Adoption erwachsenes Stiefkind.... Erbrecht/folge mit leiblichen Kind?

    • (1) 19.12.17 - 10:44

      Hallo zusammen,

      vielleicht kennt sich ja jemand aus...#kratz
      Eltern meines Freundes getrennt seit ca. 35 Jahren. Der Vater hat schnell eine neue Frau mit 3 jährigem Jungen gefunden und seit ca. 30 Jahren verheiratet.
      Vater meines Freundes möchte nun den 37 jährigen Stiefsohn adoptieren.

      Wie sieht es denn rechtlich aus? Der Sohn der Frau ist ja dann quasi von beiden das "leibliche" Kind. Mein Freund ist ja "nur" der Sohn des Vaters. Ergeben sich hier irgendwelche Nachteile für einen? Wie sieht es mit den Enkeln aus... die gibt es von unserer Seite und auch von deren Seite.

      Liebe Grüße
      Peachii

      • Hallo, dein Mann und der Stiefsohn werden im Falle des Todes des Vaters zu gleichen Teilen erbberechtigt. Das Gleiche trifft auf die Kinder von euch und dem Stiefsohn zu.

        Es erbt dann also eine Person mehr - ergo, zumindest der Pflichtteil des Einzelnen wird kleiner.

        Wer was/wieviel erbt bestimmt allerdings immer noch der Vater :-), bis auf den Pflichtteil ...

        VG
        B

        • Danke dir schon mal ;-)
          Und die Hälfte der Frau geht dann quasi an ihren Sohn und Nachkommen, richtig?

          LG
          Nadine

          • Hey, also wenn der Vater zu erst verstirbt gehen 50% an die Gattin, sofern verheiratet und je 25% dann an die Söhne, wenn der Stiefsohn adoptiert wird. Die Enkel haben damit erstmal nix zu tun.

            Wenn die Gattin verstirbt, dürfte deinem Freund nichts zustehen, sprich je 50% an den Vater und an ihren leiblichen Sohn. Oder hat sie deinen Freund auch adoptiert? Dann ist die Konstellation die gleiche. Einen Pflichtteilsanspeuch hat dein Freund nur gegen den Vater und der beträgt 1/8.

            Interessant wird das aber nur, wenn der Vater mit der Gattin ein sog. „Berliner Teststament“ abschließt. Hier beerben sich die Ehegatten in erster Linie selbst. Sprich, verstirbt der Vater, geht alles an die Gattin, beide Kinder gingen zunächst leer aus, hätten lediglich einen Anspruch auf den Pflichtteil (1/8). Verstirbt die Gattin danach, erbt nur ihr leibliches Kind. Würde die Gattin zuerst versterben, geht alles an den Vater und nur ihr leiblicher Sohn hat dann einen Anspruch auf den Pflichtteil. Wenn dann der Vater im Nachgang verstirbt, erben dein Freund und der Stiefbruder zu je 50%.

            Alles unter dem Aspekt, der Stiefsohn wird adoptiert.

            Ich hoffe ich habe es verständlich geschrieben.

            Alles Gute 🤗

            • Danke dir, wir gehen auch von einem Berliner Testament aus. Kann der Vater denn trotzdem vorher festlegen (falls er als erster verstirbt), dass nach Tod der Gattin das Vermögen unter den nun "zwei" Kindern aufgeteilt wird?

              Oder ist das dann gelaufen, da sie automatisch nur ihren Sohn beerbt?!

              Liebe Grüße
              Peachii

              • Hey, theoretisch kann ein Testsment „frei“ gestaltet werden, wäre aber in dem Sinne kein Berliner Testsment mehr.

                Meinen Eltern wurde von der Notarin ein Erbschaftsvertrag angeboten. Diesen hätten mein Bruder und ich mit unterzeichnen müssen. Da wir aber die einzigen leiblichen Kinder sind, habe ich meinen Eltern davon abgeraten.

                Vielleicht wäre das eine Option.

                Alles Gute 🤗

      Ich meine, dass bei Erwachsenen-Adoptionen auch die anderen Familienmitglieder angehört werden.
      Für mich würde sich die Frage stellen, warum jetzt? Wie ist das Verhältnis deines Freundes zum Vater?

