Bestattungskosten

    • (1) 01.04.18 - 22:19

      Meine Oma ist vor ein paar Wochen gestorben. Mein Opa hat alles geplant. Meine Mama und meine Tante haben ihm geholfen.
      Jetzt hat meine Tante und cousine gesehen was das alles kostet und sind der Meinung die Verwandschaft soll zusammenlegen und was dazugeben.
      Mein Opa steht finanziell wirklich gut da. Und wenn er sich so eine teure traueranzeige aussucht und mit über 60 Personen ein leichenmahl hält und dabei noch ein 3 Gänge Menü auffahren lässt ist das doch seine Entscheidung.
      Ich hab in den letzten Jahren auch schon meine Großeltern väterlicherseits verloren und da stand das nie zur Diskussion. Das Geld für die Trauerfeier war da und da hat niemand aus der Familie Geld dazu gegeben.
      Seh das jetzt mit ich so oder wie läuft das bei euch?

      • (2) 01.04.18 - 22:27

        Ich habe meine Mama beerdigt- alleine geplant und bezahlt (aus dem Erbe), knapp 8000€ für eine aufwändige Beerdigung.

        Opa wurde ebenfalls von mir beerdigt, 3500€ bezahlt aus dem Erbe. Oma wurde auch von mir beerdigt, 3500€, Erbe reichte nicht aus, den Rest habe ich zusammen mit meinem Onkel draufgelegt.

        Wenn deine Tante der Meinung ist sie möchte etwas dazugeben- Feel free. Euch kann sie aber nichts vorschreiben. Ich würde den Opa fragen ob er klarkommt, und ansonsten davon ausgehen das er bei der Planung seine finanziellen Mittel bedacht hat.

        • Ich hab meinem Opa gesagt wenn er was braucht bin ich da. Oma und Opa lebten immer sparsam und er kann ja rechnen wenn ihm die Preise vorliegen. Er hätte das alles nicht gemacht wenn er es nicht hätte bezahlen können. Meine Tante und cousine bringen es aber jetzt so rüber das wir die nix dazu geben nicht ganz dicht sind. So in der Art uns ist der Opa egal. Aber wie gesagt er steht finanziell wirklich sehr gut da.

      "Jetzt hat meine Tante und cousine gesehen was das alles kostet und sind der Meinung die Verwandschaft soll zusammenlegen und was dazugeben."

      Klingt nach Erbstreitigkeit. Und so eine Beerdigung schmälert natürlich den Erbanteil der Tante.....

      Was sagt denn eigentlich der Opa dazu?

    Hallo


    Ich habe schon ein paar Familienmitglieder verloren. Zwar war ich teilweise nicht mal volljährig aber auch meine Eltern (bis auf bei der Beerdigung meiner Oma) wurden die Kosten immer von Partner getragen oder aus dem Erbe bezahlt.

    Die Beerdigung meiner Oma hat im Jahre 2000 etwa 9000 DM gekostet.
    Da wurden 7000DM aus dem Erbe (Das war alles an erspartem) genutzt. 1000DM hat mein Opa getragen (ihr Ex Mann) und die anderen 1000 DM haben sich meine Mutter meine Tante und mein Onkel geteilt.

    Es wäre günstiger gegangen, aber ihr letzter Wünsch war eine einäscherung. Das wollten sie erfüllen und haben daher zusammengelegt.

    Das war das einzige mal wo ich sowas erlebt habe.

    Auch in meiner schwiegerfamilir ist das nicht üblich. Ebenso wenig in meinem Freundes oder bekanntenkreis.


    Ich habe 2008 beim Bestatter Praktikas gemacht. Dort habe ich ebenso Einblicke in die Finanzen bekommen.


    Eine Bestattung ist ab wenigen tausend € möglich wenn man es schlicht und einfach hält. Natürlich kann man aber auch für einen Sarg schon 10000€ hinlegen.

    Das ist wohl einfach Geschmackssache.

    Aber wie gesagt das man nachträglich Geld sammelt kenn ich so nicht. Das bei meiner Oma damals war vorab zwischen den 4 Personen besprochen und vereinbart worden.
    Ich finde das ok. Weil es nicht anders machbar war.
    Aber dein Opa scheint ja alles finanzielle bereits geregelt zu haben und eine derartige Feier (3 Gänge menü kenne ich auf Beerdigungen auch nicht und ich war schon auf vielen. Seeeehr vielen) muss man sich eben leisten wollen.
    Da jetzt im Nachhinein andere zur Kasse zu bitten, weiß nicht, find ich iwie unangemessen.


    Nunja,... trotzdem mein herzliches Beileid und alles gute.



    LG

  • Ganz einfach gesagt:
    Wer hat, der kann.

    Wenn dein Opa so eine Beerdigung möchte, und sie sich auch leisten kann, wo ist das Problem?

    Dass du angeboten hast, du bist da wenn er etwas braucht, reicht meiner Meinung nach vollkommen aus.

