Meine Freundin erzieht mein Kind!

    • (1) 16.09.17 - 22:23

      Hilfe, brauch mal Eure Meinungen. Hatte heute Besuch von einer lieben Freundin (kinderlos) und wir haben was mit meinem Sohn, 6 Jahre, unternommen. Es stört mich, dass sie ihn zurechtweist, noch bevor ich als Mutter Gelegenheit hatte, auf sein "Fehlverhalten" zu reagieren. Beispiele: er rüttelt im Park am Zaun. Sie sofort: "lass das mal sein!", oder "lässt Du etwa das Licht in der Toilette brennen?", "Räumst Du Deine Schuhe nicht auf?", "Hör mal auf Deine Mutter!", oder "sei still, wir wollen uns jetzt unterhalten". Und sie wartet nicht ab, ob ich die Situation erkenne und in ihrem Sinne reagiere, sondern macht postwendend den Mund auf. Ich habe nichts dagegen, wenn jemand Fremdes mein Kind in die Schranken weist, wenn derjenige direkt von einem Fehlverhalten betroffen ist, z.B. er ihre Handtasche ausräumt oder was Vergleichbares. Aber alles andere finde ich übergriffig. Noch dazu ist mein Sohn jetzt von ihr genervt, weil sie ihn dauernd ermahnt, anstatt dass sie mal mit ihm spielen oder rumalbern würde.

      Wie seht Ihr das?

      • Hey,

        also als erstes würde ich sagen: Wenn es dich stört, musst du es einfach ansprechen. Das kann man dich auch relativ freundlich und entspannt machen.
        Ich persönlich denke, dass es auch immer auf den Grad der Freundschaft ankommt. Bei einer sehr guten Freundin greife ich auch ein, wenn ihr 3,5 jähriger Quatsch macht. Aber in der Regel dann, wenn die Mama nicht direkt daneben steht, abgelenkt ist oder es mich oder mein Kind betrifft. Ich glaube aber auch, dass es sie nicht stören würde, wenn es auch in anderen Situationen vorkäme. Allerdings stehen wir uns auch wirklich nahe und der Kleine nennt mich Tante. Ist eine Freundschaft nicht so familiär, muss das nicht unbedingt sein. Vor allem nicht, wenn es sich auf diesen erzählenden Umgang beschränkt und sonst nicht mit dem Kind gespielt wird.
        Völlig unangebracht finde ich sowas wie "jetzt hör aber mal auf deine Mutter". Das ist nicht konstruktiv und lässt die Mutter blöd dastehen. Einfach unnötig.
        Sag ihr einfach, dass es dich stört, vielleicht merkt sie es ja auch gar nicht so.

        Liebe Grüße

        • Danke. Ja, wir stehen uns eigentlich schon sehr nahe und ich stimme Dir völlig zu, dass ich ihr Eingreifen ok fände, wenn ich was nicht mitkriege oder abgelenkt bin. Aber ich war jedes Mal dabei und hätte ihm schon gesagt, dass er z.B. die Schuhe nicht mitten im Weg liegenlassen soll. Aber wie ich erwähnte, sie reagierte jedes Mal postwendend und wartete gar nicht ab, ob ich reagiere.

          Ich hab ihr was dazu gesagt, dass ich die Themen gerne alleine mit ihm aufgreife, da war sie eingeschnappt und meinte "es braucht ein Dorf, um ein Kind zu erziehen".

          • Mag ja sein das es früher immer hieß man bräuchte ein ganzes Dorf um ein Kind zu erziehen, da hieß aber wohl kaum das die Mutter immer ausgehebelt wurde. Noch dazu von Leuten die selbst keine Kinder haben!
            Außerdem hat bei mir wohl kein ganzes Dorf erzogen sonst wäre sie nicht so übergriffig! Ehrlich ich finde es nicht schön von ihr sich so dermaßen einzumischen!
            Ela

      Hallo,

      als du deiner Freundin gesagt hast, daß du deinen Sohn erziehen kannst, hat sie Wie reagiert?
      Gruß Sol

      Ich würde da jetzt garkein großes Tamtam draus machen, warte auf das nächste Treffen ab und schau was passiert. Sollte es wieder vorkommen würde ich sofort eingreifen und ihr irgendwie solche Worte entgegenbringen : ,, du ich kann das ganz gut selber" oder ,,ich bin die Mutter ich werde schon selbst eingreifen" und begründe es doch einfach damit das es deinen Sohn das letzte mal sehr gestört hat das Sie so war & sie sich besser daraus halten soll bevor das Verhältnis zwischen ihr und deinem Sohn kaputt geht.. vllt versteht sie es so :) aber nicht jetzt schreiben oder sofort nochmal das Thema aufrollen :-) vllt hat es deine Freundin garnicht so mit bekommen das sie da bisschen übertrieben hat Lg

    • Hallo,

      also "bestärkende Sätze" wie "Hör mal auf Deine Mutter" braucht nun wirklich niemand. Einen Konflikt können Eltern in der Regel ohne nervige Kommentare regeln. Da käme ich mir auch etwas untergraben bei vor als Mutter.

