Familienzuwachs??

    • (1) 27.10.17 - 23:25

      Hallo ich bin Mama von 2 wunderbaren Jungs (8 und 3 Jahre) und immer mehr kommt bei mir der Wunsch nach einem 3. Kind auf. Klar, ich hätte gern Verstärkung, würde mich aber natürlich auch über einen Jungen freuen.

      Nur leider mein Partner nicht, sobald wir auch nur indirekt auf das Thema kommen blockt er ab, er will mir da nicht mal zuhören, mich auch gar nicht verstehen, genau er, Fußballtrainer vom Großen, der es genießt mit seinen Söhnen Sport im Stadion oder im Fernsehen zu sehen, Eishockeyspiele in der Halle mit den Jungs zu sehen, mit den Jungs in der Werkstatt zu basteln usw.
      Seine Argumente, dann müssten sich die Kinder Zimmer teilen, wir bräuchten ein größeres Auto usw. sind eigentlich auch nicht richtig, wir haben ein großes Haus, das Spielzimmer der Jungs müsste weichen, dann wäre noch leicht Platz, Auto haben wir sowieso einen Van usw.
      Ich liebe meine Jungs über alles und bin froh zwei süße, gesunde Kinder zu haben, aber der Wunsch lässt sich eben nicht abstellen.
      Würde ein weiteres Kind unser Leben so sehr verändern?

      • Hallo,

        aus deinem Text spricht für mich eher der Wunsch nach einem Mädchen als tatsächlich der Wunsch nach einem dritten Kind.
        Und ja, ein weiteres Kind verändert das Leben. Immer. Jeder muss seinen Platz wieder suchen und auch finden. Abgesehen davon, dass man als Eltern die eigenen Bedürfnisse weit hinten anstellen muss, wenn die Kinder noch sehr klein sind. Eventuell ist dein Mann dazu einfach nicht mehr bereit und genießt die Freiheit, die sich Stück für stück wieder einstellt, wenn die Kinder älter und damit selbstständiger werden.

        vg, m.

        • Genau das wollte ich auch schreiben. Ich vermute, die TE wünscht sich ein Mädchen und kein 3. Kind.
          Klar muss man erst wieder zurückstecken, wenn ein Baby kommt, unser Jüngster ist jetzt fast 4 und erst jetzt geht es in Richtung Selbständigkeit, weniger Rücksicht nehmen, Richtung "großes Kind": Windeln, Extraessen, Mittagsschlaf fällt alles weg, es IST schon ein großer Einschnitt für alle, das lässt sich nicht leugnen - wenn auch (wie wir finden) ein schöner. Aber zu so einem Schritt müssen beide Elternteile bereit sein, inzwischen weiß man ja auch, was auf einen zukommt.
          VG

      Hallo,

      ein weiteres Kind bedeutet auf jeden Fall mehr Verantwortung und mehr Aufwand in jeder Hinsicht. Verbunden mit einer Veränderung des zuvor bestehenden Familien-Systems.

      Hinter der Entscheidung, (noch) ein Kind zu bekommen, müssen ganz klar beide Partner stehen. EIN sachliches Gespräch sollte da schon möglich sein, wenn der/die Eine von beiden ständig "durch die Blume mit der Holzfabrik winkt" und der/die Andere dann jeweils abblockt, ist das ein typischer "Kreislauf" und führt nicht zur Klärung der Situation.

      Der tatsächliche Aufwand mit Kindern kommt m.E. in jeder Hinsicht erst, wenn sie älter werden. Schulische Belange, Hobbies, Pubertät, das alles bei drei oder mehr Kindern parallel ist durchaus eine "Hausnummer". Der finanzielle Aspekt ist in diesem Kontext auch nicht zu vernachlässigen- es wird mit zunehmendem Alter der Kids alles viel teurer. Kleidung, Hobbies, Lebensmittel- darüber muss man sich im Klaren sein und vielleicht ist auch das ein Aspekt, der Deinem Mann Sorgen bereitet?

