Mein Kind kommt ins betreute wohnen

    • (1) 06.10.17 - 14:34

      Hallo ihr Lieben. Ich muss mir mal was von der Seele schreiben und vielleicht kann der eine oder andere mit Erfahrungen beitragen. Mein ältester Sohn ist 10 und nicht gerade einfach. Seid dem Kindergarten rennen wir zu Therapien, erziehunghilfen, Jugendamt, familienhilfe usw.. Seid ca 1 Jahr bekommt er noch Tabletten wegen seinem ADHS. Jetzt ist es leider so das wir alles probiert haben und er trotzdem immer aggressiver wird. Er klaut er lügt und nichts wird besser. Jetzt hat das Jugendamt gesagt das es besser wäre wenn er in das betreute Wohnen kommt. Das denken wir auch da nichts mehr funktioniert. Auch auf der neuen Schule gibt es nur ärger. Obwohl wir wissen das es das beste ist. Der Kontakt natürlich bestehen bleibt und unsere anderen Kinder einfach endlich Ruhe brauchen fühlt es sich so schlimm an ihn gehen zu lassen. Ich fühle mich wie die schlechteste Mutter der Welt obwohl alle sagen ich hab alles gegeben. Aber trotzdem. Ich bin einfach nur traurig

      • (2) 06.10.17 - 14:53

        Hallo, ich würde versuchen, es als Chance zu sehen. Es kehrt etwas Ruhe ein in seinem Leben und auch in eurem. Das betreute Wohnen ist doch sicher erstmal für einen gewissen Zeitraum gedacht. Wenn alles in etwas geregelteren Bahnen läuft, wird neu entschieden. Steht er selbst dem betreuten Wohnen denn positiv gegenüber? Stärke ihn und zeig igm, wie lieb du ihn hast. Er bleibt Teil eurer Familie!
        Alles Gute für deinen Sohn und euch insgesamt :-)!

        • (3) 06.10.17 - 15:15

          Ja das ist nur vorübergehend. Er soll aufjedenfall zurück. Wir haben es ihm noch nicht gesagt. Wir wissen es auch erst seid gestern. Danke für deine Antwort. Ja du hast recht. Es ist eine Chance aber es ist so schwer

      Der Bruder eines meiner Patenkinder hatte auch ADHS und ich kann Dich verstehen. Das hat nichts mit schlechter Mutter zu tun, wenn man sagt, ich kann nicht mehr. Deine anderen Kinder brauchen Dich auch. Mein Patenkind hat sehr darunter gelitten, dass sich ALLES nur um ihren Bruder drehte, der furchtbar chaotisch war.
      Gönne euch die Pause - die Zeit wird es bringen, wie es weitergeht. Und von Dir ist mal der Druck genommen, für jeden Mist verantwortlich zu sein, was er anstellt!!! Das tut Dir auch mal gut. LG Moni

      Übrigens: Der Junge, den ich erwähnte, ist nun erwachsen - und gesund, nett und in Ausbildung, die er sehr gut absolviert.

      • Ich danke dir für deine lieben worte. Wir denken auch das es das richtige ist. Die anderen leiden sehr darunter. Aber es ist auch mein Sohn und zu sagen ja er geht ist unfassbar schwer

        • (6) 06.10.17 - 16:07

          Hallo,

          ändere deine Sichtweise und sage nicht: er geht sondern sage dir: ichgebe ihm die Chance auf Hilfe die ich ihm jetzt nicht geben kann und hoffe darauf, ihn beld wieder in unserer familie zu haben.

          LG

        • (7) 06.10.17 - 20:11

          "Aber es ist auch mein Sohn und zu sagen ja er geht ist unfassbar schwer"

          Würde er auf eine mehrwöchige Jugendfreizeit gehen um Survival im Freien zu lernen, würdest Du nicht so denken.

          Das Problem ist nur, dass Du selbst innerlich teilweise diese Wohngruppe stigmatisierst, statt als Möglichkeit zur Weiterbildung für Alle wahr nimmst. Das kommt natürlich daher, dass er dort hin "muss" weil "nichts Anderes mehr hilft".

          In Wahrheit ist aber so ein Break an der Stelle das Richtige. Er wird nicht abgeschoben, er kommt unter andere Fittiche, die ihn professionell lehren, wie es weiter gehen muss. Er braucht sozusagen ein Survivaltraining für den Alltag, um zuerst mit sich und dann mit seiner Umgebung klarzukommen.

          Du hast als Mutter nicht versagt, wenn er diese Möglichkeit bekommt. Im Gegenteil, versagt hättest Du, wenn Du sie ihm verwehrst. Versuch mal bitte diese Schuldgefühle abzulegen, die sind nicht nötig. Du hast seine Probleme nicht verursacht, er auch nicht, aber jetzt ist ein Abstand und eben ein Training nötig, damit es als Familie weiter gehen kann.

