Das Baby ist da und der Papa um 50 Jahre gealtert

    • (1) 09.04.18 - 23:11

      Hallo ihr Lieben,
      Unser Baby ist inzwischen 3 Monate alt und mein Mann mutiert jeden Tag mehr zum Opa :-(
      Wir sind Mitte 20 und das drum herum ist perfekt, jedoch merke ich schon jetzt, dass mir das alles zu langweilig wird. Ich bin ausgelastet, daran liegt es nicht.
      Der Herr Papa kommt nach 8h arbeiten nach Hause, isst ewig, schaut dann Fernsehen, beschäftigt sich mit dem kleinen und geht gegen 22 Uhr zu Bett. Am Wochenende sagt er, er sei froh mal Zuhause zu sein und braucht viel Schlaf. In 3 Monaten waren wir genau 2 Mal ohne Baby weg, jedoch auch nur 3 Stunden.. und das obwohl wir jederzeit einen Babysitter haben.
      Er schläft unter der Woche von 22-6 Uhr und am Wochenende muss er Schlaf nachholen. Das ist doch nicht mehr normal, oder sehe ich das falsch?
      Ich bin früher 9-12h am Tag arbeiten gegangen, danach jeden Tag zum Sport und habe mindestens jeden 2. Tag etwas unternommen.
      Er macht keinen Sport, möchte fast nie etwas unternehmen und ist dauerhaft müde. Wenn ich ihn darauf anspreche heist es „ich brauche den Schlaf“
      Jetzt hat er seit Wochen ein zuckendes Augenlied und meint dies käme vom Stress. Ich hatte nie einen so angenehmen Job mit einem so gutem Betriebsklima und so kurzen Arbeitszeiten. Mir fehlt da einfach das Verständnis.
      Depressiv ist er auch absolut nicht, sondern eher unglaublich gemütlich und schläfrig.
      Seit 3 Wochen versuche ich mit ihm Schwimmen zu gehen und er hat es nichtmal geschafft, seine Badehose aus seinem alten Haus abzuholen. Es ist wirklich zum Mäuse melken.
      Geht es euch ähnlich?

      • Wie lange kennt ihr euch und seit wann wohnt ihr zusammen? War er vorher anders?

        Weißt du, jeder hat eine andere Stressgrenze - und dieser "Versorgergedanke" trifft manche echt hart.

        Ansonsten sollte er vielleicht mal nach seiner Schilddrüse schauen lassen.

        Lg

        • Wir kennen uns seit 3 Jahren. Seit einem Jahr wohnen wir zusammen.
          Er war nie jemand, der viel unterwegs war, aber während meiner SS hat es ihn sehr gestört, dass ich absolut nichts unternehmen wollte (habe mich mit 25kg mehr sehr unwohl gefühlt).
          Ich habe das Gefühl, es wird eher schlimmer statt besser und mache mir langsam wirklich Gedanken.
          An gesundheitliche Gründe habe ich auch gedacht, aber das zieht er nicht in Erwägung. Ich kann ihn ja auch schlecht zwingen zum Arzt zu gehen.
          Vielleicht liegt es auch an seinem lieben Feierabendbier, was ihn so oft müde macht. Oder einfach an der Tatsache, dass er absolut keinen Sport macht und sich kaum bewegt.

      (5) 09.04.18 - 23:29

      Denke du solltest eher mal bisschen horchen was oder ob ihn was bedrückt.
      Bitte mal den gleichen Thread vorstellen nur dass der Mann ihn schreibt. Es gibt nicht genug Klopapier um aus dem Shitstorm wieder rauszukommen, der dann entfesselt würde.