      Was wäre, wenn Ihr Zwillinge bekommen würdet oder ein weiteres Kind nicht gesund zur Welt kommen würde? Bei einem Altersunterschied von neun Jahren würdet Ihr Euch insgesamt fast dreißig Jahre um Eure Kinder kümmern, wenn man davon ausgeht, dass sie bis ca 20 Jahre (oder länger ;-)) zu Hause wohnen und immer mal in irgendeiner Form Unterstützung brauchen.

      Dinge, über die man zumindest nachgedacht und über die man als Paar miteinander gesprochen haben sollte. Wenn Einer von beiden sich absolut oder aktuell kein (weiteres) Kind vorstellen kann, sollte/muss der jeweils Andere das so akzeptieren.

      Letztlich ist jedes Kind eine enorme Bereicherung- und eine eben solche Herausforderung :-) und keines "läuft" einfach so "mit", wie man das hier in den Foren ja leider des Öfteren zu lesen bekommt #augen. Mein Mann und ich haben drei Kinder und jedes bekommt die Zeit und Aufmerksamkeit, die es braucht und möchte. Jedes hat Hobbies, jedes darf regelmäßig Freunde zu uns einladen, wir gehen zu jedem Termin, jeder Aufführung- das ist uns sehr wichtig. Zusammen mit unseren Jobs sind wir damit absolut ausgelastet, grundsätzlich in einem noch angenehmen Rahmen. In Phasen wie bei mir eigentlich bisher dieses ganze Jahr über, in denen ich beruflich viel zu tun habe, "laufen" wir als Eltern dann aber auch schon mal "am Limit", Zeit auf Paar-Ebene ist meist "Mangelware", Zeit für sich einzeln mit Hobby und/oder Freunden klappt schon eher.

      Für uns sind tatsächlich "alle guten Dinge drei" ;-)#verliebt- aber das muss wie gesagt jedes Paar gemeinsam für sich entscheiden.

      Viele Grüße,

      Kathrin

    • Hallo,

      ein Kind verändert immer die Familie. Egal ob es das 1. oder das 3. oder das 5. ist. Ich wollte 3 Kinder und habe 3 Kinder, und ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass 3 Kinder anstrengend sind. Meine Großen sind jetzt in der Pubertät, die Kleine ist gerade in die Schule gekommen. Hier geht es oft turbulent zu. Und es ist tatsächlich eine finanzielle Frage. Du hast alle Kosten mal 3. Wenn sie klein sind, kosten Kinder nicht viel, aber ab einem bestimmten Alter wird es richtig teuer. Klassenfahrten, Schulausflüge, Schüleraustausch, Computer, Smartphone, Führerschein, Auto, Studium oder Ausbildung. Das muss gut überlegt sein und beide Partner müssen voll hinter dem Wunsch und der Familienplanung stehen. Bei uns war beiden nach Kind Nr. 2 klar, dass noch ein 3. folgen soll. Wir waren einfach noch nicht komplett. Es war auch vollkommen Wurscht ob nach den 2 Söhnen eine Tochter folgt. Aber wir standen beide zu 100% hinter der Entscheidung und haben lange überlegt, haben sämtliche Für und Wider durchdacht. Bedenke, dass ein 3. Kind kein süßes Baby bleibt. Schaue dir alle Phasen deiner 2 Großen Kinder an (Wachstumsschübe, Zähnen, schlaflose Nächte, Trotzphase usw.), stelle dir vor, dass es beim 3. Kind auch noch heftiger ausfallen könnte. Dann überlege, ob du unter den Bedingungen auch deinen beiden anderen Kindern noch gerecht werden kannst. Wie schaut es aus wenn du nächtelang nicht geschlafen hast weil das Baby Koliken hat und eines deiner anderen Kinder nachmittags intensive Betreuung bei den Hausaufgaben braucht. Wie sieht es aus wenn das Baby schlafen soll weil es schon völlig übermüdet nur am Schreien ist und die beiden Großen meinen wild tobend oder sich streitend durchs Haus zu hüpfen. Das sind alles so Situationen, die man sich ins Gedächnis rufen muss wenn man überlegt wie ein Baby den Alltag verändert. Siehst du dich dem allem gewachsen, kannst du mit deinem Mann reden, Argumente für deine Entscheidung bringen. Steht er aber nicht hinter deiner Entscheidung, darfst du nicht versuchen ihn zu überreden.

