Samenspende, Kinder aufklären

    • (1) 14.10.17 - 20:58

      Hallo,
      unsere Kinder sind beide das Ergebnis einer Donogenen Insemination. Uns wurde damals nahegelegt, die Kinder nie darüber aufzuklären. Schließlich sind die Spender anonym. Damals waren wir auch davon überzeugt, dass ein Verschweigen besser wäre. Nun hat sich in den Jahren einiges verändert. Mittlerweile leben wir in Scheidung und jeder sortiert sein Leben neu. Nach einigem Überlegen bin ich inzwischen der Meinung, die Kinder sollten es erfahren. Sie haben schließlich ein Recht zu wissen, woher sie abstammen. Jetzt stellt sich mir aber die Frage wie und wann. Trennung, bevorstehende Scheidung, teilweise neue Partner, beginnende Pubertät... Schon ein bißchen viel auf einmal. Weiteres Problem: Der Ex ist gegen eine Aufklärung und wenn ich ihn jetzt darauf anspräche, würde er es wohl eher so auslegen, als würde ich versuchen, ihn ins Abseits zu schießen. Wir haben leider nicht das beste Verhältnis, versuchen uns aber was die Kinder betrifft einigermaßen zusammenzureißen. Den Ex darauf anzusprechen würde mit Sicherheit wieder in Streit ausarten, aber ich kann doch die Kinder nicht ihr ganzes Leben mit einer Lüge leben lassen. Und je älter sie werden, desto schwieriger wird es. Eigentlich ist es ja jetzt schon sehr spät. Sorry, etwas lang geworden, aber vielleicht hat hier ja jemand einen Rat für mich?

      • Hallo Nordseefan!

        Würde ich unter diesen Vorraussetzungen nicht machen.

        Die Kinder haben jetzt schon eine große Krise zu meistern und ihnen das jetzt auch noch hinknallen, noch dazu ohne Einverständnis des Vaters.

        Das geht meiner Meinung nach nicht.

        Und du sparst dir vorerst weitere Streiterein mit dem Ex. Lass es...


        MfG Kelly

        • Ja, genau das denk ich auch... Dass es einfach zu viel wird. Und einfach ohne sein Einverständnis würde ich es ja auch nicht machen. Aber wenn er auch zu einem späteren Zeitpunkt auf seinem Standpunkt bleibt, was dann?

      Keine Ahnung was "richtig" Ist. Aber aus dem Bauch heraus würde ich sagen: warte bitte.
      Ihr trennt euch gerade. Für eure Kinder "zerbricht" gerade ihre Familie. Auch wenn ihr den Kindern zuliebe alles toll abwickeln könnt, ändert es nichts daran, dass es das Leben wie sie es kennen, in der Form nicht mehr gibt.
      Wenn du es ihnen jetzt sagst, zerbricht ein weiterer Teil ihrer Realität. Ziemlich viel aufeinmal was sie dann zu verarbeiten haben oder meinst du nicht?
      Ich würde warten bis sich alles eingespielt hat. Die Bedenken deines Exmannes kann ich sogar irgendwo verstehen.
      Der Zeitpunkt ist denkbar ungünstig.
      Ich bin sehr für Ehrlichkeit. Aber ich denke dass du in diesem Fall erst mal dafür sorgen musst(Zusammen mit deinem EX) dass die neue Situation verabreitet wird und der neue Alltag reibungslos läuft.
      Das kann bestimmt eine Zeitlang dauern.
      Lass mal 1,2 Jahre vergehen und setz dich dann mit deinem EX zusammen. Und dann würde ich es den Kindern ZUSAMMEN erzählen.

      Du schreibst, dass Du dein Leben neu sortiert. Sei ehrlich zu dir:
      willst du es den Kindern sagen, weil sie ein Recht drauf haben?(welches sie in 1-2 Jahren immer noch haben)
      Oder willst du es sagen, weil es für deinen Neuanfang passen würde? Um ein jahrelanges Geheimnis nicht mehr hüten zu müssen?
      Das meine ich gar nicht böse. Aber vielleicht ist es ein Denkanstoß für dich.
      Du hast momentan genug Baustellen.
      Arbeite eine nach der anderen ab.

      Alles Gute für euch !

