Hilflos im Umgang mit Tochter!

    • (1) 01.02.18 - 09:51

      Hallo liebe Eltern,

      ich hab mir jetzt ans Herz gefasst und möchte mich mit anderen Eltern austauschen und eventuell vorschläge erhoffen.

      Erstmal zur Vorgeschichte:

      Meine grosse Tochter ist 7 Jahre und in der 1.Klasse. Sie war immer ein höfliches liebevolles, ausgelassenes, verspieltes Kind(ein traum jeder Mutter;-))

      Meine kleine Tochter ist jetzt 14 monate und ja ich würd sagen altersentsprechend unterwegs.

      Nun zum "Problem", meine grosse Tochter ist seid 6 monaten doch sehr sehr sehr aufmüpfig, vorlaut, regeln werden kaum eingehalten und frech unterwegs.
      Sie stellt sich mit mir auf eine Stufe, manchmal hab ich sogar das gefühl sie ist in der Familie nicht Glücklich und es zerreist mir das Herz. Ich habe wirklich alles versucht, von ruhig bis laut. Ich würde mich schon als konsequent bezeichnen aber nicht nachtragend.

      Wir hatten einen vorfall der hat mir das Herz gebrochen. Ich habe sie aus der Schule abgeholt und wollte mit ihr shoppen gehn ohne kleine schwester.....sie ist im beisein ihrer freunde total zickig geworden und hat sich extrem reingesteigert...ich sagte dann in einem ernsten ton das es jetzt reicht und ich entsetzt bin über ihr verhalten mir gegenüber...da hat sie mir vor versammelter mannschaft eine geklatscht.Ich war so gelähmt und geschockt. Ich habe meine kinder nie geschlagen oder grob angefasst. Mir wurde oft vorgeworfen das ich zu freundschaftlich bin im umgang mit den kindern(ist das jetzt das ergebnis davon)?

      Ich bin mittlerweile schon total voreingenommen und gehe sie schon mit einem unguten gefühl aus dem Hort holen in der erwartung das wieder was passiert. Und ja ich bin 80% des tages gestresst und setzte mich dauernd unter druck!

      Hat das eventuell auch was mit ihrer kleinen schwester zu tun? Hab vom ersten tag an darauf geachtet das wir alle zusammen zeit verbringen, sie mit einbezogen wenn sie wollte und auch mit der grossen alleine unternehmungen gemacht.

      Ich war bereits bei einer Familienberatung, drei termine hatten wir und die gute frau sagte das alles gut ist. Sie war begeistert von uns.

      Zum abschluss ist noch zu sagen....der vater meiner Mädels hat sich vor zwei wochen aus dem Staub gemacht und kommt vorraussichtlich alle zwei wochenenden die kinder holen. Wenn da mal nicht auch noch was mit den kindern passiert.

      Kennt vielleicht einer von euch auch diese Hilflosen situationen? Kann mir eventuell ein ratschlag geben? Mich beruhigen?

      Habe im übrigen seid einem monat wieder Elternzeit, um mal durchzuatmen.

      Danke erstmal.

      Julia

      • (2) 01.02.18 - 10:09

        Als großer Anhänger von Jesper Juuls These, das Kinder von Natur aus kooperieren und selbst "Fehlverhalten" meistens eine Form von Kooperation ist, weil sie damit auf einen Missstand hinweisen, würde ich nach diesem Missstand suchen.
        Deine Tochter ist 7, man kann sich mit ihr also bereits prima unterhalten: Wie erklärt sie sich denn selbst ihre Aggression und Aufmüpfigkeit? Was macht sie so wütend?

        Wie war denn deine Beziehung zu deinem Partner, bevor sich dieser aus dem Staub gemacht hat? Das passiert ja in der Regel auch nicht einfach so ohne Vorgeschichte.
        Außerdem schreibst du, dass du dir Sorgen machst, dass an den Besuchswochenenden etwas passiert.
        Daraus leitet sich für mich die Frage ab: Was für ein Mann ist der Vater deiner Tochter?

        Vielleicht liegt der Hund gar nicht in der Beziehung zwischen dir und deiner Tochter begraben, vielleicht hat es auch nichts mit ihrer Schwester zu tun, vielleicht spiegelt deine Tochter auf ihre Weise eine ungesunde Beziehung der Eltern?

        Ich kann natürlich völlig daneben liegen, aber das wäre mein Denkanstoß.

        • Erstmal danke für deine Antwort.

          Wenn ich sie frage und das tue ich täglich(weil täglich was ist) sagt sie sie weis nicht was los ist, sie will das garnicht und es platzt aus ihr raus. Dann weint sie füchterlich ich nehme sie in den arm und sage ihr was für ein tolles kind sie ist. Aber das wir uns beide an regeln halten müssen.
          Ich habe oft das gefühl das es sie wütend macht wenn es nicht nach ihrer nase geht. Alles was ich sage wird in frage gestellt und ausdisskutiert und ich lass mich auch darauf ein.

