Beerdigung und Geburtags an einem Tag, finde nur ich das makaber?

    • (1) 11.09.17 - 11:15

      Hallo,

      ich möchte mal eure Meinung zur oben gestellten Frage hören ;-).

      Die Oma meines Mannes (wird 88) hat am Donnerstag Geburtstag, da die meisten berufstätig sind, hat sie die Feier auf Samstag 16.09. um 15:30 Uhr gelegt. Gefeiert wir in einem kleinen Cafe, da sie im betreuten Wohnen ist und dort nur 1 Zimmer hat. Soweit so gut.

      Nun ist Ende August der Stiefopa meines Mannes plötzlich verstorben. Wir hatten sehr wenig Kontakt, aber natürlich ist es traurig und wir gehen selbstverständlich zur Beerdigung. Diese ist aber nun auch am 16.09. um 11 Uhr #schock.

      Laut Aussage meiner Schwiegermutter (ihre Mutter feiert an diesem Tag den Geburtstag!) ging es nicht anders, sie wollten keinen Termin in der Woche, da alle hätten Urlaub nehmen müssen. Kann ich einerseits verstehen, aber ich kann doch die Beerdigung meines Schwiegervaters nicht auf die Geburtstagsfeier meiner eigenen Mutter legen #aerger.

      Ich persönlich finde das total makaber, um 11 Uhr trauern wir und um 15:30 Uhr sollen alle fröhlich sein. Klar ist der Geburtstag einer 88jährigen keine Party, aber das geht einfach nicht. Mein Mann meint das ist nunmal so #kratz.

      Wie sehr ihr das? Liege ich so falsch damit zu sagen, dass ich das unangebracht finde?

      Lg Annika

      • Naja ich denke dein Mann hat recht. Es ist jetzt nunmal so. Es klingt so als ob der Geburtstag schon lange geplant war. Und die Beerdigung auf einen Samstag legen macht ja schon Sinn, dass alle kommen können.
        Also ich denke für die Oma ist es vielleicht etwas traurig, wenn alle im schwarz kommen, aber wenn es für sie kein problem ist, würde ich mich als Gast auch nicht daran stören.

        • Ja, gerade weil der Geburtstag so lange geplant war, finde ich man hätte die Beerdigung anders legen können. Und wenn ein mir nahestehender Verwandter verstirbt, dann nehme ich dafür auch Urlaub. Meiner Mutter mit 88 zuzumuten, dass alle in schwarz kommen, bzw. von einer Trauerfeier auf eine Geburtstagsfeier umzuschwenken finde ich unangebracht, aber gut.

          Danke für deine Meinung ;-)

      (4) 11.09.17 - 11:35

      Ich finde schon, dass das geht.

      Bei uns waren die Beerdigungen von Oma & Opa natürlich traurig, aber der Leichenschmaus danach eigentlich immer recht gelöst. Aus diesem Grund sollte eine Geburtstagsfeier einer 88-jährigen möglich sein.

      Und ich finde auch nicht, dass man diese verschieben sollte, denn gesundheitlich kann ja auch schnell was sein.

      • Es geht mir ja auch eher darum, die Beerdingung zu verschieben, nicht den Geburtstag. Dann müssen sich eben alle Urlaub nehmen, ich denke das verlangt auch der Anstand, dass man da auch an einem Wochentag auftaucht. Aber das sehe wohl nur ich so #schmoll.

        Trotzdem danke für deine Meinung.

        • (7) 11.09.17 - 12:53

          Es kann aber nicht jeder mal spontan Urlaub nehmen und frei bekommt man auch nicht, wenn es nicht ganz nahe Angehörige sind.

          Nur aus Anstand, sollte man überhaupt nicht auftauchen.

          Wenn Du beruflich die Möglichkeit hast, jederzeit spontan einen Tag Urlaub für solche Anlässe zu bekommen, ist das praktisch, das ist aber nicht jedem möglich und Mitte September hat auch nicht jeder AN noch reichlich Urlaub zur Verfügung.
          Ich bin grundsätzlich froh, wenn solche Veranstaltungen an ohnehin arbeitsfreien Tagen stattfinden.