      LG
      Michaela

      • Das mit den kosten muss individuell sein. Bei meinen kindern schlagen schon allein knapp 700 euro monatlich pro nase mit krippenkosten zu Buche. Da ist mein 11 jaehriger billiger.

        • (7) 28.10.17 - 16:28

          Duese 700 euro aber natuerlich u 3. Kindergarten und hort bis zur 5. Klasse. Nur noch 250 euro monatlich. Ab 5. Klasse gibt es leider keinen Hort mehr. Nur noch kostenlose ogs. Wobei ich bisher zufrieden bin.

    Hallo,

    ja, ein drittes Kind verändert die komplette Familienstruktur. Kein Kind läuft einfach mit, das ist Unfug.
    Wir haben einen Nachzügler von 20 Monaten, dazu zwei Mädchen von 14 und 12. Jeder hat andere Bedürfnisse, und es ist nicht so leicht, allen gerecht zu werden.
    Zudem arbeite ich auch noch Vollzeit, mein Mann Teilzeit, so dass ich meine Freizeit komplett mit den Kindern verbringe. Zeit für mich allein ist Mangelware.
    Finanziell ist es auch eine Hausnummer. Wir kriegen das gut hin, aber machen auch ganz klar Abstriche, gerade in bezug auf Urlaube. Die beiden Großen haben natürlich auch Hobbies, die kosten. Klassenfahrten, neue Schuhe...
    Es leppert sich schnell zusammen.
    Aber jetzt sind wir endlich komplett. Ich liebe es so. LG

    Ja seine Argumente sind leicht zu widerlegen, er sollte einfach direkt sagen was er denkt. Er will kein weiters Kind mehr.

    Natürlich verändert ein weiteres Kind wieder euer Leben. Es ist ja nicht nur das evtl fehlende Zimmer, sondern wieder schlaflose Nächte, Windel wechseln, viele Einschränkungen usw. Dann besteht natürlich auch das Risiko das ein Kind nicht ganz gesund ist.

    Hinter so einer Entscheidung müssen beide Partner stehen, das tut dein Mann nicht. Er scheint ja die Zeit mit den großen zu genießen. Ein Baby wirft da alles durcheinander. Ja so ein Kinderwunsch lässt sich nicht einfach abstellen, aber eben auch nicht erzwingen.

    (10) 28.10.17 - 09:48

    Wovor hat er wirklich Angst? Warum blockt er immer sofort/schnell ab?

    Wenn er mit dir reden oder dir zu hören würde. könntet ihr eher klären, wer was braucht/möchte.
    Ängste haben ist ok. Sich komplett fühlen ist auch ok.

    Ich bin selbst jemand, die gerne mal praktische Gründe vorschiebt. Nicht vorschiebt, aber zu erst sagt. Einfach, weil sie oft ernster genommen werden, als Gefühle. Was ich sehr schade finde.
    Gleichzeitig merke ich aber, dass manche praktischen Gründe, nur ein Schutz meiner Gefühle sind.

    Bei Außenstehenden mag das ja manchmal sinnvoll sein. Bekannte geht es nichts an, ob ich noch ein Kind bekomme oder nicht. Da kann das Argument "kein Platz" durchaus passend sein. Personen, die davon aber mitbetroffen sind, sollte ich schon meine Ängste, für und wider nennen. Oder wenigstens sagen, dass ich es selbst nicht weiß, aber fühle, dass es für mich nicht passend ist.

