HILFE!! Ich weiß nicht weiter. Vorsicht: lang!

    • (1) 05.10.17 - 10:16

      Hallo an alle da draußen,

      ich weiß nicht ob mein Beitrag hier reinpasst aber habe leider keinen passenderen Forum-Punkt gefunden.

      Ich brauche dringend Rat, da ich einfach nicht mehr weiter weiß.
      Wir (Mann, ich und 2 Kids [fast 6J und 18 Monate] in einem Mehrfamilienhaus mit 7 Parteien. Vor einigen Monaten ist eine neue Nachbarin, alleinerziehend mit ihrem 3J. Sohn hier eingezogen.
      Eins vorweg: Ich bin ein sehr offener und kontaktfreudiger Mensch, aber meiner Meinung nach kann eine gute Freundschaft nur entstehen wenn die Chiemie passt und wenn beide das wollen.
      Es ging gleich zu Anfang los, dass ich jeden Tag klingelte und einen spontan besuchen möchte, auch außerhalb der "normalen Zeiten". Wochenende um zehn Uhr morgens. Wo man eigentlich denken könnte, da wollen die Leute ihre Ruhe und ihre zeit mit der Familie, ladet sich also grundsätzlich selber ein. Vllt fühlt sie sich alleine, was ich auch verstehen würde aber dafür bin ich nicht zuständig. Hab jetzt lang genug immer "ja klar komm rein. Ja klar kann dein Junge hier spielen mit meinen Mädels während du den haushalt machst. bla bla" gesagt, bis es irgendwann so war, dass geradewegs von der Kindergartenheimkehr direkt bei uns geklingelt hat, mit der Brotzeittaschenoch am Rücken, mit Matschhose. Sie (die Mutter) aber schon oben in ihrer Whg war, wohl damit gerechnet hat, sie kann ihn gleich hier abliefern und selber oben gemütlich nen Chilligen machen.
      Furchbar neugierig ist sie auch, aber damit kann ich umgehen. Erzähle einfach nicht zu viel oder zeige klipp und klarr was ich preisgebe oder nicht.
      Es wurde mit der Zeit immer krasser....
      Hinzu kommt, hier wohnt noch ein anderes Kind im Haus. Ein Mädchen, so alt wie meine Große. Mit ihr versteht sich der Junge gar nicht. Die chemie passt halt nicht. Seine Mama will das aber immer erzwingen. Steht am Balkon und ruft den Mädels (meiner großen und der anderen) immer runter "jetzt lasst ihn halt mal mitspielen!!! Was flüstert ihr denn da im Gebüsch???".
      Also Fakt ist, jeder muss auf sie und ihren Kleinen Jungen Acht nehmen, alle müssen sich um ihn kümmern, alle Kinder MÜSSEN mit ihm spielen usw. Habe ich auch schon mehrmals gesagt, dass man Freundschaften unter Kindern nicht erzwingen kann und das man sie ruhig mal alleine ihr Ding lassen machen soll. Aber halt "bereit" sein, wenn das Kind einen Ansprechpartner sucht.
      Aber es wurde mit der Zeit noch extremer.......
      Wenn er irgendwo nicht mitspielen will, weil sie Barbie spielen schreit er rum "SCHEISS BARBIE!!!!! ICH WILL DAS NICHT SPIELEN!!! ICH WIIIIILLLL NIIIIICHT!" Tretet nach den Mädchen. Worauf ich schon oft gesagt habe, dass es so NICHT geht. Er tretet sogar nach der Mutter des anderen Mädchens, weil sie schon oft gesagt hat : "So geht das nicht, du kannst die anderen Kinder nicht hauen". Mir hat er auch schon den Mittelfinger gezeigt, die Zunge etc. Ok, dass seh ich nicht so eng. Das schnappen Kinder iwo auf und machen es nach. Aber es wäre wichtig ihnen zu zeigen, dass das nicht richtig ist. Seine Mama schaut bei solchen Akionen nur weg oder lacht. Wenn aber die Mädchen mal sagen "hey stopp wieso haust du unser gebautes kaputt", dann ruft die Mutter vom Balkon "ihr seid selber Schuld, ihr lasst ihn nicht mitspielen".
      Gestern musste ich dann ihr ggüb schon einen anderen Ton einschlagen und sagen, dass es jetzt langsam die Grenze erreicht ist, dass es nach anderen tretet und schubst und haut und an den Haaren zieht nur weil er wie sie so schön sagt "frustriert ist, weil er nicht mitspielen darf".
      Das problem an all dem ist, ich kann ihr einfach nicht aus dem Weg gehen. Wir haben einen gemeinschaftsgarten. Wo ich natürlich nicht immer mit meiner großen hocke, die spielt da alleine mit dem Nachbarsmädchen. Aber wenn ich nach dem Mittagsschlaf mit der Kleinen runtergehe und gegen spätnachmittags sie nach Hause kommt hockt sie sich gleich dazu ALS WÄRE NIE WAS GEWESEN AM TAG VORHER! Und das ist mittlerweile jeden Tag so. Ich fahre nun schon oft zum spielplatz um dieser Situation zu enfliehen. Wie traurig ist das bitte.


