Sohn ist unmöglich zu Besucherkindern

    • (1) 24.12.17 - 16:56

      Hallo! Mich würden eure Erfahrungen und Meinungen interessieren: Unser Sohn (5) ist eigentlich ein feiner Kerl, aber wenn Besucherkinder da sind (am schlimmsten ist es, wenn Freunde von ihm da sind), dann benimmt er sich manchmal unmöglich.Spielzeug darf nicht benutzt werden, kleinere Geschwisterkinder dürfen sein Zimmer nicht betreten. Wenn mehrere seiner Freunde da sind, schließt er plötzlich einzelne aus, ist total schnell verletzt, wenn einer von Ihnen etwas sagt..Ich habe riesige Probleme damit und schäme mich! Mein Mann sagt:“ Kinder- so sind sie halt!“. Ist das normal? Kennt ihr das? Wie geht ihr damit um? Eine verzweifelte Holly

      • Hm,

        so sind Kinder aber nicht unbedingt.

        Dein Beitrag klingt so, als ob er das im Kindergarten usw. nicht so macht, ja?

        Wenn dort keine Probleme im Sozialverhalten vorliegen, würde einfach die Spielbesuche zunächst sehr einschränken, erst mal nur 1 Kind einladen.

        Und mit dem Sohn einige wenige Regeln besprechen für den Besuch (z. B. - er soll sich vorher überlegen, mit welchem Spielzeug das Besuchskind NICHT spielen soll - das wird dann solange in eine Kiste im Schlafzimmer deponiert oder so, auch die Behandlung der Geschwisterkinder würde ich thematisieren und noch weiteres, was Dir aufgefallen ist).

        Mach nicht mehr als 5 Regeln (die, die DIR am wichtigsten sind) mit ihm fest, sprecht alles durch und erkläre ihm dann, dass das beim Spielbesuch direkt umgesetzt wird. Die Konsequenz ist, dass er wieder jemanden einladen darf (und nach etwas Zeit auch 2 oder 3). Anders herum wird dann erst mal niemand eingeladen.

        Misch Dich beim spielen nicht ZU viel ein, nur hier und da, sodass er in die richtige Richtung gelenkt wird. Dann sollte zumindest EIN Spielbesuch mal gut laufen.

        Und dann geht es step by step, bis er nicht mehr so aufdreht beim Spielbesuch und sein Besuch sich auch wohl fühlt.

        Viel Glück und frohe Weihnachten!
        nebelschnee

        Also ich glaube schon das es normal ist sowas auszutesten wie es dein Sohn macht. Abeeer die Frage ist hier welche Folgen dieses unmögliche Verhalten für dein Kind hat! Denn wenn dein Mann meint es ist normal, finde ich, ist es damit nicht getan. Er lernt ja so auch nicht wie man sich richtig benimmt. Dann würde ich konsequent mal niemanden einladen oder schauen wie man ihm klar macht das sowas Konsequenzen für ihn hat.

        Ela

        Mir ist erstmal nicht ganz klar, warum du dich da schämst. Hast du das Gefühl, die 5jährigen Besucherkinder stehen da und denken sich: "Also diese Mutter hat ihr Kind aber wirklich sehr schlecht erzogen."?

        Dein Mann hat erstmal recht. Kinder sind so.

        Erwachsene sollen aber nicht mehr so sein. Zumindest lese ich heraus, dass du dir wünschst, dass dein Sohn irgendwann den kleinen Bruder miteinbezieht, ein höflicher Gastgeber ist und ein dickes Fell hat, wenn andere etwas gegen ihn sagen. Wenn das dein Wunsch ist, dann musst du überlegen, wie du das erreichen kannst. Zunächst solltest du dir aber klar werden, ob du dir das für deinen Sohn wünschst oder für dich. Im Text klingt es so an, dass du dich vor allem nicht schämen möchtest. Dann würde es ja reichen, wenn dein Sohn nur so tut, wenn Gäste da sind. So tun als möge er seinen Bruder, als hätte er gerne Besuch und als wäre er niemals verletzt. Das ist vielleicht einfacher zu erreichen als diese Dinge wirklich zu empfinden.