    Wenn ich weiß, dass jemand selbst nicht weiß, was er oder sie fühlt, gehe ich anders damit um, als wenn immer nur "praktische" "Argumente" vorgeschoben werden und der eigentliche Kern gar nicht beachtet wird. Wenn alles praktische irgendwann besprochen ist - nach langem hin und her - und dann Wochen/Monate später rauskommt, neee geht nicht, die Person fühlt, dass es nicht passend ist. Da hätte man sich die Diskussionen um die Details sparen können.


    Was würde ein Kind bei euch verändern?
    Was glaubt dein Partner, dass ein Kind verändern würde?
    Ist es der Platz? / Finanzielle Situation?
    Hat er Angst, dass die Jungs zu kurz kommen, wenn ein Mädchen kommt?
    Hat er Angst, dass die Partnerschaft dann keinen Platz mehr hat?
    Fühlt er sich einfach wohl, so wie es ist und kann es sich nicht anders Vorstellen (Veränderung allgemein)?
    Hat er Angst noch mal eine Schwangerschaft durchzustehen?
    Fühlt er sich zu alt für ein Kind?

    Es gibt sooooo viele Möglichkeiten
    Da hilft wohl nur reden. Wenn ihr beide wisst, warum ihr euch wünscht bzw nicht wünscht, könnt ihr vielleicht eher ... vielleicht keine Lösung finden .... aber wenigstens erst mal verstehen. Das Verstehen löst es zwar nicht, macht es aber manchmal verständlicher, einfacher .... mit einem anderen Weg umzugehen.

    Hallo,

    bei uns ist es umgekehrt, mein Mann würde sofort, ich kann es mir nicht vorstellen.

    Für mich läuft es mit zwei Kindern jetzt so rund, dass ich befürchte, dass ein drittes hier alles unverhältnismäßig durcheinander bringen würde.

    Lg

    Ich denke auch, dass du dich wahrscheinlich eher nach einem Mädchen sehnst. Für mich völlig verständlich, ich habe auch zwei Jungs.

    Deine Frage nach der Veränderung durch ein weiteres Kind erschließt sich mir nicht so ganz. Du hast ja schon zwei Kinder, wie war es denn bisher? Haben sich deine Kinder vollkommen unbemerkt in euer Leben geschlichen? Meine Jungs nicht und auch wenn vieles beim zweiten einfacher war kamen doch eine Menge neuer Baustellen hinzu und man muss sich als Familie erst mal wieder neu sammeln.

    Ich denke auch manchmal noch an ein drittes Kind, aber ich glaub dieser Wunsch ist eher hormonell und ein Teil von mir kann sich nicht damit abfinden, nie mehr schwanger zu sein und nie mehr ein Neugeborenes zu haben. Aber realistisch gesehen reichen uns zwei. Unsere Jungs haben nur zwei Jahre abstand, die Kosten und wünsche werden größer. Außerdem finde ich es am WE zB entspannt wenn einer sich um das eine und einer um das andere Kind kümmern kann. Bei drei Kindern die von alter her eng zusammen sind muss man sich ganz neu organisieren. Ich denke, für uns passt es einfach.

    Vielleicht ändern wir unsere Meinung in ein paar Jahren aber egal wie wir uns entscheiden, es muss eine gemeinsame Entscheidung sein.

    Hallo,

    ich schreibe meine Standardantwort nochmal :)) etwas um, weil viele meinten, es klingt so negativ. Meine Kinder sind 15,12 und 9.

    Klar muss man sagen, dass die Antwort auf die Frage natürlich sehr von den individuellen Faktoren Geld, Zeit und persönliche Belastbarkeit abhängt. Hier im Dorf gibt es eine Mama mit 7 Kindern, die immer tiefenentspannt wirkt, ihr eigenes Biogemüse zieht, handarbeitet, bei Dawanda Häkelmuster verkauft und wohl damit in manchen Monaten ganz gut lebt, etc. etc

    Ich schreibe dir mal wie es bei mir war. Kind 3 war ein absolutes Wunschkind, obwohl sich abzeichnete, dass ich auch nach der Geburt wieder (fast) voll arbeiten musste. Die Schwangerschaft lief so nebenher und war auch nicht mehr so aufregend, weil man viele Sachen einfach kannte, man konnte sich (wie beim 2.) nicht mehr so schonen und hat trotzdem überlebt. #schein. Ich habe mich auch sicherer gefühlt, konnte gezielter nachfragen.

