Was ist ein Patenamt heute noch wert???

    • (1) 28.02.18 - 12:29

      Hallo.

      Ich wollte mal hier in die Runde fragen... da ich etwas erstaunt über das Verhalten der Patentante meiner Großen bin. Ich möchte es einfach nur mal interessenhalber wissen... eine Entscheidung, wie ich mit ihrem Verhalten umgehe habe ich bereits getroffen.

      Wie verhaltet ihr euch als Pate?
      Bzw. wie verhalten sich die Paten eurer Kinder?
      Besteht Kontakt? Wenn ja wie und wie oft?
      Was ist euch wichtig?


      Sorry für die vielen Fragen! Wenn es mir auch nur rein informativ was nützen wird!

      LG

      • Die Paten meines Sohnes bekommen regelmäßig Fotos und Updates zu seiner Entwicklung. Ich erwarte von den Paten dass sie zeit mit ihm verbringen und ihm später gute Berater und Freunde sind.

        Ich habe bzw. hatte zu den meisten meiner Paten zwei mal Kontakt. Konfirmation und Hochzeit. Meine Paten haben nie zum Geburtstag angerufen oder so. Ich würde sie auch nicht erkennen, wenn sie mir auf der Straße begegnen. Vielleicht liegt das auch daran, dass sie in ganz Deutschland verteilt wohnen. Bei meinem Freund und meinem Ex-Mann ist es genau so.
        Ich habe ein Patenkind und wir sind zum Geburtstag, Ostern, Weihnachten und zu besonderen Anlässen wie der Einschulung da.

        Hallo,

        ich bin selbst Patentante und habe ein recht inniges Verhältnis zu meiner Patentochter, muss aber dazu sagen, dass das Verhältnis mit den Jahren immer enger wurde. Ich bin auch " nur" 14 Jahre älter als sie und konnte vielleicht auch deswegen in den ersten Jahren nicht ganz so viel mit ihr anfangen. Mittlerweile ist sie 16 und sieht in mir eine ältere Freundin, wir besprechen Dinge, die sie nicht unbedingt mit ihren Eltern besprechen möchte und unternehmen gelegentlich Dinge, wie Kino oder Shopping. Wir sind übrigens nicht miteinander verwandt, die Patenschaft ist aus dem erweiterten Freundeskreis entstanden.
        Zu den Paten meiner Tochter, wir haben uns jeweils für die Tante väterlicherseits und den Bruder mütterlicherseits entschieden und ich muss sagen, ich bereue die Wahl nicht unbedingt, könnte mir aber im Nachhinein eine bessere Konstellation vorstellen. Da mein Mann und ich seit einem Jahr getrennt sind, ist der Kontakt zur Patentante etwas eingeschlafen... Sie meldet sich nur noch sehr sehr selten bei mir, um sich nach ihrer Patentochter (2 Jahre) zu erkundigen. Wenn ich ihr Bilder oder ähnliches schicke, kommt meistens nur eine einsilbige Antwort. Wie viel Kontakt meine Tochter über ihren Papa zu ihr hat, kann ich gar nicht sagen... Und mein Bruder (Patenonkel meiner Tochter) ist beruflich sehr häufig im Ausland und hat dementsprechend auch (noch) kein besonders inniges Verhältnis zu meiner Tochter.
        Ich finde Pateneltern können eine wirkliche Bereicherung für Kinder sein, sofern sie die Rolle auch wirklich ernst nehmen und am Leben des Patenkindes teilhaben wollen.
        LG Kokosmilch

      • Ach so, ich glaube das ist sehr typabhängig. Eine Freundin von mir ist Erzieherin und sie kümmert sich sehr um ihr Patenkind.

        (6) 28.02.18 - 13:34

        Hi,

        bei uns besteht sehr viel Kontakt, was aber daran liegt, dass mein Schwager und seine Freundin die Paten von unserem Sohn sind und sie wohnen nebenan 😁.

        Grundsätzlich fände ich es schön, wenn regelmäßig Kontakt besteht und später, wenn die Kinder größer sind auch Mal etwas mit ihnen unternommen wird.
        Der eigentliche Zweck, dass die Kinder wo unterkommen, wenn den Eltern was passiert, tritt ja eigentlich sowieso nicht mehr so ein.

        • Ein Patenamt hat keinerlei rechtliche Konsequenz. Sollten die Eltern sterben, entscheidet das Jugendamt, was mit den Kindern geschieht, da spielt ein Pate definitiv keine Rolle. Hierfür ist eine ausdrückliche schriftliche Verfügung der Eltern nötig. LG Moni

          • Ja ich weiß 😊
            Das meinte ich mit, der Fall tritt heute kaum noch ein. 😉.

