Vater Tochter Beziehung- übertreibt mein Mann?

    • (1) 25.11.17 - 21:06

      Hallo,

      ich versuche es kurz zu halten.

      Wir hatten eine schwere Geburt und eine schwere Zeit danach. Mein Mann war das erste Jahr zu Hause und hängt sehr an unserer Tochter. Soviel dazu.

      Mein eigentliches Problem ist, dass er keinen so recht an unsere Tochter, mittlerweile 16 Monate, ranlässt. Meine Schwiegereltern sind etwas distanzierter und zeigen auch keine übertriebenen Gefühle meinem Mann gegenüber, somit auch unserer Tochter wobei sie gerne mit ihr spielen. Meine Eltern und meine gesamte Familie sind herzlicher und umarmen, knuddeln oder küssen unsere Tochter und das stört meinen Mann. Wenn er die Kleine hält und beispielsweise meine Mutter sie ihm abnimmt, versteht er das als Provokation und wegnehmen.

      Auch will er sie weder bei meinen noch seinen Eltern abgeben, weil sie seiner Meinung nach noch zu klein ist.

      Ich habe schon oft mit ihm darüber diskutiert und auch seine Mutter gibt mit recht, aber er bleibt strikt bei seiner Meinung.

      Einige Väter aus unserem Umkreis hängen sehr an den Töchtern, aber keiner so schlimm wie mein Mann.

      Ging/geht es jemanden ähnlich? Hört das irgendwann auf?

      LG
      Naila

      • (2) 25.11.17 - 21:14

        Dein Mann übertreibt genauso wie das Heer von Schwiegertöchtern, die sich so gerne hier über ihre Schwiegermütter auslassen.

        >>>Wenn er die Kleine hält und beispielsweise meine Mutter sie ihm abnimmt, versteht er das als Provokation und wegnehmen.<<<

        Ich kenne das gar nicht, dass jemand mir das Kind "abnimmt". Da hätte ich früher wohl auch ungehalten reagiert.
        Eure Tochter ist allerdings schon länger in einem Alter, in dem sie zeigen kann, ob sie zur Oma will oder nicht.

        • (3) 25.11.17 - 23:49

          Zum einen lasse ich mich hier nicht über meine Schwiegermutter aus. Ich habe ein äußerst gutes Verhältnis zu ihr und kann sie guten Gewissens als Ersatzmama bezeichnen.

          Ich habe geschrieben, dass meine Schwiegereltern einfach so von der Art her sind zum besseren Verständnis. Mein Schwiegervater hat meinen Mann nie umarmt. Mein Vater umarmt mich bei jedem Wiedersehen. Nur als Beispiel!

          Meine Mutter nimmt das Kind auch nicht einfach weg. Sie fragt ob sie es nehmen darf und unsere Kleine möchte auch zu ihr, sprich sie streckt ihr die Arme entgegen. Meine Eltern sehen sie auch 1 mal in 1-2 Wochen und möchten dann mit ihr spielen und ihr nahe sein. Dafür hat mein Mann mein Verständnis.

          Wenn meine Mutter oder sonst wer mir das Kind einfach so aus den Armen nehmen würde, hätte ich auch ein Problem damit. Ist aber so nicht der Fall.

          • (4) 25.11.17 - 23:54

            >>>Zum einen lasse ich mich hier nicht über meine Schwiegermutter aus.<<<

            Habe ich auch nicht behauptet.

            Zum Rest:

            Da hättest du in deinem ersten Post vielleicht etwas präziser formulieren sollen.

            • (5) 26.11.17 - 00:21

              Ich wollte den Post nicht ins unendliche treiben. Könnte hier noch genug dazu schreiben.

              Mit abnehmen meinte ich, wie gesagt, mit vorheriger Ankündigung.

              LG

        (6) 26.11.17 - 08:58

        Also ich kenne eine die hat ihre 3 Kinder nie jemanden gegeben, nichtmal ihrem Mann. Sie hatte Angst, das was passiert...

