Verhältnis zu den eigenen Eltern

    • (1) 01.04.18 - 21:57

      Schöne Ostern Zusammen!
      Ich weiß nicht was ich mir mit von diesem Beitrag erwarte, aber vielleicht hilft es meine Gedanken zu sortieren.
      In letzter Zeit denke ich oft über das Verhältnis zu meinen Eltern nach. Besonders wenn ich sehe wie "anders" meine Schwester (fast 10 Jahre jünger und lebt noch zuhause) behandelt wird. Vielleicht spielen auch meine Hormone verrückt, da ich im 8ten Monat mit dem zweiten Kind schwanger bin.
      In meiner Kindheit musste ich auf meine Schwester aufpassen, den Haushalt machen und kochen, denn meine Eltern waren arbeiten. Machte ich alles zur Zufriedenheit dann war alles gut aber wehe ich machte etwas nicht dann gab es ärger. Mein Vater wurde auch öfter handgreiflich. Mit 18 zog ich während meiner Ausbildung nach vielen Streitigkeiten aus. Bei der Familienkasse musste ich das Kindergeld für mich beantragen, da meine Eltern es mir nicht geben wollten. Mein Auto wurde mir abgenommen (Versicherung und Schein lief auf meinen Vater - ich zahlte alles). Das erste Jahr war hart - auch finanziell, aber ich habe es geschafft und baute mir mein eigenes Leben auf. Der Kontakt zu meinen Eltern war danach fast gar nicht mehr vorhanden. Erst 2014 wurde es wieder mehr, da wurde auch unsere Tochter geboren. Anfangs waren es wirklich tolle Großeltern und bemühten sich sehr um uns. Doch seit 2016 wird dies immer weniger bzw ist kein echtes Interesse mehr vorhanden. Sobald meine Eltern Probleme haben soll ich für sie da sein und ihnen zuhören! Ist wieder alles gut, dann bin ich abgeschrieben. Wir wohnen 5km voneinander entfernt und sehen uns derzeit ca alle 2 Wochen kurz auf einen Kaffee. Wobei diese Besuche für mich mittlerweile als Pflicht empfunden werden. Nie wird gefragt wie es uns geht sondern alles dreht sich um sie. Mit meiner Tochter wird kurz gespielt und nach außen zeigen sie sich als Vorzeige-Großeltern. Meine Tochter versteht das mit 3 Jahren natürlich noch nicht und mag sie gerne. Deswegen fahre ich überhaupt noch hin. Heute waren wir bei meiner Oma zum Mittagessen. Und unsere Tochter bekam von uns und meiner Oma ein kleines Ostergeschenk, nur von meinen Eltern kam nichts. Es wird dann erzählt, dass meine Mutter und meine Schwester erst shoppen, essen und im kino waren. Das Auto meiner Schwester ist jetzt kaputt und nächste Woche wird ihr jetzt ein neues gekauft. Ich fühle mich einfach verarscht und im Stich gelassen. Es wird mir keine Hilfe oder Unterstützung angeboten. Mir geht es jetzt nicht um Geld, sondern einfach um den Unterschied der gemacht wird...

      • Das gleiche was du erzählst hab ich mit meiner Schwiegermutter. Sie tut immer vor allem von wegen sie ist so allein das wir blöd dastehen. Derweil meldet sie sich nie bei uns, redet uns permanent blöd an oder schickt uns auf Familientreffen an einen anderen Tisch. Ich fahr nur noch hin wenn es unbedingt sein muss

        Ich kann mir sehr gut vorstellen das das sehr verletzend für dich sein muss...
        Hast du mal probiert das bei deinen Eltern anzusprechen? So wie du die Situation schilderst bringt es vielleicht nichts aber möglicherweise gibt es ja auch Gründe warum sie sich so verhalten?

