zweites Kind, ja oder nein?

    • (1) 12.04.18 - 08:28

      Hallo Zusammen,

      wir sind momentan zwar noch gar nicht an dem Punkt, an dem wir eine endgültige Entscheidung treffen müssten, trotzdem beschäftigt mich die Frage. Unser Sohn ist 3 Jahre alt und ich bin etwas über 30.

      Ich habe gesundheitliche und psychische Probleme, bei denen ich gerade dabei bin, sie in den Griff zu kriegen. Trotzdem wären vor einer möglichen Schwangerschaft einige Arztbesuche nötig, um abzuklären, ob die körperlichen Probleme ein Risiko in einer Schwangerschaft wären. Zudem nehme ich momentan Medikamente (Antidepressiva), die ich in der Schwangerschaft absetzen müsste, was für mich mit einer gewissen Angst behaftet ist, dass es mir wieder schlechter gehen könnte.

      Prinzipiell wollte ich immer zwei Kinder. Zum einen fand ich es immer schön, Geschwister zu haben und wollte meinem Kind das eben nicht "vorenthalten". Zum anderen hatte ich wohl auch diverse Vorurteile Einzelkindern gegenüber. Außerdem fand ich dieses "Wunder" eines Kindes bei meinem Sohn so schön und habe die Baby- und Schwangerschaftszeit sehr genossen.

      Andererseits wird es mit unserem Sohn gerade erst etwas leichter. Er war ein schlechter Schläfer und dazu noch ein enormer Sturkopf. Im letzten halben Jahr hat sich alles gewandelt, er ist sehr viel umgänglicher und bleibt auch mal über ein Wochenende bei der Tante oder Oma, sodass mein Mann und ich die Zeit auch mal zu zweit genießen können. Ich arbeite sehr gerne und starte gerade wieder durch, auch das würde ja erstmal wieder ausfallen. Mit einem Kind könnten wir uns mehr leisten und auch mehr Zeit miteinander verbringen.

      Die Angst ist also, dass es mir psychisch und gesundheitlich schlechter gehen könnte. Respekt vor der anstrengenden Kleinkindzeit und einfach die Angst davor, etwas zu ändern, wo es momentan für uns sehr gut läuft. Auf der anderen Seite habe ich Sorge, diese Entscheidung später (zu spät) zu bereuen, weil wir die Entscheidung nur aus der momentanen Situation heraus entschieden haben.

      Mein Mann ist übrigens der Meinung, dass er schon gerne ein zweites Kind hätte, aber auch sehr glücklich "nur" mit einem Kind ist.

      Wer stand schon mal vor einer ähnlichen Situation und wie habt ihr euch entschieden? Wer hat sich bewusst für nur ein Kind oder eben zwei entschieden? Habt ihr es im nachhinein bereut?

      Viele Grüße,

      Tomate

      • (2) 12.04.18 - 09:10

        Moin!

        Ich kenne beide Seiten -ich habe zwei Töchter (7&9) die sich sehr nahe stehen und unheimlich voneinander profitieren und ich selbst habe alle Vorzüge eines Einzelkindes genossen und mir sehr selten Geschwister gewünscht (nicht öfter als meine Mädels sich wünschen Einzelkind zu sein).

        Von daher kann ich dir nur raten nach deinen/euren Bedürfnissen zu entscheiden.

        Für mich klingt es so, dass ein zweites Kind eine besondere Belastung für dich bedeuten würde (Medikamente absetzen, ohnehin geringere Belastbarkeit).
        Und man ist beim zweiten Kind zwar in vielen Dingen entspannter, aber man kann sich auch nicht mehr wie beim ersten Kind einfach mal hinlegen oder flott etwas im Haushalt machen wenn das Kleine schläft, weil das ältere Kind in dieser Zeit meistens Aufmerksamkeit fordert. Grade bei größerem Altersabstand (für mich sind vier Jahre schon nicht wenig) ist es oftmals schwierig Aktivitäten zu finden, die beiden Kindern Spaß machen und wenn man nicht grade viel Hilfe bei der Betreuung hat, schleppt man später häufig ein Kind mit zu Hobbys des anderen oder muss den einen vom Spielzeug / Spielbesuch des anderen fern halten.

        Ich würde dir raten die Situation mit Menschen zu besprechen die dich und deine Situation gut kennen, die ehrlich zu dir sind und möglichst objektiv bleiben können (Freundin, Familie, Therapeut...) und sie zu fragen was sie denken, dass für dich das beste ist (und keine Diskussion starten, ob Kinder mit oder ohne Geschwister glücklicher sind).

