Familienleben-Hausbau-Prestige

    • (1) 03.01.18 - 13:44

      Hallo zusammen :)
      Ich würde gerne mit euch ein wenig diskutieren :)
      Hoffentlich bleibt es konstruktiv und artet nicht aus. Ich finde es ist ein sehr heikles Thema...
      Es kam bei uns letzt im Freundeskreis auf und geht um das Thema "Neubau"-"Neubausiedlungen/Prestige".
      Zudem gab es letzt in einem anderen Forum die Frage, "wie machen das andere-Eigenheim"?
      Ich finde es zudem spannend, da es bei uns auch Thema ist, was denn wohnlich für uns in Frage kommt...

      Und zwar erlebe ich persönlich es so, dass grade sehr viel gebaut wird. Neu.
      Grade "junge Familien" entscheiden sich scheinbar oft diesen Weg zu gehen.
      Ich persönlich finde die Preise aktuell immens. Und frage mich auch, wie viele das machen... bzw.was sie dafür "aufgeben" müssen...bereit sind aufzugeben.
      Damit meine ich z.B.dass ja viele Kinder in die Ganztagsbetreuung gehen. Da dann beide Elternteile Vollzeit arbeiten müssen, um es zu bewältigen. Zumindest sind das so meine "Erfahrungen" aus dem Bekanntenkreis...

      Dann kam es in kleiner Runde zum Thema "Prestige", also, dass viele sich "überbieten" wollen, bzw.wer nicht neu baut, hat "nix".
      So erlebte es meine Freundin bei ihrer Schwester, bzw.in deren Neubaugebiet.

      Jeder muss wissen wie er leben möchte und wo seine Prioritäten sind.
      Mich würde einfach mal interessieren, was eure Erfahrungen dazu sind.
      Wie ihr es erlebt.
      Was seid ihr bereit "aufzugeben"? Oder seid ihr in der glücklichen Lage, dass ihr es gar nicht müsst...
      Wie ist euer Familienleben? Kinderbetreuung? Wie erlebt ihr es im Bekanntenkreis?
      Was sagt ihr zu der Aussage "Früher konnte ein Vater eine ganze Familie ernähren, ein Haus halten und zwei Autos nebenbei", "Heute MÜSSEN beide Parteien arbeiten"

      Wie gesagt, mich interessiert einfach nur eure Meinung dazu. Es soll keine Lebensweise angreifen!

      Ich freue mich über eure Antworten und danke euch für den Meinungsaustausch :)

      LG Mery

      • Kenne ich nicht... kenne auch kaum jemanden der gebaut hat und wenn wird das nicht groß thematisiert.

        "Was sagt ihr zu der Aussage "Früher konnte ein Vater eine ganze Familie ernähren, ein Haus halten und zwei Autos nebenbei""

        Halte ich für ein Gerücht... kenne ich auch nicht. Ich komme aus dem Osten, meine Eltern habe schon immer beide gearbeitet.

        Ich selbst bin alleine.. Sohnemann geht in die Ganztagsbetreuung, ich arbeite voll und Gedanken über bauen und Co. mach ich mir gar nicht.

        Hallo

        Mir geht sowas am arsch vorbei.

        Ich hatte gestern die rede mit meiner Freundin. Wir beide sind mit dem zufrieden was wir haben.

        Wir wohnen zur Miete und da ändert sich auch nichts dran.

        Wir brauchen auch keine zwei Autos.

        Eine andere Freundin ist auf alles und jeden neidisch. Und das ist nicht schön. Dabei hat sie echt das schönere haus.

        Mein Kind ist in der Ganztagsschule weil als ich sie angemeldet habe gearbeitet habe. Nun bin ich krank und darf in dem Beruf nicht mehr arbeiten. Tja dafür geht es nächste Woche zur Kur. Mal gucken wie es beruflich weiter geht. Aber erstmal steht die Gesundheit an erster Stelle.

        S.

        Ehrlich gesagt kenne ich keine Hausbesitzer, die sich sehr abstrampeln, um das zu bezahlen.
        Bei Bekannten von mir arbeitet nur der Mann, der dafür aber einen Bombenjob hat. Die haben ein Riesenhaus,

        Außerdem kenne ich 2 Familien, in denen die Mutter 30 Stunden und der Mann VZ arbeitet.
        Trotzdem fahren alle noch in den Urlaub usw.

        Ich denke, wenn man sich zu sehr krum legen muss, sollte man es auch lassen.
        Da braucht nur mal jemand krank, arbeitslos oder sonstwas zu werden.