    Die Reaktionen des Umfeldes waren sehr viel verhaltener (wir hatten schon einen Jungen und ein Mädchen) & wir wurden schon gefragt "wolltet ihr das so?". Das dritte Kind war gesellschaftlich nicht mehr so akzeptiert. Es gab auch viel weniger Glückwunschkarten und -geschenke und so als beim ersten. Das so am Rande. Wir waren happy. Er war ein absolutes Wunschkind.

    Das erste Jahr war wirklich easy ... Was aber auch daran lag, dass Baby #3 ein total liebes zufriedenes Kerlchen war, viel schlief, zufrieden vor sich hingluckste und sich wohl fühlte. Dazum war das Elterngeld eingeführt und ich reduzierte auf Halbtag. Wir waren in der Elternrolle auch sehr sicher, jeder Handgriff saß und ich konnte stillen und nebenher Abendbrot machen oder so. Finanziell haben wir in dem Jahr ein fettes Plus gemacht - ich habe gestillt, er hat die Klamotten der ersten beiden Kinder recycelt - wir brauchten wirklich nur Windeln kaufen. Kind #2 wachte damals jeden Morgen um 5 auf und Kind #3 kam abends erst nach 22 Uhr zur Ruhe. Aber wir haben das aufgeteilt und wussten, es ist eine Phase. Das war schon anstrengend, aber auch nett. Ich hatte "the best of all worlds" - in der Arbeit meine Erwachsenenwelt und daheim genug Zeit für die Kinder.

    Wir hatten ja: 1x Baby, 1x Kindergartenkind und 1x Fast-Schulkind. Ich habe morgens gearbeitet und mittags hatten alle das gleiche Programm. Wir haben viel gemeinsam unternommen (Zoo, Schwimmbad, Waldspaziergänge mit Stockbrot, etc.). Die Planung in der Zeit war "einfach" und wir waren sehr flexibel. Es gab schon viele Termine (Kindergartenfeiern, Kindergeburtstage, Laternelaufen), aber wir haben die oft als Familie absolviert. In der Zeit konnte ich mir ein viertes Kind vorstellen, bin aber heute ganz froh, dass es nicht geklappt hat. #schein Ich habe aber auch viel Druck gespürt, gerade als arbeitetende Mama (das war damals ja sehr unüblich) und ich habe vielleicht auch den Fehler gemacht, dass ich immer bei allen Veranstaltungen präsent sein wollte. Die Termine passten aber für alle, z.B. ging die Erstklässlerin auch noch gerne Laterne laufen und Kind #3 machte eh alles mit.

    Mit Eintritt der Großen in die Grundschule wurde es dann etwas schwieriger, weil alle meine Kinder am Anfang sehr viel Unterstützung beim Schulstoff und den Hausaufgaben brauchten. Ich kam also um 13 Uhr von der Arbeit, aß kurz (mein Mann kocht) und dann hatte ich zwei Kleinere, die spielen und erzählen wollten und sie. Auf einmal gab es eben eine spezifische Fragestellung, wo sie wirklich Zeit für sich brauchte. Die Aufgaben mussten ja auch in einem vernünftigen Rahmen und in der vorgegeben Zeit erledigt werden. Zudem hatte die Grundschule oft wirklich überzogene Vorstellungen, was die Eltern als Hilfestellung leisten sollten. Kurz: Ich hatte auf einmal eine Hilfslehrerrolle, die 1-2 Stunden täglich in Anspruch nahm und sehr unflexibel war. Finanziell war alles gut, wir kauften einen Van (schon der Luxus, wenn man sieben Sitze hat und den Kinderwagen nicht immer zusammenklappen muss). Meine zeitliche Belastung stieg, ich kann einen Teil meiner Arbeitszeit selbst einteilen, weil mir der Mittag mit den Kindern wichtig war, lief es bald so ab, dass ich von 7 Uhr - 13 Uhr arbeitete, heimging, Hausaufgaben mit dem Kind erledigte, mit den Kleinen spielte und nach dem Abendessen um 18 Uhr nochmals zwei - drei Stunden arbeitete. So hatte ich beides - ich war als Mutter präsent zu einer Zeit, wo die Kinder wach waren und konnte voll arbeiten - allerdings kam ich selbst voll zu kurz. Ich war abends einfach müde. Ich hätte mir mehr Entlastung holen sollen, aber es war finanziell nicht drin, weniger zu arbeiten, weil wir gerade da viel ins Haus investierten.