    (7) 25.11.17 - 21:32

    Hallo Naila,

    wie ist denn deine eigene Beziehung zum Kind?
    Ist geplant, dass eure Tochter in den Kindergarten geht? (Und dein Mann evtl auch wieder in einen bezahlten Job?)
    Ich kenne eure Situation nicht, aber ein Kind braucht auch Raum, um seine Umwelt zu erkunden und mal weg von Papa oder Mama Erfahrungen zu machen. Es ist kein Alibi für Papa oder Mama, sich zu verkriechen. Da fiel mir jetz als erstes ein, aber ich will weder dir noch deinem Mann zu nahe treten.

    Alles Gute!

    • (8) 25.11.17 - 23:57

      Hallo,

      Mein Mann war durchgehend beschäftigt seit der Geburt. Er hat das erste Jahr aber Teilzeit von zu Hause aus gearbeitet. Mittlerweile ist er seit 4 Monaten wieder Vollzeit beschäftigt zur Info.

      Unsere Tochter ist nicht nur zu Hause eingesperrt. Wir zwei sind viel unterwegs und 2 mal die Woche bei Mutter-Kind Treffen wo die Kinder miteinander spielen und die Mütter auch mal unter sich sind.

      Meine Beziehung zu unserer Tochter ist gut. Ich mache liebend gerne etwas mit ihr (spielen, lesen, kuscheln etc.), sehe es aber auch gerne, dass die Großeltern/Tante und andere Kinder mit ihr spielen. Ich habe auch kein Problem damit wenn sie jemand aus der Familien umarmt, solange derjenige nicht erkältet oder ähnliches ist.

      In dem Kindergarten kommt sie im September 2018.

      • (9) 26.11.17 - 10:10

        Ich verstehe deine Sitaution. Hier auf UrbiaForen sind die Meinungen verschieden. Ich hab nur eins gemerkt, kürzst du deinen Text bist du die schlechte, verlängerst du den Text hat keiner Lust ihn zu lesen oder es wird ständig rum diskutiert. Hier muss sich niemand rechtfertigen, bloß weil einer eine andere Meinung hat. Ich hab das Problem, dass ich mich anders Ausdrücke als ich will und nur die Standard Begriffe benutze und das falsch verstanden wird.

        • (10) 26.11.17 - 22:36

          Ist mir auch in dem ein oder anderen Forum, auch hier, schon passiert. Ich schreibe sonst sehr umfangreich und bekomme aufgrund der fehlenden Lust es zu lesen kaum Antworten.

          Hier sind es vl zu viele Hormone auf einem Haufen ;-)

          Freue mich dennoch über Meinungen und wenn es unklar ist, erkläre ich es gerne noch einmal.

(11) 25.11.17 - 23:17

Wenn mir irgendjemand das Baby ohne zu fragen aus dem Arm hätte nehmen wollen, hätte ich das nicht zugelassen.
Da verstehe ich deinen Mann!

Und was verstehst du mit abgeben? Mal über Nacht weggeben?
Warum willst du das unbedingt?

Das Verhalten deines Mannes würden sich viele andere wünschen, also wenn das zur Zeit dein einziges Problem ist, sei dankbar!

  • (12) 26.11.17 - 00:06

    Es war nicht die Rede von aus der Hand reißen. Meine Mutter fragt und meine Tochter ist mittlerweile 16 Monate und streckt der Oma auch die Arme entgegen, weil sie zu ihr möchte.

    Über Nacht will ich mein Kind nicht abgeben, dafür ist sie mir noch zu klein. Wir stillen nachts auch noch häufig und da braucht sie insbesondere mich. Es geht um 1-2 Stunden damit wir zum Beispiel wieder mal ins Kino gehen. Mein Mann wünscht sich das auch, aber möchte unsere Tochter dafür nicht bei dem Großeltern lassen. Aber auch wenn ich zum Arzt muss, muss ich sie mitnehmen oder meine Schwester muss 60km zu mir fahren um mitzukommen um auf unsere Tochter aufzupassen während ich bei der Untersuchung bin.