        LG nobyna

        • (3) 12.04.18 - 09:28

          Die Idee, das mit einem Therapeuten und Vertrauten zu besprechen finde ich total gut. Eigentlich total naheliegend, aber manchmal hat man ja ein Brett vorm Kopf ;-)

          LG

          (4) 13.04.18 - 13:40

          hallo,

          dein text ist sehr bedacht formuliert, aber was mich ein wenig stört, sind die argumente gegen einen größeren abstand der kinder. du warst selber ein einzelkind und hast zwei kinder nahe beieinander. woher nimmst du deine erfahrungen?

          ich persönlich wollte nie einen abstand unter drei jahren. wegen gesiúndheitlicher probleme und daraus resultierend finanziellen einschränkungen musste das zweite dann 9 jahre auf sich warten lassen. wenn ich von leute höre: du hast zwei einzelkinder, nervt mich das sehr. nein, ich habe kinder mit einem größeren abstand, ebenso geschwister. und die beiden snd tolle geschwister. klar haben sie nicht unbedingt die selben interessen. aber ein jetzt 12jähriger schaut genauso gerne eine burg an, wie der kleine. der große turnt sehr gerne mal auf dem spielplatz rum um seinen bruder. baden gehen beide gerne, grillen im garten tun beide gerne....
          und wenn der kleine mit muss zum hobby des großen, hat er mit mir viel spaß auf dem sportplatz!

          lg

          • (5) 13.04.18 - 18:45

            Ich habe neben meinen beiden Töchtern (7& fast 9) noch einen 18 jährigem Sohn. Daher kenne ich die Herausforderung sehr unterschiedliche Interessen / Termine von Kindern mit größerem Altersabstand unter einen Hut zu bringen sehr gut. Und durch Gespräche mit Freundinnen, die ebenfalls Kinder in größerem Abstand bekommen haben weiß ich, dass auch sie so empfinden.

            Ich kenne auch die Vorteile einer solchen Alterskonstellation, aber bei diesem Post hatte ich das Gefühl, ich sollte die TE eher auf mögliche „Schwierigkeiten“ (obwohl das Wort dafür zu stark ist, finde ich grade kein besseres) hinweisen.
            Auf keinen Fall wollte ich ein bestimmtes Timing be- oder abwerten.

            LG

      Hallo Tomate.

      Die Entscheidung kann euch natürlich niemand abnehmen.

      In deiner aktuellen Situation allerdings würde ich dir mindestens dazu raten, noch etwas abzuwarten. Abwarten, bis du deine Probleme weiter abgearbeitet hast, bis du vielleicht wieder ohne Medikation stabil bist.

      Ich habe auch wie du es als absolutes Wunder empfunden, eine Schwangerschaft zu erleben und war überwältigt, wie sehr man einen Menschen lieben kann. Ich habe unsere Zeit mit dem ersten Kind total genossen und hatte überhaupt keine Angst vor einem zweiten Baby. Allerdings hat es mich total dick getroffen und ich habe ein absolut mega anstrengendes zweites Kind bekommen, was mich noch heute mit 2 Jahren erheblich überfordert. Wenn ich jetzt denke, dass ich psychisch von vornherein labil gewesen wäre, will ich nicht wissen, was heute los wäre. Denn schon mit Zuversicht und Power hat mich das alles so überrollt. Und ich sehe überwiegend Eltern, die auch mit durchschnittlichen Kindern echt auch oft an ihre Grenzen stoßen. Sehr gelassene und geduldige Eltern von mehr als einem Kind sehe ich deutlich weniger. Wenn ich sie sehe, bewundere ich sie ganz ehrlich.

      Also aufgrund deiner Situation und deiner Ängste würde ich dir einfach sagen, lass etwas Zeit vergehen. Je älter der Bruder ist und je mehr Zeit du für dich hattest, desto mehr Kraft wirst du wieder haben und desto leichter wird es sein mit einem größeren Kind dabei. Ich sage mal locker 2 bis 5 Jahre hättest du sicherlich noch Zeit.

      Und ganz wichtig, trefft die Entscheidung ganz bewusst zu zweit. Ein Risiko ist ein neues Kind immer. Man kann vorher einfach nicht wissen, was auf einen zukommt.

      Ganz herzliche Grüße und gute Besserung für dich.