    (9) 06.10.17 - 18:55

    Hallo,

    es ist eine neue Chance für alle. Mein Mann hat selber paar Jahre auf Wohngruppen gearbeitet. Der Abstand hat in vielen Familien Wunder bewirkt. Holt euch hilfe/Tipps wie ihr es ihm am besten erklärt, dass er sich nicht abgeschoben/gewollt füllt.

Vorab: Du bist sicher keine schlechte Mutter, du bemühst dich ja.

Mir sind das allerdings zu wenig Infos, um urteilen zu können, was das beste ist für deinen Sohn. Zunächst einmal finde ich 10 Jahre viel zu jung für betreutes Wohnen und in eurem Fall kann ich den Sinn davon nicht erkennen. Was soll sich im betreuten Wohnen verbessern können, wenn er aufgrund einer Krankheit und nicht aufgrund von Erziehungsdefiziten so ist?

Was sagt sein Therapeut dazu? Welche Therapien wurden gemacht? War evtl nicht der richtige Ansatz/richtige Therapeut dabei?

(12) 07.10.17 - 11:12

Das muss ja einen Grund haben. Vielleicht ein Impfschaden?

klar, und Elvis lebt noch, oder wie?

(16) 07.10.17 - 14:12

Hallo,

das kann ich gut verstehen. Du fühlst Dich sicher verantwortlich. Aber wenn Du merkst, dass es für Dich und vor allem auch für Deinen Sohn immer nur schlimmer wird, wenn es so bleibt, wie es ist, bist Du eine gute Mutter, wenn Du nach Alternativen schaust.
Wie geht es denn Deinem Sohn damit? Wie sieht er die ganze Situation?
Ich finde es wichtig, dass ihr da wirklich ehrlich zueinander seid, damit er versteht, dass er nicht einfach abgeschoben werden soll. Und wichtig ist natürlich auch, dass ihr, wenn er ins BW zieht, regelmäßigen Kontakt haltet - nicht nur zu Eurem Sohn sondern auch zu den Erziehern vor Ort. Sie werden euch weiterhelfen können im Umgang mit eurem Sohn, z,.B. indem sie euch zeigen, was gut funktioniert bzw. was sie mit eurem Sohn erarbeitet haben. Im besten Sinne könnte man es als Erziehungspartnerschaft bezeichnen, die ihr mit den Erziehern eingeht...und hoffentlich daraus einen Neuanfang hinbekommen.

Ich wünsche euch viel Kraft und alles Gute!

LG

a79

  • (17) 07.10.17 - 14:32

    Hallo na ja er macht seine "coole" Sache weiter. Mir egal wenn ich da hin komme .. sind eh alles arschlöcher usw. Ihn juckt das nicht. Seine Aussage
    Ich denke nicht das es vom impfen kommt . Er ist immer schon auffällig gewesen und eckt seit dem Kindergarten überall an. Das wird eines der Hauptproblem sein.

    • (18) 07.10.17 - 16:12

      Also habt ihr mittlerweile mit ihm darüber gesprochen?
      Ich kann mir nicht vorstellen, dass es "ihn nicht juckt" - "cool"- sein ist ja immer auch eine Art, andere Gefühle zu überdecken und eben nicht zu zeigen, was wirklich ist. Manche tun es, um zu gefallen (z.B. in einer Clique), andere, um nicht zu zeigen, dass sie eigentlich Angst haben, traurig sind, ...
      Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es vom Impfen kommt. Aber es ist für ein Kind sehr schwierig, wenn es sich - aus welchem Grund auch immer - im Verhalten von anderen Kindern deutlich unterscheidet. Kinder können da sehr gemein untereinander sein, was es für Dein Kind sicher auch nicht einfacher macht. Es wird im betreuten Wohnen darum gehen, einen Weg aus dieser Verhaltensspirale heraus zu finden.

(19) 07.10.17 - 14:34

Also, auch wenn ADHS immer noch so ein bisserl "Modediagnose" ist, wenn Kinder nicht so tun wie sie sollen, ist schwere ADHS eine ernst zu nehmende, schwere Krankheit, die nicht behandelt genauso tödlich sein kann wie z.B. eine Krebserkrankung. Warum? Nun, weil ADHS-Kinder anfälliger sind für psychische Folgeerkrankungen und eben auch selbstmordgefährdet sind. Wenn dein Kind Krebs hätte und zur Therapie in ein Krankenhaus müsste, dann würdest du dich auch nicht als "schlechteste Mutter der Welt" fühlen, oder?

