Ich glaube, meine Mutter trinkt wieder :-(

    • (1) 23.10.17 - 15:44

      Hallo,
      ich schäme mich so sehr für meine Mutter, dass ich mich gerade aus Angst, jemand könnte mich erkennen, erneut angemeldet habe. Ich entschuldige mich auch gleich mal für den langen Text. Ich bin mittlerweile 33 Jahre alt und meine Mutter hat meine Kindheit versaut. Ich dachte eigentlich, dass jetzt endlich alles gut ist, aber jetzt holt mich wieder alles ein...
      Angefangen hat das mit dem Trinken als ich ca 3-4 Jahre alt war. Das heißt, ich kannte meine Mutter eigentlich nur besoffen. Erst trank sie immer nachmittags im Keller heimlich aus der Weinflasche und später fing sie dann schon nach dem Frühstück an ihre erste Dose Bier zu öffnen. Bis Mittag hatte sie dann so ihre 8-10 Dosen Bier und war extrem streitsüchtig. Nachmittags hat sie sich dann ihren Rausch ausgeschlafen damit sie wieder einigermaßen "normal" war, wenn mein Papa von der Arbeit heimkam. Mein Papa hat das glaub ich auch nie wirklich mitbekommen, denn die beiden leben eigentlich nur seit ich denken kann so nebeneinander her. Samstag und Sonntag waren die beiden einzigen Tage in der Woche, in der meine Mutter nichts getrunken hat, da mein Vater zuhause war. Mein Papa ist auch der Grund, warum meine Mutter mit dem Trinken angefangen hat, da er über Jahre eine Affäre mit seiner Arbeitskollegin hatte. Naja, ich bin dann mit 15 von zuhause ausgezogen, weil ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe. Genauere Details erspare ich mir jetzt, was ich all die Jahre mitgemacht habe. Am liebsten würde ich das einfach alles vergessen.
      Vor ca 10 Jahren hat meine Mutter vom Arzt die Diagnose Gicht bekommen und sie hatte extrem schlechte Leberwerte. Das Ganze hat ihr irgendwie damals die Augen geöffnet und sie hat von heute auf morgen mit dem Trinken aufgehört. Sie ist nach einigen Monaten wieder richtig aufgeblüht und hat auch gut 25 Kilo abgenommen. Ich habe jetzt all die Jahre geglaubt, sie hat es geschafft. Vor gut einem Jahr, hatte sie die Kilos auf einmal wieder drauf, aber ich habe mir erst nichts dabei gedacht. Ich wohne ca 1 Stunde Autofahrt von ihr weg, das heißt wir telefonieren eingentlich fast täglich miteinander. Meistens ist sie halt ganz normal am telefon und manchmal redet sie echt wirres Zeug und ihr fallen die einfachsten Dinge nicht ein und lacht ohne jeden Grund. So wie gestern z. B. hat sie wieder sowas von ins Telefon gelallt, dass ich nicht verstanden habe, was sie mir eigentlich sagen möchte. Als ich sie dann gefragt habe, ob sie was getrunken hat, hat sich mich als Drecksfotze beschimpft und gesagt, dass ich zum Psychiater gehen soll. Ich habe in letzter Zeit schon öfters den Verdacht, dass sie wieder trinkt, aber sie streitet natürlich alles ab. Ich habe letztens auch heimlich das ganze Haus abgesucht, aber nichts gefunden. Vor ca 6 Wochen waren wir auch bei ihr zu Besuch und sie ist während des Kochens ganz schön hin und her geschwankt und hat auch so gelallt und dann wollte sie ins Bad gehen und ist vorm Bad zusammen gefallen. Sie hat es dann auf ihr künstliches Kniegelenk geschoben.
      Ich weiß echt nicht, was ich machen soll... Bei mir kommen gerade die ganzen Bilder wieder hoch, wie sie blutend am Boden liegt, weil sie sich besoffen ein Brot richten wollte und sie sich so tief in die Hand geschnitten hat...
      Ich will das nicht nochmal alles durchmachen müssen und vorallem will ich nicht, dass das meine Kinder sehen müssen.
      Wie kann ich ihr helfen? Sie behauptet ja nach wie vor, dass sie nichts mehr trinkt. Naja, sie hat ja auch damals immer behauptet, dass sie kein Alkoholproblem hat.
      Sorry, für die Rechtschreibfehler, aber ich bin grad wieder voll am heulen, weil mich das so fertig macht...

