Kurz vor Depressionen

    • (1) 30.10.17 - 20:30

      Hi, mich kostet das echt überwindung hier so offen zu schrieben aber ich muss es einfach mal "laut" sagen und ich entschuldige mich für die Länge des Textes .

      Ich bin seit 3 Jahren Zuhause, also seit dem 4. Monat der Schwangerschaft, hatte dann 1,1/2 Jahre Elternzeit und bin seit einem Jahr auf suche nach einem Job.
      Ansich ganz okay alles, aber nach der 100 Absage fängt man an an sich selbst zu zweifeln. Man denkt ja der Partner fängt einen in so einer Situation auf und unterstützt, aber mein Partner tut das nicht.
      Er arbeitet vollzeit und in Schichten und ist froh wenn er seine Ruhe hat und unser Kind ruhig in der Ecke spielt. Er kümmert sich auch um unser Kind aber generell bin ich die Person die erzieht und er ist mehr der Spaßpapa.

      Das schlimme ist, ich weiß nicht mehr wer ich bin. Ich erkenne mich nicht wieder. ich fühle mich wie eine Maschine die nur noch macht und tut um wieder ins Berufsleben zu finden den Haushalt und Familie zu schmeißen. Ich habe 0 Zeit für mich alleine und auch sogut wie keine Unterstützung.

      Und langsam wird die Zeit knapp was einen Job angeht für mich, sonst haben wir bald deutlich weniger Geld(ich weiß Geld ist nicht alles aber man brauch es leider trotzdem zum Leben). Ich hatte bis jetzt kaum Vorstellungsgespräch, nach einem Jahr Job Suche(insgesamt 434 Bewegungen geschrieben bis jetzt) . Ich sitze abends vor dem Laptop und schreibt unter Tränen Bewertungen und mein Partner bemerkt das nicht mal. Ich mache mir Sorgen um die Zukunft und er meint nur ich soll mir über ungelegte Eier keine Gedanken machen, laut ihn schaffen wir das alles schon aber ich fühle mich so unzureichend.

      Ich laufe auf Reserve und weiß wirklich nicht was ich noch tun soll. Da ich mich halt so unverstanden fühle von meinem Partner, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht mehr ob es noch Zukunft für ihn und mich gibt, dabei heißt es doch in guten wie in schlechten Tagen.

      Kann mich vielleicht jemand von euch verstehen oder mir einen Rat geben?

      • Hallo

        Das ist sicherlich sehr frustrierend.
        Als was bewirbst du dich denn? Ich kann es mir ehrlich gesagt nicht vorstellen warum du so viele Bewerbungen schreiben musst.
        In meinem Umfeld suchen eher die Arbeitgeber.
        Du schreibst fehlerfrei und verständlich, was denkst du ist der Knackpunkt.
        Vielleicht solltest du Bewerbungen persönlich abgeben oder mal einen Profi über die Bewerbung schauen lassen.
        Dein Mann versucht Zukunfstängste von sich zu schieben, was nicht einfühlsam aber doch sinnvoll ist. Er muss im Alltag bestehen und euer Einkommen sichern.
        Das nützt nichts wenn er dich jetzt verrückt macht.
        Besser du suchst dir eine gute Freundin oder so zum ausheulen...ich denke das ist für euch beide nicht schön momentan.

        • Ja schön ist es wirklich nicht.
          Ich habe in der Lebensmittelindustrie gelernt und dort ist es üblich in Schichten zu arbeiten. Da mein Partner aber auch bereits in Schichten arbeitet klappt das nicht das wir beide unseren gelernten Beruf ausüben.
          Ich habe mich aber trotzdem bei Lebensmittelunternehmen beworben, generell aber eher als quereinsteiger in verschiedenen richtig (Verkäuferin, Büro, callcenter, etc).

      Ich kann dich sehr gut verstehen, auch wenn ich nicht ganz so viele Bewerbungen raus haue .... man fühlt sich als versagerin und dennoch ist man keine!!
      Ich hatte einen Job gefunden, der anscheinend kein Problem mit einer kleinkindmama hat ... tja, nach 3 Monaten hatte ich die Kündigung, da zu oft krank.
      Ich setz grad auf meinen Arbeitgeber bin vor der Schwangerschaft. Dort hatte ich 6 Jahre gearbeitet, aber durch zeitarbeit und Übernahme war die SS im „falschen“ Moment. Mal sehen. Aktuell habe ich resturlaub und bin ab 1.11. wieder Arbeitssuchend.

      Ich kann dir XING sehr empfehlen. Nicht unbedingt der Headhunter wegen, sondern der wirklich guten news. Da habe ich viele Bewerbungstipps her und es klappte direkt besser.

      Mein Mann sagt auch gern, dass schaffen wir schon. Das meint er nicht böse, sondern versuchte mir damit tatsächlich mut zu machen. Männer ticken da wirklich anders...

      Alles gute, ich drück dir die Daumen! Du schaffst das!