      • Der Zeitpunkt ist schlecht, das weiß ich. Sind schon über ein Jahr getrennt, ist also nicht mehr ganz frisch. Trotzdem mit bevorstehender Scheidung schon sehr viel. Hab den Ex auch nicht in der jetzigen Situation darauf angesprochen. Hatten das Thema vor Jahren mal, und er ist halt komplett dagegen. Was, wenn das so bleibt?? Das Neusortieren sollte nicht heißen, dass ich es wegen dem Neuanfang sagen möchte, kam vielleicht falsch rüber. Der Gedanke ist schon etwas länger da gewesen.

    Hallo,

    es ist ja ein bisschen wie eine "Teil"-Adoption. Auch adoptierten Kindern sagt man ja irgendwann einfühlsam, dass sie eben adoptiert sind.

    Ihr seid ja aber aktuell komplett am "umwurzeln".

    Wem würde es denn jetzt etwas bringen, wenn die Kinder das erfahren? Als Vater würde ich bei dieser Idee ebenfalls austicken. Und den Kindern bringt es auch nichts, da sie in diesen Umbruchzeiten eventuell das Gefühl haben ihren Vater "verloren" zu haben.

    Ich würde abwarten, weil ich mir denke, je älter die Kids werden, umso leichter wird es, denn sie verstehen dann viel besser, dass dies halt eure Möglichkeit war, Kinder zu bekommen.

    Auf jeden Fall würde ich aber abwarten, bis die Wogen sich geglättet haben, über längere Zeit regelmäßiger Umgang stattfindet und ihr euch alle als "getrennte Familie" zusammengerauft habt.

    Dann kannst Du ja auch mit Deinem Ex-Mann nochmal sprechen. Es wäre schon schöner, wenn man den Kindern das gemeinsam sagt - vor allem weil das ja auch verunsichert.

    Alles Gute Dir.

    LG

    • Da geb ich Dir vollkommen Recht. Möchte es nicht einfach über seinen Kopf hinweg sagen. Die Beiden sind knapp 13 und 9. Eigentlich hätten wir es schon viel früher einfühlsam sagen müssen. Hab jetzt auch schon mehrfach gelesen, dass sie es je älter sie bei der Aufklärung sind schlechter aufnehmen. Ist ja schließlich genau genommen schon ein Vertrauensbruch... Mach mir deswegen inzwischen schon Vorwürfe, dass wir nix gesagt haben. Aber ich warte mal, ob es irgendwann besser wird und ich den Ex doch noch davon überzeugen kann. Erstmal schauen, dass das mit der Scheidung anständig über die Bühne geht.

>>>und wenn ich ihn jetzt darauf anspräche, würde er es wohl eher so auslegen, als würde ich versuchen, ihn ins Abseits zu schießen.<<<

Genauso sähe ich das auch.

Bist du sicher, dass deine "hehre Absicht", die Kinder über ihre Herkunft aufzuklären, nicht eher daher kommt, deinem Mann eins auswischen zu wollen?
Was sollen die Kinder mit dem Wissen anfangen, einen anonymen Erzeuger zu haben?

Hallo
Wenn du sagst die Kinder kommen gerade in die Pubertät ist das Kind für mich schon längst in den Brunnen gefallen. Sowas ist nichts dass man zum 18 Geburtstag wie eine Beichte auspacken sollte. Wer Mama und Papa sind ist klar, bei euren Kindern kommt aber genetisch noch etwas dazu dass sie betrifft. Mich wundert es ehrlich gesagt auch sehr dass euch gesagt wurde es nie zu erzählen, in der heutigen Zeit...
Genau so wundert es mich dass dir erst jetzt der Gedanke kommt dass es eventuell wichtig wäre dass die Kinder das wissen. Richtig ist es, ist bei dir aber mehr Groll gegen den Ex dabei?
Was ich jetzt machen würde: die Trennung sacken lassen und dann nicht noch länger warten ,sondern es möglichst so erklären dass es nicht wie etwas negatives rüber komm.
.
LG

  • Wie schon erwähnt: Ursprünglich wollten wir es nie sagen. Einfach, weil sie nie die Chance haben, den Erzeuger ausfindig zu machen. Und die Frage nach den Wurzeln würden kommen, kann aber nun malnicht beantwortet werden. Ich denke ja nicht erst seit der Trennung darüber nach. Kinder fragen zwischendurch halt auch mal, wenn sie Merkmale an sich feststellen, von wem sie dies und jenes haben. Es ist definitiv kein böser Hintergedanke den Ex betreffend dabei. LG

