Nochmal Umzug?

    • (1) 08.02.18 - 19:35

      Wir sind gerade intensiv am Überlegen. Habe meine (über 5 Jahre) Arbeitsstelle verloren und jetzt kurzfristig einen befristeten neuen Job angefangen. Bisher war ich zu 50% angestellt und könnte dort ab August zu 100% anfangen zu arbeiten. Aber: es ist absolut nicht mein Traumjob. Es gibt zwar mehrere Angebote in meinem Beruf hier in der Gegend, das sind aber alles Arbeitsstellen, die mir eigentlich nicht zusagen. Zu Stellen, die mir eher zusagen würden, müsste ich über eine Stunde mit dem Auto fahren.
      Wir haben 5 Kinder, wobei die Älteste schon studiert und nur in den Ferien mal mehrere Wochen zu Hause ist. Der 2. macht jetzt sein Abitur und will danach ein FSJ im Ausland machen um anschließend zu studieren. Der 3. macht jetzt den Realschulabschluss und will danach noch aufs Gymnasium, hätte also eh einen Schulwechsel. Die 4. ist in der 9. Klasse Gymnasium und hatte wegen Mobbing letztes Jahr verzweifelt versucht, die Schule zu wechseln, was aber nicht geklappt hat, weil die anderen Schulen alle voll sind. Mobbing hat jetzt aufgehört, aber so richtig integriert ist sie in der Klasse nicht. Die 5. ist jetzt in die 1. Klasse gekommen und bisher total glücklich in der Schule.
      Mein Mann muss fast 1 Stunde zur Arbeit pendeln und sucht schon lange eine andere Stelle.
      Jetzt habe ich ganz am anderen Ende von Deutschland gleich 3x meinen "Traumjob" gesehen, und bin jetzt am überlegen, ob ich mich bewerben soll...Bei dem einen "Traumjob" direkt in der Nähe sind vor ein paar Jahren gute Freunde von uns hingezogen und haben jetzt 3 Häuser geschenkt bekommen und uns intensiv gefragt, ob wir denn nicht zu ihnen ziehen wollen.
      Wir sind hierher vor 8 Jahren hergezogen und wir Eltern haben nicht wirklich einen großen Bekanntenkreis gefunden. Ein paar wenige Freunde...

      Ich wäre froh, wenn ich von Euch ein paar Gedanken zu dem Thema bekommen könnte. Natürlich ist es nicht sicher, ob bei näherem Betrachten diese Jobs wirklich so "traumhaft" sind. Bei dem einen Job könnte sich mein Mann auch auf eine interessante Stelle bewerben.

      • Könnt ihr beide euch also mal prinzipiell einen Umzug vorstellen?
        Gibt es in dieser anderen Gegend generell genug Infrastruktur und Jobs, damit man im Notfall auch nochmal wechseln kann, falls zb der neue Job doch Mist ist?
        Was denken die Kinder generell darüber?

        Zum Haus:
        Wäre das mit den Freunden auch gut geregelt? Bietet nämlich auch viel Streitpotential.

        Wann könntest du überhaupt dort anfangen?
        Bewerben kannst du dich ja einmal, allerdings ist die Frage ob ein Personaler nicht gleich denkt: Frau mit 5 Kindern am anderen Ende des Landes. Die kommt ja eh nicht. Wozu zum Gespräch einladen? Also entweder Kinder raus aus dem Lebenslauf oder andere Adresse angeben (meiner Meinung nach).

        LG

        • Also der Job in der Nähe der Freunde bietet mir auch eine Wohnung an. Ob die mit 3 Kindern reicht, weiß ich nicht...Also für mich dürfte es genügend Jobs geben. In meinem Beruf wird überall dringend jemand gesucht, und dort in der Ecke wohl besonders. Und wenn ich Vollzeit arbeite, müsste mein Mann nicht unbedingt viel dazu verdienen. Würde also zur Not erst mal reichen, wenn ich was habe.
          Die beiden Kinder, die es direkt betrifft, haben natürlich erst mal keine Lust auf einen Umzug, aber so ins Blaue hinein will ich sie auch noch nicht zu viel fragen. Erst mal müsste das Ganze konkreter sein, bevor wir un dann wirklich entscheiden können. Aber wir sind halt jetzt am überlegen. ob wir uns das überhaupt vorstellen können. Ob ich mal bewerbe. Ich bin jetzt 48 und hätte halt gerne einen Job, in dem ich dauerhaft bleiben möchte. Denn Job wechseln wird mit zunehmendem Alter ja nicht einfacher.
          Hier vor Ort habe ich auch schon überlegt, mich eventuell auch selbständig zu machen, aber auch dazu habe ich nicht so große Lust wegen der Kinder und dem Risiko und dem Aufwand, bis mal alles läuft...