        Du hast selbst gesagt das du dir dein eigenes Leben aufgebaut hast. Trotz all der Schwierigkeiten. Sei stolz auf dich und das was du geschafft hast und lass dich davon nicht runterziehen! Vielleicht sehen sie dich auch einfach als „die Starke“ die keine Hilfe braucht und deine Schwester ist ein ganz anderer Typ und würde ohne ihre Unterstützung nicht wirklich zurechtkommen. Und ihnen ist vielleicht auch gar nicht bewusst das du dich dadurch zurückgesetzt fühlst... Das ist keine Entschuldigung aber vielleicht eine Erklärung.

        Hallo,

        wichtig ist, dass du emotional loslässt, weil du nur deine Seite ändern kannst. Es ist ein langer Weg.

        Bei uns ist es so ähnlich. Mein Bruder und ich wurden formal korrekt, aber ohne große Ausgaben, Liebe oder Besonderheiten großgezogen. Wir bekamen Aufgaben und Rollen und funktionierten einfach (gut in der Schule sein, alle Nachbarn grüßen, ....). Aber nichts war gut genug. Es war emotional sehr kalt - unsere Schwester wurde und wird völlig anders behandelt - z.B. beim Hauskauf finanziell unterstützt, meine Eltern schauten zig Häuser und Grundstücke an, dann war mein Vater täglich auf der Baustelle und meine Mutter hat ihr den Garten angelegt und es wurde in jedem Aspekt Anteil genommen. Wenn wir versuchen herauszufinden, warum das so ist, dann stoßen wir auf eine Mauer des Schweigens oder sie streiten alles ab. Als Kinder dachten wir wirklich, wir seien adoptiert, aber das ist nicht so (große optische Ähnlichkeit der Enkelkinder mit meinen Eltern).

        Als Kind war das ein Ansporn, so gut ich konnte zu funktionieren und zu versuchen, alle Erwartungen zu erfüllen. Ich setzte mich unter einen riesigen Druck, hungerte, um die optischen Erwartungen meiner Mutter zu erfüllen. Als Jugendliche zog ich irgendwann aus - und es herrschte Jahre fast Funkstille. Selbst wenn meine Eltern in meiner Unistadt waren haben sie mich nie besucht - meinen Bruder auch nicht. Ich glaube, sie wussten nicht mal, was ich studiert habe. Als Erwachsene habe ich sehr darunter gelitten, gerade, wenn ich gesehen habe, wie meine Freundinnen ihre Hochzeiten vorbereiteten und die Eltern einfach Teil davon waren - und meine nicht.

        Mein Schlüsselerlebnis: Ich arbeitete abends und setzte dann noch eine Kollegin ab, deren Auto streikte. Auf dem Rückweg fuhr ich durch ein Dorf (völlig ungewöhnliche Strecke für mich) - und erkannte das Auto meiner Eltern und das meiner Schwester vor einem Restaurant. Ich schaute nach und erkannte, dass meine Mutter dort mit meiner Schwester + Partner und ihren engsten Freunden ihren 70. Geburtstag feierte. Uns gegenüber wurde die Feier mit keinem Wort erwähnt, wir waren mittags zum Kaffee da, überreichten unser Geschenk .... Erst tat es weh, aber nach dem konnte ich loslassen. Ich fühlte mich micht mehr emotional verpflichtet, da ich kapiert habe, dass sie das auch nicht fühlt.

        Meine Eltern sind meinen Kindern gegenüber sehr korrekt. In letzter Zeit brauchen sie ab und an unsere Hilfe, da sie nun älter und gebrechlicher werden. Ich habe nicht mal den Impuls zu sagen "nein, Pech!". Ich verhalte mich einfach korrekt, so, wie ich auch den Nachbarn helfe, deren Kinder weit weg wohnen.

        GLG
        Miss Mary

      • (5) 02.04.18 - 07:40

        Ich würde mich an deiner Stelle etwas distanzieren. Deine Eltern sind ja wirklich sehr seltsam und ob deine Tochter nicht auch irgendwann Opfer ihres lieblosen Verhaltens wird weißt du nicht. Zu Ostern nicht mal einen Schokohasen für das Enkelkind besorgen geht ja schon fast in diese Richtung. Nicht das sie auch irgendwann enttäuscht und verletzt wird.