      • Hey, normalerweise nicht. Es werden die annehmenden Eltern und das anzunehmende Kind vor dem Familienfericht angehört. Diese müssen „glaubhaft“ darlegen, dass ein Familienverhältnis besteht. Die anderen Familienangehörigen haben da insofern kein wirkliches Mitspracherecht. Es wird lediglich vonnöten Gericht „abgewogen“ ob eine Benachteiligung vorliegen könnte.

        LG 🤗

        Genau die Frage stellen wir uns auch#kratz Naja, das Verhältnis ist nicht das allerbeste, aber wir kamen zurecht;-)

        Mein Freund ist echt fertig, das wurde ihm von seinem Vater auf Arbeit mitgeteilt, als er da was abgeholt hat. Quasi auf dem Parplatz... "Da kommt bald ein Anwaltsschreiben ,dass du unterschreiben musst, da ich den R. adoptiere."

        Dann kam später noch ne SMS, das noch die Geburtsurkunde meines Freundes benötigt wird...

        • (10) 19.12.17 - 13:54

          Hi,
          warum ist dein Mann sauer?
          Das der Vater seine Mutter verlassen hat udd sofort zur neuen Frau rüber ist?
          Da du das so explizit erwähnt hast, muss es ja auch ein Problem sein.

          Er hat dieses andere Kind über 30 Jahr in der Familie, hat ihn womöglich mehr um sich gehabt, wie seinen leiblichen Sohn, da er bei ihm aufgewachsen ist.
          Und ich würde sagen, moralisch hat dieser genau soviele Ansprüch wie der leibliche Sohn.

          Und da Dein Mann eh keinen so engen Kontakt hat aber dann aufs Erbe hofft...sagt vieles aus. Dein Mann wird auf jedem Fall seinen Pflichtteil bekommen.

          lg
          lisa

          • (11) 19.12.17 - 14:00

            Hallo,

            er ist sauer darüber, WIE ihm das mittgeteilt wurde. Er hätte sich nen richtiges Gespräch gewünscht, oder auch mal ne Nachfrage, was er denn davon hält. Oder das auch der Stiefsohn mal mit ihm redet etc.

            Er hat überhaupt nichts gegen sein Vater, klar wirkt das immer noch nach, das er quasi in der Kindheit für ihn nicht da war. Treffen vielleicht zwei Mal im Jahr. Das hat sich erst mit mir und unseren Kinder geändert, der Kontakt lief seit dem eigentlich recht gut.

            Er kommt allerdings nicht mit der neuen Frau zurecht, aber hat das nie raushängen oder sie spüren lassen. Da kommt dann auch das Erbe ins Spiel. weil sie würde ihm wohl nichts gönnen.

        (12) 19.12.17 - 15:23

        Hallo,

        grundsätzlich muss dein Freund weder unterschreiben noch Urkunden rausrücken.
        Aber er sollte sich rechtlich beraten lassen.

        Erwachsenen Adaption kann die Erbfolge kompliziert machen. Je nachdem welche Variante der Adaption es denn wird. Es gibt die Möglichkeit der vollen Adaption von Erwachsenen, normalerweise wird das Band zu den leiblichen Eltern(teilen) nicht durchschnitten.

        Gruß Sol

bei einer Volladoption hat dein Freund ein Vetorecht


§ 1769
Verbot der Annahme
.

Die Annahme eines Volljährigen darf nicht ausgesprochen werden, wenn ihr überwiegende Interessen der Kinder des Annehmenden oder des Anzunehmenden entgegenstehen

Hallo,

ich könnte mir in diesem Fall vorstellen, dass nach der Adoption der komplette Besitz an den "Sohn" übertragen werden soll. Die Freigrenzen bei Schenkungen sind bei Kindern sind ja erheblich höher, als wenn es kein direktes Verwandtschaftsverhältnis gibt. Ohne Adoption erbt der Stiefsohn nichts vom "Vater" bzw. dann ist die Erbschaftssteuer viel höher. So könnte im ungünstigsten Fall dann aber dein Mann leer ausgehen.

LG bluehorse

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