      Bitte gibt mir einen Rat. Mein Mann hat das in seinem Urlaub jetzt auch oft mitbekommen und ist runter, wenn meine Großer mit Tränen angerannt kam und weinte, er habe ihr wieder an den Haaren gezogen und sie angespuckt oder so. Wenn mein Mann dann sagt "hey junge so gehts nicht!! etc" dann kuscht er sofort und traut sich nichts mehr sagen.
      Und die Kröung vom all dem: Mindestens einmal die Woche hört man es in deren Wohnung brüllen und scheppern und weiß gott was. Kurz nach dem Einzug habe ich sie mal extrem brüllen gehört wo sie ihn als "dämliches Arschlochkind" bezeichnet hat. Das ist nicht mehr normal. Manchmal habe ich auch blaue Flecken an ihm gesehen. Aber dass möchte ich nicht vertiefen und auch keine falschen Behauptungen aufstellen, dass steht mir nicht zu.
      Schimpfen tut jeder und manch einer lauter als der andere, aber auf das hat mich auch schon eine ältere Nachbarin im Nachbarshaus angesprochen, ob ich dass denn mitbekomme. Sie mache sich da Sorgen.
      Aber wenn es so ist, dass er zu hause diese Art von Konfliktlösung lernt "hau zu und schrei rum" dann wundert mich NICHTS MEHR.


      Gott......

      Danke und sorry für den fetten Text.

      • Da ich in einer Siedlung wohne, in der im Lauf der Jahrzehnte Dutzende Kinder aufgewachsen sind, kann ich nur eines sagen: Abgrenzen. Es geht nicht anders. Hier wuchsen zu der Zeit, als meine Kinder im Schulalter waren, auch Rabauken auf vom Feinsten mit Müttern.....naja. Ich habe es, nachdem meine Tochter von einem solchen mal die Treppe runtergeschubst wurde, meinen Kindern erklärt, warum sie sich von diesen fernhalten sollen. Hat eigentlich ganz gut geklappt. Gut, da es bei uns Soldatenfamilien waren, von denen man wusste, irgendwann ziehen die eh wieder weg, war es leichter.
        Aber auch Dir kann ich nur raten, klare Linien zu ziehen. Der Mutter unverblümt sagen, was man von dem Theater hält und auch das Kind nicht weiter "betreuen". Wobei ich auch schon mal einer Mutter deutlich sagte "wenn Sie so eindeutig mit Ihrem Kind überfordert sind, muss man eben mal das Jugendamt um Hilfe bitten". Sie hat den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden, nachdem einige gut gemeinte Gespräche auch mit anderen Nachbarinnen für die Katz waren.
        Wenn sie bei Dir nicht reagiert, soll es eben Dein Mann vermitteln, vielleicht funktioniert das besser.
        Kann Dein Kind nicht mit dem anderen Mädchen wo spielen, wo der Junge nicht hinkommt? Anders geht es wohl nicht. LG Moni

        • Hallo

          Du musst sowohl der Mutter, als auch dem Kind umgehend klar Grenzen stecken.

          1. Übernimm keineswegs mehr die Betreuung des Kleinen. Wenn er wieder im Kindergarten-Outfit bei dir klingelt, dann schick ihn zu seiner Mutter.