      • Daran habe ich auch schon gedacht, er meinte er habe eine hohe Verantwortung in der Firma.
        Danke, ein guter Ansatz.... wenn mein Mann den Thread schreiben würde. Da kann ich mir vorstellen, was dabei raus kommen würde..
        Würde jedoch weiterhin gegen seine Argumente halten und bin der Meinung: mit Mitte 20 spielt sich das Leben nicht auf der Couch ab. Auch mit Kind kann man viel unternehmen und nicht nur spazieren gehen :-)

    Depressionen äußern sich unter anderem auch über die dauerhafte Müdigkeit. So fing es bei mir damals an. Ich war ständig müde, wollte nichts unternehmen, habe viel Ruhe gebraucht, es wurde mit der Zeit immer extremer.. bevor es mich erwischt hat, dachte ich immer es wäre übertrieben, wie Depressionen dargestellt werden, ich wurde eines besseren belehrt.
    Als Soforthilfe habe ich damals antidepressiva bekommen und die Aufgabe mir für jeden Tag nicht mehr als 3 Sachen vorzunehmen.. man schafft es einfach nicht und das zieht zusätzlich runter..
    8 Stunden Nachtschlaf sind nicht wenig aber auch nicht übertrieben viel wie ich finde, ich bin mit 6 Stunden Nachtschlaf am nächsten Tag wie ausgekotzt.
    Ich würde seine „Bwschwerden“ durchaus ernst nehmen und ihn auf einen eventuellen Arztbesuch ansprechen.

    • Er macht sonst einen zufriedenen und sehr ausgeglichenen Eindruck. War das bei dir auch der Fall?
      Für mich sind 8 Stunden Schlaf schon sehr viel, als ich noch berufstätig war haben mir 6 Stunden gereicht. Jetzt mit Baby schlafe ich 2x 3,5 Stunden, was deutlich anstrengender ist und meinen Rhythmus vollkommen durcheinander gebracht hat.
      Er kann ja immer schön durchschlafen ;)

      • Hey,

        ja, das war in der Tat so, man hält (zumindest anfangs) die Fassade nach außen auf, wer will sich schon eingestehen, dass irgendwas nicht stimmt. Ich habe lange so weitergemacht wie immer, ich bin aufgestanden, bin zur Arbeit gegangen, hab gelächelt und das war verdammt anstrengend. Ich war am Ende des Tages einfach nur froh wenn man mich gar nicht mehr angesprochen hat. Alles schön in mich hineinzufressen war an der Tagesordnung, man hat ja Erwartungen an mich.. bis das eben nicht mehr ging.
        Selbst ohne Depressionen - Schlafbedürfnisse sind sehr individuell. Du merkst doch selber, dass dich diese Schlafunterbrechung schlaucht, dabei schläfst du rein theoretisch eine Stunde mehr als vor dem Kind. Ich kann dich auch verstehen, du stehst nachts auf und bist für das Kind da, während der werte Herr durschlafen darf. Das kotzt einen einfach nur an, die Situation haben wir seit 15 Monaten, dabei ist es nicht so, dass mein Mann nicht nachts wegen dem kleinen aufstehen will - er hört es einfach nicht.
        In Summe kann ich euch wirklich beide verstehen, frage aber trotzdem was er für einen Job macht. Ein Job, in dem man viel Verantwortung trägt kann in 6 Stunden Arbeitszeit mehr ermüden, als eine Tätigkeit ohne große Verantwortung über längere Arbeitszeit.
        Ich sage nicht, du sollst alles so hinnehmen wie es ist, das geht natürlich nicht, aber die Ursache ist für die Herangehensweise ausschlaggebend. Es gibt Beratungsstellen für Betroffene und Angehörige, vllt kannst du dich mal an diese wenden. Da sitzen Profis und ich kann immer nur von meiner Situation erzählen.

        Ich finde deine ganzen Aussagen zu deinem Mann unverschämt! Nur weil er anders seinen Tag verbringt als DU möchtest, beklagst du dich und kritisierst ihn.
        Nur weil Du weniger Schlaf brauchst und gerne aktiv bist, muß du doch deinen Mann nicht als faul, alt und Opa bezeichnen.

