Mein Bruder nimmt Drogen. Was soll ich tun?

    • (1) 12.02.18 - 10:52

      Moinmoin Liebe Userinnen

      Heute bin ich traurig und brauche dringend Rat.
      Ich habe heute mit meiner Mutter telefoniert und sie erzählte mir dann, dass mein Bruder zu seinem Vater gezogen ist, da es bei ihnen eskaliert ist.
      Meine Mutter hat in seinem Zimmer Cannabis gefunden. Als mein Bruder dann nach Hause kam, meinte er er würde täglich seit 2 Jahren Cannabis nehmen.
      Meine Mutter meinte dann zu ihm, dass sie die Drogen der Polizei gebracht hätte (was gar nicht stimmt), da er dadurch seinen Führerschein und somit seine Ausbildung gefährdet und er damit sein ganzes Leben zerstört.
      Er meinte daraufhin, dass sie die einzige ist, die sein Leben zerstört, weil sie die drogeb der Polizei gebracht hat.
      Im Nachhinein wissen wir nun, warum sein monatsgehalt schon am 5. Aufgebraucht war und dass er mir zur Fahrschule gegangen ist, sondern mit seinem Freund Drogen genommen hat. Jeden Tag waren sie oben an der Haltestelle, nun wissen wir ja wieso. Alle Versuche den Kontakt abzublocken sind bisher gescheitert.

      Meine Mutter hat nun auf Resignation geschaltet und meint, ich wäre es egal ob er wieder kommt und wenn schmeißt sie ihn raus. Es wäre ihr auch egal, wo er dann landet.
      Ich habe gesagt, die solle eine Therapie mit ihm machen. Will sie nicht. Sie hat keine lust mehr.

      Was soll ich denn jetzt tun?
      Selber beim Jugendamt anrufen, dass eine Therapie folgt? Gar nichts? Ich erstmal zu mir nehmen, damit er Abstand zu El Freund hat?
      Ich habe selber 2 kleine Kinder 4mon und 18 mon.

      Seinen Vater interessiert es übrigens nicht. Er fährt ihn überall hin auch zu dem Freund
      und meint: was soll er denn tun, er wohnt ja schließlich bei Mama...

      Ich bin über jeden Tip dankbar

      • Wie alt ist er den?

        Leider schreibst du nirgends, wie alt dein Bruder ist.

        Ich kann dir nur sagen, dass es bei Erwachsenen nicht zielführend ist, sie zu einem Entzug zu zwingen, die Erkenntnis, einen durchführen zu wollen, muss immer von dem Betroffenen selbst kommen.

        Bei Minderjährigen haben die Eltern vielleicht noch etwas mehr Einfluss und mehr Möglichkeiten. Zuerst einmal wäre wichtig, dass deine Mutter und der Vater des Bruders sich in der Vorgehensweise einigen, insbesondere wenn sie das gemeinsame Sorgerecht haben.
        Dann muss man sehen, inwieweit man deinen Bruder dazu bringen kann durch Druck (Rausschmiss, keine finanzielle Unterstützung), sich einzugestehen, dass er ein Problem hat. Dummerweise werden Süchtige oft durch ihre Familie oder auch den negativ belasteten Freundeskreis immer wieder aufgefangen. Solange das System funktioniert, sehen viele keine Notwendigkeit für einen Entzug. Insofern empfinde ich das verhalten deiner Mutter als das einzig Richtige.

        • (4) 12.02.18 - 11:24

          Dem kann ich nur absolut zustimmen.... Er muss selbst erkennen, was er falsch macht. Da nützt oft kein Reden und auch kein Zwingen etwas. Das Einzige was man machen kann ist ihm zu helfen, wenn es zu spät ist und er es einsieht, dass er ein Problem hat.

        • Wenn du es so schriebst, klingt es natürlicj logisch.
          Aber ich kann ihn doch nicht einfach hängen lassen, ihn in den Abgrund laufen lassen...? Zumindest komme ich mir so vor

          • Naja, alle Versuche ihm zu helfen, werden immer nur seine Sucht unterstützen, solange er nicht von selbst seine Sucht bekämpfen möchte.

            Er wird Geld immer für seine Sucht ausgeben, wird Unterstützung bei der Wohnsituation dazu nutzen, sein Geld statt für Miete für Drogen auszugeben.

            So dreht man sich im Kreis.

      (7) 12.02.18 - 11:17

      Huhu,
      Wie alt ist dein Bruder?
      Ich würde tatsächlich das Jugendamt mit ins Boot holen. Vielleicht wäre er auch gut in bereiten wohnen aufgehoben?

      Sicherlich kannst du versuchen mit ihm zu reden, aber ich glaube kaum, dass das was bringt. Er zeigt sich jetzt schon wenig einsichtig, deshalb glaube ich nicht an spontane Erkenntnis, dass er was falsches macht. Du solltest aber auch schauen, das du deine Eltern mit ins Boot holst und ihr als geschlossene Front auftretet.
      Ich hab als Jugendliche in einem problemviertel gewohnt und weiß das der Weg von Cannabis zu härteren Drogen manchmal nur ein kurzer Weg ist.
      Ich wünsche dir viel Kraft!!!

