Kummerkasten / Zu Besuch bei im Ausland lebenden fremdsprachigen Großeltern

    • (1) 18.10.17 - 18:56

      Hallo.
      Irgendwie bekomme ich keinen Schlaf mehr vor der Vorstellung meiner Ehefrau, dass unser Kind alleine für eine Woche zu den in Bulgarien lebenden Schwiegereltern zum Urlaub könnte. Was mich daran stört ist die Tatsache, dass die Schwiegereltern kein deutsch reden. Zudem nimmt der Schwiegervater antidepressive und ist vor ca. 2 Jahren, wo er diese noch nicht genommen hat, ein mal gegenüber seiner Frau handgreiflich geworden (blaues Auge). Seitdem er diese Antidepressiva nimmt ist wohl nichts mehr passiert. Die Schwiegermutter ist absolut zuverlässig, hat aber auch kein leichtes Leben, da sie sich neben der Arbeit auch um ihren eigenen nicht im selben Haushalt lebenden pflegebedürftigen Vater noch kümmert. Aus meiner Sicht ist die ärztliche Versorgung auch nicht so gut in Bulgarien. Unser Kind werden wir versuchen die deutsche und bulgarische Sprache beizubringen. Wobei es halt noch in den Sternen steht, ob sich das Kind irgendwann auf bulgarisch so verständigen kann, dass es sich äußern kann wenn es krank ist. Ebenso wird es wahrscheinlich, so leid es mir tut, selten vorkommen, dass unser Kind die im Ausland lebenden Schwiegereltern sehen wird. Nach der Geburt kommt zumindest die Schwiegermutter für ein paar Tage vorbei. Der Schwiegervater bleibt aber aus für mich nicht schlüssigen Gründen in Bulgarien, ich vermute eher wegen seiner Antriebslosigkeit. Problematisch sehe ich auch, dass die ganze Wohnung der Schwiegereltern auch gesichert werden müßte mit Steckdosensicherungen, etc. Vom Gefühl her würde ich das bei denen am liebsten alles selber sichern und durchs Haus gehen um zu schauen was wo noch gesichert werden muss (z.B. Gasherd, etc.). Rauchmelder scheint es nicht in dem Land zu geben. Einen Babyautositz müßte man noch haben, falls das Kind krank wird und die Schwiegereltern mit ihm zum Kinderarzt müßten. Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr Dinge fallen mir dazu ein. Die Schwiegermutter hat mich auch schon mal darauf angeaprochen, wann denn das Kind Urlaub bei ihnen machen könnte. Ich weiß auch, dass ich oft zu vorsichtig bin. Aber diese ganze Situation bringt mich um den Schlaf und dass obwohl das Kind noch nichtmal geboren ist. Ansich möchte ich mich aktuell nur um den in 1-2 Wochen anstehenden Geburtstermin konzentrieren, aber es läßt mir einfach keine Ruhe. Es ist meiner Frau sehr wichtig. Aber sowas sollte aus meiner Sicht aktuell noch kein Thema sein. Wobei später wenn es ein Thema wird wahrscheinlich eh meine oben geäußerten Bedenken wieder aufkommen. Es wäre meiner Frau einfach so wichtig und ich hab ehrlich gesagt nur Angst wenn ich daran denke, dass unser Kind 1200km von uns entfernt in einem fremdsprachigen Land seinen Urlaub verbringt und wahscheinlich noch nichtmal die ihm nicht so vertrauten Schwiegereltern richtig verstehen wird.

      Meine Idee war schon, dass die Schwiegereltern zu uns nach Deutschland fliegen und sich irgendwann mal alleine für eine Woche um unser Kind kümmern können und ich mit meiner Frau irgendwo anders hinfahre. Das wäre für mich zumindest besser als dass das Kind in einem für ihn relativ fremden Land urlauben würde. Aber selbst dabei fühle ich mich wegen des depressiven Schwiegervaters nicht sehr wohl...

      Meine Frau und ich sind ansonsten sehr glücklich, aber das ist irgendwie so ein Thema wo wir uns in die Haare bekommen. Und das obwohl es noch so lang hin ist. Mir ist klar, dass es die Heimat meiner Frau ist und sie nicht glücklich sein kann, wenn ich oben genannte Einwände habe.

      Vielleicht habt ihr ja ein paar liebe beruhigende Worte für mich... Eine Mütze Schlaf täte mir mal wieder gut bevor es mit der Geburt losgeht.

      • Du machst dir sorgen über ungelegen Eier. Das Kind ist noch nicht msl auf der Welt. Weder du noch deine Frau wissen jetzt bereits, wie ihr in 2-4 Jahren reagieren werdet oder wie euer Kind überhaupt dein wird. Vielleicht sieht deine Frau das Thema sowieso ganz anders, sobald sie euer baby im arm hält. In der Theorie meint man nämlich genau zu wissen, wie man wann reagierten wird. In der Praxis ist es aber ganz anders. Also lass das Thema ruhen, bis es aktuell wird. Bis dahin wird sich noch einiges ändern. Wer weiß, wie fit die Schwiegereltern in einigen Jahren überhaupt noch sind. Von daher machst du dir Gedanken um nichts. Konzentriere dich lieber auf die allernächste Zukunft (die nächsten Wochen) statt auf die Ferne Zukunft (in einigen Jahren).

        Auweia...
        Du denkst sehr weit vor...