      Bei "Sei still, wir wollen uns jetzt unterhalten" wäre ich ehrlich gesagt gegangen. Wenn ein Kind dabei ist, und dazu noch ohne Spielpartner kann man ja auch mal bissl gemeinsam etwas besprechen, anstatt das Kind einfach auszuschließen - noch dazu mit so einer herablassenden Wortwahl. Dein Sohn ist ja kein Hund.

      Bei am Zaun rütteln, Licht anlassen, Schuhe aufräumen hat sie natürlich im Grunde recht. Aber bis auf das Licht anlassen (wenn es in ihrer Wohnung ist) geht sie das eigentlich nichts an.

      Ob ich nun mein Kind jedes Mal ermahne, wenn es am Zaun rüttelt: nein, weil ich einschätze, welcher Zaun, (z. B. "leerer Zaun" im Wald = mir egal, wenn er daran rüttelt, Tor zum Zoo = Ermahnung)

      Auch ansonsten (Schuhe aufräumen, Licht aus machen usw. kann man auch anders sagen. Kinder in dem Alter würden ihren eigenen Kopf manchmal vergessen. Ein simples "Du hast das Licht im Bad angelassen" oder "guck mal, Deine Schuhe sind richtig im Weg. Räum sie bitte bei Seite, sonst fällt noch jemand aus Versehen drüber" reicht ja.

      Bei der herablassenden Wortwahl, die Du beschreibst, wäre ich als Kind auch genervt. Und würde mich ganz schön blöd fühlen.

      Sprich mit Deiner Freundin und sag ihr klar, dass ihre Wortwahl und die Häufigkeit ihrer Ermahnungen schlicht nicht empathisch und teilweise der Situation auch nicht angemessen sind. Außerdem hast Du Erziehungsprinzipien. Die stimmen vielleicht nicht mit ihren überein, aber darum ist es ja Dein Sohn und nicht ihrer. Das muss sie akzeptieren. Anders bekommt Ihr das nicht hin.

      Ich wünsch euch alles Gute.

      LG

    Ich habe auch so einen Freund #schwitz

    Kinderlos, aber Erfahrungen mit seinen beiden Nichten, die in der gleichen Stadt leben. Er weiß- und man merkt das auch denke ich deutlich - dass ich einen nicht unbedungt herkömmlichen Erziehungsstil habe, sondern relativ viel laufen lasse. Er kann also nicht davon ausgehen, dass er in meinem Sinne handelt.

    Wir sehen uns nicht soo oft und ich hatte noch keine gute Gelegenheit, ihn mal zu fragen, aber am meisten würde mich der Grund für sein Verhalten interessieren. Ist das ein Automatismus, weil er es eben selbst so kennt, dass man sich Kindern gegenüber so verhält? Oder denkt er, er würde dem armen Kind damit helfen, wenn es schon von der Mutter kaum erzogen wird, muss es ja einer machen? :-p

    Am lebhaftesten erinnere ich mich an eine Situation als wir alle gemeinsam in einer Mensa essen waren, der alten Zeiten willen: Er und ein anderer kinderloser Freund sowie eine Freundin und ich jeweils mit Kind. Meine Tochter hatte sich die leere Trinkflasche des anderen Mädchens geschnappt und dieses Mädchen war unglücklich darüber und es gab einen Streit zwischen den beiden. Ich war noch unentschlossen, ob ich da eingreifen würde und habe ein bisschen abgewartet, was meine Freundin sagt, die aber ebenfalls nur beobachtet hat. Er hat dann relativ schnell angefangen, immer wieder etwas zu sagen, z.B. in strengem Ton den Namen meiner Tochter und "Das macht man aber nicht." immer wieder so als running commentary. Ich war etwas genervt davon, die Überlegung, warum er das macht, warum er nicht aufhört, obwohl es augenscheinlich nichts bringt, wieso er denkt, das wäre jetzt nötig, obwohl beide Mütter der betroffenen Kinder direkt daneben sitzen und ob es jetzt in meiner Situation sinnvoll wäre, ihm Einhalt zu gebieten (und wenn ja, wie) hat mich völlig davon abgelenkt, die eigentliche Situation zu bewerten und zu entscheiden, wie ich da vorgehen wollte. Ich schaute dann ganz kurz irritiert zu ihm herüber, in dem Versuch, vielleicht aus seinem Verhalten schlauer zu werden, wenn ich ihm dabei ins Gesicht sehen kann. Das kommentierte der andere anwesende Freund mit "Wenn Blicke töten könnten", was ich nochmal mehr irritierend fand, denn der hatte ja nun wiederum etwas völlig anderes in mir gelesen als eigentlich gerade vorging. Wäre ich in meinen Überlegungen schon so weit gewesen, dass ich hätte "mit Blicken töten" wollen, dann hätte ich einfach etwas gesagt, um ihm Einhalt zu gebieten. Das schwierige an der Situation war ja aber, dass ich gar nicht so recht entscheiden konnte, ob es nun gerade das gute Recht meines Freundes war, seinen Unmut zu äußern, oder ob das Verhalten schon so übergriffig war, dass ich mich hätte einmischen sollen und dürfen.