      (4) 08.02.18 - 21:19

      mein erster Gedanke: umziehen mit 5 Kindern, wenn sie ihren Lebensmittelpunkt hier haben?

      mein zweiter Gedanke: ok, 4 von 5 haben ihren Lebensmittelpunkt gar nicht dort, wo ihr wohnt. Also nicht mehr lange. Die Prüfungen würde ich noch machen lassen, was ja mit der befristeten Stelle zusammen passen

      mein dritter Gedanke: wenn der Traumjob soweit weg ist und nicht ganz klar ist, ob es wirklich der Traumjob wäre (besser klingt als es ist), wäre vielleicht eine Probezeit, Umzug auf Probe denkbar?
      Die kleine bei Papa erst mal ihren Alltag bei behalten. Du vorausziehend und vorübergehende! Fernbeziehung.
      - Vorstellungsgespräch
      - Probearbeitstage. Vllt. eine Woche oder so. Je nachdem was für den Arbeitgeber möglich wäre. Wenn dir der erste Eindruck reicht, dann Umzug und gemeinsam dort wohnen. Dann halt mit richtiger Probezeit, aber dafür keine Fernbeziehung auf längere Zeit.

      Bewerben würde ich mich wohl.
      Aber nichts überstürzen.
      Wenn es klappt, könntest du es dir ansehen, dort hinfahren.
      Wenn es nicht klappt, wüsstet du wenigstens, du hast es versuchst udn würdest nicht daran denken "ach hätt ich doch nur"

      Umzug ließe sich dann ja planen. Je nachdem wie schnell du dort anfangen sollst, wie sehr dein Mann noch beruflich gebunden ist. Bei einem anderen Bundesland könnte deine Kleine vielleicht auch schon mal mitfahren. Wenn bei euch Ferien sind und ihm Zielort grade keine Ferien.
      Das ließe sich dann ja Stück für Stück planen.

      Wenn du dich nicht bewirbst, wirst du nie erfahren, ob es klappen würde oder nicht.
      Wenn du dich bewirbst, siehst du ja wie es ist oder sein könnte und dann immer noch entscheiden.

      • >>>mein zweiter Gedanke: ok, 4 von 5 haben ihren Lebensmittelpunkt gar nicht dort, wo ihr wohnt.<<<

        Drei der Kinder sind in Klasse 10, 9 und 1, was glaubst du, wo diese ihren Lebensmittelpunkt haben?
        Und wenn ein "Kind" Abi macht, heißt das noch lange nicht, dass es "weg" ist.

        • Wie ich schon schrieb, die Prüfungen würde ich auf jeden Fall noch dort machen lassen, wo sie sind!

          Danach haben sie vor woanders hinzugehen bzw. steht sowieso Wechsel an. FSJ woanders, Ausbildung vielleicht in der Nähe oder auch woanders. Freunde ziehen nach den Prüfungen weg usw.

          Eines der Kinder hat zwar seinen Wohnmittelpunkt dort, fühlt sich aber scheinbar nicht wirklich wohl. Zumindest schulisch nicht. Außerschulisch steht nichts dabei. So wie ich es verstanden habe, könnte da ein Umzug/Wechsel sogar von Vorteil sein.

          1 von 5 Kindern hat den Lebensmittelpunkt schulisch gesehen dort. Das habe ich ja berücksichtigt. 1. Klasse. Also auch die nächsten Jahre.

          • (7) 08.02.18 - 22:15

            Meine 14-Jährige hat ein paar Freundinnen in der Nähe der nächsten Großstadt, also ca 1 Autostunde entfernt. Die sieht sie nicht regelmäßig.
            Meine Gedanken sind halt: Immer nur auf die Kinder Rücksicht nehmen, auf ihren Lebensmittelpunkt, ihre Freunde...oder darf es für mich jetzt auch an der Zeit sein, nach meinen Bedürfnissen zu schauen, einen Job zu haben, der mich ausfüllt und bei dem ich gut verdiene (hätte eine deutlich höhere Position als jetzt).
            Klingt vielleicht egoistisch. Aber ich bin halt schon seit 22 Jahren in der Erziehungsarbeit und habe seitdem immer viel Rücksicht auf die Kinder genommen (der 3. ist schwer chronisch krank, wir waren in viele Kliniken. Jetzt stabilisiert sich sein Zustand zunehmend). Ja, die Kleine ist noch da und wird noch eine Weile bleiben. Aber wenn ich so lange warte, bis sie aus dem Haus ist, dann ist für mich der Zug wohl abgefahren...