        Ich persönlich bin ja ein großer Fan des Lernens am Modell. Wenn meine Tochter sieht, dass ich andere miteinbeziehe und dass ich mir Dinge nicht zu Herzen nehmen, dann wird sie das irgendwann auch so machen, wenn sie bereit dafür ist.

        Eine schnellere Verhaltensänderung kann man auch durch Belohnung und Strafe erreichen. Die ist unter Umständen nicht so nachhaltig, aber wenn es darum geht, sich aktuell nicht zu blamieren, wäre das vielleicht der effektivere Weg.

      • Wer hat eingeladen? Er selbst oder du oder haben sich die Kinder eingeladen? Wenn er wirklich selbst den Wunsch äußert jemanden ein zu laden, dann würde ich das nächste Mal nach einem solchen Verhalten mit ihm reden und ausmachen, dass ihr erst mal gar niemand einladen werdet. Ansonsten frage ich mich warum bei einem 5jährigen die Geschwister dabei sind? Wenn mein 5jähriger Spielbesuch hat kommt der alleine Geschwister sind max 10 Minuten beim abholen da. Wenn es Kinder von deinen Freunden sind dann müsst ihr euch vielleicht fragen, ob die Kinder sich zur Zeit überhaupt verstehen und ob ihr euch nicht besser ohne Kinder trefft.

        Zum Thema Spielzeug da würde ich ihm anbieten Sachen wegzupacken, so dass der Besuch nicht dran kommt. Und beim Rest klar machen dass damit auch der Besuch spielen darf.

        Bei meinem Sohn gibt es Kinder, wenn die da sind ist es einfacher als wenn er alleine ist, weil sie 2-3 Stunden schön spielen. Bei anderen gehen wir am besten erst mal ne Stunde auf den Spielplatz, weil sie zu Hause nicht ins Spiel finden.

        Mit 5 kann er doch aber schon einiges Erzählen wie es ihm mit Besuch geht und was ihm nicht passt.

        • Danke für eure Antworten, die mich zum Denken angeregt haben. Die von mir beschriebene Situation entstand an meinem Geburtstag letzte Woche. Wir haben sonst eher einzelne Kinder zu Besuch- und das geht tatsächlich meist etwas besser. Genau weil aber soviele da waren, war es mir so unangenehm....Ich weiß, ich sollte als erwachsene Frau drüber stehen...ich tue es aber nicht...und wenn ich dann in so einem Moment meinem Sohn Dampf mache, dann macht er ganz zu. Ich frag mich halt, ob sich das noch findet mit zunehmendem Alter und durch Erfahrung und Rückmeldung?! Mädchen in dem Alter erlebe ich häufig als sozial kompetenter.

          • Hallo,
            ich kann deinen Sohn verstehen:
            Mama lädt Leute ein - mehrere - und er darf sich nicht zurückziehen, sondern soll bitte sein Spielzeug zur Verfügung stellen und mit Kindern spielen, die zu klein für ihn sind... Und dann kommt Mama - leicht nervös - und sagt ihm auch noch, was er alles falsch macht... ;-)

            mögliche Lösungen:
            beim nächsten Mal besser Vorbereiten wurde schon genannt. Ganz persönliche Sachen weg packen. Evtl vorher schon mal überlegen, wieviele Kinder da sein werden, wie alt die sind und womit man da spielen kann.

            Einen Babysitter engagieren! Haben Freunde mal bei einer Geburtstagsfeier gemacht: das war ein toller, entspannter Nachmittag! Die Babysitterin, ein junges Mädchen, hat im Kinderzimmer mit den Kindern gemalt und gespielt, hat darauf geachtet, dass sich keiner langweilt und keiner die Wand anmalt ;-) Und wir hatten nur ab und zu mal ein Kind auf dem Schoß, das halt grad Pause und Kuscheln brauchte.

            LG!

            "Mädchen in dem Alter erlebe ich häufig als sozial kompetenter. "

            Würde ich nicht so sagen. Entweder sie stehen zu ihren Gefühlen und verhalten sich wie dein Sohn. Oder sie halten sich an die Variante: ich habe keine Rechte und muss mich anderen fügen, weil das so von mir erwartet wird.