          2. Wenn die Mutter bei dir klingelt, dann sag ihr, dass du keine Zeit hast.

          3. Ermutige deine Kinder, mit den Kindern zu spielen, mit denen sie sich verstehen und den kleinen Frechdachs meiden.

          4. Lass dich von dieser Person nicht so schamlos ausnutzen!

          Alles Gute!

      • Danke fruechenomi,#klee


        dann muss ich das auch durchziehen. Das beste ist ja auch dass sie oft unterschwellig Erziehungstipps gibt. Sie ist mindestens zehn Jahre älter als ich. Aber ich hab meine Mädchen um einiges besser im Griff, obwohl ich meine Grosse vor sechs Jahren selbst als teenie bekommen habe. Eig sag ich sowas ungern, aber mir kam schon mal der Gedanke ob sie vllt etwas neidisch ist. Denn bei ihr sieht sogar ein Blinder, dass sie ihr Kind nicht im Griff hat.

    DU und dein Kind entscheiden, wer wann bei euch ein- und ausgeht. Also konsequent sein.

    ------Kurz nach dem Einzug habe ich sie mal extrem brüllen gehört wo sie ihn als "dämliches Arschlochkind" bezeichnet hat. Das ist nicht mehr normal. Manchmal habe ich auch blaue Flecken an ihm gesehen. -------

    DAS würde mir ernsthaft Sorgen machen. Dem Kind geht es offensichtlich nicht so gut bzw. er eckt an und hat es zuhause auch nicht leicht. Ich bin der Meinung, man kann da nicht einfach wegsehen und hoffen, dass der Junge sich zurückzieht und euch aus dem Weg geht. Du kannst auch anonym das JA informieren. Besser einmal zu viel hingesehen als einmal zu wenig.

    Hallo,

    ich bin auch ein ziemlich gutmütiger Mensch und musste, als ich Kinder hatte, auf die harte Tour lernen, dass es Leute gibt, die einen einfach schamlos ausnutzen, versuchen zu manipulieren und dabei noch nicht mal ein schlechtes Gewissen haben.

    Wie schon jemand schrieb - Abgrenzung ist die einzige Möglichkeit. Bei uns war es z.B. so, dass unserer Mittlerer sonntagmorgens immer zwischen 5 und 6 aufwachte. Ein Elternteil stand dann auf und hat gespielt. In dem Moment, wo bei uns das Licht anging, stand das Nachbarskind auf der Matte, "weil wir ja ohnehin wach sind". Das erste Mal habe ich mich noch überrumpeln lassen. Eines Tages war ich so sauer, dass ich das Kind einfach selbst heimgebracht habe und eine klare Ansage gemacht habe (durch das Klingeln wurden dann die anderen beiden Kinder wach). Dann war Ruhe.

    Es gibt leider Leute, von denen du gar nichts erwarten darfst, falls du sie mal brauchst. Und das klingt wie so ein Fall. Also: Abgrenzen. Abgrenzen. Abgrenzen. Zur Not die beiden Mädels in der Wohnung spielen lassen.

    GLG
    Miss Mary

    • Ach herrje, so ein Nachbarskind hatte ich auch mal. Sonntagfrüh schon vor 8.00 klingeln "ich hab Hunger" als ich fragte, was mit Mama/Papa ist "die wollen noch schlafen, die haben mich rausgeschickt". Ich Bademantel an, Kind zurückgebracht und ....#wolke. Hab mich dann bei den anderen Nachbarn, die auch wach wurden, mit Keksen entschuldigt #freu
      Es gibt Leute, die gibts garnicht#schwitz
      LG

      • Ja ... in dem Fall war wohl die Idee "die sind eh wach und haben drei Kinder, da kommt es auf eins nicht mehr an ....".

        Es gibt wirklich unglaubliche Leute .... Bei uns wurde mal ein Kind vom Kindergeburtstag nicht mehr abgeholt. Wir kannten das Kind gar nicht gut und es war ein vierter Geburtstag, das Kind also noch miniklein. Der Geburtstag endete um 18.00 Uhr die Eltern kamen um 20.30 ... so nach dem Motto "upps .... so spät schon?".