    Haus ist vielleicht ein gutes Stichwort: Wir mussten umziehen und ja, man findet auch mit drei Kindern Häuser. Es ist allerdings so, dass die Auswahl, zumindest in unserer Gegend, wirklich sehr viel kleiner ist. Die ganzen modernen Häuser hier, die "von der Stange" kommen, sind für 2+2 konzipiert. Zudem wollte ich auch was, wo ich nachher, wenn alle ausgezogen sind, nicht mit sechs leeren Zimmern da sitze. Also, man muss genau überlegen. Dazu kommt, dass die Kinder als Teenager dann schon vergleichen, was wer hat und sich auch nicht mehr so einfach mit einem Durchgangszimmer, Dachzimmer oder ähnlichem abspeisen lassen. Genauso ist es mit dem Bad. Bis meine Tochter (15) gestylt ist ... das kann dauern. Und dauern. Und dauern. Also mussten wir etwas tiefer in die Tasche greifen, was unsere beruflichen Stundenreduziermöglichkeiten eleminiert hat.

    Als Kind #2 in die Grundschule kam, spitzte sich mein Stressempfinden wirklich zu, da zumindest bei uns die Grundschule wirklich darauf ausgelegt ist, dass du als Eltern immer einen Überblick hast, was gerade gefordert ist und was in jedem Fach gerade gemacht wird, etc, mit dem Kind übst, liest, bei Referaten unterstützt, ... das ist dann eine spezifische Fragestellung, die das eine Kind betrifft, die anderen beiden schauen in die Röhre und man selbst ist zeitlich einfach "am Limit". Ein konkretes Beispiel: Bis der Mittlere (eigenständig) sein Plakat für die Buchpräsentation nach Maßgaben der Schule erstellt hatte, waren acht (!) Stunden vergangen. Davor musste das Buch auch gelesen und verstanden werden. #schein Wir haben es dann doch vorbesprochen und waren dann auf Abruf bereit. Das ist dann eben wieder ein Samstag/ Sonntag, den man nicht wirklich flexibel gestalten kann. Unsere Grundschule schafft es auch, Dinge sehr kurzfristig zu fordern. Bei uns ist die Grundschule wirklich darauf ausgelegt, dass die Eltern aktiv ins Geschehen eingreifen und üben - mit dem, was sie in der Schule lernen, kann man keinen Blumentopf gewinnen, die Klassenarbeiten sind aber absolut happig. Meine Kids hätten keine Klassenarbeit besser als 3 geschrieben, wenn man daheim nicht noch eine Übungssession gestartet hätte. Bei meinem Mittleren war die Lehrerin in Klasse 3 und 4 oft krank, der Unterricht wurde wenn überhaupt miserabel vertreten und die Lücken mussten daheim mühsam geschlossen werden, bevor er ins Gymnasium kam. Von Schulseite kam nur "machen Sie sich keine Sorgen" - hätten wir nicht aktiv eingegriffen, hätte es gleich in Klasse 5 massiv Probleme gegeben, v.a. in Mathe (da hat die Schule z.B. die schriftliche Division nicht mehr "geschafft" und auch andere Themen, im Gymnasium war das natürlich Grundvoraussetzung - das ist nur eins von vielen Beispielen). Zwei Einsternhefte haben wir daheim nachgearbeitet - neben dem normalen Alltag. Da die Aufgaben nicht immer konkret formuliert sind, musst du dir bei allen Kindern einen Überblick verschaffen und auch behalten. Auch das ist ein Stressfaktor. Diese 100 kleinen Dinge, die man nicht aus den Augen verlieren darf.

