Gleichberechtigte Kinderbetreuung?

    • (1) 27.02.18 - 14:28

      Hallo liebe Urbia-Gemeinde,

      ich lese hier und im Baby- und Partnerforum viel mit und bin, ehrlich gesagt, etwas verwundert. Warum gibt es im 21ten Jahrhundert noch so viele Paare, die keine Gleichberechtigung in der Kinderbetreuung, im Haushalt und der Erwerbsarbeit leben? Immer wieder lese ich, daß Frauen den Haushalt und Kinder praktisch allein wuppen oder zumindest den größten Teil davon. Bei der Elternzeit lassen sich die Väter auf die zwei Monate ein und das war's dann. Mama wickelt, putzt, kümmert sich um KiGa und Schule und Papa ist den ganzen Tag nicht da und "ist abends viel zu müde und genervt". Kriege ich hier vielleicht ein falsches Bild? Wo sind die Eltern, die das wirklich gleichberechtigt hinkriegen? Wie ist das bei Euch?

      Kurz zu mir: mein Partner und ich haben Zwillinge, Extremfrühchen. Sie sind in der 27ten SSW zur Welt gekommen und nun 11 Monate alt. Wir wechseln uns bei der Elternzeit alle drei Monate ab. So ist jeder immer mal wieder dran und der andere geht Vollzeit arbeiten. Der, der gerade Elternzeit hat, gibt dem arbeitenden Elternteil die Kinder, wenn dieser von der Arbeit kommt und hat dann Freizeit, bis die Kinder im Bett sind. Danach ist Paarzeit.

      Am Wochenende steht einer nachts auf und füttert, dafür darf derjenige morgens ausschlafen und der durchschlafende Partner kümmert sich früh um Kinder und Frühstück. Meist schlafe ich aus, weil mir nachts aufzustehen leichter fällt und mein Partner Frühaufsteher ist.

      Grüße
      Entralgo

      • Wenn die Arbeitgeber Vätern mehr Elternzeit zugestehen würden, würden das sicher einige anders machen. Nur verdient ein Mann meist bei gleicher Arbeit immer noch wesentlich Behr als eine Frau und dann sind viele Arbeitgeber eben nicht bereit, Vätern die gleichen Möglichkeiten für die Elternzeit zu gewähren wie Frauen. Solange das so ist, wird es eben meistens die Frau sein, die zu hause bleibt.

        • Das ist bei uns genau so. Mein Mann verdient das Dreifache von mir. Obwohl auch ich Vollzeit arbeite. Er ist leitender Angestellter und seiner Personalabteilung und seinem Chef sind die Kinnladen runtergeklappt, als er Elternzeit beantragt hat. Tja, Pech gehabt, so will es das Gesetz und sie mußten es ihm gewähren. Und natürlich haben sie ihm nicht gekündigt. Wär ja auch Quatsch, da viel zu teuer.

          Nebenbei: man(n) weiß in der Regel mindestens ein Jahr vorher (eher mehr) daß er in Elternzeit geht. Das ist genug Zeit, um etwas Geld zum Ausgleich des verkürzten Einkommens beiseite zu legen und in der Firma entsprechende Strukturen zu schaffen, damit das einigermaßen reibungslos klappt. ;-)

          Man teilt dem AG die Elternzeit nur mit, mit zugestehen hat das nichts zu tun. Während der Elternzeit zahlt der AG auch kein Gehalt. Mit dem AG hat Elternzeit nichts zu tun. Deine Argumentatiom erschließt sich mir hier nicht...

          • Das Modell, wie die te es führt, macht aber kaum ein Arbeitgeber mit. Wenn der Mann also so wie bei der te Elternzeit anmelden würde, würden viele Arbeitgeber sagen: "Dann brauchen sie nach der Elternzeit nicht mehr wieder zu kommen."

            • In Deutschland ist eine Kündigung nicht so einfach. Es gibt wenige so arbeitnehmerfreundliche Gesetze wie hier, demnach wird das wohl kaum ein Arbeitgeber einfach so machen geschweige denn machen können. Da muss man als AN ganz andere Dinge tun um gekündigt werden zu können. Eine gesplittete Elternzeit reicht da nicht aus. Selbst wenn der AG das wollte, was wohl in den seltensten Fällen so ist.
              Ich frag mich hier im Forum echt immer, was die Leute für eine Meinung von ihren Arbeitgebern haben...