          Gruß,

          W

          (9) 11.09.17 - 16:41

          ...ich verstehe dich schon.

          Aber es ist ein Todesfall... das ist traurig (meist etwas absehbar bei älteren Menschen) und bei grossen Familien ist das nicht ganz so selten... Gerade wenn die Familien durch weitere Heiraten, Patchwork-Geschwister, Halbgeschwister, Stief-, Adoptiv und sozialen Väter/Mütter etc., Stiefgrosseltern etc. zu einem erfreulich grossen Clan anwächst...

          Ich bin immer sehr, sehr dankbar, wenn ich dafür nicht extra frei nehmen muss. Es gibt kein "dann gebietet es der Anstand, dass man Frei nimmt". Denn so leicht ist das nie! Wenn du Hausfrau bist, hast du die Termine der Kinder ab- oder umzumelden, wenn du Arbeitest hast du meist Meetings oder musst den Laden aufschliessen... Und da Beerdigungen nicht wochenlang im Voraus organisierbar sind, bin ich wirklich, wirklich froh um Wochenend-Termine...
          Wir haben in der Schweiz je nach Verwandtschaftsgrad sogar bezahlt Frei, wenn Beerdigungen sind. ABER das ist trotzdem nicht so leicht. Ein Meeting mit 8 Leuten eine Woche vorher absagen... wenn alle anreisen? Den Hütedienst für die Nachbarskinder einfach abgeben, wenn deren Eltern ja gerade eben auch nicht daheim sind...?

          Das ist da Leben, kein vorbildliches Bilderbuch... Ich habe bei der Beerdigung meiner Cousine so geweint, ich dachte ich werde nie mehr lachen können. Ich habe echt und ehrlich getrauert. Keine Show, keine Pflichttränen... aber als drei Stunden später Chilbi (Kirchweih?) war, war ich dort. Und habe gelacht. Und das Leben gefühlt.
          Ja, das könnte theoretisch als pietätlos bezeichnet werden. Aber von wem den? "Den anderen"? Die haben nicht zu urteilen wie ich trauere. Oder wie ich das Leben feiere. Und daheim hocken in meiner Trauer hätte mir nicht gut getan - und wer das erwartet, der soll mit dem Knigge glücklich und korrekt trauern. Aber so weit ich den Knigge kenne, gibt es keine Minimalzeit, die man nach Trauerfeiern für die Teilnahme an Geburtstagsfesten einhalten muss. Und ich habe den Knigge echt und tatsächlich gelesen... (allerdings eine aktuelle Ausgabe, keine verstaubte. Einfach auch darum, weil ich auch ohne Anleitung nicht ins Tischtuch rotze :-))

          ...sieh es positiv. Ihr habt am Geburtstag gleich was zu reden: Lager "pro Geburtstag" und Lager "pietätlos". Das ist nicht ironisch gemeint. Ich verstehe, dass es dich berührt, zwei solche Termine am gleichen Tag zu haben. Aber eben: Das Leben ist halt nicht so planbar und ich als berufstätige Mutter finde das praktisch so. Und okay.

        Hallo!

        Es ist ja super, wenn man einen so entspannten Job hat, dass man notfalls immer frei bekommen kann. Aber das geht eben nicht immer.

        Lehrer bekommen nur Urlaub, wenn es wirklich nahe Verwandte sind. Arbeiter mit Schichtplänen können oft nur dann verschieben, wenn sie jemanden finden, der bereit ist zu tauschen - und für den es dann von den Arbeitszeitregelungen klappt zur nächsten Schicht. Mal eben spontan eine Frühschicht übernehmen und abends wieder zur Nachtschicht gehen, das ist einfach nicht möglich, also braucht man eher einen Tauschpartner, der den Tag sowieso frei hätte. Viele Leute haben im September ihren Jahresurlaub auch schon fast aufgebraucht und nur noch die paar Tage für Weihnachten übrig. Und manchmal hat man auch noch andere Termine.