    Ich bin dankbar für meine Familie und froh, dass mein Mann sich so liebevoll um unser Kind sorgt und mit ihr beschäftigt.

    Ich weiß umgekehrt nicht wie dein Verhältnis zu deiner Mutter und das Schwiegersohn/Schwiegermutter Verhältnis ist, aber würde es dir nicht leid tun, wenn es deinen Mann stört, dass deine Mutter ihr Enkelkind auf den Arm nimmt und mit ihm spielt...

    LG

    • (13) 26.11.17 - 10:17

      Ah, dann verstehe ich es jetzt besser.

      Was macht dein Mann denn genau, wenn es ihn stört?
      Weigert er sich, meckert er oder sitzt er die ganze Zeit daneben und kontrolliert?

      Wenn es jetzt nicht zu aggressiv ist, würde es mir egal sein, ob es ihn stört, solange er es zulässt, wenn ich interveniere.
      Wenn die Kleine nach der Oma verlangt und er gibt sie nicht, würde ich natürlich von ihm verlangen, dass er sie abgibt.

      Wenn ihm das schwerfällt, würde ich mit ihm drüber reden, damit er bzw ihr herausarbeiten könnt, warum dass so ist.
      Und ich würde ihm deutlich machen, wie das Verhalten ankommt und warum du das nicht gut findest.

      Meiner Meinung nach ist das Verhalten deines Mannes eher liebenswert, aber natürlich muss er noch dazulernen, das müssen ja die meisten Eltern grade in den ersten Jahren, bis sich alles etwas eingespielt hat.
      Andere Väter müssen lernen, sich einzufühlen, er muss lernen, loszulassen.
      Jeder braucht seine Zeit, wichtig ist, als Paar gut miteinander zu kommunizieren.

      Irgendwann werden deine Bemühungen Früchte tragen, ganz sicher!

      • (14) 26.11.17 - 22:43

        Er sagt es nicht direkt meiner Mutter, aber meckert dann eben wenn wir an Heimweg sind warum meine Mutter die Kleine nimmt wenn er sie gerade am Arm hat. Ich versuche ihm zu erklären, dass es ja aus Liebe unserer Tochter gegenüber ist und meine Mutter sie vermisst wenn sie sie mal für 10 Tage nicht sieht etc. Er aber meint, dass man ihn provoziert, weil man sie genau dann nimmt wenn er sie hochgenommen hat, obwohl es blöder Zufall ist.

        Er kontrolliert auch wenn wir wo zu Besuch sind und ich bin in einem anderen Raum mit unsrer Tochter wo auch andere Kinder/Mütter sind. Es fällt auch anderen auf, dass er der einzige Papa ist der so oft schaut :-) ich finde es auch total süß und liebenswert, aber eben bei manchen Sachen vollkommen daneben.

        Als er wieder außer Haus arbeiten ging, war er die 2 Tage bevor es losging sehr nah am Wasser gebaut, weil er auch nichts von der Kleinen verpassen wollte.

    (15) 26.11.17 - 14:04

    Du musst sie mitnehmen? Deine Schwester muss mitkommen?

    Äh, wenn dein Mann nicht will, dass du sie für Arzttermine bei deinen Eltern abgibst soll er doch schauen, dass er sie betreut in der Zeit?!
    Ich würde da, bei aller Liebe, nicht mitmachen.

(16) 26.11.17 - 00:05

Also ich finde das Verhalten deines Mannes völlig übertrieben. Wenn ich ehrlich bin würde ich ihm das auch deutlich so sagen. Warum sollen die Omas nicht auch mal stundenweise oder über Nacht ihr Enkelkind haben? Das tut euch als paar gut und meistens gefällt es dem Kind mindestens genauso gut.