      • Sie zeigt natürlich typisches Suchtverhalten... Das weißt du ja. Sie ist eine erwachsene, uneinsichtige Frau. Das macht es schwierig, ihr zu helfen. Sie kann eigentlich nur sich selbst helfen. Ich würde nicht mehr dorthin fahren mit den Kindern, auch wenn es schwer ist.
        Ich denke du musst dich selbst schützen. Vielleicht findest du in deiner Nähe eine Gruppe für Angehörige Alkoholkranker, in der du dir ein paar Tipps holen kannst - vor allem auch, wie dich die Situation entlasten kann.

        • Danke für deine Antwort. Bei uns gibt es sogar ganz in der Nähe so eine Gruppe. Ich glaub, es würd mir auch mal gut tun, wenn ich mir einfach alles von der Seele reden kann. Wenn man sich jemanden anvertraut, der selber nicht betroffen ist, versteht das der andere gar nicht so, was in einem vorgeht.

      Wer mich hier kennt, weiß, dass ich nur ganz ganz selten schreibe, dass man den Kontakt zu Eltern/Familie abbrechen soll, aber bei Dir sehe ich keine andere Möglichkeit. Du wohnst zu weit weg, um direkt auf sie einwirken zu könen, wobei das bei einem Alkoholiker eh nichts nutzt, wenn er nicht will. Deine Kinder brauchen eine solche Oma auch nicht. Ja ich weiß, es ist eine Krankheit, aber auch Kranke müssen sich helfen lassen WOLLEN. Ich war mit einem Alkoholiker verheiratet und habe mich scheiden lassen, weil ich meinen Kindern das nicht mehr zumuten konnte. Er wollte keine Hilfe, weil er ja nichts trank.....Zwecklos. Geh mal auf Abstand. Ich würde ihr noch einmal sagen, entweder Therapie oder......Leider habe ich keinen anderen Rat für Dich. LG Moni

      • Danke für deine Antwort. Ich glaube, ich bin noch nicht soweit um den Kontakt ganz abzubrechen. Auch wenn es vielleicht das Beste wär. In mir ist halt doch noch ein fünkchen Hoffnung, dass sie den Absprung wieder schafft. Sie hat es ja schon mal geschafft und war jahrelang trocken. Ihre Enkelkinder wird sie jetzt aber definitv die nächste Zeit nicht sehen.

    (6) 23.10.17 - 18:51

    1. such dir selbst Hilfe
    a) für dich selbst
    b) nur wenn du Hilfe für dich hast, kannst du ihr (vielleicht) helfen

    suchst du dir keine Hilfe von außen - wirst du ihr gar nicht helfen kann
    und wahrscheinlich selbst zu Grunde gehen (und sie mit dir, deine Kinder vielleicht auch)

    2. ob du ihr helfen kannst, ist fraglich.
    die Frage ist eher: geht ihr zusammen zu Grunde
    oder sie nur alleine
    weder du noch sie, nur dann, wenn sie sich helfen lässt


    Für Angehörige von Alkohohlkranken gibt es inzwischen einiges. Versuch mal zu schauen, was es in deiner Umgebung so gibt. Wenn dir das peinlich ist, dann eben in ihrer Umgebung.
    Versuche NICHT sie dahin mitzuschleppen. Tue es für DICH und für deine Kinder!

    Erst wenn dieser Schritt getan ist (und ein paar mehr), wirst du ihr VIELLEICHT helfen könen (oder verstehen, warum du ihr nicht helfen kannst, aber durch das verstehen dich selbst eher schützen können)


    Wichtig ist, dass du lernst dich selbst zu schützen (nur so kannst du ihr, dir und deinen Kindern helfen). Es gibt ein Wort: co-abhängig. Alkoholkrank ist der eine. Abhängig manche aus dem Umfeld, wenn sie vergebens versuchen zu helfen, weil sie nicht verstehen oder nicht verstehen wollen.