      Liebe Grüße
      Mine

      Ps. Zu dir holen würde ich ihn auf Grund der Tatsache, das du zwei kleine Kinder hast nicht.

      (8) 12.02.18 - 11:24

      Er wird im April 18.

      Sollte ich meiner Mutter vllt einen Umzug vorschlagen?
      Sie spielt schon seit etlichen Jahren mit den Gedanken das Haus zu verkaufen.
      Meine Mutter und mein stiefvater sprechen kaum miteinander. Es wird alles auf den rücken meines Bruders ausgetragen. Das macht das Verhalten noch schwieriger

      • (9) 12.02.18 - 12:50

        Hatte weiter unten schin geantwortet. Ich würde ebenfalls das JA kontaktieren und mich informieren!!! Noch hast du ne Chance!!! Er ist noch nicht 18!

    (10) 12.02.18 - 11:46

    Ehrlich ich bin entsetzt.
    Cannabis ist bereits in vielen Ländern legal und das wir es auch in Deutschland werden, nicht nur für chronisch Kranke.
    Der Bund der Kriminalpolizisten fordert zum Beispiel auch eine Legalisierung.
    Jede Droge: Alkohol, Zucker usw. birgt Risiken.
    Im übrigen ist doch wohl dein Bruder ausgezogen, was verständlich ist, wenn sie sein Zimmer durchwühlt. Er wird 18.

    • (11) 12.02.18 - 11:55

      Danke für deine Antwort.

      Mein Bruder hat bzgl der Legalisierung das selbe gesagt.
      Allerdings sehe ich es problematisch, da er abhängig ist.
      Alkoholkranken muss ja auch geholfen werden

      • (12) 12.02.18 - 12:06

        Ich frage mich auch, ob dieses Drama um Cannabis nicht kontraproduktiv ist.
        Wir haben eine liberale Haltung, Cannabis, Alkohol usw. als Genussmittel, warum nicht.
        Abusus, egal welcher Art verneinen wir. Entsprechend haben wir unsere Kinder erzogen und bis jetzt hat keines der "Kinder" (alle sechs sind mittlerweile junge Erwachsene) eine Abhängigkeit entwickelt.

    (13) 12.02.18 - 11:59

    Hi,
    Ich habe geahnt das eine solche Antwort kommt. Selbst wenn Cannabis in Deutschland schon legal wäre, wird es kaum eine Jugendfreigabe bekommen. Also würde sich dieser junge Mann immer noch strafbar machen.
    Es ist doch ein himmelweiter Unterschied, ob jemand gelegentlich mal einen joint raucht oder ob täglich konsumiert wird. Bei Leuten die jeden Tag Alkohol trinken würde man doch auch von einer Abhängigkeit sprechen, also warum siehst du das bei Cannabis nicht so?
    Dieser Junge sagt er nimmt seit 2 Jahren hasch zu sich. Mit 16 befindet sich das Gehirn noch im reifeprozess und somit finde ich schon, dass da Handlungsbedarf besteht.
    Gerade jetzt wo er nich keine 18 Jahre alt ist, hat man noch Möglichkeiten. Ab April wird es dann wohl schwieriger!!!

    (14) 12.02.18 - 12:54

    Falsch, die Polizei fordert Entkriminalisierung und nicht Legalisierung! Das ist ein Unterschied!

(15) 12.02.18 - 12:47

Hallo...

Ich kann dir nur von meinem Erfahrungsschatz berichten... Mein Bruder war 9 Jahre lang schwer abhängig von Marihuana und dergleichen. Er rutschte mit 15 durch einen Todesfall im engsten Familienkreis hinein. Ich habe um ihn als Schwester jahrelang gekämpft: reden bis hin zum Anschreien, bei ihm gefundene Drogen vernichtet (quasi mit strafbar gemacht), Briefe geschrieben, Ausbildungsplätze besorgt, zur Therapie geraten - wirklich alles versucht. Ich habe ihn nicht erreichen können!!!! Einen Tages drehte er sich ne Jolle heimlich in unserem Haus und wollte ihn rauswerfen ... ich habe ihm gesagt, dass ich längste Zeit seine Schwester war und ich hinschmeißen werde... er gestand mir unter Tränen er sei drogenabhängig und braucht Hilfe. Das ist jetzt 6 Jahre her. Er ist clean. Hat eine Therapie gemacht, FS nachgeholt, super Job, ne Freundin, tolles Haus zur Miete und steht mit beiden Beinen im Leben.
Es war ein harter Weg und ich bin dankbar, dass er die Kurve bekam.
Ich habe sooo lange Jahre hinter ihm gestanden und war immer für ihn da. Es kostete sehr viel Kraft.
Du musst für dich entscheiden, welchen Weg du gehst... steinig oder nicht. Du kannst nur für ihn da sein. Letztlich ist es sein Leben - zumindest wenn er volljährig ist, wirst du nicht viel ausrichten können. Deine Eltern haben ihn leider aufgegeben.
Ist er unter 18 würde ich mich ans Jugendamt wenden und / oder Beratungsstellen.