Meistens ist es ja ungekehrt und die Mutter klammert so übertrieben. Bei euch ist es eben andersrum.

Wie gesagt, ich würde da nicht abwarten sondern das Gespräch suchen. Sie ist ja nun kein Baby mehr, sondern ein Kleinkind.

  • (17) 26.11.17 - 00:16

    Ich habe es ihm schon oft gesagt, aber er versteht es nicht und meint dann ich sehe alles viel zu locker.

    Als sie kleiner war bzw. selbst noch nicht andeuten konnte zu wem sie will und zu wem nicht war es mir auch am liebsten wenn sie bei uns war. Aber jetzt sucht sie auch die Nähe zu den Großeltern und spürt auch die Liebe die man ihr entgegenbringt. Meiner Mutter hat sie als erstes nach uns Küsschen gegeben und sie ist absolut kein Kind das gerne kuschelt.

    Dadurch dass wir kaum noch Zeit füreinander haben, herrscht dauernd eine Spannung. Er selbst wünscht es sich auch, aber schafft es nicht die Kleine 1-2 Stunden abzugeben. Mein Vater meinte letztens "ihr könnt sie ja gerne einmal 2-3 Stunden bei uns lassen und ausgehen oder einkaufen, einfach Zeit für euch haben." Er hat das ignoriert und dann zu mir am Heimweg gemeint "als ob würde ich unser Kind einfach so 2-3 Stunden da lassen, was denkt er sich, wir können auch mit Kind einkaufen."

    Ich habe manchmal das Gefühl, dass er glaubt er lässt sie alleine zurück.

    • (18) 26.11.17 - 00:22

      Mh ok.

      Vllt redet ihr nochmal und besucht gemeinsam die Großeltern. Du schreibst ja er wünscht es sich auch - vllt lässt er sich drauf ein einfach mal zu beobachten wie eure Tochter mit den Großeltern interagiert und sich wohl fühlt. Dann erkennt er evtl auch das er sie nicht einfach im Stich lässt, sondern das sie sich wohl fühlt. Vllt wird ihm dann auch mal klar das es ja nicht irgendwer ist, sondern die Leute die dich bzw ihn auch großgezogen haben.

      Schwierig wenn ein Elternteil so klammert und auch die Beziehung darunter leidet. Hoffentlich findet ihr da eine Lösung.

      (19) 26.11.17 - 09:43

      wovor hat er denn Angst?
      was sind seine Gefühle?

      woher kommt diese Reaktion?
      will er es anders machen als bei ihm früher?
      fühlt er selbst eine Art Trennung von ihr und das löst bei ihm was aus? z.b. wie er sich damals gefühlt hat, jetzt wieder

      wie kommt er sonst mit Trennungen auf Zeit klar? also z.B. zu dir. Wenn du mal auf Geschäftsreise wärst oder mal ein WE mit Freundinnen unterwegs?
      sind/waren da auch Spannungen da oder kam er damit gut klar und erst seit Kind?


      Kinder brauchen Schutz und Freiraum. Eines davon im Extrem ist nicht wirklich gut. Zu erkennen wann was ist manchmal schwierig.

      Wonach trifft er seine Entscheidung(en)? Prinzip? Alter? Personen? eigene Ängste? kann er nicht erklären?

      Bsp. bei mir ist es nach Vertrauen zu den jeweiligen Personen, Entwicklungsschritt meines Kindes, Tagessituation, Wichtigkeit des Anlasses.

      • (20) 26.11.17 - 22:54

        Wovor er Angst hat, versuche ich auch noch herauszufinden. Er zeigt seine Gefühle nicht oft, außer es geht um unsere Tochter.

        Da bei ihm vieles verabsäumt wurde in der Kindheit will er es anders machen. Er ist das jüngste Kind von insgesamt 3 und war eine wortwörtlich das 5. Rad am Wagen. Das merkt man auch heute noch.