        Dann lieber keinen engen Kontakt mehr. Dazu musst du dich auch wirklich nicht verpflichtet fühlen, nach allem was vorgefallen ist.

        Lg

        Also ich denke, so leid es mir tut du wirst sie selbst nicht ändern können.
        D.h. du kannst an sich nur dich oder die Sicht der Dinge ändern.
        Demnach mehr Distanz schaffen.Ich kann dich verstehen und finde es auch nicht schön das solche Unterschiede gemacht werden. Nur wenn sie das selbst nicht sehen wirst du leider die Böse sein.
        Schade das Kinder hier nicht gleich behandelt werden.
        Von daher lebe dein Leben.

        Ela

      • (7) 02.04.18 - 08:08

        Meine Eltern haben mich und meine Schwester früher auch unterschiedlich behandelt. Sie wurde als Teeni überall hingefahren und wieder abgeholt (wenn sie das wollte) und ich musste immer mit dem Bus fahren oder halt schauen wie ich irgendwohin komme. Als ich studieren gegangen bin bekam ich 200 Euro im Monat von meinen Eltern, also etwas mehr als das Kindergeld, wohnte 4 Jahre in einem kleinen WG-Zimmer, konnte dann auch kein Auslandssemester machen weil ich es mir nicht leisten konnte und sowieso immer arbeiten musste nebenbei und in den Ferien.
        Meine Schwester hingegeben wohnte im Studium in einer 3 Zimmer Wohnung mit einer Freundin mitten in München und meine Eltern haben Sie beim Auslandssemester in den USA unterstützt.
        Jahre später habe ich meine Mutter mal gefragt warum sie es so unterschiedlich gemacht haben und meine Mutter war ganz überrascht. Sie meinte ich war immer so selbständig und wollte unabhängig sein, habe nie nach Geld gefragt oder dass man mich irgendwohin fährt/abholt. Auch wegen dem Auslandssemester habe ich nie gefragt, sie wusste gar nicht dsss ich eins machen wollte. Meine Schwester hingegen war immer das kleine Mädchen, das Hilfe braucht (bzw. hat sie immer so getan). Sie hat einfach nach allem was sie wollte gefragt und es deshalb bekommen.
        Das war eine interessante Erkenntnis für mich Und meine Mutter.
        Vielleicht ist es bei euch ähnlich!? Du bist die starke/unabhängige und deine schweTer die „Kleine“.
        Egal wie, ich würde drüber stehen. Du bist erwachsen und selbständig/unabhängig. Deine Eltern wirst du kocht mehr ändern können nur deine Einstellung dazu.

      Hi,

      ich habe bis vor 5 Jahren ewig rumgedoktort mit meinen Eltern. Vieles hört sich bekannt an, auch ich habe einen 10 Jahre jüngeren Bruder und ich war die ewige Babysitterin und Putzfrau meiner Eltern. Alles was ich tat und besaß war mies und schlecht, was zum Schluß dann auch meinen Mann und meine Kinder einschloss.
      Vor 15 Jahren brach ich zum ersten Mal den Kontakt ab zu meinen Eltern, nahm ihn aber nach 2 Jahren wieder auf, damit meine Söhne ihre Großeltern kennen lernen konnten. Meine Eltern taten das, was sie am besten können, nämlich kaufen und mit Krempel überhäufen. Ansonsten wollten sie nichts von den Jungs wissen.
      Da versuchte ich schon, meine Eltern als Bekannte zu sehen und mich emotional zu lösen. Gelang aber nicht wirklich, meine Mutter schaffte es immer wieder, mich zu demütigen und zu verletzen.
      Vor 5 Jahren hatte ich dann die Faxen dicke und ich meldete mich einfach nicht mehr und seitdem ist Funkstille. Und mir geht es gut damit, ich habe mit diesen Leuten abgeschlossen.
      Mein Bruder war das Goldkind und wurde finanziell von vorne bis hinten verwöhnt. Hat mich mal geärgert, habe ich auch mal angesprochen und ich wurde als neidisch und missgünstig beschimpft.
      Wenn du also irgendwie mit deinen Eltern reden kannst, sprich sie mal darauf an. Ansonsten reduziere den Kontakt auf das Nötigste, wenn es dir damit nicht gut geht.