        • Stimmt, viele unterschätzen die Risiken. Unser Haus ist so gut wie abbezahlt (haben groß renoviert) und wir haben zwei Mercedes und fliegen zweimal im Jahr nach Dubai. Trotzdem zahlen wir hohe Beiträge in die Berufsunfähigkeit, falls doch was passiert. Bauen wäre mir zu Riskant.

          • Es kommt halt auch auf das Alter an. Wieviel Jahre hat man noch, es abzuzahlen. Ich werde Ende des Jahres 50, wenn ich mal geerbt habe, kauf ich mir eine kleine Eigentumswohnung.
            Dann brauche ich im Alter keine Miete mehr zahlen.

            Auch zu bedenken bleibt, dass viele Ehen gar nicht halten. Dann steht man auch irgendwann da.

      Also ich habe das Problem nicht, da wir mit den Schwiegereltern im Haus wohnen, uns gehört oben 160 qm und ihnen unten. Bauen könnten wir uns nicht leisten, obwohl wir einen gut laufenden Handwerksbetrieb haben. Ich arbeite nach Bedarf 3-4 Stunden täglich im Büro. Bei uns kostet ein Doppelhaus 750.000€ (Flughafen München), wer soll das zahlen? Neidisch ist niemand, mein Mann arbeitet hart und unsere Mitarbeiter bekommen immer was Extra.

      • Genau das meinte ich quasi...750000 Euro. Wer kann und will sich sowas leisten?
        Aber gut, die Menschen gibt es auch...vollkommen ok.

        Wir sind aktuell auch am überlegen, ob wir im Elternhaus bleiben. Haben allerdings nur 90qm :(
        Also bleibt nur ein Anbau...Oder wir "begnügen" uns damit, dass meine Eltern uns ein Zimmer im EG abgeben.
        Wir schauen mal, wo uns der Weg hin führt...

        Danke auch dir für deine Meinung!

    Ich habe ab dem Kindergartenalter meiner Jungs nicht mehr gerne in einer engen Stadtwohnung gewohnt. Davor war es aber spitze.
    Wir sind dann in mein Heimatort (Speckgürtel) gezogen, in dem ich auch arbeite. Somit hat nur noch mein Mann einen wirklichen Arbeitsweg, der genauso lang ist wie vorher.
    Da hier die Kitagebühren das 3fache kosten und die Hausrate sowie Nebenkosten höher sind, brauchen wir seitdem ca 1500€ monatlich mehr zum Leben. Für uns bedeutet das, dass wir einfach weniger zum Sparen oder zum Verprassen haben. Gearbeitet hätte ich in einem ähnlichen Umfang auch in der Stadt. Die Kinder sind genauso lange betreut wie vorher (bis 15Uhr). Für den Alltag haben wir alles, was mir wichtig ist. Unser Ort hat alle nötigen Infrastrukturen (Kiga, Schule, Ärzte, Läden, Bücherhalle, notfalls Busanbindung an die Stadt) aber im Vergleich haben wir ein tolles verwildertes Grundstück direkt am Wald und sehr viel Platz, so dass auch ein 3. Kind nicht mehr ausgeschlossen ist.#verliebt
    Wir haben ein Haus aus den 70gern gekauft und komplett saniert/renoviert. Auch wenn hier keine anderen kleinen Kinder sind, finde ich es so besser als ein 300qm Grundstück in einem zugebauten Neubaugebiet. Ich frage mich auch, was mit all den "Energieverpackungen" der Neubauten passiert, wenn die mal verrotten. Das muss doch riesige neue Müllberge hervorbringen.#schock Da fand ich unsere Variante gleichzeitig nachhaltiger.
    Generell gibt es in unserem freundeskreis kein "Höher, schneller, weiter" Gerede. Jeder macht es für sich passend. da wird einfach gar nicht viel drüber geredet. Wir freuen uns dann, wenn jeder seine Variante verwirklicht hat.
    #winke

    • Schön; dass ihr euren Weg gefunden habt :)
      Wir hanen uns auch gegen einen Neubau entschieden (aufgrund des Preises und der für uns beengten Wohnverhältnisse) und sind in der Findung, ob wir hier im Elternhaus bleiben oder eine Bestandsimmobilie kaufen.
      Da hätte ich grade eine Frage an dich direkt.
      Wie ist denn dein Empfinden, dass keine Kinder bei euch in der direkten Umgebung wohnen? Das ist nämlich bei uns auch so ein Punkt :) der uns in der Entscheidungsfindung helfen soll...
      Danke!