LG

(16) 12.02.18 - 13:00

Fallen lassen!
Entweder erkennt er selbst, dass er ein Problem hat oder eben nicht.

Das Jugendamt macht gar nichts, Du kannst niemanden gegen seinen Willen einweisen, dafür müßtest Du beim Familiengericht einen Einweisung erklagen.
Aber in der Einrichtung könnte er dann auch weg.

Du kannst ihm nicht helfen!

Kenn das aus meinen persönlichem Umfeld, allerding war dann hier schon Crystal Meth dabei, also ganz unten angekommen. Die Mutter hat ihren Sohn nicht mehr zu Hause reingelassen und ihn angezeigt, als er ihr Geld geklaut hat. Das schwerste was eine Mutter erleben kann, aber für ihn war es ein wachrütteln, er sagt heute (9 Jahre später&clean) das war das beste, was ihm passieren konnte.

Zu Dir nehmen? Damit er Dein Eigentum versetzt, wenn er keine Kohle mehr hat für Drogen? Als leuchtendes Beispiel für Deine Kinder? Und wenn er garnicht will? Zwingen kannst Du ihn zu garnichts, auch zu keiner Therapie. Wieso soll Deine Mutter eine Therapie machen? Sie ist doch nicht süchtig. Das Jugendamt wird auch nichts tun, er ist bald volljährig. So gesehen, wäre es wirklich das Beste, wenn Deine Mutter tatsächlich das Cannabis zur Polizei bringt. Vielleicht wacht er auf, wenn er auf die Schnauze fällt und merkt, wie er abschmiert. So schlimm es ist, ich sehe keine Möglichkeit, was Du tun kannst, wenn er nicht will. Zur Drogenberatung könntet ihr zwar gehen, aber auch das hilft nicht viel, wenn der Betroffene selber sich wohlfühlt und garnichts ändern will. LG Moni

  • Cannabis kostet nicht die Welt, um ab und an einen Joint zu rauchen muss niemand irgendwessen Eigentum versetzen.
    Übermässiger Konsum ist eine andere Hausnummer, egal was im Übermass konsumiert wird.

    • Mag sein, aber der Sohn meiner Nachbarn hat seine Eltern bestohlen, was das Zeug híelt, bis er rausflog. Angeblich rauchte er auch nur Cannabis. Gut, wegen Spielsucht wird auch geklaut, aber da hätte ich auch dasselbe geraten. Offenbar kommt der Bruder der TE eben nicht spielend mit der Kifferei zurecht, sonst würde sie sich keine solchen Sorgen machen.
      Hier geht es eben nur darum - und nicht um einen anderen übermäßigen Konsum.
      LG

(20) 12.02.18 - 13:14

Ihr übertreibt alle maßlos. Alle Hardcorekiffer, die ich im Teenageralter kannte, führen heute ein ganz normales spießiges Leben. Das bedröhnt Rumhängen ging ihnen nämlich irgendwann einfach auf die Nerven. :-p

  • (21) 12.02.18 - 13:28

    Ja, das kenne ich auch. Ganz normale Leute heute. Aber ...

    Zwei der Hardcorekiffer aus meiner Jugend sind heute psychisch krank und in Dauertherapie, einer ist vollkommen in die Verwahrlosung abgerutscht und zwei haben sich umgebracht. Einer davon ist mit einer akuten Psychose in der Notaufnahme abgeblitzt und hat sich noch auf dem Klinikgelände von einem Baukran gestürzt. Also: mal ein Joint als Erwachsener hat nichts mit der Dauerkifferei als Jugendlicher zu tun. Zweiteres ist ungefähr so hochgefährlich wie Dauertrinkerei in der Jugend. Kann gut ausgehen, muß aber nicht.

    (22) 12.02.18 - 16:48

    Na dann sei froh.
    Ich kenne gleich mehrere Leute, die als Teenager das Zeug zu Hauf konsumiert haben und die auch als Erwachsene ein völlig verkorkstes leben führen und ihrer Drigensucht frönen.

    • Die Leute die ich kenne, die ihr Leben nie auf die Reihe bekommen haben und jahrzehntelang täglich mehrmals Cannabis rauchen, haben definitiv noch einige zusätzliche Probleme, meist sind weitere Substanzen und/oder Alkohol im Spiel und die Biographie VOR Beginn des Abusus war schon probplematisch, meist zeichneten sich bereits vorher Defizite/psychische Auffälligkeiten usw. ab.

(24) 12.02.18 - 14:11

Meine Güte was für ein Theater hier gemacht wird #schock#augen#klatsch
Er kifft, er nimmt kein Heroin.

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