        Trennungen sind schlimm für ihn. Wir führten 7 Jahre lang eine Fernbeziehung und die Trennungen waren oft emotional, auch von ihm aus. Auch als er wieder außer Haus arbeiten gehen musste, hat er sich die Tage davor die Tränen zurückgehalten, weil er meinte er verpasst so viel von der Kleinen und es ist auch heute noch schlimm für ihn. Er schläft auch am Wochenende nicht aus sondern steht morgens um 6:30h mit unserer Tochter auf um nichts von der gemeinsamen Zeit zu verpassen.

        Es ist bei ihm vieles Prinzip, einfach weil "ich will das nicht" aber meiner Meinung nach auch fehlendes Vertrauen.

        Leider lässt er mich insbesondere in letzter Zeit schwer an sich ran. Er hat auch derzeit keine leichte Situation in seiner Familie, gibt nicht zu dass es für ihn schwer ist, aber ich kenne ihn sehr gut und sehe es ihm an.

        • (21) 27.11.17 - 13:30

          in die Richtung hatte ich zunächst auch gedacht, wie du es an anderer Stelle ja schon angedeutet hattest.

          Das schwierige ist: er WILL es besser machen. Aber wenn er sich nicht "helfen" lässt, macht er es nur anders. Wenn es schief läuft, macht er auch was kaputt. Nur eben anders. Durch das andere Extrem.

          *"helfen", weil er in dem Sinn keine Hilfe braucht. Irgendwie schon, aber aufgezwungene Hilfe ist keine Hilfe.
          Unterstützung oder - ein anderes Wort - wie er an sich selbst arbeiten kann.

          Ob er mit der Situation für sich selbst klar kommt oder nicht, ist seine Entscheidung. Da braucht er keine Hilfe.
          Aber wenn es um eure Tochter geht, sollte er sich Unterstüzung holen. Nicht seinetwegen, sondern ihretwegen, damit er lernt sein Verhalten zu reflektieren.

          Noch mag es ja zu Anteilen ok sein.
          Ich bin auch kein Freund von Kleinkind muss überallhin und abgegeben werden, nur weil es Verwandtschaft ist.
          Aber einengen oder Signale des Kindes ignorieren, aus Angst was falsch zu machen oder aus eigenen Ängsten heraus, finde ich nicht gut.

          In einigen Familien kenne ich Wechselmodelle über Generationen.
          1. engt das Kind total ein
          2. lässt das Kind total Freiraum, alles selbst entscheiden. Keine Bindung. Angst, das Kind sonst einzuzengen. Kind ist überfordert und sucht nähe
          3. aus fehlender Nähe von den Eltern, wird am eigenen Kind geklammert.
          4. Kind aus Klammerung, vor allem in der Pubertät, will es wieder anders machen und wählt das andere extrem

          Da lernen und vor allem mit sich selbst lernen sehr schwierig ist und vor allem lange Jahre dauern kann und eben nicht von heute auf Morgen geht

          sollte er jetzt!! anfangen zu lernen
          z.B. zusammen mit seiner Tochter zu wachsen (auch in sich selbst, vor allem da)

          denn in der Pubertät wird es sonst schwierig. Sie braucht dann Freiraum. Und da sollte er schon soweit gelernt haben, dass er ihr einiges zutrauen kann. Dass sie nicht verlassen wird, aber sie sich abgrenzen MUSS, um Nähe aufzubauen usw. Bis dahin sollte er an sich selbst gewachsen sein. Auch ihretwegen.

          Wie gesagt, ich bin kein Freund von zu frühem abgeben oder abgegeben, wenn das Kind offensichtlich noch nicht bereit dazu ist.
          Das gegenteilige EXTREME Klammern sehe ich aber auch kritisch an. Vor allem in der Pubertät. (Da hatte ich so einen Schatten aus der Verwandtschaft bei mir. Ohne Schatten ging nichts. Schatten, Klammeraffe etc.) Es nervte und die Bindung ging dadurch vollends kaputt, zu der Person.
          Ursache war da auch, irgendein Fehler in deren Kindheit. Das anders machen wollen, in dem Fall auch das Gegenteil und somit auch das andere Extrem und das war nervig.