        GLG
        Miss Mary

        • Tja, auch das gabs bei unseren Kindergeburtstagen früher schon, nicht nur einmal. Man musste anrufen und dran erinnern, dass sie ihren Blag endlich abholen sollen. Nicht falsch verstehen, aber man ist ja wirklich dann abends alle...und so ein übermüdetes Kind noch zu den eigenen dazu...nein danke#cool

(12) 06.10.17 - 14:22

...ich hatte dieselbe Situation und habe es zu lange zugelassen. Genau wie du. Am Schluss stand das Nachbarskind um 7.30 vor der Tür, obwohl meine erst um 7:50 loslaufen. Das war total Hektisch weil er dann auch die 20 Minuten noch rein wollte... die Mutter musste genau wie ich um 7.50 los....

Die Kids wurden vor der Tür plaziert und sie "versteckte" sich quasi unter der Treppe, ausgehfertig... und wenn ich die Kids retour schicken wollte, war keiner mehr da...

Ich habe dann nur mit Klartext was erreicht: "Ich bin keine Kinderhüte. Vor 7.50 mache ich die Türe nicht mehr auf - wenn es ausnahmsweise früher sein soll, dann sag es am Abend vorher, dann kann er auch hier Frühstücken. Am Wochenende wird nicht mehr geklingelt - dann ist Familienzeit."

Das Kind hat dann eine Weile lang von 7.30 bis 7.50 vor meiner Türe gewartet - und wenn es doch schon läutete, habe ich es zurück gebracht. Nach einer Woche wars dann endlich klar. Aber ich muss sagen, ich war schon auch selber Schuld. Habs zu lange mitgemacht. Und an jedem WE das Kind mitgenommen zu jedem Ausflug. Einfach weils mir leid tat. Und weil ich die alleinerziehende Mutter entlasten wollte. Aber wenns dann so weit geht, dass sie morgens chillig duscht und das Kind schon mal zu mir abschiebt, geht das gar nicht. Ich arbeitete an denselben Tagen wie sie....

Weiter hat es auch viel unfrieden gebracht, weil das Kind (es war nett) ganz anders erzogen war als unsere. Es war sehr fordernd. Wenns schon mal Aufmerksamkeit bekam, dann wollte es das komplett. Es drängte unsere Kinder total in den Hintergrund, stellte sich immer als der Superheld dar und machte meine runter. Das ging nicht gut...

Das zweite Thema: Wenn Kinder sich nicht einigen, was sie spielen wollen, dann lasse ich sie eine Weile. Wenn sie klein sind, mache ich dann einen Vorschlag - wird auch nichts draus und es ist nur noch gezicke, schicke ich das Gastkind weg. Freundlich, nicht als Schuldigen - aber es wird ja doch nichts mehr draus. Natürlich mache ich das nur, wenn es wirklcih mühsam wird und nach Absprache mit der Mutter. Ist nicht offiziell abgemacht, sondern es kam nur klingeln, halte ich keine Absprache...

  • Vielen DAnk für die Antwort.
    Ja solche Kinder wie du in deinem Beitrag schilderst, die andere in den Hintergrund drängen, sind MEIST (nicht immer) Kinder, welche zu Hause zu wenig Aufmerksamkeit bzw Nähe bekommen.
    In unserer alten Wohngegend war ein Mädchen, die sich am Spielplatz STÄNDIG an mich geklammert hat, hat mich an sich gekuschelt (aber richtig fordernd), wollte ständig mit mir Händchen halten usw. das tut mir zwei Leid auf der einen Seite, aber auf der anderen Seite ist man halt nicht für die Hütung und Erziehung anderer zuständig. Man hat seine eigenen und für diese ist man zuständig. Ich bin eh jmd der viele Kinder immer "betreut" sei es auf Familienfeiern, Spielplatz, Kindergartenfeste etc. meist steht dann eine Horde bei mir und will spielen. Sie sehen halt dass ich Kinder mag und sehr kreativ bin aber trotzdem, irgendwo ist auch mal Schluss.
    Aber finde ich super, dass du da so Klartext geredet hast. Muss ich mal vor dem Spiegel üben :-)
    Lg und schönes Wochenende!

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