    Ich würde den Vorschlag machen, sich im Gemeindehaus zu treffen und ein paar bringen Kaffee und Kuchen mit, 2 Leute dekorieren schön. Das wäre fast umsonst.
    Ältere Leute schalten oft Anzeigen, ich denke, das hat etwas mit Anstand und Tradition zutun.
    Auf der anderen Seite: Was will man jetzt abfangen zu streiten? Gib 100€ (oder was auch immer) dazu und lass Opa seine Frau so unter die Erde bringen, wie er möchte. Gruss

    • Du hast falsch gelesen. Meine Oma ist schön vor einigen Wochen gestorben. Es ist also schon alles rum.

      • Na dann würde ich meinen Opa in einem guten Moment fragen, ob er finanziell zurecht kommt. Von Großeltern (ich meine jetzt nicht dich speziell) wird oft erwartet, dass sie aushelfen, Enkel hüten - im Gegenzug können die Enkel auch aushelfen, wenn das nötig ist. Versuch, vorsichtig herauszukitzeln, ob es eng ist bei ihm. Gruss

(11) 02.04.18 - 10:12

Das ist regional unterschiedlich.

In manchen Regionen ist es üblich, dass zur Beileidskarte Geld dazu gelegt wird. Von jedem, der etwas geben möchte. Egal ob Verwandte oder Bekannte oder Freunde.

In anderen Regionen ist es üblich ein Spendenkonto bei der Traueranzeige dazuzuschreiben. Wer Geld geben möchte, soll doch bitte von Geld an die Angehörigen absehen und direkt an Tierschutzverein/Trauerbegleitung/was dem Verstorbenen wichtig war spenden.

In wieder anderen Regionen ist es gar nicht üblich Geld zu geben und wird eher als Beleidigung oder Demütigung angesehen.

Es gibt auch Regionen, wo nicht-Angehörige Kränze kaufen. Das ist in anderen Regionen wieder schwierig, weil dort alles von den Angehörigen geplant wird und optisch durcheinander bringt.

Daher frage ich meistens vor einer Trauerfeier, wie es ortsüblich nach.


Individuell kommt noch hinzu.
Manche verstorbene Partner möchten groß gestalten, Kosten spielen keine Rolle, da sie es noch mal mit dem Partner teilen möchten. Das, was sie gemeinsam vorhatten, alleine nicht machen würden und es nicht mit ins Grab nehmen möchten, sondern dem Partner Ehre erweisen.

Andere wären froh um Unterstützung, da sie selbst noch einige Jahre über die Runden kommen möchten. Den Tod des Partners sehr betrauern, mit Enkeln und Urenkeln nach vorne blicken und vielleicht auch Angst vor der finanziellen Zukunft haben.

Verwandte ausdrücklich darum bitten würde ich nicht.
Eher kenne ich es so, dass Verwandte auf die Hinterbliebenen zukommen und leise fragen, ob sie etwas dazu geben können, wenn sie wissen oder ahnen, dass das Geld knapp sein könnte. Vor allem dort, wo es nicht üblich ist, Geld der Karte beizulegen. Leise fragen, um den Hinterbliebenen nicht die Blöße zu geben. Eher auf die Weise: der Verstorbene war mein Freund/Kollege/Bruder/Cousin, ich würde ihm gerne die Ehre erweisen, wo kann ich unterstützen? Ich würde gerne Betrag x dazugeben, welche Blumen mochte er, braucht ihr noch einen Kranz? Fragen, um die Planung nicht zu durchkreuzen, zeigen, dass man den Verstorbenen ehren möchte, aber ohne dem Hinterbliebenen das Gefühl zu geben, diese würden zu wenig tun. Respektieren, was diese planen und bei finanziellem Engpass die Chance geben, auch etwas mehr zu machen.

(12) 02.04.18 - 11:47

Ich finde es am besten wenn Jemand zu Lebzeiten festlegt wie er beerdigt werden möchte. Meine Eltern möchten in einer Stele beerdigt werden. Da sind später auch die Kosten für die Grabpflege überschaubar. Grade in Zeiten in denen Familien und Freunde wegzeihen ganz schön. Bei uns wird Geld in einem Umschlag gegeben und es werden auch Kränze und Bumengestecken gekauft. Große Leichenschaums kenne ich nicht . Hier gibt es maximal Suppe und Häppchen.

Hm, du würdest doch eh nicht mit leeren Händen zur Beerdigung deiner Oma gehen, oder? Anstatt dieser überteuerten Kränze kannst du dann doch Geld dazu tun. Und auch wenn der Opa es scheinbar finanziell gut wuppen kann, wäre es doch einfach eine nette Geste.

(14) 02.04.18 - 12:30

Ich habe mich um die Planung der Beerdigung meiner Mutter gekümmert, einfach weil ich in der Nähe wohnte, mein Bruder 400 km entfernt.
Bezahlt habe ich die Beerdigung auch aus dem Erbe. Aber Ich sehe das wie du, wenn der Opa als Witwer seiner Frau so ein teures Begräbnis ausrichten möchte und es bezahlen kann; und auch will. dann muß doch nicht gesammelt werden.
Habe ich ehrlich gesagt, auch noch nie gehört. Der engste Angehörige richtet die Beerdigung aus und die wird eben nach den finanziellen Möglichkeiten geplant.