            (9) 01.03.18 - 23:28

            Na ja, so ganz schwarz-weiß ist es ja doch nicht. Wenn Paten da sind und sich im Notfall als willige Bezugspersonen zu erkennen gegeben, die das Kind in Obhut nehmen können, dann KANN (muss aber nicht) das Jugendamt schon darauf zurückgreifen, wenn das Kindeswohl nicht gefährdet ist.

      (10) 28.02.18 - 13:49

      Sehr gute Frage. DAS habe ich mich nämlich auch schon gefragt.
      Ich hatte/habe zu eine meiner Patentanten ein ganz tolles Verhältnis 😍
      Mein Mann hat einen Paten, seinen Neffen, Sohn seiner großen Schwester. Mein Mann hat von Beginn an versucht ein enges Verhältnis aufzubauen und ist sehr bemüht. Wir basteln Adventskalender für ihn, er bekommt besonders liebevoll ausgesuchte Geschenke, hat ein Sparkonto von uns usw. Mein Mann hat schon oft vorgeschlagen, mit ihm in den Zoo zu gehen oder mal ins Schwimmbad. Eben Paten-Zeit miteinander verbringen.
      Leider gibt es für die Geschenke nicht mal ein Dankeschön und bzgl der Unternehmungen wurde von Beginn an abgeblockt. Er sei noch nicht soweit (8 Jahre alt). Okay. 🙄 Wir finden das sehr schade aber meine Schwägerin macht allgemein so ein Gewese um ihre 3 Sprösslinge. Ich durfte bis heute keins ihrer Babys überhaupt nur auf dem Arm halten. Anschauen iat das höchste der Gefühle. 🙄
      Zu den Kindern meiner Brüder haben wir ein innigeres Verhältnis... 🤷‍♀️
      Schade.
      Was mich persönlich am meisten ärgert ist, dass wir gut genug sind um für ihn Geld zu sparen usw aber das ist dann auch schon alles. Die Familie schottet sich allgemein sehr ab seit den Kindern... sie sind kaum mehr bei Familienfeiern anzutreffen. Traurig!

      Liebe Grüße

      • (11) 28.02.18 - 17:03

        Da würde ich dann aber auch das schenken und sparen reduzieren, man ist ja nicht nur zum melken da!
        Meine Mutter hatte einen ähnliches Fall und hat ganz klar gesagt das sie keine Schenktante ist sondern gerne Zeit verbringt. Nachdem das klargestellt war gab es dann gar keinen Kontakt von der anderen Seite mehr.
        Schade, aber dann ist man eventuell ohne besser dran

    (12) 28.02.18 - 13:51

    Es gibt zumindest in der evangelischen Kirche die Möglichkeit Paten nachzubenennen. Das kommt selten vor, aber ich hatte es schon einmal. Vielleicht ne Möglichkeit für Euch?

    Zu Deinen Fragen unser Kind ist jetzt 4, ein Pate lebt im Ausland, wir besuchen uns gegenseitig einmal im Jahr. Dann also über ein paar Tage sehr intensiver Kontakt, ansonsten weniger und nur über uns Eltern. Der andere Patenonkel lebt jetzt auch wieder im Ausland, also auch da immer nur kurzer, aber dann intensiver Kontakt, Briefe zum Geburtstag etc. Die Patentante kommt alle zwei Monate ca. zu Besuch, er war auch schon mal zum Übernachtungsbesuch da.
    Wegen der "Zwei-Länder-Situation" hatten wir uns auch für die Dreizahl der Paten entschieden.

    • (13) 28.02.18 - 15:39

      Hallo.

      Eine Nachbennung mit Eintragung in das Patenbuch machte bei uns die Landesbischöfe nicht mit. Wir haben eine Patin so noch nachbenannt.
      Leider ist die damalige von uns gewählte Patin nicht mehr interessiert. Sie hatte einige Tage Zeit das zu Überdenken und entschied sich das Amt anzunehmen. War mit Freude dabei. Das erste halbe Jahr nach der Geburt war Kontakt da. Dann wurden in den letzten 1 1/2 Jahren Weihnachten und Geburtstage vergessen. Keine Absage, Entschuldigung o.ä. Und mal etwas Zeit verbringen ist gar nicht drin. Habe sie immer eingeladen. Ihr gegenüber auch schon geäußert, dass ich es schade finde wie es ist. Aber es kam nichts mehr.
      Daher werde ich den Kontakt erst einmal ruhen lassen.
      Ich finde es wirklich sehr schade, dass da kein Interesse besteht. Sie begründet es damit sie habe keine Zeit. Mag sein, jedoch in den Monaten kann man ja mal n Tag finden. Geschenke wurden auch schon mit 2 Monaten Verspätung vor die Tür gelegt.
      Mir geht es nicht um das Schenken oder sonstiges. Sondern einfach nur mal n Stündchen Zeit mit meiner Großen (3) verbringen. Sie hat gar keinen Bezug zu ihr.