    Als alle drei in der Schule waren ... war es Mittags wirklich stressig. Das entspannte sich dann etwas, als Kind #1 in die 7. Klasse kam, weil sie ab da wirklich alles selbstständig managte und man nur punktuell abhören musste. Kind #2 ist nun auf dem Gymnasi 6. Klasse) um, er braucht wenig Hilfe mit dem Stoff, aber mit der Struktur ... wann mache ich wie was?

    Dafür gab es nun ein paar neue Hürden. Die erste war Geld. Als die Teeniejahre auftauchten war die Große was Freizeitgestaltung anging anspruchsvoller. Sie wollte mal ins Kino und den neusten Film sehen, die Klamotten durften auch nicht mehr vom Flohmarkt sein. Das Handy war nicht mehr ein DIng was nur klingelt, wenn jemand anruft. Die Familientickets gelten oft "nur" für 2 Kinder und man zahlt für das dritte wieder voll. Also wurden die Kids deutlich teurer. Sie hat schon immer total viele Hobbys und Interessen und ich finde es super und unterstütze sie auch gerne. Aber ... es kostet halt Geld.

    Das war auch die Zeit, wo jedes Kind ein Instrument lernte, im Sportverein war und man eben noh viele "Fahrtermine" hatte, weil wir darauf achteten, dass jeder das tut, was ihm Spaß macht - mit dem Erfolg, dass jeder andere Hobbys hatte. Mittags saß ich oft zwei - drei Stunden mit den Kindern an den Hausaufaufgaben (erst mit dem einen, dann ...) und hatte immer das Gefühl, dass ich dem nicht so gerecht werde (einer sollte Lesen üben, der andere hatte sein Arbeitsblatt vergessen, ....).

    Heute würde ich sagen, dass ich "zeitlich aus dem Gröbsten" raus bin, bis auf den Kleinen, da ist die Grundschule eine Katastrophe #augen - ich habe auch wieder Zeit für mich.

    Heute sind eher Finanzen ein Thema: wir fahren ein großes Auto, Urlaub zur Hochsaison zu fünft - schwierig (es sei denn, du nimmst ein Ferienhaus, aber dann bleibt wieder viel an dir hängen), Kleider x3, Eintritte x3, sonstige Ausgaben x3. Du musst finanziell immer und ständig vorausplanen, weil schon die kleinste Abweichung teuer wird. Es kommen eben Klassenfahrten x3 (v.a. nun in der 10ten Klasse teuer), Markenklamotten, Handy etc. Die Große zählt sehr oft schon als Erwachsene und orientiert sich auch daran, was andere haben. Mitunter komme ich mir nun WG mäßig vor - wir brauchen Sonntag den Spagat nicht mehr machen, wen was interessiert, da die Große nun sowieso nicht mehr mitgeht.

    Gerade bei Urlaub bist du eingeschränkter, was die Angebote angeht. Unsere Kids haben nun ein Alter, wo wir bei Zwischenübernachtungen im Hotel ein 2er und ein 3er Zimmer buchen ... ist entsprechend teuer. Wir campen viel, da macht ein Kind mehr oder weniger vielleicht 5-10€ am Tag aus. Mal essen gehen im Urlaub muss man sich gut überlegen. Kind #1 futtert eine Erwachsenenportion und Kind #2 wird nun von einer Kinderportion auch nicht mehr unbedingt satt. Geht man in den Freizeitpark, will jeder was anderes. Kind #1 die coolen Achterbahnen fahren und ein Video für Instagramm geschossen bekommen oder ein paar coole Fotos, Kind #2 ... Ausflüge sind auch schwer ... meine Antwort ist immer viel Kultur ... das schadet niemand. Ich hoffe, in einem Jahrzehnt können die Kinder das dann schätzen. #schein