        Als meine langjährige Nachbarin beigesetzt wurde, hatte ich gerade im Büro die Vertretung für eine Kollegin und mein Mann wurde in der selben Woche ambulant operiert, da musste ich zu Hause sein, weil er abgeholt werden musste, danach 24 stunden nicht alleine bleiben durfte und ich sowieso ziemlich durch den Wind war. Zwei freie Tage in dieser Woche wären aber nicht gegangen wegen Termindruck, also konnte ich nicht zur Beerdigung.

        Je nach Regelung der entsprechenden Kommune muß eine Beerdigung innerhalb einer bestimmten Frist stattfinden. Entschuldige, wenn die Erklärung auch etwas makaber klingt: die Leiche darf nicht ewig gekühlt werden und riecht wohl auch irgendwann.

        Im übrigen kann ich ansatzweise verstehen, dass eine 88jährige durchaus froh ist, wenn sie sieht, dass beißen Anlässen - Geburtstag und Beerdigung - exakt dieselbe Wertschätzung entgegen gebracht wird. Das liegt eben nah beieinander...

        Stell mal die Beerdigung nicht so ins Zentrum sondern laß dir lieber davon klar machen, welch ein Glück es ist, am selben Tag einen Geburtstag feiern zu dürfen - verstehst du, was ich meine?

        LG!

Also ihr hattet sehr weinig Kontakt zum Verstorbenen und habt ein Problem mit der Feier der Oma danach? Ich finde das sehr überzogen.

  • Ich habe ein Problem damit, ja. Ich würde die Beerdigung meines Schwiegervaters nicht auf die Geburtstagsfeier meiner eigenen Mutter legen, sorry #contra.

    • Gut, dann hast Du ein Problem, dann frag hier nicht nach Meinungen. Ich finde es überzogen, aber das willst Du nicht hören ...

      • Wo steht dass ich das nicht hören will? Nur weil es hier andere Meinungen dazu gibt, worum es ja auch geht, kann ich doch jetzt nicht einfach sagen: okay ich sehe das falsch, ihr habt Recht und man kann das schon so machen.

        Ich habe freundlich um Meinungen gebeten, dass jeder das anders sieht ist doch okay. Aber ändert man deshalb gleich seine Meinung?

        • Irgendwie lese ich hier nur heraus, daß alle anderen sich damit arragieren können, nur Du nicht. Dann fragst Du nach Meinungen, die Dir auch nicht passen. Nochmal, ich finde, Du übertreibst in Anbetracht der Tatsachen. Das war es von mir dazu!

          • Wo liest du denn raus, dass mir die Meinungen nicht passen? Weil ich es weiterhin als Problem sehe?

            Du findest ich übertreibe, okay akzeptiere ich. Aber muss ich jetzt sagen du hast Recht und ich liege falsch?

    Einen Beerdigungstermin plant man ja nicht so frei wie andere Events und hat auch nicht ewig lange Vorlauf...

Das ist nicht schön, die Entscheidung aber nachvollziehbar. Wenn es mehrere sehr alte Menschen im Umfeld gibt, kann es jederzeit leicht zu solchen Kollisionen kommen.

Wer von der Beerdigung sehr mitgenommen ist, entschuldigt sich und bleibt der Geburtstagsfeier fern. Allerdings muss er - entschuldige bitte die Deutlichkeit - damit rechnen, dass es evtl. keinen 89. Geburtstag geben wird.

Augen zu und durch.
basta.pasta

(24) 11.09.17 - 16:44

hoppla - ja die Ehrlichkeit war okay. Ich bin bei der Antwort zwar erschrocken, aber man muss das schon auch im Hinterkopf behalten....
88 ist ein beachtliches Alter.

Und die Beerdigung ist auch nicht beliebig verschiebbar... man braucht einen Ort, einen Pfarrer, die Abdankungshalle....

Hey,

also ich finde das sehr schwierig. Einerseits bin ich moralisch ganz auf deiner Seite. Mein Gefühl sagt mir, es ist "falsch". Andererseits hat sich die Geburtstag feiernde Dame das ja so auch nicht ausgesucht und ich denke, es werden vielleicht auch Gäste kommen, die mit der Beerdigung nichts zu tun haben, oder? Also ich bin da sehr zwiegespalten. Ich denke aber, ich würde der Dame die Ehre erweisen und auf einen Kaffee hingehen.

Viele Grüße

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