      LG

(14) 28.02.18 - 14:17

Wir haben die Paten innerhalb der Familie (mein Bruder, seine Schwester) gewählt, weil wir in unserem Leben die Erfahrung gemacht haben: Freunde kommen und gehen..

Uns ist wichtig, dass die Paten regelmäßig Kontakt haben und für den Fall, dass uns etwas passiert, sollten sie sich zusammen setzen und besprechen was DAS BESTE für unsere Kinder ist.
Was wir zusätzlich mit ihnen besprochen haben ist, dass unsere Kinder nicht "aufgeteilt" werden.
Wir möchten, dass sie zusammen bleiben können und dass die Paten sich darum kümmern dass die bestmögliche und schnellstmögliche Lösung gefunden wird - im Interesse der Kinder.

Allerdings haben wir auch, bevor sie offiziell Paten wurden, besprochen was die Ansprüche an dieses Amt für uns sind. Wenn sie da nicht bereit zu gewesen wären, hätten wir jemanden anderes genommen.

(15) 28.02.18 - 14:31

Wir haben bei allen dreien meine Geschwister genommen, die Schwester meines Mannes und den besten Freund meines Mannes. Zu all denen besteht viel Kontakt. Wichtig war mir, dass es jemand ist, der nicht „verloren“ gehen kann.

Grundsätzlich erwarte ich von all denen aber nichts. Die Kinder suchen sich später schon jemanden aus, den sie als wichtigen Ansprechpartner neben uns haben mögen. Aktuell ist das tatsächlich meine Schwester und mein Bruder.

Ich selber bin auch mehrfach Patin. Bevor ich das Amt angenommen habe habe ich aber nachgefragt was überhaupt von mir erwartet wird.

Einen wirklichen Wert hat das Amt in meinen Augen nicht. Wie ein Trauzeuge auch nicht.

(16) 28.02.18 - 14:33

Hallo

Bei uns ist es vermutlich auch familiär und wohnlich bedingt:
Ich treffe meine Paten"kinder" meist wöchentlich oder zumindest 14tägig, es sind die Kinder meiner Schwester und wir treffen uns entweder bei ihr, bei mir oder auch bei unseren Eltern. Als sie noch kleiner waren habe ich dann bei diesen Gelegenheiten mit Ihnen gespielt, mal Spielplatz oder später dann auch mal Hilfe bei den Hausaufgaben oder auch mal Fahrdienste. Früher noch regelmäßige Babysitterdienste.
Meine Kinder treffen ihre Paten auch im gleichen Rhytmus.

#winke

Ich hab zwei Patenkinder , Tochter meines Bruders inzw. 19J. und der Sohn meiner Freundin 6Jahre. (seit 28 J. durchgehend befreundet).
Beide sehe ich mindestens 1x im Monat und zu allen Festen, außer das sie etwas mehr bekommen, als meine Nichten und Neffen, gibts bei uns nicht viel Unterschied.
Sowie früher, dass man sie zum Glauben führt etc. gibts heute gar nicht mehr.
Bei uns in der Familie wurde es so geregelt / versprochen, sollten den Eltern was passieren, dass die Paten das Sorgerecht für sie (bei mir Patenkind+Nichte) beantragen und sich weiterhin um zu sie zu kümmern, bis halt alt genug sind, um ihr Leben selbst zu verantworten.Aus diesen Gründen, gibts bei uns keine zwei versch. Paten, sondern immer Schwester mit Mann oder Bruder mit Frau.Beim Patenkind von meiner Freundin ist dies nicht so geregelt, nur innerhalb der Familie.

  • (18) 28.02.18 - 16:22

    Nur so als Tipp würde ich da an eurer Stelle schon jetzt beim Notar was schreiben. Wer sich - im Fall der Fälle - um die Kinder kümmert, ist ja völlig unabhängig vom Patenamt.

    In unserem Bekanntenkreis gab es leider mal ein unschönes Beispiel, bei dem es viel unnötiges Gezerre um die Kinder gab. War mir vorher auch nicht klar, dass es hinterher nicht so einfach ist, die Kinder zu bekommen - selbst wenn es der ausdrückliche Wunsch der Eltern war.

    Seit dieser Geschichte wurde es bei uns im Freundeskreis üblich, mit den auserwählten Ersatzeltern frühzeitig einen Notartermin zu machen. Dort wird dann festgelegt, dass die Vormundschaft im Falles des Todes übergeht - ohne Wenn und Aber.

    Nur so als Empfehlung - dann gibt es hinterher keine Diskussionen.

(19) 28.02.18 - 16:53

Hallo,

unsere Kinder haben keine Paten.