              • Man wird sicher nicht mit der Begründung gekündigt. Aber Fakt ist, jeder Arbeitgeber findet einen Grund für eine betriebsbedingte Kündigung, wenn er will.

                • Um dann mit viel Zeit, Geld und Mühe einen neuen Angestellten zu finden, der dann irgendwann ebenfalls in Elternzeit gehen möchte. Von den schlechten Benotungen der Firma im Netz bezüglich Familienfreundlichkeit ganz zu schweigen. Ganz ehrlich, das ist doch unternehmerischer Unsinn.

                  • Mag sein. Aber leider läuft es wirklich oft genau so.

                    • Wie gesagt, ich frag mich, was ihr alle für Arbeitgeber habt bzw. was ihr von denen denkt...
                      Auch eine betriebsbedingte Kündigung ist kein Allheilmittel und muss im Zweifel erstmal vor dem Arbeitsgericht standhalten.
                      Die wenigsten Arbeitgeber schmeißen einen wegen Elternzeit raus. Macht unternehmerisch keinen Sinn und auch ansonsten nicht...
                      Aber wie gesagt, ich kann bei dem Thema und den Tipps, die hier teilweise gegeben werden, nur den Kopf schütteln.

                      (11) 27.02.18 - 16:40

                      Nein, ich glaube nicht, dass es genauso läuft.

                      Gut, so wie es die Te macht, da wird ein Arbeitgeber unter Umständen sehr nagender t sein und da würde ich es auch nc8th drauf ankommen lassen. Da fände ich ein halbieren der Elternteil und danach Teilzeitarbeit die man sich koordiniert sinnvoller.

                      Aber das Argument, dass man dann karriereprobleme hat, das muss man dann als Mann auch einfach mal aushalten oder sich eine familienfreundlichere Firma suchen.

                      Die Arbeitgeber haben sich ja schon an einiges gewöhnt. Wo es früher hieß, das würde man nicht zulassen ist es heute normal, dass auch die Väter Eltemr Zeit nehmen.

                      Manchmal habe ich den Eindruck, dass sind so gewhcuchten, die Männer ihren Frauen erzählen, weil sie keinen Bock haben zuhause zu bleiben.

                    (13) 27.02.18 - 19:18

                    Dann müssten ja Frauen, die ja laut deiner Argumentation leichter in Elternzeit gehen kann, auch überdurchschnittlich von Kündigungen betroffen sein.
                    Wenn ein AG Mitarbeiterinnen kündigen würde die Elternzeit nehmen, hätte er selbst das Nachsehen da er die Stelle ja neu besetzen und eine neue einarbeiten muss.
                    Ich denke, Männer haben nicht per se die schlechteren Voraussetzungen für eine Elternzeit, viele halten sich auch für unentbehrlich oder nehmen sich zu wichtig.
                    Oder sind einfach zu feige, das durchzusetzen und sich unbeliebt zu machen.
                    Das müssen viele Frauen die Elternzeit nehmen aber auch.
                    Hier ist auch niemand begeistert wenn.eine leitende Angestellte oder eine Filialleiterin monatelang in Elternzeit geht, auch da sind oft negative Auswirkungen nicht auszuschließen.
                    Aber Frauen nehmen auch berufliche Nachteile in Kauf, Männer sind dazu nicht bereit.

                    • Frauen in gebärfähigem Alter und/oder mit kleinen Kindern werden oft gar nicht erst eingestellt. Wenn der Arbeitgeber bei zwei gleich qualifizierten Frauen die Wahl hat, dann nimmt er oft lieber diejenige, bei der Nachwuchs eher nicht (mehr) zu erwarten ist und/oder die, die keine kleinen Kinder zu Hause hat. Als nicht sonderlich gut qualifizierte Mehrfachmama einen Job zu finden, kann ganz schön tricky sein, zumindest so lange die Kinder klein sind.

                      Wir sind eine soziale Einrichtung und selbst bei uns hat die Chefin gut überlegt, ob sie wirklich eine Mama mit drei kleinen Kindern einstellen will. Da hatte die Kollegin einfach Glück, dass es kaum Erzieher auf dem Markt gibt, so dass ihre Kinder "in Kauf genommen" werden.

                      Nein, wünschenswert ist das alles nicht, aber Realität schon.

                      >> hätte er selbst das Nachsehen da er die Stelle ja neu besetzen und eine neue einarbeiten muss.<<

                      oder er nimmt einfach die Elternzeitvertretung, die ab einer gewissen Elternzeitlänge ja eh eingestellt wird... :-p

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