          Das mit dem vater war nicht in dem sinne auf ihn bezogen, sondern das dies ja auch was mit kindern macht wenn papa plötzlich weg ist.
          Er ist ein liebevoller vater allerdings ohne regel und grenzen. Das war mit einer der trennungsgründe.
          Die kinder lieben ihn und und das ist auch gut so.

          Wir haben uns nie respektlos gestritten, da es aber für mich doch langsam Grenzwertig wurde haben wir uns im einverständnis getrennt und sind "freunde". Das er jetzt weniger zeit haben wird ist berufsbedingt das er ausserhalb von Deutschland arbeiten geht.

      Das wir Kindern auf "Augenhöhe" begegnen halte ich für den größten Fehler, den Eltern heute machen. Das Sagen haben die Eltern und Basta. Deine Tochter kennt ihre Grenzen anscheinend nicht. Die solltest du ihr klar aufzeigen. Natürlich wird der Verlust des Vaters und das dazukommen des Geschwisterkindes eine Rolle spielen. TROTZDEM hat deine Tochter nicht das Recht dir ins Gesicht zu schlagen.

      • Nachtrag: Ich bin selbst Erzieherin und Mutter eines fast 7 jährigen Jungen. Ich ertappe mich selbst häufig dabei, dass ich zu wenig Grenzen setze und es manchmal schleifen lasse. Mein Sohn zeigt sich dann von seiner "besonderen"Seite. Ich mache was ich will und bin frech. Bis ich wieder klarer auftrete.😊

        • Ja ich hab mich da sicher auch schon ertappt. :-)

          Aber ich scheine da irgendwie nicht den mittelweg zu finden.

          Mir ist klar das mein kind nicht das "problem" ist und sie nur das reflektiert was ich tue. Aber ich komm da gerade nicht raus.

          Ich musste bis vor 6 monaten nicht viele grenzen setzen und konsequent sein, sie war wirklich ein total "pflegeleichtes" aufgeblühtes kind.....aktuell fang ich was die erziehung angeht gefühlt von vorne an.

          Liebe Erzieherin,

          ich bin gerade geschockt. Fachlich ist die streng autoritäre Erziehung sowie abwertendes Verhalten gegenüber Mitmenschen nicht mehr das was aktuell gelehrt wird. Schade, dass hier einer Mutter ein Grundgedanke, der ein Kind such zu einem mündigen Menschen entwickeln lässt so derart madig gemacht wird.

      Das mit dem schlagen ist auch nicht mehr vorgekommen, aber es sitzt tief!!

      Wie kann ich ihr den jetzt klar machen das ich nicht mit ihr auf augenhöhe bin?

      • Wieso musst du denn nicht mit ihr auf Augenhöhe sein ? Sie muss sich für so ein Verhalten ernsthaft entschuldigen und ihr sprecht über Lösungen wie sie es das nächste Mal in so einer Situation handhaben kann. Was sie tun kann anstatt dich zu schlagen.

        Es geht mMn darum, dass sie dich respektiert und akzeptiert, dass du im Zweifelsfall die höchste Instanz bist. Einfach keine laissez-faire Erziehung, sondern eine Beziehung zu dem Kind herstellen. Wenn sie dich respektiert hast du am Ende mehr davon als wenn du autoritär wirst und sie am Ende vielleicht sogar noch Angst vor dir hat.

        Es geht auf Augenhöhe. Da bin ich mir sicher. Nur werden sich hier sicher auch die autoritär erziehenden Eltern zu Wort melden. Deren Probleme sind aber nun mal im Alltag ganz andere.

        Liebe Grüße und Gute Nerven !

        • Ich hab das mit der augenhöhe anders interpretiert. Es gibt einfach viele situationen in dem das kind nicht in der lage ist eine entscheidung oder ähnliches zu treffen. Ich bin die mutter und ich bin die erwachsene und vorallem trage ich die verantwortung nicht nur für mein handeln sondern auch das für mein kind.

          Ich habe bei keinen der kommentare was gelesen das in die richtung geht wie du es schreibst oder gelesen hast.
          .ich denke das die mischung aller drei erziehungstile das beste ist.

          Natürlich will ich mein kind nicht einschüchtern und das werd ich auch nicht.

          Es ist einfach unfassbar schwer einen für sich guten mittelweg zu finden.
          Und dennoch hab ich es bisher mit ausnahme der letzten 6 monate super hinbekommen ohne grosse anstrengung und krampf.

          Gute nerven....jaaa die brauch ich.:-)

          Ernstgemeinte Frage.. Du schreibst von Beziehungen auf Augenhöhe und im nächsten Atemzug, dass die Tochter sich entschuldigen MUSS. Impliziert dieses MÜSSEN nicht doch irgendwie Entmündigung?

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