    Es gibt solche "Stoßzeiten" - z.B. 3x Elternabend im September, 3x Weihnachtsfeier in der Schule, irre viele Extratermine vor Weihnachten (Feiern im Sportverein, etc. etc. etc.), da ist man mitunter nicht mal einen Abend die Woche daheim. Vor Weihnachten hatten wir dieses Jahr alle von den Kindern 17 (!) Extratermine. Also da ist nichts mit "das dritte läuft so nebenher".

    Finanziell kommen eben auch so Dinge ... Beispiel für diesen Monat: 2x Buskarte für die Großen, 2xZahnspangenselbstbeteiligung, Kind #2 braucht eine neue Brille, die einzige, die ihm wirklich steht, kostet 100€ + Aufpreis für die Gläser, eine Klassenfahrt steht an, 3x nun neue Hefte etc. zum Schuljahresbeginn, jeder einmal Musikunterricht (150€), 2x Einladung zum Kindergeburtstag. Klar sind da nun auch Dinge dabei, die man anders und billiger regeln könnte. Kind #1 wird mit der Schule fertig Ende des Jahres und hat die Chance, den Sommer bei unseren Verwandten in Amerika zu verbringen. Kostet eigentlich nur den Flug. Aber dann möchte sie halt nicht nur auf dem Land hocken, sondern auch mal nach Washington, New York.

    Ich möchte meinen Kleinen nicht mehr missen und habe ihn als große Bereicherung für unsere Familie empfunden. Dennoch war bei mir (allerdings mit Vollzeitjob) oft auch die Grenze der Belastbarkeit ausgereizt.

    GLG
    Miss Mary

    • Ein entscheidender Faktor scheint dorf oder stadt zu sein. Unsere Bekannte auf dem dorf schimpfen auch ueber die betreuung. Wir haben eine super betreuung 7 bis 17 uhr. Ich arbeite ganztags ca. 1 stunde entfernt vom wohnort mit 4 Kindern. Den luxus mittagessen daheim habe ich nicht. Was ich auch so erlebe ist, dass es gesellschaftlich nicht anerkannt ist. Du arbeitest wie bloed und musst dir noch dumme Bemerkungen anhoeren. Trotz allem bin ich froh meine 4 zu haben. Ich habe mir immer 4 gewuenscht.

      • Hallo,

        das kann gut sein. Bei uns ist es so, dass die GS in unserem Dorf zu einer verpflichtenden Ganztagesschule wurde. Da am Anfang sehr unklar war, wie das ankommt, wurde der Sprengel geöffnet, wir wohnen sehr nah an einem sozial schwachen Gebiet einer Stadt und an einem Industriegebiet - die Idee war, dass auch von da Kinder kommen - so war es auch. In der GS in unserem Dorf ist es nun so, dass der Anteil sozial schwacher Kinder etc. extrem hoch liegt, die Betreuungsqualität ist mies und keiner beschwert sich.

        Unser letztes Kind trabt nun täglich in Dorf B, bzw. wird morgens gefahren und trabt mittags zurück. Das ist eine reine Halbtagesgrundschule. Die hatten ein wirklich tolles Betreuungsprogramm, da konnte man einzelne Mittage nach Bedarf buchen, das wurde ihnen dann aber untersagt, damit sie Grundschule A keine Konkurrenz machen! Also wieder die klassische Grundschule bis 12. Die brüsten sich damit, dass sie einen sehr hohen Standard vermitteln - die Wahrheit ist, dass sie den nur zu 50% vermitteln - die anderen 50% erarbeitet man daheim. #schwitz

        GLG
        Miss Mary

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