          Um bei meinem Kind nicht ebenfalls wieder in ein Extrem zu fallen, habe ich versucht zu reflektieren. Wann hätte ich was gebraucht. Wann - verändernd mit der Zeit. Nicht nur Frühkindlich dauerhaft. Und dann eben auch, wann hätte ICH was gebraucht - aber auch: was braucht mein Kind?! Eigener Mensch, eigene Bedürfnisse, eigene Interessen.

          Also ist es wichtig ihr nicht das zu geben, was ICH gebraucht hätte. Sondern den Kern zu erwischen: ihre Bedürfnisse!
          Genau das ist es nämlich, was bei mir ignoriert worden ist durch die Person. Meine Bedürfnisse! (die Handlungen etc. waren ja nur die Oberfläche, das was bei meinem Kind anders ist)

          Da ich alleine das manchmal nicht schaffe, frage ich auch Freunde etc. zum reflektieren. Genau das ist nämlich wichtig, damit ich nicht "automatisch" oder "aus Prinzip" das Gegenteil machen würde. Damit wäre meinem Kind nämlich nicht geholfen. Manchmal hat sie ähnliche Bedürfnisse wie ich früher und manchmal halt nicht. Oder in anderen Situationen.

          Dicht machen kann ich zwar verstehen. Es ist verdammt schwer an seine eigenen Gefühle ran zu gehen. Aber wenn er es nicht aus Prinzip anders neu falsch machen möchte, wäre es ratsam für ihn, daran zu arbeiten (auch wenn es schwer ist!), damit er die Zeit nutzen kann, selbst zu wachsen. Gemeinsam mit den Bedürfnissen eurer Tochter zu wachsen!

          Dabei geht es nicht nur um abgegeben oder nicht abgeben jetzt. Sondern auch alles was ihn sonst so belastet hat.
          Auch wenn er es jetzt so verdrängt, dass es ihn nicht belastet/dass er es betäuben kann. Bei den den Reaktionen an seiner Tochter, kommt es halt doch durch. So spürt er es zwar nicht. Aber ihr wird es vielleicht weh tun, weil sie seine Probleme ausbaden muss. Das wäre schade (eine andere Form von schaden. Je nachdem wie extrem oder tiefgreifend die Probleme waren/sind).

          Sie wird sich verändern und es wäre schön, wenn er selbst dazu lernen kann. Für sich, aber auch für eure Tochter. Sie hat einen Vater verdient. Einen, der als Erwachsener für sie grade steht .... und nicht der in sich selbst noch Kind ist und Angst hat und sie (unbewusst) für ihn grade steht (in dem sie lernt um seine Ängste drumherum zu leben/fügen).

          Sorry für die Ausführlichkeit. Habe das selbst durch meinen "Schatten" schon durch.
          Es ist keine Schande, so als Kind gefühlt zu haben und jetzt als Erwachsener zu seinen Gefühlen zu stehen!!! Im Gegenteil, das ist mutig.
          Sich in seinem Verhalten zu vergraben und aus Prinzip so zu handeln (weil man es ja anders/besser machen WILL), ist eine Form von Flucht oder feige. Einfach, weil man sich damit nicht mit dem Problem auseinandersetzt, sondern von seinen Gefühlen flieht.

          Die Schwierigkeit ist "nur," dass dann das (neue) Kind darunter zu leiden hat. Vielleicht noch nicht jetzt, weil die Bedürfnisse einigermaßen passen, aber langfristig schon, wenn die Bedürfnisse auseinander gehen. Und sie zeigt ja schon, wo sie hinwill und wo nicht.