Das Patenkind meines Mannes ist sein Neffe, er wird nun drei und wir haben sehr viel Kontakt. Er ist gerne bei uns und auch jederzeit willkommen. Es wäre schön, wenn er uns zufünftig als Vertraute sehen wird uns sich weiterhin bei uns wohl fühlt.

Im Freundes- und auch Familienkreis kenne ich jedoch einige Fälle in denen die Paten zu den Patenkindern keinen Kontakt haben oder auch nie hatten.


Grüße,
jojo

  • (20) 28.02.18 - 18:00

    "Im Freundes- und auch Familienkreis kenne ich jedoch einige Fälle in denen die Paten zu den Patenkindern keinen Kontakt haben oder auch nie hatten."

    Wieso nimmt man dann ein Patenamt an bzw. sucht man als Eltern Paten, wenn man weiterhin keinen Kontakt hält oder Zustande bringt..vorallem im Familienkreis, da scheint es, dass es keine Familienfeste mehr gibt... Die Menschheit verliert immer mehr Werte und Familienzusammenhalt.

(21) 28.02.18 - 18:24

Das ist eine gute Frage... ich muss gestehen, dass ich neulich wenig begeistert reagiert habe, als mein Freund freudig meinte, ich würde bestimmt als Patentante für seinen zweiten Neffen gewählt werden...

Ich möchte nämlich auf keinen Fall so ein „Amt“ annehmen und dann irgendwelche Erwartungen der Eltern des Patenkindes erfüllen müssen - denn darum gehts ja in erster Linie. Dem Patenkind selbst dürfte es herzlich egal sein, ob man der Beziehung zu ihm einen Titel gibt oder nicht!

Ich mag manche Kinder meiner Freunde sehr und würde auch freiwillig ohne Patenamt Zeit mit ihnen verbringen oder ein Geschenk machen usw, aber nicht, weil ich „muss“, weil ich Patentante bin!

Wer weiss, vielleicht würde ich gar keinen Bezug zu meinem Patenkind aufbauen können, weil einfach wenig Interesse da ist? Man weiss doch nicht, wie sich ein Mensch entwickelt.

Ich selbst habe zwei Patentanten (eine ist meine „richtige „ Tante), zu denen ich mal mehr, mal weniger Kontakt hatte. Beide haben das obligatorische Weihnachts- und Geburtstagsgeschenk gemacht, bis ich 18 war - danach gabs meistens nix mehr. Ist doch auch absurd... genau aus diesem Grunde bin ich kein Fan des Patenamtes, man wird gezwungen, sich so und so einem Kind gegenüber zu verhalten, was man vielleicht ohne Amt gar nicht tun würde.

Ich suche mir lieber aus, wem ich wann ein Geschenk mache oder anrufe etc.
Ich weiss, dass die Patentradition manchen sehr wichtig ist, ich finde sie völlig überholt.

Dein Beitrag zeigt mir übrigens genau das Negativbeispiel: Du bist nicht zufrieden mit dem Verhalten der Patin deines Kindes und jetzt hat euer Verhältnis einen Knacks. Wäre sie nicht die Patentante und du hättest weniger Erwartungen an sie, wäre wahrscheinlich alles paletti zwischen euch... denk mal drüber nach.

  • Wenn ich nicht drüber nachdenken würde, würde ich hier nicht fragen. Und die Person hatte sich Zeit genommen, um zu überlegen, ob sie das Patenamt inne haben möchte. Da kann man ja schon denken, dass ein gewisser Sinn dahinter steht. Oder?! Sonst könnte man das ja gänzlich abschaffen. Es gibt nun mal religiöse und kulturelle Gepflogenheiten. Wem es nicht passt, kann sowas ja auch ausschlagen. Siehe dir.

    (23) 01.03.18 - 22:27

    So war das bei uns auch. Die Patin unseres ersten Sohnes war echt ein Griff ins Klo. Ich enttäuscht und jetzt haben wir dem Kontakt zueinander abgebrochen. Aber wenn jmd nicht bereit ist das Patentamt zu erfüllen, warum nimmt er es dann an?

    • (24) 02.03.18 - 11:11

      Ja, das ist dem Paten vielleicht vorher nicht do bewusst oder man hat einfach sehr unterschiedliche Vorstellungen vom Amt an sich. Daher sollte man wirklich gut überlegen oder besser noch es vorher ein bisschen klären, was das Patenamt bedeutet.
      Mein Partner nimmt sein Patenamt sehr ernst und würde sogar im Notfall die Pflegschaft übernehmen, es ist sein Neffe.

      Lg

(25) 28.02.18 - 20:01

Patenschaft ist eine ganz nette Sache...ich denke in den meisten Fällen erwartet man aber vorher mehr, als am Ende dabei rumkommt. Da ist sicher selten eine böse Absicht bei "faulen" Paten hinter. Dem Kind geht's ja ohne einen auch hervorragend.

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