      (11) 02.04.18 - 13:37

      Ich habe schon öfter versucht mit meinen Eltern darüber zu sprechen. Das letzte mal nach unserer Funkstille. Doch in ihren Augen übertreibe ich oder die Tatsachen werden verdreht. Habe dann dazu nichts mehr gesagt, denn ich wollte keinen neuen Streit provozieren. Dann war ja für ca. 2 Jahre alles relativ entspannt und normal und jetzt fängt es schon wieder an. Irgendwie kommen bei mir dadurch immer öfter gewisse Geschichten aus der Vergangenheit wieder hoch.

      Hallo,

      das ist nicht schön ich kenne das aus meiner Schwiegerfamilie. Diese behandeln Ihre eigenen Kinder ungerecht und machen das auch bei den Enkeln so.
      Ansprechen,Brief etc.. alles nutzte nix...im Gegenteil man"durfte" sich nun Geldgeilheit, Neid , etc.etc nachsagen lassen.
      Seit dem ist der Kontakt nur auf das nötigste Beschränkt.
      Vor anderen sind sie nach wie vor die " Super Eltern / Super Großelten " aber wehe man ist alleine...dann ist desinteresse das erste was man merkt.....

      Aber nun zu mir....ich bin das "Nesthäkchen"... meine älteren Geschwister sind immer neidisch...bis heute und ich frage mich warum....
      Angeblich bekam ich alles in den Allerwertesten geschoben... seh ich anders.. ich mußte um alles kämpfen , musste alles alleine machen und ich hatte keine 2 Elternteile wie der Rest meiner Familie .
      Heute noch sagen sie immer ich hab ja soviel erhalten.... ja sag ich dann? Was denn?
      Dann werden sie leise....weil sagen können sie es nicht.
      Es ist eben nur ein Gefühl .
      Ich kann Dir selber nur den Tipp geben, spreche es an und das immer in Ich-Botschaften..
      Ala... "Ich habe das Gefühl das, Ihr uns ungleich behandelt denn ( Beispiel einsetzen)
      Ich möchte nur wissen...
      Kommst Du beim Gespräch mit dem Wortlaut "Ihr habt" " Ihr macht".... etc... klingt nach Vorwurf und dann springt man automatisch in den "Verteidigungsmodus"......
      Machen das Deine Eltern schon bei den ICH-Botschaften.... dann rate ich Dir distanziere Dich von Ihnen...und such Dir jemanden mit dem Du das aufarbeiten kannst.
      Ich sage Dir es wird nicht besser, und Antworten wirst Du eh dann nicht bekommen sondern nur Vorwürfe...

      Hallo,

      freu dich doch einfach darüber dass du dir dein Leben aufgebaut hast OHNE deren Hilfe...... du brauchst dann auch nicht DANKE zu sagen.

      LG

      Hallo,

      das kommt mir sehr bekannt vor. Meine Eltern haben stark narzisstische Züge, vor allem meine Mutter.
      Sie unterstützen mich auch nicht, obwohl ich ein Baby habe. Eher im Gegenteil, sie machen mir das Leben zur Hölle. Habe seit paar Tagen keinen Kontakt zu ihnen.

      Ich möchte gar nichts unterstellen, aber evtl haben deine Eltern auch narzisstische Züge? Es kann nur leicht ausgeprägt sein, aber für mich hört sich das so an.

      Die Seite narzissmus.org hat mir sehr geholfen, das zu erkennen und zu verstehen, „was mit meinen Eltern los ist“.

      Liebe Grüße

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