    • (7) 12.04.18 - 09:26

      Hallo Tomate,

      sei mir nicht böse, aber ich finde, dass man sich nicht für ein weiteres Kind entscheidet, damit das eine Kind Geschwister hat. Da ist wirklich Quatsch. Ich kenne einige, die sind froh, dass sie Einzelkinder waren, aber auch genauso viele kenne ich die mit Ihren Geschwistern glücklich oder eben unglücklich sind.

      Viel ehr würde ich mir Gedanken darum machen, ob du es körperlich und psychisch schaffst dich auch um 2 Kinder gut und liebevoll zu kümmern, zumal du ja schon jetzt angeschlagen bist.

      Alles Gute

      Ich habe zwei Kinder und finde es wunderbar.

      Unter Deinen Umständen würde ich aber darauf verzichten.

      Mit einem Kind dachte ich noch, ich wäre SuperMum, ich kann alles, ich bin die perfekte Mama und es ist ein Witz, Kinder großzuziehen. Klar, wenn man auf das eine Würmchen jederzeit eingehen kann und sich einfach drauf einstellt, ist das keine große Sache.

      Mit zwei Kindern sieht das schon ganz anders aus: Wenn das Kleine schläft, ist das große Kind wach (zumindest tagsüber), da fallen Pausen flach, die man vorher hatte. Wenn das eine Kind krank ist, will das andere Kind trotzdem auf den Spielplatz. Wenn das eine Kind dies, dann das andere KInd das... Du hast einfach viel mehr als nur doppelt so viel Arbeit und kommst auch eher mal an Deine Grenzen (ich zumindest). Der Haushalt ist dann oft liegengeblieben, weil die Kinder Vorrang hatten, das muss dann gemacht werden, wenn man die Zwerge endlich im Bett hat.
      Für mich war die Arbeit in der Zeit der erholsame Teil des Tages.

      Naja, die Zeit ist endlich, meine beiden sind jetzt 7 und fast 10, da ist das Leben wieder leicht. Aber die ersten Jahre fand ich schon anstrengend. Nicht umsonst bekommen da viele Mamas (zumindest die mit Ansprüchen, denen sie dann nicht mehr einfach so gerecht werden können) ein "Mama-Burnout".

      Wenn Du also aktuell nur mit einem Antidepressivum läufst, dann wäre das für mich nicht der Zeitpunkt, mich so einem Stress auszusetzen. Das könnte für Dich und beide Kinder richtig blöd werden.

      • Hallo

        >>Mit einem Kind dachte ich noch, ich wäre SuperMum, ich kann alles, ich bin die perfekte Mama und es ist ein Witz, Kinder großzuziehen<<

        Interessant. Ich bin an dem Satz häbgen geblieben.
        Ich war beim ersten Kind vor 10 Jahren 21. Es war das anstrengendste von allen 4 Kindern und ich war überfordert und unerfahren, ständig am heulen, und hätte mich im ersten Jahr am liebsten scheiden lassen. Gefühlt ging alles den Bach runter.

        Ich habe mich überhaupt nicht wie SuperMum gefühlt oder gedacht Erziehung wäre ja ein Witz. Ich fühlte mich unfähig und unsicher.
        Okay, das dachte ich auch nach Kind 3 oder 4 noch nicht, aber zumindest finde ich es meist ganz entspannt. Es läuft schon, geht alles in den richtigen Bahnen...
        Der abgedroschene Satz "man wächst mit seinen Aufgaben " stimmt für mich wirklich.

        Was hatte ich damals Angst vor dem zweiten Kind. Ich dachte ja ich bekomme wieder "so ein Monster" wie das erste. Und dann kam das pflegeleichteste von allen und es lief viel besser als gedacht und irgendwie war es sogar besser als mit nir einem Kind weil die Große nicht mehr so fixiert auf mich war.
        Ok es kamen schwere Zeiten als sie älter wurden, mit 3 und 5 waren sie übelst drauf...

        Was ich nur sagen will, ich kann deine Erfahrungen nicht bestätigen. Ich glaube es hä gt unglaublich vom Altersabstand und dem Wesen des Kindes ab.

        • Natürlich hängt vieles davon ab, was für ein Kind man bekommt, weil man das nur bis zu einem gewissen Grad beeinflussen kann.

          Aber letztlich bleibt es doch, dass Du plötzlich nicht mehr einen kleinen Willen hast, der befriedigt werden möchte, sondern zwei, die nicht immer im Einklang laufen (gut, die Babyzeit vielleicht ausgenommen, da hatte ich die Kleine auch in der Tragehilfe und konnte machen, was die Große wollte, aber das ändert sich ja schnell). Und wenn Du schon vorher so an Deinen Grenzen bist, dass Du Medikamente brauchst, dann sollte man sich das meiner Meinung nach gut überlegen.

