und die Kindsmutter beeinflussen kann, dass die Großeltern bald kaum noch eine Rolle spielen.

      • Ok, ich verstehe dich und gebe dir recht. Mir ging es aber mehr darum, dass du die TE als übergriffig und völlig daneben bezeichnet hast (so kam es für mich rüber). Aber das die Eltern sich sorgen machen und eben helfen wollen so gut es geht ist doch völlig nachvollziehbar.

        Wir außenstehend können so cool daher reden, aber wenn es die eigenen Kinder betrifft, ist es doch noch mal was anderes. Ich würde wahrscheinlich auch im Dreieck springen, wenn das meine Tochter wäre. Ob es dann letztendlich effektiv was bringt ist ja wieder eine andere Frage. Aber ich sehe das beim eigenen Kind jetzt nicht als verschwendete Energie.

(18) 31.08.17 - 18:01

Also ehrlich ich halte, so leid es mir tut, deinen Beitrag auch für Schmu. Von wegen die Mutter ist übrgriffig? Der Kerl schlägt seine Frau, da ist ein Kind mit dabei? Da würde ich mich auch nicht wohl fühlen wenn mein Enkelkind drin aufwächst bei so einem Vater!
Und von wegen dem Kind fehlt es auf den ersten Blick an nichts, .... Das ist dann wohl Ansichtssache.
Die Junge Frau macht den Zirkus nicht mit die wird Angst haben.
Ela

  • Also ehrlich ich halte, so leid es mir tut, deinen Beitrag auch für Schmu. Von wegen die Mutter ist übrgriffig? Der Kerl schlägt seine Frau, da ist ein Kind mit dabei? Da würde ich mich auch nicht wohl fühlen wenn mein Enkelkind drin aufwächst bei so einem Vater!----
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    Und ich glaube, die meisten hier leben irgendwo im Wunderland. Warum leben denn so viele Menschen - vor allem Frauen und Kinder - in destruktiven Beziehungen? Weil sich niemand kümmert? Wohl kaum. Frag mal beim JA und bei der Polizei, welchen Einfluss man von außen hat. Die Polizei wird klar sagen, dass die junge Frau anzeige erstatten kann. Tut sie das nicht, dann ist ihr leider nicht zu helfen. Und wenn sie nicht freiwillig zu ihren Eltern geht, dann hilft alles nichts. Und so lange vom JA niemand einen Tipp bekommt, dass das Enkelkind leidet und niemand direkten Einblick hat, wie es dort zugeht, kann auch da niemand einfach unangemeldet die Wohnung stürmen.

    Ich weiß nicht ,wo ihr alle lebt. Bei uns an der Schule gibt es erschreckend viele Kinder, von denen wir nur annähernd wissen, was zuhause los ist und es ist unendlich schwer, dort einzuschreiten. Da beißen sich Lehrer, Sozialpädagogen und JA die Zähne aus. Und das sind die Fälle, wo die Kinder Auffälligkeiten in der Schule zeigen und es ganz offensichtlich nicht rund läuft. Oder glaubt ihr im Ernst, jemand schleppt Mutter und Kind mit Gewalt aus der Wohnung, wenn die junge Frau beteuert, dass alles prima in Ordnung ist in ihrer Familie?

    Wenn das alles so einfach ist, wie ihr euch das mit dem "Einschreiten" und was auch immer sich manche ausmalen, dann würde ich die konstruktiven Ideen gerne mal hören. Bisher kam da aber nichts, was umsetzbar wäre, so lange die Tochter nicht will. Und ob sie angst hat oder nur so verknutscht ist in ihren Idioten, ändert an der Situation nichts. Wenn sie solche Angst hat, dann findest du es sinnvoll, dem Kerl noch eine Ansage zu machen oder was hier manche für nachvollziehbare Rachegelüste hegen, um zu riskieren, dass er seine Wut an der Frau auslässt?