      Morqua mit Prinzessin 20 Monate

    • Du hast also in einem Jahr über 400 Bewerbungen geschrieben. Das macht jeden Tag mindestens eine,also extrem viele.

      Kann es sein, dass du durch diese grosse Zahl an Bewerbungen deine Anschreiben nicht individuell passend zur Stellenausschreibung formulierst, sondern auf Masse setzt und immer das gleiche Anschreiben verwendest?

      Fühl dich mal gedrückt. Ich bin seid der 7 ssw (Berufsverbot) zu Hause. Mein Sohn ist mitlerweile 17 Monate & ich kann so gut verstehen was du meinst mit ständig funktionieren müssen. Ich freue mich auch wieder aufs arbeiten.
      Wäre eine Umschulung denn was? Vllt eine Altenpflege Ausbildung? Die kurze Helfer Ausbildung geht meist ein Jahr (gibt aber auch kürzere kurse) und die exam. Fachkraft dauert drei Jahre.
      Ich bin zufrieden mit dem Geld. Mein Mann bekommt mehr Geld als Fachkraft, wie mein Vater in der Industrie.
      Ich weiß, es ist nicht für jeden was, war nur ein Vorschlag am Rande 👋

      Ansonsten Kopf hoch und gib nicht auf! Es ist toll, dass es noch solche Leute gibt, die sich da wirklich hinsetzen und eine Bewerbung nach der anderen schreiben 😘

    • Ja, ich kann dich verstehen. Zu Hause zu hocken ist so ätzend. In welcher Branche bewirbst du dich? Vielleicht kann man dir Tipps geben. Wenn du so viele Bewerbungen schon geschrieben hast, könnte es sein, dass du irgendetwas verbessern könntest, damit es endlich mal klappt. Glück gehört natürlich auch dazu.

      • Habe jetzt erst das mit den Schichten gelesen. Du musst mit deinem Partner reden. Dann musst du eben auch Schichtarbeit machen und ihr müsst zeitversetzt arbeiten. Das machen andere Familien auch so. Da müsst ihr einen Kompromiss finden. Das muss dein Partner auch verstehen.

    Hallo, ich habe das Gefühl, Du steckst da jetzt in einem Hamsterrad drin und kommst nicht mehr raus. Deine Bewerbungen scheinen ineffektiv zu sein, Du siehst nur noch Dein Versagen und verzweifelst zu Hause.
    Wie wäre es mit einem gründlichen Perspektivenwechsel? Vielleicht eine Beratung bei der Diakonie o.Ä.? Warst Du mal beim Arbeitsamt? Vielleicht Kurse, bei denen die Bewerbung überprüft wird und Dein Profil? Du hast doch sicherlich noch ganz andere Fähigkeiten, kannst sicherlich auch in anderen Berufen arbeiten. Wie wäre es mit Beschäftigungen, Freundschaften, Sport, Kreatives, welche Dein Selbstwertgefühl wieder verbessern? Wenn Du Dich selbst magst, werden auch Deine Bewerbungen effektiver.
    Wie wäre es mit einer Mutter-Kind-Kur, um mal Abstand von dem ganzen Alltag zu bekommen? So manche Frau hat in diesen 3 Wochen ihr Leben komplett neu sortiert und danach den Alltag besser "in den Griff" bekommen. Dann aber bitte über eine gute Beratungsstelle, z.B. Diakonie.
    Und wenn es momentan noch finanziell geht, warum genießt Du dann nicht jeden Tag zu Hause, den Du nicht arbeiten musst? Du weißt nie, was noch kommt! Lebe im HIER und JETZT, nutze jeden Tag. Freu dich an den Kleinigkeiten! Genieße Dein Kind und die Möglichkeit, mal in Ruhe ein Buch zu lesen oder etwas Kreatives zu machen. Schau Dich nach Kontakten mit anderen Müttern um, engagiere dich ehrenamtlich. Auch das kommt in Bewerbungen gut an!
    Dein Partner versteht nicht, dass Du Dir Sorgen machst. Momentan scheint das Geld, das er verdient, ja noch zu reichen. Also warum soll man sich über etwas Sorgen machen, das vielleicht nie eintrifft? Er hat Recht: Durch die vielen Sorgen verpasst Du die Gegenwart. Das hilft niemandem von Euch. Versuche, ihm gegenüber nur Deine Gefühle anzusprechen und bei "Ich-Sätzen" zu bleiben. Gefühle sind einfach da und können nicht wegdiskutiert werden. Ansonsten braucht Ihr wohl mal einfach mehr Zeit für Euch als Ehepaar zum Reden, eventuell auch mit Hilfe von außen.