            • Ich finde es überhaupt nicht egoistisch, dass du auch mal nach deinen Bedürfnissen schauen möchtest. Ihr seid ja eine Familie, da muss jeder berücksichtigt werden, auch du! ☺️

              Wie du ja geschrieben hast, wäre für 4 der 5 Kinder ein Umzug nicht schlimm. Das sind doch super Voraussetzungen.

              Bewirb dich doch erstmal und schau, ob du ne Weile zur Probe dort arbeiten kannst. Wäre natürlich super, wenn dein Mann dann auch bald dort etwas finden könnte. Allerdings ist es vielleicht gar nicht so schlecht, wenn er gezwungenermaßen ein paar Monate zu Hause bleiben müsste. Dann kann er nämlich Dinge organisieren, die mit so einem weiten Umzug anfallen. Und auch für die Kinder da sein. Neue Schule, neue Freunde - da brauchen sie sicher jemanden, der einfach nur da ist und zuhört.

              Wir sind vor mehreren Jahren aufgrund des Jobs meines Mannes ans andere Ende des Landes gezogen. Und ich habe hier leider keine Möglichkeiten für meinen Traumjob. Das war erstmal soweit okay für uns, da wir Kinder bekommen haben. Jetzt kommt das dritte bald und danach sind wir komplett. Dann wird es irgendwann auch aktuell, dass wir uns entscheiden: Hierbleiben - guter Job für meinen Mann, langweiliger (wenn überhaupt) für mich. Oder weit weg ziehen - gute Jobs für beide. Wir tendieren zu letzterem. Wollen gerne in die Nähe meines Schwiegervaters, der sich dann als Bald-Rentner auch gerne um die Kinder kümmern möchte. Dann müssten die Kids zwar auch neu anfangen, aber wir finden einen Schul- oder KiGa-Wechsel während ihres Lebens durchaus vertretbar. Alle paar Jahre würden wir ihnen das natürlich nicht antun.

              Alles Gute bei eurer Entscheidung ☺️

              (9) 10.02.18 - 13:28

              Rücksicht nehmen und auf sich selbst achten, schließt sich nicht automatisch gegenseitig aus.

              Rücksicht nehmen heißt für mich z.B. sie nicht aus allem komplett herausreißen, wenn es sich vermeiden lässt.

              Über Rücksicht hinaus geht für mich: wenn es zumutbare!!! Möglichkeiten gibt. Also wenn es für deine Kinder zumutbar wäre, zwar mit Veränderung, aber keine gravierenden schweren Folgen bei der Aussicht, dass es dir auch gut geht dabei. Wenn die Möglichkeiten so sind, dass es den Kindern dabei gut geht.

              Egoistisch wäre für mich, wenn du dein Ding durchziehen würdest, egal wie es den Kindern dabei geht. Ihnen Umstände zumuten würdest, die ihnen schaden. Die zudem auch vermeidbar wären.

              Von daher: Rücksicht nehme ich auf mein Kind auch. Keine Frage!
              Bei Entscheidungen wäge ich auch ab.
              Was tut mir gut. Was tut meinem Kind gut.
              Eine Veränderung muss nicht immer was schlechtes sein.

              Wenn es Mama gut geht geht es meinem Kind auch besser *Erfahrung*
              Ich würde mein Wohl nicht über ihr Unwohl stellen.
              Wohl aber dafür sorgen, dass es mir gut geht und für sie die Umstände so möglich wie möglich zu machen ;-) Das ist auch eine Form von Rücksicht nehmen.

              Bsp. ich war schwer krank, musste in ein spezielles Krankenhaus. Da alleinerziehend war die Frage: wie und was ist zu tun?
              Zu Hause lassen bei den Freunden? Keine Option?
              Mitnehmen und sie könnte ihre Freunde über Monate nicht sehen, Schulwechsel?
              Warten bis mein Kind 18 ist, damit ich gesund werden kann?

              Letzteres schied aus. 1. wollte ich mein Kind groß werden sehen. 2. wollte ich keine "man muss Angst um mich haben - ich kann nichts mit meinem Kind tun"-Mama sein.

              Also Schulwechsel oder ich ohne Kind?