      (11) 12.04.18 - 11:08

      Ich Stimme dir total zu. Inzwischen sind meine Kids 5,5 und 7 Jahre und es wird entspannte...aber die ersten 2 Jahre mit beiden...ich habe gedanklich beide oft weggewünscht...dann habe ich schon jedes Auto zweimal gehabt und trotzdem wollte einer das vom anderen....die zwei lieben sich abgöttisch und sind oftmals total süß miteinander aber genauso oft stellen die ÖL und Feuer da...
      Umso älter sie werden umso einfacher wird es aber wenn ich mal nur ein Kind zu Hause habe kommt es mir richtig öde vor.
      Liebe Grüße

      • Ich fand die ersten beiden Jahre prima. Danach wurde es schlimm mit den Zankereien. Höhepunkt mit 3 und 5.
        Jezzt sind sie 10und 8. Geht recht gut mit den beiden.

        Ich finde das spannend wie man sich doch sp gewöhnt.
        Letztens hatte ich mal 2 Nächte nur 1 statt 4 Kinder hier. Wie ruhig es war! Richtig öde.
        Oder die beiden Großen waren weg, die beiden Kleinen waren hier (4 und 3 Monate). Was man früher anstrengend fand empfinde ich dann jetzt als entspannt, kaum was zu tun...

(13) 12.04.18 - 09:28

Wir haben 2 Kinder mit einem etwas größeren Altersabstand und ich würde es immer wieder genauso machen. Es ist toll, die beiden zusammen zu sehen - mit all ihren Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschieden.
Allerdings hatte ich nie irgendwelche gesundheitlichen Probleme und kann Dir diesbezüglich nichts raten. Hierzu solltest Du Deinen Arzt befragen und schauen, welche Möglichkeiten (ggf. mit alternativen Medikamenten) Du hast.

(14) 12.04.18 - 11:10

Nein. Lass es.

<<Die Angst ist also, dass es mir psychisch und gesundheitlich schlechter gehen könnte. <<

Allein, weil du angeschlagen bist....mit 2 Kindern wirds nicht leichter.

Gruss
agostea

(15) 12.04.18 - 12:39

Hallo

Möchte dir auch antworten, da ich selbst nicht gesund bin, leide unter PTBS. Meine Diagnose bekam ich erst, als beide Kinder schon auf der Welt waren. Nein ich bereue es nicht, meine Kinder bekommen zu haben.
Das einzige, was schöner und auch leichter gewesen wäre, wenn ich meine Diagnose schon eher bekommen hätte. Mit dem Stand heute, wo ich schon so viel über die Krankheit gelernt habe und mir mittlerweile selbst gut helfen kann. (hoffe das ist verständlich erklärt)

Als die Kinder noch kleiner waren, das war eine harte Zeit. Da ich einfach nicht so belastbar bin, wie gesunde Menschen. An manchen Tagen funktioniert man nur noch, damit alles am Laufen bleibt. Denn ich wollte immer, dass es den Kindern gut geht, der Haushalt geschafft ist. Meine Aufgaben erledigen kann, was wichtig ist und was nicht. Im Grunde musste ich wegen meiner Krankheit so viel lernen. Manchmal frage ich mich heute noch, wie ich das geschafft habe.
Es gab auch oft genug Tage, wo ich gesagt habe, "ich brauche mal eine Auszeit", mir geht es nicht so gut. Damit sind die Kinder eben aufgewachsen. Aber ich denke nicht, das ihnen bisher irgendetwas gefehlt hat. Meine Kids sind höfliche, liebe, freundliche Jungs. Sicher gibt es auch mal Probleme und Sorgen, aber das ist normal. Für mich wird es dann eben schwieriger, wobei ich Heute gelernt habe, was mir hilft und wie ich damit umgehe. Meine 10 Jahre Therapie waren nicht umsonst.
Das mag sich komisch anhören, aber meine Kinder haben auch viel von mir lernen können. Nicht immer ist eine Krankheit und eine Therapie schlecht.

Nu ja, wir haben zwei Jungs, gerne hätte ich mehr Kinder bekommen. Aber wegen meiner Krankheit wird es bei zwei Kindern bleiben.