    • Auch wenn es anonym ist, ist diese Info noch besser als im falschen Glauben zu Leben. Angenommen in der Familie deines Mannes gibt es Erbkrankheiten oder ähnliche Krankheitsgeschichten, wie soll man denn damit umgehen wenn die Kinder nicht betroffen sein können aber das nicht wissen?
      Oder noch schlimmer, Blutgruppen im Bio Unterricht und es wird selbst gemerkt dass bei euch etwas nicht passt.
      Ich würde mich auch bei den von dir angesprochenen Merkmalen sehr schwer tun optische Merkmale herbeizureden. Und ich weiß dass gerade fremde Menschen diese Merkmale bei Kind/Eltern meist finden werden. Ich habe ein Kind dass nicht mein leibliches ist (aber tatatsächlich mit mir verwandt ist) und was glaubst du was die Leute da sehen. Vor ihr Lügen und überzeugt zustimmen könnte ich echt nicht.

      • Genau... bzw. wenn gesundheitlich etwas festgestellt wird, was evtl.genetisch abgeklärt werden sollte. Das könnte auf uns zukommen, und dann kann man ja nur meine Seite überprüfen. Auch auf lange Sicht... Kann immer mal irgendwas gesundheitlich etc. passieren, wo das dann durch Zufall rauskommt. Genau deshalb möchte ich ja auch, dass sie es erfahren. Nur wenn der Ex nicht mitspielt, wird das schwierig. Ich warte jetzt erstmal die Scheidung ab und versuch zu gegebener Zeit nochmal mit ihm zu reden

    Ich finde du widersprichst dir sehr.
    Im Ausgangpost schreibst du:

    ".... Sie haben schließlich ein Recht zu wissen, woher sie abstammen. Jetzt stellt sich mir aber die Frage wie und wann...."

    Hier schreibst du:

    ".... Einfach, weil sie nie die Chance haben, den Erzeuger ausfindig zu machen...."

    Wenn sie niemals erfahren können wer ihre Väter sind, dann ist ihr Recht darauf zu erfahren wer ihre Väter sind auch nichtig.
    Du gibst ihnen keine Chance ihre Abstammung kennen zu lernen, sondern nimmst ihnen ihre Identität, wenn du es jetzt sagst!

    Auch ich empfinde dein Anliegen so, als wolltest du endgültig eine nervige Person, denn Papa, lod werden.
    Warum jetzt?!?!?
    Richtig wäre es gewesen wenn ihr von vornherein mit offenen Karten gespielt hättet.
    Euer versäumen ist jetzt nicht mehr rückgängig zu machen und wird euren Kindern den Boden unter den Füßen nehmen. Gerade jetzt in diesem Alter, kurz vor und frisch in der Pubertät finde ich das nicht gut. Die Kinder haben noch nicht die richtigen Gedankengänge, die sie später haben werden.

    Als mein Mann 19 war, hat er erfahren dass sein Vater nicht sein leiblicher Vater ist. Auch ihn hat es damals sehr erschüttert, dennoch war in einem Alter in dem er es verstehen konnte. Er konnte sich damals in die Erwachsenen hineinversetzen und hat es dann doch ganz gut verkraftet verstanden und verkraftet.
    Allerdings hatte mein Mann die Chance, seinen leiblichen Vater kennenzulernen.

Hallo.

Heute ist es selbstverständlich das die Spender NICHT mehr anonym sind und das immer dazu geraten wird die kinder von anfang an mit der Wahrheit aufwachsen zu lassen.... Genau da liegt bei euch das Problem! Eure Kinder sind bereits mit der Lüge aufgewachsen und sowas im Teeniealter zu erfahren ist sehr sehr schwierig und nicht so einfach weg zu stecken, die Kinder müssen eure Trennung verkraften und sollen dann noch erfahren das ihr papa nicht ihr "richtiger papa" ist.... Das wäre nicht der richtige weg und das eure Lebenslüge kann jetzt nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden weil dir eingefallen ist das sie ein recht auf die Wahrheit haben, mal ehrlich ausgedrückt. Alles Gute

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