        Und, falls du es noch nicht mitbekommen hast mit deinen mehr als 20 Jahren Lebenserfahrung: Menschen sind unterschiedlich; auch ihr Schlafbedürfnis.
        Und warum meckerst du, wenn er sagt, er ist erschöpft nach der Woche voller verantwortungsvoller Arbeit.
        Auch er wird eurer Sohn hören wenn er nachts schreit oder auch nur Nahrung braucht.und nöckelt. Auch wenn du dich die meiste Zeit um euren Sohn kümmerst ändert sich für deinen Mann als Papa auch viel.

        Und statt nur zu meckern, sprich mit deinem Mann. Frag, ob was los ist, z.B. in der Arbeit. Aber sag ihm auch, dass du gern mal was unternehmen möchtest. Und vor allem rede bitte nicht so herablassend mit ihm wie du hier über ihn und sein Verhalten.sprichst.

Das mit dem zuckenden Augenlid kenne ich auch, bei mir deutet es auch auf Schlafmangel hin.
Ich bin Ü40 und schlafe auch von 22/22.30 - 6.30 Uhr. Ich brauche diesen Schlaf einfach und merke, wenn ich ihn mal nicht bekomme. Im Gegensatz zu deinem Mann bin ich allerdings unternehmungslustig und gehe jede Woche schwimmen mit den Kindern (wir haben 3), am Wochenende machen wir zu fünft Ausflüge.
Ich denke, entweder war dein Mann schon immer eine Couchpotatoe oder ihm macht die neue Rolle wirklich zu schaffen. Gib ihm einfach Zeit und unternimm alleine etwas mit Baby. Dass man nicht zu zweit ausgeht in den ersten Monaten finde ich übrigens völlig normal.
VG

(13) 10.04.18 - 07:36

Ich habe mit meinem Ex deshalb Schluss gemacht. Meine Nachfolgerin hat ihn zum Arzt geschleift, Schilddrüse im Eimer, Tabletten helfen, man kann wieder etwas mit ihm unternehmen (wir haben noch guten Kontakt).

ich finde du machst es dir da zu leicht.

Mit einem einfachen Baby zu Hause sein, ist tatsächlkich etwas eintönig , weder besonders spannend noch besonders anstrengend. Du bist demnach natürlich ausgehungert nach Abwechslung, Unterhaltung mit Erwachsenen, ein bisschen Spannung im Leben.
Dein Mann arbeitet aber. Er hat die ganze Zeit Leute um sich. Und wenn er heimkommt hat er nicht frei und kann sich ausschließlich um seine eigenen Bedürfnisse kümmern, weil da ist ja noch jemand. Auch die Nächte werden nicht so ruhig und enstspannt sein wie früher, ich bezweifle mal sehr, dass er wirklich auf 8 Stunden Schlaf kommt, selbst wenn du dich nachts ums Kind kümmerst.

Ich finde das verhalten deines Mannes also alles andere als unnormal. Das Leben mit Kind ist nunmal anstrengend, da verändern sich die Bedürfnisse, auch mit Mitte 20;-) . Und wenn ihr es schon geschafft habt 2x in den den 3 Monaten mit Kind zusammen wegzugehen, dann ist das doch weit mehr als die meisten anderen jungen Eltern.

Aber wenn du doch darauf brennst Sport zu machen und Dinge zu unternehemen, dann mach das doch. Treff dich mit Freundinnen, geh zum Sport, gestalte dein Leben selbst interessanter. Dann fällt dir auch nicht die Decke auf den Kopf;-) Und dan ihr ja schon weg wart und Babysitter vorhanden sind, dürfte das ja auch nicht allzu schwer umsetzbar sein, oder?
Und am Wochenende könnt ihr euch ja vielleicht auf einen Aktiontag und einen Faulenzertag einigen?

  • ein bisschen widersprüchlich:
    Ihr zu Hause sein ist also nicht besonders anstrengend, aber wenn er nach der Arbeit nach Hause kommt, dann ist es nicht entspannt genug mit Frau und Kind zusammen zu sein? Frau wird ja die Kinderversorgung nicht zu 100% abtreten, sobald er da ist.

Top Diskussionen anzeigen