    Ja, sie ist deine Mutter. Ja, sie ist krank.
    aber ihr seid beide Erwachsen! Die Verantwortung hast DU für DICH und für DEINE Kinder. Sie hat die Verantwortung für sich selbst und HATTE (Vergangenheit) sie für dich.
    Es ist keine Schande sich Hilfe zu holen! Für Angehörige von Suchterkrankten vor allem Alkohol gibt es inzwischen einiges.


    Eine Frage noch: wenn sie beim Kochen so sehr geschwankt ist: hat sie da auch nach Alokohol gerochen?

    Es ist super, dass sie es ohne Therapie eine so ordentliche Zeit ohne geschafft hat. Aber 1. ist die Rückfallquote sehr auch. Auch mit Therapie sind Rückfälle möglich. Es so komplett ohne Therapie dauerhaft zu schaffen, eher unwahrscheinlich. Neben dem Alkohol stecken oft auch andere Probleme dahinter.


    Den Kreislauf kannst du für dich durchbrechen, in dem du dir selbst Hilfe holst. Noch bevor du (wieder) in den Strudel hineingerätst. Pass auf dich auf.

    • (7) 26.10.17 - 07:29

      Danke für deine Antwort. Das mit der Hilfe, werde ich definiv in Anspruch nehmen. Bei uns in der nähe gibt es eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Alkoholkranken. Ich glaube, ich habe das Ganze viel zu lange in mich hineingefressen.
      Wie sie da vorm Bad zusammengefallen ist, habe ich ihr ja hoch geholfen und sie hatte jetzt nicht die typische Bierfahne, die sie früher immer hatte. Ich kann es echt schlecht sagen, meine Mutter raucht viel und lutscht durch ihren Raucherhusten viel Bonbons. Danach hat sie sich halt ca 2 Stunden hingelegt, da ihr alles wehgetan hat. Da sind ja auch ca 130 Kilo gegen eine Kommode gefallen und dann am Boden gelandet.

Hallo,

das tut mir sehr leid, wenigstens hat es Deine Mutter mal ohne Alkohol versucht. Meine nie, ich hab mich jetzt komplett von ihr abgewandt und es tut momentan auch richtig gut.

LG

  • Danke für deine Antwort. Mir tut es auch leid, dass du das auch durchmachen musst. Ich bin glaub ich noch nicht so weit um den Kontakt ganz abzubrechen. Ich habe einfach noch etwas Hoffnung, dass sie es wieder schafft. Fühl dich ganz lieb gedrückt von mir #liebdrueck

    • Wenn es Deine Mutter schon einmal geschafft hat, besteht in der Tat noch Hoffnung. Du darfst Dich allerdings dabei nicht selbst vergessen, das kann sehr auf die Gesundheit gehen. Such Dir Hilfe und Unterstützung und ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Glück, daß es Deine Mutter wieder schafft #liebdrueck

(11) 24.10.17 - 11:20

Du kannst ihr nicht helfen... du kannst nur DIR helfen.

www.al-anon.de - www.blaues-kreuz.de - www.coda-deutschland.de

Viel Erfolg!

  • (12) 26.10.17 - 07:35

    Danke für deine Antwort. Bei uns gibt es ganz in der Nähe eine Gruppe für Angehörige von Alkoholkranken. Das werde ich definiv in Anspruch nehmen und mir mal alles von der Seele reden.

    • (13) 26.10.17 - 15:48

      Kann das nur empfehlen. #pro#pro#pro

      Ich persönlich habe in Al-Anon viel gelernt und mitgenommen.
      Vorallem Verständnis und dass es Menshcen gibt, die das, was man selbst erlebt hat im Grunde auch so kennen und verstehen können!

      Alles Liebe !#klee#herzlich#blume

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