            Mein Mädchen entscheidet danach wen sie mag und wen nicht. Mit 5 hat sie das anders umgesetzt als heute. Heute sagt sie vorher schon: Mama, DEINE Gäste dürfen NICHT in mein Zimmer. Nur wenn sie mich fragen. Mit 5 wurde eben die Tür zugemacht und gebrüllt.

            Allerdings war das Brüllen selten. Denn ich habe schon früh darauf geachtet:
            sind es meine Gäste (auch Mütter mit Kindern oder nur Erwachsene), dann ist das IHR Bereich und sie darf sich dahin zurück ziehen.
            Sind es ihre Gäste, ist sie auch zuständig. Sie darf aber zu mir kommen und mich um Hilfe bitten oder sagen, wenn es ihr zu viel wird. Rauschgeschmissen wird niemand, aber Rückzugsmöglichkeiten sind erlaubt. Besucherkinder durften ihre 5 Minuten Pause auch mal bei mir in der Küche machen oder mein Kind in ihrem Zimmer verschnaufen. Nur bin ich nicht zuständig zum Beschäftigen.

            Umgekehrt ist mein Kind nicht für MEINEN Besuch zuständig. Egal in welchem Alter. Wenn sie sich verstehen, prima. Sie muss aber nicht.

            Bevor ich meinem Besuch oder den Kindern meines Besuches IHR Spielzeug gebe, frage ich mein Kind. Ich erwarte ja schließlich auch, dass sie ihrem Besuch nicht meine Sachen gibt, nur weil das jemand toll findet.
            Das hat nichts mit Mädchen zu tun. Bei einem Jungen würde ich das auch so machen.


            Bei mir als KInd hieß es immer: du bist das Mädchen, du musst deine Sachen hergeben, teilen. Das fand ich ätzend. Nein sagen wurde nicht respektiert. Das musste ich später für mich selbst erst lernen.
            Es kommt auch darauf an wie und wie oft und in welcher Situation man nein sagt.


            Rücksicht nehmen heißt ja nicht nur das extrem.

            Wenn ich Besuch habe, muss mein Kind damit leben, DASS ich Besuch habe. Rücksicht nehmen auf mein Kind heißt: nicht zu verzichten, aber uns so zu verhalten, dass sie mit der Situation ihr auskommen hat, der sie ja nicht ausweichen kann.

            Wenn mein Kind Besuch hat, heißt Rücksicht nehmen, dass ich mit der Situation klar komme (Grundregeln eingehalten werden), aber ich auch nicht meinem Kind und Besuch ständig auf die Nerven gehe.
            Rücksicht heißt für mich nicht: einer muss verzichten, sondern einen Weg finden, wie man miteinander auskommen kann. In zumutbarem Rahmen.

            Hallo ich habe das gleiche Problem und mein Kind ist schon 9. Sie ist ein typisches verwöhntes Einzelkind und wenn ich dann mal eine Freundin zum spielen her lasse ist sie gemein, zickig und will dann auch wieder alleine sein. Ich habe es aufgegeben jemanden einzuladen und wenn sie unbedingt spielen will dann soll sie dort hingehen zu Hause klappt es offensichtlich nicht. Ich kann dich also total gut verstehen ich schäme mich auch immer .

      Mein Sohn war ähnlich. Heute ist er 13 und erklärt die Sachlage so, dass er es gehasst hat, wenn mehrere Kinder auf einmal in seinem "Reich" waren und ihre Pfoten überall dran hatten....;-)

      • Hallo gutefee! Wie bist du damit umgegangen und wie ist dein Sohn heute? Wann hat es sich geändert? Schöne Weihnachtsgrüsse! Holly

        • Ich habe (soweit es mir möglich war) darauf geachtet, dass höchstens 1 Besuchskind da war. Vorher habe ich ihm geholfen, die "wertvollen" Spielsachen in seinem Geheimversteck zu verstauen.;-)
          Es war ihm ein Gräuel, wenn gefühlte 100 Pfoten an seinen Sachen dran waren...#zitter

          Soweit es machbar war, habe ich die Kinder immer bei mir unten im Wohnzimmer oder draußen im Garten spielen lassen. Da war es überschaubarer und somit auch friedlicher.