Die PTBS ist eine Lebensaufgabe, eine richtigen Zeitpunkt hätte es sowieso nicht gegeben. (eventuell nur mit mehr Therapieerfahrung) PTBS ist ja nicht heilbar. Entweder man entscheidet sich für Kinder oder eben nicht. Wer weiß, wenn ich meine Kinder nicht bekommen hätte. Ja vieles wäre einfacher gewesen. Die Entscheidung bereue ich nicht, niemals. Für mich/uns war es die richtige Entscheidung, so wie es gekommen ist.

Keiner der Jungs ist verrückt, weil sie eine "kranke" Mama haben. Für mich war das allerwichtigste, dass ich sie liebe und sie eine bessere Kindheit haben werden, als ich sie je hatte. Ja das habe ich geschafft. :-)

Die Frage ist, wie lange dauert es, bist du gesund bist. Wirst du gesund? Wie lange würde es dauern.

Auf jeden Fall würde ich warten, bis du so stabil bist, dass du kein Antidepressiva mehr nehmen brauchst. Bis du gelernt hast, ohne Tabletten auszukommen.

Was ich als kritisch sehe ist. Solltest du jetzt ein Kind bekommen, musst du das Antidepressiva absetzen. Je nachdem welches du nimmst, wird das nicht einfach. Und unter Umständen wird es dir genau so schlecht gehen, wie zuvor, als du die Tabletten genommen hast. Es sei denn, du kannst gelernt, dir zu helfen. Verstehst du wie ich das meine?

Gruß Snaky

  • (16) 13.04.18 - 19:54

    Hallo Snaky,

    dir wollte ich nochmal separat anworten. Vielen Dank für deine Geschichte. Wie lange es dauert bis sich gesund werde, weiß ich leider nicht. Momentan habe ich keinen Therapieplatz, da helfen mir die Antidepressiva gut. Aber mein langfristiges Ziel ist es natürlich (unabhängig von einer möglichen Schwangerschaft) auch ohne die Medikamente aus zukommen. Aber das ist zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht möglichg. Wie gesagt, die Entscheidung steht nicht heute und nicht morgen an, frühestens in einem Jahr. Und da sind ja noch die gesundheitlichen Fragezeichen. Aber man macht sich ja trotzdem seine Gedanken.
    Was ich dich fragen wollte: Wurden deine Kinder in die Therapie miteinbezogen. Eine Familientherapie oder so? Falls ja, in welchem Alter waren deine Kinder da? Oder hast du eine Einzeltherapie gemacht und das alleine aufs Familienleben übertragen können?

    Viele Grüße,
    Tomate

Wir haben ein Pflegekind aufgenommen, unser herzkind.
Vielleicht wäre ein adoptiv oder Pflegekind auch denkbar für euch wenn du vom Grundprinzip eigentlich nicht mehr schwanger werden möchtest. Nur als Gedanke in die Runde geschmissen.

  • (18) 12.04.18 - 13:05

    Ein Pflegekind durfte wesentlich stressiger sein als ein eigenes. Da hängt ja das Jugendamt und die Herkunftsfamilie quasi mit in Deiner Familie. Das Kind kann jederzeit wieder aus der Pflegefamilie heraus genommen werden. Viele Pflegekinder sind außerdem verhaltensauffällig, weil sie schlimme Erlebnisse hinter sich haben.
    Das würde ich mir nicht antun, wenn ich psychisch angeschlagen wäre. Das ist eher was für psychisch besonders stabile Menschen.

    Ich glaube auch nicht, dass man mit einer bekannten psychischen Erkrankung in Deutschland ein Kind adoptieren darf. Für Adoptionen gibt es so viele Vorschriften, dass sowieso die wenigsten Paare sie erfüllen. Abgesehen davon wollen natürlich alle ein Baby, weil das unbeschriebene Blätter sind. Aber von denen gibt es nicht viele. Ältere Kinder bringen bei Adoptionen häufig genauso psychische Probleme mit, wie Pflegekinder. Die werden ja nicht von liebevollen Eltern mit 3 oder 4 auf einmal zur Adoption frei gegeben...
    Auslandsadoptionen sind wohl ebenfalls ein ziemliches Getue.
    Freunde von uns hatten sich mal nach Adoptionen erkundigt, und haben es dann bleiben lassen.

    • (19) 12.04.18 - 19:48

      Zur Adoption hast du sicher recht! Das ist vielerorts nicht einfach!