(15) 02.04.18 - 12:30

Hallo,
hier ist es so, dass man selber für die Bestattung vorsorgt. Entweder spart man klassisch, hat eine Lebensversicherung oder ggf. eine Sterbeversicherung (das gab es früher mal, viele Ältere haben die noch).
Im letzten Jahr starb mein Schwiegervater. Er hatte eine Lebensversicherung,die mit seinem Ableben ausbezahlt wurde. Hiervon wurde die Beisetzung und alles drumrum bezahlt.Hier gibt es nach der Beerdigung üblicherweise ein Kaffeetrinken in einer Gaststätte (also einfache Blechkuchen wie Streusel, Bienenstich, Apfel und dann eben Kaffee/Tee etc.). Bei meinem S chwiegervater waren es ca. 80 Personen. Große Familie, Freundeskreis, Nachbarschaft, Verein...da kommt einiges zusammen (und wir hatten immer noch Leute vergessen).
Meine Schwiegermutter hat die gleiche Versicherung, wenn sie verstirbt, wird keines der Kinder irgendwelche Kosten übernehmen müssen. Meine Mutter ist auch entsprechend versichert.
Hier ist es aber auch üblich, dass von Freunden, Bekannten Beileidskarten verschickt werden. Da ist dann entweder ein Geldbetrag drin oder auch Gutscheine aus den verschiedenen Blumenläden. Blumenschmuck wie Kränze oder Gestecke kommen nur von der Familie oder ggf. Vereinen, Firmen.
Ich sehe es nicht so, dass die Verwandschaft zu den Kosten etwas beisteuern muss. Dein Opa hat sich das so ausgesucht, anscheinend hatte er auch die finanziellen Möglichkeiten.
Kennst Du den Spruch "Wer die Musik bestellt, der zahlt sie auch"?
Ich würde mich an Deiner Stelle da vollommen raushalten. Wenn Deine Tante meint, da etwas zu tun zu müssen, ist das ihre Sache.
LG
Elsa01

(16) 02.04.18 - 12:37

Ich gehe mal davon aus, wenn dein Opa das alles selbst geplant hat, wird er auch geistig noch ziemlich auf der Höhe sein, und dann wird er auch ganz genau wissen, was er sich leisten kann und was nicht. Zusätzlich könnte ich mir vorstellen, dass es ihm auch ein Bedürfnis ist, das selbst leisten zu können. Dass es ihm sogar unangenehm wäre, wenn die Familie ihm dabei helfen müsste.
Nicht falsch verstehen, natürlich müsste man ihm helfen, wenn er bedürftig wäre, aber dann hätte er es bestimmt nicht so aufwendig geplant.
Ich kenne es von meinen Eltern, die hatten immer ein "Notkonto", da hieß es immer, das ist dafür, damit ihr uns "unter die Erde" bringen könnt. Es war ihnen total wichtig, dass dafür genug angespart war. Als mein Vater schließlich schwer krank wurde (meine Mutter leidet seit Jahren unter Demenz und kann/konnte sich nicht mehr mit diesen Dingen befassen) habe ich eine Beerdigungsvorsorge beim hiesigen Bestatter abgeschlossen, d.h., ich habe alles ca. mit der Bestatterin durchgeplant, exakt so, wie es sich mein Vater (und früher auch meine Mutter, haben oft darüber gesprochen) gewünscht hat und auch schon dort bezahlt. War für meinen Papa eine große Beruhigung, dass alles geregelt war, so wie er es wollte und die Finanzen geregelt waren. Leider mussten wir in seinem Fall die Vorsorge schneller als gedacht in Anspruch nehmen.
Was ich damit sagen will, wenn sich die ältere Generation es leisten kann, ist es für sie "Ehrensache" für den Todesfall des Partners und auch den eigenen vorgesorgt zu haben und dies selbst zu finanzieren!
Wenn man etwas Gutes tun will kann man bei der Gestaltung der Grabstätte helfen, bei der Bepflanzung helfen (regelmäßig ist viel mehr wert als bares Geld), eine schöne Laterne aussuchen, hinstellen und regelmäßig ein Kerzchen anzünden und dem Opa Zeit schenken, der jetzt ja auch allein da steht!
LG

Hallo,

bei uns läuft es immer so, daß die Hinterbliebenen zahlen und die Familie etwas (beliebig) dazu gibt. Ich finde Dich schon ziemlich dreist, entschuldige, vielleicht sehe ich das auch falsch. Dein Opa erweist seiner Frau die letzte Ehre und Ihr gönnt es ihr nicht, weil ihr etwas dazugeben sollt? Wie gesagt, bei uns ist das ganz normal.

LG

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