          Gebessert hat es sich erst, als mein Sohn ca. 9/10 Jahre alt war.#schwitz

          Mittlerweile ist er 13 und "das Gröbste ist überstanden".

          Mit jedem Jahr wirds besser.....;-);-);-)

    Moin,
    Ich nenn das das Besuchersyndrom;-).
    Kinder verhalten sich ganz anders wenn sie zu Besuch sind oder Besuch haben
    Die Tipps von Nebelschnee unterschreibe ich so!
    Grüsse Marina

    Die Mischung würde ich sagen. Ja, Kinder sind (manchmal) so. Sie sind aber auch lernfähig und man kann mit ihnen reden. ;-)
    Von ihnen zu erwarten, dass sie es schon können, wäre too much, wäre überfordernd. Zu sagen, sie sind halt so und warten bis sie es von selbst (irgendwann) können, wäre u.U. auch überfordernd, weil sie es sich dann alleine erarbeiten müssten.


    Was fühlt dein Sohn in dem Moment?
    Was kann man ändern?

    Meiner hat geholfen VORHER darüber zu reden. IN der Situation ist es peinlich und reizüberflutet.
    VORHER so lange es noch ruhig war, fragen wie es ihr geht, was sie sich wünscht, wie sie es sich vorstellt. In einfacheren Fragen. Parallel dazu Regeln aufstellen.

    Bsp. Spielsachen dürfen auch von anderen Kindern benutzt werden. Punkt.
    Aber EIN Lieblingsspielzeug darf schon vorher ins Elternschlafzimmer umziehen und dort "wohnen". In mein Schlafzimmer dürfen keine Besucherkinder rein. Entsprechend sind dort Lieblingsstücke sicher.
    Mit allem anderen, was erreichbar ist, darf gespielt werden.

    Kleine Geschwisterkinder kommen nur mit, wenn die Mama dazu auch dabei ist.
    ABER die Freunde sind Besuch meines Kindes, die jeweilige Mama MEIN Besuch. Geschwisterkinder dürfen dann bei uns spielen/sein.
    Wenn es für die Großen ok ist, dürfen die Kleinen natürlich mitspielen, wenn die Großen das nicht möchten, müssen sich die Kleinen daran halten.
    Sollte später aber umgekehrt dann auch gelten. Z.B. dass sich die Großen raushalten, wenn die kleinen Geschwister Besuch haben und nicht stören/reinplatzen.


    Ist es Spielbesuch, entscheiden die jeweilgen Kinder, die verabredet sind/sich treffen. Dann ist entweder die Mama dabei (mein Besuch) oder die kleinen Geschwister sind gar nicht erst dabei.
    Heißt, dann gelten etwas andere Regeln als bei "nur" Spielbesuchen.


    Warum schmeißt er andere Besuchskinder raus?
    In welchen Situationen?
    Beispiele: ist es ihm dann zu viel? Gibt es Streitereien? Weiß er sich nicht anders zu helfen? Machen sie nicht, was er will? Wo ist der Knackpunkt?
    Wieso schließt er andere aus?

    Je nachdem, warum er das macht, kann man entsprechend ansetzen mit ihm reden/Regeln aufstellen oder alleine machen lassen (mit Grundregeln)

    Sind es regelmäßige Betreuungssituationsgäste, ist es eher ein geschwisterliches Miteinander u.a. da es dann nicht vermeidbar ist, dass die Geschwistkinder mitkommen bzw. nicht Entscheidung des Großen ist.
    Bei Einladungen gilt durchaus, dass Geschwisterkinder draußen bleiben dürfen.

    >>Wie geht ihr damit um?<<
    Es kommt kein Spielbesuch mehr, wenn es nicht klappt. Etappenweise immer wieder ausprobieren, mit einzelnen Kindern, wenn es klappt gut, wenn nicht Pech gehabt.

    LG

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