    Vorgestern gab es einen interessanten Fernsehfilm, der auf einer wahren Begebenheit beruhte. Sicher einiges für die Länge des Filmes ausgeschmückt, aber das Grundgerüst war so nachgestellt. Eine 15-jährige Teenagern war völlig hingerissen von einem 19-jährigen ganz smarten Typen. Ihr erster richtiger Freund, Prinzessin hier, Prinzessin da........ Bis er irgendwann andere Seiten aufzog. Er brachte sie so weit, dass sie sich für ihn prostituierte. Und sie hing noch immer mit einer Affenliebe an ihm. Als die Eltern endlich dahinter kamen, ging's zur Polizei, die aber machtlos war, weil die naive Göre von einer Liebesbeziehung faselte und von einvernehmlichen Sex. Die Eltern wollten sie für ein paar Wochen in eine Klinik schicken. Aber zwingen und einsperren könnten sie sie nicht. Und sie steckten sie vorn in ihr Kinderzimmer und hinten stieg sie zum Fenster wieder raus und rannte dem Idioten wieder hinterher. Erschreckend und beklemmend.

    ----Und von wegen dem Kind fehlt es auf den ersten Blick an nichts, .... Das ist dann wohl Ansichtssache. ------

    Davon schreibt die TE erstmal nichts und hätte sicher etwas unternommen, wenn es offensichtliche Defizite gäbe. Aber sie sind "nur" die Großeltern und haben weder Sorge- noch Aufenthaltsbestimmungsrecht.
    Und wenn der Typ ein noch größeres Arsch wäre, dann würde er den Großeltern schon klarmachen, wo sie stehen. Wenn sie anfangen, sich einzumischen oder ihm dumm kommen, dann kriegen sie ihr Enkelkind nur noch an 3 Feiertagen im Jahr zu sehen.
    Und dann? Dann wissen sie in der Tat nicht, was mit dem Kind passiert.

    Die meisten hier haben ihre Ansicht. Ich habe eine komplett andere und würde den offenen Konflikt mit dem Kerl vermeiden und auch Präsenz zeigen statt dumm zu überlegen, wie man ihm in der Kita oder zuhause aus dem Weg geht. Der sollte wissen, dass ich ihn im blick habe. Und das Enkelkind so oft wie möglich betreuen und ein Auge auf dieses haben.

    • Hi Guest!
      Also ich hab mir jetzt deinen Beitrag durchgelesen und ich finde schon du hast nicht ganz Unrecht.
      So ists nichts. Und wieso viele in destruktiven Beziehungen leben gute Frage hier gibt’s sicherlich viele Möglichkeiten.
      In diesem Fall will ich der Frau eine gewisse Mitschuld ja gar nicht absprechen, darum gings mir auch nicht. Es ging mir in erster Linie um die Tatsache das die Eltern übergriffig sein sollten. NEIN DAS SIND SIE NICHT. Finde ich auch nach wie vor. Aber Fakt ist natürlich schon wenn die Frau nicht geht und bleibt trotz der Umstände klar dann ist ihr auch nicht zu helfen. Den Schritt zu gehen muss sie schon selbst tun.
      Hier aber kommen wir zu den Eltern, die können hier sicherlich hilfreich sein, wenn sie auch nicht alles abnehmen können. Das ist mir auch klar.
      Die Frau ist aber wohl verschreckt, hat Angst und fühlt sich inzwischen auch nicht mehr sehr mutig, das sie daher sich schwer tut diesen Schritt zu gehen verständlich. Trotzdem sprechen die Tatsachen natürlich eine Sprache die an sich klar sagt GEH UND NIMM DEIN KIND MIT!
      Deswegen ja eben der Satz die Eltern können hier unterstützend sein. Man muss der Frau aber auch klar machen das es in erster Linie ihre Entscheidung ist und sie auch nichts ändern kann wenn sie bleibt obwohl sie solche Sachen erlebt.
      Dem Kerl eine Ansage machen wird wohl eh nichts bringen und ob ich das für gut halte hab ich wissentlich nicht gesagt. ES ging ja bei der TE ja darum wie sie mit ihm umgehen soll wenn sie ihn trifft. Denn ich denke wenn man ihm eine Ansage macht wird er entweder abstreiten ( glaub ich weniger) oder aggressiv werden bzw es hinterher möglicherweise an seiner Frau auslassen!
      Ich denke hier entweder ein sehr passives Hallo reicht aus. Wäre ich in der Lage würde ich wohl nur das Kind ansprechen und den Kerl nur wenn ich müsste. Oder sollte er mich grüßen dann gerade noch ein Hallo murmeln.