      • Hey!
        Also bisher haben meine Jungs (3 und 5) keine Nachbarskinder vermisst. Generell habe ich das Gefühl, dass ihnen Kita bis 15Uhr völlig reicht. Dann spielen sie erstmal zusammen mit ihren Spielsachen und ich beschäftige mich ja auch noch mit ihnen. Wenn mal Spielbesuch gefragt ist, nehmen wir ein Kind direkt aus dem Kindergarten mit und die Mutter holt es dann abends ab oder anders herum.
        Ich persönlich finde es total ok so. Es kann ja richtig super sein, so eine Wohngebietsbande. Aber wenn nicht, kann es ja auch richtig furchtbar sein. Wenn dann fremde Kinder, die deine Kinder vielleicht nicht mögen, ständig klingeln o.ä. Vor allem genieße ich aber, dass hier nicht Haus an Haus steht bzw. viel Grün dazwischen ist.
        Euch viel Erfolg bei der Findung!#winke

Ach so: Wir sehen uns als Mieter der Bank und haben nicht den Anspruch alles abzubezahlen. Wenn es klappt - super! Wenn nicht, wohnen wir irgendwann eben wieder in einer Wohnung. Alles hat seine Zeit.

Wir werden oft gefragt, warum wir nicht bauen.

Ich sag immer weil wir ' schisser' sind.
Ja wir zahlen viel Miete für 3 Zimmer , aber ich möchte nicht ewig abzahlen, wie hier schon jemand schrieb..es muss nur mal jemand krank werden. So riesig sind unsere Rücklagen nicht. In der Familie sind einige Häuser die irgendwann auf Nachfolge warten.

Wir haben Durchschnittliche jobs sind zufrieden mit dem was wir haben.

Wir haben auch zu viel von baupfusch und Co mitbekommen.

Neid auf andere? Nein :) eher Respekt das viele sich dieser Aufgabe annehmen.

(14) 03.01.18 - 14:43

Wir wohnen im Eigenheim und ich bin froh drum. Zur Miete haben wir uns nicht wohl gefühlt, man war immer nicht wirklich „frei“ in dem was man tut. Wirklich angekommen sind wir erst im Haus.

Allerdings kein Neubau, sondern eine Bestandsimmobilie. Alles andere ist wäre unbezahlbar geworden. Es ist auch kein riesiges Haus wie manch bauen, sondern rund 120qm auf 4 Zimmer und Keller.

Ich bleibe bei beiden Kindern 3 Jahre zu Hause und werde dann wieder Teilzeit arbeiten müssen. Verzichten müssen wir zur Zeit auf ein zweites Auto, größere Urlaubsreisen und regelmäßiges Essengehen (machen wir nur ohne Kinder 1-2x im Monat).

Ich wäre nicht bereit wie mein Schwager das 4fache von uns zu zahlen und auch aus dem Grund die Kinder ab 1 in die Betreuung zu geben. Aber die beiden sind zb so zufrieden und haben dafür ihr Traumhaus bauen können.

(15) 03.01.18 - 14:47

Wir bauen grade - die meisten unserer Freunde habe in den letzten Jahren auch gebaut oder gekauft. Insbesondere mit Kindern kam der Wunsch nach einem Eigenheim. Wir haben das Für und Wider abgewägt. Aktuell wohnen wir im Außenbezirk einer größeren Stadt uns zahlen für unsere Wohnung recht viel Miete. Es war klar, dass wir uns in der Gegend kein haus leisten können (und auch gar nicht wollen). Ein bisschen weiter außerhalb im Grünen soll es sein. Mit Hund ist das deutlich praktischer. Dafür dann eben einen etwas weiteren Anfahrtsweg zur Arbeit (aber immer noch im Öffentlichen machbar).

Dann stellte sich die Frage ob Kaufen oder Bauen. Nach der Suche stellte sich fest, dass die Baupreise die letzten Jahre um die üblichen Prozentpunkte gestiegen sind, während die Preise für Bestandsimmobilien exorbitant gestiegend sind, seit die Zinsen so niedrig sind / waren. Also haben wir uns für das Bauen entschieden. Hier haben wir das Gefühl mehr für unser Geld "zu bekommen".

Durch die günstige Zinslage haben natürlich viele Leute - die es sich vorher nicht leisten konnten - bauen oder kaufen können. Eine Immobilie ist schließlich auch immer eine gute Geldanlage.

Aufgeben müssen wir dafür nicht sonderlich viel. Das Haus wird zwar etwas mehr als die Wohnung kosten (Uns ist es wichtig einen sauberen Finanzierungsplan zu haben und bis spätestens zum Renteneintrittsalter abbezahlt zu haben) aber das ist stemmbar. Natürlich ist ein Maledivenurlaub in den ersten Jahren - insbesondere während des Baus nicht drin - aber man weiß ja wofür. Nach Einzug und wenn alles fertig ist, wäre auch wieder Urlaub drin.

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