    Insgesamt finde ich solche Situationen schwierig. Ich möchte meinen Mitmenschen nicht den Mund verbieten. Aber ich möchte meine Kinder auch nur sehr dosiert in Situationen bringen, in denen sie von anderen stark abgewertet werden. Die logische Konsequenz daraus wäre also, mit dem betroffenen Freund zu reden, dass dieses Verhalten seinerseits meinem Kind unangenehm ist und ich darum bitte, es einzuschränken, da ich sonst andernfalls den Kontakt reduzieren müsste. Das würde ich an deiner Stelle wohl machen, denn dein Sohn äußert ja bereits, dass er die Freundin deshalb nicht so mag.

    Meine Tochter ist noch jünger und kriegt das Verhalten noch nicht so mit und mag diesen Freund eigentlich sehr gerne, da finde ich es schwerer, zu argumentieren. Ich will sie eigentlich nicht in die Situation bringen, jemanden zu mögen, der sie regelmäßig so von oben herab bewertet.

    • Vielen Dank. Du beschreibst genau das Problem. Ich möchte mein Kind eigentlich keinen Leuten aussetzen, die es herabsetzen. Ich denke, meiner Freundin, oder auch Deinem Freund, ist das eigene Verhalten möglicherweise nicht so bewusst. Es gab da bei mir schon absurde Situationen, in denen gleichzeitig sie und ich auf das arme Kind eingeredet haben. Sie hielt sich auch nicht zurück, wenn ich schon eingegriffen hatte und das hat mich auch sehr gestört.

      • "Es gab da bei mir schon absurde Situationen, in denen gleichzeitig sie und ich auf das arme Kind eingeredet haben. Sie hielt sich auch nicht zurück, wenn ich schon eingegriffen hatte und das hat mich auch sehr gestört. "

        Das wäre bei mir der Punkt, wo ich es als übergriffig empfinden würde.

        Bei meiner nehme ich mein Kind dann aus der Situation, weiß sie inzwischen auch, dass ich den ruhigen Ort nicht zum Ärger bekommen aufsuche, sondern um sie aus der Situation herauszunehmen, mich selbst auch - um dann in RUHE mit meinem Kind reden zu können.

        Erwachsenen habe ich da auch schon die Türe vor der Nase zu gemacht, mit den Worten, wir reden danach/wir klären das danach.
        Nicht um denjenigen abzuservieren, sondern um Ruhe reinzubringen. Klappt meistens.

        Allerdings komme ich dann auch verlässlich wieder und bin zur Klärung bereit.
        Mein Kind weiß auch, wenn wir kurz raus gehen/in einen anderen Raum gehen, dann darf sie danach weiterspielen oder zurück zur Situation. Nur eben mit durchatmen, aufatmen und Klarheit, was erwartet wird. Daher geht sie meistens auch freiwillig mit und lässt mit sich reden, was IN der Situation selbst, gar nicht möglich wäre, wenn zu viel drum herum ist.

        Ist kein anderer Raum oder kurz rausgehen möglich, sage ich Erwachsenen auch deutlich, dass ICH jetzt mit meinem Kind rede und dazwischenreden unhöflich ist. Signal: danach können wir (erwachsene) reden. Aber Gespräch unterbrechen lasse ich mir nicht von meinem Kind UND nicht von Erwachsenen, die es eigentlich schon gelernt haben sollten.

    Deine Tochter "schnappt" sich also die Flasche des anderen Mädchens, es gibt Streit und Du schaust erstmal in aller Seelenruhe zu, weil Du das andere Mädchen reagieren lassen willst? Na prima ... #augen

    • Je nach Alter können Kinder solche Lappalien schon durchaus unter sich klären.

      Ich greife auch nicht bei jedem Kinkerlitzchen auf dem Spielplatz zB ein. Klar, wenn ein Kind dem anderen deutlich überlegen ist. Aber wenn sich zwei 2 oder 3 jährige um eine Schaufel "streiten" gehe ich da auch nicht direkt wie eine Furie dazwischen und entreiße dem Kind das Spielzeug. Ich hab schon oft erlebt, wie ein Kind dem anderen Kind kurz drauf die Sache von selbst zurück gegeben hat. Schade aber, wenn Eltern den Kinder gar keine Möglichkeit geben, Konflikte untereinander zu lösen.

Ehrlich gesagt wäre ich als dein Freund auch genervt gewesen, von dir, weil du deinem Kind eben nicht sagst, dass es dem anderen Kind nicht etwas wegnehmen darf und es jetzt die Flasche bitte zurück gibt.

Es gehörte deinem Kind nicht, es wird dadurch ein Streit und umnötige Unruhe provoziert.

Ich kann es verstehen, dass dein Freund da eingreift, wenn Muttern daneben sitzt und zuguckt.

LG

Oh mich hätte es auch sehr genervt, wenn da zwei Kiddies die Mensa zusammen quaken, weil die Muddis erstmal gucken wollen.

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