          WIE du da an ihn ramkommen könntest, weiß ich nicht.
          Ich habe mich bewusst dazu entschieden, weil ich meinem Kind wirklich gutes tun wollte und mich nicht hinter meinem Erlebten verstecken wollte. Die Erkenntnis und dann auch den Mut zu haben, sich seinen eigenen Gefühlen zu stellen, muss halt irgendwie von innen kommen.

          Grüße
          und viel Kraft!

          P.S. Freiheit ist für mich: selbst entscheiden zu können, wann ich Nähe und wann Freiraum brauche und beides zulassen zu können ;-)

          • (22) 29.11.17 - 08:01

            Habe deine Antwort leider übersehen. Danke für Deine Offenheit in Bezug auf dein Leben.

            Darum geht es mir natürlich als Mutter auch- um die Bedürfnisse unserer Tochter.

            Es kommt in meinem Ursprungspost vielleicht falsch rüber. Ich möchte unsere Tochter nicht mehrmals wöchentlich oder auch nur einmal pro Woche bei unserem Eltern lassen. Aber es wäre für uns- ich denke auch insbesondere für meinen Mann, schön wieder einmal ins Kino zu gehen. Vor der Geburt unserer Tochter pflegten wir das 1 mal im Monat zu machen, weil wir beide sonst nicht fortgehen im Sinne von Clubs etc. Und da würde es abends um maximal 3 Stunden gehen. Oder eben kurz wegen einem Arzttermin.

            Jetzt mag es noch etwas zu früh sein, aber es wird auch in der Kindergartenzeit vorkommen, dass unsere Tochter mit jemandem privat zu Hause spielen möchte, in der Schule wird es irgendwann Ausflüge mit Übernachtung geben. Und ich hoffe, dass sich bis dahin das Klammern soweit löst und unsere Tochter auch mitentscheiden kann, ob sie das möchte oder nicht.

            Ich hoffe und wünsche mir insbesondere für meinen Mann, dass er den Mut fassen kann und irgendwann zu seinen Gefühlen stehen kann.

            Alles Liebe:)

            • (23) 29.11.17 - 13:32

              "Es kommt in meinem Ursprungspost vielleicht falsch rüber. Ich möchte unsere Tochter nicht mehrmals wöchentlich oder auch nur einmal pro Woche bei unserem Eltern lassen. "

              Keine Sorge, das ist bei mir ;-) schon richtig angekommen. Ich wollte es nur noch mal dazu schreiben, um nicht in der "es gibt nur eine Schiene"-Masse unterzugehen. Einfach als kurze Info, wie ich dazu stehe, um nicht ins andere Extrem geschoben zu werden.

              Wie du ja selbst schreibst: es gibt einen Mittelweg, der sich am Kind, den Bedürfnissen des Kindes und der Familie selbst individuell orientieren sollte. Der Weg, den du für euch suchst, bzw. versuchst mit deinem Mann zu besprechen. Was aus den gegebenen Umständen schwierig ist. (kann euch da beide verstehen. Euch drei, Kind natürlich auch :-) bei deinem Mann kann ich verstehen, wie er dazu kommt und dass er Angst hat und es schwer für ihn ist. Für euer Kind wünsche ich euch, dass er es schafft für sich dazuzulernen um für euer Kind zu lernen).


              "Jetzt mag es noch etwas zu früh sein, aber es wird auch in der Kindergartenzeit vorkommen, dass unsere Tochter mit jemandem privat zu Hause spielen möchte, in der Schule wird es irgendwann Ausflüge mit Übernachtung geben. Und ich hoffe, dass sich bis dahin das Klammern soweit löst und unsere Tochter auch mitentscheiden kann, ob sie das möchte oder nicht"