    Ich würde an Deiner Stelle einem Bearbeiter vom Arbeitsamt meine Bewerbungsmappe vorlegen, was er dazu meint und welchen Rat er Dir geben kann. Bist Du dort schon mal als arbeitssuchend gemeldet? Nicht arbeitslos, sondern -suchend. Kannst Du mal ein Seminar Bewerbungstraining belegen? Ist auch hilfreich, habe ich, als ich noch beim Berufsförderungsdienst arbeitete, den Leuten immer empfohlen.Wie wird Dein Kind versorgt, wenn Du arbeitest, wie bei Krankheit? Die paar zustehenden freien Tage reichen kaum. Es ist wirklich blöd, wenn Dich Dein Mann nicht unterstützt, aber das wird sich momentan kaum ändern. Die Kinderbetreuung muss als erstes vorher gut organisiert sein, denn die Frage kommt von allen Personalchefs. Genau passend zu den Schichten Deines Mannes wirst Du nichts finden, außerdem kann immer mal ein außerplanmäßiger Schichtwechsel vorkommen - und dann? Ich vermute, dass das alles aus Deiner Bewerbung nicht hervorgeht und leider ist für viele Firmen ein K.o-Kriterium, wenn sie lesen, ein Kind...,und nicht auf die Betreuung eingegangen wird. LG Moni

    Meinst du es wird besser wenn du arbeitest? Da wird dein Altag noch stressiger? Wenn du zuhause bist ist es dein Job den Haushalt und das Kind zu versorgen.
    Vielleich solltest du mal eine Mutter Kind Kur machen. Falls du wirlich Depressionen hast , mußt du einen Arzt aufsuchen.
    Lass sich beraten was du sinnvoll machen kannst. Arbeitsamt ist da ein guter Ansprechpartner.

    Hallo!

    Ich kann die Situation mit der Jobsuche verstehen.
    Was ich nicht verstehen kann ist, was genau Du von Deinem Mann erwartest. Soll er Dir von rosa Wölkchen erzählen, die es nicht gibt, soll er Dich mehr anspornen. Mehr Unterstützung - wie genau soll die aussehen? ER läuft definitiv in einer anderen Bahn wie Du - naturgemäß hängt man nicht mehr so aufeinander. HILF ihm durch ganz konkrete Aufgaben (Müll herzubringen, Kind 2 h am Samstag auf dem Spielplatz bespaßen, Kind am Mo, Mi, Fr baden, Kind am Di, Do, Sa um 18:00 füttern, Wäsche am Freitag in die Waschmaschine stopfen, etc.). Er sieht von alleine nicht was zu tun ist, weil er einfach nicht zuhause sitzt und Regie führt oder den organisatorischen Überblick hat.

    Zu den Bewerbungen:
    Wie viele Bewerbungsgespräche hattest Du denn bei so vielen Bewerbungen?
    Wenn man in der heutigen Zeit 400 Bewerbungen schreibt und umgehend eine Absage bekommt, dann macht man was falsch.
    Geh zur Arbeitsagentur und lass Dich beraten: Bewerbungstraining, Wiedereinstiegsprogramme, Weiterbildung, ggf. Umschulung, etc. Und mach Dir vorher einen klaren Kopf was geht mit Kind und was geht nicht. Es macht keinen guten Eindruck und keinen Sinn sich auf einen Job zu bewerben der tendenziell unregelmäßige Arbeitszeiten verlangt oder gar Schichtarbeit / örtliche Mobilität verlangt um sich dafür dann eine blutige Nase zu holen.
    Willst Du / kannst Du überhaupt ganztags einsteigen, wie wird dein Kind betreut?

    LG, I.

    Also erstmal danke an alle die darauf reagiert haben.
    Um offene Fragen kurz zu klären:
    Ja, ich bin bereit beim Arbeitsamt gewesen, meine zuständig Vermittlerin findet meine Bewerbungsunterlagen gut und hatte mich am Anfang auf kleinere Sachen hingewiesen die ich dann verbessert habe, also kann es an sich nicht daran liegen.

    Momentan bekomme ich von Amt noch Arbeitslosen Geld, das fällt aber ab Februar weg, daher mache ich mir sorgen um unsere Zukunft, weil wir auf einen Teil meines Geldes angewiesen sind.

    Und in Bezug auf meinem Partner.
    Er arbeitet 8 h und möchte danach seine Ruhe, wenn ich ihn anbiete etwas zu machen wie zum Beispiel unser Kind ins Bett zu bringen oder sie zu baden, sagt er nur er möchte nach 8h Arbeit einfach nur entspannen. Spielen tut er mit ihr aber sobald es an mehr Verantwortung geht wie Baden, ins Bett bringen oder etwas anderes, möchte er sich nicht mehr einklinken.
    Er setzt sich dann in seinen Sessel und liest ein Buch oder spielt an der Konsole.
    Ich sage mir dann immer 'ok er Arbeit 8 h hart, lass ihn sich ausruhen'
    Aber selbst am Wochenende wenn er 3 Tage am Stück frei hat, macht er nichts im Haushalt weder Müll rausbringen noch Bett machen geschweige dessen etwas sauber machen.
    Ich fühle mich halt mit allem alleine gelassen von ihm, fast wie alleinerziehend.

Top Diskussionen anzeigen