        Ich denke doch, dass euer Kind zweisprachig aufwächst, oder? Alles andere wäre schade.
        Somit wird es sich, wenn es mal allein hinfliegt (wann ist das möglich, ab 6?) dort gut verständigen können.
        In 6 Jahren fließt noch viel Wasser diverse Flüsse hinunter und ob dein Kind dann überhaupt allein da hinfahren will, weiß man nicht.
        Parallel kannst du dich aber auch von dem Gedanken verabschieden, dass deine SE kommen und ihr dann euch einen schönen Tag macht, wenn euer Kind keinen festen Bezug zu den Großeltern hat...

        Egal. Ich kann mir ja auch hervorragend Gedanken um ungelegte Eier machen, aber du bist die Krönung ;-)

        (4) 18.10.17 - 20:15

        „Kommt Zeit, kommt Rat.“
        Mach dir nicht so viele Gedanken. Bis dahin ist noch SO VIEL Zeit, da kann sich noch so viel ändern... genieße mit deiner Frau die letzten Tage zu zweit und freut euch auf euer Kind. Alle anderen Sachen werden sich fügen!

      • Durchatmen....
        Lässt das erstmal alles auf euch zukommen, wenn man zum erstemmal eltern wird denkt man man weiß wie alles wird und wie man alles macht und meistert.
        es kommt alles anders als man sich das vorstellt. Da smein ich jetzt nicht negativ. Sowohl als auch.
        Bekommt erstmal euer Baby und dann könnt ihr euch ja in 3-5 Jahren nochmal Gedanken machen.
        Genießt doch jetzt noch eure Zweisamkeit ohne euch über sowas Gedanken zu machen :)
        Ich wünsche euch alles alles gute für die freudige Zukunft

        Einatmen. Ausatmen.

        Eins nach dem anderen. Erstmal die Geburt. 😊

        So, vielleicht kann ich dich etwas beruhigen, wenn ich von mir erzähle:

        Wir leben im Ausland. Unsere Kinder können die Landessprache besser als deutsch, obwohl wir sie zweisprachig erziehen. Sie sind aber auch erst 4 und 2. Vielleicht legen sie in deutsch noch zu, vielleicht nicht. Verstehen tun sie es aber komplett. Mit meinen Eltern in Dtld skypen wir einmal pro Woche. Die können nur deutsch. Im Sommer sind wir ein paar Wochen in Dtld zu Besuch. Wenn schon zweisprachig aufwachsen, dann auch mit Möglichkeiten, die Sprache anzuwenden. Außerdem ist es meinen Eltern ein natürliches Bedürfnis ihre Enkel kennenzulernen. Und unseren Kindern würde ich das auch nicht verwehren.

        Wenn wir in Dtld sind, passen meine Eltern auch mal stundenweise auf, machen alleine Ausflüge mit den Kindern usw. Allerdings würde ich unsere Kinder noch nicht komplett alleine in Dtld lassen. Obwohl meine Eltern zuverlässig sind. Aber sie sehen unsere Kinder ja nur so 1-2 mal im Jahr. Da werden wir noch ein paar Jahre warten. Dazu müssen die Kinder besser deutsch sprechen. Und wir werden ihre Meinung da auch respektieren. Wenn sie absolut nicht die Großeltern besuchen wollen, werde ich sie ja wohl kaum in einem anderen Land abladen und alleine dort lassen.

        An deiner Stelle würde ich mir nicht zu viele Gedanken machen, dass euer Kind bald alleine durch Bulgarien irrt. Aber du solltest dich mit dem Gedanken anfreunden, dass ihr regelmäßig dort Urlaub macht. Damit das Kind die Großeltern kennenlernt und umgekehrt. Und die bulgarischen Großeltern werden wohl auch euch besuchen. Wenn deine Frau aus Dtld wäre, würdet ihr mit ihren deutschen Eltern ja auch Kontakt haben.

      • (7) 18.10.17 - 20:23

        Tief durchatmen und erstmal abwarten. Ein kleines Baby werdet ihr ja wohl ohnehin nirgendwo alleine hinschicken,und in ein paar Jahren werdet ihr dann schon sehen, wie es läuft.

        Mein Sohn wächst zweisprachig auf. Deutsch versteht er, spricht es aber nur gebrochen. So mit 2-3 Jahren hätte ich ihn trotzdem auf jeden Fall allein bei meinen Eltern gelassen, wenn diese noch jünger und fit genug wären. Das wäre ja auch eine super Gelegenheit zum Deutsch lernen gewesen.

        Wichtig finde ich allerdings, dass das Kind die Großeltern von Anfang an richtig kennt. Wenn man sich nur einmal im Jahr sieht, ist ein Urlaub sicher nicht unbedingt eine gute Idee. Wir legen großen Wert darauf, mindestens 2 mal im Jahr zu den Großeltern zu fahren. Sie kommen auch mindestens weiter mal zu uns.

        • (8) 18.10.17 - 20:53

          Danke euch für eure Postings. In der Zwischenzeit habe ich auch durchgeatmet... ;)

          Wir machen jetzt erstmal alles step by step. Ich hätte mir über sowas aktuell auch nie Gedanken gemacht wenn ich nicht bereits von meiner Schwiegermutter und Frau darauf angesprochen worden wäre. Ich werde das in Zukunft aber lockerer sehen, so wie ihr schon geschrieben habt.

          Vorenthalten würde ich auch nie den Großeltern das Kind. Das meinte ich nicht. Und Besuch aus Bulgarien samt Übernachtung im Wohnzimmer ist zwar anfangs schon gewöhnungsbedürftig gewesen, aber es geht. Auch das letzte halbe Jahr wo wir die Mutter krankheitsbedingt aufnehmen mußten... Wir haben schon viel gemeinsam durchgemacht und immer das Beste daraus gemacht. Jetzt denke ich mit meiner Frau an unseren Nachwuchs. Ihr habt schon recht. Lieben Dank

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