              Das meinte ich mit: dass er lernen sollte, mit eurem Kind und den Bedürfnissen eures Kindes zu wachsen. Entwicklung für Entwicklung eures Kindes, könnte auch eine Entwicklung für ihn sein.
              Schwierig wird es, wenn er sich weigert, an seinem Prinzip oder "aus Prinzip" festhält und euer Kind mit der Zeit anfängt zu leiden (mit jeder Entwicklung anders) und/oder für ihn der kalte Entzug kommt, wenn sich Kind wirklich losreißt oder in der Pubertät komplett verweigert, weil es dann (aus dem Prinzip heraus / um sich aus dem Prinzip deines Mannes herauszulösen) nur noch ganz oder gar nicht gibt. Gar nicht Bindung, würde deinem Mann wahrscheinlich weh tun, gar nicht gut tun. Ganz Bindung würde eurem Kind nicht gut tun, weil ein gewisses Maß!!! an Loslösen in der Pubertät wichtig ist. Auch im Kindergartenalter und vorher schon.
              Klar ein Baby und Kind und Kindergartenkind braucht Bindung. Nur eben nicht ganz oder gar nicht, sondern entwickelnd immer wieder neu definiert, mit der Basis, sich der Basisbindung sicher zu sein.

              Oje, wenn ich mal anfange unverständlich zu schreiben
              Dabei meine ich im Grunde ja nur das, was du selbst schon geschrieben und für euch verstanden hast ;-)

              Für eure Paar-Ebene ist das natürlich auch ein belastender Faktor.

              Nur sehe ich da die Schwierigkeit:
              a) du schleichst ihm das Loslassen am Kind über die Paarebene ein. Dann wäre da zwar wieder "Besserung", aber es bliebe schwierig eurem Kind gegenüber. Entweder, weil er dann die verlorene Zeit durch noch mehr klammern kompensiert oder weil er zwar macht, aber nicht versteht und das zwar ein Weg, aber keine Lösung ist (oder eine scheinbare Lösung mit konfliktpotential)
              b) ihr versucht das im Sinne eures KIndes zu klären. Er Unterstützung bekommt, sich da selbst helfen zu lassen, um an seine eigenen Gefühle ranzukommen, um dadurch wiederum sein Handeln eurem Kind gegenüber reflektieren zu können / dabei ihre Bedürfnisse zu sehen- und weniger das, was er für ihre Bedürfnisse hält, weil er als Kind andere hatte, die ihm bis heute fehlen. Dessen Bedürfnisse angenommen zu werden, bis heute fehlen.

              Schwierig.


              An dem Punkt wäre jetzt eine Fachberatungsstelle oder jemand der sich damit auskennt und ihn akzeptiert, so wie er ist und wirklich aufs Kind schaut, sinnvoll. Leider weiß ich an der Stelle nicht weiter.

              Wünsche euch auf jeden Fall viel Kraft. Auch deinem Mann, damit er den Mut findet, zu sich selbst und zu seinen eigenen Bedürfnissen zu stehen (damit eure Tochter sie nicht für ihn ausleben "muss" und ihre eigenen entwickeln darf)
              und dir, damit umzugehen. Auch als Paar und als Mutter.

              • (24) 30.11.17 - 10:18

                Danke dir.

                Ich habe jetzt im Entwicklungszentrum in unserer Nähe ohnehin einen Termin wegen unserer Tochter vereinbart. Da gibt es auch Psychologen für Kinder und Eltern. Ich werde unser Problem einmal vorsichtig schildern und dann gegebenenfalls mit meinem Mann zusammen hingehen.

                Liebe Grüße

    (25) 26.11.17 - 14:49

    "Ich habe manchmal das Gefühl, dass er glaubt er lässt sie alleine zurück."
    Du schreibst weiter oben, das sein Vater ihn nie umarmt hat. Ist noch mehr zwischen seinem Vater und ihn vorgefallen?
    Dein Mann sollte seine Kindheit aufarbeiten, da dürfe der Ursprung für sein Verhalten liegen.

Top Diskussionen anzeigen