      Ich finde es auch traurig das was du über weitere Kinder beschreibst „erleben“ zu müssen. Ich erlebe es ja nicht selbst. Aber das es sowas gibt ist schon übel genug. Auch das vielfach nur hingesehen aber nicht gehandelt wird wenn die Kinder schon Auffälligkeiten zeigen.
      Diesen Fernsehfilm von dem du geschrieben hat, den kenn ich leider nicht. Ich denke aber das sowas immer wieder vorkommen wird. Wobei die 15jährigen noch weniger Lebenserfahrungen haben als eben eine ältere Frau. Die fallen noch leichter drauf rein. Und gerade Jugendliche halten sich ja gerne für cool und Erwachsen. Baumstelle im Hirn hat eben doppelt den Nachteil das sie auch in solchen Fällen ihr Hirn ausschalten.
      Ob die Großeltern bei Einmischung ihr Enkelkind nur noch selten sähen steht für mich aktuell auf einem anderen Blatt. Sie können momentan auch sicherlich nicht viel machen außer ihre Tochter stärken.
      Ela

(21) 31.08.17 - 07:49

Meine Tochter hatte auch einen für mich inakzeptablen Freund. Hat mich nicht davon abgehalten, trotzdem höflich zu ihm zu sein und ein offenes Ohr für sie zu haben, wenn sie sich über ihn beklagt hat. Dann bin ich auch nicht verbal über ihn hergefallen, sondern hab mich zusammengerissen und ihr lediglich bei ihrem aktuellen Problem beratend beigestanden.

Das hatte zur Folge, dass sie sich irgendwann doch von ihm trennte und mich als Erste um Hilfe beim Auszug bat. Wenn Dir das wichtig sein sollte, kann ich Dir nur eine gewisse emotionale Distanz empfehlen. Gerade wenn sie geschlagen wird ist das wichtig, denn dann auch noch eine Schimpftirade loszulassen, wenn sie das berichtet, wird sie verstummen lassen.

  • Hallo,
    wir haben ein offenes Ohr und bemühen uns wirklich, im Gespräch zu bleiben. Sie bittet uns oft um Hilfe und wir sind dann auch da. Und wenn sie bei uns hockt, weil er sich wieder sonstwo rumtreibt, dann kann ich halt auch nicht dasitzen und sagen: "hach, so sind die Männer halt". Oder ich laufe ihr zufällig im Kiez über den Weg, als sie schluchzend auf einer Parkbank sitzt und total fertig ist. Da versuche ich natürlich zu trösten, aber natürlich sage ich dann auch "Sorry, was sind deine Erwartungen an diesen Mann?"

    Aber ich finde es halt echt schwer, mit einem Mann an einem Tisch zu sitzen, der gegenüber unserer Tochter so wenig Respekt zeigt. Echt knifflig.

    Lg,
    d

    • Und was sagt sie, wenn Du sie nach ihren Erwartungen fragst?

      Eine meiner Taktiken war, meiner Tochter eine schöne Partnerschaft vorzuleben. Als sie dann irgendwann sagte, sie wünscht sich auch mal so einen Freund, wie meinen, sagte ich ihr: "Kannst Du schon haben, aber wohl nicht mit XY". Das hat sie auch ziemlich aufgerüttelt und heute hat sie "so einen" Freund. ;-)

      • Sie sagt "Ja, das weiß ich ja" und weint weiter. Und natürlich habe ich in einem unserer zahlreichen Gespräche auch gesagt, dass sie solange keinen Mann finden wird, der wirklich ein Partner ist, so lange sie an diesem Mann hängt. Und sie kam auch schon damit "die anderen Männer sind auch nicht besser", aber da protestiere ich natürlich.

        Mein Mann und ich haben eine partnerschaftliche Beziehung, teilen Arbeit und Haushalt, begegnen uns mit Liebe, Respekt und Aufrichtigkeit. Mein Mann putzt, kocht und kümmert sich um unser Kind und den Enkel und unterstützt seine erwachsenen Kinder wo immer kann. Am fehlenden Vorbild kann es nicht liegen.

        Ich weiß natürlich nicht, wie die Ehe von meinem Mann und der Mutter der Kinder gelaufen ist. Da ist ja ganz klar was schiefgelaufen, sonst wären sie ja auch nicht geschieden. Ich dränge sehr darauf, dass mein Mann das mal zusammen mit seiner Tochter aufarbeitet. Aber da müssen die beiden den Mut zu finden, das mal anzugehen. Da kann ich nur anregen. Ich bin überzeugt, dass da irgendwann im aufwachsen eines Menschen schwer was schief gelaufen ist, wenn er eine solche Beziehung für Liebe hält.

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