Wichtig ist, dass du das tatsächlich so siehst und dein Kind weiterhin betreust und den Kontakt hältst und dass ihr gemeinsam mit Experten schaut, dass die Krankheit behandelt wird. Dass es unglaublich schwer ist, das ist völlig klar. Aber das ist es immer, wenn ein Kind schwer krank ist.

  • (20) 07.10.17 - 15:40

    ***ist schwere ADHS eine ernst zu nehmende, schwere Krankheit, ***

    Um Gottes Willen NEIN. ADHS ist keine Krankheit, es ist einfach eine andere Form der Informationsverarbeitung im Gehirn die nicht besonders gut an die Anforderung in unserem System passen-

    Man muss ADHS nicht behandeln, sondern man muss damit adäquat umgehen. Wenn man das nicht tut, dann kann "ADHS" schon zu einer zu großen Stressbelastung etc führen, die dann in psychische Erkrankungen münden.

(23) 07.10.17 - 16:06

***Seid dem Kindergarten rennen wir zu Therapien, erziehunghilfen, Jugendamt, familienhilfe usw.. ***

Verstehe ich nicht ganz. Vor 2 1/2 Jahren hatte er doch nur ein paar Disziplinprobleme in der Schule....
Wenn das mit dem Kindergarten angefangen hat, kann es dann mit eurem 2. Kind zusammenhängen, was ja 4 Jahre jünger ist? Ist dein Mann der Vater deines Ältesten?

***Seid ca 1 Jahr bekommt er noch Tabletten wegen seinem ADHS. Jetzt ist es leider so das wir alles probiert haben und er trotzdem immer aggressiver wird. ***

Tabletten "gegen" ADHS können zwar frustrierende Situationen vermeiden, die zu Aggressionen führen, aber das Medikament selbst macht auch agressiv. Die Tabletten selbst sollten auch nie als alleinige Therapie angesehen werden, sondern nur Verhaltenstherapien unterstützen und nur vorübergehend eingesetzt werden. Vor allem wenn sie nicht helfen.

Offensichtlich seid ihr nicht auf dem richtigen Weg. Könnte es auch in Richtung Asperger gehen? Ich habe jetzt schon einige Fälle erlebt, insbesondere wenn es sich scheinbar um besonders schwere und therapieresistente ADHS-Fälle handelte, wo sich am Ende doch noch Asperger herausstellte...

***und unsere anderen Kinder einfach endlich Ruhe brauchen fühlt es sich so schlimm an ihn gehen zu lassen.***

Die Ressourcen einer Mutter sind eben begrenzt. Du erwartest gerade dein 5. Kind, da ist eben nicht die notwendige Zeit und Kraft für deinen Sohn da. Es wird offenbar besser für ihn sein in diese Wohngruppe zu gehen. Aber sein Kind in andere Hände zu geben, wenn es ihm dort besser geht, gehört sicherlich NICHT zu den Handlungen einer "schlechten Mutter".

Dass du vor allem für deine Familie den "Vorteil" siehst, finde ich bedenklich und könnte auch Teil der Gesamtproblematik sein. Habt ihr mal eine Familientherapie gemacht?

VG S.

  • (24) 07.10.17 - 16:45

    Nur weil ich vor 2 1/2 Jahren nicht alles hier rein geschrieben habe heisst es nicht das das seine einzigen Probleme waren. Bei weitem nicht. Wir haben alles Therapien probiert und alle Anlauf stellen die es gibt genutzt. Alle waren in familientherapien usw. Und nein ich erwarte nicht mein 5 Kind da ich vor 1 Woche eine Fehlgeburt hatte und mein Kind verloren habe

    • (25) 07.10.17 - 17:10

      ***Nur weil ich vor 2 1/2 Jahren nicht alles hier rein geschrieben habe heisst es nicht das das seine einzigen Probleme waren.***

      Wäre halt damals sicher für die Antwortenden hilfreicher gewesen zu wissen, dass hinter der "Phase" wie du es nanntest, ein riesiger Berg dahintersteckte.

      Du schriebst damals: "Ich war auch schon beim Psychologen usw hat alles ergeben er hat einfach kein Bock das ist alles."

      ***Wir haben alles Therapien probiert und alle Anlauf stellen die es gibt genutzt***

      Das schafft man sicherlich nicht in 10 Jahren ;-)

      ***Und nein ich erwarte nicht mein 5 Kind da ich vor 1 Woche eine Fehlgeburt hatte und mein Kind verloren habe ***

      Das tut mir aufrichtig leid, das wusste ich nicht.

      Aber das ändert ja nichts daran, dass ihr sofort weiter an einem 5. Kind basteln wollt.

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