      Bei einem Pflegekind kommt es ganz einfach darauf an, man kann hier garnichts pauschalisieren. Wir haben etwa 2 Umgänge pro Jahr, begleitet im Jugendamt für eine Stunde.
      Mehr als hpg und hausbesuch haben wir auch nicht.
      Und das Pflegekinder per se anstrengender sind als eigene kann man nicht unbedingt sagen. Manch eigenes Kind ist wahnsinnig anstrengend und auffällig, ohne schlimmen Hintergrund.
      Sicher ist die Tendenz erhöht

      (20) 12.04.18 - 19:50

      Auch zum Thema Rückführung ist es ganz ganz unterschiedlich. Hier werden nur 0,3 Prozent der Dauerpflegekinder zurück geführt.

Hallo,

gönn dir dich noch ein Jahr!
Zeit, in der du die gesundheitlichen Aspekte abklären kannst und beobachten kannst, wie es die geht, wenn du wieder arbeitest. Dann wirst du vermutlich auch besser abschätzen können, ob du auf die Medikamente vorübergehend verzichten kannst.
Ich finde, wenn man körperlich und/oder psychisch angeschlagen ist, sind zwei kleine Kinder doch eine unnötige Belastung. Unnötig, weil die Situation entschärft würde, wenn man noch etwas warten würde. Das größere Kind ist dann schon eigenständiger und verständnisvoller. Es profitiert trotzdem vom Geschwisterchen und hatte dennoch ausreichend lang die Vorzüge des Einzelkinddaseins. Und auch das jüngere profitiert davon, dass sich Mama nicht zwischen den Bedürfnissen beider zerreibt. Und deine Nerven schont es auch.

Meine Schwester und ich sind weniger als 2 Jahre auseinander. Aus Überforderung reagierte unsere Mutter oft anders als sie gewünscht hätte und gut gewesen wäre. Die Situation wäre durch einen größeren Abstand bestimmt entschärft worden.

Meiner Meinung nach stellt sich nicht nur die Frage, ob 2. Kind, sondern auch wann. Und da sollte man auch seine Belastbarkeit einkalkulieren. Und mit Anfang 30 kannst du dir ja noch etwas Zeit nehmen, das auszuloten.
Alles Gute!

Ich würde an eurer Stelle erstmal mit den Ärzten besprechen, was sie denken.. Ich finde Geschwisterkinder toll, allerdings geht Deine Gesundheit vor.

Hallo Zusammen,

vielen Dank für Eure vielen netten Antworten.
Die Entscheidung steht keinesfalls momentan an, frühestens in einem Jahr. Ich mach mir trotzdem schon so meine Gedanken. Das ist ja eine Entscheidung, die man vom Kopf her mehr oder weniger schon länger plant.
Die Idee mit einem Therapeuten darüber zu sprechen ist gut, das hat mir tatsächlich auch schon einmal geholfen.
Vorher stehen ohnehin noch einige Untersuchungen an, um abzuklären ob eine Schwangerschaft ein Risiko wäre, mal vom Absetzen der Antidepressiva ganz abgesehen.
Aber ich erkenne, dass ich mir wohl wirklich noch einige Zeit geben sollte, um die Dinge auszuloten und natürlich jetzt noch nicht entscheiden muss, was in einem oder zwei Jahren passiert. ;)
Ich danke Euch!

(24) 16.04.18 - 09:16

Ich bin jetzt mit meiner 3. Tochter schwanger.
Meine 2. Tochter ist Autistin mit Epilepsie. Zwischen Kind 1 und 2 sind 3 Jahre unterschied. Jetzt bin ich auch etwas über 30 und bin zum 3. Mal schwanger. Wir haben jetzt 6 Jahre zum 2. Kind Unterschied und 9 zum 1.
Bewusst, da wir die psychische und gesundheitliche Entwicklung abwarten wollten.

Ich kann deine Sorgen sehr gut nachvollziehen. Ich würde dir raten ausführlich mit deinem Therapeuten darüber zu sprechen und auch während der Schwangerschaft psychologische Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Durch die Hormonumstellung könnte es so st ggf. zu Problemen führen.

Du musst die immer vor Augen halten, dass Depressionen NIEMALS weggehen. Sie sind ein Teil von dir. Sie können durch Medikamente und bewussteres Leben gemildert werden, aber sie machen dich aus.
Wenn es dein Herzenswunsch ist, zum 2. Mal Mutter zu werden, solltest du dem nachgehen. Natürlich mit ganz viel Unterstützung.
Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und hoffe, dass du dein Glück noch einmal finden darfst. ❤️❤️❤️❤️

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