              Also habe ich die Möglichkeiten geprüft. Vor Ort mit der Klinik gesprochen, im Vorfeld Kontakt mit der Schule aufgenommen usw. Hat alles super geklappt. Natürlich war mein Kind traurig, aber die Freude, dass ich gesund werden konnte und neue Freunde, war auch da.

              Beruf ist natürlich weniger Zugzwang als Krankheit. Dennoch schließt das eine (Rücksicht auf die Kinder nehmen) nicht automatisch mit für sich selbst sorgen aus. ;-)

              Außerdem lässt es sich ja planen.
              Wann würdet ihr umziehen?
              Können sie die Prüfungen hier noch machen? (Das wäre für mich ein wichtiger Rücksichtspunkt)
              Welche Schulen kommen in der neuen Umgebung vor?
              Könntet ihr schon vorher Kontakte knüpfen, damit deine Kleine dort schon jemanden kennt?
              Wäre eine Fernbeziehung - vorübergehend! - denkbar oder eher nicht.
              Was vermisst deine Kleine hier, was sie dort nicht hätte? Sportvereine kann man sich umschauen.

              Gut vorbereitet, ist auch eine Form von Rücksicht, ohne sich dabei komplett hintenanzustellen.

        (10) 08.02.18 - 21:59

        Abi heißt nicht weg. Natürlich nicht.
        Aber alt genug, selbst eine Wohnung dort zu nehmen, wenn es in dem Ort bleiben will und Studienplatz hat.
        Alt genug in eine andere Stadt zu ziehen, um dort zu studieren. Platz bei den Eltern kann es ja weiterhin geben. Das kann dann dort sein, wo sie jetzt wohnen, das kann auch woanders sein. Die Eltern sind ja dann auch nicht "weg", nur woanders und Schlafplatz kann man ja miteinplanen.

        (11) 08.02.18 - 22:06

        Mein 19-Jähriger ist jetzt auf einem Internat und macht dort sein Abi, geht danach für ein Jahr ins Ausland und will dann studieren, hat konkrete Vorstellungen. Also ist er schon recht weit abgenabelt, bräuchte mich nicht mehr "ums Eck". Kochen, Wäsche waschen, Haushalt, das bekommt er gut alleine hin. Da konnte ich weniger, als ich mit dem Studium anfing...

    (12) 08.02.18 - 22:22

    Danke. Ja, so in diese Richtung gehen auch meine Gedanken. Ich werde wohl am Wochenende mal Bewerbungen schreiben. Mal sehen, wie es sich weiter entwickelt. Wenn ich es nicht versuche, werde ich später wohl immer denken: ach hätt ich doch...Und wenn es nicht klappt, dann habe ich es zumindest versucht.
    Vor ein paar Jahren hatten wir schon einmal eine ähnliche Situation. Ich hätte hingehen können, wohin ich wollte, mein Mann hatte nicht den Mut, sich auf eine bestimmte Stelle zu bewerben. 1 Jahr später sprachen ihn Leute von diesem Arbeitgeber an, warum er sich denn nicht beworben hätte, sie hätten ihn so gerne da gehabt (sie kannten sich schon durch "Kundenkontakte")...Den Fehler wollen wir nicht noch einmal machen.

(13) 09.02.18 - 07:51

3 von eurern Kindern befinden sich schulisch gerade in einer heißen Phase. Da würde ich von einem Umzug, der nicht unbedingt nötig ist, erstmal absehen.
Ein Bundeslandwechsel kann gerade in den höheren Klassen sehr schwierig werden, abhängig davon wo ihr hinwechselt.
Ich weiß auch nicht ob es fair ist alle Kinder (zumindest die letzten 3) aus ihrem Leben zu reißen, nur weil du vielleicht irgendwo deinen Traumjob gefunden hast. Letztendlich weißt du das ja gar nicht, auch nicht, ob dein Mann dort eine nähere Arbeitsstelle findet.
Ein bisschen viel Risiko und Ungewissheit für das, was du jetzt von den Kindern verlangst...

  • (14) 09.02.18 - 15:00

    Vor Schuljahresende würden wir eh nicht umziehen. Da haben 2 Kinder ihre Prüfungen beendet. Wir würden vom Südwesten in den Nordosten oder Norden ziehen. Die Kleine ist ja erst in der 1. Klasse, da hat sie noch viel Zeit, sich an das neue Schulsysthem zu gewöhnen. Und die 4. ist in der 9. Klasse G9, hätte also auch noch 4 Jahre Zeit bis zum Abi.

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